Text zu "Bibellehre - Die Jahre der Könige von Juda"

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=QozhWB93dUM

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

In diesem Video wollen wir uns mit vielerlei Dingen befassen, die die Juden getan und erlebt haben nach der Teilung des Volkes Israel. Es ist wichtig zu wissen, dass das Volk Israel allgemein als ein Volk angesehen wird, das aus 12 Stämmen besteht. Und alle zwölf Stämme von Israel waren ein einziges Volk, bis zu der Zeit, als der König Salomo starb. Denn der Nachfolger von Salomo war ein sehr unbarmherziger Mann, und er wollte zwar über ganz Israel regieren, aber viele Menschen aus dem Volk wollten ihn nicht annehmen und spalteten sich vom Volk ab, um ein eigenes Volk zu sein. Und was genau dieses abgespaltene Israel erlebt hat, damit haben wir uns schon in einem anderen Video beschäftigt.

Heute aber werden wir nachvollziehen, wie es mit denen weiter ging, die dem unbarmherzigen König treu blieben und seine Herrschaft schweren Herzens anerkannten. Die jenigen, die ihn anerkannten, waren zu einem sehr großen Teil von dem Israelischen Stamm Juda, deshalb nennt man sie Juden. Und wenn wir die Geschichte der Juden nachvollziehen wollen, haben wir dazu entweder das erste und zweite Buch der Könige, oder das zweite Buch der Chronik. Im zweiten Buch der Chronik geht es durchgängig um Juda, aber im ersten und zweiten Buch der Könige wird die Geschichte beider Völker erzählt, also einmal die der Juden und nebenbei auch die der abgespaltenen Israeliten.
Aufgrund dessen werden wir heute sehr viel aus dem zweiten Buch der Chronik lesen, wo sich besonders auf Juda konzentriert wird, aber wir werden auch einige Texte aus den Büchern der Könige ergänzend hinzunehmen, um einen möglichst komplexen Eindruck von den geschehenen Dingen zu erhalten.

Der König von Juda, der von den meisten anderen Israelischen Stämmen abgelehnt wurde, hieß Rehabeam. Und als die vielen Israeliten davon gelaufen waren, da wollte Rehabeam ein Kriegsheer aufstellen und sie mit Gewalt zurückholen. Aber Gott ließ durch einen echten Prophet ausrichten, dass ein derartiger Krieg nicht stattfinden darf, weil es Gott wohlgefällt, dass der Nachkomme von Salomo, also Rehabeam, nicht über das gesamte Israel herrschen kann. Und erstaunlicher-weise nahmen die Menschen das ernst, die dem König Rehabeam treu waren, und sie hielten sich zurück. Danach begann der König Rehabeam, Städte auszubauen und Vorräte anzulegen. Wir lesen uns passend dazu auch mal die Worte durch, die geschrieben stehen im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 11, Vers 11 bis 16:

Und er verstärkte die festen Städte und verteilte Befehlshaber auf sie und Vorräte an Nahrung, Öl und Wein,
und er brachte in alle Städte Schilde und Speere und machte sie sehr fest. So gehörten Juda und Benjamin ihm.
Auch die Priester und Leviten aus ganz Israel und aus allen ihren Gebieten stellten sich bei ihm ein.
Denn die Leviten verließen ihre Bezirke und ihr Besitztum und kamen nach Juda und Jerusalem. Jerobeam und seine Söhne hatten sie nämlich aus dem Priesterdienst für den HERRN verstoßen;
er hatte aber für sich selbst Priester eingesetzt für die Höhen und für die Böcke und Kälber, welche er machen ließ.
Jenen Leviten aber folgten aus allen Stämmen Israels die, denen es am Herzen lag, den HERRN, den Gott Israels zu suchen. Diese kamen nach Jerusalem, um dem HERRN, dem Gott ihrer Väter zu opfern.

Hierbei bemerkt man bereits einen Unterschied zwischen zwei Königen, denn es gab den König Rehabeam und den König Jerobeam. Jerobeam war der König, der von den abgespaltenen Israeliten eingesetzt wurde, und sie dienten ihm. Aber Jerobeam war nicht gottesfürchtig, sondern er machte Statuen von goldenen Kälbern und befahl den abgefallenen Israeliten, diese Statuen anzubeten. Und im Gesetz von Moses steht auch geschrieben, dass nur die Israeliten aus dem Stamm Levi die Gottesdienste verrichten sollen, und die Nachkommen Aarons sind ihre Oberhäupter. Aber Jerobeam wollte das nicht einhalten, sondern machte einfach jeden daher gelaufenen Freiwilligen zum Priester.
Und aufgrund dessen musste nun jeder Mensch in Israel eine Entscheidung treffen. Würde man gottesfürchtig leben wollen, hätte man keine andere Wahl, als wieder zurück nach Juda zu gehen, zu dem unbarmherzigen König Rehabeam. Und wenn einem Gott egal war und man mit Gott nichts zu tun haben wollte, so musste man bei Jerobeam bleiben, der den Leuten Götzendienst befohlen hatte.
Und wir merken an dem Text, dass es schon eine gewisse Anzahl Menschen gab, die zum König Rehabeam gingen um Gottes willen und sich somit bewusst gegen Jerobeam entschieden hatten. Wenn Jerobeam keine Götzenbilder erschaffen und keinen Götzen-dienst befohlen hätte, dann hätte er wahrscheinlich all diese Leute auf seiner Seite behalten, die ihn nun deshalb verließen. Aber das ist ein anderes Thema.
Jedenfalls waren die Leute, die sich mit dem unbarmherzigen König Rehabeam zufrieden gaben, einige Jahre lang gottesfürchtig, aber danach wurden sie von der Lust ihres eigenen Herzens auch von Gott weggerissen, sodass die Juden begannen, gotteslästerlich zu handeln, wie es auch das abgespaltene Israel getan hatte und immernoch tat.

Diesbezüglich lesen wir Folgendes im ersten Buch der Könige in Kapitel 14, Vers 21 bis 24:

Rehabeam aber, der Sohn Salomos, regierte in Juda. Rehabeam war 41 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 17 Jahre lang in Jerusalem, in der Stadt, die der HERR aus allen Stämmen Israels erwählt hatte, um seinen Namen dort wohnen zu lassen. Und der Name seiner Mutter war Naama, eine Ammoniterin.
Und Juda tat, was böse war in den Augen des HERRN, und sie reizten ihn zur Eifersucht durch ihre Sünden, die sie begingen, mehr als alles, was ihre Väter getan hatten.
Denn sie bauten auch Höhen und Gedenksteine und Aschera-Standbilder auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen.
Und es gab auch Tempelhurer im Land; die taten es allen Gräueln der Heidenvölker gleich, die der HERR vor den Kindern Israels vertrieben hatte.

Offensichtlich hatten diese Menschen, die extra wegen Gott einen unbarmherzigen König geduldet hatten, trotzdem keine dauerhafte Gottesfurcht in ihren Herzen. Stattdessen hatten sie ein geteiltes Herz und dienten nicht nur ihrem Gott allein, sondern beteten gleichzeitig Götzen an und trieben widerliche Unzucht, obwohl Gott sowas verbietet. Und als dann der König von Ägypten aggressiv wurde, da ließ Gott die Juden im Stich, weil sie ihn zuerst im Stich gelassen hatten. Einen Teil der Erzählung über diese Zustände werden wir als nächstes betrachten. Es steht geschrieben im zweiten Buch der Chronik, Kapitel 12, Vers 2 bis 8:

Im fünften Jahr der Regierung des Königs Rehabeam geschah es aber, dass Sisak, der König von Ägypten, gegen Jerusalem heraufzog – denn sie hatten sich am HERRN versündigt,
mit 1200 Streitwagen und 60000 Reitern; und das Volk war nicht zu zählen, das mit ihm aus Ägypten kam: Lubier, Suchiter und Kuschiter.
Und er eroberte die festen Städte, die in Juda waren, und kam bis nach Jerusalem.
Da kam Schemaja, der Prophet, zu Rehabeam und zu den Obersten von Juda, die sich vor Sisak nach Jerusalem zurückgezogen hatten, und sprach zu ihnen: So spricht der HERR: Ihr habt mich verlassen; darum habe auch ich euch verlassen und in die Hand Sisaks gegeben!
Da demütigten sich die Obersten Israels mit dem König und sprachen: Der HERR ist gerecht!
Als aber der HERR sah, dass sie sich demütigten, da erging das Wort des HERRN an Schemaja folgendermaßen: Sie haben sich gedemütigt, darum will ich sie nicht verderben, sondern ich will ihnen ein wenig Rettung verschaffen, sodass mein Zorn durch die Hand Sisaks nicht auf Jerusalem ausgegossen wird.
Doch sollen sie ihm untertan sein, damit sie erfahren, was es bedeutet, mir zu dienen, oder den Königreichen der Länder zu dienen!

Das Land Juda, welches vom König Rehabeam regiert wurde, hatte also schon viele Verluste erlitten in diesen Tagen, aber weil die Obersten der Juden nach der Verkündigung des Propheten wenigstens ein bisschen Demut hatten, wollte Gott die Hauptstadt Jerusalem verschonen. Er bewahrte sie jedoch nicht davor, von Ägypten eine Zeit lang geknechtet zu werden. Interessant ist auch die Bemerkung von Gott aus dem Vers 8. Sie sollen den Unterschied erkennen, wie es sich anfühlt, Knechte Gottes oder Knechte der Menschen zu sein. Denn der Gott Israels hat an Liebe Wohlgefallen, und er erbarmt sich über seine Kinder, die Herrscher der Menschen aber sind immer darauf aus, sich selbst groß aufzuspielen und andere zu unterdrücken oder auszubeuten.

Davon abgesehen haben wir vorhin gelesen, dass der König Rehabeam 17 Jahre regierte, und danach wurde sein Sohn König, der hieß Abija. Und dieser stellte ein Kriegsheer auf, um gegen die abgefallenen Israeliten zu kämpfen. Und das Israelische Heer war doppelt so zahlreich wie das Heer der Juden, aber Gott gab trotzdem den Juden den Sieg.
Der König Abija regierte jedoch nur 3 Jahre über die Juden, und danach wurde ein Mann namens Asa König, welcher 41 Jahre regierte. Dieser König übte sich in Gottesfurcht und Gesetzes-treue, und unter ihm hatten die Juden eine längere Friedenszeit. Folgendes lesen wir darüber im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 14, Vers 1 bis 5:

Und Asa tat, was gut und recht war vor dem HERRN, seinem Gott.
Denn er entfernte die fremden Altäre und die Höhen und zerbrach die Gedenksteine und hieb die Aschera-Standbilder um;
und er gebot Juda, den HERRN, den Gott ihrer Väter, zu suchen und nach dem Gesetz und Gebot zu handeln.
Er entfernte auch aus allen Städten Judas die Höhen und die Sonnensäulen; und das Königreich hatte Ruhe unter ihm.
Und er baute feste Städte in Juda, weil in jenen Jahren das Land Ruhe hatte und kein Krieg gegen ihn geführt wurde; denn der HERR gab ihm Ruhe.

An diesem Bericht können wir sehen, dass König Asa gut für das Volk war und sich in mehreren Hinsichten vorbildlich verhielt. Es geschah aber einmal, dass die sogenannten Kuschiter gegen die Juden zum Kampf anrückten. Und Asa hatte ein Heer von 580.000 Kriegern, die Kuschiten aber hatten über eine Millionen Streitkräfte.
Da wandte sich Asa an Gott. Diesbezüglich lesen wir Folgendes in den Versen 10 und 11:

Und Asa rief den HERRN, seinen Gott, an und sprach: HERR, bei dir ist kein Unterschied, zu helfen wo viel oder wo keine Kraft ist. Hilf uns, HERR unser Gott, denn wir verlassen uns auf dich, und in deinem Namen sind wir gegen diesen Haufen gezogen! Du, HERR, bist unser Gott! Vor dir behält der Sterbliche keine Kraft!
Da schlug der HERR die Kuschiter vor Asa und vor Juda, sodass die Kuschiter flohen.

An dieser Erzählung merkt man, dass sich der gerechte Wandel und das Vertrauen auf Gott gewissermaßen ausgezahlt haben. Asa hatte zu Gott gebetet, wurde erhört und von seinen Feinden gerettet.

Es kam auch ein echter Prophet Gottes zu König Asa, um ihn zu einem dauerhaften Wandel in Gottesfurcht zu ermutigen. In Kapitel 15 lesen wir darüber die folgenden Worte in den Versen 1 bis 8:

Und der Geist Gottes kam auf Asarja, den Sohn Odeds;
und er ging hinaus, Asa entgegen, und sprach zu ihm: »Hört mir zu, Asa, und ganz Juda und Benjamin! Der HERR ist mit euch, wenn ihr mit ihm seid; und wenn ihr ihn sucht, so wird er sich von euch finden lassen; wenn ihr ihn aber verlasst, so wird er euch auch verlassen!
Israel war lange Zeit ohne den wahren Gott und ohne einen Priester, der lehrt, und ohne Gesetz.
Als es aber in seiner Not zu dem HERRN, dem Gott Israels umkehrte und ihn suchte, da ließ er sich von ihnen finden.
Und in jenen Zeiten hatten die, welche aus- und eingingen, keinen Frieden, sondern es kamen große Schrecken über alle Bewohner der Länder.
Und ein Volk stieß mit dem anderen zusammen und eine Stadt mit der anderen; denn Gott erschreckte sie durch allerlei Drangsal.
Ihr aber, seid stark und lasst eure Hände nicht sinken; denn euer Werk hat seinen Lohn!«
Als nun Asa diese Worte und die Weissagung des Propheten Oded hörte, fasste er Mut, und er schaffte die Gräuel hinweg aus dem ganzen Land Juda und Benjamin und aus den Städten, die er auf dem Bergland von Ephraim erobert hatte, und er erneuerte den Altar des HERRN, der vor der Halle des HERRN stand.

An diesem Text erkennt man, dass die Ermutigung Gutes bewirkt hat und König Asa desto motivierter war. Um das Video nicht übertrieben in die Länge zu ziehen, werden wir nicht den ganzen Rest des Kapitels lesen, aber die Verse 16 bis 19 finde ich noch sehr erwähnenswert. Dort steht:

Auch setzte der König Asa seine Mutter Maacha ab, dass sie nicht mehr Gebieterin war, weil sie der Aschera ein Götzenbild gemacht hatte. Und Asa hieb das Götzenbild um und zermalmte es und verbrannte es im Tal Kidron.
Aber die Höhen kamen nicht weg aus Israel; doch war das Herz Asas ungeteilt sein Leben lang.
Und er brachte das, was sein Vater geheiligt und was er selbst geheiligt hatte, in das Haus Gottes, nämlich Silber, Gold und Geräte.
Und es gab keinen Krieg bis zum fünfunddreißigsten Jahr der Regierung Asas.

An dieser Erzählung merken wir nicht nur, dass der Frieden zur Zeit des Königs Asa für die Juden sehr groß war, sondern wir haben auch erfahren, dass König Asa sogar seine eigene Mutter verjagte, weil sie nicht Gott liebte, sondern ein Götzenbild aufgerichtet hatte, und der König Asa zerstörte das Götzenbild seiner Mutter. Das war genau die richtige Entscheidung, denn wenn die Eltern gegen Gott sündigen, dann haben sie auch keine Ehre mehr, und dann kann man ihnen auch als Sohn oder Tochter keine Ehre mehr geben.
Jedenfalls bekam nach der vergleichsweise langen Friedenszeit der König Asa Probleme mit dem abgespaltenen Israel, aber er heuerte den König der Aramäer an, um Hilfe zu erhalten. Darüber ärgerte Gott sich, dass plötzlich der König Asa nicht mehr auf Gott vertraute, sondern Hilfe bei einem Mensch suchte. Und seit diesem Tag ging es bei König Asa mit der Liebe zu Gott langsam bergab, wie es scheint, denn wir lesen im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 16, Vers 1 bis 10:

Im sechsunddreißigsten Jahr der Regierung Asas zog Baesa, der König von Israel, herauf gegen Juda, und er baute Rama zur festen Stadt aus, um Asa, dem König von Juda, keinen Ausgang und Eingang mehr zu lassen.
Da nahm Asa aus dem Schatz im Haus des HERRN und im Haus des Königs Silber und Gold und sandte zu Benhadad, dem König von Aram, der in Damaskus wohnte, und ließ ihm sagen:
Es besteht ein Bund zwischen mir und dir, zwischen meinem Vater und deinem Vater; siehe, ich sende dir Silber und Gold; geh hin, brich deinen Bund mit Baesa, dem König von Israel, damit er von mir abzieht!
Und Benhadad hörte auf den König Asa und sandte seine Heerführer gegen die Städte Israels; die schlugen Ijon, Dan, Abel-Majim und alle Vorratsplätze der Städte in Naphtali.
Als Baesa dies hörte, ließ er davon ab, Rama zu bauen, und stellte seine Arbeit ein.
Da holte der König Asa ganz Juda herbei, und sie trugen die Steine und das Holz, womit Baesa gebaut hatte, von Rama weg, und er baute damit Geba und Mizpa zur festen Stadt aus.
Aber zu jener Zeit kam Hanani, der Seher, zu Asa, dem König von Juda, und sprach zu ihm: Weil du dich auf den König von Aram verlassen hast und hast dich nicht auf den HERRN deinen Gott verlassen, darum ist das Heer des Königs von Aram deiner Hand entkommen!
Waren nicht die Kuschiter und Lubier ein gewaltiges Heer mit sehr vielen Streitwagen und Reitern? Dennoch gab sie der HERR in deine Hand, als du dich auf ihn verlassen hattest.
Denn die Augen des HERRN durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. Du hast hierin töricht gehandelt; darum wirst du von nun an Krieg haben!
Aber Asa wurde zornig über den Seher und warf ihn ins Gefängnis; denn er zürnte ihm deswegen. Asa unterdrückte auch etliche von dem Volk zu jener Zeit.

An diesen Erzählungen erkennen wir, dass Asa trotz seines langjährigen guten Wandels in seinem hohen Alter doch noch übermütig wurde und Gott nicht mehr verehrte, wie es sich gehört. Es steht auch eine andere Erzählung über Asa in diesem Kapitel, denn wir lesen in den Versen 12 und 13:

Und Asa wurde krank an seinen Füßen im neununddreißigsten Jahr seines Königreichs, und seine Krankheit war sehr schwer; doch suchte er auch in seiner Krankheit nicht den HERRN, sondern die Ärzte.
So legte sich Asa zu seinen Vätern und starb im einundvierzigsten Jahr seiner Regierung.

König Asa wurde also krank, aber suchte auch diesmal nicht Hilfe bei Gott, sondern war so töricht, auf Ärzte zu vertrauen.

Der Nachfolger von König Asa war sein Sohn namens Josaphat. Über diesen steht folgender Bericht im ersten Buch der Könige in Kapitel 22, Vers 42 bis 45:

Und Josaphat war 35 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 25 Jahre lang in Jerusalem. Und der Name seiner Mutter war Asuba, eine Tochter Silhis.
Und er wandelte in allen Wegen seines Vaters Asa und wich nicht davon, indem er tat, was recht war in den Augen des HERRN.
Doch kamen die Höhen nicht weg; denn das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen.
Und Josaphat schloss Frieden mit dem König von Israel.

Diese Sache mit den Höhen,die nicht weg kamen, hat wohl damit zu tun, dass die Menschen sich eigene Orte auserwählt haben, die Gott gar nicht befohlen hatte, um dort ihre Gaben für Gott zu opfern. Gott hat keinerlei Wohlgefallen an Gaben, die an einem Ort dargebracht werden, welchen er gar nicht selbst befohlen hat.
Darüber hinaus wandelte aber Josaphat gottesfürchtig, weil er sich ein Beispiel an dem anfänglichen Verhalten seines Vaters Asa nahm. Er sandte sogar Lehrer und Leviten in die Städte von Juda, um alle über Gottes Gebote zu belehren, die damit nicht vertraut waren. Und Josaphat wurde sehr mächtig, denn er baute viel und es wagte kaum jemand, gegen ihn zu kämpfen, weil Gott mit ihm war. Er kämpfte zuerst auch einige Zeit erfolgreich gegen das abgefallene Israel, schloss dann aber Frieden mit deren König. So lange es nur ein einfacher Friedensvertrag war, hatte vermutlich Gott auch kein Problem damit. Aber ein Bündnis mit dem Volk wäre schlecht, denn das abgespaltene Israel handelte ohne Unterlass auf übelste Weise gegen Gott.
Und an genau dieser Stelle gingen die Probleme los, denn Josaphat schloss ein Bündnis mit Ahab, einem extremst gotteslästerlichen König, der über das abgespaltene Israel regierte.

Es ist klar, dass Gott das nicht kommentarlos hinnehmen konnte, darum wurde ein echter Prophet zu Josaphat gesandt. Folgendes lesen wir darüber im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 19, Vers 1 bis 3:

Aber Josaphat, der König von Juda, kehrte in Frieden heim nach Jerusalem.
Und Jehu, der Sohn Hananis, der Seher, ging hinaus, ihm entgegen, und sprach zum König Josaphat: »Solltest du so dem Gottlosen helfen und die lieben, welche den HERRN hassen? Deswegen ist Zorn auf dir vonseiten des HERRN!
Dennoch ist etwas Gutes an dir gefunden worden, weil du die Aschera-Standbilder aus dem Land ausgerottet und dein Herz darauf gerichtet hast, Gott zu suchen.«

Wie genau Josaphat über diesen Tadel dachte, geht nicht aus der Bibel hervor. Aber er verbrachte die danach folgende Zeit immernoch damit, sein eigenes Volk zur Gottesfurcht zu ermahnen in jeder Hinsicht, also hielt er offensichtlich immernoch an Gott fest.
Und es geschah danach, dass mehrere Könige zusammen ihre Armeen aussandten, um Josaphat und die Juden zu besiegen, aber Gott half ihnen und sie mussten nichts weiter tun, als für Gott Loblieder zu singen, sodass Gott für die Juden kämpfte und sie rettete.

Diese ganze Geschichte haben wir uns schon in einem anderen Video angeschaut, das relativ zeitig auf diesem Kanal erschienen ist. Deswegen werden wir es jetzt nicht nochmal lesen, aber ich habe euch den Link zum besagten Video in die Textbox gepackt.

Der König Josaphat verbündete sich aber auch mit dem Nachfolger von Ahab, und sie wollten eine gemeinsame Schiffsflotte bauen, aber Gott war verärgert darüber, da Josaphat zum wiederholten Mal ein Bündnis mit einem gotteslästerlichen König geschlossen hatte, und Gott ließ die Schiffe kaputtgehen.
Ganz allgemein war es keine sonderlich gute Idee, sich ständig mit den gotteslästerlichen Königen Israels zu verbünden. Denn dieser Zustand ist möglicherweise die Ursache dafür, dass der Nachfolger von Josaphat, also König Joram, der nach ihm über die Juden regierte, selbst ebenfalls gotteslästerlich handelte. Joram zwang die Juden zu Götzendiensten, und er ermordete seine eigenen Brüder, als er König war.
Wie Gott reagierte, lesen wir im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 21, Vers 12 bis 20:

Es kam aber ein Schreiben zu ihm von dem Propheten Elia; das lautete folgendermaßen: »So spricht der HERR, der Gott deines Vaters David: Weil du nicht in den Wegen deines Vaters Josaphat gewandelt bist, noch in den Wegen Asas, des Königs von Juda,
sondern in dem Weg der Könige von Israel, und weil du Juda und die Bewohner Jerusalems zur Hurerei verführst, gleichwie das Haus Ahabs Hurerei einführte, und hast dazu deine Brüder aus dem Haus deines Vaters ermordet, die besser waren als du;
siehe, deshalb wird der HERR eine schwere Plage über dein Volk verhängen, auch über deine Kinder, deine Frauen und alle deine Habe.
Du aber wirst viel zu leiden haben an einer Krankheit in deinen Eingeweiden, bis deine Eingeweide nach langer Zeit infolge dieser Krankheit herraustreten werden!«
Und der HERR erweckte gegen Joram den Geist der Philister und Araber, die neben den Kuschitern wohnen;
und sie zogen herauf gegen Juda und brachen ein und führten allen Besitz hinweg, der im Haus des Königs vorhanden war; dazu seine Söhne und seine Frauen, sodass ihm kein Sohn übrig blieb, außer Joahas, seinem jüngsten Sohn.
Und nach alledem schlug ihn der HERR in seinen Eingeweiden mit einer unheilbaren Krankheit.
Und nach langer Zeit, und zwar am Ende von zwei Jahren, traten seine Eingeweide infolge seiner Krankheit heraus, und er starb unter schlimmen Schmerzen. Und sein Volk machte kein Feuer ihm zu Ehren, wie man es für seine Väter getan hatte.
Mit 32 Jahren war er König geworden, und er regierte 8 Jahre lang in Jerusalem. Und er ging dahin, ohne bedauert zu werden, und man begrub ihn in der Stadt Davids, aber nicht in den Gräbern der Könige.

Da nun also die Sache mit dem König Joram beendet war, wurde ein anderer Mann König über die Juden. Der neue König hieß Ahasja und war ebenfalls ein schändlicher Götzendiener. Und Gott hatte einen Mann namens Jehu, der im abgespaltenen Israel lebte, zum König erhoben, und Jehu tötete sowohl den gotteslästerlichen König Israels als auch den König Ahasja, der über die Juden regierte.

Und danach erhob sich die Mutter von Ahasja, und sie sorgte dafür, dass alle Menschen getötet wurden, die für den Königsthron in Frage kamen. Ihr Name war Athalja, und sie machte sich selbst zur Königin und ließ ein Haus zur Götzenanbetung bauen, um einem Götze namens Baal zu dienen. Und sie stahl die Wertgegenstände aus dem Haus Gottes in Jerusalem und legte sie in den Tempel des Baal.

Aber es war einer der Thronerben, der nur ein Knabe war, heimlich vor Athalja versteckt worden. Und als er gerade so alt genug war, um halbwegs zu urteilen, da versammelten sich verschiedene Männer und setzen sich das Ziel, die gottlose Herrschaft von Athalja zu beenden und stattdessen den rechtmäßigen Thronerbe herrschen zu lassen. Und es gelang ihnen, und als Athalja tot war, gingen die Juden zu dem Tempel des Baal, und sie zerstörten den Tempel und die Statuen und töteten den dortigen Priester.

Und der rechtmäßige Thronerbe namens Joas, der gerade mal sieben Jahre alt war, als er auf den Thron gesetzt wurde, regierte insgesamt 40 Jahre. Er versuchte, die Leute wieder an das Gesetz von Moses zu gewöhnen, damit es eingehalten wird, und er ließ an dem heruntergekommenen Haus Gottes in Jerusalem Ausbesserungen vornehmen. Dabei war er von einem Priester angeleitet, der Jojada hieß,und dieser Priester war ein sehr aufrichtiger Mann.
Als aber dieser Priester im Alter von 130 Jahren starb, da wurde das Herz von König Joas untreu, und er stellte Götzenstatuen auf, um auch andere angebliche Gottheiten zu verehren. Darüber liest man Folgendes im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 24, Vers 18 bis 21:

Und sie verließen das Haus des HERRN, des Gottes ihrer Väter, und dienten den Aschera-Standbildern und Götzenbildern. Da kam ein Zorngericht über Juda und Jerusalem um dieser ihrer Schuld willen.
Er sandte aber Propheten zu ihnen, um sie zum HERRN zurückzubringen; und diese ermahnten sie ernstlich, aber sie hörten nicht darauf.
Da kam der Geist Gottes über Sacharja, den Sohn Jojadas, des Priesters, sodass er gegen das Volk auftrat und zu ihnen sprach: So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote des HERRN? Darum wird es euch nicht gelingen; denn weil ihr den HERRN verlassen habt, wird er euch auch verlassen!
Aber sie machten eine Verschwörung gegen ihn und steinigten ihn auf Befehl des Königs im Vorhof am Haus des HERRN.

Hier sieht man, wie sich die Juden zu dieser Zeit immer schlimmer versündigten. Und einige Zeit später kamen aramäische Streitkräfte, die deutlich in der Unterzahl waren, und besiegten die Juden und töteten ihre Obersten. Und sie raubten auch das ganze Land aus und brachten die Beute nach Damaskus. Der König Joas aber wurde schwer verwundet zurückgelassen, und als das Volk erkannte, dass wegen seinen gottlosen Anweisungen dieses Unheil gekommen war, da schlugen sie ihn tot.

Nachdem nun der König Joas, der über die Juden regiert hatte, nicht mehr lebte, wurde ein Mann namens Amazja König. Er war am Anfang relativ gottesfürchtig. Amazja führte auch Krieg gegen die sogenannten Edomiter, und es gelang ihm. Als er aber ihre Städte plünderte, da ließ er auch ihre Götzenfiguren nach Jerusalem transportieren, um sie dort anzubeten, und so wurde auch er ein Gotteslästerer. Wir lesen über diesen törichten Akt von ihm Folgendes im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 25, Vers 14 bis 16:

Und es geschah, als Amazja von der Schlacht gegen die Edomiter heimkehrte, da brachte er die Götter der Söhne Seirs mit und stellte sie für sich als Götter auf und betete vor ihnen an und räucherte ihnen.
Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Amazja; und er sandte einen Propheten zu ihm, der sprach zu ihm: Warum suchst du die Götter des Volkes, die ihr Volk nicht aus deiner Hand errettet haben?
Als dieser aber so zu ihm redete, sprach Amazja zu ihm: Hat man dich zum Ratgeber des Königs gemacht? Hör auf; warum willst du geschlagen werden? Da hörte der Prophet auf und sprach: Ich merke wohl, dass Gott beschlossen hat, dich zu verderben, weil du dies getan und meinem Rat nicht gehorcht hast!

An diesem Text erkennt man, wie der König den Prophet Gottes verschmäht hat und wie der Prophet erkannte, dass das Herz von Amazja schon zu sehr mit Übermut angefüllt war, um gottesfürchtig zu sein.
Und Amazja begann, Krieg gegen das abgespaltene Israel zu führen, ohne dass es in diesen Tagen von Gott befohlen war. Und das Heer der Israeliten war stärker als die Juden, und der König Amazja wurde gefangen genommen, außerdem wurde Jerusalem ausgeplündert, besonders das Gotteshaus. Wie lange Amazja gefangen war, wird nicht erwähnt, aber man erfährt, dass es nach 15 Jahren eine Verschwörung gegen ihn gab und er ermordet wurde.

Als nächstes wurde ein 16jähriger Mensch König, der hieß Ussija. Dieser war lange Zeit gottesfürchtig, und er baute eine mächtige Armee auf und erlangte viel Ruhm im Krieg. Aber in seinem Alter wurde er sehr stolz wegen des großen Ruhmes, den er sich erarbeitet hatte und weil Gott ihm immer geholfen hatte. Deswegen ging er in den Tempel Gottes hinein und leistete eigenhändig Priesterdienst, obwohl doch niemand Priesterdienst leisten durfte als nur die Leviten und die Söhne Aarons über ihnen. Und weil Ussija dadurch zeigte, dass er die Bestimmungen Gottes aus dem Gesetz nicht wertachtete, ließ Gott ihn aussätzig werden. Und seit dem Tag des Aussatzes musste Ussija für sich bleiben, und sein Sohn namens Jotam musste als Stellvertreter die Königsgeschäfte erledigen, bis sein Vater starb. Und danach wurde Jotam selbst offiziell zum König gesalbt und führte eine gottesfürchtige Regierung, aber im Volk der Juden wurde die Gottesfurcht allgemein immer geringer. Und dieses Problem vergrößerte sich, als die Herrschaft von Jotam beendet war und ein neuer König über die Juden herrschte. Dieser hieß Ahas, und er fürchtete Gott überhaupt nicht, sondern betrieb abscheuliche Götzenopferdienste. Und seit den Tagen, als seine Herrschaft begonnen hatte, kam ein Unheil nach dem anderen über die Juden, denn sie wurden von mehreren Völkern nacheinander im Krieg geschlagen und beraubt.
Und als es dem König Ahas zu viel wurde, wie oft er im Kampf besiegt wird, da nahm er die Schätze aus dem Haus Gottes in Jerusalem, und er schickte sie als Geschenke zu dem König in Assyrien, weil dieser damals enorm mächtig war. Denn er wollte Hilfe erlangen von den König der Assyrer, aber das hatte letztlich auch nicht so richtig geklappt.

Weil aber der König der Assyrer so viel Gelingen hatte, meinte Ahas, es würde daran liegen, dass dieser bestimmte Götzen anbetet. Und was er wegen dieser Vermutung tat, darüber lesen wir Folgendes im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 28, Vers 22 bis 25:

Ja, zu der Zeit, als er bedrängt wurde, versündigte er sich noch mehr gegen den HERRN, der König Ahas!
Er opferte nämlich den Göttern von Damaskus, die ihn geschlagen hatten, indem er sprach: »Weil die Götter der Könige von Aram ihnen helfen, so will ich ihnen opfern, damit sie mir auch helfen!« Aber sie dienten nur dazu, ihn und ganz Israel zu Fall zu bringen.
Und Ahas nahm die Geräte des Hauses Gottes weg, und er zerbrach die Geräte des Hauses Gottes, und er verschloss die Türen am Haus des HERRN und machte sich Altäre an allen Ecken von Jerusalem.
Und in jeder einzelnen Stadt Judas machte er Höhen, um anderen Göttern zu räuchern, und er reizte den HERRN, den Gott seiner Väter, zum Zorn.

An diesen Versen merken wir, dass er den Götzen von Damaskus diente und wie er das Gotteshaus von Jerusalem, das dem Gott Israels gehören sollte, zum Spott machte, indem er es zu großen Teilen leer räumte, und er baute darin auch Altäre für Götzen und füllte das ganze Land der Juden mit Götzendienst.

Nachdem aber der König Ahas gestorben war, wurde dessen Sohn König, und dieser hieß Hiskia. Und Hiskia wollte in Gottesfurcht wandeln und alles wiederherstellen, was sein Vater ruiniert hatte, darum lesen wir über Hiskia Folgendes im zweiten Buch der Könige in Kapitel 18, Vers 1 bis 4:

Im dritten Jahr Hoseas, des Sohnes Elas, des Königs von Israel, wurde Hiskia König, der Sohn des Ahas, des Königs von Juda.
Mit 25 Jahren wurde er König, und er regierte 29 Jahre lang in Jerusalem. Und der Name seiner Mutter war Abija, eine Tochter Sacharjas.
Und er tat, was recht war in den Augen des HERRN, ganz wie es sein Vater David getan hatte.
Er schaffte die Höhen ab und zerbrach die Steinmale und hieb die Aschera-Standbilder um und zertrümmerte die eherne Schlange, die Moses gemacht hatte; denn bis zu dieser Zeit hatten die Kinder Israels ihr geräuchert, und man nannte sie Nechuschtan.

Hierbei muss besonders beachtet werden, dass es sich um das selbe eherne Schlangenbild handelt, das Moses während der Wüstenwanderung von Israel gemacht hatte. Dies hatte Moses getan, weil es ein Befehl Gottes war. Denn das Volk Israel hatte sich sinnlos gegen Gott empört und wurde lüsternd, anstatt sich in Demut und Enthaltsamkeit zu üben, damit sie Gottesfurcht lernen. Und Gott war über ihr verhalten zu dieser Zeit derart erzürnt, dass er giftige Schlangen in das Lager der Israeliten kommen ließ, und von diesen Schlangen wurden viele Leute getötet. Und da nun einige Israeliten mehr oder weniger Reue empfanden und um Rettung baten, bekam Moses den Befehl, ein Bildnis von einer Schlange anzufertigen, weil Gott darauf eine Kraft legen wollte, die den Tod durch das Schlangengift verhindert. Und jeder, der von einer Schlange gebissen war, aber das Schlangenbild anschaut, der würde durch die darauf ruhende Kraft am Leben bleiben. Das ist alles, was es mit dieser ehernen Schlange auf sich hat. Niemals hatte Gott gesagt, dass irgendwer sie anbeten sollte. Sie war einfach nur ein Rettungszeichen, auf das man seinen Blick zu richten hatte, wenn man von einer Schlange gebissen war. Aber angebetet werden sollte nur Gott allein.
Und was haben die Juden in ihrer Torheit getan? Diese Verrückten haben allen ernstes die eherne Schlange zur Gottheit erklärt und haben ihr Opfer dargebracht und vor ihr angebetet, obwohl sie das in keinster Weise tun sollten oder durften. Das ist wiedereinmal eine sehr peinliche und idiotische Verhaltensweise der Menschen.

Nun hatte aber Hiskia richtig gehandelt, indem er die eherne Schlange zerstörte, denn sie hatte ihren Zweck sowieso schon seit Jahrhunderten erfüllt, weil es keine giftigen Schlangen mehr in der Mitte Israels gab. Eigentlich hätte das Bildnis von der ehernen Schlange schon viel zeitiger zerstört werden solln.

Lasst uns aber mal eine weitere Erzählung lesen, die auch den gottesfürchtigen Wandel von Hiskia besser beschreibt! Im zweiten Buch der Chronik steht in Kapitel 29, Vers 3 bis 11:

Im ersten Monat des ersten Jahres seiner Regierung öffnete er die Türen am Haus des HERRN und besserte sie aus.
Und er ließ die Priester und Leviten kommen und versammelte sie auf dem Platz gegen Osten,
und er sprach zu ihnen: Hört mir zu, ihr Leviten! Heiligt euch jetzt und heiligt das Haus des HERRN, des Gottes eurer Väter, und schafft das Unreine aus dem Heiligtum hinaus!
Denn unsere Väter haben sich versündigt und getan, was böse ist in den Augen des HERRN, unseres Gottes, und haben ihn verlassen; denn sie haben ihr Angesicht von der Wohnung des HERRN abgewandt und ihr den Rücken gekehrt.
Auch haben sie die Türen der Vorhalle zugeschlossen und die Lampen ausgelöscht und dem Gott Israels kein Räucherwerk angezündet und kein Brandopfer dargebracht im Heiligtum.
Daher ist der Zorn des HERRN über Juda und Jerusalem gekommen, und er hat sie der Misshandlung und Verwüstung preisgegeben, dass man sie auszischt, wie ihr mit euren Augen seht.
Denn siehe, eben deswegen sind unsere Väter durch das Schwert gefallen und unsere Söhne, unsere Töchter und unsere Frauen gefangen weggeführt worden!
Nun habe ich im Sinn, einen Bund zu machen mit dem HERRN, dem Gott Israels, damit sein brennender Zorn sich von uns abwendet.
Nun, meine Söhne, seid nicht nachlässig; denn euch hat der HERR erwählt, damit ihr vor ihm steht und ihm dient und damit ihr seine Knechte seid und ihm Räucherwerk darbringt!

Auch aus dieser Erzählung erkennt man die Bemühungen von König Hiskia, den richtigen Dienst für den Gott Israels zu erneuern. Und die Leute richteten sich danach. Hiskia unternahm Stück für Stück Schritte, um die Einhaltung des Gesetzes von Moses zu gewähren, und je mehr sich alle Gott annährten, desto größer wurde auch der Segen über den Juden.

Jerusalem war zwar schon durch die vorher geschehenen Sünden zu einem unübersehbaren Teil zugrunde gerichtet, aber durch Hiskia gab es sozusagen noch einen Hoffnungsschimmer. Der König von Assyrien aber, der immer mächtiger geworden war, hatte in den Tagen des Königs Hiskia sogar schon das ganze abgespaltene Israel besiegt und gefangen weggeführt, um sie in fremden Ortschaften anzusiedeln, sofern es Überlebende in Israel gab.

Und nun stand genau dieser enorm mächtige König kurz davor, Jerusalem anzugreifen. Er hatte aber zuerst einen Botschafter gesandt, um den Juden Angst einzujagen durch hochfahrende und spöttische Reden. Und dieser Botschafter sprach viel Freches, und er machte sich auch über den Gott Israels lustig und redete von ihm, als wäre er nur ein Götze, so wie die ganzen Gottheiten der Heidenvölker. Und es wurden auch Briefe zu Hiskia persönlich gesandt, um ihn in einer ähnlichen Weise einzuschüchtern. Denn ihm wurde immer wieder eingeredet, dass der Gott Israels doch sowieso nicht helfen wird und auch gar nicht helfen kann. Hiskia aber sagte zu seinem Volk, dass sie nur allein auf Gott vertrauen sollen.

Wir schauen uns mal einen Teil dieser Verläufe näher an, und zwar den Teil, als Hiskia einen Brief bekam, der ihn einschüchtern sollte. Es steht geschrieben im zweiten Buch der Könige in Kapitel 19, Vers 10 bis 22:

So sollt ihr zu Hiskia, dem König von Juda, sprechen: Lass dich von deinem Gott auf den du vertraust nicht verführen, indem du sprichst: »Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden!«
Siehe, du hast gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern angetan haben, wie sie den Bann an ihnen vollstreckt haben; und du solltest errettet werden?
Haben die Götter der Heidenvölker etwa die errettet, welche meine Väter vernichtet haben, nämlich Gosan, Haran, Rezeph und die Söhne Edens, die in Telassar waren?
Wo ist der König von Hamat und der König von Arpad und der König der Stadt Sepharwajim, von Hena und Iwa?
Als nun Hiskia den Brief aus der Hand der Boten empfangen und gelesen hatte, ging er hinauf in das Haus des HERRN; und Hiskia breitete ihn aus vor dem HERRN.
Und Hiskia betete vor dem HERRN und sprach: O HERR, du Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du allein bist Gott über alle Königreiche der Erde! Du hast den Himmel und die Erde gemacht.
HERR, neige dein Ohr und höre! Tue deine Augen auf, o HERR, und sieh! Ja, höre die Worte Sanheribs, der hierher gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen!
Es ist wahr, HERR, die Könige von Assyrien haben die Heidenvölker und ihre Länder verwüstet,
und sie haben ihre Götter ins Feuer geworfen; denn sie waren keine Götter, sondern Werke von Menschenhand, Holz und Stein, und so konnten sie sie vernichten.
Nun aber, HERR, unser Gott, errette uns doch aus seiner Hand, damit alle Königreiche auf Erden erkennen, dass du, HERR, allein Gott bist!
Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia und ließ ihm sagen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Was du wegen Sanheribs, des Königs von Assyrien, zu mir gebetet hast, das habe ich gehört.
Dies ist das Wort, das der HERR gegen ihn geredet hat: »Es verachtet dich, es spottet über dich die Jungfrau, die Tochter Zion; die Tochter Jerusalem schüttelt das Haupt über dich!
Wen hast du verhöhnt und gelästert? Und gegen wen hast du deine Stimme erhoben und deine Augen stolz emporgerichtet? Gegen den Heiligen Israels!

An diesen Worten merkt man bereits, dass der lebendige Gott sich nicht einfach von so einem stolzen Schwätzer lästern lässt, und Gott versicherte, dass der König nicht in die Stadt Jerusalem eindringen kann. Aber eigentlich war die Situation für Jerusalem und seine Einwohner schon ziemlich bedrohlich, denn das Heer des Königs von Assyrien war gewaltig im Vergleich zu den Streitkräften der Juden. Wie aber Gott dieses Problem lösen ließ, das lesen wir in den Versen 35 bis 37. Es steht geschrieben:

Und es geschah in derselben Nacht, da ging der Engel des HERRN aus und erschlug im Lager der Assyrer 185000 Mann. Und als man am Morgen früh aufstand, siehe, da waren diese alle tot, lauter Leichen.
Da brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und zog fort, und er kehrte heim und blieb in Ninive.
Und es geschah, als er im Haus seines Gottes Nisroch anbetete, da erschlugen ihn seine Söhne Adrammalech und Sarezer mit dem Schwert, und sie entkamen in das Land Ararat. Und sein Sohn Esarhaddon wurde König an seiner Stelle.

Offensichtlich hat ein einziger Engel von dem lebendigen Gott, der in Vollmacht zum Heer der Assyrer gesandt wurde, ganz allein 185.000 gestandene Kriegshelden plattgemacht. Das muss man sich mal überlegen, was für eine gewaltige und unvergleichbare Rettung Gott bewirken kann, wenn man wirklich auf ihn allein vertraut, so wie es auch Hiskia getan hat. Denn Hiskia wollte die ganze Zeit nur Gott suchen im Angesicht der schlimmen Gefahr, und er motivierte sein Volk durchgängig dazu, das selbe zu tun.
Und nach dieser Sache floh der König von Assyrien in den Tempels seines Götzen, den er anbetete, und wurde dabei mitten in diesem Tempel ermordet. So war also Jerusalem gerettet und Assyrien gedemütigt.

Zu einer späteren Zeit wurde Hiskia todkrank und sollte auch an dieser Krankheit sterben. Aber Hiskia betete unter Tränen zu Gott, und da erhörte Gott ihn aus Gnade, weil Hiskia einige Dinge getan hatte, die in Gottes Augen gut waren, und Gott ließ durch Jesaja ausrichten, dass Hiskia gesund wird und noch 15 Jahre leben soll.
Und weil Hiskia erhört wurde, meinte er, er würde bei Gott einen besonders hohen Stand haben und wurde übermütig. Diesbezüglich lesen wir Folgendes im zweiten Buch der Chronik, Kapitel 32, Vers 24 bis 26:

Zu jener Zeit wurde Hiskia todkrank. Da betete er zum HERRN; der redete mit ihm und gab ihm ein Wunderzeichen.
Aber Hiskia vergalt die Wohltat nicht, die ihm widerfahren war, sondern sein Herz überhob sich. Da kam der Zorn über ihn und über Juda und Jerusalem.
Als aber Hiskia sich darüber demütigte, dass sein Herz sich überhoben hatte, er und die Einwohner von Jerusalem, kam der Zorn des HERRN nicht über sie, solange Hiskia lebte.

An diesem Text erkennen wir, dass Hiskia übermütig wurde, aber er schaffte es doch noch, sich wieder zu demütigen vor Gott.
Als aber das Leben von Hiskia zu Ende war, wurde dessen Sohn Nachfolger, und dieser hieß Manasse. Und obwohl Hiskia ein ziemlich gottesfürchtiger Mann gewesen war, nahm sich Manasse daran kein Beispiel, sondern verhielt sich völlig entsetzlich. Wir lesen dazu folgende Worte aus dem zweiten Buch der Könige in Kapitel 21, Vers 1 bis 12:

Manasse war 12 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 55 Jahre lang in Jerusalem. Und der Name seiner Mutter war Hephziba.
Und er tat, was böse war in den Augen des HERRN, nach den Gräueln der Heidenvölker, die der HERR vor den Kindern Israels vertrieben hatte.
Er baute die Höhen wieder auf, die sein Vater Hiskia zerstört hatte, und errichtete dem Baal Altäre und machte ein Aschera-Standbild, wie es Ahab, der König von Israel, getan hatte, und er betete das ganze Heer des Himmels an und diente ihnen.
Er baute auch Altäre im Haus des HERRN, von dem der HERR gesagt hatte: In Jerusalem will ich meinen Namen wohnen lassen.
Und er baute dem ganzen Heer des Himmels Altäre in beiden Vorhöfen am Haus des HERRN.
Er ließ auch seinen Sohn durchs Feuer gehen und trieb Zeichendeuterei und Zauberei und hielt Geisterbefrager und Wahrsager; er tat vieles, was böse ist in den Augen des HERRN, um ihn herauszufordern.
Er setzte auch das Standbild der Aschera, das er gemacht hatte, in das Haus, von dem der HERR zu David und zu seinem Sohn Salomo gesagt hatte: »In diesem Haus und in Jerusalem, das ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe, will ich meinen Namen wohnen lassen ewiglich,
und ich will den Fuß Israels nicht mehr aus dem Land wandern lassen, das ich ihren Vätern gegeben habe; wenn sie nur darauf achten, nach allem zu handeln, was ich ihnen geboten habe, ja, nach dem ganzen Gesetz, das mein Knecht Moses ihnen befohlen hat!«
Aber sie gehorchten nicht, und Manasse verführte sie, sodass sie Schlimmeres taten als die Heidenvölker, die der HERR vor den Kindern Israels vertilgt hatte.
Da redete der HERR durch seine Knechte, die Propheten, und sprach:
Weil Manasse, der König von Juda, diese Gräuel verübt hat, die schlimmer sind als alle Gräuel, welche die Amoriter getan haben, die vor ihm gewesen sind, und weil er auch Juda mit seinen Götzen zur Sünde verführt hat,
darum spricht der HERR, der Gott Israels: Siehe, ich will Unheil über Jerusalem und über Juda bringen, dass jedem, der es hört, beide Ohren gellen sollen.

Manasse sündigte also auf übelste Weise, indem er Götzenbilder aufstellte und Götzendienste befahl, sogar seine eigenen Kinder bei einem Götzendienst im Feuer verbrannte und Zauberei und Wahrsagerei trieb, und er vergoss außerdem das Blut vieler unschuldiger Menschen.
Das von Gott angekündigte Unheil kam dann über das ganze Land Juda in Form der Armee von Assyrien, die richteten Zerstörung an und nahmen den König Manasse gefangen, um ihn wegzusperren. Und als Manasse in Gefangenschaft war, fing er an, sich vor Gott sehr zu demütigen, und Gott erhörte ihn und ließ ihn wieder König über die Juden sein. Da schaffte Manasse alle Götzendienste ab und befahl dem Volk, sie sollen dem Gott Israels dienen.

Seit seiner Demütigung nahm Manasse Gott ernst, aber als nach ihm sein Sohn regierte, der Amon hieß, da wurde dieser ebenfalls von Gott abfällig und vollzog die gleichen Schandtaten, die Manasse zuerst verübt hatte vor seiner Demütigung.
Und nach zwei Jahren Regierungszeit wurde er ermordet, danach aber wurde sein Sohn in sehr jungem Alter zum König gemacht, und dieser hieß Josia.

Über Josia lesen wir Folgendes im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 34, Vers 1 bis 7:

Josia war acht Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 31 Jahre lang in Jerusalem.
Und er tat, was recht war in den Augen des HERRN, und wandelte in den Wegen seines Vaters David und wich nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken.
Denn im achten Jahr seiner Königsherrschaft, als er noch ein Knabe war, fing er an, den Gott seines Vaters David zu suchen; und im zwölften Jahr fing er an, Juda und Jerusalem von den Höhen und den Aschera-Standbildern und den geschnitzten und gegossenen Bildern zu reinigen.
Und man brach in seiner Gegenwart die Altäre der Baale ab; und er hieb die Sonnensäulen um, die oben auf ihnen standen, und die Aschera-Standbilder und die geschnitzten und gegossenen Bilder zerbrach er und machte sie zu Staub und streute sie auf die Gräber derer, die ihnen geopfert hatten;
er verbrannte auch die Gebeine der Priester auf ihren Altären. Und so reinigte er Juda und Jerusalem.
Ebenso machte er es in den Städten von Manasse, Ephraim und Simeon und bis nach Naphtali in ihren Ruinen ringsum.
Und als er die Altäre und die Aschera-Standbilder abgebrochen und die geschnitzten Bilder zu Staub zermalmt und alle Sonnensäulen im ganzen Land Israel abgehauen hatte, kehrte er wieder nach Jerusalem zurück.

Durch diese Worte bekommt man einen ziemlich guten Eindruck davon, wie ernst Josia die Einhaltung des Gesetzes nahm. Oder zumindest den Teil, der davon noch bekannt war, denn die Schrift war verschollen und vieles in Vergessenheit geraten.
Und als Josia den Befehl gab, das völlig heruntergekommene Gotteshaus von Jerusalem wieder aufzubauen, da passierte es, dass ein Priester namens Hilkija das Buch des Gesetzes fand. Und er las darin und brachte es zum König, um es auch dem König vorzulesen. Als dann der König Josia hörte, wie sie sich laut dem Gesetz verhalten sollten und welche Konsequenzen des Missachten des Gesetzes nach sich zieht, und er dachte an die aktuelle Situation von Juda, wie heruntergekommen alles war, da brach er in Tränen aus. Denn er erkannte, wie groß die Schuld der Juden war und wie heftig sie Gott verachtet hatten.
Nun wollte Josia wissen, ob überhaupt noch Gnade möglich ist und ließ Gott darüber befragen. Diesbezüglich lesen wir Folgendes im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 34, Vers 20 bis 28:

Und der König gebot Hilkija und Achikam, dem Sohn Schaphans, und Abdon, dem Sohn Michas, und Schaphan dem Schreiber, und Asaja, dem Knecht des Königs und sprach:
Geht hin, befragt den HERRN für mich und für die Übriggebliebenen in Israel und Juda wegen der Worte des Buches, das gefunden worden ist! Denn groß ist der Zorn des HERRN, der über uns ausgegossen ist, weil unsere Väter das Wort des HERRN nicht befolgt haben, dass sie alles getan hätten, was in diesem Buch geschrieben steht!
Da ging Hilkija mit den anderen, die vom König gesandt waren, zu der Prophetin Hulda, der Frau Schallums, des Sohnes Tokhats, des Sohnes Hasras, des Hüters der Kleider, die in Jerusalem im zweiten Stadtteil wohnte; und sie redeten demgemäß mit ihr.
Sie aber sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Sagt dem Mann, der euch zu mir gesandt hat:
So spricht der HERR: »Siehe, ich will Unheil bringen über diesen Ort und über seine Einwohner, nämlich alle die Flüche, die geschrieben stehen in dem Buch, das man vor dem König von Juda gelesen hat,
weil sie mich verlassen und anderen Göttern geräuchert haben, um mich herauszufordern mit allen Werken ihrer Hände; deshalb wird mein Zorn sich über diesen Ort ergießen und nicht ausgelöscht werden!«
Zu dem König von Juda aber, der euch gesandt hat, um den HERRN zu befragen, sollt ihr so reden: So spricht der HERR, der Gott Israels: »Was die Worte betrifft, die du gehört hast – weil dein Herz weich geworden ist und du dich vor Gott gedemütigt hast, als du seine Worte gegen diesen Ort und gegen seine Einwohner hörtest, ja, weil du dich vor mir gedemütigt und deine Kleider zerrissen und vor mir geweint hast, so habe auch ich darauf gehört, spricht der HERR.
Siehe, ich will dich zu deinen Vätern versammeln, dass du in Frieden in dein Grab gebracht wirst und deine Augen all das Unheil nicht sehen müssen, das ich über diesen Ort und seine Einwohner bringen will!« Und sie brachten dem König diese Antwort.

Offensichtlich war also auf lange Sicht keine Gnade mehr möglich, weil schon zu viele sehr üble Sachen passiert waren, die nie hätten passieren dürfen.
Josia berief aber trotzdem eine große Volksversammlung ein und ließ das Gesetz Mose vor aller Ohren lesen und ermahnte sie dazu, dass sie ab jetzt in diesen Geboten und Satzungen wandeln sollen, und sie zeigten sich weitesgehend bereitwillig.

Und nach dieser Sache machte der König Josia alle Altäre zur Schande, die dazu aufgestellt worden waren, die Sonne anzubeten oder den Mond, oder die Sterne oder Götzenstatuen.
Und nachdem er dies erledigt hatte, ging er nach Bethel, um auch dort alles zuschanden zu machen, was gegen Gottes Wille war. Demgemäß lesen wir im zweiten Buch der Könige, Kapitel 23, Vers 12 bis 16:

Der König brach auch die Altäre auf dem Dach bei dem Obergemach des Ahas ab, welche die Könige von Juda gemacht hatten; ebenso die Altäre, die Manasse in den beiden Vorhöfen des Hauses des HERRN gemacht hatte; er schaffte sie fort und warf ihren Staub ins Tal Kidron.
Und der König verunreinigte die Höhen, die östlich von Jerusalem, zur Rechten am Berg des Verderbens waren, die Salomo, der König von Israel der Astarte, dem Gräuel der Zidonier, gebaut hatte, und Kemosch, dem Gräuel der Moabiter, und Milkom, dem Gräuel der Ammoniter.
Und er zerbrach die Gedenksteine und hieb die Aschera-Standbilder um und füllte ihren Platz mit Menschengebeinen.
Ebenso auch den Altar von Bethel und die Höhe, die Jerobeam erbaut hatte, der Sohn Nebats, der Israel zur Sünde verführte: Auch diesen Altar und die Höhe brach er ab; und er verbrannte die Höhe und zermalmte sie zu Staub und verbrannte das Aschera-Standbild.
Und Josia sah sich um und erblickte die Gräber, die dort auf dem Berg waren, und sandte hin und ließ die Gebeine aus den Gräbern nehmen und verbrannte sie auf dem Altar und verunreinigte ihn, nach dem Wort des HERRN, das der Mann Gottes verkündigt hatte, als er dies ausrief.

All diese Taten im Sinne Gottes zeigten, wie sehr es dem König Josia am Herzen lag, nur Gott allein zu ehren und alle Gräuel aus dem Land Juda wegzutun. Passend dazu lesen wir auch Folgendes in den Versen 21 bis 27:

Dann gebot der König dem ganzen Volk und sprach: Feiert dem HERRN, eurem Gott, das Passah, wie es in diesem Buch des Bundes geschrieben steht!
Fürwahr, kein solches Passah war gehalten worden seit der Zeit der Richter, die Israel gerichtet hatten, und während der ganzen Zeit der Könige von Israel und der Könige von Juda;
doch im achtzehnten Jahr des Königs Josia ist dieses Passah dem HERRN in Jerusalem gefeiert worden.
Auch die Geisterbefrager und die Wahrsager, die Teraphim und Götzen und alle Gräuel, die im Land Juda und in Jerusalem gesehen wurden, rottete Josia aus, um die Worte des Gesetzes zu vollstrecken, die geschrieben standen in dem Buch, das der Priester Hilkija im Haus des HERRN gefunden hatte.
Und seinesgleichen ist vor ihm kein König gewesen, der sich so von ganzem Herzen und von ganzer Seele und mit allen seinen Kräften dem HERRN zuwandte, ganz nach dem Gesetz Moses; auch nach ihm ist keiner seinesgleichen aufgestanden.
Doch wandte sich der HERR nicht ab von der Glut seines großen Zornes, womit er über Juda erzürnt war, um aller Herausforderungen willen, mit denen Manasse ihn herausgefordert hatte.
Denn der HERR sprach: Ich will auch Juda von meinem Angesicht hinwegtun, wie ich Israel hinweggetan habe; und ich will diese Stadt Jerusalem, die ich erwählt hatte, verwerfen, und auch das Haus, von dem ich gesagt habe: Mein Name soll dort sein!

An diesem Text erkennen wir deutlich, dass Josia außergewöhnlich war, denn kein König von Juda handelte derart entschlossen im Sinne Gottes wie Josia. Und doch blieb Gott immernoch bei seinem Vorhaben, auch Jerusalem und das Land Juda untergehen lassen zu wollen, weil Gott es nicht ertragen konnte, wie schrecklich die Dinge waren, die der König Manasse und der König Amon auf jüdischem Boden getan hatten.

Es geschah aber später, dass Josia sich in den Kampf gegen Ägypten stürzte, obwohl er das gar nicht hätte tun sollen, und die Ägypter gewannen die Schlacht. Dabei wurde Josia getötet und die Juden mussten Schutzgeld an Ägypten zahlen. Nach dem Tod von Josia kamen aber nur noch gotteslästerliche Könige an die Macht. Und der König von Babel, nämlich Nebukadnezar, war mächtiger als alle und hatte auch Ägypten besiegt. Von diesem wurden die Juden überwältigt und mussten ihm Abgaben leisten, und wenn der eingesetzte König das nicht tat, stand wieder die Streitmacht des Königs Nebukadnezar vor dem Tor, um die Stadt zu plündern und Menschen gefangen wegzuführen.
Zuerst regierte kurz König Joahas, aber er wurde nach drei Monaten abgesetzt. Dann regierte König Jojakim, aber der wurde nach mehreren Jahren von Nebukadnezar gefangen genommen. Danach regierte ein König namens Jojachin, wurde aber auch von dem König von Babel überwältigt, und es wurde das Haus Gottes ausgeraubt und zehntausende tüchtige Männer gefangen weggeführt samt dem König. Dann kam der letzte König vor dem völligen Untergang Jerusalems an die Macht, welcher von dem König von Babel den Name Zedekia erhielt.

Da auch Zedekia dem König von Babel nicht die bestimmten Abgaben leistete, kam wieder das Heer des Königs Nebukadnezar und belagerte die Stadt, bis die Leute in der Stadt an einer Hungersnot zugrunde gingen. Und der König Zedekia floh, wurde aber eingeholt und grausam bestraft. Wir lesen dazu die folgenden Worte im zweiten Buch der Chronik in Kapitel 36, Vers 11 bis 19:

Zedekia war 21 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 11 Jahre lang in Jerusalem.
Und er tat, was böse war in den Augen des HERRN, seines Gottes, und er demütigte sich nicht vor dem Propheten Jeremia, der aus dem Mund des HERRN zu ihm redete.
Dazu fiel er ab von dem König Nebukadnezar, der einen Eid bei Gott von ihm genommen hatte, und wurde halsstarrig und verstockte sein Herz, sodass er nicht zu dem HERRN, dem Gott Israels, umkehren wollte.
Auch alle Obersten der Priester samt dem Volk versündigten sich schwer nach allen Gräueln der Heiden und verunreinigten das Haus des HERRN, das er geheiligt hatte in Jerusalem.
Und der HERR, der Gott ihrer Väter, sandte ihnen seine Boten, indem er sich früh aufmachte und sie immer wieder sandte; denn er hatte Erbarmen mit seinem Volk und seiner Wohnung.
Aber sie verspotteten die Boten Gottes und verachteten seine Worte und verlachten seine Propheten, bis der Zorn des HERRN über sein Volk so hoch stieg, dass keine Heilung mehr möglich war.
Da ließ er den König der Chaldäer gegen sie heraufziehen, der tötete ihre Jungmannschaft mit dem Schwert im Haus ihres Heiligtums und verschonte weder junge Männer noch Jungfrauen, weder Alte noch Hochbetagte – alle gab er in seine Hand.
Und alle Geräte des Hauses Gottes, die großen und die kleinen, und die Schätze des Hauses des HERRN und die Schätze des Königs und seiner Fürsten, alles ließ er nach Babel führen.
Und sie verbrannten das Haus Gottes und rissen die Mauer von Jerusalem nieder und verbrannten alle ihre Paläste mit Feuer, sodass alle ihre kostbaren Geräte zugrunde gingen.

Dies beschreibt ziemlich gut das Ende von Jerusalem. Es wurden auch nochmal Leute gefangen weggeführt und es blieb nur ein unbedeutender Überrest für einige Zeit übrig, über die ein Statthalter gesetzt war.

Aber für einen sehr großen Teil der überlebenden Juden brachen 70 Jahre Gefangenschaft in fremden Ländern an, sofern sie nicht vorher hingerichtet wurden oder eines natürlichen Todes starben. Und Jerusalem war nur noch ein unbedeutendes Häufchen Elend, genau wie der Rest des Landes Juda.

An dieser Stelle endet die Geschichte der Könige von Juda.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Text zu "Bemerkenswerte Zitate vom Buch Henoch"

Text zu "Das Buch Henoch - Die gefallenen Engel und die Nephilim"