Text zu "Bibellehre - Wer war Johannes der Täufer?"

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Im heutigen Video schauen wir uns mal alles an, was es über Johannes den Täufer zu wissen gibt, sodass jeder ein ordentliches Bild von diesem Mann bekommen kann, der darüber Bescheid wissen will.
Wenn man die Frage schnell beantworten will, wer Johannes der Täufer ist, dann würde es reichen, zu sagen: Johannes der Täufer war der Mann, von dem Jesus getauft wurde.

Die vollständige Erzählung über ihn ist aber weit komplexer. Johannes war ein Prophet Gottes, der bereits in den Schriften des Alten Testaments von den früheren Propheten angedeutet wurde.

Wir schauen uns jetzt mal die Verse aus den Prophetenbüchern an, die durch sein Auftreten erfüllt wurden.

Den ersten Teil finden wir im Buch des Propheten Jesaja. Es steht Folgendes geschrieben in Kapitel 40, Vers 3 bis 5:

Die Stimme eines Rufenden ertönt: In der Wüste bereitet den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott!
Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden; was uneben ist, soll gerade werden, und was hügelig ist, zur Ebene!
Und die Herrlichkeit des HERRN wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen; denn der Mund des HERRN hat es geredet.

Hierbei geht es weniger um die Beschaffenheit der Erde, sondern es ist eher ein Sinnbild für die Bereitschaft des Volkes, Buße zu tun und sich wieder für das Wort Gottes zu interessieren, anstatt sündig zu leben und sinnloserweise in Stolz und Hochmut umherzuwandeln.

Den zweiten Teil an Versen, die wir uns ansehen, lesen wir im Buch des Propheten Maleachi. Dort stehen im 3. Kapitel zwei interessante Verse. Zuerst mal lesen wir die folgenden Worte in Vers 1:

Siehe, ich sende meinen Boten, der vor mir her den Weg bereiten soll; und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht; und der Bote des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.

Und ebenso lesen wir in Vers 23 bis 24:

Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des HERRN kommt;
und er wird das Herz der Väter den Kindern und das Herz der Kinder wieder ihren Vätern zuwenden, damit ich bei meinem Kommen das Land nicht mit dem Bann schlagen muss!

Bei diesen Worten gilt es zu beachten, dass die Väter in Israel immer in der Verantwortung waren, das Gesetz von Moses an ihre Kinder weiterzureichen, sodass auch sie es ordentlich einhalten.
Aber man weiß ja, wie es allgemein ist: Mit jeder neuen Generation geht ein bisschen mehr Wissen verloren, und manche Kinder haben auch gar kein Interesse daran, Gesetze zu lernen, ebenso wie einige Eltern zu faul sind, ihre Kinder im Gesetz zu unterrichten.

Jetzt schauen wir uns auch noch den dritten Teil von prophetischen Versen an, die im Bezug auf Johannes den Täufer besonders interessant sind. Im Buch des Propheten Hesekiel steht Folgendes in Kapitel 36, Vers 25 bis 27:

Und ich will reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen.
Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben;
ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.

Dies klingt unverkennbar nach einer Ankündigung, dass gemäß dem Wille Gottes eines Tages die Menschen im Wasser getauft werden und den Heiligen Geist empfangen können.

Lasst uns nun mal die Lebensgeschichte von Johannes dem Täufer anschauen, wie sie aus den Evangelien hervorgeht. Die prophetischen Verse, die wir gerade gelesen haben, sollten wir dabei im Hinterkopf behalten. Unsere Studie beginnt im Evangelium des Lukas in Kapitel 1. Wir lesen nun den Text von Vers 5 bis 25:

In den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Abteilung Abijas; und seine Frau war von den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth.
Sie waren aber beide gerecht vor Gott und wandelten untadelig in allen Geboten und Rechtsbestimmungen des Herrn.
Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war; und beide waren in fortgeschrittenem Alter.
Es geschah aber, als er seinen Priesterdienst vor Gott verrichtete, zur Zeit, als seine Abteilung an die Reihe kam,
da traf ihn nach dem Brauch des Priestertums das Los, dass er in den Tempel des Herrn gehen und räuchern sollte.
Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucherns.
Da erschien ihm ein Engel des Herrn, der stand zur Rechten des Räucheraltars.
Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn.
Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.
Und er wird dir Freude und Frohlocken bereiten, und viele werden sich über seine Geburt freuen.
Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit Heiligem Geist wird er erfüllt werden schon von Mutterleib an.
Und viele von den Kindern Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückführen.
Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, um die Herzen der Väter umzuwenden zu den Kindern und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.
Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin ein alter Mann, und meine Frau ist in fortgeschrittenem Alter!
Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, zu dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen.
Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit!
Und das Volk wartete auf Zacharias; und sie verwunderten sich, dass er so lange im Tempel blieb.
Als er aber herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden; und sie merkten, dass er im Tempel eine Erscheinung gesehen hatte. Und er winkte ihnen und blieb stumm.
Und es geschah, als die Tage seines Dienstes vollendet waren, ging er heim in sein Haus.
Aber nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger; und sie verbarg sich fünf Monate und sprach:
So hat der Herr an mir gehandelt in den Tagen, da er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen hinwegzunehmen!

Hier sehen wir also, dass Johannes der Täufer wichtig genug war, um von einem Engel Gottes extra vorher angekündigt zu werden. Und es wird berichtet, wie der Engel Gabriel sagte, dass Johannes der Täufer in der Kraft von Elia wandeln wird. Das erinnert uns alle gewiss an die Worte, die in Kapitel 3 vom Buch des Propheten Maleachi in Vers 23 und 24 geschrieben stehen.

Jedenfalls wurde Elisabeth schwanger, genau so wie der Engel es von Gott als Ankündigung überbracht hatte.

Wir bleiben im1. Kapitel vom Evangelium des Lukas und lesen nun die Verse 57 bis 66 und ebenso den Vers 80, denn die Worte dieses Verses gehören noch dazu. Es steht geschrieben:

Für Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit, da sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn.
Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr seine Barmherzigkeit an ihr groß gemacht hatte, und sie freuten sich mit ihr.
Und es geschah am achten Tag, dass sie kamen, um das Kind zu beschneiden; und sie nannten es nach dem Namen seines Vaters Zacharias.
Seine Mutter aber erwiderte und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen!
Und sie sagten zu ihr: Es ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen trägt!
Sie winkten aber seinem Vater, wie er ihn genannt haben wolle.
Und er forderte ein Täfelchen und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name! Und sie verwunderten sich alle.
Sofort aber wurde sein Mund geöffnet, und seine Zunge wurde gelöst, und er redete und lobte Gott.
Und es kam Furcht über alle ihre Nachbarn, und im ganzen Bergland von Judäa wurden alle diese Dinge besprochen.
Und alle, die es hörten, nahmen es sich zu Herzen und sprachen: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Und die Hand des Herrn war mit ihm.
Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist; und er war in der Wüste bis zum Tag seines Auftretens vor Israel.

An diesen Versen sehen wir also, dass alle Worte des Engels sich erfüllten, die er von Gott ausrichtete, und wir erfahren, dass Johannes ein Wüstenbewohner war. Und zwar eine sehr lange Zeit, bis zu dem Tag, an dem Gott ihn rief.

Wie es weiterging, können wir klar lesen, wenn wir zuerst im Evangelium des Lukas in Kapitel 3 die Verse 1 bis 6 lesen und danach aus dem Evangelium des Matthäus die Verse 4 bis 6. Folgendes lesen wir dadurch:

Aber im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war und Herodes Vierfürst von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Vierfürst von Ituräa und dem Gebiet von Trachonitis, und Lysanias Vierfürst von Abilene,
unter den Hohenpriestern Hannas und Kajaphas, da erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste.
Und er kam in die ganze Umgegend des Jordan und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden,
wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja, der spricht: »Die Stimme eines Rufenden ertönt in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben!
Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden, und das Krumme soll gerade und die holprigen Wege eben werden;
und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.«

Er aber, Johannes, hatte ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden, und seine Speise waren Heuschrecken und wilder Honig.
Da zog zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und das ganze umliegende Gebiet des Jordan,
und es wurden von ihm im Jordan getauft, die ihre Sünden bekannten.

Bei diesen Versen wird sogar direkt Bezug auf die Verse aus dem Buch des Propheten Jesaja genommen, die wir uns am Anfang des Videos angeschaut haben. Es gab also am Jordangebirge eine Wasserquelle, in der die Menschen, die ihre Verfehlungen bereuten, sich taufen lassen konnten, um Vergebung zu erlangen. Und damit wird also auch die Prophezeiung aus dem Buch des Propheten Hesekiel erfüllt, die wir uns schon durchgelesen haben.

Als aber Johannes der Täufer aktiv wurde, sprach es sich herum, und die Pharisäer und Sadduzäer wurden hellhörig, deshalb sandten sie Diener zu Johannes dem Täufer, um ihn zu befragen.
Davon lesen wir im Evangelium des Johannes, nämlich in Kapitel 1, Vers 19 bis 28. Es steht geschrieben:

Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du?
Und er bekannte es und leugnete nicht, sondern bekannte: Ich bin nicht der Christus!
Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Und er sprach: Ich bin’s nicht! Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein!
Nun sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben: Was sagst du über dich selbst?
Er sprach: Ich bin »die Stimme eines Rufenden, die ertönt in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
Die Gesandten gehörten aber zu den Pharisäern.
Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist, noch Elia, noch der Prophet?
Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt;
dieser ist’s, der nach mir kommt, der vor mir gewesen ist; und ich bin nicht würdig, ihm den Schuhriemen zu lösen.
Dies geschah in Bethabara, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte.

Hierbei sind die Fragen der Diener recht interessant, nicht wahr? Wir haben ja vorhin schon im Buch des Propheten Maleachi die Stelle gelesen, wo angekündigt wird, dass Elia oder jemand wie Elia, gesandt werden würde. Wenn aber Johannes der Täufer gefragt wird, ob er »der Prophet« sein könnte, dann bezieht sich das auf die Ankündigung, die wir lesen können im 5. Buch Mose, Kapitel 18, Vers 15 bis 19. Und wenn Johannes der Täufer gefragt wird, ob er der Christus ist, so bezieht sich das vermutlich auf die Prophezeiungen, die man zum Beispiel in dem Buch von Jesaja findet, in Kapitel 42 und 53.
Wir wissen ja, weil wir die Ankündigung der Geburt von Johannes dem Täufer nachgelesen haben, dass Johannes eben dieser besagte Elia ist, der angekündigt wurde. Aber Johannes der Täufer weiß es selber nicht. Niemand hielt es für nötig, ihm dies zu sagen, nichtmal sein Vater. Deswegen antwortet er mit Nein, weil er gar nicht versteht, wie wichtig er eigentlich im Hinblick auf die Prophezeiungen ist.

Lasst uns nun mal lesen, was sonst noch alles am Jordan geschah! Folgendes steht geschrieben im Evangelium des Matthäus, Kapitel 3, Vers 7 bis 12:

Als er aber viele von den Pharisäern und Sadduzäern zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem zukünftigen Zorn entfliehen?
So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind!
Und denkt nicht, bei euch selbst sagen zu können: »Wir haben Abraham zum Vater«. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken!
Es ist aber auch schon die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Jeder Baum nun, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen!
Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, sodass ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.
Er hat die Wurfschaufel in seiner Hand und wird seine Tenne gründlich reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.

Hier sehen wir also, dass die Pharisäer und Sadduzäer sich schließlich selbst ein Bild von der Lage machen und sich sogar taufen lassen wollten. Aber Johannes schien wohl festzustellen, dass diese Menschen sich taufen lassen wollten, ohne hinterher ein sündloseres Leben führen zu wollen. Sie glaubten wahrscheinlich, sie könnten sich mal eben rein waschen lassen und danach genau so heuchlerisch und hinterhältig und geldgierig und unbarmherzig weitermachen wie vorher. Aber so läuft die Sache nicht, und so ist sie noch nie gelaufen. Deswegen werden diese Leute ernsthaft von Johannes dem Täufer getadelt. Er versucht ihnen begreiflich zu machen, dass sie von Herzen ihre Fehltritte bereuen müssen, bevor sie die Taufe empfangen dürfen. Und wir lesen kein Wort davon, dass sie dies taten, also sind sie wegen dieser Reaktion wahrscheinlich einfach weggegangen und haben Johannes den Täufer ignoriert.

Das Volk wurde aber auch von Johannes dazu ermahnt, die Buße wirklich ernst zu meinen, und wir lesen diesbezüglich im Evangelium des Lukas, Kapitel 3, in Vers 10 bis 16:

Da fragte ihn die Menge und sprach: Was sollen wir denn tun?
Und er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, der mache es ebenso!
Es kamen auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen wir tun?
Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als was euch vorgeschrieben ist!
Es fragten ihn aber auch Kriegsleute und sprachen: Und was sollen wir tun? Und er sprach zu ihnen: Misshandelt niemand, erhebt keine falsche Anklage und seid zufrieden mit eurem Sold!
Da aber das Volk in Erwartung stand und alle in ihren Herzen sich wegen Johannes fragten, ob er vielleicht der Christus sei,
antwortete Johannes allen und sprach: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, ihm seinen Schuhriemen zu lösen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.

Johannes der Täufer ermahnte die Leute also in erster Linie dazu, dass sie künftig Barmherzigkeit an einander üben sollen, und niemandem etwas Böses antun dürfen.

Was als nächstes passiert, lesen wir im Evangelium des Matthäus, Kapitel 3, Vers 13 bis 17:

Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.
Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?
Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt so geschehen; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da gab er ihm nach.
Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser; und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen.
Und siehe, eine Stimme kam vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!

Matthäus berichtet also, dass Johannes der Täufer sogar merkte, wer da vor ihm steht, als Jesus sich taufen lassen wollte. Und durch die Taufe wird Johannes Zeuge, wie der heilige Geist auf Jesus kommt und sogar Gott höchstpersönlich bestätigt, dass Jesus sein Sohn ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass nur Jesus und Johannes der Täufer diese Stimme hören konnten, während die umstehende Volksmenge gar nichts hörte in dem Moment.

Nach der Taufe wurde Jesus ja bekanntlich in die Wüste geschickt, um seine unzumutbare Prüfung zu ertragen, und nachdem er triumphiert hatte, durfte er zurück. Wir lesen als nächstes die Worte im Evangelium des Johannes, Kapitel 1, Vers 29 bis 36. Es steht geschrieben:

Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!
Das ist der, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.
Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar würde, darum bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen.
Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen, und er blieb auf ihm.
Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Der, auf den du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist’s, der mit Heiligem Geist tauft.
Und ich habe es gesehen und bezeuge, dass dieser der Sohn Gottes ist.
Am folgenden Tag stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger.
Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes!

Nachdem also Johannes der Täufer sah, was bei der Taufe von Jesus passiert war, scheute er sich nicht davor, dies auch vor allen Anwesenden zu bezeugen. Daran können wir selbst uns ein Beispiel nehmen, denn auch wir müssen uns jederzeit zu Jesus bekennen.

Jedenfalls wissen wir ja, dass Jesus dann loszog, um das Evangelium zu verkünden, Kranke zu heilen und Dämonen auszutreiben, und er ließ seine Jünger auch Leute taufen. Und nach einiger Zeit waren die jenigen, die Johannes dem Täufer nahestanden, ein bisschen verunsichert über das Auftreten von Jesus, da sie offenbar das Zeugnis nicht verstanden hatten, das Johannes der Täufer sprach. Diesbezüglich lesen wir Folgendes im Evangelium des Johannes in Kapitel 3, Vers 22 bis 36:

Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa, und dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte.
Aber auch Johannes taufte in Änon, nahe bei Salim, weil viel Wasser dort war; und sie kamen dorthin und ließen sich taufen.
Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden.
Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einigen Juden wegen der Reinigung.
Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der, welcher bei dir war jenseits des Jordan, für den du Zeugnis abgelegt hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm!
Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann sich nichts nehmen, es sei denn, es ist ihm vom Himmel gegeben.
Ihr selbst bezeugt mir, dass ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm her gesandt.
Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, ist hocherfreut über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt.
Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.
Der von oben kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde; der aus dem Himmel kommt, ist über allen.
Und er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, und sein Zeugnis nimmt niemand an.
Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, dass Gott wahrhaftig ist.
Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß.
Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.
Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Mit diesen Worten will Johannes der Täufer seinen eigenen Jüngern begreiflich machen, dass dieser Verlauft gut ist, den sie erleben. Es war von Anfang an so von Gott geplant, dass Johannes der Täufer der Wegbereiter für einen Größeren sein würde. Teilweise scheint es auch so zu sein, als würde Johannes der Täufer in diesen Versen weissagen, denn ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Jesus ihm persönlich offenbarte, wie Gott alles in Jesu Hände gegeben hat.

Jedenfalls lesen wir noch ein paar Verse aus dem Evangelium des Lukas, die jetzt gerade am besten passen, um die Geschichte von Johannes dem Täufer nachzuvollziehen. In Kapitel 3 steht in Vers 19 und 20:

Der Vierfürst Herodes aber, da er von ihm getadelt wurde wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, und wegen all des Bösen, was Herodes tat, fügte zu allem noch das hinzu, dass er den Johannes ins Gefängnis warf.

Also, um es mal zu verdeutlichen: Der König Herodes, der vom römischen Kaiser über Judäa gesetzt war, der hatte einen Bruder. Und dieser Bruder war mit einer Frau verheiratet. Aber das hielt den König Herodes offensichtlich nicht davon ab, die Frau seinem Bruder wegzunehmen und sie einfach selber zu heiraten. Und Johannes der Täufer tadelte dieses Verhalten des Königs. Als Reaktion darauf ließ der König ihn ins Gefängnis werfen. Und das ist eine Frechheit, genau wie das Stehlen der Ehefrau eine Frechheit war, denn es steht ja im Gesetz des Mose geschrieben:

Wenn ein Mann die Frau seines Bruders nimmt, so ist das eine Unreinheit; sie sollen kinderlos bleiben, weil er die Scham seines Bruders entblößt hat. (3. Mose 20,21)

Wer in Judäa regiert, der muss natürlich auch das Gesetz von Moses befolgen, aber stattdessen ließ König Herodes offenbar lieber die jenigen wegsperren, die ihn mit Recht tadelten.
So saß nun also Johannes der Täufer wegen seiner Treue zum Gesetz im Gefängnis. Das nächste erwähnenswerte Ereignis, welches zugleich das vorletzte im Leben von Johannes dem Täufer ist, lesen wir im Evangelium des Matthäus in Kapitel 11, Vers 1 bis 19:

Und es geschah, als Jesus die Befehle an seine zwölf Jünger vollendet hatte, zog er von dort weg, um in ihren Städten zu lehren und zu verkündigen.
Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken des Christus hörte, sandte er zwei seiner Jünger
und ließ ihm sagen: Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?
Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und berichtet dem Johannes, was ihr hört und seht:
Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt, und Armen wird das Evangelium verkündigt.
Und glückselig ist, wer nicht Anstoß nimmt an mir!
Als aber diese unterwegs waren, fing Jesus an, zu der Volksmenge über Johannes zu reden: Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen zu sehen? Ein Rohr, das vom Wind bewegt wird?
Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichen Kleidern bekleidet? Siehe, die, welche weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige!
Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: einen, der mehr ist als ein Prophet!
Denn dieser ist’s, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten soll«.
Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Reich der Himmel ist größer als er.
Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich.
Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes.
Und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist der Elia, der kommen soll.
Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern gleich, die an den Marktplätzen sitzen und ihren Freunden zurufen
und sprechen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint!
Denn Johannes ist gekommen, der aß nicht und trank nicht; da sagen sie: Er hat einen Dämon,
Der Sohn des Menschen ist gekommen, der isst und trinkt; da sagen sie: Wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von ihren Kindern.

Johannes der Täufer schien also während seiner Zeit im Gefängnis, aus welchem Grund auch immer, doch noch Zweifel entwickelt zu haben, ob Jesus nun wirklich der angekündigte Christus ist. Und das ist schon ziemlich peinlich, da er ja derjenige war, der die Stimme Gottes vom Himmel her hörte, die von Jesus Zeugnis gab. Aber naja ... so sind die Menschen – immer nur am zweifeln, obwohl das nichts nützt.
Also versucht Jesus den Leuten, die von Johannes dem Täufer gesandt wurden, begreiflich zu machen, dass die großen Wundertaten, die er tut, schon Beweis genug für alles sein sollten. Dann benutzt aber auch Jesus den Moment, um die Volksmenge über die Bedeutung von Johannes dem Täufer zu belehren. Ich finde gerade die letzten Verse dieser Rede ausgezeichnet. Es ist sehr, sehr aufschlussreich im Bezug auf die Bosheit der Menschen. Denn genau so, wie Jesus es beschreibt, so tun es viele Menschen leider.
Du kannst tun was du willst, aber die Menschen werden dich immer aus irgendeinem Grund verabscheuen. Sie werden immer irgendwas finden, was sie an dir schlechtreden. Sie werden sich immer einen Grund an dir ausgucken, dessenwegen sie dich schmähen können, denn in ihren Herzen sind sie böse.
Bei Johannes dem Täufer war es so, dass die Leute über ihn gelästert haben, weil er keinen Wein trank und nur Heuschrecken und Honig aß, was nicht wirklich unter der Volksmenge als echte Nahrung zählt. Somit hat er nach Meinung des Volkes gewissermaßen gar nicht gegessen und getrunken, wie es normale Menschen immer tun. Deshalb zerreißen sie sich über ihn das Maul. Und einige streuen sogar das Gerücht, Johannes der Täufer muss von Dämonen besessen sein, weil er nichts Normales isst und trinkt, und dabei war Johannes der Täufer ein Prophet Gottes. Ist das nicht unfassbar?
Wenn man nun aber jemand wäre, der vor anderen Menschen nichts falsch machen will, so könnte man sagen: „Na gut, man muss also ganz normal essen und trinken, um das Volk nicht zur Lästerung zu reizen.“
Und Jesus hat ganz normal gegessen und getrunken. Er trank Wein wie die normalen Menschen und er saß oft mit Leuten zu Tisch, um gewöhnliche Speise zu sich zu nehmen. Aber auch das legen die Menschen aufgrund ihrer verdorbenen Herzen negativ aus.
Diesmal meinen sie nicht, der Mensch hätte einen Dämon, weil er nichts Normales isst, sondern sie sehen, wie jemand ganz normal isst und trinkt, da bezeichnen sie ihn als Fresser und Weinsäufer.
Egal, was man tut – man kann es dem sündigen Volk niemals Recht machen. Und jeder der es versucht, also jeder, der Ehre von Menschen sucht und nicht vor Gott, der macht sich damit auf kurz oder lang selbst zum Trottel. So ist es schon immer gewesen auf dieser Erde, und so wird es leider auch bleiben bis zum letzten Tag.

Johannes der Täufer hatte aber nicht sonderlich viel Zeit, um sich über diesen Zustand zu ärgern, denn wir lesen Folgendes im Evangelium des Markus, Kapitel 6, Vers 17 bis 29:

Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes ergreifen und ihn im Gefängnis binden lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie zur Frau genommen hatte.
Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!
Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten; und sie konnte es nicht,
denn Herodes fürchtete den Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war, und er bewachte ihn, und er gehorchte ihm in manchem und hörte ihn gern.
Als aber ein gelegener Tag kam, als Herodes seinen Großen und Obersten und den Vornehmsten von Galiläa an seinem Geburtstag ein Gastmahl gab,
da trat die Tochter der Herodias herein und tanzte. Und weil sie dem Herodes und denen, die mit ihm zu Tisch saßen, gefiel, sprach der König zu dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, so will ich es dir geben!
Und er schwor ihr: Was du auch von mir erbitten wirst, das will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs!
Sie aber ging hinaus und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich erbitten? Diese aber sprach: Das Haupt Johannes des Täufers!
Und sogleich ging sie rasch zum König hinein, bat und sprach: Ich will, dass du mir jetzt gleich auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers gibst!
Da wurde der König sehr betrübt; doch um des Eides und um derer willen, die mit ihm zu Tisch saßen, wollte er sie nicht abweisen.
Und der König schickte sogleich einen von der Wache hin und befahl, dass sein Haupt gebracht werde.
Dieser aber ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis und brachte sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter.
Und als seine Jünger es hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

So ist das gewesen.
Die Frau, die der König Herodes unrechtmäßig geheiratet hatte, hegte einen persönlichen Hass gegen Johannes den Täufer und wollte ihn tot sehen. Und wie wir gerade gelesen haben, hat sie dieses Ziel schließlich auch erreicht. Damit endet die Geschichte von Johannes dem Täufer. Und weil die Geschichte von ihm endet, sind wir somit auch mit diesem Video am Ende angelangt.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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