Text zu "Bibellehre - Das Buch Esther"

Link zum Video: https://youtu.be/6wThv5Zmpds

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video gilt als Neuauflage eines Videos über das Buch Esther, welches es früher schonmal auf dem Kanal gab. Ich will in diesem Video nicht nur zum wichtigsten Teil des Buches etwas sagen, sondern das ganze Buch insgesamt behandeln.

Im Buch der Sprüche lesen wir aber in Kapitel 16 in Vers 18 ein besonderes Sprichwort, das ich zuerst mal vorlesen will. Dort steht geschrieben:

Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall. 

Wie man sich diesen Spruch ungefähr im realen Leben vorstellen muss, das lernt man besonders durch das Buch Esther. Dieses Buch ist eigentlich ein Geschichtsbuch, welches von der Zeit erzählt, als Israel nach seiner siebzigjährigen Gefangenschaft langsam wieder zu Kräften kommt, in erster Linie aber die Stämme Juda und Benjamin. Und obwohl es sich im eigentlichen Sinne um ein Geschichtsbuch handelt, kann man einen gewissen Verlauf dieses Buches auch sehr gut als wertvolle Lehre sehen. Am besten fangen wir nun mal ohne größere Vorreden an, darin zu lesen. Ich werde alles Wichtige kommentieren, und ihr werdet leicht von selbst merken, dass hier eine ziemlich interessante Geschichte erzählt wird.

Im ersten Kapitel stehen folgende Worte von Vers 1 bis 9:

Und es geschah in den Tagen des Ahasveros – desselben Ahasveros, der von Indien bis Äthiopien über 127 Provinzen regierte,
in jenen Tagen, als der König Ahasveros in der Königsburg Susan auf seinem königlichen Thron saß,
im dritten Jahr seiner Regierung, da veranstaltete er für alle seine Fürsten und Knechte ein Festmahl, wobei die Gewaltigen von Persien und Medien, die Edlen und Obersten seiner Provinzen vor ihm waren,
als er den Reichtum der Herrlichkeit seines Königreichs und die kostbare Pracht seiner Majestät viele Tage zur Schau stellte, nämlich 180 Tage lang.
Und als diese Tage vollendet waren, veranstaltete der König ein Festmahl für das ganze Volk, das sich in der Burg Susan befand, für die Großen und die Kleinen, sieben Tage lang, im Hof des Gartens beim königlichen Palast.
Da waren feine Vorhänge aus weißem Leinen und blauem Purpur mit Schnüren aus feinem weißem Leinen und rotem Purpur an silbernen Ringen und Säulen aus weißem Marmor aufgehängt. Goldene und silberne Ruhelager standen auf einem Steinpflaster aus grünem und weißem Marmor, Perlmutter und dunklem Marmor,
und man reichte die Getränke aus goldenen Gefäßen, und die Gefäße waren voneinander verschieden, und königlichen Wein gab es in Menge, nach der Freigebigkeit des Königs.
Und das Trinken war der Verordnung gemäß ohne Zwang; denn so hatte der König es allen Vorstehern seines Palastes befohlen, dass man jedermann machen ließe, wie es ihm gefiele.
Auch die Königin Vasti veranstaltete ein Festmahl für die Frauen im königlichen Palast, der dem König Ahasveros gehörte.

Bis hierhin bekommen wir erstmal einen Einblick in den Reichtum des sogenannten Königs Ahasveros. Wir merken, dass er viel Macht hat, und dass er ein sehr großzügiger Mann ist. Denn er hat zuerst ein großes Fest für seine Diener und Fürsten gefeiert, und danach sogar ein anderes Fest für sein Volk vor Ort. Und er hat eine Ehefrau, deren Name Vasti lautet. Schauen wir nun, was wir als Nächstes erfahren!
Wir lesen in Vers 10 bis 18:

Und am siebten Tag, als das Herz des Königs vom Wein fröhlich war, befahl er Mehuman, Bista, Harbona, Bigta, Abagta, Setar und Karkas, den sieben Kämmerern, die vor dem König Ahasveros dienten,
die Königin Vasti mit der königlichen Krone vor den König zu bringen, um den Völkern und Fürsten ihre Schönheit zu zeigen, denn sie war von schöner Gestalt.
Aber die Königin Vasti weigerte sich, auf den Befehl des Königs hin zu kommen, den er durch seine Kämmerer gegeben hatte. Da wurde der König sehr zornig, und sein Zorn entbrannte in ihm.
Und der König sprach zu den Weisen, die sich auf die Zeiten verstanden – denn so kamen die Angelegenheiten des Königs vor alle Gesetzes- und Rechtskundigen,
und ihm zunächst saßen Karschena, Setar, Admata, Tarsis, Meres, Marsena und Memuchan, die sieben Fürsten der Perser und Meder, die das Angesicht des Königs sahen und die ersten Stellen im Königreich einnahmen:
»Wie ist nach dem Gesetz mit der Königin Vasti zu verfahren, weil sie nicht nach dem Befehl des Königs Ahasveros gehandelt hat, der ihr durch die Kämmerer übermittelt wurde?«
Da sprach Memuchan vor dem König und den Fürsten: »Die Königin Vasti hat sich nicht nur an dem König vergangen, sondern auch an allen Fürsten und an allen Völkern, die in allen Provinzen des Königs Ahasveros leben.
Denn das Verhalten der Königin wird allen Frauen bekannt werden, sodass ihre Männer in ihren Augen verächtlich werden, da es heißen wird: Der König Ahasveros befahl, dass die Königin Vasti vor ihn kommen sollte, aber sie kam nicht!
Das werden die Fürstinnen der Perser und Meder heute schon allen Fürsten des Königs erzählen, wenn sie von dem Verhalten der Königin hören, und daraus wird schon genug Verachtung und Verdruss entstehen!

Wir merken also, dass der König von seiner Ehefrau bitter enttäuscht wurde. 
Man könnte jetzt argumentieren, dass es sowieso überflüssig ist, eine Frau irgendwem vorzuführen, denn all diese Eitelkeit macht sowieso nichts besser. Aber wir wissen ja, wie es sich auf dieser Erde verhält: Wenn ein Mensch König wird, dann müssen die Leute auch tun, was der König sagt. 
Und das Ungünstigste ist hierbei, dass durch das Verhalten der Ehefrau der König nicht nur vor seinen eigenen Dienern in Verlegenheit gebracht wurde, sondern es waren massenweise Leute aus dem Volk und von fremden Völkern da, die alle miterlebt haben, dass die Frau des Königs gar nicht auf seinen Ruf hört. Das ist schon ein bisschen peinlich. Im Grunde sogar mehr als nur ein bisschen. Wie wir merken, befürchten die Leute am Königshof sogar, dass andere Frauen sich daran ein Beispiel nehmen könnten und selber auch rebellisch gegen die Männer werden.
Schauen wir uns nun mal an, welches Urteil über das Verhalten von Vasti gesprochen wird! Dazu betrachten wir die restlichen Verse des ersten Kapitels, nämlich Vers 19 bis 22:

Wenn es dem König gefällt, so soll ein königlicher Befehl von ihm ergehen und aufgezeichnet werden unter die Gesetze der Perser und Meder, damit er nicht bloß vorübergehend gilt: dass Vasti nicht mehr vor dem König Ahasveros erscheinen darf und dass der König ihre königliche Würde einer anderen gibt, die besser ist als sie.
Wenn dann dieser Befehl des Königs, den er erlassen wird, in seinem ganzen Königreich, das groß ist, bekannt gemacht wird, so werden alle Frauen ihre Ehemänner in Ehren halten, vornehme und geringe!«
Diese Rede gefiel dem König und den Fürsten; und der König handelte nach den Worten Memuchans;
und er sandte Briefe in alle Provinzen des Königs, in jede Provinz in ihrer Schrift und zu jedem Volk in seiner Sprache, dass jeder Mann Herr sein solle in seinem Haus. Das ließ er bekannt machen in der Sprache des jeweiligen Volkes.

Hier merken wir also, dass Vasti ihrer Stellung gänzlich enthoben wurde und gar nicht mehr vor König Ahasveros erscheinen durfte. Das ist eine vergleichsweise milde Strafe, würde ich sagen. Ich möchte nicht wissen, was gewisse andere Kaliber mit ihrer Ehefrau angestellt hätten in dieser Lage.
In Kapitel 2 lesen wir, was als nächstes geschah. Folgendes steht in den Versen 1 bis 4:

Nach diesen Begebenheiten, als sich der Grimm des Königs Ahasveros gelegt hatte, dachte er an Vasti und daran, was sie getan hatte und was über sie beschlossen worden war.
Da sprachen die Knechte des Königs, die ihm dienten: Man suche für den König Mädchen, Jungfrauen von schöner Gestalt;
und der König bestimme Beamte in allen Provinzen seines Königreichs, damit sie alle Mädchen, Jungfrauen von schöner Gestalt, in die Burg Susan zusammenbringen, in das Frauenhaus, unter die Obhut Hegais, des königlichen Kämmerers, des Hüters der Frauen; und man lasse ihnen ihre Reinigungssalben geben;
und die Jungfrau, die dem König gefällt, die soll Königin werden an Vastis Stelle! Dieser Vorschlag gefiel dem König, und er machte es so.

Es ist mit Sicherheit irritierend, dass hier von Mädchen die Rede ist. In unserem Land kämen für solch eine Aktion junge Frauen in Frage, zwischen 18 und 20, und das ist auch das Beste.
Jedenfalls liest man davon, dass der König ein Frauenhaus hatte, wo es denen gut ging, die dort wohnen sollten, denn sie wurden dort gepflegt.
Als nächstes schauen wir uns die Verse 5 bis 11 an. Dort lesen wir:

Es war aber ein jüdischer Mann in der Burg Susan, der hieß Mordechai, ein Sohn Jairs, des Sohnes Simeis, des Sohnes des Kis, welcher ein Benjaminiter war,
der von Jerusalem weggeführt worden war mit den Gefangenen, die mit Jechonja, dem König von Juda, hinweggeführt worden waren, die Nebukadnezar, der König von Babel, gefangen weggeführt hatte.
Und dieser war Pflegevater der Hadassa – das ist Esther – der Tochter seines Onkels; denn sie hatte weder Vater noch Mutter. Diese Jungfrau aber war von schöner Gestalt und lieblichem Aussehen. Und als ihr Vater und ihre Mutter gestorben waren, hatte Mordechai sie als seine Tochter angenommen.
Und es geschah, als das Gebot des Königs und das Gesetz bekannt gemacht war und viele Jungfrauen in die Burg Susan unter die Obhut Hegais zusammengebracht wurden, da wurde auch Esther in das Haus des Königs geholt, unter die Obhut Hegais, des Hüters der Frauen.
Und das Mädchen gefiel ihm, und sie fand Gunst bei ihm. Und er sorgte dafür, dass sie ihre Reinigungssalben und ihre Verpflegung rasch erhielt; auch gab er ihr sieben auserlesene Mägde aus dem Haus des Königs. Und er wies ihr samt ihren Mägden den besten Platz im Frauenhaus an.
Esther aber gab ihr Volk und ihre Herkunft nicht an; denn Mordechai hatte ihr geboten, es nicht zu sagen.
Und Mordechai ging alle Tage vor dem Hof am Frauenhaus auf und ab, um zu erfahren, ob es Esther wohlgehe und was mit ihr geschehe.

Hier erfahren wir von zwei weiteren wichtigen Personen für unsere Studie. Nämlich von dem Mann Mordechai, der als Diener am Königshof arbeitete, und Esther, seine angenommene Tochter, die ohne ihn ein Waisenkind gewesen wäre, weil sie traurigerweise ihre Mutter und ihren Vater verloren hat. Ich denke, es kann sich jeder vorstellen, dass Mordechai seine Tochter Esther wohl besonders behütet hat und sehr besorgt um sie war. Eben deshalb versuchte er ohne Unterlass möglichst viel darüber in Erfahrung zu bringen, was im Frauenhaus aus Esther wird. 

Wie es weitergeht, lesen wir in den Versen 12 bis 18:

Wenn die Reihe an jede Jungfrau kam, zum König Ahasveros zu kommen, nachdem sie zwölf Monate lang gemäß der Verordnung für die Frauen behandelt worden war – denn damit wurden die Tage ihrer Reinigung ausgefüllt: Sechs Monate wurden sie mit Myrrhenöl und sechs Monate mit Balsam und mit den Reinigungssalben der Frauen behandelt,
dann kam die Jungfrau zum König; dann gab man ihr alles, was sie wünschte, um damit vom Frauenhaus zum Haus des Königs zu gehen.
Am Abend ging sie hinein, und am Morgen kam sie zurück, in das andere Frauenhaus, unter die Obhut Schaaschgas, des Kämmerers des Königs, des Hüters der Nebenfrauen; sie kam nicht wieder zum König, außer wenn der König Gefallen an ihr hatte; dann wurde sie mit Namen gerufen.
Und als die Reihe an Esther kam, die Tochter Abichails, des Onkels Mordechais, die er als Tochter angenommen hatte, dass sie zum König kommen sollte, wünschte sie sich nichts, als was Hegai, der Kämmerer des Königs, der Hüter der Frauen, ihr riet. Und Esther fand Gnade bei allen, die sie sahen.
Und Esther wurde zum König Ahasveros in sein königliches Haus geholt im zehnten Monat, das ist der Monat Thebet, im siebten Jahr seiner Regierung.
Und der König gewann Esther lieber als alle anderen Frauen, und sie fand Gnade und Gunst vor ihm, mehr als alle Jungfrauen; und er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Vastis Stelle.
Und der König veranstaltete für alle seine Fürsten und Knechte ein großes Festmahl, das Festmahl der Esther. Und er gewährte in den Provinzen eine Steuererleichterung und teilte eine Korn-Spende aus mit königlicher Freigiebigkeit.

An dieser Stelle merken wir also, dass Esther zur Königin wurde.
Schauen wir uns nun mal ein weiteres interessantes Ereignis an, von dem man in Kapitel 2 erfährt! Folgendes steht in den Versen 19 bis 23:

Und als man zum zweiten Mal Jungfrauen zusammenbrachte, saß Mordechai im Tor des Königs.
Esther aber hatte weder ihre Herkunft noch ihr Volk angegeben, wie ihr Mordechai geboten hatte. Denn Esther handelte nach der Weisung Mordechais, wie zu der Zeit, als sie noch von ihm erzogen wurde.
In jenen Tagen, als Mordechai im Tor des Königs saß, gerieten die zwei Kämmerer des Königs, welche die Schwelle hüteten, Bigtan und Teres, in Zorn und trachteten danach, Hand an den König Ahasveros zu legen.
Das wurde dem Mordechai bekannt, und er sagte es der Königin Esther; Esther aber sagte es dem König in Mordechais Namen.
Da wurde die Sache untersucht und als wahr erfunden, und die beiden wurden an ein Holz gehängt; und dies wurde vor dem König in das Buch der Chronik geschrieben.

Der Diener Mordechai wurde darauf aufmerksam, dass zwei Männer am Hof des Königs vorhatten, eine Art Anschlag auf den König zu verüben. Und nur weil er es mit Esthers Hilfe schnell genug bekannt machen konnte, ist nichts Schlimmes passiert. Leider wurde die Sache an dem Tag nicht sonderlich gewürdigt, die Mordechai da getan hat. Aber immerhin wurde eine Notiz darüber angefertigt. Das ist ja auch schon etwas wert.
Von dem nächsten wichtigen Mensch, den wir für unsere Studie noch kennen müssen, lesen wir in Kapitel 3. Wir erfahren Folgendes in den Versen 1 bis 5:

Nach diesen Begebenheiten erhob der König Ahasveros Haman, den Sohn Hamedatas, den Agagiter, zu höherer Macht und Würde und setzte ihn über alle Fürsten, die bei ihm waren.
Und alle Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, beugten die Knie und fielen vor Haman nieder; denn der König hatte es so geboten. Aber Mordechai beugte die Knie nicht und fiel nicht nieder.
Da sprachen die Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, zu Mordechai: Warum übertrittst du das Gebot des Königs?
Und es geschah, als sie dies täglich zu ihm sagten und er ihnen nicht gehorchte, sagten sie es Haman, um zu sehen, ob man Mordechais Begründung gelten lassen würde; denn er hatte ihnen gesagt, dass er ein Jude sei.
Als nun Haman sah, dass Mordechai die Knie nicht vor ihm beugte und nicht vor ihm niederfiel, da wurde er mit Wut erfüllt.

Hier erfahren wir also von einem Mann namens Haman, und dieser hat von König Ahasveros eine sehr würdevolle Stellung verliehen bekommen. Und alle sollten vor ihm niederknien, aber Mordechai empfand das aus welchem Grund auch immer als überflüssig. Wir haben gelesen, dass er es nicht tut, weil er Jude ist. Das spielt wohl darauf an, dass Mordechai sich vor niemandem jemals auf sein Angesicht werfen wollte als nur vor dem allein wahren Gott, dem Heiligen Israels, der die Himmel und die Erde gemacht hat, aber vor keinem anderen. Nun könnte man sagen, dass Mordechai der jenige ist, der stolz wandelt, weil er sich aufgrund seiner Identität bzw. seines Glaubens für etwas Besseres hält. Aber laut der Lehre von Jesus ist immer das Verhalten des jenigen Menschen am wertvollsten, der sich nicht zu viel auf sich selbst einbildet, daher wäre es für einen Jesus-Nachfolger angemessen, sich gar nicht weiter darum zu kümmern, wenn jemand sich weigert, vor ihm niederzuknien. Ganz unabhängig von der Begründung. So hätte auch Haman das sehen sollen. Ein Jesus-Nachfolger weiß, dass es immer verkehrt ist, zu erwarten, dass irgendwer vor einem niederfällt. Aber Jesus war leider zu dieser Zeit noch nicht auf der Erde gewesen, daher konnte Haman nichts von Jesus wissen, und er kam auch nicht von selbst auf solches Wertdenken, dass man auf Erniedrigung anderer generell verzichtet. Stattdessen überkam ihn Wut, weil es unter den unzähligen Menschen, die vor ihm niederknieten, einen einzigen gab, der das nicht tat. Wozu ihn seine Wut verleitete, das lesen wir in den nächsten Versen. Von Vers 6 bis 15 stehen diese Worte:

Doch es war ihm zu wenig, an Mordechai allein Hand zu legen; sondern weil man ihm das Volk Mordechais genannt hatte, trachtete Haman danach, alle Juden im ganzen Königreich des Ahasveros, das Volk Mordechais, zu vertilgen.
Im ersten Monat, das ist der Monat Nisan, im zwölften Jahr der Regierung des Königs Ahasveros, wurde das Pur, das ist das Los, vor Haman geworfen über die Tage und Monate, und es fiel auf den zwölften Monat, das ist der Monat Adar.
Und Haman sprach zum König Ahasveros: Es gibt ein Volk, das lebt zerstreut und abgesondert unter allen Völkern in allen Provinzen deines Königreichs, und ihre Gesetze sind anders als die aller Völker, und sie befolgen die Gesetze des Königs nicht, sodass es dem König nicht geziemt, sie gewähren zu lassen!
Wenn es dem König gefällt, so werde ein Schreiben erlassen, dass man sie umbringen soll; dann will ich 10.000 Talente Silber abwiegen in die Hände der Schatzmeister, damit man es in die Schatzkammern des Königs bringe!
Da zog der König seinen Siegelring von der Hand und gab ihn Haman, dem Sohn Hamedatas, dem Agagiter, dem Feind der Juden.
Und der König sprach zu Haman: Das Silber sei dir geschenkt, und das Volk dazu, dass du mit ihm tust, was dir gefällt!
Da berief man die Schreiber des Königs am dreizehnten Tag des ersten Monats, und es wurde ein Schreiben erlassen, ganz wie Haman es befahl, an die Satrapen des Königs und an die Statthalter in allen Provinzen und an die Fürsten jedes Volkes, in der Schrift jeder Provinz und in der Sprache jedes Volkes; im Namen des Königs Ahasveros wurde es geschrieben und mit dem Siegelring des Königs versiegelt.
Und die Briefe wurden durch die Eilboten in alle Provinzen des Königs gesandt, dass man alle Juden vertilgen, erschlagen und umbringen solle, Junge und Alte, Kinder und Frauen, an einem Tag, nämlich am dreizehnten des zwölften Monats, das ist der Monat Adar, und dass man zugleich ihren Besitz rauben dürfe.
Die Abschrift des Schreibens wurde in jeder Provinz als Gesetz erlassen, indem man es allen Völkern bekannt machte, damit sie sich auf diesen Tag vorbereiten sollten.
Und die Eilboten zogen auf den Befehl des Königs hin schnell aus, sobald das Gesetz in der Burg Susan erlassen war. Der König und Haman aber setzten sich, um zu trinken, während die Stadt Susan in Bestürzung geriet.

Hier haben wir also das Dilemma. Weil Haman wütend auf Mordechai ist, erklärt der das ganze jüdische Volk zum Feindbild und überzeugt den König davon, man solle festlegen, dass alle Juden ermordet und ausgeraubt werden müssen, weil sie nicht an das Landesgesetz des Königs, sondern an die Thora gebunden sind. Und der König lässt sich darauf ein. Er versiegelt sogar persönlich Briefe, die überall hingeschickt werden, um das neue Gesetz zu verkünden, dass Juden getötet werden müssen, und auch der Tag, ab dem beginnend dieses Gesetz in Kraft tritt, war in den Briefen geschrieben. Nun rückte dieser Tag immer näher und die Sache sah überhaupt nicht gut aus für das jüdische Volk.

Wie es weiterging, lesen wir in Kapitel 4. Folgende Worte stehen in Vers 1 bis 9:

Als nun Mordechai alles erfuhr, was geschehen war, da zerriss Mordechai seine Kleider und kleidete sich in Sack und Asche und ging in die Stadt hinein und klagte laut und bitterlich.
Und er kam bis vor das Tor des Königs; denn es durfte niemand zum Tor des Königs eingehen, der in Sacktuch gekleidet war.
Auch in allen Provinzen, wo immer das Wort und Gebot des Königs hinkam, war unter den Juden große Trauer und Fasten und Weinen und Wehklage, und viele lagen auf Sacktuch und in der Asche.
Und die Mägde der Esther und ihre Kämmerer kamen und sagten es ihr; und die Königin erschrak sehr. Und sie sandte Kleider, damit Mordechai sie anziehe und das Sacktuch ablege. Aber er nahm sie nicht an.
Da rief Esther den Hatach, einen Kämmerer des Königs, den er zu ihrem Dienst bestimmt hatte, und gab ihm Befehl, bei Mordechai in Erfahrung zu bringen, was das bedeute und warum es geschehe.
Da ging Hatach zu Mordechai hinaus auf den Platz der Stadt, vor das Tor des Königs.
Und Mordechai berichtete ihm alles, was ihm begegnet war, auch die genaue Summe Silber, die Haman versprochen hatte, in den Schatzkammern des Königs abzuwiegen als Entgelt für die Vertilgung der Juden.
Und er gab ihm die Abschrift des schriftlichen Befehls, der zu ihrer Vertilgung in Susan erlassen worden war, damit er ihn Esther zeige und ihr berichte und sie auffordere, zum König hineinzugehen, um seine Gnade zu erflehen und vor seinem Angesicht für ihr Volk zu bitten.
Da ging Hatach hinein und berichtete Esther die Worte Mordechais.

Esther hatte zuerst also gar nichts davon mitbekommen, was Haman so treibt, aber durch das von Trauer geprägte Verhalten von Mordechai wurde sie dann doch darauf aufmerksam. Nun wurde sie gebeten, dem König zuzureden, aber das war gewissermaßen eine heikle Angelegenheit. 
Sie wusste ja nicht, wie der König reagieren würde. Und obendrein hatte der König die Briefe ja höchstpersönlich versiegelt, die die Vertilgung der Juden zum Gesetz gemacht hatten. Würde es ihn überhaupt interessieren, was Esther dazu zu sagen hat? Würde er vielleicht sogar wütend werden, wenn Esther das Thema anspricht und eine gegenteilige Meinung äußert? Das wusste zu dem Zeitpunkt keiner. Alleine schon die Frage, wie man überhaupt erst das Thema ansprechen soll, war schwer zu beantworten. Daher lesen wir folgende Reaktion von Esther von Vers 10 bis 17:

Da sprach Esther zu Hatach und befahl ihm, Mordechai zu sagen:
»Alle Knechte des Königs und die Leute in den königlichen Provinzen wissen, dass, wer irgend in den inneren Hof zum König hineingeht, es sei Mann oder Frau, ohne gerufen zu sein, nach dem gleichen Gesetz sterben muss, es sei denn, dass ihm der König das goldene Zepter entgegenstreckt, damit er am Leben bleibe. Ich aber bin nun seit 30 Tagen nicht gerufen worden, dass ich zum König hineingehen sollte!«
Als nun Esthers Worte dem Mordechai mitgeteilt wurden,
da ließ Mordechai der Esther antworten: »Denke nicht in deinem Herzen, dass du vor allen Juden entkommen würdest, weil du im Haus des Königs bist!
Denn wenn du jetzt schweigst, so wird von einer anderen Seite her Befreiung und Rettung für die Juden kommen, du aber und das Haus deines Vaters werden untergehen. Und wer weiß, ob du nicht gerade wegen einer Zeit wie dieser zum Königtum gekommen bist?«
Da ließ Esther dem Mordechai antworten:
»So geh hin, versammle alle Juden, die in Susan anwesend sind, und fastet für mich, drei Tage lang bei Tag und Nacht, esst und trinkt nicht. Auch ich will mit meinen Mägden so fasten, und dann will ich zum König hineingehen, obgleich es nicht nach dem Gesetz ist. Komme ich um, so komme ich um!«
Und Mordechai ging hin und machte alles ganz so, wie Esther es ihm geboten hatte.

Esther ließ sich also dazu überreden, den Versuch zu unternehmen, die Sache gegenüber dem König irgendwie anzusprechen. Auch, wenn ihr ein bisschen mulmig dabei zumute war.
Weiter lesen wir in Kapitel 5, Vers 1 bis 8:

Und es geschah am dritten Tag, da legte Esther ihre königliche Kleidung an und trat in den inneren Hof am Haus des Königs, dem Haus des Königs gegenüber, während der König auf seinem königlichen Thron im königlichen Haus saß, gegenüber dem Eingang zum Haus.
Als nun der König die Königin Esther im Hof stehen sah, fand sie Gnade vor seinen Augen; und der König streckte das goldene Zepter, das in seiner Hand war, Esther entgegen. Da trat Esther herzu und rührte die Spitze des Zepters an.
Da sprach der König zu ihr: Was hast du, Königin Esther, und was begehrst du? Es soll dir gewährt werden, und wäre es auch die Hälfte des Königreichs!
Esther sprach: Wenn es dem König gefällt, so komme der König heute mit Haman zu dem Mahl, das ich ihm zubereitet habe!
Da sprach der König: Holt rasch Haman, damit wir den Wunsch Esthers erfüllen! Und der König und Haman kamen zu dem Mahl, das Esther zubereitet hatte.
Und der König sprach zu Esther beim Weingelage: Was bittest du? Es soll dir gegeben werden! Und was begehrst du? Wäre es auch die Hälfte des Königreichs, es soll geschehen!
Da antwortete Esther und sprach: Meine Bitte und mein Begehren ist:
Habe ich Gnade gefunden vor dem König, und gefällt es dem König, mir meine Bitte zu gewähren und meinen Wunsch zu erfüllen, so komme der König mit Haman zu dem Mahl, das ich für sie zubereiten will; dann will ich morgen tun, was der König gesagt hat!

Hier merken wir, dass Esther erstmal dafür sorgen will, dass Haman und der König mit ihr in einem Raum sind. Daher veranstaltet sie wohl ein Mahl, um überhaupt erst mit ihnen zu reden, und will noch ein zweites veranstalten, an dem sie dann wahrscheinlich schon vorher überlegt hat, was sie sagen wird, denn es war ja nicht einfach, in so einer Lage überhaupt die richtigen Worte zu finden.
Haman aber bildete sich viel darauf ein, dass die Königin ihn zum Essen eingeladen hatte. Das merken wir deutlich, wenn wir weiterlesen, denn es steht Folgendes in den Versen 9 bis 14:

Und Haman ging an jenem Tag fröhlich und guten Mutes hinaus. Aber als Haman den Mordechai im Tor des Königs sah, wie er nicht aufstand, noch ihm Ehrfurcht erwies, da wurde er von Wut über Mordechai erfüllt.
Doch Haman überwand sich; als er aber heimkam, sandte er hin und ließ seine Freunde und seine Frau Seres holen.
Und Haman erzählte ihnen von der Herrlichkeit seines Reichtums und von der Menge seiner Söhne und wie ihn der König so groß gemacht und ihn über die Fürsten und Knechte des Königs erhoben habe.
Auch sprach Haman: Und die Königin Esther hat niemand mit dem König zu dem Mahl kommen lassen, das sie zubereitet hat, als mich; und ich bin auch morgen mit dem König zu ihr geladen!
Aber das alles befriedigt mich nicht, solange ich Mordechai, den Juden, im Tor des Königs sitzen sehe!
Da sprachen seine Frau Seres und alle seine Freunde zu ihm: Man soll einen Holzstamm zubereiten, 50 Ellen hoch; dann sage du morgen dem König, dass man Mordechai daran hängen soll, so kannst du fröhlich mit dem König zum Mahl gehen! Das gefiel Haman gut, und er ließ den Holzstamm zubereiten.

Der Stolz von Haman wird offensichtlich immer schlimmer. Zuerst prahlt er damit, was er für Reichtum hat und dass sogar die Königin ihn allein mit dem König zum Festmahl eingeladen hat. Dieser Teil ist schon nicht sonderlich ehrenhaft, wäre aber notfalls verzeihlich. 
Dann aber sagt er, dass er trotz allem wütend ist. Wegen nur einem Mann. All die großartigen Dinge in seinem Leben sind ihm nicht genug, sondern er ist so kleingeistig, dass er sich trotz all dessen allein auf seine Wut über Mordechai konzentriert. Ist das nicht irgendwie bescheuert?
Und als er dann auch noch den Vorschlag bekommt, Mordechai zu töten, gefällt ihm die Idee offensichtlich und er lässt schonmal vorneweg einen Galgen aufstellen. Was für ein Unheil!

Was als nächstes geschah, das lesen wir in Kapitel 6. Wir schauen uns nun die Verse 1 bis 5 an.

In derselben Nacht konnte der König nicht schlafen, und er ließ das Buch der Denkwürdigkeiten, die Chronik, herbringen; daraus wurde dem König vorgelesen.
Da fand sich, dass darin geschrieben war, wie Mordechai angezeigt hatte, dass Bigtan und Teres, die beiden Kämmerer des Königs, die die Schwelle hüteten, danach getrachtet hatten, Hand an den König Ahasveros zu legen.
Und der König sprach: Was für Ehre und Würde haben wir dafür Mordechai zuteilwerden lassen? Da sprachen die Knechte des Königs, die ihm dienten: Man hat ihm gar nichts gegeben!
Und der König fragte: Wer ist im Hof? Nun war Haman gerade in den äußeren Hof des königlichen Hauses gekommen, um dem König zu sagen, er solle Mordechai an den Holzstamm hängen lassen, den er für ihn bereitet hatte.
Da sprachen die Knechte des Königs zu ihm: Siehe, Haman steht im Hof! Der König sprach: Er soll hereinkommen!

Hier geschieht es also, dass der König auf die Situation aufmerksam wird, von der wir in Kapitel 2 erfahren haben, als Mordechai einen Anschlag auf den König vereiteln konnte. Und der König schämt sich vermutlich, weil man sich dafür in keiner Weise bedankt hat. Jetzt könnte er natürlich eine Idee gebrauchen, wie man das wiedergutmachen kann, dass Mordechai für seine Heldentat gar keine Ehre empfangen hat.
Und zu ausgerechnet diesem Augenblick kommt Haman zum König, und will ankündigen, dass Mordechai an einen Galgen gehängt werden soll. Das ist doch mal eine interessante Lage, nicht wahr?

Weiter lesen wir in Vers 6 bis 11:

Als nun Haman hereinkam, sprach der König zu ihm: Was soll man mit dem Mann machen, den der König gern ehren möchte? Haman aber dachte in seinem Herzen: Wem anders sollte der König Ehre erweisen wollen als mir?
Und Haman sprach zum König: Für den Mann, den der König gern ehren möchte,
soll man ein königliches Gewand herbringen, das der König selbst trägt, und ein Pferd, auf dem der König reitet und auf dessen Kopf ein königlicher Kopfschmuck gesetzt worden ist.
Und man soll das Gewand und das Pferd den Händen eines der vornehmsten Fürsten des Königs übergeben, damit man den Mann bekleide, den der König gern ehren möchte, und man soll ihn auf dem Pferd in den Straßen der Stadt umherführen und vor ihm her ausrufen lassen: »So macht man es mit dem Mann, den der König gern ehren möchte!«
Da sprach der König zu Haman: Eile, nimm das Gewand und das Pferd, wie du gesagt hast, und mache es so mit Mordechai, dem Juden, der vor dem Tor des Königs sitzt! Lass es an nichts fehlen von allem, was du gesagt hast!
Da nahm Haman das Gewand und das Pferd und bekleidete Mordechai und führte ihn auf die Straßen der Stadt und rief vor ihm her: »So macht man es mit dem Mann, den der König gern ehren möchte!«

Tja ... an dieser Stelle war der Stolz von Haman wohl nicht sonderlich hilfreich, oder? Diesen Verlauf hat er bestimmt als letztes erwartet, aber er hört ja auf den Befehl des Königs, also musste er nun den Mann, den er nicht ausstehen kann, genau so behandeln, wie er selbst gern behandelt worden wäre. 
Die wenigsten Menschen würden aber durch so eine Fügung zu der Erkenntnis kommen, dass Stolz ein schlechter Ratgeber ist, von dem man sich lieber nicht leiten lassen sollte. Auch Haman erkennt das nicht, sondern wir lesen in Vers 12 bis 14:

Darauf kehrte Mordechai zum Tor des Königs zurück; Haman aber eilte niedergeschlagen und mit verhülltem Haupt nach Hause.
Und Haman erzählte seiner Frau Seres und allen seinen Freunden alles, was ihm begegnet war. Da sprachen seine Weisen und seine Frau Seres zu ihm: Wenn Mordechai, vor dem du zu fallen begonnen hast, vom Samen der Juden ist, so kannst du nichts gegen ihn ausrichten, sondern du wirst gänzlich vor ihm fallen!
Während sie aber noch mit ihm redeten, kamen die Kämmerer des Königs und führten Haman rasch zu dem Mahl, das Esther zubereitet hatte.

Wie wir ja wissen, hat Gott sich zuerst das Volk Israel erwählt und erst später durch Jesus auch alle anderen Völker. Vorher war allein Israel Gottes Volk.
Weil nun die Menschen vom Stamm Juda insgesamt am wenigsten von allen 12 Stämmen gesündigt hatten, und weil auch prophezeit wurde, dass aus dem Geschlecht von König David die Rettung kommen würde, welcher vom Stamm Juda war, deswegen sind die Juden sozusagen der ehrenhafteste Teil von Israel. Vor allem bezogen auf die älteren Tage, denn Gott war oft mit ihnen. Auch die Freunde von Haman beginnen langsam zu merken, dass es eventuell eine nicht gerade intelligente Entscheidung ist, wenn Haman die Absicht verfolgt, alle Juden umbringen zu wollen. Aber diese Gedanken können nicht vertieft werden, denn Haman ist ja wieder bei Esther und König Ahasveros zum Essen eingeladen, und wird deswegen abgeholt.

Das siebte Kapitel hat zehn Verse und dort steht Folgendes:

So kam nun der König mit Haman zum Trinkgelage bei der Königin Esther.
Da sprach der König zu Esther auch am zweiten Tag beim Weintrinken: Was bittest du, Königin Esther? Es soll dir gegeben werden! Und was forderst du? Wäre es auch die Hälfte des Königreichs, es soll geschehen!
Da antwortete die Königin Esther und sprach: Habe ich Gnade vor dir gefunden, o König, und gefällt es dem König, so schenke mir das Leben um meiner Bitte willen, und mein Volk um meines Begehrens willen!
Denn wir sind verkauft, ich und mein Volk, um vertilgt, erschlagen und umgebracht zu werden. Wenn wir nur zu Knechten und Mägden verkauft würden, so wollte ich schweigen; obwohl der Feind nicht imstande wäre, den Schaden des Königs zu ersetzen!
Da sprach der König Ahasveros zu der Königin Esther: Wer ist es, der sich vorgenommen hat, so etwas zu tun, und wo ist er?
Und Esther sprach: Der Widersacher und Feind ist dieser böse Haman! Da erschrak Haman vor dem König und der Königin.
Der König aber stand in seinem Grimm auf vom Weintrinken und ging in den Garten des Palastes. Haman aber blieb zurück und bat die Königin Esther um sein Leben; denn er sah, dass sein Verderben beim König beschlossen war.
Und als der König aus dem Garten des Palastes wieder in das Haus kam, wo man den Wein getrunken hatte, da war Haman auf das Polster gesunken, auf dem Esther saß. Da sprach der König: Will er sogar der Königin Gewalt antun in meinem eigenen Haus? Das Wort war kaum aus dem Mund des Königs gekommen, da verhüllte man das Angesicht Hamans.
Und Harbona, einer der Kämmerer, die vor dem König standen, sprach: Siehe, der Holzstamm, den Haman für Mordechai zubereitet hat, der Gutes für den König geredet hat, steht schon beim Haus Hamans, 50 Ellen hoch! Und der König sprach: Hängt ihn daran!
So hängte man Haman an den Holzstamm, den er für Mordechai zubereitet hatte. Da legte sich der Zorn des Königs.

Wie wir also an diesem Text erkennen, war es dem König Ahasveros keineswegs egal, als er hörte, dass das Volk seiner Ehefrau in Gefahr ist. Und Haman, der Mensch, der wegen seinem Stolz und seinem sinnlosen Hass auf einen einzigen Mann Völkermord begehen wollte, landete am Ende an genau dem Galgen, den er eigentlich für seinen Feind hatte aufstellen lassen.
Das ist ein ziemlich gutes Beispiel dafür, dass es Unsinn ist, gegenüber irgendwem Hass im Herzen zu haben, oder zu verlangen, dass alle Menschen einen immer respektieren. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Verlauf potenziell auf jede Geschichte anwendbar ist, in der jemand wegen seinem Hochmut böse Dinge tut oder in irgendeiner Weise tyrannisch auftritt. Damit will ich zwar nicht behaupten, dass unbedingt alle hochmütigen Menschen auf die gleiche Weise enden werden wie Haman, aber ich betone, dass Haman eine extrem würdevolle und mächtige Stellung hatte, bei der es menschlich bewertet beinahe aussichtslos erschien, ihn zu Fall bringen zu wollen. Und doch hat es der allein wahre Gott es offensichtlich geschafft, indem er eine Reihe von Ereignissen einfädelte, mit denen zuerst keiner rechnete. Und ich mache darauf aufmerksam, dass Gott sich nicht verändert und daher auch heute noch fähig ist, Derartiges zu bewirken. Das sollte soweit allen Menschen klar sein.

Da nun aber Haman tot war, wurde Mordechai an die Machtposition gesetzt, welche Haman hatte. Also er wurde sozusagen nach dem König der ranghöchste Fürst über das Königreich. Leider konnte das Sterben von Haman aber nicht die Gefahr bannen, dass die Juden ausgelöscht werden sollten per Gesetz. Denn im Königreich gab es die unbedingte Regel, dass ein Gesetz, welches einmal aufgestellt wurde, nicht mehr hinweggenommen werden darf. Und obwohl Esther den König anflehte, konnte er es doch nicht außer Kraftsetzen. Er konnte nur etwas Anderes tun, um zu helfen: Der König ergänzte das Gesetz mit einer neuen Bestimmung, indem er den Juden das Sonderrecht einräumte, all ihren Besitz und ihr Leben mit ihrer ganzen Kraft zu verteidigen an dem Tag, an welchem der Auslöschungsbefehl ausgeführt werden sollte. Und dadurch, dass Mordechai, also ein jüdischer Mann, an die selbe Stelle wie einst Haman gesetzt war, empfanden es die meisten Autoritätspersonen als angemessen, sich am Tag der Schlacht auf die Seite der jüdischen Familien und sonstigen Personen dieses Volkes zu stellen und sich nicht mit den Judenhassern zu verbünden. So geschah es, dass nicht die Juden ermordet und ausgeraubt wurden, als der Tag kam, wo sie attackiert wurden, sondern dass die Juden ihre Hasser überwältigen konnten, aber sie raubten niemanden aus, sondern überließen den Besitz ihrer getöteten Feinde deren Hinterbliebenen.

In Kapitel 9 liest man dann auch davon, dass das jüdische Volk ein neues Fest erfand, um fröhlich an diese Rettung zu gedenken, und dieses Fest ist das Purimfest, wo man sich gegenseitig Geschenke macht. Das ist kein von Gott befohlenes Fest, aber wurde offensichtlich von Gott geduldet. Man merkt ja auch bei diesen ganzen Verläufen deutlich, dass Gott wohl an der einen oder anderen Stelle seine Finger im Spiel gehabt haben muss. Und in Kapitel 10 folgt noch die Erwähnung, dass Mordechai ein sehr tugendhafter Mann war und daher in der hohen Position besser für das Volk war als Haman. Natürlich zuerst für das jüdische Volk, letztlich aber auch für alle Leute in den Ländereien, die von dem König Ahasveros beherrscht waren. 

Das ist soweit alles, was man aus dem Buch Esther lernt über die Dinge, die zur damaligen Zeit geschahen.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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