Text zu "Bibellehre - Das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=99c9J9a8fGQ
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Im heutigen Video
werden wir uns ausführlicher mit dem Gleichnis vom unbarmherzigen
Knecht beschäftigen, das im achtzehnten Kapitel vom Evangelium des
Matthäus steht. Wir haben dieses zwar schon in einem anderen Video
zu Rate gezogen, um näher einzuschätzen, was genau Barmherzigkeit
bedeutet, aber diesmal ist es besonders wichtig, die Hauptbotschaft
des Gleichnisses in aller Deutlichkeit zu verkünden.
Anhand der Frage,
die Petrus vor dem Gleichnis stellt, merken wir deutlich, dass es um
das Thema Vergebung geht. Und ich weiß nicht, ob ihr euch darüber
im Klaren seid, aber wenn Menschen nicht von Krankheiten geheilt
werden können, oder wenn sie nicht von finsteren Bindungen gelöst
werden, so gibt es eine Hauptursache dafür, warum das nicht
funktioniert. Diese Hauptursache lautet: Unvergebenheit. Das ist der
häufigste und stärkste Grund, warum ein Mensch nicht heil werden
kann.
Und da würde manch
einer vielleicht Anstoß nehmen und sagen: Wie kann das denn bitte
sein? Warum hat Gott den Entschluss gefasst, dass Vergebung so
dringend notwendig sein soll? Weiß er denn nicht, wie schlimm die
Verletzungen sind, die manche von uns erleiden? Weiß er denn nicht,
wie beschämend und ungerecht es sich anfühlen würde, einem Mensch
zu vergeben, der einem sehr heftige Schäden zugefügt hat?
Solche Worte sind
aber stolz und selbstsüchtig. Wer so denkt, der macht sich selbst
zum Richter und er empfindet Verbitterung als ein Zeichen der
Gerechtigkeit. Aber das ist Unsinn. Verbitterung im Herzen hat rein
gar nichts mit Gerechtigkeit vor Gott zu tun. Und man muss sich schon
entscheiden! Wessen Gerechtigkeit will man begehren? Will man seine
persönliche Gerechtigkeit suchen, solange man in dieser Welt lebt?
Oder will man seine eigene Ehre vernachlässigen und stattdessen
Gottes Gerechtigkeit suchen, auf welche es geduldig zu warten gilt.
Gott ist nicht dafür
zuständig, dafür zu sorgen, dass uns immer Gerechtigkeit auf Erden
widerfährt und wir jedes Mal erleben, wie andere vor uns fallen,
sobald sie etwas getan haben, was uns nicht gefällt. Wer so etwas
erwartet, der kennt Gott überhaupt nicht. Und Jesus hat uns auch nie
versprochen, dass es uns auf dieser Welt immer gut gehen würde. Viel
mehr hat er davor gewarnt, dass wir Bedrängnis haben werden und dass
wir eines Tages sogar von allen gehasst sein werden.
Um also jedem Mensch
vergeben zu können, muss man zuerst sein eigenes Ego verringern und
aufhören, danach zu streben, dass man Respekt von anderen Menschen
bekommt oder dass diejenigen Wiedergutmachung leisten müssen, durch
die man Schaden erlitten hat. Denn nur wenige werden sich zu sowas
bereit erklären. Aber auch allen, die sich dazu nicht bereit
erklären, soll man vergeben.
Und viele Menschen
stellen sich da wirklich die Frage, wie das überhaupt sein kann,
dass man sowas tun soll. Dass man sich praktisch zum letzten Dreck
macht und zum Prügelknabe der ganzen Menschheit, indem man immer
Vergebung ausspricht, egal was passiert ist.
Und eben deshalb, um
das zu erklären, hat Jesus das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht
erzählt. Wir schauen uns dieses jetzt an, indem wir ab Vers 21 zu
lesen beginnen. Es steht geschrieben:
Da trat Petrus zu
ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, der
gegen mich sündigt? Bis siebenmal?
Jesus antwortete
ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis
siebzigmalsiebenmal!
Darum gleicht das
Reich der Himmel einem König, der mit seinen Knechten abrechnen
wollte.
Und als er anfing
abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war 10.000 Talente
schuldig.
Weil er aber nicht
bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und seine Frau und seine
Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und so zu bezahlen.
Da warf sich der
Knecht nieder, huldigte ihm und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so
will ich dir alles bezahlen!
Da erbarmte sich der
Herr über diesen Knecht, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld.
Als aber dieser
Knecht hinausging, fand er einen Mitknecht, der war ihm 100 Denare
schuldig; den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du
schuldig bist!
Da warf sich ihm
sein Mitknecht zu Füßen, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir,
so will ich dir alles bezahlen!
Er aber wollte
nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt
hätte, was er schuldig war.
Als aber seine
Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen
und berichteten ihrem Herrn den ganzen Vorfall.
Da ließ sein Herr
ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld
habe ich dir erlassen, weil du mich batest;
solltest denn nicht
auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich
erbarmt habe?
Und voll Zorn
übergab ihn sein Herr den Folterknechten, bis er alles bezahlt
hätte, was er ihm schuldig war.
So wird auch mein
himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder
von Herzen seine Verfehlungen vergebt.
In diesem Gleichnis
steht der König für unseren Vater im Himmel. Der Knecht ist ein
durchschnittlicher Mensch, denn durchschnittliche Menschen sündigen
sehr viel in ihrem Leben, ohne sich etwas dabei zu denken. Auch der
Mitknecht, den der begnadigte Knecht trifft, steht für einen
durchschnittlichen Mensch. Die Beobachter, die danach betrübt zum
König gehen, um ihm das Gesehene zu berichten, stehen für Engel.
Bei dem Gefängnis mit den Folterknechten bin ich mir zwar nicht zu
hundert Prozent sicher, aber ich vermute stark, dass dies für das
Totenreich und die dort stattfindende Strafe durch die gefallenen
Engel steht.
Jedenfalls ist
dieses Detail nicht der Kern der Sache, sondern das wichtige sind die
Größenverhältnisse des geschuldeten Vermögens. Ein Talent ist
nämlich sowas Ähnliches wie ein Goldbarren. Man könnte es also,
übertragen auf unsere heutige Zeit, ungefähr so beschreiben:
Es hatte ein Mensch
Schulden bei Gott, die so hoch sind, wie wenn er an Gott 10.000 reine
Goldbarren bezahlen müsste. Und das ist natürlich der absolute
Wahnsinn! Woher soll ein normaler Bürger bitteschön eine so
utopische Summe herbekommen? Nie und nimmer würde er in seinem
ganzen Leben fähig sein, einen so extremen Betrag zu bezahlen,
geschweige dem anzuhäufen, ohne kriminell zu werden, was aber die
Schuld vor Gott nur noch größer machen würde.
Und wegen der
Erkenntnis, dass dies sowieso nicht klappen wird, müsste man diesen
Mensch eigentlich einem schlimmen Schicksal übergeben. Aber der
Mensch in dem Gleichnis verhält sich enorm demütig, indem er sich
niederwirft und dem König huldigt. Und er fleht um Gnade. Da hat der
König aus dem Gleichnis Mitleid, und erlässt ihm einfach die
Schuld, ohne weitere Forderungen offen zu lassen. Das ist sehr
außergewöhnlich, denn auf einen derart großen Betrag würde
normalerweise niemand verzichten wollen.
Und nun, da diesem
Mensch die Last abgenommen wurde, dass er 10.000 Goldbarren bezahlen
sollte, trifft dieser einen alten Freund, der ihm 100 Euro schuldig
ist. So ungefähr müsst ihr euch das vorstellen, auch wenn Denare
damals eigentlich wertvoller waren als der Euro heutzutage.
Jedenfalls muss man
fragen: Was sind denn schon 100 € im Vergleich zu zehntausend
Goldbarren? Das ist gar nichts! Das ist so viel wie ein kleines
Staubkorn, welches man kaum sieht. Und wenn der Knecht eine so
riesengroße Barmherzigkeit erfahren hat, dass ihm seine unbezahlbare
Schuld erlassen wurde, dann sollte es doch selbstverständlich sein,
dass er diese Art der Barmherzigkeit auch an seine Mitmenschen
weitergibt. Aber das tut er nicht! Stattdessen wird er wegen lausigen
100 €, oder wie es in dem Gleichnis heißt, wegen 100 Denaren
aggressiv, und sorgt sogar dafür, dass sein alter Freund ins
Gefängnis gesperrt wird. Das ist wirklich eine Schande.
Und jeder von uns
muss sich selber fragen: Werde ich selber ebenfalls eine solche
Schandtat begehen?
Es wird nämlich
jeder von uns diesbezüglich in Versuchung kommen, weil es eine
Wahrheit gibt, die vielen Leuten nicht klar zu sein scheint.
Und diese Wahrheit
lautet: Jeder einzelne von uns ist wie ein Knecht, der zehntausend
geistliche Goldbarren an Gott schuldet, wahrscheinlich sogar noch
mehr als nur 10.000.
Denn in diesem
Gleichnis stehen die Geldbeträge für die Schwere unserer Sünden.
Und jeder von uns hat sich so viele Male, so unzählig oft in
irgendeiner Weise an Gott versündigt, dass dabei locker eine Summe
rauskommt, die mit 10.000 Talenten vergleichbar ist. Das trifft auf
mich zu, das trifft auf dich zu, das trifft auf deine Mutter und auf
deinen Vater zu, auf deine Brüder und Schwestern, und auch auf deine
liebe Oma.
Wir Menschen sind
uns oft gar nicht bewusst darüber, wie viel wir eigentlich gegen
Gott gesündigt haben in unserem Leben.
Jesus hat uns
gesagt, dass wir unser Herz nicht durch Rausch oder Trunkenheit
beschweren dürfen.
Das bedeutet also:
Jedes Mal, wenn du betrunken warst, oder anderweitig berauscht, hast
du dich an Gott versündigt.
Jesus hat uns
gesagt, dass wir unseren nächsten lieben sollen wie uns selbst. Das
geht sogar schon aus dem alten Testament hervor. Und dazu gehört
auch, dass wir in keiner Weise Hass in unserem Herz haben dürfen,
egal gegen wen. Jedes Mal wenn du Hass gegen einen Mensch in deinem
Herzen hattest, und jedes Mal, wenn du einen Mensch übel beleidigt
hast, hast du dich an Gott versündigt.
Und jedes Mal, wenn
du eine Lüge erzählt hast, hast du dich an Gott versündigt. Auch
jedes Mal, wenn du dich in irgendeiner Weise an Betrug beteiligt
hast, hast du dich an Gott versündigt. Und jedes Mal, wenn du
Diebstahl begangen hast, hast du dich versündigt, selbst wenn es nur
ein illegal aus dem Internet heruntergeladenes Lied gewesen ist, denn
da geht Diebstahl bereits los.
Und jedes Mal, wenn
du mit einer Person eine Beziehung hattest, aber hast einer fremden
Person lüsternd hinterhergeschaut, da hast du dich an Gott
versündigt, denn Jesus nennt sowas Ehebruch im Herzen. Und jedes
mal, wenn du stolze Reden geführt oder hochmütig gehandelt hast,
hast du dich an Gott versündigt. Und jedes Mal, wenn du deine eigene
Ehre bei Menschen begehrt hast, aber Ehre vor Gott dafür
vernachlässigt hast, hast du dich an Gott versündigt. Und immer,
wenn du etwas Unzüchtiges getan hast, so hast du dich auch dadurch
an Gott versündigt. Das alles ist erst der Anfang. Ich werde jetzt
nicht damit weitermachen, noch mehr aufzuzählen.
Aber eines sage ich
euch: Wenn ich selbst mich hinsetzen müsste, um alle Momente meines
Lebens aufzuschreiben, in denen ich mich an Gott versündigt habe,
dann würde ich eine ganze Woche mit Schreiben beschäftigt sein und
wäre nach dieser Zeit immernoch nicht fertig. Denn ich habe in
jüngeren Jahren unzählige Dinge falsch gemacht, ich habe so
ziemlich jede Situation verbockt, in der ich war, ich habe mich
gotteslästerlich benommen ohne Ende, weil ich meinte, es gäbe nicht
wirklich einen Gott, und falls doch, dann ist dieser sowieso nicht
gut. Mir war damals so ziemlich alles egal, was ich tat und wie das
vor Gott wohl aussieht, sollte es einen geben.
Wenn man meine
Sünden zusammenrechnet, käme da auch eine riesengroße Zahl raus.
Ich glaube nicht, dass man sonderlich viele Menschen finden wird, bei
denen eine geringe Summe an Sünden vorliegt. Denn auch Heuchelei ist
eine Sünde, und ich habe in meinem Leben massenweise Heuchler
gesehen, unzählige, so zahlreich wie der Sand am Meer.
Es ist wichtig, auch
wenn sich das unangenehm anfühlt, dass jeder von uns einsieht, dass
man selbst auch ein Mensch ist, der eine riesengroße Schuld vor Gott
angehäuft hat. Und es ist egal, welchen Grund du dafür hattest, zu
sündigen, oder ob du damit irgendwelche Ziele erreichen wolltest,
die es angeblich wert waren. Das zählt vor Gott nicht, sondern es
zählt nur die Frage: Hast du gesündigt oder nicht?
Und die Antwort
lautet in jedem Fall Ja.
Und nun, da wir bis
an diesem Punkt gekommen sind, müssen wir uns eine ganz wichtige
Sache eingestehen: Die Summe der Dinge, die ein anderer Mensch gegen
uns tun kann, ist nichtmal ansatzweise so groß, wie all das, was wir
gegen Gott getan haben, und wodurch wir ihn zum Zorn gereizt haben.
Wenn aber Gott
seinen eigenen makellosen Sohn hergibt, um ihn für uns zum
Sühneopfer werden zu lassen, sodass alle unsere Sünden, also dieser
ganze riesengroße Haufen, den wir angesammelt haben, einfach zu
nichts erklärt wird, wie können wir uns dann erdreisten, unseren
eigenen Mitmenschen keine Vergebung zu schenken? Sollten wir nicht
auf die gleiche Weise an anderen handeln, wie Gott an uns handelt,
indem er uns alle unsere Schandtaten vergibt?
Das ist doch wohl
das Mindeste, was man tun kann! Wenn einem alles vergeben wurde,
obwohl man eigentlich ins Gefängnis zu den Folterknechten gehört,
ist es logisch, dass man dann ebenfalls diese Vergebung an anderen
erweist. Denn es hat Gott mit Sicherheit Überwindung gekostet, eine
so große Gnade zu haben, dass er zu all unseren unzähligen
Schandtaten sagt: „Es ist vergeben und vergessen!“
Glaubt ihr etwa, es
ist einfach, so eine Entscheidung zu treffen? Es ist für niemanden
einfach, auch nicht für Gott.
Und Gott ist
allezeit gerecht, daher sagt er: „Wer nicht so viel Vergebung übt,
wie er von mir empfangen hat, der ist es nicht wert, dass seine
Vergebung erhalten bleibt.“
Denn genau das ist
die Botschaft des Gleichnisses vom unbarmherzigen Knecht. Der
unbarmherzige Knecht hatte eine riesige Schuld. Und diese wurde ihm
erlassen. Genau das gleiche passiert mit uns ebenfalls, wenn wir
Jesus als unseren Retter annehmen und uns auf seinen Name taufen
lassen. Dadurch wird uns unsere ganze angehäufte Schuld vergeben.
Wenn wir dann aber unseren Mitmenschen gegenüber keine Vergebung
üben, obwohl wir selber riesengroße Gnade von Gott bekommen haben,
dann wird mit uns das Gleiche passieren, was mit dem unbarmherzigen
Knecht passiert ist. Wir werden den Folterknechten übergeben, weil
wir uns geweigert haben, das weiterzugeben, was wir empfangen haben.
Denn die Vergebung, die wir durch Jesus von Gott bekommen, ist
gigantisch.
Daran müssen wir
allezeit denken, und aus diesem Gesichtspunkt macht es auch Sinn,
wenn Gott darauf besteht, dass wir unbedingt ausnahmslos jedem Mensch
vergeben sollen, der sich in irgendeiner Weise an uns vergangen hat.
Ich hoffe, ihr
versteht das, denn Vergebung gehört zu den allerwichtigsten Teilen
von Jesu Lehre. Sie ist unerlässlich, wenn man wirklich ein Mensch
sein will, der gerettet wird. Und wäre dem nicht so, dass die
Wichtigkeit von Vergebung entscheidend ist, dann hätte Jesus auch
gar nicht erst dieses Gleichnis erzählen müssen.
Daher bitte ich
euch, egal, wie schlimm die Sachen sind, die ihr von anderen Menschen
erlitten habt: Sprecht trotzdem Vergebung aus! Und wenn ein Mensch
weiter böse bleibt, dann haltet euch von ihm fern, ist der Mensch
aber aufrichtig und einsichtig, so sollt ihr mit Barmherzigkeit auf
ihn zugehen und den Mensch nicht von euch wegstoßen.
Das ist soweit
alles, was im heutigen Video gesagt werden musste.
Danke für's Zuhören
uns bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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