Text zu "Bibellehre - Gott ist gut"

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In diesem Video wollen wir versuchen, ein besseres Gesamtbild von unserem Vater im Himmel zu bekommen und ihn besser zu erkennen. Denn jeder Mensch, der die Bibel von der ersten Seite an liest, wird ziemlich schnell angewidert von Gott sein, wegen den äußerst ekelhaften Entscheidungen, die da teils getroffen werden. Gott gibt schmerzhafte Befehle und vernichtet ganze Völker. Und am schlimmsten ist wohl für jeden die Geschichte, als Abraham seinen Sohn Isaak als Brandopfer darbringen sollte, und dann auch noch die Geschichte mit Hiob, wo Gott dem Satan erlaubt, einen gerechten Mann aufs Übelste kaputt zu spielen. Das alte Testament zeichnet ein teilweise sehr grässliches und abscheuliches Bild von unserem Vater im Himmel. Man könnte meinen, Gott sei von Grund auf zornig und sadistisch.

Es wird aber in drei von vier Evangelien berichtet, dass Jesus etwas ganz Bestimmtes gesagt hat, als er von einem reichen Jüngling angesprochen wurde. Dabei lesen wir jedes Mal:

Niemand ist gut als Gott allein!

Das ist außergewöhnlich! Man lernt Gott als einen grausamen Gewalttäter kennen, aber Jesus sagt, dass niemand gut ist, außer Gott. Wie kommt Jesus dazu, sowas zu sagen? Hat er etwa das alte Testament nicht gelesen?
Die Antwort lautet: Oh doch! Er hat es genau gelesen, denn er zitiert an vielen Stellen aus den Schriften, die man im alten Testament findet. Jesus kennt also die Schriften im alten Testament auswendig, und trotzdem sagt er: Niemand ist gut als nur Gott allein.

Woher nimmt er diese Ansicht nur? Um diese Frage zu beantworten, werden wir uns zwei andere Bibelverse anschauen, die beide im Evangelium des Johannes stehen. Wir lesen folgende Worte in Kapitel 17, Vers 25, wo Jesus zum Vater betet:

Gerechter Vater, die Welt erkennt dich nicht; ich aber erkenne dich, und diese erkennen, dass du mich gesandt hast.

Diese Worte sollten wir jetzt mal ganz tief in uns aufnehmen! Die Welt erkennt den Vater nicht. Ist das nicht eine hochinteressante Bemerkung? Eigentlich sind wir doch alle Menschen, die fähig sind, eigenständig zu denken. Wir alle, die wir auf dieser Welt leben, können Dinge einschätzen und uns eine Meinung bilden. Aber Jesus sagt: Die Welt erkennt den Vater nicht. Ganz im Gegensatz zu Jesus, denn Jesus betont, dass er selbst den Vater erkennt. Da stehen wir jetzt also vor der Wahl: Worauf wollen wir hören? Auf das, was die weltlichen Menschen sagen, die sofort mit einer Verurteilung beginnen, wenn sie gewisse Bibelstellen lesen?
Oder auf Jesus, der sagt: Niemand ist gut als nur Gott allein.
Wem kann man denn mehr vertrauen? Kann man einem Mensch am meisten vertrauen, der nach seinem fleischlichen Gemüt und seiner persönlichen Moralvorstellung Richter sein will? Oder kann man dem jenigen vertrauen, der am liebsten gar nicht richten will, auch wenn es eines Tages ja doch dazu kommen wird?
Um die Frage danach zu beantworten, wer am vertrauenswürdigsten ist, möchte ich mal eine zweite Stelle im Johannesevangelium aufzeigen. Wir lesen diese Worte in Kapitel 1, Vers 18:

Niemand hat Gott je gesehen; Der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss über ihn gegeben.

Also: Vertrauen wir dem einen, der im Schoß des Vaters war? Oder vertrauen wir unserer eigenen begrenzten Wahrnehmung, oder dem verdrehten und verdorbenen Scheinmoralempfinden der durchschnittlichen Menschheit?
Also ich persönlich will viel lieber dem vertrauen, was Jesus sagt, anstatt mich allein auf mein eigenes Urteilsvermögen oder das Gerede anderer Leute zu verlassen.

Aber was machen wir nun mit den ganzen schlimmen Stellen im alten Testament, in denen Gott als ein psychopathischer Irrer hingestellt wird? Irgendwas muss man dazu ja sagen können, wenn man wirklich ein Jesus-Nachfolger sein will. Denn wäre Jesus selbst darauf angesprochen worden, hätte er sicher auch Antworten parat gehabt.

Darum werde ich euch nun mal ein paar erwähnenswerte Dinge zu gewissen Bibelstellen erzählen, und danach werden wir uns anschauen, ob das Alte Testament wirklich ausschließlich schlecht über Gott redet oder nicht.

Zuerst möchte ich etwas zu dem Opferungsbefehl an Abraham sagen. Jeder Mensch, der die Geschichte kennt, der wird wissen, dass diese Opferung auf den Befehl Gottes verhindert wurde. Denn es war überhaupt nicht die Absicht Gottes, dass Isaak sterben soll. Es ging einzig und allein darum, ob Abraham einen derartig großen Gehorsam zeigen würde, dass er sogar seinen aller wertvollsten Besitz auf der Welt hergeben würde, um Gott zu ehren.
Und außerdem sollte jedem Mensch, der auch nur ein bisschen über dieses Ereignis nachdenkt, ein gewisses Detail auffallen. Nämlich: Es geht hier darum, ob jemand seinen eigenen Sohn, den er mehr liebt als alles andere, hergeben würde, um einem höheren Zweck zu dienen. Erkennt ihr den Zusammenhang? Es gab jemanden, der das tatsächlich gemacht hat, was man eigentlich von niemanden verlangen kann. Abraham musste es nicht tun. Er wurde nur auf die Probe gestellt. Aber einen anderen gibt es, der hat tatsächlich seinen über alles geliebten Sohn hergegeben, um seine Liebe zu jemand anderem zu beweisen. Denn wir wissen, dass Gott seinen eigenen Sohn hergegeben hat, um uns Menschen retten zu können. Es handelte sich bei dieser scheinbaren Opferung Isaaks also eigentlich nur um ein symbolisches Schauspiel, welches die Zukunft andeuten sollte. Und das wird auch an einer Stelle besonders offensichtlich. Denn als Abraham mit seinem Sohn unterwegs war, um den Befehl Gottes auszuführen, da lesen wir diesbezüglich Folgendes im ersten Buch Mose, Kapitel 22, Vers 7 und 8:

Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Und er antwortete: Hier bin ich, mein Sohn! Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Lamm zum Brandopfer?
Und Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird für ein Lamm zum Brandopfer sorgen! Und sie gingen beide miteinander.

Das ist bemerkenswert! Abraham hat gesagt: Gott wird für ein Lamm sorgen. Abraham weiß es vermutlich selber nicht, aber als er das sagte, da hat er in dem Moment geweissagt, denn es steht geschrieben im Evangelium des Johannes, Kapitel 1, Vers 29 und 30:

Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!
Das ist der, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.

Damit erfüllt sich die Weissagung, dass Gott für das Lamm sorgen würde. Und genau darum ging es im Grunde genommen bei der ganzen Situation mit Isaak. Obendrein muss man auch betonen, dass Gott zu dieser Zeit leider noch nicht das Gesetz an die Menschen gegeben hatte. Denn hätte Abraham bereits das Gesetz gekannt, dann hätte er seinen Sohn beschützen können, indem er sagt: „Es steht geschrieben: Du sollst nicht töten! Und es steht geschrieben, dass es Gott ein Gräuel ist, wenn Menschenopferungen passieren, darum werde ich diese Anweisung gewiss nicht befolgen, sondern ich werde das Gesetz einhalten!“
Auf genau diese Art sollte man heutzutage reagieren, wenn man in irgendeiner Weise befohlen bekommt, einen Mensch zu töten oder zu opfern. Und es handelte sich damals bei der Sache mit Isaak um ein einzigartiges Schauspiel. Sowas ist seitdem nie wieder unter Gottes Befehl vorgekommen, und es wird sich auch in Zukunft niemals wiederholen.

Hinsichtlich Hiob muss man sagen, dass es schon eine gewisse Unbarmherzigkeit in sich hat, wenn Gott das völlige Verderben eines Mannes erlaubt. Aber es gibt einige Aspekte, die ihr dabei beachten müsst. Aspekt Nummer eins lautet: Hiob war reich. Ich meine: Was glaubt ihr wohl, warum Jesus zu uns gesagt hat, dass wir in keiner Weise Reichtum begehren dürfen? Am Beispiel von Hiob sieht man, dass der Satan es ausgenutzt hat, wie reich Hiob war. Denn der Satan sagte ja: „Hiob ist dir nur so treu, weil er mit Reichtum gesegnet ist!“
Wäre Hiob nicht reich gewesen, hätte der Satan es nicht als Argument benutzen können, um Hiob vor Gott zu verlästern.
Und der zweite Aspekt, den wir beachten sollten, ist einer, der nicht sofort offensichtlich wird. Gott wusste, dass Hiob es schaffen würde. Hätte Gott gewusst, dass Hiob es nicht aushalten wird, hätte er es verhindert. Und der Grund, warum er es letztlich erlaubt hat, ergibt sich aus dem dritten Aspekt, an den wir denken müssen. Der Teufel hat logisch klingende Worte geredet, die gelogen waren, aber wenn man nicht das Gegenteil bewiesen hätte, dann hätte der Teufel als Verkünder der Wahrheit dagestanden. Und genau das muss um Himmels Willen vermieden werden, dass der Satan auch nur in einer einzigen Situation Recht behält. Man darf auf keinen Fall vergessen, in was für einer unangenehmen Lage Gott sich befindet. Seine eigene Schöpfung hat angefangen, gegen ihn zu rebellieren, denn einer aus der Schöpfung ist dem Hochmut verfallen und hat sich gegen ihn erhoben. Und er hat es geschafft, ein drittel von allen Engeln des Himmels auf seine Seite zu ziehen und sie unter sein eigenes Kommando zu stellen.
Ihr müsst mal versuchen, euch das ein bisschen mehr vor Augen zu halten. Im Himmel gibt es mehr als 100.000.000 Engel. Und ein Drittel davon, also mehr als 33.000.000 Engel haben sich gegen Gott gewendet, obwohl Gott eigentlich nur Frieden und Harmonie für seine ganze Schöpfung wollte. Das ist zumindest sehr naheliegend, dass er genau das will. Aber was soll er denn tun, um die 33.000.000 Engel zurückzugewinnen und um zu verhindern, dass noch mehr Engel abfällig werden? Er hat nur diese eine Wahl, den Teufel als den böswilligen Lügner zu entlarven, der er ist. Und genau das musste auch unbedingt in der Situation mit Hiob passieren, und glücklicherweise war Hiob ein Mann von so außergewöhnlicher Tapferkeit, dass er es durch sein standhaftes Verhalten tatsächlich geschafft hat, den Teufel am Ende wie einen Trottel dastehen zu lassen. Hiob hat durch sein Verhalten einen sehr entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass die Wahrheit der ganzen Schöpfung offenbar werden wird, nämlich dass die Behauptungen des Teufels nicht die Wahrheit sind und dass er andauernd nur Elend schüren will. Denn wer von beiden hat denn die Forderung gestellt, dass Hiob alles verlieren soll? Wessen Idee war es? Hat Gott das gefordert, oder hat der Satan diese Forderung gestellt? Ich hoffe, ihr könnt diese Frage selbst beantworten.
Der Satan muss so umfassend als Lügner entlarvt werden, dass auch der letzte Zweifler keine akzeptable Grundlage mehr dafür hat, es zu verneinen. Denn es gab schon immer Menschen, die der Meinung waren, dass der Satan der Menschheit helfen würde. Und auch heutzutage gibt es gewisse Menschen, die das glauben, weil sie sein heimtückisches Geschwätz und seine falschen Versprechungen ernst nehmen. Hiob hingegen hat ungebrochen an Gott festgehalten, und man sollte auch immer daran denken, dass Hiob am Ende den doppelten Reichtum bekam, den er vor seiner schlimmen Phase hatte. Das vergessen einige auch ganz gerne.

Und was die ganzen zornigen Momente und die Strafgerichte Gottes betrifft, so muss dazu Folgendes mal gesagt werden: Gott verabscheut einerseits Hochmut, und zwar aufs Äußerste. Er kann es nicht aushalten, wenn jemand hochmütig ist, denn eben wegen dem Hochmut ist ja am Anfang alles ins Chaos geraten. Und wenn Völker sich hochmütig verhalten haben, indem sie Gott verspotteten oder indem sie sich über das Unheil von Israel freuten, dann hat ihn das zornig gemacht. Ebenso hättet ihr mal sehen müssen, wie furchtbar sich die Menschen damals benahmen. Es wäre auch euch unmöglich, davon nicht zornig zu werden, wenn man es mit ansehen muss. Und genau da kommen wir an den springenden Punkt.
Wir müssen uns fragen: Gibt es einen Unterschied zwischen einem, der von Natur aus zornig ist, und einem, der zum Zorn gereizt wurde?
Die Antwort lautet: Ja! Es gibt definitiv einen Unterschied zwischen den beiden. Denn jemand, der von Natur aus zornig ist, der wird ständig aggressiv, egal wie andere sich benehmen. Aber jemand, der zum Zorn gereizt wurde, der ist demnach nicht zornig gewesen, bevor die Reizung losging. Und alleine deshalb, weil er gereizt wurde, konnte der Zorn in ihm überhaupt erst entstehen.
Und nun wollen wir uns mal anschauen, wie es sich mit unserem Vater im Himmel verhält. Ist unser Vater ständig zornig? Oder ist er jemand, in dem Zorn entfacht wurde, weil man ihn ständig nur reizte?
Schauen wir uns dazu mal ein paar Stellen aus dem alten Testament an!

Das Buch des Propheten Jeremia, Kapitel 32, Vers 31:

Denn diese Stadt hat mich immer nur zum Zorn und Grimm gereizt von dem Tag an, da man sie baute, bis zu diesem Tag, sodass ich sie von meinem Angesicht hinwegtun will.

Erstes Buch der Könige, Kapitel 14, Vers 9:

sondern weil du mehr Böses getan hast als alle, die vor dir gewesen sind; weil du hingegangen bist und dir andere Götter und gegossene Bilder gemacht hast, sodass du mich zum Zorn reiztest und mich verworfen hast;

Psalm 78, Vers 58:

Und sie reizten ihn zum Zorn durch ihre Höhen und zur Eifersucht durch ihre Götzenbilder.

Das Buch des Propheten Hesekiel, Kapitel 8, Vers 17:

Da sprach er zu mir: Hast du das gesehen, Menschensohn? Ist es dem Haus Juda zu wenig, die Gräuel zu tun, die sie hier verüben, dass sie auch das Land mit Frevel erfüllen und mich immer wieder zum Zorn reizen?

In dem selben Buch lesen wir in Kapitel 16, Vers 26a:

Du hurtest mit den Söhnen Ägyptens, deinen Nachbarn, die großes Fleisch hatten, und hast immer mehr Hurerei getrieben, um mich zum Zorn zu reizen.

Im Buch des Propheten Jeremia steht in Kapitel 44, Vers 22:

Ja, der HERR konnte es nicht länger ertragen, angesichts der Bosheit eurer Taten, angesichts der Gräuel, die ihr verübtet; darum ist euer Land zur Wüste und zum Entsetzen und zum Fluch geworden, unbewohnt, wie es heute der Fall ist.

Ebenfalls steht in dem Buch in Kapitel 6, Vers 7:

Wie ein Brunnen sein Wasser hervorsprudeln lässt, so haben sie ihre Bosheit hervorsprudeln lassen; von Gewalttat und Bedrückung hört man in ihr; Leid und Misshandlung muss ich beständig mit ansehen.

An dieser Stelle mache ich erstmal Schluss mit Zitaten zu diesem Thema. Aber man könnte noch mehr Stellen finden, aus denen klar hervorgeht, dass Gott provoziert worden ist. Und deswegen sollte sich jeder erstmal Gedanken darüber machen, wie Gott drauf ist, wenn er nicht provoziert wird.
Ich meine: Es ist doch nun absolut kein Wunder, dass jemand mit Zorn reagiert, der andauernd zum Zorn gereizt wird! Das ist bei jedem Mensch auf dieser ganzen Erde so. Und offensichtlich ist es auch bei Gott nicht anders, auch wenn dieser weit mehr ist als ein Mensch. Wenn ihr glaubt, dass es irgendein Wesen gibt, welches man die ganze Zeit unentwegt provozieren kann, ohne dass dieses irgendwann zornig wird, dann liegt ihr falsch. Und wenn irgendjemand glaubt, dass es egal ist, wenn jemand zum Zorn gereizt wird, so liegt dieser jemand noch viel falscher.
Wenn ihr mich fragt, so hat Gott sehr wohl das Recht dazu, wütend zu sein, wenn er Menschen sehen muss, die immer wieder böse Dinge tun und ihm damit gewissermaßen ins Gesicht spucken. Und obendrein lesen wir im Buch des Propheten Nahum, dass Gott langsam zum Zorn ist. Es muss also schon so einiges passieren, bevor er wirklich mal ein Strafgericht bringt. Das wird aber aus den Erzählungen in den Geschichtsbüchern der Bibel nicht ersichtlich, sondern es ist immer so erzählt, als würde Gott bereits wegen bedeutungslosen Kleinigkeiten völlig an die Decke gehen. Das ist eine sehr einseitige Art, die Dinge zu berichten, denn es werden dabei die Sünden der Menschen bei weitem nicht klar genug betont, durch welche Gott zornig wurde. Wenn ihr fähig sein würdet, euch anzusehen, wie unfassbar entsetzlich das Verhalten der Menschen damals war, und was für kranke Szenen sich da ständig abgespielt haben, dann würdet ihr bestens verstehen, warum Gott so oft zornig war. Und heutzutage passieren ja auch jede Menge gottlose Dinge, von denen einige höchst abartig sind. Aber die jenigen, die Gott dafür verurteilen, dass er früher so viel zugeschlagen hat, das sind die selben, die heuzutage sagen: Warum tut Gott nicht endlich mal etwas dagegen?

Versteht ihr, was hier los ist? Wenn Gott richtet, dann wird er von gewissen Menschen als böse hingestellt, und wenn er nicht richtet, dann wird er ebenfalls von gewissen Menschen als böse hingestellt. Das ist einfach nur typisch für das fleischliche Denkmuster. Immer wird alles sinnlos verdreht und beklagt.

Einige Menschen werden sich vermutlich auch darüber beklagen, dass geschrieben steht:

Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.

Das steht im Hebräerbrief. Solch ein Verhalten käme auch nur von einem psychopathischen Wesen, denn ein Psychopath ist so kaputt im Inneren, dass er auch gegenüber denen, die er liebt, nichts Anderes kann, als gewaltvoll mit ihnen umzugehen, um Zuneigung und Liebe zu zeigen. Aber unser Vater im Himmel ist gewiss kein Psychopath. Wenn Menschen glauben, Gott würde sie auf's Geratewohl schlagen, so wie es ihm gerade zufällig in den Sinn kommt, oder wenn sie glauben, es sei ein Beweis seiner Liebe gegenüber ihrem Verhalten und man müsse sich nicht weiter darum kümmern, dann sind diese Menschen einer Irrlehre verfallen.
Um ein bisschen besser zu verstehen, was mit diesem Ausspruch gemeint ist, müssen wir mal in die Quelle schauen, aus der Paulus in dem Brief zitiert hat.
Folgendes lesen wir in den Sprüchen Salomos, Kapitel 3, Vers 11 bis 13:

Mein Sohn, verwirf nicht die Züchtigung des HERRN und sei nicht unwillig über seine Zurechtweisung;
denn wen der HERR liebt, den züchtigt er, wie ein Vater den Sohn, an dem er Wohlgefallen hat.
Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, dem Menschen, der Einsicht erlangt!

Es ist aus diesem Text ersichtlich, dass jede Züchtigung zur Zurechtweisung gut sein soll. Das bedeutet also, dass eine stattfindende Züchtigung Gottes folgenden Hintergrund hat:
Ihr verhaltet euch falsch, und dadurch fallt ihr in die Sünde. Wenn ihr dann aber keine Buße tut oder gar nicht erst darüber nachdenkt, ob ihr irgendwas falsch gemacht habt, dann züchtigt euch Gott bzw. lässt Züchtigung zu, weil er euch dadurch wachrütteln will. Und sobald ihr nachdenkt, und versteht, was ihr falsch macht, und euer Denken ändert und um Vergebung bittet, wird die Züchtigung aufhören.
Zumindestens ist es das, was Gott sich erhofft und warum er überhaupt erst Züchtigung genehmigt. Denn er könnte euch ja auch völlig ungehindert immer tiefer in die Sünde schlittern lassen, indem er trotz eurer Sünde Züchtigung verhindert. Aber eben deshalb, weil er an eurem Seelenwohl Interesse hat, wird er Züchtigung erlauben, weil er denkt, dass ihr dadurch eher zum Ablassen von der Sünde motiviert werdet, als wenn gar keine Reaktion erfolgt. Das ist damit gemeint, wenn geschrieben steht, dass er die züchtigt, die er liebt. Salomo bezeichnet es als eine liebevolle Absicht, wenn ihr durch die Züchtigung wachgerüttelt werden sollt, um eure Umkehr zu fördern, welche der Rettung eurer Seele dient.
Wenn man schon zu Jesus gehört, dann bekommt man bereits vor dem Tun der Sünde so ein Gefühl, dass man drauf und dran ist, etwas Sündiges zu tun, aber wenn man dieses Gefühl ignoriert und weitermacht, dann fällt man in die Sünde, und die Sünde ist nicht gut für uns. Darum kommt hinterher das Thema Züchtigung auf.
Allerdings muss man zugeben, dass das nun nicht sonderlich barmherzig wirkt, und dass es schon oft genug die Erkenntnis gab, wie nutzlos Gewalt bei Erziehung eigentlich ist. Ich weiß nicht wirklich, warum unser Vater mit dieser vergeblichen Strategie immernoch weitermacht, aber es geht mich wohl auch nicht wirklich etwas an.

Das mit der Züchtigung könnte man schon als einen Makel sehen, aber ist deswegen Gott insgesamt gleich völlig schlecht? Oder sollte man ihn deshalb etwa als böse bezeichnen? Ein böses Wesen will doch überhaupt kein Heil für irgendwen. Ein böses Wesen hat immer nur Interesse an Zerstörung und Verderben. Aber daran erfreut unser Vater im Himmel sich überhaupt nicht. Und das geht auch schon aus dem alten Testament hervor.

Es gibt eine Menge negative Zitate im Alten Testament, aber es gibt auch die andere Seite. Wir werden uns jetzt mal einige Bibelstellen diesbezüglich anschauen. Überlegt mal bitte bei euch selbst, ob diese Zitate wirklich von einem bösen Wesen stammen können!

Im Buch des Propheten Jona lesen wir in Kapitel 3, Vers 4 bis 10:
Und Jona fing an, eine Tagereise weit in die Stadt hineinzugehen, und er rief und sprach: »Noch 40 Tage, und Ninive wird zerstört!«
Und die Leute von Ninive glaubten Gott; und sie riefen ein Fasten aus und legten Sacktuch an, vom Größten bis zum Kleinsten unter ihnen.
Und das Wort gelangte bis zum König von Ninive; und er stand von seinem Thron auf, legte seinen Mantel ab, hüllte sich in Sacktuch und setzte sich in die Asche.
Und er ließ ausrufen und sagen in Ninive, auf Befehl des Königs und seiner Großen: »Menschen und Vieh, Rinder und Schafe sollen nichts genießen, sie sollen weder weiden noch Wasser trinken;
sondern Menschen und Vieh sollen sich in Sacktuch hüllen und mit aller Kraft zu Gott rufen und sollen umkehren, jeder von seinem bösen Weg und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt!
Wer weiß, Gott könnte anderen Sinnes werden, es sich gereuen lassen und ablassen von seinem grimmigen Zorn, sodass wir nicht untergehen!«
Und Gott sah ihre Taten, dass sie umkehrten von ihren bösen Wegen, und ihn reute das Übel, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.

Beachtet hierbei besonders den letzten Vers! Gott bereute es, überhaupt erst die Absicht gehabt zu haben, die Stadt zu zerstören.

Im Buch des Propheten Jesaja steht dies geschrieben in Kapitel 38, Vers 1 bis 5:

In jenen Tagen wurde Hiskia todkrank. Da kam der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Bestelle dein Haus; denn du sollst sterben und nicht am Leben bleiben!
Da wandte Hiskia sein Angesicht gegen die Wand und betete zum HERRN;
und er sprach: Ach, HERR, gedenke doch daran, dass ich in Wahrheit und mit ganzem Herzen vor dir gewandelt bin und getan habe, was gut ist in deinen Augen! Und Hiskia weinte sehr.
Da erging das Wort des HERRN folgendermaßen an Jesaja:
Geh hin und sage zu Hiskia: So spricht der HERR, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet erhört und deine Tränen angesehen. Siehe, ich will zu deinen Lebenstagen noch 15 Jahre hinzufügen.

Ein böses Wesen hätte nicht derartig auf einen weinenden Mensch reagiert.
Und wenn jemand glaubt, Gott sei aus Prinzip gewalttätig oder hätte Wohlgefallen an Gewalt, so gibt es diesbezüglich auch ein interessantes Detail zu entdecken. Als der Tempel Gottes gebaut werden sollte, da durfte König David nicht der jenige sein, der den Bau vollzieht, weil David ein Kriegsmann war. Sein Sohn Salomo aber hatte eine Herrschaft, die auf Frieden gegründet war. Eben daher kommt auch sein Name. Und deswegen war Salomo der jenige, dem der Bau des Tempels anvertraut wurde. Wir lesen dazu im ersten Buch der Chronik, Kapitel 22, Vers 7 bis 10:

David aber sprach zu Salomo: Mein Sohn, es lag mir am Herzen, dem Namen des HERRN, meines Gottes, ein Haus zu bauen;
aber das Wort des HERRN erging an mich, und er sprach: Du hast viel Blut vergossen und große Kriege geführt; du sollst meinem Namen kein Haus bauen, weil du so viel Blut vor mir auf die Erde vergossen hast!
Siehe, ein Sohn wird dir geboren werden, der wird ein Mann der Ruhe sein; denn ich will ihm Ruhe geben vor allen seinen Feinden ringsumher, darum soll sein Name Salomo sein; und ich will Israel Frieden und Ruhe geben in seinen Tagen.
Der soll meinem Namen ein Haus bauen. Und er soll mein Sohn sein, und ich will sein Vater sein und den Thron seines Königtums über Israel befestigen auf ewig!

Gott hatte also vor, Salomo wie einen Sohn zu behandeln, auch wenn es in dem Sinne nicht wirklich sein Sohn war. Und wir merken an diesem Text, was für eine Abscheu Gott eigentlich gegen das Blutvergießen hat, denn sogar seinem weitesgehend gerechten Knecht David wurde das als eine Last offenbart, weswegen er das Gotteshaus nicht selbst bauen durfte.

Als nächstes lesen wir einen Text im Buch des Propheten Hesekiel. Es steht geschrieben in Kapitel 22, Vers 6 bis 14

Siehe, die Fürsten Israels haben jeder seine Gewalt in dir missbraucht, um Blut zu vergießen.
Man hat in dir Vater und Mutter verachtet, man hat in deiner Mitte dem Fremdling Gewalt angetan, man hat in dir Witwen und Waisen bedrängt.
Meine Heiligtümer hast du verachtet und meine Sabbate entheiligt.
Verleumder sind in dir, um Blut zu vergießen, und man hat bei dir Opfermahle gehalten auf den Bergen; man hat Schandtaten begangen in deiner Mitte.
Man hat in dir die Blöße des Vaters aufgedeckt; man hat in dir die Frau geschwächt, die wegen ihrer Unreinheit abgesondert war.
Der eine hat mit der Frau seines Nächsten Gräuel verübt, und ein anderer hat seine Schwiegertochter mit Schandtat befleckt; und ein anderer hat in dir seine Schwester, die Tochter seines Vaters, geschwächt.
Man hat in dir Bestechungsgeschenke angenommen, um Blut zu vergießen. Du hast Wucher und Zins genommen und deine Nächsten mit Gewalt übervorteilt; mich aber hast du vergessen!, spricht GOTT, der Herr.
Darum siehe, ich habe meine Hände zusammengeschlagen über den unrechtmäßigen Gewinn, den du gemacht hast, und über dein Blutvergießen, das in dir geschehen ist.
Wird dein Herz es aushalten und werden deine Hände stark sein in den Tagen, da ich mit dir abrechnen werde? Ich, der HERR, habe es geredet und werde es tun!

Ich habe zwar keine Ahnung, wie ihr selbst das empfindet, aber ich selbst würde auf jeden Fall zustimmen, dass es böse Verhaltensweisen sind, die unser Vater hier an den Menschen bemängelt. Ein böses Wesen würde sich um sowas gar nicht weiter kümmern. Gott aber verurteilt es aufs Schärfste. Und Gott will dagegen eines Tages vorgehen, was man wohl viel mehr als Gerechtigkeit sehen könnte, anstatt es böse zu nennen.

Ein böses Wesen schändet die Leute, besonders die Gerechten, Gott aber hat folgendes ausrichten lassen von Jesaja:

Sagt den Gerechten, dass es ihnen gut gehen wird; denn sie werden die Frucht ihrer Taten genießen.
Wehe dem Gottlosen! Ihm geht es schlecht; denn was er mit seinen Händen getan hat, das wird ihm angetan werden!

Bitte beachtet bei diesen Versen, dass unser Vater nicht von der aktuellen Weltzeit redet, sondern von der kommenden Weltzeit nach dem Gericht.

Die nächsten Verse sind aus Kapitel 41, Vers 10 und 11:

fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit!
Siehe, beschämt und zuschanden werden alle, die gegen dich erzürnt sind; es werden zunichte und kommen um die Männer, die gegen dich kämpfen.

Klingt das für euch nach den Worten eines bösen Wesens? Für mich jedenfalls nicht.
In Vers 17 und 18 lesen wir auch noch etwas Bemerkenswertes. Nämlich dies:

Die Elenden und Armen suchen Wasser und finden keines; ihre Zunge verdorrt vor Durst. Ich, der HERR, will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen.
Ich lasse Ströme hervorbrechen auf kahlen Höhen und Quellen inmitten der Täler; ich mache die Wüste zum Wasserteich und dürres Erdreich zu Wasserquellen.

Das sind gewiss keine Worte, die ein böses Wesen sprechen würde. Warum sollte man unseren Vater im Himmel anzweifeln? Unser Vater gibt uns auch gute Versprechen, wenn wir treu sein wollen, nämlich zum Beispiel dieses in Kapitel 54, Vers 17:

Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen; und alle Zungen, die sich gegen dich vor Gericht erheben, sollst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des HERRN und ihre Gerechtigkeit, die ihnen von mir zuteilwird, spricht der HERR.

Demnach ist es also nicht vergebens, wenn wir auf unseren Vater hören.
In der nächsten Bibelstelle, die wir uns heute anschauen, wird eine Frage gestellt, wie wir gleich merken werden. Im Buch des Propheten Jeremia steht in Kapitel 9, Vers 7 bis 8:

Ihre Zunge ist ein tödlicher Pfeil, Lügen redet sie. Mit dem Mund redet man Frieden mit seinem Nächsten, aber im Herzen legt man ihm einen Hinterhalt.
Sollte ich sie wegen dieser Dinge nicht strafen?, spricht der HERR, und sollte sich meine Seele an einem solchen Volk nicht rächen?

Also wenn ihr mich fragt ... ich denke schon, dass es in Ordnung geht, wenn Gott an denen ein Gericht vollzieht, die von Frieden reden, obwohl sie einen Hinterhalt planen. Wer auf dieser Erde würde unter solchen Zuständen leben wollen, in denen man mit Scheinfreundlichkeit hintergangen wird?

In Kapitel 17 lesen wir in Vers 9 und 10:

Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen?
Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem Einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten.

Hierbei geht es zwar um eine Art Bosheit, aber nicht von Gottes Seite, sondern von Seiten des Menschen. Will man nun etwa Gott maßregeln, weil er sich darüber beschwert, wie viel Böses im Herzen eines normalen Durchschnittsmenschen heranwächst? Stellt euch mal vor, Gott würde nicht die Herzen und Nieren prüfen! Was würde dabei wohl am Ende heraus kommen?

Wir schauen uns nun noch einen weiteren Vers an, der beweist, dass Gott es überhaupt nicht mag, wenn es notwendig wird, ein Strafgericht zu vollziehen. Folgendes steht in Kapitel 26, Vers 3:

Vielleicht werden sie hören und umkehren, jeder von seinem bösen Weg, dann wird mich das Unheil reuen, das ich ihnen zu tun gedenke wegen ihrer bösen Taten.

Hier kann jeder mit seinen eigenen Augen lesen, dass Gott allezeit die Hoffnung bewahrt, es würde sich als unnötig erweisen, dass den Menschen Unheil gebracht wird. Ist das etwa die Mentalität eines bösen Wesens? Mit Sicherheit nicht. Ein böses Wesen würde das Unheil einfach ausschütten und dabei auch gar nicht erst lange abwarten. Gott ist darauf bedacht, es zu vermeiden. Aber irgendwann muss doch der Zeitpunkt kommen, an dem die Bösen den Preis für ihr hochgradig entsetzliches und abscheuliches Verhalten bezahlen, und Gott selbst soll, darf und wird der Richter sein, bzw. Jesus wird es am Ende in seinem Sinne und nach seiner Anweisung durchziehen.

Und als Zusatz zu dem gerade genannten Vers passt auch Folgendes aus dem Buch des Propheten Hesekiel, Kapitel 18, Vers 32:

Denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss, spricht GOTT, der Herr. So kehrt denn um, und ihr sollt leben!

Diesen Vers kann man jedem Mensch unter die Nase halten, der behaupten will, Gott würde es auch nur im geringsten toll finden, wenn Leute umkommen. So jemand ist unser Vater im Himmel gewiss nicht.
Wir wissen aber, dass der Lohn der Sünde der Tod ist. Wahrscheinlich hat aus eben diesem Grund unser Vater im Himmel gesagt:

O dass du doch auf meine Gebote geachtet hättest! Dann wäre dein Friede wie ein Wasserstrom gewesen und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.

Ist daran etwas unverständlich? Ich meine nicht! Man merkt daran, dass Gott sich für uns Heil wünscht, aber dieses kann nur dadurch kommen, dass wir die Gebote einhalten. Es wäre sehr anmaßend und unverschämt, ihn deswegen böse zu nennen, denn seine Verhaltensregeln sind gut gemeint und sollen uns vor dem Schlimmsten beschützen.

Eine besondere Stelle will ich ebenfalls noch mit anbringen, nämlich den Text aus dem Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 66, Vers 13:

Wie einen, den seine Mutter tröstet, so will ich euch trösten; ja, in Jerusalem sollt ihr getröstet werden!

Unser Vater wird uns auf die selbe Art trösten, wie ein Kind von seiner liebenden Mutter getröstet wird, wenn ihm etwas Schlimmes zugestoßen ist. Er wird das Leiden kennen, dass wir zu seiner Ehre erduldet haben, und es wird ihm etwas gelten, sonst würde er uns nicht versprechen, dass er uns liebevoll trösten will. Ich kann euch aber versichern, dass ein böses Wesen sowas niemals tun würde. Wie soll man also davon ausgehen, dass unser Vater böse ist?
Er hat eine sehr große Abneigung gegen böse Taten und besonders gegen Hochmut, aber das sind Dinge, die ihn reizen, und ohne diese Dinge ist er überhaupt nicht zornig.

Welche Schlussfolgerung sollen wir nun über unseren Vater im Himmel festlegen? Vielleicht passt am besten das, was der Prophet Nahum schreibt in Kapitel 1, Vers 7 bis 8. Denn dort steht:

Gütig ist der HERR, eine Zuflucht am Tag der Not; und er kennt die, welche auf ihn vertrauen.
Aber mit überströmender Flut wird er die Stätte jener Widersacher verwüsten und seine Feinde in die Finsternis jagen.

Man sollte also auf ihn vertrauen, besonders darauf, dass sein Wille für uns besser ist als unsere eigenen Pläne, die wir schmieden könnten. Und der Wille unseres Vaters ist es, dass wir Jesus nachfolgen, wie wir wissen. Also sollten wir vor allem anderen, was wir tun, die Gebote von Jesus bedenken. Jeder Mensch, der sich zu Jesus gerufen fühlt, sollte auch zu Jesus gehen. Und es wird jeder Mensch in seinem Leben mindestens einmal gerufen. Denn Jesus hat gesagt:

Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt. Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden;
und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.

Jesus hat gesagt, er wird -alle- zu sich ziehen. Er hat nicht gesagt, dass er hier mal ein paar zieht und dort mal ein paar, sondern er zieht alle zu sich. Jeder Mensch kann ein Auserwählter sein, aber wenn man einmal auserwählt und in das Buch des Lebens eingetragen ist, so muss das noch lange nicht heißen, dass man ewiges Heil sicher hat. Denn bereits aus den Texten von David geht hervor, dass Menschen wieder aus dem Buch des Lebens herausgenommen werden können. In Psalm 69 lesen wir in Vers 29:

Tilge sie aus dem Buch des Lebens; sie sollen nicht eingeschrieben sein mit den Gerechten!

Und in der Offenbarung begegnet uns diese Tatsache nochmal, denn dort heißt es in einem der sieben Sendeschreiben, die Jesus an die gläubigen Gemeinden schicken ließ:

Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden; und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens, und ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.

Wer also als Überwinder hervorgeht, der wird auserwählt. Wer aber einzig und allein damit beschäftigt war, Werke zu tun, wodurch er berufen war, aber er hat nicht persönlich die Sünde aus seinem Leben ausgetilgt, der wird eine traurige Überraschung erleben, wenn das Gericht stattfindet. Denn bereits Paulus hatte eine Erkenntnis, die der Wahrheit entspricht und auf großer Wichtigkeit basiert. Im ersten Brief an die Korinther lesen wir:

Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts!

Es geht also hauptsächlich um echte Liebe. Dazu sind die Menschen von Anfang an bestimmt. Das lernen wir besonders im Brief an die Epheser. Dort steht in Kapitel 1, Vers 4:

wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe.

Alles, was man tut, ohne dabei die Liebe Gottes anzustreben, ist offensichtlich nicht gut genug.
Und wir haben ja schon in anderen Videos die Stelle im ersten Brief des Johannes zum Thema gemacht, wo steht, dass Gott selbst die Liebe ist.
Und da es viele ärgerliche Stellen im Alten Testament gibt, die große Aufmerksamkeit erzeugen, geht sein echtes Wesen in all dieser Altlast unter. Gott wünscht sich die Menschen in seiner Nähe, aber nicht die Sünde. Darum ist es sein Wille, dass alle Menschen von der Sünde loskommen und bei ihm sein können. Das wird bestätigt im ersten Brief des Paulus an Timoteeuss, Kapitel 2, Vers 3 bis 4, denn dort lesen wir:

denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter,
welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Es wird uns auch bestätigt in dem zweiten Brief, den Petrus verfasst hat, wo geschrieben steht:

Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe.

Jeder soll Raum zur Buße haben, um nicht verloren zu gehen. Leider wollen zwar viele Menschen nicht hören, aber rein theoretisch könnten alle durch Jesus gerettet werden und die allermeisten, wenn nicht sogar alle, kommen in ihrem Leben mindestens einmal mit dem Thema Jesus in Berührung.

So einen guten Vater haben wir, dass er jedem Mensch die Gelegenheit zur Errettung gibt.

Und zu einem gewissen Teil müssen wir uns wohl damit anfreunden, dass wir die Vorgehensweisen unseres Vaters wohl nie ganz durchschauen werden, so lange wir auf Erden sind, denn es steht geschrieben im Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 55, Vers 8 bis 9:

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR;
sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Aber es gibt eine Zusicherung von Gott, nämlich dass sich wenigstens am Ende alles auflösen wird. Denn es heißt im Buch des Propheten Jeremia, Kapitel 23, Vers 20:

Der Zorn des HERRN wird sich nicht abwenden, bis er die Gedanken seines Herzens vollbracht und ausgeführt hat. Am Ende der Tage werdet ihr es erkennen und verstehen!

Und da wir nun all diese Stellen im Wort Gottes durchgegangen sind, hat hoffentlich jeder Zuhörer einen genaueren Eindruck von unserem Vater im Himmel. Er hat vielleicht die eine oder andere Sache getan, die verunsichernd ist, aber er ist mit Sicherheit kein böses Wesen, und sein Zorn ist das Ergebnis vorheriger Provokation.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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