Text zu "Wir studieren die Apostelgeschichte (Kap. 5 bis 7)"

Link zum Video: https://youtu.be/PyBqAtVoF_0

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Dieses Video gehört zu den Videos, in denen wir die Apostelgeschichte näher betrachten. Wir werfen diesmal einen etwas genaueren Blick auf die Kapitel 5, 6 und 7. Lasst uns am besten ohne große Vorreden mit dem Lesen beginnen!

In Vers 1 bis 11 von Kapitel 5 lesen wir Folgendes:

Ein Mann aber mit Namen Ananias verkaufte ein Grundstück zusammen mit seiner Frau Saphira,
und schaffte etwas von dem Erlös für sich beiseite mit Wissen seiner Frau; und er brachte einen Teil davon und legte ihn den Aposteln zu Füßen.
Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, sodass du den Heiligen Geist belogen hast und von dem Erlös des Gutes etwas für dich auf die Seite geschafft hast?
Hättest du es nicht als dein Eigentum behalten können? Und als du es verkauft hattest, war es nicht in deiner Gewalt? Warum hast du denn in deinem Herzen diese Tat beschlossen? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott!
Als aber Ananias diese Worte hörte, fiel er nieder und verschied. Und es kam große Furcht über alle, die dies hörten.
Und die jungen Männer standen auf, hüllten ihn ein, trugen ihn hinaus und begruben ihn.
Und es geschah, dass nach ungefähr drei Stunden auch seine Frau hereinkam, ohne zu wissen, was sich ereignet hatte.
Da richtete Petrus das Wort an sie: Sage mir, habt ihr das Gut um so und so viel verkauft? Sie sprach: Ja, um so viel!
Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr übereingekommen, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür, und sie werden auch dich hinaustragen!
Da fiel sie sogleich zu seinen Füßen nieder und verschied; und als die jungen Männer hereinkamen, fanden sie sie tot und trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Mann.
Und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die dies hörten.

Diese Geschichte hat schon etwas Gruseliges an sich, nicht wahr? Aber sie hat auch einige lehrreiche Aspekte. Ich denke, es ist besonders wichtig zu erwähnen, dass Ananias in eine zu diesem Zeitpunkt heilige Gemeinde hineinging. Die Menschen dort waren alle frei von Sünde und der heilige Geist war allgegenwärtig. Die Heiligkeit war dort so groß, dass man nur selbst als ein Heiliger dort leben kann, weil sich die Sünde dort tödlich auswirken wird. Wahrscheinlich ist es ebenso im Himmelreich. Und Ananias hat gesündigt, indem er gelogen hat. Darum ist er wegen seiner Sünde vor Petrus in der Gemeinde gestorben.
Das muss aber nach außen hin einen ziemlich schlechten Eindruck gemacht haben. Stellt euch das mal vor, wie das für außenstehende Menschen gewesen sein muss, wenn sich so eine Kunde in der Stadt verbreitet! Da würde einer zum anderen sagen: „Hey, hast du's schon gehört? In der Glaubensgemeinde ist ein Mensch tot umgefallen, und als sie seine Leiche aus der Gemeinde raus getragen hatten und wieder zurück kamen, da lag bereits die nächste Leiche auf dem Boden.“
Denn die Frau von Ananias hat sich ja auch durch ihre Lüge versündigt und ist deswegen tot umgefallen. Ich vermute aber, dass sie am Leben geblieben wäre, wenn sie vor Petrus die Wahrheit gesagt und um Vergebung gebeten hätte. Aber das hat sie nicht getan!
Was ich mir dabei auch denke, ist: Wie groß ist eigentlich die Schutzwirkung durch die Heiligkeit? Ich meine: Wenn ein Lügner bereits tot umfällt, sobald er in der Heiligkeit ist, dann wäre es doch auch denkbar, dass jede andere Art Sünder ebenfalls nicht in die Heiligkeit treten kann, ohne umzufallen. Das wäre echt abgefahren, wenn man sich mit heiligen Menschen an einem Ort versammeln könnte und die ganze Atmosphäre wäre geheiligt, und jeder böse Mensch, der dort hin kommt, fällt einfach um. Da könnte kein Sünder der Welt diesen Leuten Schaden zufügen, weil alle Bösen an der Heiligkeit zugrunde gehen würden und somit wäre man vor allem geschützt, egal was die Bösen auch versuchen. Das ist aber nur eine Vermutung von mir persönlich. Und ich habe keine Ahnung, wie sowas in der Praxis abläuft. Aber uns wird anhand dieser Geschichte definitiv demonstriert, dass bei der Heiligkeit keine Sünde bestehen kann. Eine einzige Lüge wäre bereits zu viel.
Petrus hat ja erwähnt, dass Ananias den restlichen Teil wenigstens als sein Eigentum hätte behalten sollen, da er immerhin gläubig war. Mehr oder weniger. Aber stattdessen hat er das übrige Geld zur Bank geschafft. Damit hat er sein Geld praktisch der korrupten Welt geschenkt, anstatt es Gott zu schenken. Und obendrein deutet dieses Verhalten darauf hin, dass Ananias gar nicht sein Leben an Jesus geben will, sondern dass er quasi nur mal Urlaub in der Gemeinde macht, und wenn er keine Freude mehr daran hat, dann wird er den Glaube fallen lassen, um erneut in die Welt zu gehen. Solch eine Untreue kann Gott offensichtlich nicht leiden. Somit hat Ananias also einmal gelogen, was an sich schon schlimm genug ist, und er hat obendrein den Glaube von Anfang an nicht ernst gemeint, sondern es nur als ein vergängliches Hobby betrachtet. Das ist echt ärgerlich, und seine Frau war ja genau so drauf.
Und es ist auch interessant, dass Petrus sagt, Ananias hätte durch sein Handeln den Geist des Herrn versucht. Es ging also eine Versuchung von diesen zwei Menschen aus, obwohl geschrieben steht, dass wir Gott nicht versuchen dürfen. Und die Versuchung besteht darin, dass die Menschen bewusst etwas Sündiges getan haben, weil sie meinten, Gott würde es gar nicht bemerken, oder vielleicht auch weil sie dachten, dass Gott ihnen das schon durchgehen lassen wird, wenn sie dieses eine Mal eine Lüge erzählen. Auf genau diese Art sind die Dinge dann aber doch nicht verlaufen.
Wir lernen aus dieser Geschichte klar, dass unser Vater im Himmel es absolut nicht ausstehen kann, wenn er oder seine heiligen Diener in irgendeiner Weise belogen werden.

Schauen wir uns nun mal die nächsten Verse aus dem fünften Kapitel an!
In den Versen 12 bis 16 steht geschrieben:

Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk; und sie waren alle einmütig beisammen in der Halle Salomos.
Von den Übrigen aber wagte keiner sich ihnen anzuschließen; doch das Volk schätzte sie hoch;
und immer mehr wurden hinzugetan, die an den Herrn glaubten, eine Menge von Männern und Frauen,
sodass man die Kranken auf die Gassen hinaustrug und sie auf Betten und Bahren legte, damit, wenn Petrus käme, auch nur sein Schatten auf einen von ihnen fiele.
Es kamen aber auch viele aus den umliegenden Städten in Jerusalem zusammen und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte, die alle geheilt wurden.

Die christliche Gemeinde hielt sich also im Tempel von Jerusalem auf, und keiner wollte ihnen zu nahe treten. Besonders die jenigen nicht, die selbst Sünder waren, die wollten sich der Gemeinde gar nicht erst anschließen, vermutlich weil sie dachten, dass sie es sowieso nicht schaffen werden, derart heilig zu leben, wie es die Leute dieser Gemeinde tun.
Und wir lesen auch, dass Petrus sogar so unglaublich treu in den Geboten wandelte und so überströmend mit dem heiligen Geist gefüllt war, dass bereits sein Schatten eine heilende Wirkung hatte, wenn er umherlief. Das ist unfassbar, oder? Heutzutage kann ich mir keinen Mensch vorstellen, der ein so enormer Segensbringer für die Menschen ist. Es muss außergewöhnlich gewesen sein, von dieser Herrlichkeit ein Augenzeuge sein zu können. Jesus selbst war nicht mehr auf der Erde, aber die Heilungen und Dämonenaustreibungen geschahen weiterhin, sogar noch ein bisschen krasser als zu Jesu Lebzeiten, wenn ihr mich fragt.

Leider blieb dieses Heil aus welchem Grund auch immer nicht dauerhaft beständig, denn wir lesen Folgendes in den Versen 17 bis 25:

Es erhob sich aber der Hohepriester und sein ganzer Anhang, nämlich die Richtung der Sadduzäer; sie waren voll Eifersucht
und legten ihre Hände an die Apostel und brachten sie in öffentlichen Gewahrsam.
Aber ein Engel des Herrn öffnete in der Nacht die Türen des Gefängnisses, führte sie hinaus und sprach:
Geht hin, tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle Worte dieses Lebens!
Als sie das hörten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Es kam aber der Hohepriester und sein Anhang, und sie riefen den Hohen Rat und alle Ältesten der Kinder Israels zusammen und sandten in das Gefängnis, um sie herbringen zu lassen.
Als aber die Diener hinkamen, fanden sie jene nicht im Gefängnis. Da kehrten sie zurück, meldeten es
und sprachen: Das Gefängnis fanden wir zwar mit aller Sorgfalt verschlossen und die Wächter außen vor den Türen stehen; als wir aber öffneten, fanden wir niemand darin!
Als aber der Hohepriester und der Tempelhauptmann und die obersten Priester diese Worte hörten, gerieten sie ihretwegen in Verlegenheit, was daraus werden sollte.
Da kam jemand und meldete ihnen und sprach: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis gebracht habt, stehen im Tempel und lehren das Volk!

Hier wurden also die Apostel von den Sadduzäern ergriffen und eingesperrt. Und dummerweise durften diese Sünder mal eben zur heiligen Gemeinde gehen, ohne in ihrer Sünde einfach umzufallen, so wie es bei Ananias und seiner Frau geschehen war. Daher geschieht dieses Umfallen wohl am ehesten bei Mitgliedern der Gemeinde, die sündig handeln, oder?
Jedenfalls lesen wir davon, dass ein Engel kam, um die Apostel zu befreien und bereits am nächsten Morgen standen diese Männer wieder im Tempel, um zu lehren. Wenn also Gott will, dass etwas geschieht, so werden es die Menschen nicht aufhalten, auch wenn sie die Diener Gottes einsperren.
Eigentlich hätten die Diener der Sadduzäer ja bereits in dem Moment, als die Gefängniszellen leer waren, zu der Einsicht kommen können, dass es sich bei den Aposteln wirklich um Männer Gottes handeln muss, und auch die Pharisäer und Sadduzäer selbst hätten es einsehen können. Aber stattdessen führen sie einen weiteren sinnlosen Verhör durch, bei dem sie erwarten, dass ihnen etwas Angenehmeres als die Wahrheit gesagt wird.
Denn es steht geschrieben in den Versen 26 bis 32:

Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und führte sie herbei, doch nicht gewaltsam, damit sie nicht gesteinigt würden; denn sie fürchteten das Volk.
Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat; und der Hohepriester fragte sie
und sprach: Haben wir euch nicht streng verboten, in diesem Namen zu lehren? Und siehe, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen!
Aber Petrus und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!
Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr umgebracht habt, indem ihr ihn ans Holz gehängt habt.
Diesen hat Gott zum Fürsten und Retter zu seiner Rechten erhöht, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu gewähren.
Und wir sind seine Zeugen, was diese Tatsachen betrifft, und auch der Heilige Geist, welchen Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.

Hierbei bekennt sich Petrus erneut ganz klar zu Gott und Jesus. Die Menschen versuchen mit ihren Drohungen und ihrem autoritären Gefasel zwar, einschüchternd zu wirken, aber Petrus fürchtet die Menschen nicht, sondern Gott. So hat er es bei seinem ersten Verhör gemacht, wie wir im vorigen Video gesehen haben, und so macht er es auch dieses Mal. Nicht den Menschen ist er hörig, sondern Gott, und damit ist er ein hervorragendes Vorbild für uns alle. Auch wir sollten uns von dem Getue nicht beeindrucken lassen, mit dem Menschen uns einschüchtern wollen, denn unser Vater wird alles aus unserem Weg räumen, was uns daran hindert, seine Aufgaben zu erfüllen.
Und die Hohenpriester haben ja besonders große Angst davor, dass sie alle vom Volk gesteinigt werden, sobald das ganze Volk begriffen hat, dass der Retter der Welt, Jesus Christus, von ihnen zum Tod ausgeliefert wurde. Und eben deshalb, weil sie sich um ihre eigene Haut sorgen, schimpfen sie über die Tätigkeiten der Apostel. Denn den Hohenpriestern, Sadduzäern, Pharisäern und sonstigen anderen Scheingelehrten ist es völlig egal, wie groß die Anzahl der Geheilten und Befreiten ist, die alle durch Jesus gerettet wurden. Die Autoritäten scheren sich nicht darum, was Gutes im Volk passiert, sondern sie kümmern sich immer nur um sich selber. Da ist es wirklich kein Wunder, dass Jesus sagte: „Was bei Menschen hoch angesehen ist, das ist ein Gräuel vor Gott!“

Wie es weiterging, da weder Petrus noch irgendein anderer Apostel sich einschüchtern ließ, lesen wir in den restlichen Versen von Kapitel 5:

Als sie aber das hörten, wurden sie tief getroffen und fassten den Beschluss, sie umzubringen.
Es stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer namens Gamaliel auf, ein beim ganzen Volk angesehener Gesetzeslehrer, und befahl, die Apostel für kurze Zeit nach draußen zu bringen;
dann sprach er zu ihnen: Ihr Männer von Israel, nehmt euch in acht, was ihr mit diesen Menschen tun wollt!
Denn vor diesen Tagen trat Theudas auf und gab vor, er wäre etwas; ihm hing eine Anzahl Männer an, etwa 400: Er wurde erschlagen, und alle, die ihm folgten, zerstreuten sich und wurden zunichte.
Nach diesem trat Judas der Galiläer auf in den Tagen der Volkszählung und brachte unter seiner Führung viele aus dem Volk zum Abfall: Auch er kam um, und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut.
Und jetzt sage ich euch: Lasst von diesen Menschen ab und lasst sie gewähren! Denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen ist, so wird es zunichtewerden;
ist es aber von Gott, so könnt ihr es nicht vernichten. Dass ihr nicht etwa als solche erfunden werdet, die gegen Gott kämpfen!
Und sie fügten sich ihm und riefen die Apostel herbei und gaben ihnen Schläge und verboten ihnen, in dem Namen Jesu zu reden, und entließen sie.
Sie nun gingen voll Freude vom Hohen Rat hinweg, weil sie gewürdigt worden waren, Schmach zu leiden um Seines Namens willen;
und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und das Evangelium von Jesus, dem Christus, zu verkündigen.

An diesem Text erkennt man sehr gut, wie bedingungslos treu die Apostel gegenüber den Worten von Jesus waren. Denn Jesus hat geboten, dass man es als einen Grund zur Freude sehen soll, wenn man seinetwegen Schmach erleidet. Und genau so machen es die Apostel. Denn sie sehen diesen Verlauf als die deutliche Bestätigung, dass sie wirklich Gemeinschaft mit Jesus haben und nicht zur Welt gehören, sondern zu ihm, sonst würden sie nicht von der Welt gehasst werden.

Wir erkennen an dem Text auch, dass es schon seit jeher immer wieder einzelne Menschen gibt, die sich selbst für besonders halten und eigene Bewegungen gründen. Denn der Ratsherr namens Gamaliel nennt ja zwei Männer, die Irrlehren verbreiteten, aber sie sind beide zuschanden geworden und ihre Anhänger gedenken nicht mehr an sie. Bei Jesus hingegen ist es so, dass dessen Anhänger immernoch aktiv sind, sie sind sogar ambitionierter als je zuvor, und Gamaliel ermahnt ja dazu, dass man bei Verführern einfach nur abwarten muss, bis genug Zeit vergangen ist, dann gehen sie unter und keiner fragt mehr danach.
Also ich selbst weiß nicht so recht, ob man das so sagen kann, denn es gibt unzählige Verführer, die sich auch über größere Zeiträume hinweg nach ihrem Tod einen Namen machen konnten, aber in deren Namen geschehen keine Zeichen und Wunder. Ich frage mich, warum alle Pharisäer und Sadduzäer so blind waren, dass sie trotz der unzähligen Wunderheilungen immernoch glaubten, dass sie Jesus nicht ernstzunehmen brauchen.
Den Aposteln konnte das aber egal sein. Sie machten einfach damit weiter, in Jerusalem von Jesus zu erzählen, und häufig zu beten, und Wunderheilungen geschehen zu lassen. Und die Anzahl der Juden, die an Jesus gläubig wurden, wuchs immer weiter.

Als nächstes lesen wir in Kapitel 6. In den Versen 1 bis 7 steht geschrieben:

In jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden.
Da beriefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht gut, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen, um bei den Tischen zu dienen.
Darum, ihr Brüder, seht euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, die ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind; die wollen wir für diesen Dienst einsetzen,
wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben!
Und das Wort gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia.
Diese stellten sie vor die Apostel, und sie beteten und legten ihnen die Hände auf.
Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger mehrte sich sehr in Jerusalem; auch eine große Zahl von Priestern wurde dem Glauben gehorsam.

Nun könnte man sich fragen, was genau eigentlich Hellenisten sein sollen. Soweit ich es verstanden habe, handelt es sich dabei um eine jüdische Glaubensgruppe, die sich zuerst in Griechenland gebildet hatte und welche es ablehnte, an der Gemeinschaft im Tempel teilzunehmen, sondern sie übten den Glaube im Rahmen eigener Glaubenskreise aus, weil sie mit dem Tempel unzufrieden waren. Von diesen waren offensichtlich einige an Jesus gläubig geworden, aber die Witwen aus ihren Reihen erhielten keine Unterstützung, weil sie nicht zur Tempelgemeinschaft gehört hatten, bevor sie zu Jesus fanden.
Natürlich erkennen die Apostel, dass es sich dabei wirklich um eine Ungerechtigkeit handelt. Deswegen setzen sie sieben Menschen als Verwalter ein. Persönlich können sie sich der Sache aber nicht annehmen, weil es wichtiger für sie ist, zu beten und das Wort zu verkündigen. Von diesen Tätigkeiten können sie sich nicht ablenken lassen. Deswegen wollen sie Menschen aus der Gemeinde zu einem entsprechenden Dienst einsetzen.

Hoch interessant ist hier auch, dass es nur zwei Kriterien gibt, welche erfüllt sein sollen, sodass Menschen aus der Gemeinde eine verantwortungsvolle Stellung bekommen. Die Menschen müssen mit heiligem Geist gefüllt sein und sie müssen verständig in der Schrift sein, denn das ist damit gemeint, dass sie mit Weisheit gefüllt sind. Also damit ist gemeint, dass sie fähig sind, die Bedeutung des Wortes zu verstehen und es auch auf das echte Leben anzuwenden, sodass etwas Gutes daraus entsteht. Meiner Meinung nach sind diese zwei Kriterien schon völlig ausreichend. In bestimmten Apostelbriefen wird zwar gesagt, dass jemand auch einen guten Ruf bei anderen Menschen haben muss, und dass seine Kinder wohl-geraten sein sollen, bevor er eine verantwortungsvolle Stellung bekommen kann, aber diese Kennzeichen sind zumindest meiner Meinung nach totaler Blödsinn. Wenn die Kennzeichen erfüllt sind, die in diesem Teil der Apostelgeschichte genannt werden, so ist das am besten, und es reicht aus.

Einer von den sieben eingesetzten Verwaltern, nämlich Stephanus, wurde sehr aktiv bei dem Verbreiten des Glaubens an Jesus und beim Heilen der Kranken. Allerdings hatte das leider nicht nur positive Auswirkungen, denn wir lesen in den restlichen Versen von Kapitel 6 Folgendes:

Und Stephanus, voll Glauben und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.
Aber etliche aus der sogenannten Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und Alexandriner und derer von Cilicien und Asia standen auf und stritten mit Stephanus.
Und sie konnten der Weisheit und dem Geist, in dem er redete, nicht widerstehen.
Da stifteten sie Männer an, die sagten: Wir haben ihn Lästerworte reden hören gegen Moses und Gott!
Und sie wiegelten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten auf und überfielen ihn, rissen ihn fort und führten ihn vor den Hohen Rat.
Und sie stellten falsche Zeugen, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, Lästerworte zu reden gegen diese heilige Stätte und das Gesetz!
Denn wir haben ihn sagen hören: Jesus, der Nazarener wird diese Stätte zerstören und die Gebräuche ändern, die uns Moses überliefert hat!
Und als alle, die im Hohen Rat saßen, ihn anblickten, sahen sie sein Angesicht wie das Angesicht eines Engels.

Hier haben also einige Menschen des jüdischen Glaubens aus ihrem Neid heraus angefangen, gegen Stephanus aufzutreten und haben ihn gepackt und vor ein Gericht geschleppt, um zu versuchen, ihn als Gotteslästerer dastehen zu lassen. Zuerst ist das mit Jesus passiert, nun passiert es mit Stephanus. Jedes Mal passiert wieder der gleiche Unsinn auf dieser verkorksten Welt. Die Menschen haben falsche Zeugen eingeladen, welche sich irgendwelchen Quatsch ausdenken, den Stephanus nie sagte. Und dazu muss sich Stephanus nun äußern, was er zum Glück nicht aus seiner eigenen Weisheit heraus tun muss, denn der heilige Geist ist in ihm und gibt ihm die besten Worte. Man muss auch erwähnen, dass er sehr ausschweifend redet, denn er beginnt bei ganz alten Zeiten mit seiner Argumentation. Wir lesen davon in Kapitel 7, Vers 1 bis 53. Es steht geschrieben:

Da sprach der Hohepriester: Verhält sich denn dies so?
Er aber sprach: Ihr Männer, Brüder und Väter, hört! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, bevor er in Haran wohnte,
und sprach zu ihm: »Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde!«
Da ging er aus dem Land der Chaldäer und wohnte in Haran. Und nach dem Tod seines Vaters führte er ihn von dort herüber in dieses Land, das ihr jetzt bewohnt.
Und er gab ihm kein Erbteil darin, auch nicht einen Fußbreit, und verhieß, es ihm zum Eigentum zu geben und seinem Samen nach ihm, obwohl er kein Kind hatte.
Gott sprach aber so: »Sein Same wird ein Fremdling sein in einem fremden Land, und man wird ihn knechten und übel behandeln 400 Jahre lang.
Und das Volk, dem sie als Knechte dienen sollen, will ich richten«, sprach Gott; »und danach werden sie ausziehen und mir dienen an diesem Ort.«
Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und so zeugte er den Isaak und beschnitt ihn am achten Tag, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Patriarchen.
Und die Patriarchen waren neidisch auf Joseph und verkauften ihn nach Ägypten. Doch Gott war mit ihm,
und er rettete ihn aus allen seinen Bedrängnissen und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum Fürsten über Ägypten und sein ganzes Haus.
Es kam aber eine Hungersnot über das ganze Land Ägypten und Kanaan und große Drangsal, und unsere Väter fanden keine Speise.
Als aber Jakob hörte, dass Korn in Ägypten zu haben sei, sandte er unsere Väter zum ersten Mal aus.
Und beim zweiten Mal gab sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen, und die Abstammung Josephs wurde dem Pharao bekannt.
Da sandte Joseph hin und berief seinen Vater Jakob zu sich und seine ganze Verwandtschaft von 75 Seelen.
Jakob aber zog nach Ägypten hinab und starb, er und unsere Väter.
Und sie wurden herübergebracht nach Sichem und in das Grab gelegt, das Abraham um eine Summe Geld von den Söhnen Hemors, des Vaters Sichems, gekauft hatte.
Als aber die Zeit der Verheißung nahte, welche Gott dem Abraham mit einem Eid zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten,
bis ein anderer König aufkam, der Joseph nicht kannte.
Dieser handelte arglistig gegen unser Geschlecht und zwang unsere Väter, ihre Kinder auszusetzen, damit sie nicht am Leben blieben.
In dieser Zeit wurde Moses geboren; der war Gott angenehm; und er wurde drei Monate lang im Haus seines Vaters ernährt.
Als er aber ausgesetzt wurde, nahm ihn die Tochter des Pharao zu sich und erzog ihn als ihren Sohn.
Und Moses wurde in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet und war mächtig in Worten und in Werken.
Als er aber 40 Jahre alt geworden war, stieg der Gedanke in ihm auf, nach seinen Brüdern, den Söhnen Israels, zu sehen.
Und als er einen Unrecht leiden sah, wehrte er es ab und schaffte dem Unterdrückten Recht, indem er den Ägypter erschlug.
Er meinte aber, seine Brüder würden es verstehen, dass Gott ihnen durch seine Hand Rettung gebe; aber sie verstanden es nicht.
Und am folgenden Tag erschien er bei ihnen, als sie miteinander stritten, und ermahnte sie zum Frieden und sprach: Ihr Männer, ihr seid doch Brüder; warum tut ihr einander Unrecht?
Der aber, welcher seinem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn weg und sprach: Wer hat dich zum Obersten und Richter über uns gesetzt?
Willst du mich etwa töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?
Da floh Moses auf dieses Wort hin und wurde ein Fremdling im Land Midian, wo er zwei Söhne zeugte.
Und als 40 Jahre erfüllt waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sinai der Engel des Herrn in der Feuerflamme eines Busches.
Als Mose das sah, verwunderte er sich über die Erscheinung. Als er aber hinzutrat, um sie zu betrachten, erging die Stimme des Herrn an ihn:
»Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs!« Moses aber zitterte und wagte nicht hinzuschauen.
Da sprach der Herr zu ihm: »Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen! Denn der Ort, wo du stehst, ist heiliges Land!
Ich habe die Misshandlung meines Volkes, das in Ägypten ist, sehr wohl gesehen und habe ihr Seufzen gehört und bin herabgekommen, um sie herauszuführen. Und nun komm, ich will dich nach Ägypten senden!«
Diesen Moses, den sie verwarfen, indem sie sprachen: Wer hat dich zum Obersten und Richter eingesetzt?
diesen sandte Gott als Obersten und Erlöser durch die Hand des Engels, der ihm im Busch erschienen war.
Dieser führte sie heraus, indem er Wunder und Zeichen tat im Land Ägypten und am Roten Meer und in der Wüste, 40 Jahre lang.
Das ist der Moses, der zu den Söhnen Israels gesagt hat: »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern; auf ihn sollt ihr hören!«
Das ist der, welcher in der Gemeinde in der Wüste war zwischen dem Engel, der auf dem Berg Sinai zu ihm redete, und unseren Vätern; der lebendige Worte empfing, um sie uns zu geben;
dem unsere Väter nicht gehorsam sein wollten; sondern sie stießen ihn von sich und wandten sich mit ihren Herzen nach Ägypten,
indem sie zu Aaron sprachen: Mache uns Götter, die vor uns herziehen sollen; denn wir wissen nicht, was diesem Moses geschehen ist, der uns aus Ägypten geführt hat!
Und sie machten ein Kalb in jenen Tagen und brachten dem Götzen ein Opfer und freuten sich an den Werken ihrer Hände.
Da wandte sich Gott ab und gab sie dahin, sodass sie dem Heer des Himmels dienten, wie im Buch der Propheten geschrieben steht: »Habt ihr etwa mir Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht während der 40 Jahre in der Wüste, Haus Israel?
Ihr habt die Hütte des Moloch und das Sternbild eures Gottes Remphan umhergetragen, die Bilder, die ihr gemacht habt, um sie anzubeten. Und ich werde euch wegführen über Babylon hinaus.«
Das Zelt des Zeugnisses war in der Mitte unserer Väter in der Wüste, so wie der, welcher mit Moses redete, es zu machen befahl nach dem Vorbild, das er gesehen hatte.
Dieses brachten auch unsere Väter, wie sie es empfangen hatten, mit Josua [in das Land], als sie es von den Heiden in Besitz nahmen, die Gott vor dem Angesicht unserer Väter vertrieb, bis zu den Tagen Davids.
Dieser fand Gnade vor Gott und bat, ob er für den Gott Jakobs eine Wohnung finden dürfe.
Salomo aber erbaute ihm ein Haus.
Doch der Höchste wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht:
»Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder wo ist der Ort, an dem ich ruhen soll?
Hat nicht meine Hand das alles gemacht?«
Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren! Ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist; wie eure Väter, so auch ihr!
Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben die getötet, die vorher das Kommen des Gerechten ankündigten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid,
ihr, die ihr das Gesetz auf Anordnung von Engeln empfangen und es nicht gehalten habt!

Stephanus erzählt also in Kurzform wichtige Dinge nach, die im ersten und zweiten Buch Mose berichtet werden, und er beendet seine Rede mit einer Schelte, weil seine Zuhörer Juden sind, die den Worten der Schrift keinen Glauben schenken, ansonsten würden sie wohl kaum Jesus verleugnen. Und was für eine Reaktion wird Stephanus wohl mit diesen Worten bei seinen Zuhörern auslösen? Es ist teilweise sehr provokant, was er sagt, und wir wissen auch aus der heutigen Zeit von unseren Mitmenschen, dass sie sehr schnell launisch werden, wenn man ihnen die unangenehme Wahrheit ins Gesicht sagt. Schauen wir mal, wie die Leute die Rede von Stephanus aufgenommen haben!
In Vers 54 bis 60 lesen wir Folgendes:

Als sie aber das hörten, schnitt es ihnen ins Herz, und sie knirschten mit den Zähnen über ihn.
Er aber, voll Heiligen Geistes, blickte zum Himmel empor und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesus zur Rechten Gottes stehen;
und er sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen!
Sie aber schrien mit lauter Stimme, hielten sich die Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los;
und als sie ihn zur Stadt hinausgestoßen hatten, steinigten sie ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider zu den Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.
Und sie steinigten den Stephanus, der betete und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
Und er kniete nieder und rief mit lauter Stimme: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Und nachdem er das gesagt hatte, entschlief er.


Der Vers 55 aus diesem Kapitel ist eine von vielen Stellen in der Bibel, an denen die Dreieinigkeitstheorie zerbricht. Denn laut dieser Theorie besteht Gott aus drei Teilen, die ein einziges Wesen bilden, und es gibt reichlich Menschen, die diesen Quatsch glauben.
Stephanus aber war, genau wie andere Leute auch, mit dem heiligen Geist erfüllt, den Gott gesandt hat, und zur selben Zeit sah Stephanus die Herrlichkeit Gottes - damit ist unser Vater im Himmel gemeint. Und direkt daneben, als separates Wesen, steht Jesus Christus, der erhöhte Sohn Gottes. Stephanus nimmt also drei Wesen wahr, wie kann dann bitteschön alles eins sein? Steht Gott etwa neben sich selbst?
Man kann besonders diese Bibelstelle benutzen, um Leute aufzuklären, die einem irgendwas von der Dreieinigkeitstheorie aufzwingen wollen, aber das ist im heutigen Video gar nicht unsere Absicht, sondern wir wollen die Apostelgeschichte insgesamt studieren. Also lasst uns mal einen näheren Blick auf die Gesamtsituation werfen!
Stephanus hat eine unangenehme Wahrheit ausgesprochen, und seine Zuhörer sind deswegen voller Zorn und ersinnen Böses gegen ihn. Sie stürmen auf ihn los, um ihn zu Tode zu steinigen. Und Stephanus schreit nicht und droht ihnen nicht, sondern er tut etwas, was Jesus bei seiner erlittenen Kreuzigung in ähnlicher Weise tat. Stephanus bittet für die Menschen, dass ihnen diese böse Tat nicht angerechnet werden soll. Und dann stirbt er.
Es ist sehr schade um diesen Mann, aber immerhin kann man bei ihm sicher sein, dass er bei Jesus sein wird, sonst hätte er ihn wohl kaum kurz vor seinem Tod sehen dürfen, und obendrein sogar neben ihm unseren Vater im Himmel. Die Aufgabe von Stephanus auf Erden war vorbei, und als nächstes wird er dort sein, wo ein Kind Gottes hingehört.

Das war soweit alles, was wir uns heute ansehen. Die anderen Kapitel werden alle in separaten Videos behandelt.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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