Text zu "Wir studieren die Apostelgeschichte (Kap. 8 und 9)"

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=KZH63aKGAEs

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Dieses Video ist eines von jenen Videos, in welchen wir die Apostelgeschichte näher betrachten. Diesmal geht es um die Kapitel 8 und 9.

Wer das vorherige Video angeschaut hat, der weiß, dass ein treuer Jesus-Nachfolger namens Stephanus von den Juden, die aus fremden Synagogen kamen, angeklagt und zu Tode gesteinigt wurde, weil der vor den Leuten Verkündungen gepredigt hatte, die ihnen ganz und gar nicht gefielen. Wenn wir nun in Kapitel 8 lesen, werden wir merken, dass dies erst der Anfang eines größeren Problems war, denn in den Versen 1 bis 4 lesen wir Folgendes:

Saulus aber hatte seiner Ermordung zugestimmt. Und an jenem Tag erhob sich eine große Verfolgung gegen die Gemeinde in Jerusalem, und alle zerstreuten sich in die Gebiete von Judäa und Samaria, ausgenommen die Apostel.
Und gottesfürchtige Männer begruben den Stephanus und veranstalteten eine große Trauer um ihn.
Saulus aber verwüstete die Gemeinde, drang überall in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und brachte sie ins Gefängnis.
Diejenigen nun, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündigten das Wort des Evangeliums.

Wir sehen daran, dass der Mann namens Saulus enorm unbarmherzig mit den christlichen Menschen umging. Es wurde schnell offensichtlich, dass es für die an Jesus gläubigen Menschen notwendig werden würde, ihr Zuhause schnellstmöglich zu verlassen, und in die Ferne zu fliehen, ins Ungewisse, bevor Saulus ankommt und sie fesselt, um sie ins Gefängnis zu werfen. Und wir merken hier, dass einige sich überwinden konnten, ihren Heimatort zu verlassen, andere aber nicht. Und wer seinen Heimatort, nämlich Jerusalem, verlassen hatte, der blieb frei und verkündete das Evangelium an den Orten, wohin ihn seine Flucht geführt hatte. Wer aber zu Hause blieb, bei dem stand bald Saulus mit seinen Knechten vor der Tür, um die jenigen ins Gefängnis zu werfen, die sich nicht vernunftshalber aus Jerusalem zurückgezogen hatten. Das ist ein ziemlich interessanter Aspekt, oder? Wer floh, blieb frei, aber wer bequem war, wurde ins Gefängnis gesteckt - durch das gottlose Tun von diesem Mann namens Saulus.
Lasst uns nun mal schauen, von welchem Ereignis wir als nächstes lesen! In den Versen 5 bis 13 steht geschrieben:

Und Philippus kam hinab in eine Stadt von Samaria und verkündigte ihnen Christus.
Und die Volksmenge achtete einmütig auf das, was Philippus sagte, als sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat.
Denn aus vielen, die unreine Geister hatten, fuhren diese mit großem Geschrei aus; es wurden aber auch viele Gelähmte geheilt und solche, die nicht gehen konnten.
Und es herrschte große Freude in jener Stadt.
Aber ein Mann namens Simon hatte zuvor in der Stadt Zauberei getrieben und das Volk von Samaria in seinen Bann gezogen, indem er sich für etwas Großes ausgab.
Ihm hingen alle an, Klein und Groß, indem sie sprachen: Dieser ist die große Kraft Gottes.
Sie hingen ihm aber an, weil er sie so lange Zeit durch seine Zaubereien in seinen Bann gezogen hatte.
Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und vom Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sich Männer und Frauen taufen.
Simon aber glaubte auch und hielt sich, nachdem er getauft war, beständig zu Philippus; und als er sah, dass Zeichen und große Wunder geschahen, geriet er außer sich.

Hier sehen wir also, dass Philippus durch seine Flucht in einer Stadt von Samaria landete und den dortigen Leuten das Evangelium verkündete. Und die Menschen zeigten großes Interesse, besonders als Philippus die Wunderzeichen wirkte, die den Aposteln von Jesus versprochen wurden. Die Menschen waren begeistert, Männer und Frauen ließen sich taufen. Im Grunde ist alles bestens gelaufen. Besonders interessant ist die Sache mit dem Zauberer. Diesen haben alle Menschen des Ortes für einen Mann Gottes gehalten, obwohl er Zauberei getrieben hat, und wir wissen ja, dass alle Zauberer in den Feuersee fallen werden. Glücklicherweise war auch der Zauberer selbst offen für den Glaube an Jesus, jedoch ist das Detail irgendwie befremdlich, dass viele Menschen zuerst an den Zauberer glaubten. Es wird ja gesagt, die Menschen hielten den Zauberer für einen Mann Gottes. Das mutet sehr eigenartig an. Und gleichzeitig hätten sie ihm dann ja eigentlich treu bleiben müssen, oder? Wenn sie ihn so sehr liebten, was genau hat die Menschen dann dazu bewegt, die Verkündung von Philippus noch ernster zu nehmen? Waren die Zeichen großartiger und unglaublicher, die Philippus tat? Es wäre vielleicht mal interessant, wenn wir wüssten, worin der deutliche Unterschied zwischen den Zeichen des Zauberers und den Zeichen von Philippus bestand. Offensichtlich hat es einen Unterschied gegeben. Ansonsten hätten die Menschen nicht von dem Zauberer zu Jesus gewechselt. Aber leider erhalten wir zu den Hintergründen keine näheren Infos, was sehr schade ist.

Schauen wir uns am besten mal die nächsten Verse an! Folgendes steht in Vers 14 bis 25:

Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen.
Diese kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen;
denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.
Als aber Simon sah, dass durch die Handauflegung der Apostel der Heilige Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld
und sprach: Gebt auch mir diese Vollmacht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt!
Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, die Gabe Gottes mit Geld erwerben zu können!
Du hast weder Anteil noch Erbe an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott!
So tue nun Buße über diese deine Bosheit und bitte Gott, ob dir die Tücke deines Herzens vielleicht vergeben werden mag;
denn ich sehe, dass du in bitterer Galle steckst und in Fesseln der Ungerechtigkeit!
Da antwortete Simon und sprach: Betet ihr für mich zum Herrn, dass nichts von dem, was ihr gesagt habt, über mich komme!
Sie nun, nachdem sie das Wort des Herrn bezeugt und gelehrt hatten, kehrten nach Jerusalem zurück und verkündigten dabei das Evangelium in vielen Dörfern der Samariter.

An diesem Text sehen wir, dass der Heilige Geist durch Gebet und Handauflegung auf Menschen kommen kann, wenn jemand betet, der selbst den heiligen Geist hat. Ebenso wird hier die Anmerkung gemacht, dass die Menschen zwar im Wasser getauft waren, aber dass auf keinen von diesen Menschen der heilige Geist gefallen war. Daraus lernen wir, dass nicht beides zwangsläufig im selben Moment passiert. Es kann offensichtlich sein, dass ein Mensch im Wasser getauft ist, aber nicht zeitgleich den heiligen Geist bekommen hat.
Als aber der Zauberer von dem heiligen Geist erfuhr, wollte er ihn vermutlich benutzen, um sich selbst damit einen Namen zu machen und berühmt zu werden, darum brachte er Geld zu Petrus und meinte, der heilige Geist sei mit Geld zu kaufen. Aber Petrus reagiert berechtigterweise sehr verärgert auf ihn, weil er merkt, dass der Zauberer sich die völlig falschen Maßstäbe setzt, denn er will nicht Gott verherrlichen, sondern sich selbst. Und dies ist sehr sündiges Verhalten, darum ermahnt Petrus ihn sofort zur Buße. Wir lesen aber leider nichts davon, ob der ehemalige Zauberer diese Ermahnung auch wirklich ins eigene Herz aufnahm.
Wenn er sich weigert, selber zu beten und stattdessen sagt, andere sollen für ihn beten, ist das aber ein sehr schlechtes Anzeichen, da er nicht begreift, wie wichtig seine persönliche Buße ist.
Gleichzeitig erkennt man daran, dass Philippus wohl etwas zu schnell die Menschen taufte, denn beispielsweise der Zauberer hatte noch gar keine Buße getan, wurde aber bereits getauft, obwohl es normalerweise andersrum laufen muss. Zuerst soll der Mensch seine eigene Schuld begreifen und den Wille Gottes wenigstens grob verstehen, und dann, wenn er dadurch eine gewisse Reife bekommt, kann er getauft werden. Denn was nützt es dem Mensch, wenn er getauft wird und danach einfach weiter sündigt? Solch ein Mensch ist nicht geistlich. Und auch der Empfang des heiligen Geistes ist nicht genug, um eine Garantie zu haben, denn auch nach dem Empfangen des selben kann ein Mensch zurück in die Sünde fallen, wodurch die vorherigen Ereignisse nutzlos werden. Wir lesen ja in den Paulusbriefen immer wieder davon, dass Menschen ermahnt werden, von der Sünde abzulassen, obwohl sie gläubig sind, getauft wurden und den heiligen Geist empfangen hatten. Demnach gibt es also keine Versicherung dagegen, der Sünde zum Opfer zu fallen, so lange das Herz des Menschen immernoch an dieser Welt hängt.
Die Wassertaufe ist zwar eine unvermeidbare Pflicht zur Errettung, aber sie ist kein Freifahrtschein, dass man danach tun kann was man will. Wenn ein Mensch zu Gott will, dann ist es unvermeidlich, dass er aufhört, sich selber verherrlichen zu wollen, und selbst Richter darüber sein zu wollen, wie seine Taten einzuordnen sind. Denn die Liebe zu Gott beweist man dadurch, dass man die Gebote einhält.

Als nächstes lesen wir die restlichen Verse des Kapitels. Es steht geschrieben:

Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und wandere nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt; diese ist einsam.
Und er stand auf und machte sich auf den Weg. Und siehe, da war ein Äthiopier, ein Kämmerer und Gewaltiger der Kandake, der Königin der Äthiopier, welcher über ihren ganzen Schatz gesetzt war; dieser war gekommen, um in Jerusalem anzubeten,
und nun kehrte er zurück und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.
Da sprach der Geist zu Philippus: Tritt hinzu und halte dich zu diesem Wagen!
Da lief Philippus hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen; und er sprach: Verstehst du auch was du liest?
Er aber sprach: Wie kann ich denn, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.
Die Schriftstelle aber, die er las, war diese: »Wie ein Schaf wurde er zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm vor seinem Scherer stumm ist, so tut er seinen Mund nicht auf.
In seiner Erniedrigung wurde sein Gericht aufgehoben. Wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen!«
Da wandte sich der Kämmerer an Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet dies? Von sich selbst oder von einem anderen?
Da tat Philippus seinen Mund auf und begann mit dieser Schriftstelle und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus.
Als sie aber auf dem Weg weiterzogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer sprach: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden?
Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt! Er antwortete und sprach: Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist!
Und er ließ den Wagen anhalten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.
Als sie aber aus dem Wasser heraufgestiegen waren, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; denn er zog voll Freude seines Weges.
Philippus aber wurde in Asdod gefunden, und er zog umher und verkündigte das Evangelium in allen Städten, bis er nach Cäsarea kam.

Hierbei gibt es auch einiges Interessantes zu entdecken! Was mich ein wenig verunsichert, ist, dass da zuerst von einem Engel die Rede ist und dann plötzlich vom Geist. Warum hat nicht gleich von Beginn an der heilige Geist Philippus angeleitet?
Jedenfalls erhält Philippus durch den Geist den Befehl, zu dem Kämmerer von Äthiopien zu gehen und ihm die frohe Botschaft von Jesus Christus zu verkünden, was hierbei besonders leicht ist, denn der Kämmerer liest gerade im Buch des Propheten Jesaja in Kapitel 53, also eine Stelle, die sich unweigerlich auf Jesus bezieht. Das ist ein hervorragender Ausgangspunkt, um von Jesus zu erzählen. Und der Kämmerer glaubt den Worten von Philippus, daher lässt er sich gleich bei der ersten Gelegenheit taufen.
Nach dem Taufen geschah aber mit Philippus etwas sehr Außergewöhnliches! Er wurde mal eben entrückt. Einfach so. Ohne jede Ankündigung, und komplett ohne darum gebeten zu haben. Es geschah spontan, weil Jesus es offenbar für eine gute Idee hielt. An dieser Stelle sieht man ganz besonders gut, wie unaufhaltsam das Königreich von Jesus Christus eigentlich ist und dass Jesus wirklich von Gott alles in die Hand bekommen hat, um es gemäß Gottes Wille zu vollenden. Und so, wie Jesus es tun soll, gemäß Gottes Wille, so wird es letztlich auch geschehen, und keiner kann daran etwas ändern. Denn weil es offensichtlich der Wille Gottes war, dass der treue Apostel Philippus in Asdod weiter verkündigen soll, darum wurde er ohne größere Umschweife auch genau dorthin gebracht. Und es geschah durch den Geist, also kann der heilige Geist offensichtlich sogar Entrückungen wirken, wenn es befohlen ist.

In Kapitel 9 lesen wir mehr davon, was der Mann Saulus als nächstes tat, der die Gemeinde in Jerusalem verfolgt und weitesgehend zugrunde gerichtet hatte. Folgendes steht in Vers 1 und 2:

Saulus aber, der noch Drohung und Mord schnaubte gegen die Jünger des Herrn, ging zum Hohenpriester und erbat sich von ihm Briefe nach Damaskus an die Synagogen, in der Absicht, wenn er irgendwelche Anhänger des Weges fände, ob Männer oder Frauen, sie gebunden nach Jerusalem zu führen.

Es sieht hier also ganz danach aus, dass Saulus seine Christenverfolgung nicht nur auf Jerusalem allein beschränkt, sondern jetzt sogar in fremden Städten nach den Leuten sucht, die an Jesus glauben, und dabei erbittet er sich die Unterstützung der Synagogen vor Ort. Ich frage mich, was die Jesus-Nachfolger ihm getan haben sollen, dass er einen so sinnlosen Hass gegen sie hegt.
Da er jedenfalls in Damaskus die Gemeinde Jesu zerstören will, muss er natürlich erstmal selber an den Ort reisen. Und genau das tut er auch. In den Versen 3 bis 9 lesen wir dann, was als nächstes geschah:

Als er aber hinzog, begab es sich, dass er sich Damaskus näherte; und plötzlich umstrahlte ihn ein Licht vom Himmel.
Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul! Saul! Warum verfolgst du mich?
Er aber sagte: Wer bist du, Herr? Der Herr aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, gegen den Stachel auszuschlagen!
Da sprach er, mit Zittern und Schrecken: Herr, was willst du, dass ich tun soll? Und der Herr antwortete ihm: Steh auf und geh in die Stadt hinein, so wird man dir sagen, was du tun sollst!
Die Männer aber, die mit ihm reisten, standen sprachlos da, denn sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand.
Da stand Saulus von der Erde auf; doch obgleich seine Augen geöffnet waren, sah er niemand. Sie leiteten ihn aber an der Hand und führten ihn nach Damaskus.
Und er konnte drei Tage lang nicht sehen und aß nicht und trank nicht.

Hier war nun also der Zeitpunkt gekommen, dass Jesus auf die Verfolgung seiner treuen Gemeinde reagiert. Er lässt Saulus umfallen und ermahnt ihn mit der Frage danach, warum Saulus ihn verfolgt. Saulus aber beantwortet nicht mal die Frage, sondern fürchtet sich einfach nur und wird obendrein blind. Für seine Reisegefährten muss dieses Schauspiel besonders komisch gewesen sein. Denn wir lesen, dass sie die Stimme von Jesus zwar hörten, aber niemanden sahen.
Also da könnte man echt Zweifel an sich selbst entwickeln, wenn man ganz normal auf einer Reise ist, und plötzlich fällt der Anführer um, und man hört eine Stimme, ohne die Quelle zu finden.
Jedenfalls wird Saulus dann von seinen Gefährten an die Hand genommen und in die Stadt hineingeführt, aber drei Tage lang wird ihm nicht gesagt, was er jetzt in seiner misslichen Lage tun soll. Lesen wir mal, wie es weitergeht! Es steht geschrieben in den Versen 10 bis 19:

Es war aber in Damaskus ein Jünger namens Ananias. Zu diesem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! Er sprach: Hier bin ich, Herr!
Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Gasse, die man »die Gerade« nennt, und frage im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet;
und er hat in einem Gesicht einen Mann namens Ananias gesehen, der hereinkam und ihm die Hand auflegte, damit er wieder sehend werde.
Da antwortete Ananias: Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem zugefügt hat.
Und hier hat er Vollmacht von den obersten Priestern, alle, die deinen Namen anrufen, gefangen zu nehmen!
Aber der Herr sprach zu ihm: Geh hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, um meinen Namen vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen!
Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.
Da ging Ananias hin und trat in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wieder sehend wirst und erfüllt wirst mit dem Heiligen Geist!
Und sogleich fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er konnte augenblicklich wieder sehen und stand auf und ließ sich taufen; und er nahm Speise zu sich und kam zu Kräften. Und Saulus war etliche Tage bei den Jüngern in Damaskus.

Jesus hat also beschlossen, dass Saulus als Werkzeug benutzt werden soll, um den Name Jesus auch unter den Heiden sehr bekannt zu machen. Und da Jesus diesem Mann zeigen wird, wie viel er um Jesu willen leiden wird, weiß also Jesus schon längst, was Saulus alles vollbringen wird und was ihm bevorsteht.
Der Jünger jedenfalls, der Saulus heilen soll, hat zuerst Angst vor Saulus, aber trotz seiner Angst ist er gehorsam und geht dahin, wo Jesus ihn hin schickt, und alles wird gut. Saulus lässt sich taufen. Aber das wichtigste ist für Saulus vermutlich, dass er Jesus persönlich sah und dessen Kraft erlebt hat, denn dies hat ihm sicher genug Ehrfurcht eingeflößt, um in Zukunft lieber die Finger von den treuen Jesus-Nachfolgern zu lassen, die nach Heiligkeit streben und viel beten. Und Saulus lernte bestimmt auch ein bisschen was über Jesus in den Tagen, die er bei den Jüngern wohnte.
Manch ein Mensch an der Stelle von Saulus, wenn er unbeständig wäre, würde vielleicht die Tage bei den Jüngern interessant finden, aber dann hinterher trotzdem wieder seinen privaten Geschäften nachgehen. Saulus selbst aber handelt anders, denn wir lesen Folgendes in den Versen 20 bis 22:

Und sogleich verkündigte er in den Synagogen Christus, dass dieser der Sohn Gottes ist.
Aber alle, die ihn hörten, staunten und sprachen: Ist das nicht der, welcher in Jerusalem die verfolgte, die diesen Namen anrufen, und der dazu hierhergekommen war, um sie gebunden zu den obersten Priestern zu führen?
Saulus aber wurde noch mehr gestärkt und beunruhigte die Juden, die in Damaskus wohnten, indem er bewies, dass dieser der Christus ist.

Saulus erkennt Jesus also immer besser und beginnt, von ihm zu predigen. Und logischerweise finden die Menschen das hochgradig seltsam und lassen sich deswegen auch gar nicht erst darauf ein. Sie kennen ihn als einen Verfolger, der die Gemeinde von Jesus zerstören will, und nun beginnt er plötzlich, Jesus zu verherrlichen. Das erscheint den Menschen unfassbar und unecht. Darum hören sie nicht auf ihn, sondern werden nur beunruhigt. Aber ich selbst vermute, dass Saulus diese Verkündung auch nicht tun sollte, um Gläubige zu gewinnen, sondern eher, weil er beweisen sollte, dass er wirklich für Jesus einsteht und nicht davor zurückschreckt, öffentlich vor Ungläubigen von ihm zu erzählen. Und diesen Beweis hat Paulus erbracht. Weiter lesen wir folgendes in den Versen 23 bis 29:

Als aber viele Tage vergangen waren, beschlossen die Juden miteinander, ihn umzubringen.
Doch ihr Anschlag wurde dem Saulus bekannt. Und sie bewachten die Tore Tag und Nacht, um ihn umzubringen.
Da nahmen ihn die Jünger bei Nacht und ließen ihn in einem Korb über die Mauer hinab.
Als nun Saulus nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen; aber sie fürchteten ihn alle, weil sie nicht glaubten, dass er ein Jünger sei.
Barnabas aber nahm ihn auf, führte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf dem Weg den Herrn gesehen und dass dieser zu ihm geredet habe, und wie er in Damaskus freimütig in dem Namen Jesu verkündigt habe.
Und er ging in Jerusalem mit ihnen aus und ein und verkündigte freimütig im Namen des Herrn Jesus.
Er redete und stritt auch mit den Hellenisten; sie aber machten sich daran, ihn umzubringen.
Als das aber die Brüder erfuhren, brachten sie ihn nach Cäsarea und schickten ihn nach Tarsus.
So hatten nun die Gemeinden Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samaria und wurden auferbaut und wandelten in der Furcht des Herrn und wuchsen durch den Beistand des Heiligen Geistes.

Hier sehen wir also, dass sich bei den Juden in Damaskus die Verunsicherung über das ungewohnte Verhalten von Saulus schließlich in Mordlust verwandelte. Aber die Jünger Jesu sorgten dafür, dass Saulus aus Damaskus fliehen kann. Und als er nach Jerusalem kommt, also an den Ort, wo er die Gemeinde übelst ruiniert hat und nur noch wenige Jünger übrig sind, gerade an diesem Ort will er nun die brüderliche Gemeinschaft von Jesus-Nachfolgern erleben. Das ist schon eine etwas bescheidene Situation, denn sie fürchten ihn logischerweise alle. Aber Barnabas erbarmt sich schließlich, geht das Risiko ein, Saulus näher kennenzulernen und bringt ihn zu den Jüngern. Dummerweise hat aber offensichtlich noch nicht sonderlich viel Liebe im Herzen von Saulus gewohnt. Denn er begann Streit mit den Hellenisten, und zwar so heftig, dass sie ihn umbringen wollten. Das ist eine echt schwierige Situation, oder?
Ich meine: Zuerst war die Gemeinde in gutem Zustand. Aber dann kommt ein Neuer, nämlich Saulus, und dieser sorgt durch sein ganz normales Verhalten für Unruhe in der Gemeinde. Wie soll man damit dann umgehen?
Die Jünger haben es offensichtlich für die beste Idee gehalten, Saulus aus der Gemeinde wegzuschicken, an einen anderen Ort, nämlich nach Tarsus. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sie ihn nicht mit leeren Händen auf diese Reise schickten, sondern ihm alles gaben, was er an Proviant benötigt.
Ich muss aber auch sagen, dass es entsetzlich ist, festzustellen, dass ein solcher Zustand überhaupt erst in einer Gemeinde aus Jüngern entstehen konnte. Wie kann es sein, dass Menschen, die heilig leben, plötzlich Mordlust gegen jemanden entwickeln? Mord zählt doch zu den Gedanken, die Jesus böse nennt und die man deshalb gar nicht erst in sich aufkommen lassen sollte. Offenbar schlichen sich auch in die damaligen Gemeinden langsam Sünden ein. Wie ist das möglich? Dadurch, dass Menschen in die Gemeinde hineinkamen, die unreif im Glaube waren? Oder durch Nachlässigkeit und Ermattung derer, die schon lange gläubig sind? Die erste Begründung ist sehr wahrscheinlich, aber genau weiß ich es nicht.
Es ist aber bestimmt von Jesus so gewollt gewesen, dass Paulus in eine fremde Stadt geht, denn dort könnte er sich als nützlich erweisen, und dort kennt ihn keiner, also werden die Leute dort auch unvoreingenommen sein, wenn sie ihn über Jesus predigen hören.
Bemerkenswert ist aber auch die Aussage in Vers 31, dass die Gemeinde durch den Beistand des heiligen Geistes wuchs. Das klingt ja fast so, als könnte eine treue Gemeinde gar nicht ohne den heiligen Geist entstehen.

Schauen wir uns nun mal die Verse 32 bis 35 an! Folgendes lesen wir:

Es begab sich aber, dass Petrus, als er alle besuchte, auch zu den Heiligen hinabkam, die in Lydda wohnten.
Er fand aber dort einen Mann mit Namen Aeneas, der seit acht Jahren im Bett lag, weil er gelähmt war.
Und Petrus sprach zu ihm: Aeneas, Jesus der Christus macht dich gesund; steh auf und mache dir dein Bett selbst! Und sogleich stand er auf.
Und alle, die in Lydda und Saron wohnten, sahen ihn; und sie bekehrten sich zu dem Herrn.

Hier lesen wir also von einem Mensch, der acht Jahre lang gelähmt war. Dann aber kam Petrus und heilte ihn, und die Augenzeugen wurden gläubig an Jesus. Können wir daraus etwas lernen? Wer weiß. Vielleicht zeigt uns diese Geschichte, dass jede Heilung ihre eigene Zeit hat, und dass man die Beschwerden bis dahin ertragen muss? Dadurch, dass die Heilung zu ausgerechnet diesem Zeitpunkt stattfand, sind ja viele gläubig geworden. Und eine Lähmung ist zwar eine schlimme Last, aber immerhin nichts Lebensbedrohliches. Allerdings kann man bei dieser Geschichte genau so gut die Frage stellen, warum die bereits vorhandenen Jünger nicht selbst für diesen Mann gebetet hatten.
Jedenfalls lesen wir Folgendes in den restlichen Versen des Kapitels:

In Joppe aber war eine Jüngerin namens Tabita, was übersetzt »Gazelle« heißt; diese war reich an guten Werken und Wohltätigkeit, die sie übte.
Und es geschah in jenen Tagen, dass sie krank wurde und starb; und man wusch sie und legte sie ins Obergemach.
Weil aber Lydda nahe bei Joppe liegt und die Jünger gehört hatten, dass Petrus dort war, sandten sie zwei Männer zu ihm und baten ihn, nicht zu zögern und zu ihnen zu kommen.
Da stand Petrus auf und ging mit ihnen. Und als er angekommen war, führten sie ihn in das Obergemach, und alle Witwen traten zu ihm, weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, die Tabita gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war.
Da ließ Petrus alle hinausgehen, kniete nieder und betete; dann wandte er sich zu dem Leichnam und sprach: Tabita, steh auf! Sie aber öffnete ihre Augen, und als sie den Petrus sah, setzte sie sich auf.
Und er reichte ihr die Hand und richtete sie auf. Und er rief die Heiligen und die Witwen und stellte sie ihnen lebend vor.
Es wurde aber in ganz Joppe bekannt, und viele wurden gläubig an den Herrn.
Und es begab sich, dass er viele Tage in Joppe bei einem gewissen Simon, einem Gerber blieb.

An dieser Stelle sehen wir also, wie sich die Prophezeiung erfüllt, die Jesus über Petrus zu seinen Lebzeiten gesprochen hatte, denn Petrus konnte eine verstorbene Frau auferwecken. Es ist aber auch interessant, sich die Frage zu stellen, ob dieses Zeichen nur allein von Petrus gewirkt werden kann. Warten wir es mal ab!
Jedenfalls lesen wir davon, dass Petrus zuerst gebetet hat. Und dann, nach dem Gebet, kam die Auferweckung.
Die Menschen aus der Gegend waren natürlich enorm beeindruckt von dem, was da geschehen war, und konnten vermutlich gar nicht mehr anders, als an Jesus zu glauben. Und einer der Menschen übte sogar Gastfreundschaft an Petrus, indem er ihn in sein Haus aufnahm.

Und an dieser Stelle sind wir auch schon am Ende von Kapitel 9 angekommen. Die anderen Kapitel der Apostelgeschichte betrachten wir in separaten Videos.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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