Text zu "Wir studieren die Apostelgeschichte (Kap. 15 bis 18)"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=tN-fPtdMO0U
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video gehört
zu den jenigen, in welchen wir schauen, was in der Apostelgeschichte
steht, um es ein wenig näher zu untersuchen. Diesmal betrachten wir
die Kapitel 15, 16, 17 und 18.
Wer das vorige Video
gesehen hat, der weiß, dass Paulus und Barnabas wieder zurück in
Antiochia waren, nachdem sie viel umher gereist waren, um das
Evangelium sowohl an Juden als auch an Heiden zu verkünden. Also
praktisch an jeden, der es annehmen wollte. Und Gott war mit ihnen,
denn gemäß dem Wille Gottes konnte Jesus durch den heiligen Geist
Anweisungen geben und Heilungen befehlen, die unter den Heiden
geschahen.
Schauen wir nun mal,
was als Nächstes passierte!
Folgendes steht in
den Versen 1 und 2:
Und aus Judäa kamen
einige herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem
Gebrauch Moses beschneiden lasst, so könnt ihr nicht gerettet
werden!
Da nun Zwiespalt
aufkam und Paulus und Barnabas eine nicht geringe Auseinandersetzung
mit ihnen hatten, bestimmten sie, dass Paulus und Barnabas und einige
andere von ihnen wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und
Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen sollten.
Es geschah also,
dass einige Juden zu den Heiden kamen und ihnen einredeten, sie
könnten nur gerettet werden, wenn sie selbst auch eine Beschneidung
haben, genau wie die Juden.
Das ist aber höchst
eigenartig, denn wenn dem so wäre, dann wäre dieser Befehl bestimmt
schon längst durch den heiligen Geist an Paulus und Barnabas
ergangen. Aber das geschah nicht, sondern stattdessen hatte es
unzählige Wunder bei den unbeschnittenen Heiden gegeben, als Paulus
und Barnabas ihnen das Evangelium verkündeten, und es hatten sogar
unbeschnittene Heiden den heiligen Geist empfangen, woran man merkt,
dass Gott keinen Unterschied mehr zwischen ihnen und den Juden machen
wollte, was den Segen betrifft.
Deswegen gerieten
Barnabas und Paulus auch in großen Streit mit denen, die
behaupteten, eine Beschneidung sei unbedingt notwendig. Und um das zu
klären, wurde eine Versammlung in Jerusalem einberufen. Lesen wir
nun mal, was in dieser Versammlung so los war!
Es steht geschrieben
von Vers 3 bis 29:
So durchzogen sie
nun als Abgeordnete der Gemeinde Phönizien und Samaria, indem sie
von der Bekehrung der Heiden erzählten und allen Brüdern große
Freude bereiteten.
Als sie aber nach
Jerusalem kamen, wurden sie von der Gemeinde, den Aposteln und den
Ältesten empfangen und berichteten alles, was Gott mit ihnen gewirkt
hatte.
Aber einige von der
Richtung der Pharisäer, die gläubig geworden waren, standen auf und
sprachen: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz
Moses zu halten!
Da kamen die Apostel
und die Ältesten zusammen, um diese Sache zu untersuchen.
Nachdem aber eine
große Auseinandersetzung stattgefunden hatte, stand Petrus auf und
sprach zu ihnen: Ihr Männer und Brüder, ihr wisst, dass Gott lange
vor diesen Tagen mitten unter uns die Heiden erwählt hat, dass sie
durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben
kommen sollten.
Und Gott, der die
Herzen kennt, legte für sie Zeugnis ab, indem er ihnen den Heiligen
Geist gab gleichwie uns;
und er machte keinen
Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen durch den
Glauben gereinigt hatte.
Weshalb versucht ihr
denn jetzt Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt,
das weder unsere Väter noch wir tragen konnten?
Vielmehr glauben
wir, dass wir durch die Gnade des Herrn Jesus Christus gerettet
werden, auf gleiche Weise wie jene.
Da schwieg die ganze
Menge und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele
Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte.
Nachdem sie aber zu
reden aufgehört hatten, ergriff Jakobus das Wort und sagte: Ihr
Männer und Brüder, hört mir zu!
Simon hat erzählt,
wie Gott zuerst sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein
Volk für seinen Namen anzunehmen.
Und damit stimmen
die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht:
»Nach diesem will
ich zurückkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen,
und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten,
damit die
Übriggebliebenen der Menschen den Herrn suchen, und alle Heiden,
über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der Herr, der all
dies tut.«
Gott sind alle seine
Werke von Ewigkeit her bekannt.
Darum urteile ich,
dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine
Lasten auflegen soll,
sondern ihnen nur
schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von
der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten.
Denn Moses hat von
alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er
in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.
Daraufhin
beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen
Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und mit Paulus und
Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen
Barsabas und Silas, führende Männer unter den Brüdern.
Und sie sandten
durch ihre Hand folgendes Schreiben: Die Apostel und die Ältesten
und die Brüder entbieten den Brüdern in Antiochia und in Syrien und
Cilicien, die aus den Heiden sind, ihren Gruß!
Da wir gehört
haben, dass etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden
verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, indem sie sagen, man
müsse sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, ohne dass wir
sie dazu beauftragt hätten,
so haben wir, die
wir einmütig versammelt waren, beschlossen, Männer zu erwählen und
zu euch zu senden mit unseren geliebten Barnabas und Paulus,
Männern, die ihr
Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus.
Wir haben deshalb
Judas und Silas gesandt, die euch mündlich dasselbe verkündigen
sollen.
Es hat nämlich dem
Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last
aufzuerlegen, außer diesen notwendigen Dingen,
dass ihr euch
enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von
Unzucht; wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt
wohl!
Diesen Bericht
werden wir jetzt mal in Ruhe durchgehen.
Paulus und Barnabas
wurden von den Aposteln und Ältesten in Jerusalem empfangen. Und sie
erzählten dort, dass die Heiden das Evangelium angenommen hatten.
Darüber freuten sich sicher viele, aber einige Pharisäer, die sich
im Nachhinein noch dazu überwinden konnten, an Jesus zu glauben,
anstatt ihn weiter zu verleugnen, die sind der festen Meinung, dass
jeder beschnitten sein muss, der irgendwas mit Gott zu tun hat. Und
aufgrund dessen gibt es eine große Auseinandersetzung. Ich selbst
weiß gar nicht, wie genau man sich das vorstellen muss, aber ich
vermute mal, dass da sehr viel hin und her diskutiert wurde. Es ist
bestimmt eine ziemlich hitzige Debatte gewesen. Dann erhebt sich
Petrus und bringt das Argument, dass die Beschneidung ein sehr
schweres Joch ist, über welches sich die Juden schon seit jeher
ärgern, und was wohl keiner von ihnen gerne annahm. Da kann ich sie
auch bestens verstehen, denn das ist schon eine unbarmherzige
Forderung von Gott, dass die Männer ihr eigenes Fleisch verstümmeln
sollen. Weil die Juden treu sein wollten, haben sie das getan, aber
freuen konnte sich darüber sicher niemand, zumindest nicht mit
aufrichtigem Herzen. Und es ist auch gut, dass Petrus das mal in
aller Offenheit so anspricht.
Sehr interessant ist
auch seine Aussage, dass er glaubt, man würde hauptsächlich durch
die Gnade des Herrn Jesus gerettet werden, egal ob man Jude oder
Heide ist. Aus diesem Blickwinkel könnte man sich dazu hinreißen
lassen, dass man nicht fragt, ob die Heiden eine Beschneidung
brauchen, sondern dass man viel mehr fragt: „Brauchen die
Israeliten die Beschneidung am Fleisch immernoch, wenn sie an Jesus
gläubig sind?“
Ich weiß leider die
wahre Antwort auf diese Frage nicht. Jesus selbst hat zu diesen Thema
nie irgendwas verlauten lassen. Er hat aber betont, dass er das
Gesetz nicht auflösen will, daher sollte man im Zweifelsfall lieber
davon ausgehen, dass es für Israel weiter gültig ist.
In der Versammlung
erzählen jedenfalls Paulus und Barnabas als nächstes von all den
Wundern, die Gott wirken ließ unter den Heiden, obwohl sie keine
Beschneidung hatten. Und dann erhebt sich ein Mann namens Jakobus und
erwähnt eine Stelle in den alten Schriften, in denen angekündigt
wird, dass Gott sich die Heiden erwählen wird. Diese nimmt er nun
zum Anlass, um vorzuschlagen, dass man den Heiden nicht die Thora zur
Pflicht erklären soll, denn wenn jemand Interesse daran hat, kann er
jederzeit in eine Synagoge gehen, weil in den Synagogen die Schriften
von Moses immer vorgelesen werden. Das heißt also, dass es den
Heiden nicht aufgezwängt werden soll, sondern dass man sich über
das Gesetz von Moses, sofern man daran Interesse hat, in einer
Synagoge belehren lassen kann.
Allerdings wissen
die Apostel, dass es gewisse Taten gibt, die eine so schlimme Schande
vor Gott sind, dass auch die Heiden es niemals tun sollen. Nämlich
Götzendienst jeglicher Art, und Unzucht, und das Verspeisen von Blut
oder von Ersticktem. Weil diese Dinge unverzichtbar sind, werden die
Heiden in einem Brief dazu ermahnt, dass sie diese Dinge einhalten
müssen, zusätzlich zu dem, was Jesus bekanntlich geboten hat, was
wir tun sollen, um in seiner Liebe zu bleiben, nämlich dass wir
jedem mit Liebe begegnen sollen, auch unseren Feinden, dass wie
absolut alles vergeben sollen, was uns angetan wird, dass wir dem
Bösen nicht Widerstand leisten sollen, dass wir keine Heuchler sein
dürfen, dass wir allen geben sollen, die uns bitten, dass wir keinen
Reichtum auf Erden anhäufen oder begehren sollen, und dass wir uns
selbst erniedrigen sollen, weil im Reich der Himmel der jenige der
größte ist, der wie ein Diener denkt und lebt. Auf solche Dinge
müssen wir achten, und uns offensichtlich von jeder denkbaren Art
des Götzen Dienstes und der Unzucht fernhalten. Und wir müssen auch
Acht darauf haben, was wir essen. Wenn man das beherzigt, ist man als
Heide insgesamt schon auf einem relativ guten Weg. Wer noch mehr
Infos dazu haben will, kann sich ja die Videoserie dieses Kanals
anschauen, in dem die wichtigsten Videos mit Geboten aufgelistet
sind, um die Lehre von Jesus vollkommen zu verstehen.
Jedenfalls wurde
diese Entscheidung den heidnischen Gemeinden mitgeteilt, welche an
Jesus glauben, und wir schauen nun mal, wie die Reaktion ausfiel. In
Vers 30 bis 34 lesen wir:
So wurden sie nun
verabschiedet und gingen nach Antiochia, und sie versammelten die
Menge und übergaben das Schreiben.
Und als sie es
gelesen hatten, freuten sie sich über den Trost.
Und Judas und Silas,
die selbst auch Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vielen
Worten und stärkten sie.
Und nachdem sie
einige Zeit dort zugebracht hatten, wurden sie von den Brüdern mit
Frieden zu den Aposteln zurückgesandt.
Silas aber
beschloss, dort zu bleiben.
Paulus und Barnabas
hielten sich aber in Antiochia auf und lehrten und verkündigten
zusammen mit noch vielen anderen das Wort des Herrn.
Die Worte der
Apostel hatten also eine tröstende Wirkung, und künftig waren die
jenigen, die nach Antiochia geschickt wurden, eine Weile an diesem
Ort mit Predigen beschäftigt.
In den restlichen
Versen des Kapitels lesen wir folgende Worte:
Nach etlichen Tagen
aber sprach Paulus zu Barnabas: Lass uns wieder umkehren und in all
den Städten, in denen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, nach
unseren Brüdern sehen, wie es um sie steht!
Barnabas aber riet
dazu, den Johannes, der Markus genannt wird, mitzunehmen.
Paulus jedoch hielt
es für richtig, dass der, welcher in Pamphylien von ihnen
weggegangen und nicht mit ihnen zu dem Werk gekommen war, nicht
mitgenommen werden sollte.
Deshalb entstand
eine heftige Auseinandersetzung, sodass sie sich voneinander
trennten; und Barnabas nahm Markus zu sich und fuhr mit dem Schiff
nach Zypern.
Paulus aber wählte
sich Silas und zog aus, von den Brüdern der Gnade Gottes anbefohlen.
Und er durchzog
Syrien und Cilicien und stärkte die Gemeinden.
Paulus und Barnabas
trennten sich also wegen einer Meinungsverschiedenheit über einen
gewissen Reisekamerad, aber es hatten alle das Ziel, bei den
Gemeinden vorbeizuschauen, in denen sie schonmal das Evangelium
verkündigt hatten. Und zwar nicht auf Anweisung des heiligen
Geistes, sondern sie fassten wohlgemerkt aus ihrem eigenen Herzen
heraus den Entschluss, die Gemeinden zu besuchen.
Wenn wir Kapitel 16
anschauen, erfahren wir, was Paulus unterwegs erlebte. Es steht
geschrieben in Vers 1 bis 5:
Er kam aber nach
Derbe und Lystra. Und siehe, dort war ein Jünger namens Timotheus,
der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau, aber eines griechischen
Vaters;
der hatte ein gutes
Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium.
Diesen wollte Paulus
mit sich ziehen lassen. Und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um
der Juden willen, die in jener Gegend waren; denn sie wussten alle,
dass sein Vater ein Grieche war.
Als sie aber die
Städte durchzogen, übergaben sie ihnen zur Befolgung die von den
Aposteln und den Ältesten in Jerusalem gefassten Beschlüsse.
So wurden nun die
Gemeinden im Glauben gestärkt und nahmen an Zahl täglich zu.
Hier ist
interessant, dass Paulus höchst selbst entscheidet, dass dieser
Mensch namens Timotheus beschnitten werden soll, weil er dadurch vor
den Juden einen besseren Eindruck macht, denn Paulus wollte ja sowohl
Juden als auch Heiden von Jesus überzeugen. Demnach ist also die
Beschneidung für Juden immernoch wichtig, für Heiden allerdings
nicht. Und Timotheus wird künftig mit Paulus auf Reisen sein. Paulus
wird ihn wie einen Sohn behandeln, auch wenn Timotheus kritisch
gesehen eigentlich der Sohn von wem anders ist.
In den nächsten
Versen merken wir, dass Gott einen bestimmten Reiseplan für Paulus
vorgesehen hatte, von welchem nicht abgewichen werden darf. Folgendes
lesen wir in Vers 6 bis 10:
Als sie aber
Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom
Heiligen Geist gewehrt, das Wort in der Provinz Asia zu verkündigen.
Als sie nach Mysien
kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen; und der Geist ließ
es ihnen nicht zu.
Da reisten sie an
Mysien vorbei und kamen hinab nach Troas.
Und in der Nacht
erschien dem Paulus ein Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand vor
ihm, bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!
Als er aber dieses
Gesicht gesehen hatte, waren wir sogleich bestrebt, nach Mazedonien
zu ziehen, indem wir daraus schlossen, dass uns der Herr berufen
hatte, ihnen das Evangelium zu verkündigen.
Hierbei ist
interessant, dass das Wort „wir“ benutzt wird. Daran stellen wir
fest, dass ab dieser Zeit Lukas persönlich bei Paulus war und auch
mit ihm zusammen reiste. Ab hier wird also nicht nur das erzählt,
was Lukas von anderen gehört hat, sondern von nun an schildert er
das, was er mit eigenen Augen sah. Leider beschreibt er nicht näher,
woran sie merkten, dass der Geist ihnen die Reise verwehrte. Aber
Paulus hatte ein Gesicht über einen Mann von Mazedonien, also ist ja
wohl klar, dass sie als nächstes dorthin reisen werden.
In den Versen 11 bis
15 heißt es weiter:
So fuhren wir denn
[mit dem Schiff] von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrace
und am folgenden Tag nach Neapolis
und von dort nach
Philippi, welches die bedeutendste Stadt jenes Teils von Mazedonien
ist, eine römische Kolonie. Wir hielten uns aber in dieser Stadt
etliche Tage auf.
Und am Sabbattag
gingen wir vor die Stadt hinaus, an den Fluss, wo man zu beten
pflegte; und wir setzten uns und redeten zu den Frauen, die
zusammengekommen waren.
Und eine
gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der
Stadt Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, sodass
sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.
Als sie aber getauft
worden war und auch ihr Haus, bat sie und sprach: Wenn ihr davon
überzeugt seid, dass ich an den Herrn gläubig bin, so kommt in mein
Haus und bleibt dort! Und sie nötigte uns.
Hier merken wir
also, dass Paulus, Lukas und alle anderen Reisegefährten im Land
Mazedonien ankamen und in einer Stadt namens Philippi blieben. Und
dort war eine Frau, die zum Glauben fand, und ihre Familie wurde
getauft, nachdem sie selber getauft war. Das Bemerkenswerte ist hier,
dass ja normalerweise immer der Mann dem Haus vorsteht, hier scheint
es aber durch welchen Umstand auch immer so zu sein, dass die Frau
das Oberhaupt ist. Vermutlich war sie eine Witwe gewesen.
Lasst uns nun mal
eine interessante Geschichte lesen, die sich ebenfalls in der Stadt
Philippi zugetragen hatte! In Vers 16 bis 22 steht Folgendes:
Es geschah aber, als
wir zum Gebet gingen, dass uns eine Magd begegnete, die einen
Wahrsagegeist hatte und ihren Herren durch Wahrsagen großen Gewinn
verschaffte.
Diese folgte Paulus
und uns nach, schrie und sprach: Diese Männer sind Diener des
höchsten Gottes, die uns den Weg des Heils verkündigen!
Und dies tat sie
viele Tage lang. Paulus aber wurde unwillig, wandte sich um und
sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, von
ihr auszufahren! Und er fuhr aus in derselben Stunde.
Als aber ihre Herren
sahen, dass die Hoffnung auf ihren Gewinn entschwunden war, ergriffen
sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den Marktplatz vor die
Obersten der Stadt;
und sie führten sie
zu den Hauptleuten und sprachen: Diese Männer, die Juden sind,
bringen unsere Stadt in Unruhe
und verkündigen
Gebräuche, welche anzunehmen oder auszuüben uns nicht erlaubt ist,
da wir Römer sind!
Und die Volksmenge
stand ebenfalls gegen sie auf; und die Hauptleute rissen ihnen die
Kleider ab und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen.
Also diese Frau, die
von einem Wahrsagergeist besessen war, hat ja ein äußerst seltsames
Verhalten an den Tag gelegt.
Wer hätte gedacht,
dass ein Dämon nichts Besseres zu tun hat, als einem Apostel von
Jesus hinterherzulaufen, die ganze Zeit lang, um alle Menschen darauf
aufmerksam zu machen, dass dieser Mensch das Heil Gottes verkündigt?
Das ging so lange,
bis Paulus keine Nerven mehr dafür hatte, sich das anzuhören, darum
befahl er dem Geist, er solle ausfahren. Und es klingt ganz so, als
sei der Geist nicht sofort ausgefahren, sondern erst später, nachdem
Paulus schon gar nicht mehr davon redete. Es scheint, als habe Paulus
einfach kurz den Befehl erteilt und sei dann weiter gegangen, egal ob
der Geist gehorcht oder nicht, und letztlich ist der dann innerhalb
der nächsten 60 Minuten ausgefahren. Da frage ich mich, ob solch ein
Verlauf normal ist, oder ob es vielleicht nur zu ungenau beschrieben
ist, und die Austreibung doch anders ablief.
Jedenfalls hatten
die Herren der Magd natürlich sehr viel Geld mit der Wahrsagerei
verdient. Aber jetzt, wo der Wahrsagergeist verschwunden war, war
auch ihre Möglichkeit dahin, Geld mit Wahrsagerei zu verdienen. Und
weil diese Menschen wie üblich immer nur an Geld denken, denn das
tun ja die meisten Menschen, deshalb sind sie sehr sauer auf Paulus
und seine Reisegefährten. Aber sie wissen natürlich, dass Paulus
keine Strafe von der Stadtwache fürchten muss, wenn ihnen gesagt
wird: „Dieser Mann hat sich erdreistet, unsere Magd von ihrem
Wahrsagergeist zu befreien!“.
Deswegen erfinden
sie stattdessen einen anderen Grund, um Paulus bestrafen zu lassen,
indem sie meinen, er würde schändliche Lehren verbreiten, und
leider bekommt Paulus somit auch eine üble Strafe, inklusive seinen
Reisegefährten.
Vielleicht wäre es
doch besser gewesen, wenn Paulus die Magd hätte weitermachen lassen?
Das ist schwer einzuschätzen. Einerseits war es sicher nützlich,
dass die Frau, die von dem Geist überwältigt war, alle Leute über
die Bedeutung der Lehre von Paulus aufklärte. Andererseits ist es
aber für einen Jesus-Nachfolger ganz normal, unreine Geister
auszutreiben, wenn er welche erkennt. Ich kann mir da leider kein
abschließendes Urteil bilden.
Wir erhalten aber
durch diese Geschichte die Bestätigung, dass jede, also wirklich
jede Art, die mit Wahrsagerei zu tun hat, gewiss nicht von Jesus
kommt und auch nicht mit ihm vereinbar ist, denn ansonsten hätte der
Geist nicht gehorcht, als er vertrieben wurde.
In den Versen 23 und
24 erfahren wir, dass diese äußerst unangenehme Strafe, nämlich
die Züchtigung mit Ruten, noch nicht alles war, was man den Menschen
antat, die für Jesus unterwegs waren. Folgendes lesen wir:
Und nachdem sie
ihnen viele Schläge gegeben hatten, warfen sie sie ins Gefängnis
und geboten dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren.
Dieser warf sie auf
solchen Befehl hin ins innere Gefängnis und schloss ihre Füße in
den Stock.
Wir merken also,
dass Paulus und seine Reisegefährten ins Gefängnis gesperrt wurden.
Da sind sie nun. In
einer fremden Stadt, mitten unter unbarmherzigen Leuten, eingesperrt
im Kerker. Was sollte man in solch einer Lage tun? Manch einer würde
vor Angst zittern, weil er nicht weiß, wie das alles weitergeht,
andere würden jammern und heulen, weil sie sich von Gott verlassen
fühlen, wieder andere würden vielleicht zornig werden. Paulus und
seine Reisegefährten tun aber nichts dergleichen, sondern wir lesen
Folgendes in Vers 25 bis 34:
Um Mitternacht aber
beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und die
Gefangenen hörten ihnen zu.
Da entstand
plötzlich ein großes Erdbeben, sodass die Grundfesten des
Gefängnisses erschüttert wurden, und sogleich öffneten sich alle
Türen, und die Fesseln aller wurden gelöst.
Da erwachte der
Kerkermeister aus dem Schlaf, und als er die Türen des Gefängnisses
geöffnet sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten, weil er
meinte, die Gefangenen seien entflohen.
Aber Paulus rief mit
lauter Stimme und sprach: Tu dir kein Leid an; denn wir sind alle
hier!
Da forderte er ein
Licht, sprang hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder.
Und er führte sie
heraus und sprach: Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet
werde?
Sie aber sprachen:
Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden, du
und dein Haus!
Und sie sagten ihm
das Wort des Herrn und allen, die in seinem Haus waren.
Und er nahm sie zu
sich in jener Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen; und er
ließ sich auf der Stelle taufen, er und all die Seinen.
Und er führte sie
in sein Haus, setzte ihnen ein Mahl vor und freute sich, dass er mit
seinem ganzen Haus an Gott gläubig geworden war.
Also was hier
geschehen ist, das ist wirklich auf ganzer Linie außergewöhnlich,
würde ich mal sagen! Paulus und Silas und die Dazugehörigen singen
Lobgesang für Gott, während sie im Gefängnis sitzen, und plötzlich
passiert ein Erdbeben, und die Gefängnistüren öffnen sich.
Könnt ihr euch den
Gesichtsausdruck der anderen Gefangenen vorstellen, die das miterlebt
haben? Die wussten wahrscheinlich gar nicht, wie ihnen geschieht.
Allein durch den Lobpreis Gottes haben alle die Freiheit geschenkt
bekommen!
Und der
Gefängniswärter meint natürlich, alle Gefangenen seien entflohen,
und er will Selbstmord begehen, weil er ganz genau weiß, dass dafür
eine schlimme Strafe auf ihn wartet und die Römer nie und nimmer
Gnade mit ihm haben werden. Aber zum Glück hält ihn Paulus davon
ab, und er erzählt ihm von Jesus, und der Gefängniswärter wird in
seinem eigenen Haus getauft, zusammen mit seiner Familie, noch ehe
der nächste Tag beginnt.
Werfen wir nun mal
einen Blick auf die restlichen Verse von Kapitel 16! Es steht
geschrieben:
Als es aber Tag
wurde, sandten die Hauptleute die Gerichtsdiener mit dem Befehl: Lass
jene Leute frei!
Da verkündete der
Kerkermeister dem Paulus diese Worte: Die Hauptleute haben die
Anweisung gesandt, dass man euch freilassen soll. So geht nun hinaus
und zieht hin in Frieden!
Paulus aber sprach
zu ihnen: Sie haben uns, die wir Römer sind, ohne Urteil öffentlich
geschlagen und ins Gefängnis geworfen, und jetzt schicken sie uns
heimlich fort? Nicht so; sondern sie mögen selbst kommen und uns
hinausführen!
Da verkündigten die
Gerichtsdiener diese Worte den Hauptleuten; und diese fürchteten
sich, als sie hörten, dass sie Römer seien.
Und sie kamen und
redeten ihnen zu und führten sie hinaus und baten sie, die Stadt zu
verlassen.
Da verließen sie
das Gefängnis und begaben sich zu Lydia; und als sie die Brüder
sahen, trösteten sie sie und zogen fort.
Also ich weiß ja
nicht, was ich von der Reaktion von Paulus halten soll. Sein Stolz
motiviert ihn dazu, sich nicht mit der Freilassung zufrieden zu
geben, sondern stattdessen einen persönlichen Geleit zu verlangen.
Wenn ihr mich fragt, so war diese Forderung völlig überflüssig.
Jedenfalls kamen
Paulus und seine Reisegefährten bei Lydia unter, bis sie ihre Reise
fortsetzten. Und wohin die Reise als nächstes ging, das erfahren wir
ihn Kapitel 17, denn wir lesen Folgendes in den Versen 1 bis 9:
Sie reisten aber
durch Amphipolis und Apollonia und kamen nach Thessalonich, wo eine
Synagoge der Juden war.
Paulus aber ging
nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten
mit ihnen aufgrund der Schriften,
indem er erläuterte
und darlegte, dass der Christus leiden und aus den Toten auferstehen
musste, und sprach: Dieser Jesus, den ich euch verkündige, ist der
Christus!
Und etliche von
ihnen wurden überzeugt und schlossen sich Paulus und Silas an, auch
eine große Menge der gottesfürchtigen Griechen sowie nicht wenige
der vornehmsten Frauen.
Aber die Juden, die
sich weigerten zu glauben, wurden voll Neid und gewannen etliche
boshafte Leute vom Straßenpöbel, erregten einen Auflauf und
brachten die Stadt in Aufruhr; und sie drangen auf das Haus Jasons
ein und suchten sie, um sie vor die Volksmenge zu führen.
Als sie sie aber
nicht fanden, schleppten sie den Jason und etliche Brüder vor die
Obersten der Stadt und schrien: Diese Leute, die die ganze Welt in
Aufruhr versetzen, sind jetzt auch hier;
Jason hat sie
aufgenommen! Und doch handeln sie alle gegen die Verordnungen des
Kaisers, indem sie sagen, ein anderer sei König, nämlich Jesus!
Sie brachten aber
die Menge und die Stadtobersten, welche dies hörten, in Aufregung,
sodass sie Jason und
die übrigen nur gegen Bürgschaft freiließen.
Also hier ist das
Verhalten der widerspenstigen Juden einfach nur peinlich! Wegen ihrem
Neid holen sie sich Menschen vom Straßenpöbel. Glauben die etwa,
dass sie damit in irgendeiner Weise ihre Gerechtigkeit beweisen
können, oder dass auf diesem Weg irgendwas Gutes erreicht werden
kann? Da sie aber die Prediger nicht fanden, die von Jesus erzählten,
schnappten sie jemanden aus ihrer eigenen Stadt, der ihnen Obdach
gewährt hatte. Wie geistig umnachtet muss man bitte sein, um auf so
eine Art zu reagieren? Weil sie die Verkündiger nicht finden, lassen
sie ihre Wut an einem Mitbürger aus. Das scheinen echt ein paar
miese Zeitgenossen gewesen zu sein, die da in Thessalonich wohnten.
Aber zum Glück waren nicht alle Menschen so, sondern wir haben ja
gelesen, dass es einige gab, die den Glaube annahmen.
Als nächstes
schauen wir uns die Verse 10 bis 15 an. Es steht geschrieben:
Die Brüder aber
schickten sogleich während der Nacht Paulus und Silas nach Beröa,
wo sie sich nach ihrer Ankunft in die Synagoge der Juden begaben.
Diese aber waren
edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller
Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift, ob
es sich so verhalte.
Es wurden deshalb
viele von ihnen gläubig, auch nicht wenige der angesehenen
griechischen Frauen und Männer.
Als aber die Juden
von Thessalonich erfuhren, dass auch in Beröa das Wort Gottes von
Paulus verkündigt wurde, kamen sie auch dorthin und stachelten die
Volksmenge auf.
Daraufhin sandten
die Brüder den Paulus sogleich fort, damit er bis zum Meer hin
ziehe; Silas und Timotheus aber blieben dort zurück.
Die nun, welche den
Paulus geleiteten, brachten ihn bis nach Athen; und nachdem sie den
Auftrag an Silas und Timotheus empfangen hatten, dass sie so schnell
wie möglich zu ihm kommen sollten, zogen sie fort.
In Beröa waren die
Menschen also deutlich angenehmer drauf, aber dann kam der böswillige
Pöbel von Thessalonich, der von Anfang an das Wort verweigert hatte,
und wiegelte das Volk auf. Es ist wirklich eine Schande. Einmal
besteht die Schande darin, dass die Juden extra bis in eine fremde
Stadt marschieren, um Paulus zu verfolgen, andererseits ist es aber
auch eine Schande, dass das Volk sich so einfach zu bösen Taten
überreden lässt. Schließlich wurde Paulus in die Stadt Athen
gebracht, und er wünschte sich sehr, dass Silas und Timotheus auch
in die Stadt kommen, denn sie waren trotz allem noch in der Nähe von
Beröa geblieben. Und Paulus hoffte nun darauf, dass sie zu ihm nach
Athen kommen würden. Schauen wir nun mal, wie ihm zumute war, als er
sich ohne die beiden in Athen aufhielt!
In den Versen 16 bis
18 lesen wir:
Während aber Paulus
in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die
Stadt so voller Götzenbilder sah.
Er hatte nun in der
Synagoge Unterredungen mit den Juden und den Gottesfürchtigen, und
auch täglich auf dem Marktplatz mit denen, die gerade dazukamen.
Aber etliche der
epikureischen und auch der stoischen Philosophen maßen sich mit ihm.
Und manche sprachen: Was will dieser Schwätzer wohl sagen? Andere
aber: Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein! Denn er
verkündigte ihnen das Evangelium von Jesus und der Auferstehung.
Also da sind ja ein
paar verrückte Sachen passiert!...
Paulus verkündigt
das Evangelium auf den Marktplätzen, und die Philosophen treten zu
ihm und wollen sich mit ihm messen. Das ist schon ein bisschen
komisch, denn Philosophie ist weltliches Denken, Paulus aber hat
Gedankengut verkündet, das aus göttlicher Quelle stammt. Aber
immerhin wurde ihm überhaupt Aufmerksamkeit gegeben und das Wort des
Evangeliums fand in gewisser Weise Raum in Athen, auch wenn einige es
als Geschwätz bezeichneten.
In Vers 19 bis 21
lesen wir weiter:
Und sie ergriffen
ihn und führten ihn zum Areopag und sprachen: Können wir erfahren,
was das für eine neue Lehre ist, die von dir vorgetragen wird?
Denn du bringst
etwas Fremdartiges vor unsere Ohren; deshalb wollen wir erfahren, was
diese Dinge bedeuten sollen!
Alle Athener nämlich
und auch die dort lebenden Fremden vertrieben sich mit nichts anderem
so gerne die Zeit als damit, etwas Neues zu sagen und zu hören.
Hier sehen wir also,
dass einige Athener neugierig geworden sind und Paulus auf einen
kleinen Berg in Athen gebracht haben, der wird Areopag genannt, und
von da aus sollte Paulus ihnen nun erklären, was es mit dem
Evangelium auf sich hat. Natürlich tat Paulus auch genau das. Lasst
uns mal sehen, was für Worte das sind, die Paulus in dieser
Situation zu ihnen sprach!
In den restlichen
Versen des Kapitels, ab Vers 22 steht geschrieben:
Da stellte sich
Paulus in die Mitte des Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen,
ich sehe, dass ihr in allem sehr auf die Verehrung von Gottheiten
bedacht seid!
Denn als ich
umherging und eure Heiligtümer besichtigte, fand ich auch einen
Altar, auf dem geschrieben stand: »Dem unbekannten Gott«. Nun
verkündige ich euch den, welchen ihr verehrt, ohne ihn zu kennen.
Der Gott, der die
Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels
und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht
sind;
er lässt sich auch
nicht von Menschenhänden bedienen, als ob er etwas benötigen würde,
da er doch selbst allen Leben und Odem und alles gibt.
Und er hat aus einem
Blut jedes Volk der Menschheit gemacht, dass sie auf dem ganzen
Erdboden wohnen sollen, und hat im Voraus verordnete Zeiten und die
Grenzen ihres Wohnens bestimmt,
damit sie den Herrn
suchen sollten, ob sie ihn wohl umhertastend wahrnehmen und finden
möchten; und doch ist er ja jedem Einzelnen von uns nicht ferne;
denn »in ihm leben,
weben und sind wir«, wie auch einige von euren Dichtern gesagt
haben: »Denn auch wir sind von seinem Geschlecht.«
Da wir nun von
göttlichem Geschlecht sind, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit
sei dem Gold oder Silber oder Stein gleich, einem Gebilde
menschlicher Kunst und Erfindung.
Nun hat zwar Gott
über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet
er allen Menschen überall, Buße zu tun,
weil er einen Tag
festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird
durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle
beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.
Als sie aber von der
Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, die anderen aber
sprachen: Wir wollen dich darüber nochmals hören!
Und so ging Paulus
aus ihrer Mitte hinweg.
Einige Männer aber
schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch
Dionysius, der ein Mitglied des Areopags war, und eine Frau namens
Damaris, und andere mit ihnen.
Paulus hat ziemlich
treffliche Worte vor den Leuten geredet, nicht wahr? Einige wurden
auch gläubig, andere hielten die Tatsache der eines Tages
stattfindenden Auferstehung aus den Toten aber für Unfug, genau so
wie sie nicht an die Auferstehung von Jesus glauben konnten, darum
waren sie somit keine gläubigen Menschen.
Aber es ist gut zu
wissen, dass es immerhin eine gewisse Menge an Leuten gab, die den
Glaube angenommen haben. Paulus schien es aber für eine gute Idee zu
halten, kurze Zeit später Athen zu verlassen und woanders
hinzugehen. Wohin er als nächstes kam, das lesen wir in Kapitel 18,
Vers 1 bis 4:
Danach aber verließ
Paulus Athen und kam nach Korinth.
Und dort fand er
einen Juden namens Aquila, aus Pontus gebürtig, der vor Kurzem mit
seiner Frau Priscilla aus Italien gekommen war, weil Claudius
befohlen hatte, dass alle Juden Rom verlassen sollten; zu diesen ging
er,
und weil er das
gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren
nämlich von Beruf Zeltmacher.
Er hatte aber jeden
Sabbat Unterredungen in der Synagoge und überzeugte Juden und
Griechen.
Paulus fand also
einen jüdischen Mann, der Aquila hieß, und bei diesem durfte er
unterkommen, während er eigentlich die ganze Zeit noch darauf
wartete, dass Silas und Timotheus endlich zu ihm kommen. Und an den
Sabbattagen hatte Paulus offenbar Einzelgespräche mit manchen Juden
und mit Griechen, die den jüdischen Glaube angenommen hatten. Wir
erfahren zwar nicht, wie viele Tage es waren, in denen Paulus so
lebte, aber wir erfahren Folgendes in Vers 5 bis 8:
Als aber Silas und
Timotheus aus Mazedonien ankamen, wurde Paulus durch den Geist
gedrängt, den Juden zu bezeugen, dass Jesus der Christus ist.
Als sie aber
widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und
sprach zu ihnen: Euer Blut sei auf eurem Haupt! Ich bin rein davon;
von nun an gehe ich zu den Heiden!
Und er ging von dort
weg und begab sich in das Haus eines gottesfürchtigen Mannes mit
Namen Justus, dessen Haus an die Synagoge stieß.
Krispus aber, der
Synagogenvorsteher, wurde an den Herrn gläubig samt seinem ganzen
Haus; auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen
sich taufen.
Hierbei hat also
Paulus, nachdem seine zwei wichtigsten Gefährten angekommen waren,
das Wort über Jesus vor der gesamten jüdischen Gemeinde verkündet,
aber leider nahmen viele Anstoß daran und verhielten sich unmöglich.
Der Synagogenvorsteher wurde zwar gläubig, aber viele andere aus der
Gemeinde der Juden offensichtlich nicht, weswegen Paulus als nächstes
vor den Heiden predigte, und diese waren schon eher dazu geneigt, die
Verkündung zu glauben.
Als nächstes
erfahren wir Folgendes in den Versen 9 bis 11:
Und der Herr sprach
durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht,
sondern rede und schweige nicht!
Denn ich bin mit
dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe
ein großes Volk in dieser Stadt!
Und er blieb ein
Jahr und sechs Monate dort und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.
Jesus gibt also
Paulus die Zusicherung, dass ihm in Korinth kein ernstzunehmender
Schaden entstehen wird, und dass er noch viel mehr predigen soll,
weil es so einige Leute in Korinth gibt, die Jesus retten will. Darum
hat sich Paulus 6 Monate dort aufgehalten. Aber wir haben ja in
früheren Kapiteln schon gemerkt, dass die Widerständler immer
unverschämter werden, je länger das Evangelium verbreitet wird.
Deswegen sollte es uns nicht sonderlich überraschen, was wir als
nächstes lesen.
In den Versen 12 bis
17 steht:
Als aber Gallion
Statthalter von Achaja war, traten die Juden einmütig gegen Paulus
auf und führten ihn vor den Richterstuhl
und sprachen: Dieser
überredet die Leute zu einem gesetzeswidrigen Gottesdienst!
Als aber Paulus den
Mund öffnen wollte, sprach Gallion zu den Juden: Wenn es sich nun um
ein Verbrechen oder um eine böse Schändlichkeit handeln würde, ihr
Juden, so hätte ich euch vernünftigerweise zugelassen;
wenn es aber eine
Streitfrage über eine Lehre und über Namen und über euer Gesetz
ist, so seht ihr selbst danach, denn darüber will ich nicht Richter
sein!
Und er wies sie vom
Richterstuhl hinweg.
Da ergriffen alle
Griechen Sosthenes, den Synagogenvorsteher, und schlugen ihn vor dem
Richterstuhl; und Gallion kümmerte sich nicht weiter darum.
Diese Erzählung ist
extrem kurz gehalten und deswegen beim ersten Mal Lesen nicht leicht
zu verstehen. Die Juden, die nicht an den Messias Jesus glauben
wollten, hatten offensichtlich Paulus ergriffen, und hatten ihn vor
einen römischen Statthalter geführt. Aber dem Statthalter ist die
ganze Angelegenheit egal, denn er interessiert sich nicht für das
Gesetz der Juden oder für Auslegungen der Schriften.
Dann wird ein
Synagogenvorsteher erwähnt, von dem wir hier zum ersten Mal lesen.
Das ist wahrscheinlich der Anführer der Leute gewesen, die Paulus
anklagten. Und weil dieser kein Gehör fand, wurde er von den
Griechen vom Richterstuhl weggebracht, und zwar nicht sanft, sondern
auf ziemlich unbarmherzige Weise. Paulus hingegen schien an diesem
Tag völlig unbeschadet zu bleiben.
Paulus bekommt aber
langsam das Gefühl, dass es Zeit wird, wieder zurück in die Stadt
Antiochia zu reisen, von wo aus seine Reise begonnen hatte. Daher
lesen wir Folgendes in Vers 18 bis 22:
Nachdem aber Paulus
noch viele Tage dort verblieben war, nahm er von den Brüdern
Abschied und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila,
nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er
hatte ein Gelübde.
Und er gelangte nach
Ephesus und ließ jene dort zurück; er selbst aber ging in die
Synagoge und hatte Gespräche mit den Juden.
Als sie ihn aber
baten, längere Zeit bei ihnen zu bleiben, willigte er nicht ein,
sondern nahm
Abschied von ihnen, indem er sprach: Ich muss unter allen Umständen
das bevorstehende Fest in Jerusalem feiern; ich werde aber wieder zu
euch zurückkehren, so Gott will! Und er segelte von Ephesus ab;
und als er in
Cäsarea gelandet war, zog er hinauf und grüßte die Gemeinde und
ging dann hinab nach Antiochia.
Hier merken wir
also, dass Paulus auf seiner Rückreise auch in einer Stadt namens
Ephesus landete, wo er ein paar Leuten von Jesus erzählte. Und es
war ein gewisses Interesse vorhanden, darum baten ihn die Leute, er
solle bei ihnen bleiben. Weil aber vermutlich das Passahfest vor der
Tür stand und Paulus ja ein Israelit aus dem Stamm Benjamin ist,
auch wenn sein Geburtsort in einer römischen Stadt war, darum will
er natürlich unbedingt das Passahfest in Jerusalem feiern. Und aus
diesem Grund kann er nicht bleiben, verspricht ihnen aber, dass er
nochmal zu ihnen kommen wird.
Vermutlich hat
Paulus dann einige Zeit in Antiochia zugebracht und war zwischendrin
auch für das besagte Fest nach Jerusalem gezogen. Wie lange diese
Zeit war, wissen wir zwar nicht, aber wir lesen Folgendes in den
restlichen Versen von Kapitel 18:
Und nachdem er
einige Zeit dort zugebracht hatte, zog er weiter und durchreiste
nacheinander das Gebiet von Galatien und Phrygien und stärkte alle
Jünger.
Aber ein Jude mit
Namen Apollos, aus Alexandria gebürtig, kam nach Ephesus, ein
beredter Mann, der mächtig war in den Schriften.
Dieser war
unterwiesen im Weg des Herrn und feurig im Geist; er redete und
lehrte genau über das, was den Herrn betrifft, kannte aber nur die
Taufe des Johannes.
Und er fing an,
öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Als nun Aquila und Priscilla
ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes
noch genauer aus.
Als er aber nach
Achaja hinübergehen wollte, ermunterten ihn die Brüder und
schrieben an die Jünger, dass sie ihn aufnehmen sollten. Und als er
dort ankam, war er eine große Hilfe für die, welche durch die Gnade
gläubig geworden waren.
Denn er widerlegte
die Juden öffentlich mit großer Kraft, indem er durch die Schriften
bewies, dass Jesus der Christus ist.
Bevor also Paulus
seine Reise nach Ephesus antreten konnte, wie er es den Leuten
versprochen hatte, trat in Ephesus ein anderer Jesus-Nachfolger auf,
der Apollos hieß.
Und wir haben
gelesen, dass dieser mit sehr großer Begeisterung und großem Eifern
den Name Jesus verkündigte und dass seine Schriftkenntnisse sehr
hervorragend waren, sodass er allen beweisen konnte, dass Jesus
aufgrund seines Lebenslaufes wirklich der Messias sein muss. Und
nichtmal die Zweifler und Streitsüchtigen konnten ihm logische
Argumente dagegen liefern. Damit hat sich Apollos definitiv sehr
nützlich gemacht. Das einzige, was schade ist, ist die Tatsache,
dass er nur die Taufe des Johannes kannte und nicht auf den
vollmächtigen Name Jesus Christus taufte. Aber das hat er nicht mit
böser Absicht getan, sondern weil er es nicht besser wusste.
Und wie es
weiterging, als dann auch Paulus nach Ephesus kam, das schauen wir
uns in einem anderen Video an. Denn wir sind am Ende von Kapitel 18
angekommen, und darum endet auch unsere heutige Studie.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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