Text zu "Wir studieren die Apostelgeschichte (Kap. 15 bis 18)"

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=tN-fPtdMO0U

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video gehört zu den jenigen, in welchen wir schauen, was in der Apostelgeschichte steht, um es ein wenig näher zu untersuchen. Diesmal betrachten wir die Kapitel 15, 16, 17 und 18.

Wer das vorige Video gesehen hat, der weiß, dass Paulus und Barnabas wieder zurück in Antiochia waren, nachdem sie viel umher gereist waren, um das Evangelium sowohl an Juden als auch an Heiden zu verkünden. Also praktisch an jeden, der es annehmen wollte. Und Gott war mit ihnen, denn gemäß dem Wille Gottes konnte Jesus durch den heiligen Geist Anweisungen geben und Heilungen befehlen, die unter den Heiden geschahen.
Schauen wir nun mal, was als Nächstes passierte!

Folgendes steht in den Versen 1 und 2:

Und aus Judäa kamen einige herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauch Moses beschneiden lasst, so könnt ihr nicht gerettet werden!
Da nun Zwiespalt aufkam und Paulus und Barnabas eine nicht geringe Auseinandersetzung mit ihnen hatten, bestimmten sie, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen sollten.

Es geschah also, dass einige Juden zu den Heiden kamen und ihnen einredeten, sie könnten nur gerettet werden, wenn sie selbst auch eine Beschneidung haben, genau wie die Juden.
Das ist aber höchst eigenartig, denn wenn dem so wäre, dann wäre dieser Befehl bestimmt schon längst durch den heiligen Geist an Paulus und Barnabas ergangen. Aber das geschah nicht, sondern stattdessen hatte es unzählige Wunder bei den unbeschnittenen Heiden gegeben, als Paulus und Barnabas ihnen das Evangelium verkündeten, und es hatten sogar unbeschnittene Heiden den heiligen Geist empfangen, woran man merkt, dass Gott keinen Unterschied mehr zwischen ihnen und den Juden machen wollte, was den Segen betrifft.
Deswegen gerieten Barnabas und Paulus auch in großen Streit mit denen, die behaupteten, eine Beschneidung sei unbedingt notwendig. Und um das zu klären, wurde eine Versammlung in Jerusalem einberufen. Lesen wir nun mal, was in dieser Versammlung so los war!

Es steht geschrieben von Vers 3 bis 29:

So durchzogen sie nun als Abgeordnete der Gemeinde Phönizien und Samaria, indem sie von der Bekehrung der Heiden erzählten und allen Brüdern große Freude bereiteten.
Als sie aber nach Jerusalem kamen, wurden sie von der Gemeinde, den Aposteln und den Ältesten empfangen und berichteten alles, was Gott mit ihnen gewirkt hatte.
Aber einige von der Richtung der Pharisäer, die gläubig geworden waren, standen auf und sprachen: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten!
Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, um diese Sache zu untersuchen.
Nachdem aber eine große Auseinandersetzung stattgefunden hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer und Brüder, ihr wisst, dass Gott lange vor diesen Tagen mitten unter uns die Heiden erwählt hat, dass sie durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollten.
Und Gott, der die Herzen kennt, legte für sie Zeugnis ab, indem er ihnen den Heiligen Geist gab gleichwie uns;
und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hatte.
Weshalb versucht ihr denn jetzt Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten?
Vielmehr glauben wir, dass wir durch die Gnade des Herrn Jesus Christus gerettet werden, auf gleiche Weise wie jene.
Da schwieg die ganze Menge und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte.
Nachdem sie aber zu reden aufgehört hatten, ergriff Jakobus das Wort und sagte: Ihr Männer und Brüder, hört mir zu!
Simon hat erzählt, wie Gott zuerst sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen anzunehmen.
Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht:
»Nach diesem will ich zurückkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten,
damit die Übriggebliebenen der Menschen den Herrn suchen, und alle Heiden, über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der Herr, der all dies tut.«
Gott sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt.
Darum urteile ich, dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll,
sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten.
Denn Moses hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.
Daraufhin beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabas und Silas, führende Männer unter den Brüdern.
Und sie sandten durch ihre Hand folgendes Schreiben: Die Apostel und die Ältesten und die Brüder entbieten den Brüdern in Antiochia und in Syrien und Cilicien, die aus den Heiden sind, ihren Gruß!
Da wir gehört haben, dass etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, indem sie sagen, man müsse sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, ohne dass wir sie dazu beauftragt hätten,
so haben wir, die wir einmütig versammelt waren, beschlossen, Männer zu erwählen und zu euch zu senden mit unseren geliebten Barnabas und Paulus,
Männern, die ihr Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus.
Wir haben deshalb Judas und Silas gesandt, die euch mündlich dasselbe verkündigen sollen.
Es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzuerlegen, außer diesen notwendigen Dingen,
dass ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt wohl!

Diesen Bericht werden wir jetzt mal in Ruhe durchgehen.

Paulus und Barnabas wurden von den Aposteln und Ältesten in Jerusalem empfangen. Und sie erzählten dort, dass die Heiden das Evangelium angenommen hatten. Darüber freuten sich sicher viele, aber einige Pharisäer, die sich im Nachhinein noch dazu überwinden konnten, an Jesus zu glauben, anstatt ihn weiter zu verleugnen, die sind der festen Meinung, dass jeder beschnitten sein muss, der irgendwas mit Gott zu tun hat. Und aufgrund dessen gibt es eine große Auseinandersetzung. Ich selbst weiß gar nicht, wie genau man sich das vorstellen muss, aber ich vermute mal, dass da sehr viel hin und her diskutiert wurde. Es ist bestimmt eine ziemlich hitzige Debatte gewesen. Dann erhebt sich Petrus und bringt das Argument, dass die Beschneidung ein sehr schweres Joch ist, über welches sich die Juden schon seit jeher ärgern, und was wohl keiner von ihnen gerne annahm. Da kann ich sie auch bestens verstehen, denn das ist schon eine unbarmherzige Forderung von Gott, dass die Männer ihr eigenes Fleisch verstümmeln sollen. Weil die Juden treu sein wollten, haben sie das getan, aber freuen konnte sich darüber sicher niemand, zumindest nicht mit aufrichtigem Herzen. Und es ist auch gut, dass Petrus das mal in aller Offenheit so anspricht.

Sehr interessant ist auch seine Aussage, dass er glaubt, man würde hauptsächlich durch die Gnade des Herrn Jesus gerettet werden, egal ob man Jude oder Heide ist. Aus diesem Blickwinkel könnte man sich dazu hinreißen lassen, dass man nicht fragt, ob die Heiden eine Beschneidung brauchen, sondern dass man viel mehr fragt: „Brauchen die Israeliten die Beschneidung am Fleisch immernoch, wenn sie an Jesus gläubig sind?“
Ich weiß leider die wahre Antwort auf diese Frage nicht. Jesus selbst hat zu diesen Thema nie irgendwas verlauten lassen. Er hat aber betont, dass er das Gesetz nicht auflösen will, daher sollte man im Zweifelsfall lieber davon ausgehen, dass es für Israel weiter gültig ist.

In der Versammlung erzählen jedenfalls Paulus und Barnabas als nächstes von all den Wundern, die Gott wirken ließ unter den Heiden, obwohl sie keine Beschneidung hatten. Und dann erhebt sich ein Mann namens Jakobus und erwähnt eine Stelle in den alten Schriften, in denen angekündigt wird, dass Gott sich die Heiden erwählen wird. Diese nimmt er nun zum Anlass, um vorzuschlagen, dass man den Heiden nicht die Thora zur Pflicht erklären soll, denn wenn jemand Interesse daran hat, kann er jederzeit in eine Synagoge gehen, weil in den Synagogen die Schriften von Moses immer vorgelesen werden. Das heißt also, dass es den Heiden nicht aufgezwängt werden soll, sondern dass man sich über das Gesetz von Moses, sofern man daran Interesse hat, in einer Synagoge belehren lassen kann.
Allerdings wissen die Apostel, dass es gewisse Taten gibt, die eine so schlimme Schande vor Gott sind, dass auch die Heiden es niemals tun sollen. Nämlich Götzendienst jeglicher Art, und Unzucht, und das Verspeisen von Blut oder von Ersticktem. Weil diese Dinge unverzichtbar sind, werden die Heiden in einem Brief dazu ermahnt, dass sie diese Dinge einhalten müssen, zusätzlich zu dem, was Jesus bekanntlich geboten hat, was wir tun sollen, um in seiner Liebe zu bleiben, nämlich dass wir jedem mit Liebe begegnen sollen, auch unseren Feinden, dass wie absolut alles vergeben sollen, was uns angetan wird, dass wir dem Bösen nicht Widerstand leisten sollen, dass wir keine Heuchler sein dürfen, dass wir allen geben sollen, die uns bitten, dass wir keinen Reichtum auf Erden anhäufen oder begehren sollen, und dass wir uns selbst erniedrigen sollen, weil im Reich der Himmel der jenige der größte ist, der wie ein Diener denkt und lebt. Auf solche Dinge müssen wir achten, und uns offensichtlich von jeder denkbaren Art des Götzen Dienstes und der Unzucht fernhalten. Und wir müssen auch Acht darauf haben, was wir essen. Wenn man das beherzigt, ist man als Heide insgesamt schon auf einem relativ guten Weg. Wer noch mehr Infos dazu haben will, kann sich ja die Videoserie dieses Kanals anschauen, in dem die wichtigsten Videos mit Geboten aufgelistet sind, um die Lehre von Jesus vollkommen zu verstehen.

Jedenfalls wurde diese Entscheidung den heidnischen Gemeinden mitgeteilt, welche an Jesus glauben, und wir schauen nun mal, wie die Reaktion ausfiel. In Vers 30 bis 34 lesen wir:

So wurden sie nun verabschiedet und gingen nach Antiochia, und sie versammelten die Menge und übergaben das Schreiben.
Und als sie es gelesen hatten, freuten sie sich über den Trost.
Und Judas und Silas, die selbst auch Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vielen Worten und stärkten sie.
Und nachdem sie einige Zeit dort zugebracht hatten, wurden sie von den Brüdern mit Frieden zu den Aposteln zurückgesandt.
Silas aber beschloss, dort zu bleiben.
Paulus und Barnabas hielten sich aber in Antiochia auf und lehrten und verkündigten zusammen mit noch vielen anderen das Wort des Herrn.

Die Worte der Apostel hatten also eine tröstende Wirkung, und künftig waren die jenigen, die nach Antiochia geschickt wurden, eine Weile an diesem Ort mit Predigen beschäftigt.

In den restlichen Versen des Kapitels lesen wir folgende Worte:

Nach etlichen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: Lass uns wieder umkehren und in all den Städten, in denen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, nach unseren Brüdern sehen, wie es um sie steht!
Barnabas aber riet dazu, den Johannes, der Markus genannt wird, mitzunehmen.
Paulus jedoch hielt es für richtig, dass der, welcher in Pamphylien von ihnen weggegangen und nicht mit ihnen zu dem Werk gekommen war, nicht mitgenommen werden sollte.
Deshalb entstand eine heftige Auseinandersetzung, sodass sie sich voneinander trennten; und Barnabas nahm Markus zu sich und fuhr mit dem Schiff nach Zypern.
Paulus aber wählte sich Silas und zog aus, von den Brüdern der Gnade Gottes anbefohlen.
Und er durchzog Syrien und Cilicien und stärkte die Gemeinden.

Paulus und Barnabas trennten sich also wegen einer Meinungsverschiedenheit über einen gewissen Reisekamerad, aber es hatten alle das Ziel, bei den Gemeinden vorbeizuschauen, in denen sie schonmal das Evangelium verkündigt hatten. Und zwar nicht auf Anweisung des heiligen Geistes, sondern sie fassten wohlgemerkt aus ihrem eigenen Herzen heraus den Entschluss, die Gemeinden zu besuchen.

Wenn wir Kapitel 16 anschauen, erfahren wir, was Paulus unterwegs erlebte. Es steht geschrieben in Vers 1 bis 5:

Er kam aber nach Derbe und Lystra. Und siehe, dort war ein Jünger namens Timotheus, der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau, aber eines griechischen Vaters;
der hatte ein gutes Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium.
Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen. Und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um der Juden willen, die in jener Gegend waren; denn sie wussten alle, dass sein Vater ein Grieche war.
Als sie aber die Städte durchzogen, übergaben sie ihnen zur Befolgung die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem gefassten Beschlüsse.
So wurden nun die Gemeinden im Glauben gestärkt und nahmen an Zahl täglich zu.

Hier ist interessant, dass Paulus höchst selbst entscheidet, dass dieser Mensch namens Timotheus beschnitten werden soll, weil er dadurch vor den Juden einen besseren Eindruck macht, denn Paulus wollte ja sowohl Juden als auch Heiden von Jesus überzeugen. Demnach ist also die Beschneidung für Juden immernoch wichtig, für Heiden allerdings nicht. Und Timotheus wird künftig mit Paulus auf Reisen sein. Paulus wird ihn wie einen Sohn behandeln, auch wenn Timotheus kritisch gesehen eigentlich der Sohn von wem anders ist.

In den nächsten Versen merken wir, dass Gott einen bestimmten Reiseplan für Paulus vorgesehen hatte, von welchem nicht abgewichen werden darf. Folgendes lesen wir in Vers 6 bis 10:

Als sie aber Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist gewehrt, das Wort in der Provinz Asia zu verkündigen.
Als sie nach Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen; und der Geist ließ es ihnen nicht zu.
Da reisten sie an Mysien vorbei und kamen hinab nach Troas.
Und in der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand vor ihm, bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!
Als er aber dieses Gesicht gesehen hatte, waren wir sogleich bestrebt, nach Mazedonien zu ziehen, indem wir daraus schlossen, dass uns der Herr berufen hatte, ihnen das Evangelium zu verkündigen.

Hierbei ist interessant, dass das Wort „wir“ benutzt wird. Daran stellen wir fest, dass ab dieser Zeit Lukas persönlich bei Paulus war und auch mit ihm zusammen reiste. Ab hier wird also nicht nur das erzählt, was Lukas von anderen gehört hat, sondern von nun an schildert er das, was er mit eigenen Augen sah. Leider beschreibt er nicht näher, woran sie merkten, dass der Geist ihnen die Reise verwehrte. Aber Paulus hatte ein Gesicht über einen Mann von Mazedonien, also ist ja wohl klar, dass sie als nächstes dorthin reisen werden.
In den Versen 11 bis 15 heißt es weiter:

So fuhren wir denn [mit dem Schiff] von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrace und am folgenden Tag nach Neapolis
und von dort nach Philippi, welches die bedeutendste Stadt jenes Teils von Mazedonien ist, eine römische Kolonie. Wir hielten uns aber in dieser Stadt etliche Tage auf.
Und am Sabbattag gingen wir vor die Stadt hinaus, an den Fluss, wo man zu beten pflegte; und wir setzten uns und redeten zu den Frauen, die zusammengekommen waren.
Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, sodass sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.
Als sie aber getauft worden war und auch ihr Haus, bat sie und sprach: Wenn ihr davon überzeugt seid, dass ich an den Herrn gläubig bin, so kommt in mein Haus und bleibt dort! Und sie nötigte uns.

Hier merken wir also, dass Paulus, Lukas und alle anderen Reisegefährten im Land Mazedonien ankamen und in einer Stadt namens Philippi blieben. Und dort war eine Frau, die zum Glauben fand, und ihre Familie wurde getauft, nachdem sie selber getauft war. Das Bemerkenswerte ist hier, dass ja normalerweise immer der Mann dem Haus vorsteht, hier scheint es aber durch welchen Umstand auch immer so zu sein, dass die Frau das Oberhaupt ist. Vermutlich war sie eine Witwe gewesen.

Lasst uns nun mal eine interessante Geschichte lesen, die sich ebenfalls in der Stadt Philippi zugetragen hatte! In Vers 16 bis 22 steht Folgendes:

Es geschah aber, als wir zum Gebet gingen, dass uns eine Magd begegnete, die einen Wahrsagegeist hatte und ihren Herren durch Wahrsagen großen Gewinn verschaffte.
Diese folgte Paulus und uns nach, schrie und sprach: Diese Männer sind Diener des höchsten Gottes, die uns den Weg des Heils verkündigen!
Und dies tat sie viele Tage lang. Paulus aber wurde unwillig, wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren! Und er fuhr aus in derselben Stunde.
Als aber ihre Herren sahen, dass die Hoffnung auf ihren Gewinn entschwunden war, ergriffen sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den Marktplatz vor die Obersten der Stadt;
und sie führten sie zu den Hauptleuten und sprachen: Diese Männer, die Juden sind, bringen unsere Stadt in Unruhe
und verkündigen Gebräuche, welche anzunehmen oder auszuüben uns nicht erlaubt ist, da wir Römer sind!
Und die Volksmenge stand ebenfalls gegen sie auf; und die Hauptleute rissen ihnen die Kleider ab und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen.

Also diese Frau, die von einem Wahrsagergeist besessen war, hat ja ein äußerst seltsames Verhalten an den Tag gelegt.
Wer hätte gedacht, dass ein Dämon nichts Besseres zu tun hat, als einem Apostel von Jesus hinterherzulaufen, die ganze Zeit lang, um alle Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass dieser Mensch das Heil Gottes verkündigt?
Das ging so lange, bis Paulus keine Nerven mehr dafür hatte, sich das anzuhören, darum befahl er dem Geist, er solle ausfahren. Und es klingt ganz so, als sei der Geist nicht sofort ausgefahren, sondern erst später, nachdem Paulus schon gar nicht mehr davon redete. Es scheint, als habe Paulus einfach kurz den Befehl erteilt und sei dann weiter gegangen, egal ob der Geist gehorcht oder nicht, und letztlich ist der dann innerhalb der nächsten 60 Minuten ausgefahren. Da frage ich mich, ob solch ein Verlauf normal ist, oder ob es vielleicht nur zu ungenau beschrieben ist, und die Austreibung doch anders ablief.
Jedenfalls hatten die Herren der Magd natürlich sehr viel Geld mit der Wahrsagerei verdient. Aber jetzt, wo der Wahrsagergeist verschwunden war, war auch ihre Möglichkeit dahin, Geld mit Wahrsagerei zu verdienen. Und weil diese Menschen wie üblich immer nur an Geld denken, denn das tun ja die meisten Menschen, deshalb sind sie sehr sauer auf Paulus und seine Reisegefährten. Aber sie wissen natürlich, dass Paulus keine Strafe von der Stadtwache fürchten muss, wenn ihnen gesagt wird: „Dieser Mann hat sich erdreistet, unsere Magd von ihrem Wahrsagergeist zu befreien!“.
Deswegen erfinden sie stattdessen einen anderen Grund, um Paulus bestrafen zu lassen, indem sie meinen, er würde schändliche Lehren verbreiten, und leider bekommt Paulus somit auch eine üble Strafe, inklusive seinen Reisegefährten.
Vielleicht wäre es doch besser gewesen, wenn Paulus die Magd hätte weitermachen lassen? Das ist schwer einzuschätzen. Einerseits war es sicher nützlich, dass die Frau, die von dem Geist überwältigt war, alle Leute über die Bedeutung der Lehre von Paulus aufklärte. Andererseits ist es aber für einen Jesus-Nachfolger ganz normal, unreine Geister auszutreiben, wenn er welche erkennt. Ich kann mir da leider kein abschließendes Urteil bilden.
Wir erhalten aber durch diese Geschichte die Bestätigung, dass jede, also wirklich jede Art, die mit Wahrsagerei zu tun hat, gewiss nicht von Jesus kommt und auch nicht mit ihm vereinbar ist, denn ansonsten hätte der Geist nicht gehorcht, als er vertrieben wurde.

In den Versen 23 und 24 erfahren wir, dass diese äußerst unangenehme Strafe, nämlich die Züchtigung mit Ruten, noch nicht alles war, was man den Menschen antat, die für Jesus unterwegs waren. Folgendes lesen wir:

Und nachdem sie ihnen viele Schläge gegeben hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und geboten dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren.
Dieser warf sie auf solchen Befehl hin ins innere Gefängnis und schloss ihre Füße in den Stock.

Wir merken also, dass Paulus und seine Reisegefährten ins Gefängnis gesperrt wurden.
Da sind sie nun. In einer fremden Stadt, mitten unter unbarmherzigen Leuten, eingesperrt im Kerker. Was sollte man in solch einer Lage tun? Manch einer würde vor Angst zittern, weil er nicht weiß, wie das alles weitergeht, andere würden jammern und heulen, weil sie sich von Gott verlassen fühlen, wieder andere würden vielleicht zornig werden. Paulus und seine Reisegefährten tun aber nichts dergleichen, sondern wir lesen Folgendes in Vers 25 bis 34:

Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und die Gefangenen hörten ihnen zu.
Da entstand plötzlich ein großes Erdbeben, sodass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und sogleich öffneten sich alle Türen, und die Fesseln aller wurden gelöst.
Da erwachte der Kerkermeister aus dem Schlaf, und als er die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten, weil er meinte, die Gefangenen seien entflohen.
Aber Paulus rief mit lauter Stimme und sprach: Tu dir kein Leid an; denn wir sind alle hier!
Da forderte er ein Licht, sprang hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder.
Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde?
Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus!
Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Haus waren.
Und er nahm sie zu sich in jener Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen; und er ließ sich auf der Stelle taufen, er und all die Seinen.
Und er führte sie in sein Haus, setzte ihnen ein Mahl vor und freute sich, dass er mit seinem ganzen Haus an Gott gläubig geworden war.

Also was hier geschehen ist, das ist wirklich auf ganzer Linie außergewöhnlich, würde ich mal sagen! Paulus und Silas und die Dazugehörigen singen Lobgesang für Gott, während sie im Gefängnis sitzen, und plötzlich passiert ein Erdbeben, und die Gefängnistüren öffnen sich.
Könnt ihr euch den Gesichtsausdruck der anderen Gefangenen vorstellen, die das miterlebt haben? Die wussten wahrscheinlich gar nicht, wie ihnen geschieht. Allein durch den Lobpreis Gottes haben alle die Freiheit geschenkt bekommen!
Und der Gefängniswärter meint natürlich, alle Gefangenen seien entflohen, und er will Selbstmord begehen, weil er ganz genau weiß, dass dafür eine schlimme Strafe auf ihn wartet und die Römer nie und nimmer Gnade mit ihm haben werden. Aber zum Glück hält ihn Paulus davon ab, und er erzählt ihm von Jesus, und der Gefängniswärter wird in seinem eigenen Haus getauft, zusammen mit seiner Familie, noch ehe der nächste Tag beginnt.

Werfen wir nun mal einen Blick auf die restlichen Verse von Kapitel 16! Es steht geschrieben:

Als es aber Tag wurde, sandten die Hauptleute die Gerichtsdiener mit dem Befehl: Lass jene Leute frei!
Da verkündete der Kerkermeister dem Paulus diese Worte: Die Hauptleute haben die Anweisung gesandt, dass man euch freilassen soll. So geht nun hinaus und zieht hin in Frieden!
Paulus aber sprach zu ihnen: Sie haben uns, die wir Römer sind, ohne Urteil öffentlich geschlagen und ins Gefängnis geworfen, und jetzt schicken sie uns heimlich fort? Nicht so; sondern sie mögen selbst kommen und uns hinausführen!
Da verkündigten die Gerichtsdiener diese Worte den Hauptleuten; und diese fürchteten sich, als sie hörten, dass sie Römer seien.
Und sie kamen und redeten ihnen zu und führten sie hinaus und baten sie, die Stadt zu verlassen.
Da verließen sie das Gefängnis und begaben sich zu Lydia; und als sie die Brüder sahen, trösteten sie sie und zogen fort.

Also ich weiß ja nicht, was ich von der Reaktion von Paulus halten soll. Sein Stolz motiviert ihn dazu, sich nicht mit der Freilassung zufrieden zu geben, sondern stattdessen einen persönlichen Geleit zu verlangen. Wenn ihr mich fragt, so war diese Forderung völlig überflüssig.

Jedenfalls kamen Paulus und seine Reisegefährten bei Lydia unter, bis sie ihre Reise fortsetzten. Und wohin die Reise als nächstes ging, das erfahren wir ihn Kapitel 17, denn wir lesen Folgendes in den Versen 1 bis 9:

Sie reisten aber durch Amphipolis und Apollonia und kamen nach Thessalonich, wo eine Synagoge der Juden war.
Paulus aber ging nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten mit ihnen aufgrund der Schriften,
indem er erläuterte und darlegte, dass der Christus leiden und aus den Toten auferstehen musste, und sprach: Dieser Jesus, den ich euch verkündige, ist der Christus!
Und etliche von ihnen wurden überzeugt und schlossen sich Paulus und Silas an, auch eine große Menge der gottesfürchtigen Griechen sowie nicht wenige der vornehmsten Frauen.
Aber die Juden, die sich weigerten zu glauben, wurden voll Neid und gewannen etliche boshafte Leute vom Straßenpöbel, erregten einen Auflauf und brachten die Stadt in Aufruhr; und sie drangen auf das Haus Jasons ein und suchten sie, um sie vor die Volksmenge zu führen.
Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie den Jason und etliche Brüder vor die Obersten der Stadt und schrien: Diese Leute, die die ganze Welt in Aufruhr versetzen, sind jetzt auch hier;
Jason hat sie aufgenommen! Und doch handeln sie alle gegen die Verordnungen des Kaisers, indem sie sagen, ein anderer sei König, nämlich Jesus!
Sie brachten aber die Menge und die Stadtobersten, welche dies hörten, in Aufregung,
sodass sie Jason und die übrigen nur gegen Bürgschaft freiließen.

Also hier ist das Verhalten der widerspenstigen Juden einfach nur peinlich! Wegen ihrem Neid holen sie sich Menschen vom Straßenpöbel. Glauben die etwa, dass sie damit in irgendeiner Weise ihre Gerechtigkeit beweisen können, oder dass auf diesem Weg irgendwas Gutes erreicht werden kann? Da sie aber die Prediger nicht fanden, die von Jesus erzählten, schnappten sie jemanden aus ihrer eigenen Stadt, der ihnen Obdach gewährt hatte. Wie geistig umnachtet muss man bitte sein, um auf so eine Art zu reagieren? Weil sie die Verkündiger nicht finden, lassen sie ihre Wut an einem Mitbürger aus. Das scheinen echt ein paar miese Zeitgenossen gewesen zu sein, die da in Thessalonich wohnten. Aber zum Glück waren nicht alle Menschen so, sondern wir haben ja gelesen, dass es einige gab, die den Glaube annahmen.

Als nächstes schauen wir uns die Verse 10 bis 15 an. Es steht geschrieben:

Die Brüder aber schickten sogleich während der Nacht Paulus und Silas nach Beröa, wo sie sich nach ihrer Ankunft in die Synagoge der Juden begaben.
Diese aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhalte.
Es wurden deshalb viele von ihnen gläubig, auch nicht wenige der angesehenen griechischen Frauen und Männer.
Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, dass auch in Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt wurde, kamen sie auch dorthin und stachelten die Volksmenge auf.
Daraufhin sandten die Brüder den Paulus sogleich fort, damit er bis zum Meer hin ziehe; Silas und Timotheus aber blieben dort zurück.
Die nun, welche den Paulus geleiteten, brachten ihn bis nach Athen; und nachdem sie den Auftrag an Silas und Timotheus empfangen hatten, dass sie so schnell wie möglich zu ihm kommen sollten, zogen sie fort.

In Beröa waren die Menschen also deutlich angenehmer drauf, aber dann kam der böswillige Pöbel von Thessalonich, der von Anfang an das Wort verweigert hatte, und wiegelte das Volk auf. Es ist wirklich eine Schande. Einmal besteht die Schande darin, dass die Juden extra bis in eine fremde Stadt marschieren, um Paulus zu verfolgen, andererseits ist es aber auch eine Schande, dass das Volk sich so einfach zu bösen Taten überreden lässt. Schließlich wurde Paulus in die Stadt Athen gebracht, und er wünschte sich sehr, dass Silas und Timotheus auch in die Stadt kommen, denn sie waren trotz allem noch in der Nähe von Beröa geblieben. Und Paulus hoffte nun darauf, dass sie zu ihm nach Athen kommen würden. Schauen wir nun mal, wie ihm zumute war, als er sich ohne die beiden in Athen aufhielt!
In den Versen 16 bis 18 lesen wir:

Während aber Paulus in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt so voller Götzenbilder sah.
Er hatte nun in der Synagoge Unterredungen mit den Juden und den Gottesfürchtigen, und auch täglich auf dem Marktplatz mit denen, die gerade dazukamen.
Aber etliche der epikureischen und auch der stoischen Philosophen maßen sich mit ihm. Und manche sprachen: Was will dieser Schwätzer wohl sagen? Andere aber: Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein! Denn er verkündigte ihnen das Evangelium von Jesus und der Auferstehung.

Also da sind ja ein paar verrückte Sachen passiert!...
Paulus verkündigt das Evangelium auf den Marktplätzen, und die Philosophen treten zu ihm und wollen sich mit ihm messen. Das ist schon ein bisschen komisch, denn Philosophie ist weltliches Denken, Paulus aber hat Gedankengut verkündet, das aus göttlicher Quelle stammt. Aber immerhin wurde ihm überhaupt Aufmerksamkeit gegeben und das Wort des Evangeliums fand in gewisser Weise Raum in Athen, auch wenn einige es als Geschwätz bezeichneten.
In Vers 19 bis 21 lesen wir weiter:

Und sie ergriffen ihn und führten ihn zum Areopag und sprachen: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die von dir vorgetragen wird?
Denn du bringst etwas Fremdartiges vor unsere Ohren; deshalb wollen wir erfahren, was diese Dinge bedeuten sollen!
Alle Athener nämlich und auch die dort lebenden Fremden vertrieben sich mit nichts anderem so gerne die Zeit als damit, etwas Neues zu sagen und zu hören.

Hier sehen wir also, dass einige Athener neugierig geworden sind und Paulus auf einen kleinen Berg in Athen gebracht haben, der wird Areopag genannt, und von da aus sollte Paulus ihnen nun erklären, was es mit dem Evangelium auf sich hat. Natürlich tat Paulus auch genau das. Lasst uns mal sehen, was für Worte das sind, die Paulus in dieser Situation zu ihnen sprach!
In den restlichen Versen des Kapitels, ab Vers 22 steht geschrieben:

Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in allem sehr auf die Verehrung von Gottheiten bedacht seid!
Denn als ich umherging und eure Heiligtümer besichtigte, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: »Dem unbekannten Gott«. Nun verkündige ich euch den, welchen ihr verehrt, ohne ihn zu kennen.
Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind;
er lässt sich auch nicht von Menschenhänden bedienen, als ob er etwas benötigen würde, da er doch selbst allen Leben und Odem und alles gibt.
Und er hat aus einem Blut jedes Volk der Menschheit gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen, und hat im Voraus verordnete Zeiten und die Grenzen ihres Wohnens bestimmt,
damit sie den Herrn suchen sollten, ob sie ihn wohl umhertastend wahrnehmen und finden möchten; und doch ist er ja jedem Einzelnen von uns nicht ferne;
denn »in ihm leben, weben und sind wir«, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: »Denn auch wir sind von seinem Geschlecht.«
Da wir nun von göttlichem Geschlecht sind, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit sei dem Gold oder Silber oder Stein gleich, einem Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung.
Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun,
weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.
Als sie aber von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, die anderen aber sprachen: Wir wollen dich darüber nochmals hören!
Und so ging Paulus aus ihrer Mitte hinweg.
Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der ein Mitglied des Areopags war, und eine Frau namens Damaris, und andere mit ihnen.

Paulus hat ziemlich treffliche Worte vor den Leuten geredet, nicht wahr? Einige wurden auch gläubig, andere hielten die Tatsache der eines Tages stattfindenden Auferstehung aus den Toten aber für Unfug, genau so wie sie nicht an die Auferstehung von Jesus glauben konnten, darum waren sie somit keine gläubigen Menschen.
Aber es ist gut zu wissen, dass es immerhin eine gewisse Menge an Leuten gab, die den Glaube angenommen haben. Paulus schien es aber für eine gute Idee zu halten, kurze Zeit später Athen zu verlassen und woanders hinzugehen. Wohin er als nächstes kam, das lesen wir in Kapitel 18, Vers 1 bis 4:

Danach aber verließ Paulus Athen und kam nach Korinth.
Und dort fand er einen Juden namens Aquila, aus Pontus gebürtig, der vor Kurzem mit seiner Frau Priscilla aus Italien gekommen war, weil Claudius befohlen hatte, dass alle Juden Rom verlassen sollten; zu diesen ging er,
und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher.
Er hatte aber jeden Sabbat Unterredungen in der Synagoge und überzeugte Juden und Griechen.

Paulus fand also einen jüdischen Mann, der Aquila hieß, und bei diesem durfte er unterkommen, während er eigentlich die ganze Zeit noch darauf wartete, dass Silas und Timotheus endlich zu ihm kommen. Und an den Sabbattagen hatte Paulus offenbar Einzelgespräche mit manchen Juden und mit Griechen, die den jüdischen Glaube angenommen hatten. Wir erfahren zwar nicht, wie viele Tage es waren, in denen Paulus so lebte, aber wir erfahren Folgendes in Vers 5 bis 8:

Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien ankamen, wurde Paulus durch den Geist gedrängt, den Juden zu bezeugen, dass Jesus der Christus ist.
Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut sei auf eurem Haupt! Ich bin rein davon; von nun an gehe ich zu den Heiden!
Und er ging von dort weg und begab sich in das Haus eines gottesfürchtigen Mannes mit Namen Justus, dessen Haus an die Synagoge stieß.
Krispus aber, der Synagogenvorsteher, wurde an den Herrn gläubig samt seinem ganzen Haus; auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.

Hierbei hat also Paulus, nachdem seine zwei wichtigsten Gefährten angekommen waren, das Wort über Jesus vor der gesamten jüdischen Gemeinde verkündet, aber leider nahmen viele Anstoß daran und verhielten sich unmöglich. Der Synagogenvorsteher wurde zwar gläubig, aber viele andere aus der Gemeinde der Juden offensichtlich nicht, weswegen Paulus als nächstes vor den Heiden predigte, und diese waren schon eher dazu geneigt, die Verkündung zu glauben.
Als nächstes erfahren wir Folgendes in den Versen 9 bis 11:

Und der Herr sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!
Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt!
Und er blieb ein Jahr und sechs Monate dort und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.

Jesus gibt also Paulus die Zusicherung, dass ihm in Korinth kein ernstzunehmender Schaden entstehen wird, und dass er noch viel mehr predigen soll, weil es so einige Leute in Korinth gibt, die Jesus retten will. Darum hat sich Paulus 6 Monate dort aufgehalten. Aber wir haben ja in früheren Kapiteln schon gemerkt, dass die Widerständler immer unverschämter werden, je länger das Evangelium verbreitet wird. Deswegen sollte es uns nicht sonderlich überraschen, was wir als nächstes lesen.
In den Versen 12 bis 17 steht:

Als aber Gallion Statthalter von Achaja war, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf und führten ihn vor den Richterstuhl
und sprachen: Dieser überredet die Leute zu einem gesetzeswidrigen Gottesdienst!
Als aber Paulus den Mund öffnen wollte, sprach Gallion zu den Juden: Wenn es sich nun um ein Verbrechen oder um eine böse Schändlichkeit handeln würde, ihr Juden, so hätte ich euch vernünftigerweise zugelassen;
wenn es aber eine Streitfrage über eine Lehre und über Namen und über euer Gesetz ist, so seht ihr selbst danach, denn darüber will ich nicht Richter sein!
Und er wies sie vom Richterstuhl hinweg.
Da ergriffen alle Griechen Sosthenes, den Synagogenvorsteher, und schlugen ihn vor dem Richterstuhl; und Gallion kümmerte sich nicht weiter darum.

Diese Erzählung ist extrem kurz gehalten und deswegen beim ersten Mal Lesen nicht leicht zu verstehen. Die Juden, die nicht an den Messias Jesus glauben wollten, hatten offensichtlich Paulus ergriffen, und hatten ihn vor einen römischen Statthalter geführt. Aber dem Statthalter ist die ganze Angelegenheit egal, denn er interessiert sich nicht für das Gesetz der Juden oder für Auslegungen der Schriften.
Dann wird ein Synagogenvorsteher erwähnt, von dem wir hier zum ersten Mal lesen. Das ist wahrscheinlich der Anführer der Leute gewesen, die Paulus anklagten. Und weil dieser kein Gehör fand, wurde er von den Griechen vom Richterstuhl weggebracht, und zwar nicht sanft, sondern auf ziemlich unbarmherzige Weise. Paulus hingegen schien an diesem Tag völlig unbeschadet zu bleiben.

Paulus bekommt aber langsam das Gefühl, dass es Zeit wird, wieder zurück in die Stadt Antiochia zu reisen, von wo aus seine Reise begonnen hatte. Daher lesen wir Folgendes in Vers 18 bis 22:

Nachdem aber Paulus noch viele Tage dort verblieben war, nahm er von den Brüdern Abschied und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er hatte ein Gelübde.
Und er gelangte nach Ephesus und ließ jene dort zurück; er selbst aber ging in die Synagoge und hatte Gespräche mit den Juden.
Als sie ihn aber baten, längere Zeit bei ihnen zu bleiben, willigte er nicht ein,
sondern nahm Abschied von ihnen, indem er sprach: Ich muss unter allen Umständen das bevorstehende Fest in Jerusalem feiern; ich werde aber wieder zu euch zurückkehren, so Gott will! Und er segelte von Ephesus ab;
und als er in Cäsarea gelandet war, zog er hinauf und grüßte die Gemeinde und ging dann hinab nach Antiochia.

Hier merken wir also, dass Paulus auf seiner Rückreise auch in einer Stadt namens Ephesus landete, wo er ein paar Leuten von Jesus erzählte. Und es war ein gewisses Interesse vorhanden, darum baten ihn die Leute, er solle bei ihnen bleiben. Weil aber vermutlich das Passahfest vor der Tür stand und Paulus ja ein Israelit aus dem Stamm Benjamin ist, auch wenn sein Geburtsort in einer römischen Stadt war, darum will er natürlich unbedingt das Passahfest in Jerusalem feiern. Und aus diesem Grund kann er nicht bleiben, verspricht ihnen aber, dass er nochmal zu ihnen kommen wird.

Vermutlich hat Paulus dann einige Zeit in Antiochia zugebracht und war zwischendrin auch für das besagte Fest nach Jerusalem gezogen. Wie lange diese Zeit war, wissen wir zwar nicht, aber wir lesen Folgendes in den restlichen Versen von Kapitel 18:

Und nachdem er einige Zeit dort zugebracht hatte, zog er weiter und durchreiste nacheinander das Gebiet von Galatien und Phrygien und stärkte alle Jünger.
Aber ein Jude mit Namen Apollos, aus Alexandria gebürtig, kam nach Ephesus, ein beredter Mann, der mächtig war in den Schriften.
Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und feurig im Geist; er redete und lehrte genau über das, was den Herrn betrifft, kannte aber nur die Taufe des Johannes.
Und er fing an, öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Als nun Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus.
Als er aber nach Achaja hinübergehen wollte, ermunterten ihn die Brüder und schrieben an die Jünger, dass sie ihn aufnehmen sollten. Und als er dort ankam, war er eine große Hilfe für die, welche durch die Gnade gläubig geworden waren.
Denn er widerlegte die Juden öffentlich mit großer Kraft, indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der Christus ist.

Bevor also Paulus seine Reise nach Ephesus antreten konnte, wie er es den Leuten versprochen hatte, trat in Ephesus ein anderer Jesus-Nachfolger auf, der Apollos hieß.
Und wir haben gelesen, dass dieser mit sehr großer Begeisterung und großem Eifern den Name Jesus verkündigte und dass seine Schriftkenntnisse sehr hervorragend waren, sodass er allen beweisen konnte, dass Jesus aufgrund seines Lebenslaufes wirklich der Messias sein muss. Und nichtmal die Zweifler und Streitsüchtigen konnten ihm logische Argumente dagegen liefern. Damit hat sich Apollos definitiv sehr nützlich gemacht. Das einzige, was schade ist, ist die Tatsache, dass er nur die Taufe des Johannes kannte und nicht auf den vollmächtigen Name Jesus Christus taufte. Aber das hat er nicht mit böser Absicht getan, sondern weil er es nicht besser wusste.

Und wie es weiterging, als dann auch Paulus nach Ephesus kam, das schauen wir uns in einem anderen Video an. Denn wir sind am Ende von Kapitel 18 angekommen, und darum endet auch unsere heutige Studie.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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