Text zu "Bibellehre - Das Leben des Propheten Jeremia"

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=bezefFpQw-g

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In diesem Video werden wir uns mit dem Leben des Propheten Jeremia näher befassen. Dieser Prophet lebte zu der Zeit, als es nicht mehr lange dauern würde, bis Jerusalem untergeht, und bis die Juden durch den König von Babel gefangen genommen werden. Zu dieser Zeit, als es noch nicht so weit war, redete Jeremia immer wieder davon, denn Gott befahl ihm, dies zu verkünden, aber die Menschen hassten Jeremia, weil sie seine Worte nicht mochten. Er redete ihnen nicht positiv genug, deswegen wurde er von der breiten Masse verabscheut. Und genau das werden wir uns im heutigen Video näher ansehen, indem wir das Leben und auch einige prophetische Worte von Jeremia durchgehen.

Zuerst lesen wir uns mal kurz durch, wie die Berufung Jeremias geschah, denn jeder echte Prophet wird von Gott persönlich berufen. In Kapitel 1 stehen darüber folgende Worte in den Versen 4 bis 10:

Und das Wort des HERRN erging an mich folgendermaßen:
Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen, und bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt!
Da sprach ich: Ach, Herr, HERR, siehe, ich kann nicht reden, denn ich bin noch zu jung!
Aber der HERR sprach zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«; sondern du sollst zu allen hingehen, zu denen ich dich sende, und du sollst alles reden, was ich dir gebiete!
Fürchte dich nicht vor ihnen! Denn ich bin mit dir, um dich zu erretten, spricht der HERR.
Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an; und der HERR sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund!
Siehe, ich setze dich am heutigen Tag über die Völker und über die Königreiche ein, um auszurotten und niederzureißen, und um zu zerstören und abzubrechen, um zu bauen und zu pflanzen.

Bezüglich dem letzten Vers sollte man beachten, dass Jeremia dies alles mit Worten tun wird, und nicht mit seinen Händen. Jeremia wird nicht dazu aufgerufen, Städte auf der Erde zu vernichten, sondern er soll Worte sprechen, die die Heuchelei und die Halsstarrigkeit der Menschen niederreißen, und Jeremia soll praktisch Gerechtigkeit dadurch pflanzen, dass er die Worte Gottes an den Orten verkündet, wo Gott ihn hin schickt.

Jeremia bekam dann immer mal wieder Worte der Ermahnung, aber auch eine Ankündigung darüber, dass Jerusalem untergehen wird, samt dem Land Judäa.
Zuerst werden wir mal einen Blick darauf werfen, welche Ermahnungen Jeremia zum Beispiel an die Juden überbringen musste, indem wir uns ein paar Ausschnitte anschauen. In Kapitel 2, Vers 26 und 27 lesen wir:

Wie ein Dieb sich schämen muss, wenn er ertappt wird, so ist das Haus Israel zuschanden geworden – sie, ihre Könige, ihre Fürsten, ihre Priester und ihre Propheten,
die zum Holz sagen: »Du bist mein Vater!« und zum Stein: »Du hast mich geboren!« Denn sie haben mir den Rücken zugewandt und nicht das Angesicht; zur Zeit ihres Unglücks aber werden sie sagen: »Mache dich auf und rette uns!«

Hier ist erkennbar, dass manche Juden damals genau so verrückt waren, wie es einige Menschen heute auch sind, indem die Steine oder Holz vergöttlichen. Und Gott selbst nimmt an diesem Verhalten offensichtlich Anstoß. Besonders, weil sie ihn durch dieses törichte Verhalten zum Zorn reizen, ohne sich etwas dabei zu denken, und wenn dann ein Unheil geschieht, bitten sie ihn ohne Reue um Hilfe, als hätten sie gar nichts falsch gemacht.

Um ein besseres Bild davon zu bekommen, welche Worte Gott an Jeremia gab, um den Zustand zu beschreiben, den Gott haben will, lesen wir nun einen Text aus Kapitel 3 durch. Es steht geschrieben in Vers 11 bis 20:

Und der HERR sprach zu mir: Israel, die Abtrünnige, steht gerechter da als Juda, die Treulose.
Geh hin, rufe diese Worte aus gegen den Norden hin und sprich: Kehre um, Israel, du Abtrünnige!, spricht der HERR. Ich will mein Angesicht nicht vor euch verdüstern, denn ich bin gnädig, spricht der HERR, und zürne nicht ewig!
Nur erkenne deine Schuld, dass du dem HERRN, deinem Gott, die Treue gebrochen hast und hierhin und dorthin zu den Fremden gelaufen bist unter jeden grünen Baum; aber auf meine Stimme habt ihr nicht gehört!, spricht der HERR.
Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Eheherr! Und ich will euch nehmen, einen aus jeder Stadt und zwei aus jeder Familie, und euch nach Zion bringen.
Und ich will euch Hirten nach meinem Herzen geben, die sollen euch weiden mit Erkenntnis und Einsicht.
Und es wird geschehen, wenn ihr euch dann in jenen Tagen mehrt und fruchtbar werdet im Land, spricht der HERR, so wird man nicht mehr sagen: »Die Bundeslade des HERRN«; und sie wird niemand mehr in den Sinn kommen, man wird an sie nicht mehr gedenken und sie nicht mehr vermissen; es wird auch keine mehr gemacht werden.
Zu jener Zeit wird man Jerusalem »Thron des HERRN« nennen, und alle Heidenvölker werden sich dorthin versammeln, zum Namen des HERRN, nach Jerusalem, und sie werden künftig nicht mehr dem Starrsinn ihres bösen Herzens folgen.
In jenen Tagen wird das Haus Juda mit dem Haus Israel ziehen, und sie werden miteinander aus dem Land des Nordens in das Land kommen, das ich euren Vätern zum Erbteil gegeben habe.
Ich hatte zwar gedacht: Was für eine Stellung will ich dir geben unter den Söhnen! Ich will dir das erwünschte Land schenken, das allerschönste Erbteil der Völker! Und ich hatte auch gedacht, ihr würdet mich »Vater« nennen und ihr würdet euch nicht mehr von mir abwenden.
Aber wie eine Frau ihrem Gefährten untreu wird, so seid ihr mir untreu geworden, Haus Israel!, spricht der HERR.

Aus diesem Text erkennt man gut die Sehnsucht danach, wie Gott eigentlich zu seinem Volk stehen will, aber sie wenden sich ja ständig von ihm ab. Ich möchte zur Ergänzung noch zwei besondere Verse aus Kapitel 4 zeigen, bevor wir mit dem nächsten Aspekt weitermachen. In den Versen 3 und 4 steht geschrieben, dass Jeremia folgende Worte überbringen musste:

Denn so spricht der HERR zu den Männern von Juda und zu Jerusalem: Pflügt einen Neubruch und sät nicht unter die Dornen!
Beschneidet euch für den HERRN und beseitigt die Vorhaut eurer Herzen, ihr Männer von Juda und ihr Einwohner von Jerusalem, damit mein Zorn nicht ausbricht wie ein Feuer, das niemand löschen kann, wegen der Bosheit eurer Taten!

Daran sieht man besonders gut, wie es ja auch an anderen Stellen der Prophetenbücher immer wieder angemerkt wird, dass Gott sich zuerst für unser Herz interessiert. Was darin wohnt, das zählt vor allem anderen. Haben wir Treue, Demut und Aufrichtigkeit in unseren Herzen?
Die Menschen, an die dieser Text ergeht, hatten es offenbar nicht. Und Gott kündet sogar an, dass er es deswegen als notwendig erachtet, Zorn kommen zu lassen.

Das soll erstmal genügen, da wir dieses Video nicht unnötig in die Länge ziehen wollen. Wer mehr über die Ermahnungen wissen möchte, sollte sich Kapitel 2 bis vier am besten selbst durchlesen. Jeremia ging vermutlich immer im Volk umher, um diese Reden zu verbreiten. Er wurde aber auch einmal direkt vor das Gotteshaus in Jerusalem geschickt, um alle Leute ernsthaft zu ermahnen, die dort hinein gehen. Das können wir uns auch mal anschauen, und dazu lesen wir nun in Kapitel 7 die Verse 1 bis 11. Dort steht Folgendes:

Dies ist das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging:
Stelle dich in das Tor am Haus des HERRN und rufe dort dieses Wort aus und sprich: Hört das Wort des HERRN, ihr alle aus Juda, die ihr zu diesen Toren hineingeht, um den HERRN anzubeten!
So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Bessert euren Wandel und eure Taten, so will ich euch an diesem Ort wohnen lassen!
Verlasst euch nicht auf trügerische Worte wie diese: »Der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN ist dies!«
Denn nur wenn ihr euren Wandel und eure Taten ernstlich bessert, wenn ihr wirklich Recht übt untereinander,
wenn ihr die Fremdlinge, die Waisen und Witwen nicht bedrückt und an dieser Stätte kein unschuldiges Blut vergießt und nicht anderen Göttern nachwandelt zu eurem eigenen Schaden,
dann will ich euch an diesem Ort wohnen lassen, in dem Land, das ich euren Vätern gegeben habe, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Siehe, ihr verlasst euch auf trügerische Reden, die keinen Nutzen bringen!
Meint ihr denn, nachdem ihr gestohlen, gemordet, die Ehe gebrochen, falsch geschworen, dem Baal geräuchert habt und anderen Göttern nachgelaufen seid, die ihr nicht kennt,
dass ihr dann kommen und vor mein Angesicht treten könnt in diesem Haus, das nach meinem Namen genannt ist, und sprechen: »Wir sind errettet!« nur, um dann alle diese Gräuel weiter zu verüben?
Ist denn dieses Haus, das nach meinem Namen genannt ist, in euren Augen zu einer Räuberhöhle geworden? Ja wahrlich, auch ich sehe es so an!, spricht der HERR.

Die Mahnrede geht noch weiter, aber wir belassen es heute mal bei diesen Versen. Allein daran merkt man schon, wie angewidert Gott von seinem Volk Israel zu dieser Zeit war, weil sie außerhalb des Tempels gesündigt haben ohne Grenzen, und dann gingen sie trotzdem in den Tempel hinein, als wäre nichts, als seien sie fromm und wären alle gerettet. Gott ist sehr verärgert über solche unerträglich verkorksten Moralvorstellungen, wie sie diese Menschen in ihren Herzen haben. Und Jeremia war natürlich treu, er hat sich vor den Tempel gestellt und wirklich solche Worte zu den Menschen geredet, die den Tempel besuchten. Wir erfahren in dem Kapitel leider nichts darüber, wie die Menschen auf die Rede von Jeremia reagierten. Aber ich für meinen Teil kann mir vorstellen, dass Jeremia sehr viel geschmäht und verlästert wurde, weil er diesen Befehl Gottes ausführte.

In Kapitel 13 lesen wir auch davon, wie Jeremia das Unheil ankündigte, von dem wir heutzutage wissen, dass es damals tatsächlich über die Menschen von Judäa kam. Folgendes musste Jeremia laut Vers 15 bis 19 verkünden:

Hört und gebt acht! Seid nicht überheblich; denn der HERR redet!
Gebt dem HERRN, eurem Gott, die Ehre, bevor er es finster werden lässt und bevor eure Füße sich an düsteren Bergen stoßen! Ihr werdet auf Licht hoffen, aber er wird es zu Todesschatten machen und in dichte Dunkelheit verwandeln.
Wenn ihr aber nicht hören wollt, so wird meine Seele im Verborgenen weinen wegen eures Hochmuts; mein Auge wird unaufhörlich weinen und in Tränen zerfließen, weil die Herde des HERRN gefangen weggeführt wird.
Sprich zu dem König und zur Gebieterin: Setzt euch tief herunter! Denn die Krone eurer Herrlichkeit ist von eurem Haupt gefallen.
Die Städte im Süden sind verschlossen und niemand öffnet sie. Ganz Juda wird nun gefangen weggeführt, ja, es wird vollständig weggeführt.

Mit solchen Reden, die Jeremia ausrichten musste, hat er sich wahrscheinlich bei den Leuten seines Volkes noch unbeliebter gemacht, als es schon durch die Ermahnungen der Fall war. In Kapitel 19 wird es noch schwieriger für ihn, denn dort musste Jeremia die Ältesten des Volkes mit sich nehmen, und die Ältesten der Priester, um ihnen zu verkünden, dass Gott Unheil über den Ort bringen wird wegen all dem Unrecht, das geschah. Und danach musste Jeremia in den Tempel gehen und vor dem Volk ebenfalls Unheil ankündigen. Und in Kapitel 20 liest man davon, dass der Oberaufseher des Tempels Jeremia geschlagen und gefangen gesetzt hat, weil Jeremia schlechte Worte redete.
Das ist ein äußerst unangenehmer Verlauf, und Jeremia klagt in diesem Kapitel auch sein Leid. Diesbezüglich lesen wir in Vers 7 bis 10:

HERR, du hast mich überredet, und ich habe mich überreden lassen; du bist mir zu stark geworden und hast mich überwunden! So bin ich zum täglichen Gelächter geworden; jedermann spottet über mich!
Denn sooft ich rede, muss ich schreien, muss Gewalttat und Zerstörung ankündigen, sodass das Wort des HERRN mir Hohn und Spott einträgt die ganze Zeit.
Da sagte ich mir: »Ich will Ihn nicht mehr erwähnen und nicht mehr in seinem Namen reden!« Doch da brannte es in meinem Herzen, als wäre ein Feuer in meinen Gebeinen eingeschlossen, und ich wurde müde, es auszuhalten; ja, ich kann es nicht.
Denn ich habe die Verleumdungen vieler gehört: »Schrecken ringsum!«, »Zeigt ihn an!« und: »Wir wollen ihn anzeigen!« Alle Leute, mit denen ich in Frieden lebte, lauern auf meinen Fall und sprechen: »Vielleicht lässt er sich überreden, und wir können ihn überwältigen und uns an ihm rächen!«

Hier lesen wir also mit eigenen Augen, dass Jeremia verspottet und verhöhnt wurde, und dass Menschen ihn zum Verbrecher erklären wollten wegen den Worten, die er von Gott überbrachte. Es war bestimmt nicht einfach für ihn, unter solchen Umständen leben zu müssen.
Die Menschen waren Jeremia zum Feind geworden, weil er unangenehme Worte redete, die wahr sind. Das Volk wollte nämlich lieber Worte hören, die Zuversicht erwecken, auch wenn sie unwahr sind. Und auch gegen solche Lügner musste Jeremia eine Weissagung verkünden. Einen großen Teil aus dieser wichtigen Mahnrede schauen wir uns heute auch noch mit an. Dazu lesen wir die Worte, die geschrieben stehen in Kapitel 23, Vers 15 bis 32:

Darum, so spricht der HERR der Heerscharen über die Propheten: Siehe, ich will ihnen Wermut zu essen geben und Giftwasser zu trinken; denn von den Propheten Jerusalems ist die Gottlosigkeit ausgegangen in das ganze Land.
So spricht der HERR der Heerscharen: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie täuschen euch; die Offenbarung ihres eigenen Herzens verkünden sie und nicht - was aus dem Mund des HERRN kommt.
Ständig sagen sie zu denen, die mich verachten: »Der HERR hat gesagt: Ihr werdet Frieden haben!« Und zu allen denen, die in der Verstocktheit ihres Herzens wandeln, sprechen sie: »Es wird kein Unheil über euch kommen!«
Denn wer hat im Rat des HERRN gestanden und hat sein Wort gesehen und gehört? Wer hat auf mein Wort geachtet und gehört?
Siehe, als ein Sturmwind des HERRN ist der Grimm losgebrochen, und ein wirbelnder Sturmwind wird sich auf das Haupt der Gottlosen entladen!
Der Zorn des HERRN wird sich nicht abwenden, bis er die Gedanken seines Herzens vollbracht und ausgeführt hat. Am Ende der Tage werdet ihr es erkennen und verstehen!
Ich habe diese Propheten nicht gesandt, und doch sind sie gelaufen; ich habe nicht zu ihnen geredet, und doch haben sie geweissagt.
Hätten sie in meinem Rat gestanden, so würden sie meinem Volk meine Worte verkündigen und sie abbringen von ihrem bösen Weg und von ihren schlimmen Taten!
Bin ich denn nur Gott in der Nähe, spricht der HERR, und nicht auch Gott in der Ferne?
Oder kann sich jemand so heimlich verbergen, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde?, spricht der HERR.
Ich habe gehört, was die Propheten reden, die in meinem Namen Lügen weissagen und sprechen: »Ich habe einen Traum gehabt, ich habe einen Traum gehabt!«
Wie lange soll das noch gehen? Soll etwa die falsche Weissagung im Herzen der Propheten bleiben? Und die Propheten, die selbst erfundenen Betrug weissagen,
haben sie nicht im Sinn, bei meinem Volk meinen Namen in Vergessenheit zu bringen durch die Träume, die sie einander erzählen, gleichwie ihre Väter meinen Namen vergessen haben über dem Baal?
Der Prophet, der einen Traum hat, der erzähle den Traum; wer aber mein Wort hat, der verkündige mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Weizen gemeinsam?, spricht der HERR.
Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?
Darum siehe, ich komme über die Propheten, spricht der HERR, die meine Worte stehlen, einer dem anderen;
siehe, ich komme über die Propheten, spricht der HERR, die ihre eigenen Zungen nehmen und behaupten: »Er hat geredet!«
Siehe, ich komme über diejenigen, spricht der HERR, die Lügenträume weissagen und sie erzählen und mit ihren Lügen und ihrem leichtfertigen Geschwätz mein Volk irreführen, während ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe, und sie diesem Volk auch gar nichts nützen!, spricht der HERR.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Jeremia mit dieser Rede, obwohl sie wahrhaftig ist, sich noch viel größeren Ärger eingehandelt hat als zuvor, und dass seine Mitmenschen immer wütender auf ihn wurden. Es gab schon immer falsche Propheten, und Leute, die in ihre eigenen Träume Dinge hinein interpretieren, die nichts mit dem Wille Gottes zu tun haben. Von solchen Menschen hat es vor dem Untergang in Jerusalem gewimmelt, und heutzutage möge sich jeder seine eigene Meinung bilden, inwiefern wir dieses Problem immernoch haben könnten.

Lasst uns aber mal eine weitere Rede anschauen, die Jeremia vor dem Volk halten musste, wo das bevorstehende Unheil noch genauer beschrieben wurde, von dem wir heutzutage wissen, dass es tatsächlich so eintraf!
In Kapitel 25 lesen wir von Vers 1 bis 14:

Dies ist das Wort, das an Jeremia über das ganze Volk Juda erging im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda (das ist das erste Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel),
das der Prophet Jeremia an das ganze jüdische Volk und an alle Einwohner von Jerusalem richtete, indem er sprach:
Seit dem dreizehnten Jahr Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, bis zum heutigen Tag, diese 23 Jahre hindurch ist das Wort des HERRN an mich ergangen, und ich habe zu euch geredet, indem ich mich früh aufmachte und immer wieder redete, aber ihr habt nicht gehört.
Dazu hat der HERR alle seine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, indem er sich früh aufmachte und sie immer wieder sandte; aber ihr wolltet nicht hören und neigtet eure Ohren nicht, um auf sie zu hören,
wenn Er euch sagen ließ: Kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg und von der Bosheit eurer Taten, damit ihr in dem Land, das der HERR euch und euren Vätern gegeben hat, von Ewigkeit zu Ewigkeit wohnen könnt!
Und wandelt nicht fremden Göttern nach, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; und reizt mich nicht zum Zorn mit dem Werk eurer Hände, so will ich euch nichts Böses tun!
Aber ihr habt mir nicht gehorcht, spricht der HERR, sondern habt mich erzürnt durch das Werk eurer Hände, euch selbst zum Schaden!
Darum, so spricht der HERR der Heerscharen: Weil ihr meinen Worten nicht gehorcht habt,
siehe, so sende ich nach allen Geschlechtern des Nordens und hole sie herbei, und sende zu meinem Knecht Nebukadnezar, dem König von Babel, und lasse sie kommen über dieses Land und über seine Bewohner und über alle diese Völker ringsum; und ich will sie dem Bann preisgeben und sie zum Entsetzen und zum Gespött und zu ewigen Trümmerhaufen machen.
Und ich will unter ihnen aufhören lassen das Jubel- und Freudengeschrei, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, das Klappern der Mühle und das Licht der Lampe;
und dieses ganze Land soll zu Trümmerhaufen, zur Wüste werden, und diese Völker sollen dem König von Babel dienen, 70 Jahre lang.
Und es wird geschehen, wenn die 70 Jahre vollendet sind, dann will ich an dem König von Babel und an jenem Volk ihre Schuld heimsuchen, spricht der HERR, auch am Land der Chaldäer, und ich will es zur ewigen Wüste machen.
Und ich will über jenes Land alle meine Worte bringen, die ich gegen es geredet habe, alles, was in diesem Buch geschrieben steht, was Jeremia über alle Heidenvölker geweissagt hat.
Denn auch sie werden in die Knechtschaft großer Völker und mächtiger Könige geraten, und ich will ihnen entsprechend ihren Taten und entsprechend den Werken ihrer Hände vergelten.

Hier sehen wir, dass Jeremia die 70 Jahre Gefangenschaft ausdrücklich vorhersagte, und auch wie er prophezeite, dass danach das Reich Babel selbst untergehen würde. Und auch der Grund für die bevorstehende Gefangenschaft wird hier zum wiederholten Male genannt. Nämlich Götzendienst und Dämonenanbetung. Es ist erstaunlich, wie viele Nerven Gott hatte, da er immer wieder, und wieder, die Ermahnung verkünden ließ, ohne müde zu werden, aber das Volk wollte die ganze Zeit nicht zuhören, zumindest nicht auf die Art, dass sie es sich wirklich zu Herzen nehmen und Reue empfinden.

Was wir uns als nächstes anschauen, ist eine Situation, in der alles endgültig aus den Fugen zu geraten droht, was Jeremia für Gott tun soll. Wir lesen in Kapitel 26 Folgendes ab Vers 1:

Im Anfang der Regierung Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, erging dieses Wort vom HERRN:
So spricht der HERR: Stelle dich auf im Vorhof des Hauses des HERRN und rede zu allen Städten Judas, die kommen, um anzubeten im Haus des HERRN, alle Worte, die ich dir befohlen habe, ihnen zu sagen; nimm kein Wort davon weg!
Vielleicht werden sie hören und umkehren, jeder von seinem bösen Weg, dann wird mich das Unheil reuen, das ich ihnen zu tun gedenke wegen ihrer bösen Taten.
Und zwar sollst du zu ihnen sagen: So spricht der HERR: »Wenn ihr nicht auf mich hört, dass ihr nach meinem Gesetz wandelt, das ich euch vorgelegt habe,
und dass ihr auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, hört, die ich zu euch sende, indem ich mich früh aufmache und sie immer wieder sende, ohne dass ihr bisher auf sie gehört habt,
dann will ich dieses Haus wie Silo machen und diese Stadt zum Fluch für alle Völker der Erde!«
Es hörten aber die Priester und die Propheten und das ganze Volk, wie Jeremia diese Worte redete im Haus des HERRN.
Und es geschah, als Jeremia alles gesagt hatte, was ihm der HERR zu dem ganzen Volk zu reden befohlen hatte, da ergriffen ihn die Priester, die Propheten und das ganze Volk und sprachen: Du musst gewisslich sterben!
Warum hast du im Namen des HERRN geweissagt und gesagt: Diesem Haus wird es wie Silo ergehen und diese Stadt wird verwüstet werden, sodass keiner darin wohnt? Und das ganze Volk sammelte sich um Jeremia im Haus des HERRN.
Als aber die Fürsten von Juda diese Worte hörten, kamen sie vom königlichen Palast herauf zum Haus des HERRN und setzten sich in den Eingang des neuen Tores des HERRN.
Und die Priester und die Propheten sprachen zu den Fürsten und zum ganzen Volk: Dieser Mann verdient die Todesstrafe, weil er gegen diese Stadt geweissagt hat, wie ihr es mit eigenen Ohren gehört habt!
Da sprach Jeremia zu allen Fürsten und zum ganzen Volk: Der HERR hat mich gesandt, gegen dieses Haus und gegen diese Stadt alle die Worte zu weissagen, die ihr gehört habt.
Und nun bessert eure Wege und eure Taten und gehorcht der Stimme des HERRN, eures Gottes, so wird den HERRN das Unheil reuen, das er euch angedroht hat!
Was aber mich betrifft – siehe, ich bin in eurer Hand; macht mit mir, was gut und recht ist in euren Augen!
Nur sollt ihr gewiss wissen, dass ihr, wenn ihr mich tötet, unschuldiges Blut auf euch und auf diese Stadt und auf ihre Bewohner bringt; denn wahrhaftig, der HERR hat mich zu euch gesandt, um vor euren Ohren alle diese Worte zu reden!

Hier sehen wir also, dass Jeremia ergriffen wurde, und das Volk wollte ihn töten, weil sie der Meinung waren, Jeremia würde seine Worte nur sprechen, weil er selber dem Tempel etwas Schlechtes wünscht.
Die Fürsten waren aber glücklicherweise der Meinung, dass Jeremia nicht die Todesstrafe verdient, denn das würden wir in den Folgeversen lesen, und sie wenden den Zorn der Volksmenge durch ihre Rede ab.

Als nächstes schauen wir uns mal eine Situation an, wo ein falscher Prophet versucht, gegen Jeremia aufzutreten. Davon lesen wir in Kapitel 28. Es steht geschrieben:

Es geschah aber in demselben Jahr, im Anfang der Regierung Zedekias, des Königs von Juda, im vierten Jahr, im fünften Monat, dass Hananja, der Sohn Assurs, der Prophet von Gibeon, im Haus des HERRN vor den Augen der Priester und dem ganzen Volk zu mir sagte:
So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Ich zerbreche das Joch des Königs von Babel;
binnen zwei Jahren bringe ich alle Geräte des Hauses des HERRN, die Nebukadnezar, der König von Babel von hier weggenommen und nach Babel gebracht hat, wieder an diesen Ort zurück;
auch Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, samt allen Gefangenen Judas, die nach Babel gekommen sind, bringe ich an diesen Ort zurück, spricht der HERR; denn ich will das Joch des Königs von Babel zerbrechen!
Da antwortete der Prophet Jeremia dem Propheten Hananja vor den Augen der Priester und vor den Augen des ganzen Volkes, das im Haus des HERRN stand,
und der Prophet Jeremia sprach: Amen! So möge der HERR handeln! Der HERR lasse deine Worte zustande kommen, die du geweissagt hast, dass er die Geräte des Hauses des HERRN und alle Gefangenen von Babel wieder an diesen Ort zurückbringe!
Höre jedoch dieses Wort, das ich vor deinen Ohren und den Ohren des ganzen Volkes ausspreche:
Die Propheten, die vor mir und vor dir von jeher gewesen sind, die haben über viele Länder und große Königreiche von Krieg und Unheil und Pest geweissagt.
Der Prophet aber, der Frieden weissagt, der wird am Eintreffen seines Wortes erkannt als ein Prophet, den der HERR in Wahrheit gesandt hat!
Da nahm der Prophet Hananja das Joch vom Hals des Propheten Jeremia und zerbrach es.
Und Hananja sprach vor den Augen des ganzen Volkes: So spricht der HERR: So will ich das Joch Nebukadnezars, des Königs von Babel, innerhalb von zwei Jahren vom Hals aller Völker nehmen und zerbrechen! Da ging der Prophet Jeremia seines Weges.
Es erging aber das Wort des HERRN an Jeremia, nachdem der Prophet Hananja das Joch vom Hals des Propheten Jeremia zerbrochen hatte, folgendermaßen:
Geh und rede zu Hananja und sprich: So spricht der HERR: Du hast ein hölzernes Joch zerbrochen, aber du hast ein eisernes Joch an seiner Stelle bereitet!
Denn so spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Ich habe ein eisernes Joch auf den Hals aller dieser Völker gelegt, damit sie Nebukadnezar, dem König von Babel, dienstbar sein sollen, und sie werden ihm auch dienen, und ich habe ihm sogar die Tiere des Feldes gegeben!
Und der Prophet Jeremia sprach zu dem Propheten Hananja: Höre doch, Hananja! Der HERR hat dich nicht gesandt, sondern du hast dieses Volk dazu gebracht, dass es auf eine Lüge vertraut.
Darum, so spricht der HERR: Siehe, ich schaffe dich vom Erdboden weghg; du wirst noch in diesem Jahr sterben, weil du Widerstand gegen den HERRN verkündet hast!
Und der Prophet Hananja starb in demselben Jahr, im siebten Monat.

An der Tatsache, dass Hananja starb, wie es Jeremia ankündigte, dürfte wohl jeder merken, wer von beiden die Wahrheit sprach. Es ist aber ein wenig erschreckend, dass die Worte, die Hananja sprach, vom Stil her schon so ein bisschen daran erinnern, wie Gott allgemein redet. Da sieht man mal, wie schwierig es ist, einen echten Prophet von einem falschen Prophet zu unterscheiden. Jesus sagte, dass wir sie an ihren Früchten erkennen werden, aber wir erhalten leider zu wenige Informationen über diesen Hananja, um seine Früchte überhaupt erkennen zu können.

Schauen wir uns nun mal an, was mit Jeremia einige Zeit später geschah! In Kapitel 32 steht geschrieben in den Versen 1 bis 5:

Dies ist das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging im zehnten Jahr Zedekias, des Königs von Juda – dieses Jahr war das achtzehnte Jahr Nebukadnezars.
Damals belagerte das Heer des Königs von Babel Jerusalem; der Prophet Jeremia aber war eingesperrt im Gefängnishof, der zum Palast des Königs von Juda gehörte.
Zedekia, der König von Juda, hatte ihn nämlich einsperren lassen, indem er sprach: Warum weissagst du: »So spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hand des Königs von Babel, dass er sie einnehme;
und Zedekia, der König von Juda, wird der Hand der Chaldäer nicht entfliehen, sondern gewiss in die Hand des Königs von Babel gegeben werden; der wird von Mund zu Mund mit ihm reden und sie werden einander Auge in Auge sehen;
und er wird Zedekia nach Babel führen, und dort muss er bleiben, bis ich nach ihm sehe, spricht der HERR; wenn ihr auch mit den Chaldäern kämpft, so werdet ihr doch nichts ausrichten«?

Hier ist es also dazu gekommen, dass Jeremia ins Gefängnis gesteckt wurde, weil der aktuelle König von Juda verärgert über die Worte Gottes war, die Jeremia ausrichtete. Und selbst in dieser Lage hörte Jeremia immernoch nicht auf, weiter die Worte zu verkünden, die Gott ihm befahl. Dadurch tat er das Werk Gottes, während er sich bei den Menschen immer unbeliebter machte. Wir haben auch davon gelesen, dass Jerusalem zu dieser Zeit schon belagert wurde. Als aber das Heer von Ägypten überraschend auftauchte, zog sich die Armee der Chaldäer zurück, und es sah fast so aus, als würde Jerusalem gerettet werden. Aber Jeremia weissagte trotzdem weiter von dem Ende Jerusalems, indem er ankündigte, dass dieses dem König von Babel in die Hände fallen wird.
Und in diesem Zusammenhang lesen wir Folgendes in Kapitel 37, Vers 11 bis 21:

Und es geschah, als das Heer der Chaldäer vor dem Heer des Pharao von Jerusalem abgezogen war,
da verließ Jeremia Jerusalem, um ins Land Benjamin zu gehen und dort unter dem Volk seinen Besitzanteil in Empfang zu nehmen.
Als er aber zum Tor Benjamin kam, war dort ein Befehlshaber der Wache namens Jerija, ein Sohn Schelemjas, des Sohnes Hananjas; der ergriff den Propheten Jeremia und sprach: Du willst zu den Chaldäern überlaufen!
Da sprach Jeremia: Das ist eine Lüge! Ich will nicht zu den Chaldäern überlaufen! Aber Jerija wollte ihm nicht glauben, sondern nahm Jeremia fest und führte ihn vor die Fürsten.
Und die Fürsten wurden zornig über Jeremia und schlugen ihn und setzten ihn ins Gefängnis im Haus des Schreibers Jonatan; denn dieses hatte man zum Kerker gemacht.
So kam Jeremia ins Gefängnis und unter die Gewölbe; und Jeremia blieb dort lange Zeit.
Aber der König Zedekia sandte nach ihm und ließ ihn holen; und der König fragte ihn heimlich in seinem Haus und sprach: Hast du ein Wort von dem HERRN? Jeremia antwortete: Ja! und sprach: Du wirst in die Hand des Königs von Babel gegeben werden!
Auch sprach Jeremia zu dem König Zedekia: Was habe ich gegen dich, gegen deine Diener und gegen dieses Volk gesündigt, dass ihr mich ins Gefängnis gesetzt habt?
Wo sind eure Propheten, die euch geweissagt und gesagt haben: »Der König von Babel wird nicht über euch und über dieses Land kommen?«
Und nun, höre doch, mein Herr und König! Lass doch meine Bitte etwas vor dir gelten und schicke mich nicht wieder in das Haus Jonatans, des Schreibers zurück, damit ich nicht dort sterbe!
Da gab der König Zedekia Befehl, und man versetzte Jeremia in den Gefängnishof und gab ihm täglich einen Laib Brot aus der Bäckerstraße, bis alles Brot in der Stadt aufgegessen war. So blieb Jeremia im Gefängnishof.

Jeremia war also zwischenzeitlich frei, wurde dann aber einfach mal in einen äußerst unangenehmen Kerker geworfen, weil er falsch verdächtigt wurde, zu den Chaldäern überlaufen zu wollen. Das ist echt eine Schande. Der König Zedekia, welcher vorher schonmal Jeremia ins Gefängnis gesetzt hatte, holte ihn aber wenigstens von dort raus und setzte ihn in eine Zelle seines eigenen Hofes. Das ist zwar kein Grund zur Freude, weil Jeremia immernoch gefangen war, aber immerhin war es eine geringe Erleichterung.
Leider geschah aber bald darauf eine weitere schlimme Sache, denn wir lesen in Kapitel 38, Vers 1 bis 6:

Schephatja aber, der Sohn Mattans, und Gedalja, der Sohn Paschhurs, und Juchal, der Sohn Schelemjas, und Paschhur, der Sohn Malkijas, hörten die Worte, die Jeremia zu dem ganzen Volk redete, indem er sprach:
So spricht der HERR: Wer in dieser Stadt bleibt, der muss sterben durch Schwert, Hungersnot oder Pest; wer aber zu den Chaldäern hinausgeht, der soll am Leben bleiben; er wird seine Seele als Beute davontragen und leben!
So spricht der HERR: Diese Stadt wird ganz gewiss in die Hand des Heeres des Königs von Babel gegeben werden, und er wird sie einnehmen!
Da sprachen die Fürsten zum König: Dieser Mann muss endlich getötet werden; denn damit macht er nur die Hände der Kriegsleute schlaff, die in dieser Stadt noch übrig geblieben sind, und auch die Hände des ganzen Volkes, weil er solche Worte an sie richtet; denn dieser Mensch sucht nicht das Wohl, sondern das Unglück dieses Volkes!
Da antwortete der König Zedekia: Siehe, er ist in eurer Hand; denn der König vermag nichts gegen euch!
Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne des Königssohnes Malkija, die sich im Gefängnishof befand; und sie ließen ihn an Stricken hinunter. In der Zisterne aber war kein Wasser, sondern nur Schlamm; und Jeremia sank in den Schlamm.

Das ist ziemlich übel! Könnt ihr euch in euren Gedanken ausmalen, wie Jeremia sich gefühlt haben muss, als die Männer ihn in eine Grube voller Schlamm gesetzt haben, und ihn dort zum Sterben zurückließen? Jeremia war die ganze Zeit damit beschäftigt, die Wahrheit zu erzählen, und das war jetzt praktisch sein Lohn auf dieser Welt. Gott hatte aber versprochen, dass er mit Jeremia sein wird, daher war es selbstverständlich, dass jemand kommen würde, um Jeremia aus der Zisterne rauszuholen. Dementsprechend lesen wir Folgendes in Vers 7 bis 10:

Als aber Ebed-Melech, der Kuschit, ein Kämmerer im Palast des Königs, hörte, dass man Jeremia in die Zisterne geworfen hatte – der König saß gerade im Tor Benjamin,
da verließ Ebed-Melech den königlichen Palast und redete mit dem König und sprach:
Mein Herr und König, jene Männer haben unrecht getan in allem, was sie dem Propheten Jeremia zugefügt haben, indem sie ihn in die Zisterne geworfen haben. Er muss ja dort unten an Hunger sterben, denn es ist kein Brot mehr in der Stadt!
Da befahl der König dem Kuschiten Ebed-Melech: Nimm 30 Männer von hier mit dir und zieh den Propheten Jeremia aus der Zisterne, bevor er stirbt!

So ging also der Kämmerer des Palastes mit ein paar Leuten hin, um Jeremia zu retten, und Jeremia wurde wieder ins Gefängnis gebracht. Es ist übrigens auch ein interessantes Detail, dass Hungersnot in Jerusalem herrschte, welche sehr schlimm war, aber Jeremia bekam trotzdem etwas zu essen, so lange noch irgendwo etwas vorhanden war.
Und als Jerusalem dann tatsächlich von den Chaldäern eingenommen wurde, da wurde der Prophet Jeremia zwar zuerst weg geführt, aber er wurde von den Feinden freigelassen und durfte hingehen, wo er wollte, denn er war ein freier Mann.

Das soll hinsichtlich dem Leben von Jeremia für heute genug sein.
Wir merken anhand der Geschichte des Propheten Jeremia, dass es ein Prophet Gottes nicht gerade leicht hat auf dieser Welt, aber dass Gott immer einen Ausweg parat hat, um seine Knechte am Leben zu erhalten wenn er will, und dass die Situation niemals so schlimm wird, wie sie hätte werden können, wenn man Gott treu bleibt. Denn wir haben ja davon gelesen, dass das Volk Jeremia umbringen wollte, und dass er zum Sterben in eine Zisterne geworfen wurde, und doch, obwohl das hätte schlimm ausgehen können, kam er durch all diese schrecklichen Phasen hindurch und war ein freier Mann, als seine Schmäher in Gefängnissen im Land Chaldäa saßen.
Somit ist Jeremia ein gutes Beispiel für Standhaftigkeit und Treue, und auch wir sollten uns mal überlegen, wie wir wohl an seiner Stelle reagiert hätten.

Und mit diesem Gedanke endet das heutige Video.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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