Text zu: "Bibellehre - Die Befreiung Israels aus Ägypten"

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=U3XghNYdelU

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

In diesem Video werden wir uns eingehend mit der Befreiung des Volkes Israel aus seiner damaligen Knechtschaft in Ägypten beschäftigen. Wir werden uns entsprechende Bibeltexte durchlesen und ich werde ein paar wichtige Dinge dazu sagen.

Einige von euch haben vielleicht bemerkt, dass es auf diesem Kanal schon ein Video über Joseph gibt, den Sohn Jakobs, wo wir einen Großteil aus dessen Lebensgeschichte anschauen. Wer die Geschichte selbst aus der Bibel kennt oder das Video schon angeschaut hat, der weiß, dass Joseph über einen beschwerlichen Umweg zum Herrscher über ganz Ägypten wurde, und nur allein der Pharao galt als größer in dem Land. Und das Volk Israel durfte in eine bestimmte Gegend von Ägypten ziehen, nämlich in das Land Gosen, zu einer Zeit, als auf der ganzen Erde Hungersnot herrschte, nur in Ägypten nicht. Und so lange Joseph lebte und herrschte, ging es den Kindern Israels in Ägypten ziemlich gut. Als aber Joseph starb, da äußerte er vor seinen Leuten den Wunsch, im Land Kanaan begraben zu werden. Und zwar wollte er aus dem Grund dort begraben werden, dass die Kinder Israels zuerst im Land Kanaan gewohnt hatten, bevor die Hungersnot begonnen hatte, und alle Väter von Joseph waren in dem Land begraben, deswegen sollten auch seine Überreste dorthin gebracht werden. An dem Tag aber, als Joseph starb, war das unmöglich, da das Land Ägypten gegen das Land Kanaan Krieg führte, und Ägypten musste dabei einmal eine schwere Niederlage einstecken. Und weil die Kinder Israels immer zahlreicher wurden, während sich die Ägypter daran erinnerten, dass die Kinder Israels früher selbst auch im Land Kanaan gewohnt hatten, deswegen bekamen die Ägypter Angst. Denn sie glaubten, während sie mit Kanaan im Krieg waren, dass die Kinder Israels vielleicht anfangen könnten, sich auf die Seite von Kanaan zu schlagen, weil es ihre alte Heimat war. Und weil sie glaubten, das verhindern zu müssen, deswegen begannen sie nach dem Tod von Joseph, die Kinder Israels schlimm zu unterdrücken.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf beginnen wir jetzt zu lesen im zweiten Buch Mose. Es steht geschrieben in Kapitel 1, Vers 5 bis 22:

Und die ganze Nachkommenschaft Jakobs betrug damals 70 Seelen. Joseph aber war schon vorher in Ägypten.
Und Joseph starb und alle seine Brüder und jene ganze Generation.
Aber die Kinder Israels waren fruchtbar, regten und mehrten sich und wurden so zahlreich, dass das Land von ihnen voll wurde.
Da kam ein neuer König auf über Ägypten, der nichts von Joseph wusste.
Der sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Kinder Israels ist zahlreicher und stärker als wir.
Wohlan, lasst uns kluge Maßnahmen gegen sie ergreifen, dass sie nicht zu viele werden; sie könnten sonst, wenn sich ein Krieg erhebt, womöglich zu unseren Feinden übergehen und gegen uns kämpfen und aus dem Land ziehen!
Darum setzte man Sklaventreiber über sie, um sie durch Lasten zu bedrücken; und sie bauten dem Pharao die Vorratsstädte Pitom und Ramses.
Je mehr sie aber das Volk bedrückten, desto zahlreicher wurde es, und desto mehr breitete es sich aus, sodass ihnen vor den Kindern Israels graute.
Darum zwangen die Ägypter die Kinder Israels mit Gewalt zum Dienst,
und sie machten ihnen das Leben bitter mit harter Zwangsarbeit an Lehm und Ziegeln und mit allerlei Feldarbeit, lauter Arbeiten, zu denen man sie mit Gewalt zwang.
Und der König von Ägypten redete mit den hebräischen Hebammen, von denen die eine Schiphra, die andere Pua hieß,
und er sprach: Wenn ihr die Hebräerinnen entbindet, so seht auf der Stelle nach; wenn es ein Sohn ist, so tötet ihn, ist es aber eine Tochter, so lasst sie leben!
Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, was ihnen der König von Ägypten befohlen hatte, sondern sie ließen die Knaben leben.
Da ließ der König von Ägypten die Hebammen rufen und fragte sie: Warum tut ihr das, dass ihr die Knaben leben lasst?
Da antworteten die Hebammen dem Pharao: Nun, die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen; sie sind lebhafter; ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren!
Und Gott segnete die Hebammen; das Volk aber vermehrte sich und nahm gewaltig zu.
Und es geschah, weil die Hebammen Gott fürchteten, baute er ihnen Häuser.
Da gebot der Pharao seinem ganzen Volk und sprach: Werft alle Söhne, die ihnen geboren werden, in den Nil; aber alle Töchter lasst leben!

Bei diesem Text, den wir gerade gelesen haben, handelt es sich um eine enorm kurzgefasste Erzählung. Die Menschen von Israel hatten praktisch in Frieden und Freiheit im Land Gosen gewohnt, bis der neue Pharao an die Macht kam. Diesem wurde mulmig zumute, weil die Israeliten so zahlreich geworden waren, darum befahl er, man solle sie versklaven. Und es wurde so gemacht, und das dauerte sicherlich sehr viele Jahre. Aber in diesen Jahren vermehrten sich die Nachkommen von Israel noch stärker, und der Pharao bekam noch mehr Angst davor, dass diese sich erheben könnten. Und er wollte ihren Willen brechen, um sie gefügig zu machen, und er war der Meinung, dass einfacher Sklavendienst nicht mehr ausreicht. Bis dahin hatten die Israeliten arbeiten müssen, ohne dafür Geld zu bekommen, sondern nur Nahrung und sonstige unbedingt notwendige Verpflegung. Nachdem aber viele Jahre vergangen waren, erteilte der Pharao ihnen schwere Auflagen, und er ließ sie schlagen. Und auch diese Zustände dauerten mehrere Jahre an, wo die Kinder Israels von Tag zu Tag all das aushalten mussten und schweres Leid zu tragen hatten, wegen der äußerst unbarmherzigen Behandlung der Ägypter. Ebenso befahl der Pharao den Hebammen, dass die männlichen Nachkommen der Israeliten getötet werden müssen. Als aber die Hebammen es verweigerten, befahl er den Leuten seines eigenen Volkes, dass diese es tun sollen, und diese warfen die Neugeborenen zum Ertrinken in den Fluss.
Das ist sehr heftig. Und Israel ist Gottes auserwähltes Volk. Wir wissen zwar von Gott, dass er sehr, sehr viel Liebe in sich hat, aber gleichzeitig sollte uns bewusst sein, dass Gott immer sehr zornig wird, wenn er mit ansehen muss, wie herzlose, ekelerregende, oder sogar grausame Dinge passieren. Das macht ihn wirklich wütend. Auch von Widerspenstigkeit wird Gott wütend, also wenn er sich sinnlose und hochmütige Widerrede anhören muss, die auf dem kleingeistigen und kurzsichtigen Denken der Menschen beruht. Und Gott wird schon wütend genug, wenn er sieht, wie in fremden Völkern Unrecht geschieht, die er nicht für sich erwählt hat. Wenn aber jemand das Volk schändet, welches er sich zum Eigentum erwählt hat, noch dazu ohne einen gerechten Beweggrund, dann wird sein Zorn besonders heftig. Gott ist zwar dazu fähig, seinen Zorn zurückzuhalten, und das tut er auch sehr oft, aber als Gott gesehen hat, wie der Pharao befiehlt, dass die Nachkommen Israels im Fluss ertränkt werden sollen, und es wurde wirklich getan, da stand für Gott fest, dass der Pharao Ärger bekommen wird, uns sein Volk dazu. Und zwar nicht nur ein bisschen Ärger, sondern so richtig heftigen, überwältigenden Ärger. Und der Plan, den Gott entwickelte, um Ägypten für die üblen Gräueltaten zu bestrafen, aber sein auserwähltes Volk aus der unbarmherzigen Sklaverei zu befreien, begann damit, dass Gott einen Prophet erwecken wollte, welcher ihm dient.

Lasst uns nun mal schauen, was in Kapitel 2 steht! Denn zu der Zeit, als es der offizielle Befehl war, alle männlichen Kinder der Hebräer, also praktisch die Neugeburten des Volkes Israel sofort nach der Geburt im Wasser zu ertränken, da wurde jemand Besonderes geboren und vor dem Tod bewahrt. Wir lesen in den Versen 1 bis 10:

Und ein Mann aus dem Haus Levi ging hin und nahm eine Tochter Levis zur Frau.
Und die Frau wurde schwanger und gebar einen Sohn. Und als sie sah, dass er schön war, verbarg sie ihn drei Monate lang.
Als sie ihn aber nicht länger verbergen konnte, nahm sie ein Kästchen aus Schilfrohr und bestrich es mit Asphalt und Pech und legte das Kind hinein; und sie legte es in das Schilf am Ufer des Nils.
Aber seine Schwester stellte sich in einiger Entfernung auf, um zu erfahren, wie es ihm ergehen würde.
Da kam die Tochter des Pharao herab, um im Nil zu baden, und ihre Jungfrauen gingen an das Ufer des Nils; und als sie das Kästchen mitten im Schilf sah, sandte sie ihre Magd hin und ließ es holen.
Und als sie es öffnete, sah sie das Kind. Und siehe, es war ein weinendes Knäblein! Da erbarmte sie sich über es und sprach: Es ist eines der hebräischen Kinder!
Da sprach seine Schwester zu der Tochter des Pharao: Soll ich hingehen und eine hebräische Amme rufen, damit sie dir das Kindlein stillt?
Und die Tochter des Pharao sprach zu ihr: Geh hin! Da ging die Jungfrau hin und rief die Mutter des Kindes.
Da sprach die Tochter des Pharao zu ihr: Nimm das Kindlein mit und stille es mir; ich will dir deinen Lohn geben! Da nahm die Frau das Kind zu sich und stillte es.
Und als das Kind groß geworden war, da brachte sie es der Tochter des Pharao, und es wurde ihr Sohn, und sie gab ihm den Namen Moses. Denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.

Hier haben wir nun also die Geschichte der Geburt von Moses erfahren, aber nicht nur der Geburt allein. Die Tochter des Pharao wusste wie jeder andere auch, dass hebräische Neugeborene im Fluss ertränkt werden, wenn sie männlich sind. Als sie aber mit ihren Mägden allein am Fluss war und ein männliches neugeborenes Kind fand, das noch lebte, hatte sie Mitleid, und sie gab es der hebräischen Mutter, bis der Knabe keine Muttermilch mehr nötig hatte, und nahm ihn zu sich und erzog ihn als ihren Sohn. Demnach ist also Moses seine ganze Kindheit und seine ganze Jugend am Hof des Pharao gewesen. Und er war von der Tochter des Pharao erzogen worden. Aber wir werden gleich merken, dass er sich nicht nur seiner hebräischen Wurzeln bewusst war, sondern sich auch im Erwachsenenalter danach fragte, wie es wohl um die Menschen seines eigentlichen Volkes steht.

Folgendes lesen wir in den Versen 11 bis 14:

Es geschah aber zu der Zeit, als Moses erwachsen geworden war, da ging er hinaus zu seinen Brüdern und sah ihre Lasten; und er sah, dass ein Ägypter einen Hebräer schlug, einen seiner Brüder.
Da schaute er sich nach allen Seiten um, und als er sah, dass kein Mensch anwesend war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.
Am zweiten Tag ging er auch hinaus, und siehe, zwei hebräische Männer stritten miteinander, und er sprach zu dem Schuldigen: Warum schlägst du deinen Nächsten?
Er aber sprach: Wer hat dich zum Obersten und Richter über uns gesetzt? Willst du mich auch töten, wie du den Ägypter getötet hast? Da fürchtete sich Moses und sprach: Wahrlich, die Sache ist bekannt geworden!

Man mag nun vielleicht in Zweifel darüber geraten, inwiefern es gut oder nicht gut ist, dass Moses jemanden umgebracht hat. Er hat das ja getan, um einen Unschuldigen zu retten, aber es ist schon ein bisschen eigenartig, dass dies einfach so geschah und Gott scheinbar gar nichts dazu zu sagen hatte. Aber gefreut hat Gott sich vermutlich überhaupt nicht, sonst wäre die Sache wohl entweder verborgen geblieben oder wäre vor den Menschen zur Gerechtigkeit erklärt worden. Aber Stattdessen wurde sie innerhalb von 24 Stunden bekannt und brachte Moses in Schwierigkeiten, also hatte Gott offensichtlich kein Wohlgefallen an dem, was Moses getan hatte. Und als Moses merkte, dass es bekannt geworden war, floh er aus Ägypten. Dementsprechend lesen wir in den Versen 15 bis 25:

Und es kam vor den Pharao, und der trachtete danach, Moses umzubringen. Aber Moses floh vor dem Pharao und hielt sich im Land Midian auf. Und er setzte sich an einen Brunnen.
Aber der Priester in Midian hatte sieben Töchter; die kamen, um Wasser zu schöpfen, und füllten die Tränkrinnen, um die Schafe ihres Vaters zu tränken.
Da kamen Hirten und jagten sie fort. Aber Moses erhob sich und kam ihnen zu Hilfe und tränkte ihre Schafe.
Und als sie zu ihrem Vater Reguel kamen, sprach er: Warum seid ihr heute so bald wiedergekommen?
Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann hat uns aus der Hand der Hirten gerettet, und er schöpfte uns auch Wasser genug und tränkte die Schafe!
Er sprach zu seinen Töchtern: Und wo ist er? Warum habt ihr den Mann dort gelassen? Ruft ihn her, dass er mit uns Brot isst!
Und Moses willigte ein, bei dem Mann zu bleiben; und der gab Moses seine Tochter Zippora zur Frau.
Und sie gebar einen Sohn, dem gab er den Namen Gersom; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling geworden in einem fremden Land!
Aber viele Tage danach geschah es, dass der König von Ägypten starb. Und die Kinder Israels seufzten über ihre Knechtschaft und schrien. Und ihr Geschrei über ihre Knechtschaft kam vor Gott.
Und Gott erhörte ihr Wehklagen, und Gott gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob.
Und Gott sah auf die Kinder Israels, und Gott nahm sich ihrer an.

Auch bei diesem Text handelt es sich erneut um eine enorm kurzgefasste Erzählung. Der Text soll uns sagen, dass Moses aus Ägypten floh, ohne zu wissen, wo er jetzt überhaupt hin soll. Und er fand sich in einem Land namens Midian wieder und half dort den Töchtern eines Mannes namens Reguel, obwohl es völlig fremde Frauen waren. Der Mann Reguel war aber, wenn man es ganz genau nehmen will, nicht direkt ihr Vater, sondern eigentlich ihr Großvater, ihr Vater aber war ein Priester namens Jethro. Jedenfalls erzählten die Frauen ihrem Großvater von dem, was Moses für sie getan hatte, und der Großvater wollte Moses zum Essen einladen. Und Moses ging zu ihm und bekam beim Essen den Vorschlag, weil Moses ja nicht wusste, wo er überhaupt wohnen kann, dass er bei Reguel und dessen Familie bleiben darf, wenn er sich nützlich macht, indem er beim Versorgen der Schafe hilft. Und Moses willigte ein. So arbeitete Moses mehrere Jahre im Land Midian, indem er die Schafe von Reguel und dessen Sohn weidete und hütete. Während dieser ganzen Zeit aber mussten die Israeliten in Ägypten weiter leiden, weil sie versklavt waren und täglich geschlagen wurden. Und sie schrien auf zu Gott, bis Gott es nicht mehr aushielt und beschloss, seine geplante Rettungsaktion und seine Rache an Ägypten in die Wege zu leiten.

Womit das alles anfing, lesen wir in Kapitel 3. Dort steht Folgendes in den Versen 1 bis 3:

Moses aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian. Und er trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb.
Da erschien ihm der Engel des HERRN in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und als er hinsah, siehe, da brannte der Dornbusch im Feuer, und der Dornbusch wurde doch nicht verzehrt.
Da sprach Moses: Ich will doch hinzutreten und diese große Erscheinung ansehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt!

Hier war also Moses wie jeden Tag unterwegs, um ganz normal die Schafe zu hüten, aber als er an der Stelle vorbei kam, wo er vermutlich schon hunderte Male ohne besondere Erlebnisse vorbei gelaufen war, da stand der Dornenbusch plötzlich in Flammen. Das war gewiss ein erstaunlicher Anblick für Moses. Vor allem, da das Feuer dem Dornenbusch gar keinen Schaden zufügte. Und die meisten kommen wahrscheinlich von selbst darauf, dass es sich hier um eine Erscheinung handelt, die Gott benutzte, um mit Moses reden zu können. Dementsprechend lesen wir Folgendes in den Versen 4 bis 22:

Als aber der HERR sah, dass er hinzutrat, um zu schauen, rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch zu und sprach: Moses, Moses! Er antwortete: Hier bin ich!
Da sprach er: Tritt nicht näher heran! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliges Land!
Und er sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs! Da verbarg Moses sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten sehr wohl gesehen, und ich habe ihr Geschrei gehört über die, welche sie antreiben; ja, ich kenne ihre Schmerzen.
Und ich bin herabgekommen, um sie zu erretten aus der Hand der Ägypter und sie aus diesem Land zu führen in ein gutes und weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließt, an den Ort der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Pheresiter, Hewiter und Jebusiter.
Und nun siehe, das Geschrei der Kinder Israels ist vor mich gekommen, und ich habe auch ihre Bedrängnis gesehen, wie die Ägypter sie bedrücken.
So geh nun hin! Denn ich will dich zu dem Pharao senden, damit du mein Volk, die Kinder Israels, aus Ägypten führst!
Moses aber sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und dass ich die Kinder Israels aus Ägypten führen sollte?
Da sprach er: Ich will mit dir sein; und dies soll dir das Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du das Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr an diesem Berg Gott dienen!
Und Moses sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israels komme und zu ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mich fragen werden: Was ist sein Name? –was soll ich ihnen sagen?
Gott sprach zu Moses: »Ich bin, der ich bin!« Und er sprach: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: »Ich bin«, der hat mich zu euch gesandt.
Und weiter sprach Gott zu Moses: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: Der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt; das ist mein Name ewiglich, ja, das ist der Name, mit dem ihr an mich gedenken sollt von Geschlecht zu Geschlecht.
Geh hin und versammle die Ältesten von Israel und sprich zu ihnen: Der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, ist mir erschienen und hat gesagt: Ich habe genau achtgegeben auf euch und auf das, was euch in Ägypten geschehen ist,
und ich habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägyptens herausführen in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Pheresiter, Hewiter und Jebusiter, in das Land, in dem Milch und Honig fließt.
Und wenn sie auf dich hören, so sollst du und die Ältesten von Israel zum König von Ägypten hineingehen und zu ihm sagen: Der HERR, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet. So lass uns nun drei Tagereisen weit in die Wüste gehen, damit wir dem HERRN, unserem Gott, Opfer darbringen!
Aber ich weiß, dass euch der König von Ägypten nicht ziehen lassen wird, auch nicht durch eine starke Hand.
Aber ich werde meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit allen meinen Wundertaten, die ich in seiner Mitte tun will; danach wird er euch ziehen lassen.
Und ich will diesem Volk Gunst verschaffen bei den Ägyptern, sodass ihr nicht leer ausziehen müsst, wenn ihr auszieht;
sondern die Frau eines jeden von euch soll von ihrer Nachbarin und Hausgenossin silberne und goldene Geräte und Kleider fordern; die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern geben und Ägypten berauben.

Interessant ist hierbei, dass Moses ziemlich demütig reagiert hat, als er hörte, dass er Israel anführen soll. Genau solche Menschen sind es, die Gott braucht. Denn Gott braucht Menschen, die darauf vertrauen, dass er ihnen bei allem Wichtigen zur Seite steht, aber die sich nichts auf sich selber einbilden. Wenn Gott jemanden berufen wollen würde, und dieser Mensch würde sagen: „Ha! Ich wusste, dass Gott mich berufen würde! Ich bin ja schließlich der Beste, und ich kann alles!“
dann würde Gott sich die Sache vermutlich noch mal anders überlegen, weil der Mensch gar nicht genug Demut hat, um wirklich den Wille Gottes zu erkennen. Wer aber auf Gott vertraut und Demut bewahrt, mit dem kann Gott Wunder wirken, wie wir noch sehen werden.
Es ist aber auch bemerkenswert, obwohl Gott sein Volk komplett aus Ägypten rausführen will, dass Moses erstmal eine geringere Bitte stellen soll. Denn Moses soll darum bitten, dass die Israeliten in die Wüste dürfen, um dort ihr Zuchtvieh als Gaben für Gott dar zu bringen und hinterher zurückzukehren. Wahrscheinlich wollte Gott dadurch offenbar werden lassen, wie schlimm das Herz des Pharao verstockt ist. Denn die Bitte, Israel komplett gehen zu lassen, ist ziemlich groß. Im Vergleich dazu ist die Bitte, Israel mal kurz in die Wüste zu lassen, bis sie wieder zurück kommen, eher gering. Aber nichtmal diese geringe Bitte würde der Pharao erfüllen. Und man muss beachten, dass der Pharao die ganze Zeit freiwillig die Israeliten furchtbar behandelt hatte, wie auch seine Vorgänger und das ägyptische Volk es taten. Der Pharao hatte die ganze Zeit seinen freien Willen und hätte sich weigern können, dem schrecklichen Vorbild seiner Vorgänger zu folgen. Aber leider gefiel es ihm besser, Böses zu tun. Und nun ist sozusagen das Maß seiner Sünde voll, deswegen verliert er seine Freiheit, eigenständige Entscheidungen zu treffen.

Lasst uns aber mal schauen, wie die Unterhaltung zwischen Moses und Gott weiter verlief! Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 8 (Kapitel 4):

Und Moses antwortete und sprach: Aber siehe, sie werden mir nicht glauben und nicht auf mich hören, sondern sagen: Der HERR ist dir nicht erschienen!
Da sprach der HERR zu ihm: Was hast du in deiner Hand? Er antwortete: Einen Stab!
Da sprach er: Wirf ihn auf die Erde! Und er warf ihn auf die Erde; da wurde er zu einer Schlange. Und Moses floh vor ihr.
Aber der HERR sprach zu Moses: »Strecke deine Hand aus und ergreife sie beim Schwanz!« Da streckte er seine Hand aus und ergriff sie. Und sie wurde zum Stab in seiner Hand.
»Darum werden sie glauben, dass der HERR dir erschienen ist, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.«
Und der HERR sprach weiter zu ihm: »Stecke doch deine Hand in deinen Gewandbausch!« Da steckte er seine Hand in seinen Gewandbausch; und als er sie herauszog, siehe, da war seine Hand aussätzig wie Schnee.
Und er sprach: »Stecke deine Hand wieder in deinen Gewandbausch!« Und er steckte seine Hand wieder in seinen Gewandbausch; und als er sie aus seinem Gewandbausch herauszog, siehe, da war sie wieder geworden wie sein übriges Fleisch.
»Wenn sie dir nun nicht glauben und nicht auf die Botschaft des ersten Zeichens hören, so werden sie doch der Botschaft des zweiten Zeichens glauben.

Dieser Verlauf klingt für viele Menschen beim ersten Mal Lesen bestimmt eigenartig. Man könnte fragen: Was sind das denn für gruselige Zeichen? Und was hat das überhaupt zu bedeuten? Warum ist das geschehen?
Aus diesem Grund gehen wir mal etwas näher auf diese Verse ein.
An Vers 1 merken wir, dass Moses sehr besorgt darum war, die anderen Israeliten würden ihm nicht glauben, dass tatsächlich der echte lebendige Gott mit ihm geredet hat. Moses hatte Angst davor, angezweifelt und abgelehnt zu werden. Nun wollte Gott ihm Mut machen, indem er ihm zeigt, dass er Kraft wirken kann. Gott wollte zeigen, dass er außergewöhnliche Dinge wirken kann, und wenn die Israeliten den Worten von Moses allein nicht glauben würden, dann würde Gott vor den Augen der Kinder Israels Zeichen tun, um zu bestätigen, dass Moses tatsächlich von Gott gesandt ist und den Wille Gottes ausführt. Und Gott gab Moses eine kleine Kostprobe der Zeichen, die er wirken kann, wie wir an den Folgeversen merken. Und diese zwei Zeichen sind nicht mal eben einfach so ohne Zusammenhang geschehen, sondern es steht gleichzeitig eine tiefere Botschaft dahinter. Bei dem ersten Zeichen hat Gott den Stab von Moses in eine Schlange verwandelt und Moses sollte die Schlange in die Hand nehmen. Das soll Dominanz und Überlegenheit symbolisieren. Denn wir wissen, dass der Teufel wie eine Schlange ist, und wir wissen, dass die ganze Erde dem Teufel überlassen ist seit dem Sündenfall. Und es war damals für kluge Menschen sicherlich kein Geheimnis, dass dem Teufel die Erde gehört. Da aber der Teufel wie eine Schlange ist, hat Gott den Stab, den Moses ohne Probleme ergreifen und festhalten kann, zu einer Schlange gemacht und dann wieder zurück verwandelt. Damit wollte Gott ihm verdeutlichen, dass Moses Vollmacht über den Teufel hat, so lange er Gottes Wille tut und dass der Teufel praktisch durch seine Hand niedergedrückt werden kann.
Das zweite Zeichen aber hat etwas mit der Hoffnung auf die Auferstehung aus den Toten zu tun, die eines Tages passieren wird. Die Hand von Moses wurde deswegen bleich, weil der Körper von Menschen leichenblass wird, nachdem sie gestorben sind und begraben werden sollen. Dann aber lässt Gott die Hand wieder normal werden, gesund und lebendig, und in diesem Zustand kommt sie aus dem Gewand hervor. Das soll verdeutlichen, dass Gott die Toten zu neuem Leben auferwecken und aus dem Gräbern holen kann. Genau das wird Gott tun, wenn seiner Meinung nach der ideale Zeitpunkt dafür gekommen ist.
Und diese beiden Zeichen will Gott auch direkt vor den Kindern Israels wirken, also wie der Stab von Moses vor ihren Augen zu einer lebendigen Schlange wird, die aber von Moses überwältigt wird, und wie die Hand von Moses plötzlich bleich wird, danach aber wieder gesund. Durch derartige Zusicherungen sollte Moses schon ziemlich großen Mut bekommen, nicht wahr?
Um zu erfahren, wie das Gespräch weiter verlief, lesen wir nun die Verse 9 bis 14. Es steht geschrieben:

Wenn sie aber auch diesen beiden Zeichen nicht glauben und nicht auf deine Stimme hören, so nimm Wasser aus dem Nil und gieße es auf das trockene Land; so wird das Wasser, das du aus dem Nil genommen hast, auf dem trockenen Land zu Blut werden.«
Moses aber sprach zum HERRN: Ach mein Herr, ich bin kein Mann, der reden kann; ich bin es von jeher nicht gewesen, und bin es auch jetzt nicht, seitdem du mit deinem Knecht geredet hast; denn ich habe einen schwerfälligen Mund und eine schwere Zunge!
Da sprach der HERR zu ihm: »Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? Oder wer macht ihn stumm oder taub oder sehend oder blind? Bin ich es nicht, der HERR?
So geh nun hin: Ich will mit deinem Mund sein und dich lehren, was du sagen sollst!«
Da erwiderte Moses: Ach, Herr! Sende doch, wen du senden willst!
Da wurde der HERR sehr zornig über Moses und sprach: »Weiß ich denn nicht, dass dein Bruder Aaron, der Levit, gut reden kann? Und siehe, er zieht dir entgegen, und wenn er dich sieht, so wird er sich von Herzen freuen.

Zuerst merken wir, dass Gott sogar noch ein drittes Zeichen versprochen hat, nämlich dass das Wasser aus dem Fluss namens Nil auf dem Erdboden zu Blut werden soll, indem Gott es bewirkt. Durch dieses Zeichen würde er den Kindern Israels auch eine Botschaft übermitteln wollen. Und zwar ist es bekanntlich so, dass die Ägypter die männlichen Babys der Hebräer im Fluss ertränkt haben, und durch diese Gräueltaten haben sie Blutschuld auf sich geladen. Denn jeder Mensch, der einen unschuldigen Mensch tötet, lädt sich Blutschuld auf. Und weil die Neugeborenen im Nil ertränkt wurden, deswegen soll das Wasser des Nils zu Blut werden, und auf diese Weise kündigt Gott den Kindern Israels an, dass er die Blutschuld an Ägypten heimsuchen wird, weil diese die Neugeborenen im Fluss ertränkten.
Moses aber entwickelt Zweifel an sich selbst, weil er kein guter Redner ist. Da versucht Gott, ihm deutlich zu machen, dass es in seiner Macht liegt, auch den ungeschickten Rednern eine beeindruckende Redensart zu verleihen, denn Gott kann alles tun, ihm ist nichts unmöglich. Und das soll Moses erkennen. Aber Moses erkennt es nicht, sondern zweifelt immernoch. Darum wird Gott zornig, weil Moses die Allmacht Gottes nicht berücksichtigen will und kein Vertrauen hat, und weil Moses gar nicht erst ausgesandt werden will. Denn Demut ist zwar von sehr großer Wichtigkeit, aber man muss auch gleichzeitig Vertrauen auf Gott haben und ihm alles anvertrauen, wobei man Hilfe braucht. Dann wird alles gut. Wenn man aber demütig ist, ohne auf Gott zu vertrauen, dann macht man sich selbst zum Trottel. Denn man macht dann nicht nur sich selber klein, sondern man macht auch Gott klein, indem man nicht auf Gott vertraut. Und das ist überhaupt nicht in Ordnung. Gott ist schließlich der Erschaffer aller Dinge. Wie sollte diesem irgendwas unmöglich sein, wenn er es tun will?
Aber weil Gott Moses Mut machen will, verspricht er, dass der Bruder von Moses, nämlich Aaron, ihm zur Seite stehen wird, um vor der ganzen Volksmenge große Reden zu halten.

In den Versen 15 bis 17 lesen wir den letzten Teil der Unterhaltung zwischen Gott und Moses. Es steht geschrieben:

Du sollst zu ihm reden und ihm die Worte in den Mund legen; so will ich mit deinem Mund und mit seinem Mund sein und euch lehren, was ihr tun sollt.
Und er soll für dich zum Volk reden, und so wird er dein Mund sein, und du sollst für ihn an Gottes Stelle sein.
Und nimm diesen Stab in deine Hand, mit dem du die Zeichen tun sollst!«

Hier wird also das künftige System verdeutlicht, nämlich dass Aaron die großen Reden vor dem Volk halten muss, aber die Worte, die Aaron reden wird, hat Moses ihm vorher persönlich nahegelegt, und Moses selbst erhielt sie von Gott. Und der einzige Weg, wie Aaron die Worte Gottes erfahren sollte, würde darin bestehen, dass er Moses fragen muss, weil Gott nur mit Moses persönlich reden wollte. Wahrscheinlich war das deshalb so, auch wenn Moses kein perfekter Diener war, weil Moses die geringste Widerspenstigkeit im Herzen hatte und weil es keinen im Volk Israel gab, der vor Gott so aufmerksam und bereitwillig war wie Moses.

An dieser Stelle ist also die Unterhaltung zwischen Gott und Moses zu-ende, die an dem brennenden Dornenbusch geschah. Und Moses war immernoch mit dem Hüten und Weiden der Schafe beschäftigt, musste aber natürlich so bald wie möglich zu dem Mann gehen, bei dem er Unterschlupf gefunden hatte, um ihm zu sagen, dass er auf Gottes Befehl hin zurück nach Ägypten reisen muss.
Diesbezüglich steht geschrieben in den Versen 18 bis 23:

Da ging Moses hin und kam zurück zu Jethro, seinem Schwiegervater, und sprach zu ihm: Lass mich doch gehen und zu meinen Brüdern zurückkehren, die in Ägypten sind, und sehen, ob sie noch leben! Und Jethro sprach zu Moses: Geh hin in Frieden!
Und der HERR sprach zu Moses in Midian: Geh nach Ägypten zurück; denn die Leute sind alle tot, die nach deinem Leben trachteten!
So nahm Moses seine Frau und seine Söhne und ließ sie auf einem Esel reiten und zog wieder in das Land Ägypten. Moses nahm auch den Stab Gottes in seine Hand.
Und der HERR sprach zu Moses: Wenn du wieder nach Ägypten kommst, so achte darauf, dass du vor dem Pharao all die Wunder tust, die ich in deine Hand gegeben habe. Ich aber will sein Herz verstocken, dass er das Volk nicht ziehen lassen wird.
Und du sollst zum Pharao sagen: So spricht der HERR: »Israel ist mein erstgeborener Sohn;
darum sage ich dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient; wenn du dich aber weigern wirst, ihn ziehen zu lassen, siehe, so werde ich deinen eigenen erstgeborenen Sohn umbringen!«

An diesem Text merken wir, dass Moses ohne Diskussionen gehen durfte, als er Jethro bat. Das ist insofern besonders, dass Jethro ja auch hätte sagen können, Moses solle lieber bleiben und weiter die Schafe hüten, als Anerkennung dafür, dass er bei ihm Unterschlupf bekommen hatte. Aber Moses wurde in Frieden verabschiedet und reiste nun mit seiner eigenen Familie nach Ägypten zurück.
Wir sollten uns aber auch darüber bewusst sein, dass es ein bestimmtes Gebot bereits damals gegeben hatte. Nämlich das Gebot, dass alle Nachkommen von Abraham eine Beschneidung haben müssen. Der Sohn von Moses hatte aber noch keine. Und wir werden nun eine sehr schlampig formulierte Erzählung darüber lesen, was deswegen geschah. In den Versen 24 bis 26 stehen diese Worte:

Es geschah aber, als er unterwegs in der Herberge war, da trat ihm der HERR entgegen und wollte ihn töten.
Da nahm Zippora einen scharfen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und warf sie ihm vor die Füße und sprach: Fürwahr, du bist mir ein Blutbräutigam!
Da ließ Er von ihm ab. Sie sagte aber »Blutbräutigam« wegen der Beschneidung.

Dieser Text ist sehr schlampig formuliert, weil es mit Sicherheit nicht Gott war, der Moses töten wollte. Sondern das Wesen, welches Moses töten wollte, war ein Dämonenfürst namens Mastema. Dieser diente dem Satan direkt, und er war auch der jenige, der den Pharao dazu gereizt hatte, er solle doch die Kinder Israels versklaven und schlagen. Und der Pharao sowie seine Vorgänger taten das, anstatt sich zu weigern. Und nun wollte Mastema versuchen, Moses zu ermorden, sodass die Kinder Israels gar nicht erst aus Ägypten befreit werden, denn der Satan hatte wahrscheinlich Moses erfolgreich vor Gott verklagt, weil nicht alle männlichen Personen in der Familie von Moses eine Beschneidung hatten. Aber die Frau von Moses, nämlich Zippora, die wusste darüber Bescheid, dass Nachkommen von Abraham eine Beschneidung haben sollen. Und weil sie nichts Anderes zu tun wusste, verpasste sie ihrem Sohn eigenhändig eine Beschneidung, sodass das Anrecht des Dämons zerbrechen würde. Das ist bestimmt eine ganz schön schmerzhafte Angelegenheit gewesen, aber wenigstens hat es funktioniert.

In den restlichen Versen des Kapitels lesen wir Folgendes:

Und der HERR sprach zu Aaron: Geh hin, Moses entgegen in die Wüste! Da ging er hin und traf ihn am Berg Gottes und küsste ihn.
Und Moses verkündete Aaron alle Worte des HERRN, der ihn gesandt hatte, auch alle Zeichen, die er ihm befohlen hatte.
Da gingen Moses und Aaron hin und versammelten alle Ältesten der Kinder Israels.
Und Aaron redete alle Worte, die der HERR zu Moses gesprochen hatte; und er tat die Zeichen vor den Augen des Volkes.
Da glaubte das Volk. Und als sie hörten, dass der HERR sich der Kinder Israels angenommen und ihr Elend angesehen habe, da neigten sie sich und beteten an.

Gott hat also Aaron befohlen, dass dieser Moses entgegen gehen soll, und die beiden trafen sich und gingen zusammen nach Ägypten, in den Teil des Landes, wo das Volk Israel lebte und schuftete. Und sie verkündeten die Worte Gottes vor Israel. Es liest sich aber so, als wollten ihnen die Leute zuerst nicht glauben, und nur weil Moses die Zeichen wirken konnte, die Gott ihm gezeigt hatte, deswegen glaubten sie daran und begannen aufgrund ihrer spontanen Dankbarkeit damit, zu beten. Und sie gingen bestimmt fest davon aus, dass sie nun schnell und unkompliziert befreit werden.

Dass aber die Dinge nicht ganz so einfach sein würden, merken wir an dem nächsten Kapitel, wo Moses vor den Pharao tritt. Dieses Ereignis wird gar nicht genug betont. Der Pharao ist der mächtigste Mann in Ägypten, und er hielt sich mit Sicherheit in einem sehr prunkvollen Palast auf. Soweit ich weiß, wurde den Menschen damals sogar eingeredet, jeder Pharao wäre ein Halbgott. Und wie jeder andere König auch hatte der Pharao reichlich Bedienstete und Soldaten, die seinem Befehl unterlagen. Gleichzeitig waren die Ägypter sehr tief in Zauberei verstrickt, und sie hielten sich aufgrund dessen für überlegen und meinten, großartige Macht zu haben und die Wahrheit zu kennen. Und sie hatten ihre eigenen Götter erfunden, denen sie Opfer darbrachten. Einige dieser sogenannten Gottheiten waren aber nichts Anderes als große Frösche, oder seltsame Kreaturen, die so aussehen wie Insekten. Man hatte in Ägypten praktisch die ekelhaftesten Arten der Tiere zu Göttern gemacht und Statuen gemacht, die diesen Tieren ähnlich sahen. Und diese leblosen Gebilde von verhassten Tieren wurden angebetet und um Segen und Hilfe angefleht. Das ist einfach nur lächerlich. Aber sowas hätte man damals nicht in Ägypten sagen dürfen, sonst hätte man ziemlichen Ärger bekommen. Außerdem gab und gibt es in Ägypten noch eine ganze Menge andere erfundene Gottheiten, die Mischformen aus Mensch und Tier sind. Und in all diesem Durcheinander war Moses, stammend aus dem versklavten und verachteten Volk der Hebräer, also der Kinder Israels. Und dieser begab sich in den Palast und trat vor den mächtigsten Mann von Ägypten, während dessen Diener und Hauptleute direkt daneben standen, und begann damit, von einem Gott zu reden, den in Ägypten keiner kennt. Was meint ihr, was das bei den Ägyptern für einen Eindruck hinterließ?
Mit Sicherheit kam ihnen das wie ein schlechter Witz vor, denn sie hatten ja ihre ganzen Götzen, und sie hatten Zauberer, die selber auch Zeichen tun konnten, und dann kommt Moses daher, und er behauptet, einen Gott zu kennen, der stärker ist als alles, was die Menschen tun können. Damit hat sich Moses gewiss nicht sonderlich beliebt gemacht.

Wir lesen uns die Sache nun mal durch. In Kapitel 5 lesen wir folgende Worte:

Danach gingen Moses und Aaron hinein und sagten zu dem Pharao: So spricht der HERR, der Gott Israels: Lass mein Volk ziehen, damit es mir in der Wüste ein Fest hält!
Der Pharao antwortete: Wer ist der HERR, dass ich auf seine Stimme hören sollte, um Israel ziehen zu lassen? Ich kenne den HERRN nicht, und ich will Israel auch nicht ziehen lassen!
Und sie sprachen: Der Gott der Hebräer ist uns begegnet; wir wollen drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen und dem HERRN, unserem Gott, Opfer darbringen, damit er uns nicht mit der Pest oder mit dem Schwert schlägt!
Da sprach der König von Ägypten zu ihnen: Moses und Aaron, warum zieht ihr das Volk von ihren Pflichten ab? Geht hin an eure Lasten!
Weiter sprach der Pharao: Siehe, es ist schon zu viel Volk im Land; und ihr wollt sie noch von ihren Lasten ausruhen und feiern lassen?
Und der Pharao gab an demselben Tag den Treibern des Volkes und seinen Aufsehern Befehl und sprach:
Ihr sollt dem Volk kein Stroh mehr geben zum Ziegelstreichen wie gestern und vorgestern. Lasst sie selbst hingehen und sich Stroh zusammensuchen!
Ihr sollt ihnen aber dennoch die bestimmte Zahl Ziegel auferlegen, die sie gestern und vorgestern gemacht haben, und davon nichts nachlassen; denn sie sind faul. Darum schreien sie und sprechen: Wir wollen hingehen und unserem Gott Opfer darbringen!
Schwer soll die Arbeit auf den Leuten lasten, sodass sie damit zu schaffen haben und nicht auf trügerische Worte achten!
Da gingen die Treiber des Volkes und seine Aufseher hinaus, redeten mit dem Volk und sprachen: So spricht der Pharao: »Ich gebe euch kein Stroh mehr;
geht ihr selbst hin, holt euch Stroh, wo ihr es findet, aber von eurem Tagewerk wird euch nichts erlassen!«
Da zerstreute sich das Volk im ganzen Land Ägypten, um Stoppeln zu sammeln, damit sie gehacktes Stroh hätten.
Und die Treiber trieben sie an und sprachen: Erfüllt euer bestimmtes Tagewerk, wie zuvor, als ihr noch Stroh hattet!
Und die Aufseher der Kinder Israels, welche die Treiber des Pharao über sie gesetzt hatten, wurden geschlagen, und es wurde zu ihnen gesagt: Warum habt ihr weder heute noch gestern euer Maß an Ziegeln erfüllt wie zuvor?
Da gingen die Aufseher der Kinder Israels hinein und schrien zu dem Pharao und sprachen: Warum behandelst du deine Knechte so?
Man gibt deinen Knechten kein Stroh und spricht zu uns: Macht die Ziegel! Und siehe, deine Knechte werden geschlagen; dein Volk versündigt sich!
Er aber sprach: Ihr seid faul, faul seid ihr! Darum sprecht ihr: Wir wollen hingehen und dem HERRN Opfer darbringen!
So geht nun hin, arbeitet; Stroh soll man euch nicht geben, aber die bestimmte Anzahl Ziegel sollt ihr liefern!
Da sahen die Aufseher der Kinder Israels, dass es mit ihnen schlimm stand, weil man sagte: Ihr sollt nichts nachlassen von der Zahl der Ziegel, die ihr täglich zu liefern habt!
Und als sie von dem Pharao hinausgingen, trafen sie Moses und Aaron an, die dort standen und auf sie warteten.
Da sprachen sie zu ihnen: Der HERR sehe auf euch und richte es, dass ihr uns verhasst gemacht habt vor dem Pharao und seinen Knechten und ihnen das Schwert in die Hand gegeben habt, um uns zu töten!
Da wandte sich Moses an den HERRN und sprach: Herr, warum lässt du dein Volk so schlecht behandeln? Warum hast du mich hergesandt?
Denn seitdem ich hineingegangen bin zum Pharao, um in deinem Namen zu reden, hat er dieses Volk schlecht behandelt, und du hast dein Volk gar nicht errettet!

Wie wir sehen, hat der Pharao Moses überhaupt nicht ernst genommen, sondern sich empört und die Arbeitsbedingungen für die Menschen des Volkes Israel noch schlimmer gemacht, als sie vorher waren. Und Moses war erschrocken, denn er hatte vor Israel von einer Rettung geredet, aber ihre Lage wurde noch unerträglicher als vorher. Vielleicht hätte Moses dem Volk den genauen Plan Gottes erklären sollen, nämlich dass Gott über einen längeren Zeitraum Israel befreit, weil er seine Macht an den Ägyptern erweisen will. Denn das Volk meinte bestimmt, sie würden innerhalb der nächsten 24 Stunden herausgeholt werden, aber sowas hatte Gott nicht gesagt. Gott hatte gesagt, er führt sie heraus, aber er gab keine genauen Zeitangaben, wie lange es dauert.

Lasst uns mal schauen, wie Gott auf die Worte von Moses reagiert! Es steht geschrieben in Kapitel 6, Vers 1 bis 4:

Da sprach der HERR zu Moses: Nun sollst du sehen, was ich dem Pharao tun will! Denn durch eine starke Hand gezwungen wird er sie ziehen lassen, und durch eine starke Hand gezwungen wird er sie aus seinem Land treiben. Und Gott redete mit Moses und sprach zu ihm: Ich bin der HERR; ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als »Gott, der Allmächtige«; aber mit meinem Namen »HERR« habe ich mich ihnen nicht geoffenbart. Auch habe ich meinen Bund mit ihnen aufgerichtet, dass ich ihnen das Land Kanaan geben will, das Land ihrer Fremdlingschaft, in dem sie Fremdlinge gewesen sind.

Dieser Text ist in Vers 3 auch mal wieder verkorkst. Man hätte hier ruhig den Name Gottes hinschreiben können, aber stattdessen hat man das Wort HERR hingeklatscht, was gar kein Name ist, sondern eher ein Titel. Da kann man sich echt nur noch die Haare raufen. Aber naja ...
Wir lesen uns mal die restlichen Worte der Rede Gottes durch, um zu sehen, wie er Moses ermutigen will. Es steht geschrieben in Vers 5 bis 11:

Und ich habe auch das Seufzen der Kinder Israels gehört, weil die Ägypter sie zu Knechten machen, und habe an meinen Bund gedacht.
Darum sage den Kindern Israels: Ich bin der HERR, und ich will euch aus den Lasten Ägyptens herausführen und will euch aus ihrer Knechtschaft erretten und will euch erlösen durch einen ausgestreckten Arm und durch große Gerichte.
Und ich will euch als mein Volk annehmen und will euer Gott sein; und ihr sollt erkennen, dass ich, der HERR, euer Gott bin, der euch aus den Lasten Ägyptens herausführt.
Und ich will euch in das Land bringen, um dessentwillen ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, dass ich es Abraham, Isaak und Jakob gebe. Das will ich euch zum Besitz geben, ich, der HERR.
Und Moses sagte dies den Kindern Israels. Sie aber hörten nicht auf ihn vor Missmut und harter Arbeit.
Da redete der HERR mit Moses und sprach:
Geh hinein, sage dem Pharao, dem König von Ägypten, dass er die Kinder Israels aus seinem Land ziehen lassen soll!

Soweit sind wir schonmal, dass Moses erneut vor den Pharao treten soll, auch wenn der Pharao sich beim letzten mal ziemlich über Moses empört hatte. Die Unterhaltung zwischen Gott und Moses ist aber noch nicht zu-ende, deswegen lesen wir weiter ab Vers 28 und dringen vor bis zu Kapitel 7, Vers 2. Folgendes lesen wir:

Und es geschah an demselben Tag, an dem der HERR mit Moses im Land Ägypten redete,
da sprach der HERR zu Moses: Ich bin der HERR, rede zum Pharao, dem König von Ägypten, alles, was ich dir sage!
Und Moses antwortete vor dem HERRN: Siehe, ich habe unbeschnittene Lippen, wie sollte da der Pharao auf mich hören?
Und der HERR sprach zu Moses: Siehe, ich habe dich dem Pharao zum Gott gesetzt, und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein.
Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde, und dein Bruder Aaron soll es dem Pharao sagen, dass er die Kinder Israels aus seinem Land ziehen lassen soll.

Ich hoffe doch sehr, dass jetzt niemand so dumm ist, zu sagen: „Oh! Moses ist Gott! Es steht eindeutig da!“
Der entsprechende Vers hat lediglich mit der Autorität zu tun, die Moses bekommt. Gott gibt Moses Vollmacht über den Pharao und will verdeutlichen, dass der Pharao ihm nichts anhaben kann, und dass Moses sich vor nichts fürchten muss, denn Moses erhält so große Vollmacht über den Pharao und alle, die unter ihm stehen, dass es im übertragenen Sinne ist, als wäre Moses ein Gott über dem Pharao, aber eigentlich ist Moses nur ein Diener Gottes, der Befehle ausführt. Denn unser Vater im Himmel wird immer der einzig wahre Gott sein, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Aber er vergibt sehr erstaunliche Vollmacht an die jenigen, die seinen Willen erfüllen wollen, anstatt ihrem eigenen Ego zu folgen.

Jedenfalls lesen wir weiter in den Versen 3 bis 13:

Aber ich will das Herz des Pharao verhärten, damit ich meine Zeichen und Wunder im Land Ägypten zahlreich werden lasse.
Und der Pharao wird nicht auf euch hören, sodass ich meine Hand an Ägypten legen und mein Heer, mein Volk, die Kinder Israels, durch große Gerichte aus dem Land Ägypten führen werde.
Und die Ägypter sollen erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich meine Hand über Ägypten ausstrecke und die Kinder Israels herausführe aus ihrer Mitte.
Und Moses und Aaron handelten genau so; wie ihnen der HERR geboten hatte, genau so handelten sie.
Und Moses war 80 Jahre alt und Aaron 83 Jahre alt, als sie zu dem Pharao redeten.
Und der HERR redete zu Moses und Aaron und sprach:
Wenn der Pharao zu euch sagen wird: Tut ein Zeichen, um euch auszuweisen!, so sollst du zu Aaron sagen: Nimm deinen Stab und wirf ihn vor den Pharao hin! –dann wird er zur Schlange werden.
Da gingen Moses und Aaron zum Pharao und handelten genau so, wie der HERR es ihnen geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab vor den Pharao und vor seine Knechte hin, und er wurde zur Schlange.
Da rief der Pharao die Weisen und Zauberkundigen. Und auch die ägyptischen Zauberer taten dasselbe mit ihren Zauberkünsten.
Und jeder warf seinen Stab hin, und es wurden Schlangen daraus; aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe.
Doch das Herz des Pharao verstockte sich, und er hörte nicht auf sie, so wie der HERR es gesagt hatte.

In dem hier gelesenen Ereignis wurde also dem Pharao persönlich veranschaulicht, dass Moses und Aaron völlige Dominanz über die Schlange und die Schlangendiener haben, und dass somit wohl der Gott, den Moses kennt, mächtiger sein muss als alles, was die Ägypter kennen. Aber der Pharao ließ sich daran genügen, dass seine eigenen Zauberer des Landes ebenfalls fähig waren, Stäbe in Schlangen zu verwandeln. Deswegen meinte nämlich der Pharao, dies sei gar nichts Besonderes. Denn was seine eigenen Zauberer auch können, davor fürchtet er sich natürlich nicht.
Da nun der Pharao die Kinder Israels nicht aus Ägypten gehen lassen wollte, sondern sie weiter in unbarmherzigem Sklavendienst hielt, deswegen begann Gott, Ägypten mit Plagen zu schlagen, um ein Gericht zu vollziehen an Ägypten wegen all dem Bösen, das die Ägypter gegen die Israeliten getan hatten, und auch, um den widerspenstigen Ägyptern zu beweisen, dass er wirklich allmächtig ist. Ich will dieses Video nicht übertrieben in die Länge ziehen, daher versuche ich, die Sache abzukürzen.

Zuerst wurde von Gott befohlen, dass das Wasser in Ägypten zu Blut gemacht werden muss, angefangen bei dem Fluss namens Nil, bis hin zu allen anderen Gewässern in Ägypten. Dies hatte Gott entschieden, weil die Ägypter große Blutschuld auf sich selbst gebracht hatten, als sie die neugeborenen Knaben des Israelischen Volkes töteten. Und weil sie sich an dem Blut Unschuldiger Babys schuldig gemacht hatten, machte Gott ihr ganzes Wasser zu Blut, sodass sie Blut zu trinken bekamen. Und als Moses und Aaron mit dem Stab das Wasser des Nils geschlagen hatten, da wurde es tatsächlich zu Blut, und die Fische darin starben, und es begann übel zu stinken. Aber nicht nur das Wasser des Flusses wurde zu Blut, sondern auch das ganze restliche Wasser, egal wo es sich befand. Ob nun in Wasserbecken, oder in Kanälen oder Sümpfen, oder in hölzernen und steinernen Gefäßen: Sämtliches Wasser wurde zu Blut. Und die Ägypter ekelten sich sehr vor dem Gedanke, davon trinken zu müssen. Und dieser Zustand dauerte sieben Tage, erst danach wurde das Wasser wieder normal.
Der Pharao aber ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken.
Als nächstes brachte Gott verschiedene Arten Ungeziefer über das Land Ägypten. Das tat er deshalb, weil die Ägypter ihn verachteten, aber vor ihren leblosen Statuen, die wie Insekten aussahen, warfen sie sich anbetend nieder. Deshalb brachte Gott zuerst massenweise Frösche aus den Gewässern hervor, die das ganze Land bedeckten. Die Frösche waren nicht nur überall auf den Straßen in riesiger Menge, sondern auch in den Häusern der Leute, in ihren Schränken und Gefäßen, in ihren Betten, einfach überall.
Und der Pharao bat darum, dass die Plage aufhören solle. Als aber Moses Gott darum bat, es zu beenden, und Gott es schließlich beendete, da ließ der Pharao die Kinder Israels trotzdem nicht aus Ägypten raus. Deshalb ließ Gott als nächstes aus dem Staub der Erde Mücken entstehen, und es kamen große Schwärme über sämtliche Tiere und über die Menschen von Ägypten. Und es waren sogar die Zauberer von Ägypten unfähig, dieses Zeichen selbst auch zu tun, und sie wurden ratlos und gestanden ein, dass es sich um die Kraft eines enorm mächtigen Gottes handeln muss. Doch der Pharao war immernoch nicht beeindruckt.
Danach schickte Gott Hundsfliegen zu den Feldern und in die Häuser der Ägypter, und alles wurde von ihnen verseucht, aber die Kinder Israels blieben von den Hundsfliegen verschont.
Und der Pharao bat darum, dass die Plage aufhören möge, und als Gegenleistung wollte er erlauben, dass Israel ein Fest innerhalb von Ägypten feiern kann, das zu Ehren Gottes ist. Aber das war nicht das, was Gott verlangt hatte, sondern Gott befahl, dass das gesamte Israelische Volk aus Ägypten freigelassen werden soll. Nun erlaubte zuerst der Pharao, dass die Kinder Israels drei Tagereisen weit in die Wüste gehen dürfen, aber als Moses dann Gott darum bat, die Plage aufhören zu lassen, und sie hörte auf, da weigerte sich der Pharao schonwieder, die Menschen des Volkes Israel aus Ägypten rauszulassen.
Die weiteren Plagen, die noch kamen, dienten hauptsächlich dem Zweck, in aller Deutlichkeit aufzuzeigen, dass Gott Israel liebt und beschützt und jeden zu schlimmem Schaden kommen lässt, der Israel ein Unrecht tut. Denn die nächste Plage war eine Schlimme Seuche, die sich über alle Tiere der Ägypter erstreckte, aber die Tiere der Israeliten blieben gesund. Danach wurden die Ägypter mit Geschwüren geplagt, aber die Israeliten hatten gar keine Geschwüre. Selbstverständlich war das aber immernoch nicht genug, um den Pharao dazu zu bringen, dass er Israel ganz aus Ägypten freilässt. Deswegen warnte Gott davor, dass ein großer Hagel kommen wird über alle Teile Ägyptens, außer über den Teil, wo die Israeliten wohnten. Und die jenigen Ägypter, die es glaubten, versteckten ihre Knechte und ihr Vieh in den Häusern und Scheunen. Die aber, welche Gott nicht ernst nahmen, ließen ihre Tiere auf dem Feld, und die Knechte dazu. Dann kam der Hagel, und es fielen schwere und große Hagelkörner vom Himmel und zerstörten große Teile der Pflanzen auf den Feldern, und alle Tiere, die nicht in Sicherheit waren, wurden von dem Hagel erschlagen samt den Knechten. Und es geschah dauerhaft ein unheilvolles Donnern.
Da meinte der Pharao, er wolle nun die Kinder Israels freilassen, aber als Moses darum gebeten hatte, dass der Hagel aufhören soll, da brach der Pharao schonwieder sein Wort.
Danach wurde dem Pharao gedroht, wenn er nicht das Volk Israel aus Ägypten freilässt, dass ein riesiger Heuschreckenschwarm über das Land kommt, wie man es noch nie zuvor gesehen hat, und die Heuschrecken werden das Land so sehr bedecken, dass man den Erdboden nicht mehr sieht, auch in den Häusern der Leute werden sie sein, und in der Natur werden sie den ganzen Rest der Felder kahl fressen, der vom Hagel verschont blieb, und sie werden alle Bäume des Landes kahl fressen. Da sprach der Pharao, dass die Erwachsenen in die Wüste gehen sollen, um für Gott Opfer dar zu bringen, aber die Tiere und Kinder müssen in Ägypten bleiben. Da nun also der Pharao nicht das tat, was Gott befahl, kam auch der angekündigte Heuschreckenschwarm über die Ägypter. Und der Pharao bat darum, dass die Plage aufhören soll. Da betete Moses zu Gott, und Gott entfachte einen starken Wind, der alle Heuschrecken ins Rote Meer warf. Aber danach war der Pharao immernoch nicht willig, das ganze Volk Israel freizulassen. Deswegen ließ Gott eine völlige Finsternis über das Land kommen, die dauerte drei Tage lang, und nur in den Häusern der Kinder Israels gab es Licht, aber überall sonst in Ägypten war die Finsternis so dicht, dass man die eigene Hand vor Augen nicht sehen konnte.

Dies war die vorletzte Plage. Über die zehnte und somit letzte Plage werden wir uns aber noch ein bisschen was durchlesen. In Kapitel 11 lesen wir in Vers 1 bis 3:

Und der HERR sprach zu Moses: Ich will noch eine Plage über den Pharao und über Ägypten bringen; danach wird er euch fortziehen lassen; und wenn er euch ziehen lässt, so wird er euch sogar ganz und gar fortjagen.
So rede nun zu dem Volk, dass jeder Mann von seinem Nächsten und jede Frau von ihrer Nachbarin silberne und goldene Geräte fordern soll.
Und der HERR gab dem Volk Gunst bei den Ägyptern; auch war Moses ein sehr großer Mann im Land Ägypten in den Augen der Knechte des Pharao und in den Augen des Volkes.

Daran merken wir, dass die Ägypter eine gewisse Ehrfurcht vor Moses entwickelt hatten, weil ihnen so langsam auffiel, dass Moses einem sehr mächtigen Wesen dient. Ich bin mir aber nicht sicher, ob den Ägyptern klar war, dass es sich dabei zufällig um den einzig wahren Schöpfer aller Dinge handelt.
Jedenfalls hat Gott schon das zehnte Gericht angekündigt, und die Worte, die Gott deswegen für den Pharao gesprochen hat, lesen wir in den Versen 4 bis 7. Wir lesen Folgendes:

Und Moses sprach: So spricht der HERR: Um Mitternacht will ich mitten durch Ägypten gehen,
und alle Erstgeburt im Land Ägypten soll sterben – von dem Erstgeborenen des Pharao, der auf seinem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd, die hinter der Handmühle sitzt; auch alle Erstgeburt unter dem Vieh.
Und es wird ein großes Geschrei sein im ganzen Land Ägypten, wie es niemals gewesen ist, noch sein wird.
Aber bei allen Kindern Israels soll kein Hund die Zunge regen, weder gegen Menschen noch gegen das Vieh, damit ihr erkennt, dass der HERR einen Unterschied macht zwischen Ägypten und Israel.

Ich werde gleich noch etwas dazu sagen, aber vorher schauen wir uns den persönlichen Kommentar von Moses an. Denn in den Versen 4 bis 7 hat Moses die Worte geredet, die Gott befahl. Aber in Vers 8 spricht Moses Worte aus seinem eigenen Herzen, und in den letzten zwei Versen ist ein allgemeiner Kommentar. Es steht geschrieben:

Dann werden alle diese deine Knechte zu mir herabkommen und mir zu Füßen fallen und sagen: Ziehe aus, du und das ganze Volk hinter dir her! Danach werde ich ausziehen! –Und er ging vom Pharao hinweg mit grimmigem Zorn.
Der HERR aber hatte zu Moses gesagt: Der Pharao wird nicht auf euch hören, damit meine Wunder zahlreich werden im Land Ägypten.
So hatten Moses und Aaron alle diese Wunder vor dem Pharao getan; aber der HERR verstockte das Herz des Pharao, sodass er die Kinder Israels nicht aus seinem Land ziehen ließ.

So! Es mag vielleicht manchen Leuten komisch vorkommen, dass Gott umherläuft, bei Mitternacht, und scheinbar davon redet, dass er Leute umbringt, denn auf diese Weise ist der Text formuliert. Da könnte man meinen, Gott selbst sei böse und wäre ein grausamer Tyrann.
Ich möchte hier die Klarstellung äußern, dass Gott selbst nicht Leute ermordet, sondern dass es sich hierbei um eine spezielle Art von Strafgericht handelt, bei welchem auch unbedingt ein Vers im nächsten Kapitel beachtet werden muss, nämlich der Vers 23. Dort steht:

Denn der HERR wird umhergehen und die Ägypter schlagen. Und wenn er das Blut sehen wird an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten, so wird er, der HERR, an der Tür verschonend vorübergehen und den Verderber nicht in eure Häuser kommen lassen, um zu schlagen.

Durch diese Vers wird die Wahrheit wenigstens ein bisschen angedeutet, auch wenn sie nicht direkt daraus hervorgeht. Denn in diesem Vers ist von einem Verderber die Rede. Und dieser Verderber, der hier ganz nebenbei erwähnt wird, das ist der Dämonenfürst Mastema, von dem ich vorhin schonmal kurz erzählt habe. Denn auf den hatten sich die Ägypter verlassen, und sie hatten sich von ihm dazu reizen lassen, die Neugeborenen aus dem Volk Israel zu töten. Und das Strafgericht Gottes, weil die Ägypter Mastema gehorcht haben, obwohl sie das nie hätten tun dürfen, besteht nun darin, dass Mastema durch Ägypten gehen und alle erstgeborenen Ägypter töten muss. Und nur die jenigen, die ein Rettungszeichen am Haus haben, sollen verschont werden.
Es gibt aber einen Grund dafür, warum Gott die Sache persönlich überwachen wird, nämlich: Er will sichergehen, dass Mastema nicht etwa in ein Haus mit einem Schutzzeichen hinein geht und die Leute umbringt, die er gar nicht umbringen darf. Denn es sollen nur die Erstgeburten der Menschen umgebracht werden, die dumm genug waren, sich von Mastema herum befehligen zu lassen. Und es ist schade, das dieses hochgradig wichtige Detail nicht aus dem zweiten Buch Mose hervorgeht, sondern nur aus einem anderen Buch, indem das erste Buch Mose und ein Teil vom zweiten Buch Mose zusammengefasst sind (Das Buch der Jubiläen), während dieses Buch aber nicht in der Bibel drin ist.

Das besondere Rettungszeichen aber, von dem ich gerade geredet habe, das wird in Kapitel 12 beschrieben. Wir lesen Folgendes in den Versen 1 bis 7:

Und der HERR redete zu Moses und Aaron im Land Ägypten und sprach:
Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein, er soll für euch der erste Monat des Jahres sein.
Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprecht: Am zehnten Tag dieses Monats nehme sich jeder Hausvater ein Lamm, ein Lamm für jedes Haus;
wenn aber das Haus zu klein ist für ein Lamm, so nehme er es gemeinsam mit seinem Nachbarn, der am nächsten bei seinem Haus wohnt, nach der Zahl der Seelen; dabei sollt ihr die Anzahl für das Lamm berechnen, je nachdem jeder zu essen vermag.
Dieses Lamm aber soll makellos sein, männlich und einjährig. Von den Schafen oder Ziegen sollt ihr es nehmen,
und ihr sollt es aufbewahren bis zum vierzehnten Tag dieses Monats. Und die ganze Versammlung der Gemeinde Israels soll es zur Abendzeit schächten.
Und sie sollen von dem Blut nehmen und damit beide Türpfosten und die Oberschwellen der Häuser bestreichen, in denen sie essen.

Hier lesen wir also davon, dass die Israeliten für die Nacht des letzten Strafgerichts das Blut eines makellosen, männlichen, einjährigen Lammes an die Oberschwellen und Türposten schmieren sollten. Und durch dieses Zeichen ging der Verderber an dem Haus vorüber und durfte keinen Schaden anrichten. Besonders bedeutend wird diese Stelle dadurch, dass bekanntlich Jesus als das Lamm Gottes bezeichnet wird. Und zwar nicht nur im Evangelium des Johannes und als Andeutung im Buch des Propheten Jesaja, sondern auch in der Offenbarung. Und Jesus war männlich. Und interessanterweise redet die Schrift davon, dass es ein Gnadenjahr des HERRN gibt. Versteht ihr? Ein ganzes Jahr lang soll praktisch die Schöpfung das Heil Gottes sehen, und beim Auszug von Ägypten brauchten die Israeliten ein einjähriges Lamm. Das passt verdächtig gut zusammen. Könnte man daraus schließen, dass Jesus nur ein einziges Jahr aktiv war, und dann, als wieder die Zeit des Passahfestes kam, wurde er gefangen genommen und gekreuzigt? Das halte ich für durchaus möglich.
Und auf die gleiche Weise, wie Israel vor seiner Befreiung aus Ägypten ein makelloses Lamm schlachten musste, um durch dessen Blut als beschütztes Volk Gottes zu gelten, so musste auch Jesus, der makellos war, den Tod schmecken durch die Misshandlung und das Sterben am Kreuz, während aber die Kraft und Güte Gottes dadurch offenbar wurde, dass Jesus aus den Toten auferstehen konnte.
Die Geschichte über die Kreuzigung, wie schlimm es war, und die Berichte über die Auferstehung Jesu, haben wir uns ja bereits im letzten Teil der Serie angeschaut, wo das Leben von Jesus näher beleuchtet wird. Ich habe den Link zu diesem Teil der Serie in die Textbox gepackt, falls ihr euch dieses Video nochmal ansehen wollt.

Gott hatte aber an Israel auch den Befehl erteilt, dass jedes Jahr das Passahfest gefeiert werden soll, um daran zu gedenken, wie Gott dafür sorgte, dass die Kinder Israels nicht sterben würden, sondern nur die Erstgeburten der Ägypter, weil diese die unschuldigen Kinder haufenweise ermordet hatten. Allerdings werden wir uns das jetzt nicht noch mit anschauen, sondern das Passahfest wird im Rahmen eines anderen Videos Thema sein. Euch ist sicher klar, dass die Ägypter ziemlich in Panik geraten sind, als dann tatsächlich alle erstgeborenen Tiere und Menschen von Ägypten starben. Das war eine echt heftige Nacht. Und danach ließen sie Israel aus Ägypten gehen und gaben ihnen auch sehr viele wertvolle Gegenstände mit auf die Reise.

Und da wir das nun alles durchgegangen sind, endet das heutige Video.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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