Text zu: "Bibellehre - Die Befreiung Israels aus Ägypten"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=U3XghNYdelU
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
In diesem Video
werden wir uns eingehend mit der Befreiung des Volkes Israel aus
seiner damaligen Knechtschaft in Ägypten beschäftigen. Wir werden
uns entsprechende Bibeltexte durchlesen und ich werde ein paar
wichtige Dinge dazu sagen.
Einige von euch
haben vielleicht bemerkt, dass es auf diesem Kanal schon ein Video
über Joseph gibt, den Sohn Jakobs, wo wir einen Großteil aus dessen
Lebensgeschichte anschauen. Wer die Geschichte selbst aus der Bibel
kennt oder das Video schon angeschaut hat, der weiß, dass Joseph
über einen beschwerlichen Umweg zum Herrscher über ganz Ägypten
wurde, und nur allein der Pharao galt als größer in dem Land. Und
das Volk Israel durfte in eine bestimmte Gegend von Ägypten ziehen,
nämlich in das Land Gosen, zu einer Zeit, als auf der ganzen Erde
Hungersnot herrschte, nur in Ägypten nicht. Und so lange Joseph
lebte und herrschte, ging es den Kindern Israels in Ägypten ziemlich
gut. Als aber Joseph starb, da äußerte er vor seinen Leuten den
Wunsch, im Land Kanaan begraben zu werden. Und zwar wollte er aus dem
Grund dort begraben werden, dass die Kinder Israels zuerst im Land
Kanaan gewohnt hatten, bevor die Hungersnot begonnen hatte, und alle
Väter von Joseph waren in dem Land begraben, deswegen sollten auch
seine Überreste dorthin gebracht werden. An dem Tag aber, als Joseph
starb, war das unmöglich, da das Land Ägypten gegen das Land Kanaan
Krieg führte, und Ägypten musste dabei einmal eine schwere
Niederlage einstecken. Und weil die Kinder Israels immer zahlreicher
wurden, während sich die Ägypter daran erinnerten, dass die Kinder
Israels früher selbst auch im Land Kanaan gewohnt hatten, deswegen
bekamen die Ägypter Angst. Denn sie glaubten, während sie mit
Kanaan im Krieg waren, dass die Kinder Israels vielleicht anfangen
könnten, sich auf die Seite von Kanaan zu schlagen, weil es ihre
alte Heimat war. Und weil sie glaubten, das verhindern zu müssen,
deswegen begannen sie nach dem Tod von Joseph, die Kinder Israels
schlimm zu unterdrücken.
Mit diesem Wissen im
Hinterkopf beginnen wir jetzt zu lesen im zweiten Buch Mose. Es steht
geschrieben in Kapitel 1, Vers 5 bis 22:
Und die ganze
Nachkommenschaft Jakobs betrug damals 70 Seelen. Joseph aber war
schon vorher in Ägypten.
Und Joseph starb und
alle seine Brüder und jene ganze Generation.
Aber die Kinder
Israels waren fruchtbar, regten und mehrten sich und wurden so
zahlreich, dass das Land von ihnen voll wurde.
Da kam ein neuer
König auf über Ägypten, der nichts von Joseph wusste.
Der sprach zu seinem
Volk: Siehe, das Volk der Kinder Israels ist zahlreicher und stärker
als wir.
Wohlan, lasst uns
kluge Maßnahmen gegen sie ergreifen, dass sie nicht zu viele werden;
sie könnten sonst, wenn sich ein Krieg erhebt, womöglich zu unseren
Feinden übergehen und gegen uns kämpfen und aus dem Land ziehen!
Darum setzte man
Sklaventreiber über sie, um sie durch Lasten zu bedrücken; und sie
bauten dem Pharao die Vorratsstädte Pitom und Ramses.
Je mehr sie aber das
Volk bedrückten, desto zahlreicher wurde es, und desto mehr breitete
es sich aus, sodass ihnen vor den Kindern Israels graute.
Darum zwangen die
Ägypter die Kinder Israels mit Gewalt zum Dienst,
und sie machten
ihnen das Leben bitter mit harter Zwangsarbeit an Lehm und Ziegeln
und mit allerlei Feldarbeit, lauter Arbeiten, zu denen man sie mit
Gewalt zwang.
Und der König von
Ägypten redete mit den hebräischen Hebammen, von denen die eine
Schiphra, die andere Pua hieß,
und er sprach: Wenn
ihr die Hebräerinnen entbindet, so seht auf der Stelle nach; wenn es
ein Sohn ist, so tötet ihn, ist es aber eine Tochter, so lasst sie
leben!
Aber die Hebammen
fürchteten Gott und taten nicht, was ihnen der König von Ägypten
befohlen hatte, sondern sie ließen die Knaben leben.
Da ließ der König
von Ägypten die Hebammen rufen und fragte sie: Warum tut ihr das,
dass ihr die Knaben leben lasst?
Da antworteten die
Hebammen dem Pharao: Nun, die hebräischen Frauen sind nicht wie die
ägyptischen; sie sind lebhafter; ehe die Hebamme zu ihnen kommt,
haben sie geboren!
Und Gott segnete die
Hebammen; das Volk aber vermehrte sich und nahm gewaltig zu.
Und es geschah, weil
die Hebammen Gott fürchteten, baute er ihnen Häuser.
Da gebot der Pharao
seinem ganzen Volk und sprach: Werft alle Söhne, die ihnen geboren
werden, in den Nil; aber alle Töchter lasst leben!
Bei diesem Text, den
wir gerade gelesen haben, handelt es sich um eine enorm kurzgefasste
Erzählung. Die Menschen von Israel hatten praktisch in Frieden und
Freiheit im Land Gosen gewohnt, bis der neue Pharao an die Macht kam.
Diesem wurde mulmig zumute, weil die Israeliten so zahlreich geworden
waren, darum befahl er, man solle sie versklaven. Und es wurde so
gemacht, und das dauerte sicherlich sehr viele Jahre. Aber in diesen
Jahren vermehrten sich die Nachkommen von Israel noch stärker, und
der Pharao bekam noch mehr Angst davor, dass diese sich erheben
könnten. Und er wollte ihren Willen brechen, um sie gefügig zu
machen, und er war der Meinung, dass einfacher Sklavendienst nicht
mehr ausreicht. Bis dahin hatten die Israeliten arbeiten müssen,
ohne dafür Geld zu bekommen, sondern nur Nahrung und sonstige
unbedingt notwendige Verpflegung. Nachdem aber viele Jahre vergangen
waren, erteilte der Pharao ihnen schwere Auflagen, und er ließ sie
schlagen. Und auch diese Zustände dauerten mehrere Jahre an, wo die
Kinder Israels von Tag zu Tag all das aushalten mussten und schweres
Leid zu tragen hatten, wegen der äußerst unbarmherzigen Behandlung
der Ägypter. Ebenso befahl der Pharao den Hebammen, dass die
männlichen Nachkommen der Israeliten getötet werden müssen. Als
aber die Hebammen es verweigerten, befahl er den Leuten seines
eigenen Volkes, dass diese es tun sollen, und diese warfen die
Neugeborenen zum Ertrinken in den Fluss.
Das ist sehr heftig.
Und Israel ist Gottes auserwähltes Volk. Wir wissen zwar von Gott,
dass er sehr, sehr viel Liebe in sich hat, aber gleichzeitig sollte
uns bewusst sein, dass Gott immer sehr zornig wird, wenn er mit
ansehen muss, wie herzlose, ekelerregende, oder sogar grausame Dinge
passieren. Das macht ihn wirklich wütend. Auch von Widerspenstigkeit
wird Gott wütend, also wenn er sich sinnlose und hochmütige
Widerrede anhören muss, die auf dem kleingeistigen und kurzsichtigen
Denken der Menschen beruht. Und Gott wird schon wütend genug, wenn
er sieht, wie in fremden Völkern Unrecht geschieht, die er nicht für
sich erwählt hat. Wenn aber jemand das Volk schändet, welches er
sich zum Eigentum erwählt hat, noch dazu ohne einen gerechten
Beweggrund, dann wird sein Zorn besonders heftig. Gott ist zwar dazu
fähig, seinen Zorn zurückzuhalten, und das tut er auch sehr oft,
aber als Gott gesehen hat, wie der Pharao befiehlt, dass die
Nachkommen Israels im Fluss ertränkt werden sollen, und es wurde
wirklich getan, da stand für Gott fest, dass der Pharao Ärger
bekommen wird, uns sein Volk dazu. Und zwar nicht nur ein bisschen
Ärger, sondern so richtig heftigen, überwältigenden Ärger. Und
der Plan, den Gott entwickelte, um Ägypten für die üblen
Gräueltaten zu bestrafen, aber sein auserwähltes Volk aus der
unbarmherzigen Sklaverei zu befreien, begann damit, dass Gott einen
Prophet erwecken wollte, welcher ihm dient.
Lasst uns nun mal
schauen, was in Kapitel 2 steht! Denn zu der Zeit, als es der
offizielle Befehl war, alle männlichen Kinder der Hebräer, also
praktisch die Neugeburten des Volkes Israel sofort nach der Geburt im
Wasser zu ertränken, da wurde jemand Besonderes geboren und vor dem
Tod bewahrt. Wir lesen in den Versen 1 bis 10:
Und ein Mann aus dem
Haus Levi ging hin und nahm eine Tochter Levis zur Frau.
Und die Frau wurde
schwanger und gebar einen Sohn. Und als sie sah, dass er schön war,
verbarg sie ihn drei Monate lang.
Als sie ihn aber
nicht länger verbergen konnte, nahm sie ein Kästchen aus Schilfrohr
und bestrich es mit Asphalt und Pech und legte das Kind hinein; und
sie legte es in das Schilf am Ufer des Nils.
Aber seine Schwester
stellte sich in einiger Entfernung auf, um zu erfahren, wie es ihm
ergehen würde.
Da kam die Tochter
des Pharao herab, um im Nil zu baden, und ihre Jungfrauen gingen an
das Ufer des Nils; und als sie das Kästchen mitten im Schilf sah,
sandte sie ihre Magd hin und ließ es holen.
Und als sie es
öffnete, sah sie das Kind. Und siehe, es war ein weinendes Knäblein!
Da erbarmte sie sich über es und sprach: Es ist eines der
hebräischen Kinder!
Da sprach seine
Schwester zu der Tochter des Pharao: Soll ich hingehen und eine
hebräische Amme rufen, damit sie dir das Kindlein stillt?
Und die Tochter des
Pharao sprach zu ihr: Geh hin! Da ging die Jungfrau hin und rief die
Mutter des Kindes.
Da sprach die
Tochter des Pharao zu ihr: Nimm das Kindlein mit und stille es mir;
ich will dir deinen Lohn geben! Da nahm die Frau das Kind zu sich und
stillte es.
Und als das Kind
groß geworden war, da brachte sie es der Tochter des Pharao, und es
wurde ihr Sohn, und sie gab ihm den Namen Moses. Denn sie sprach: Ich
habe ihn aus dem Wasser gezogen.
Hier haben wir nun
also die Geschichte der Geburt von Moses erfahren, aber nicht nur der
Geburt allein. Die Tochter des Pharao wusste wie jeder andere auch,
dass hebräische Neugeborene im Fluss ertränkt werden, wenn sie
männlich sind. Als sie aber mit ihren Mägden allein am Fluss war
und ein männliches neugeborenes Kind fand, das noch lebte, hatte sie
Mitleid, und sie gab es der hebräischen Mutter, bis der Knabe keine
Muttermilch mehr nötig hatte, und nahm ihn zu sich und erzog ihn als
ihren Sohn. Demnach ist also Moses seine ganze Kindheit und seine
ganze Jugend am Hof des Pharao gewesen. Und er war von der Tochter
des Pharao erzogen worden. Aber wir werden gleich merken, dass er
sich nicht nur seiner hebräischen Wurzeln bewusst war, sondern sich
auch im Erwachsenenalter danach fragte, wie es wohl um die Menschen
seines eigentlichen Volkes steht.
Folgendes lesen wir
in den Versen 11 bis 14:
Es geschah aber zu
der Zeit, als Moses erwachsen geworden war, da ging er hinaus zu
seinen Brüdern und sah ihre Lasten; und er sah, dass ein Ägypter
einen Hebräer schlug, einen seiner Brüder.
Da schaute er sich
nach allen Seiten um, und als er sah, dass kein Mensch anwesend war,
erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.
Am zweiten Tag ging
er auch hinaus, und siehe, zwei hebräische Männer stritten
miteinander, und er sprach zu dem Schuldigen: Warum schlägst du
deinen Nächsten?
Er aber sprach: Wer
hat dich zum Obersten und Richter über uns gesetzt? Willst du mich
auch töten, wie du den Ägypter getötet hast? Da fürchtete sich
Moses und sprach: Wahrlich, die Sache ist bekannt geworden!
Man mag nun
vielleicht in Zweifel darüber geraten, inwiefern es gut oder nicht
gut ist, dass Moses jemanden umgebracht hat. Er hat das ja getan, um
einen Unschuldigen zu retten, aber es ist schon ein bisschen
eigenartig, dass dies einfach so geschah und Gott scheinbar gar
nichts dazu zu sagen hatte. Aber gefreut hat Gott sich vermutlich
überhaupt nicht, sonst wäre die Sache wohl entweder verborgen
geblieben oder wäre vor den Menschen zur Gerechtigkeit erklärt
worden. Aber Stattdessen wurde sie innerhalb von 24 Stunden bekannt
und brachte Moses in Schwierigkeiten, also hatte Gott offensichtlich
kein Wohlgefallen an dem, was Moses getan hatte. Und als Moses
merkte, dass es bekannt geworden war, floh er aus Ägypten.
Dementsprechend lesen wir in den Versen 15 bis 25:
Und es kam vor den
Pharao, und der trachtete danach, Moses umzubringen. Aber Moses floh
vor dem Pharao und hielt sich im Land Midian auf. Und er setzte sich
an einen Brunnen.
Aber der Priester in
Midian hatte sieben Töchter; die kamen, um Wasser zu schöpfen, und
füllten die Tränkrinnen, um die Schafe ihres Vaters zu tränken.
Da kamen Hirten und
jagten sie fort. Aber Moses erhob sich und kam ihnen zu Hilfe und
tränkte ihre Schafe.
Und als sie zu ihrem
Vater Reguel kamen, sprach er: Warum seid ihr heute so bald
wiedergekommen?
Sie sprachen: Ein
ägyptischer Mann hat uns aus der Hand der Hirten gerettet, und er
schöpfte uns auch Wasser genug und tränkte die Schafe!
Er sprach zu seinen
Töchtern: Und wo ist er? Warum habt ihr den Mann dort gelassen? Ruft
ihn her, dass er mit uns Brot isst!
Und Moses willigte
ein, bei dem Mann zu bleiben; und der gab Moses seine Tochter Zippora
zur Frau.
Und sie gebar einen
Sohn, dem gab er den Namen Gersom; denn er sprach: Ich bin ein
Fremdling geworden in einem fremden Land!
Aber viele Tage
danach geschah es, dass der König von Ägypten starb. Und die Kinder
Israels seufzten über ihre Knechtschaft und schrien. Und ihr
Geschrei über ihre Knechtschaft kam vor Gott.
Und Gott erhörte
ihr Wehklagen, und Gott gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak
und Jakob.
Und Gott sah auf die
Kinder Israels, und Gott nahm sich ihrer an.
Auch bei diesem Text
handelt es sich erneut um eine enorm kurzgefasste Erzählung. Der
Text soll uns sagen, dass Moses aus Ägypten floh, ohne zu wissen, wo
er jetzt überhaupt hin soll. Und er fand sich in einem Land namens
Midian wieder und half dort den Töchtern eines Mannes namens Reguel,
obwohl es völlig fremde Frauen waren. Der Mann Reguel war aber, wenn
man es ganz genau nehmen will, nicht direkt ihr Vater, sondern
eigentlich ihr Großvater, ihr Vater aber war ein Priester namens
Jethro. Jedenfalls erzählten die Frauen ihrem Großvater von dem,
was Moses für sie getan hatte, und der Großvater wollte Moses zum
Essen einladen. Und Moses ging zu ihm und bekam beim Essen den
Vorschlag, weil Moses ja nicht wusste, wo er überhaupt wohnen kann,
dass er bei Reguel und dessen Familie bleiben darf, wenn er sich
nützlich macht, indem er beim Versorgen der Schafe hilft. Und Moses
willigte ein. So arbeitete Moses mehrere Jahre im Land Midian, indem
er die Schafe von Reguel und dessen Sohn weidete und hütete. Während
dieser ganzen Zeit aber mussten die Israeliten in Ägypten weiter
leiden, weil sie versklavt waren und täglich geschlagen wurden. Und
sie schrien auf zu Gott, bis Gott es nicht mehr aushielt und
beschloss, seine geplante Rettungsaktion und seine Rache an Ägypten
in die Wege zu leiten.
Womit das alles
anfing, lesen wir in Kapitel 3. Dort steht Folgendes in den Versen 1
bis 3:
Moses aber hütete
die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian.
Und er trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Berg
Gottes, den Horeb.
Da erschien ihm der
Engel des HERRN in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und
als er hinsah, siehe, da brannte der Dornbusch im Feuer, und der
Dornbusch wurde doch nicht verzehrt.
Da sprach Moses: Ich
will doch hinzutreten und diese große Erscheinung ansehen, warum der
Dornbusch nicht verbrennt!
Hier war also Moses
wie jeden Tag unterwegs, um ganz normal die Schafe zu hüten, aber
als er an der Stelle vorbei kam, wo er vermutlich schon hunderte Male
ohne besondere Erlebnisse vorbei gelaufen war, da stand der
Dornenbusch plötzlich in Flammen. Das war gewiss ein erstaunlicher
Anblick für Moses. Vor allem, da das Feuer dem Dornenbusch gar
keinen Schaden zufügte. Und die meisten kommen wahrscheinlich von
selbst darauf, dass es sich hier um eine Erscheinung handelt, die
Gott benutzte, um mit Moses reden zu können. Dementsprechend lesen
wir Folgendes in den Versen 4 bis 22:
Als aber der HERR
sah, dass er hinzutrat, um zu schauen, rief ihm Gott mitten aus dem
Dornbusch zu und sprach: Moses, Moses! Er antwortete: Hier bin ich!
Da sprach er: Tritt
nicht näher heran! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn
der Ort, wo du stehst, ist heiliges Land!
Und er sprach: Ich
bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und
der Gott Jakobs! Da verbarg Moses sein Angesicht; denn er fürchtete
sich, Gott anzuschauen.
Und der HERR sprach:
Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten sehr wohl gesehen, und
ich habe ihr Geschrei gehört über die, welche sie antreiben; ja,
ich kenne ihre Schmerzen.
Und ich bin
herabgekommen, um sie zu erretten aus der Hand der Ägypter und sie
aus diesem Land zu führen in ein gutes und weites Land, in ein Land,
in dem Milch und Honig fließt, an den Ort der Kanaaniter, Hetiter,
Amoriter, Pheresiter, Hewiter und Jebusiter.
Und nun siehe, das
Geschrei der Kinder Israels ist vor mich gekommen, und ich habe auch
ihre Bedrängnis gesehen, wie die Ägypter sie bedrücken.
So geh nun hin! Denn
ich will dich zu dem Pharao senden, damit du mein Volk, die Kinder
Israels, aus Ägypten führst!
Moses aber sprach zu
Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und dass ich die Kinder
Israels aus Ägypten führen sollte?
Da sprach er: Ich
will mit dir sein; und dies soll dir das Zeichen sein, dass ich dich
gesandt habe: Wenn du das Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr
an diesem Berg Gott dienen!
Und Moses sprach zu
Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israels komme und zu ihnen sage:
Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mich fragen
werden: Was ist sein Name? –was soll ich ihnen sagen?
Gott sprach zu
Moses: »Ich bin, der ich bin!« Und er sprach: So sollst du zu den
Kindern Israels sagen: »Ich bin«, der hat mich zu euch gesandt.
Und weiter sprach
Gott zu Moses: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: Der HERR,
der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der
Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt; das ist mein Name ewiglich,
ja, das ist der Name, mit dem ihr an mich gedenken sollt von
Geschlecht zu Geschlecht.
Geh hin und
versammle die Ältesten von Israel und sprich zu ihnen: Der HERR, der
Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, ist mir
erschienen und hat gesagt: Ich habe genau achtgegeben auf euch und
auf das, was euch in Ägypten geschehen ist,
und ich habe gesagt:
Ich will euch aus dem Elend Ägyptens herausführen in das Land der
Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Pheresiter, Hewiter und Jebusiter, in
das Land, in dem Milch und Honig fließt.
Und wenn sie auf
dich hören, so sollst du und die Ältesten von Israel zum König von
Ägypten hineingehen und zu ihm sagen: Der HERR, der Gott der
Hebräer, ist uns begegnet. So lass uns nun drei Tagereisen weit in
die Wüste gehen, damit wir dem HERRN, unserem Gott, Opfer
darbringen!
Aber ich weiß, dass
euch der König von Ägypten nicht ziehen lassen wird, auch nicht
durch eine starke Hand.
Aber ich werde meine
Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit allen meinen Wundertaten,
die ich in seiner Mitte tun will; danach wird er euch ziehen lassen.
Und ich will diesem
Volk Gunst verschaffen bei den Ägyptern, sodass ihr nicht leer
ausziehen müsst, wenn ihr auszieht;
sondern die Frau
eines jeden von euch soll von ihrer Nachbarin und Hausgenossin
silberne und goldene Geräte und Kleider fordern; die sollt ihr euren
Söhnen und Töchtern geben und Ägypten berauben.
Interessant ist
hierbei, dass Moses ziemlich demütig reagiert hat, als er hörte,
dass er Israel anführen soll. Genau solche Menschen sind es, die
Gott braucht. Denn Gott braucht Menschen, die darauf vertrauen, dass
er ihnen bei allem Wichtigen zur Seite steht, aber die sich nichts
auf sich selber einbilden. Wenn Gott jemanden berufen wollen würde,
und dieser Mensch würde sagen: „Ha! Ich wusste, dass Gott mich
berufen würde! Ich bin ja schließlich der Beste, und ich kann
alles!“
dann würde Gott
sich die Sache vermutlich noch mal anders überlegen, weil der Mensch
gar nicht genug Demut hat, um wirklich den Wille Gottes zu erkennen.
Wer aber auf Gott vertraut und Demut bewahrt, mit dem kann Gott
Wunder wirken, wie wir noch sehen werden.
Es ist aber auch
bemerkenswert, obwohl Gott sein Volk komplett aus Ägypten rausführen
will, dass Moses erstmal eine geringere Bitte stellen soll. Denn
Moses soll darum bitten, dass die Israeliten in die Wüste dürfen,
um dort ihr Zuchtvieh als Gaben für Gott dar zu bringen und
hinterher zurückzukehren. Wahrscheinlich wollte Gott dadurch
offenbar werden lassen, wie schlimm das Herz des Pharao verstockt
ist. Denn die Bitte, Israel komplett gehen zu lassen, ist ziemlich
groß. Im Vergleich dazu ist die Bitte, Israel mal kurz in die Wüste
zu lassen, bis sie wieder zurück kommen, eher gering. Aber nichtmal
diese geringe Bitte würde der Pharao erfüllen. Und man muss
beachten, dass der Pharao die ganze Zeit freiwillig die Israeliten
furchtbar behandelt hatte, wie auch seine Vorgänger und das
ägyptische Volk es taten. Der Pharao hatte die ganze Zeit seinen
freien Willen und hätte sich weigern können, dem schrecklichen
Vorbild seiner Vorgänger zu folgen. Aber leider gefiel es ihm
besser, Böses zu tun. Und nun ist sozusagen das Maß seiner Sünde
voll, deswegen verliert er seine Freiheit, eigenständige
Entscheidungen zu treffen.
Lasst uns aber mal
schauen, wie die Unterhaltung zwischen Moses und Gott weiter verlief!
Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 8 (Kapitel 4):
Und Moses antwortete
und sprach: Aber siehe, sie werden mir nicht glauben und nicht auf
mich hören, sondern sagen: Der HERR ist dir nicht erschienen!
Da sprach der HERR
zu ihm: Was hast du in deiner Hand? Er antwortete: Einen Stab!
Da sprach er: Wirf
ihn auf die Erde! Und er warf ihn auf die Erde; da wurde er zu einer
Schlange. Und Moses floh vor ihr.
Aber der HERR sprach
zu Moses: »Strecke deine Hand aus und ergreife sie beim Schwanz!«
Da streckte er seine Hand aus und ergriff sie. Und sie wurde zum Stab
in seiner Hand.
»Darum werden sie
glauben, dass der HERR dir erschienen ist, der Gott ihrer Väter, der
Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.«
Und der HERR sprach
weiter zu ihm: »Stecke doch deine Hand in deinen Gewandbausch!« Da
steckte er seine Hand in seinen Gewandbausch; und als er sie
herauszog, siehe, da war seine Hand aussätzig wie Schnee.
Und er sprach:
»Stecke deine Hand wieder in deinen Gewandbausch!« Und er steckte
seine Hand wieder in seinen Gewandbausch; und als er sie aus seinem
Gewandbausch herauszog, siehe, da war sie wieder geworden wie sein
übriges Fleisch.
»Wenn sie dir nun
nicht glauben und nicht auf die Botschaft des ersten Zeichens hören,
so werden sie doch der Botschaft des zweiten Zeichens glauben.
Dieser Verlauf
klingt für viele Menschen beim ersten Mal Lesen bestimmt eigenartig.
Man könnte fragen: Was sind das denn für gruselige Zeichen? Und was
hat das überhaupt zu bedeuten? Warum ist das geschehen?
Aus diesem Grund
gehen wir mal etwas näher auf diese Verse ein.
An Vers 1 merken
wir, dass Moses sehr besorgt darum war, die anderen Israeliten würden
ihm nicht glauben, dass tatsächlich der echte lebendige Gott mit ihm
geredet hat. Moses hatte Angst davor, angezweifelt und abgelehnt zu
werden. Nun wollte Gott ihm Mut machen, indem er ihm zeigt, dass er
Kraft wirken kann. Gott wollte zeigen, dass er außergewöhnliche
Dinge wirken kann, und wenn die Israeliten den Worten von Moses
allein nicht glauben würden, dann würde Gott vor den Augen der
Kinder Israels Zeichen tun, um zu bestätigen, dass Moses tatsächlich
von Gott gesandt ist und den Wille Gottes ausführt. Und Gott gab
Moses eine kleine Kostprobe der Zeichen, die er wirken kann, wie wir
an den Folgeversen merken. Und diese zwei Zeichen sind nicht mal eben
einfach so ohne Zusammenhang geschehen, sondern es steht gleichzeitig
eine tiefere Botschaft dahinter. Bei dem ersten Zeichen hat Gott den
Stab von Moses in eine Schlange verwandelt und Moses sollte die
Schlange in die Hand nehmen. Das soll Dominanz und Überlegenheit
symbolisieren. Denn wir wissen, dass der Teufel wie eine Schlange
ist, und wir wissen, dass die ganze Erde dem Teufel überlassen ist
seit dem Sündenfall. Und es war damals für kluge Menschen
sicherlich kein Geheimnis, dass dem Teufel die Erde gehört. Da aber
der Teufel wie eine Schlange ist, hat Gott den Stab, den Moses ohne
Probleme ergreifen und festhalten kann, zu einer Schlange gemacht und
dann wieder zurück verwandelt. Damit wollte Gott ihm verdeutlichen,
dass Moses Vollmacht über den Teufel hat, so lange er Gottes Wille
tut und dass der Teufel praktisch durch seine Hand niedergedrückt
werden kann.
Das zweite Zeichen
aber hat etwas mit der Hoffnung auf die Auferstehung aus den Toten zu
tun, die eines Tages passieren wird. Die Hand von Moses wurde
deswegen bleich, weil der Körper von Menschen leichenblass wird,
nachdem sie gestorben sind und begraben werden sollen. Dann aber
lässt Gott die Hand wieder normal werden, gesund und lebendig, und
in diesem Zustand kommt sie aus dem Gewand hervor. Das soll
verdeutlichen, dass Gott die Toten zu neuem Leben auferwecken und aus
dem Gräbern holen kann. Genau das wird Gott tun, wenn seiner Meinung
nach der ideale Zeitpunkt dafür gekommen ist.
Und diese beiden
Zeichen will Gott auch direkt vor den Kindern Israels wirken, also
wie der Stab von Moses vor ihren Augen zu einer lebendigen Schlange
wird, die aber von Moses überwältigt wird, und wie die Hand von
Moses plötzlich bleich wird, danach aber wieder gesund. Durch
derartige Zusicherungen sollte Moses schon ziemlich großen Mut
bekommen, nicht wahr?
Um zu erfahren, wie
das Gespräch weiter verlief, lesen wir nun die Verse 9 bis 14. Es
steht geschrieben:
Wenn sie aber auch
diesen beiden Zeichen nicht glauben und nicht auf deine Stimme hören,
so nimm Wasser aus dem Nil und gieße es auf das trockene Land; so
wird das Wasser, das du aus dem Nil genommen hast, auf dem trockenen
Land zu Blut werden.«
Moses aber sprach
zum HERRN: Ach mein Herr, ich bin kein Mann, der reden kann; ich bin
es von jeher nicht gewesen, und bin es auch jetzt nicht, seitdem du
mit deinem Knecht geredet hast; denn ich habe einen schwerfälligen
Mund und eine schwere Zunge!
Da sprach der HERR
zu ihm: »Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? Oder wer macht ihn
stumm oder taub oder sehend oder blind? Bin ich es nicht, der HERR?
So geh nun hin: Ich
will mit deinem Mund sein und dich lehren, was du sagen sollst!«
Da erwiderte Moses:
Ach, Herr! Sende doch, wen du senden willst!
Da wurde der HERR
sehr zornig über Moses und sprach: »Weiß ich denn nicht, dass dein
Bruder Aaron, der Levit, gut reden kann? Und siehe, er zieht dir
entgegen, und wenn er dich sieht, so wird er sich von Herzen freuen.
Zuerst merken wir,
dass Gott sogar noch ein drittes Zeichen versprochen hat, nämlich
dass das Wasser aus dem Fluss namens Nil auf dem Erdboden zu Blut
werden soll, indem Gott es bewirkt. Durch dieses Zeichen würde er
den Kindern Israels auch eine Botschaft übermitteln wollen. Und
zwar ist es bekanntlich so, dass die Ägypter die männlichen Babys
der Hebräer im Fluss ertränkt haben, und durch diese Gräueltaten
haben sie Blutschuld auf sich geladen. Denn jeder Mensch, der einen
unschuldigen Mensch tötet, lädt sich Blutschuld auf. Und weil die
Neugeborenen im Nil ertränkt wurden, deswegen soll das Wasser des
Nils zu Blut werden, und auf diese Weise kündigt Gott den Kindern
Israels an, dass er die Blutschuld an Ägypten heimsuchen wird, weil
diese die Neugeborenen im Fluss ertränkten.
Moses aber
entwickelt Zweifel an sich selbst, weil er kein guter Redner ist. Da
versucht Gott, ihm deutlich zu machen, dass es in seiner Macht liegt,
auch den ungeschickten Rednern eine beeindruckende Redensart zu
verleihen, denn Gott kann alles tun, ihm ist nichts unmöglich. Und
das soll Moses erkennen. Aber Moses erkennt es nicht, sondern
zweifelt immernoch. Darum wird Gott zornig, weil Moses die Allmacht
Gottes nicht berücksichtigen will und kein Vertrauen hat, und weil
Moses gar nicht erst ausgesandt werden will. Denn Demut ist zwar von
sehr großer Wichtigkeit, aber man muss auch gleichzeitig Vertrauen
auf Gott haben und ihm alles anvertrauen, wobei man Hilfe braucht.
Dann wird alles gut. Wenn man aber demütig ist, ohne auf Gott zu
vertrauen, dann macht man sich selbst zum Trottel. Denn man macht
dann nicht nur sich selber klein, sondern man macht auch Gott klein,
indem man nicht auf Gott vertraut. Und das ist überhaupt nicht in
Ordnung. Gott ist schließlich der Erschaffer aller Dinge. Wie sollte
diesem irgendwas unmöglich sein, wenn er es tun will?
Aber weil Gott Moses
Mut machen will, verspricht er, dass der Bruder von Moses, nämlich
Aaron, ihm zur Seite stehen wird, um vor der ganzen Volksmenge große
Reden zu halten.
In den Versen 15 bis
17 lesen wir den letzten Teil der Unterhaltung zwischen Gott und
Moses. Es steht geschrieben:
Du sollst zu ihm
reden und ihm die Worte in den Mund legen; so will ich mit deinem
Mund und mit seinem Mund sein und euch lehren, was ihr tun sollt.
Und er soll für
dich zum Volk reden, und so wird er dein Mund sein, und du sollst für
ihn an Gottes Stelle sein.
Und nimm diesen Stab
in deine Hand, mit dem du die Zeichen tun sollst!«
Hier wird also das
künftige System verdeutlicht, nämlich dass Aaron die großen Reden
vor dem Volk halten muss, aber die Worte, die Aaron reden wird, hat
Moses ihm vorher persönlich nahegelegt, und Moses selbst erhielt sie
von Gott. Und der einzige Weg, wie Aaron die Worte Gottes erfahren
sollte, würde darin bestehen, dass er Moses fragen muss, weil Gott
nur mit Moses persönlich reden wollte. Wahrscheinlich war das
deshalb so, auch wenn Moses kein perfekter Diener war, weil Moses die
geringste Widerspenstigkeit im Herzen hatte und weil es keinen im
Volk Israel gab, der vor Gott so aufmerksam und bereitwillig war wie
Moses.
An dieser Stelle ist
also die Unterhaltung zwischen Gott und Moses zu-ende, die an dem
brennenden Dornenbusch geschah. Und Moses war immernoch mit dem Hüten
und Weiden der Schafe beschäftigt, musste aber natürlich so bald
wie möglich zu dem Mann gehen, bei dem er Unterschlupf gefunden
hatte, um ihm zu sagen, dass er auf Gottes Befehl hin zurück nach
Ägypten reisen muss.
Diesbezüglich steht
geschrieben in den Versen 18 bis 23:
Da ging Moses hin
und kam zurück zu Jethro, seinem Schwiegervater, und sprach zu ihm:
Lass mich doch gehen und zu meinen Brüdern zurückkehren, die in
Ägypten sind, und sehen, ob sie noch leben! Und Jethro sprach zu
Moses: Geh hin in Frieden!
Und der HERR sprach
zu Moses in Midian: Geh nach Ägypten zurück; denn die Leute sind
alle tot, die nach deinem Leben trachteten!
So nahm Moses seine
Frau und seine Söhne und ließ sie auf einem Esel reiten und zog
wieder in das Land Ägypten. Moses nahm auch den Stab Gottes in seine
Hand.
Und der HERR sprach
zu Moses: Wenn du wieder nach Ägypten kommst, so achte darauf, dass
du vor dem Pharao all die Wunder tust, die ich in deine Hand gegeben
habe. Ich aber will sein Herz verstocken, dass er das Volk nicht
ziehen lassen wird.
Und du sollst zum
Pharao sagen: So spricht der HERR: »Israel ist mein erstgeborener
Sohn;
darum sage ich dir:
Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient; wenn du dich aber
weigern wirst, ihn ziehen zu lassen, siehe, so werde ich deinen
eigenen erstgeborenen Sohn umbringen!«
An diesem Text
merken wir, dass Moses ohne Diskussionen gehen durfte, als er Jethro
bat. Das ist insofern besonders, dass Jethro ja auch hätte sagen
können, Moses solle lieber bleiben und weiter die Schafe hüten, als
Anerkennung dafür, dass er bei ihm Unterschlupf bekommen hatte. Aber
Moses wurde in Frieden verabschiedet und reiste nun mit seiner
eigenen Familie nach Ägypten zurück.
Wir sollten uns aber
auch darüber bewusst sein, dass es ein bestimmtes Gebot bereits
damals gegeben hatte. Nämlich das Gebot, dass alle Nachkommen von
Abraham eine Beschneidung haben müssen. Der Sohn von Moses hatte
aber noch keine. Und wir werden nun eine sehr schlampig formulierte
Erzählung darüber lesen, was deswegen geschah. In den Versen 24 bis
26 stehen diese Worte:
Es geschah aber, als
er unterwegs in der Herberge war, da trat ihm der HERR entgegen und
wollte ihn töten.
Da nahm Zippora
einen scharfen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und warf
sie ihm vor die Füße und sprach: Fürwahr, du bist mir ein
Blutbräutigam!
Da ließ Er von ihm
ab. Sie sagte aber »Blutbräutigam« wegen der Beschneidung.
Dieser Text ist sehr
schlampig formuliert, weil es mit Sicherheit nicht Gott war, der
Moses töten wollte. Sondern das Wesen, welches Moses töten wollte,
war ein Dämonenfürst namens Mastema. Dieser diente dem Satan
direkt, und er war auch der jenige, der den Pharao dazu gereizt
hatte, er solle doch die Kinder Israels versklaven und schlagen. Und
der Pharao sowie seine Vorgänger taten das, anstatt sich zu weigern.
Und nun wollte Mastema versuchen, Moses zu ermorden, sodass die
Kinder Israels gar nicht erst aus Ägypten befreit werden, denn der
Satan hatte wahrscheinlich Moses erfolgreich vor Gott verklagt, weil
nicht alle männlichen Personen in der Familie von Moses eine
Beschneidung hatten. Aber die Frau von Moses, nämlich Zippora, die
wusste darüber Bescheid, dass Nachkommen von Abraham eine
Beschneidung haben sollen. Und weil sie nichts Anderes zu tun wusste,
verpasste sie ihrem Sohn eigenhändig eine Beschneidung, sodass das
Anrecht des Dämons zerbrechen würde. Das ist bestimmt eine ganz
schön schmerzhafte Angelegenheit gewesen, aber wenigstens hat es
funktioniert.
In den restlichen
Versen des Kapitels lesen wir Folgendes:
Und der HERR sprach
zu Aaron: Geh hin, Moses entgegen in die Wüste! Da ging er hin und
traf ihn am Berg Gottes und küsste ihn.
Und Moses verkündete
Aaron alle Worte des HERRN, der ihn gesandt hatte, auch alle Zeichen,
die er ihm befohlen hatte.
Da gingen Moses und
Aaron hin und versammelten alle Ältesten der Kinder Israels.
Und Aaron redete
alle Worte, die der HERR zu Moses gesprochen hatte; und er tat die
Zeichen vor den Augen des Volkes.
Da glaubte das Volk.
Und als sie hörten, dass der HERR sich der Kinder Israels angenommen
und ihr Elend angesehen habe, da neigten sie sich und beteten an.
Gott hat also Aaron
befohlen, dass dieser Moses entgegen gehen soll, und die beiden
trafen sich und gingen zusammen nach Ägypten, in den Teil des
Landes, wo das Volk Israel lebte und schuftete. Und sie verkündeten
die Worte Gottes vor Israel. Es liest sich aber so, als wollten ihnen
die Leute zuerst nicht glauben, und nur weil Moses die Zeichen wirken
konnte, die Gott ihm gezeigt hatte, deswegen glaubten sie daran und
begannen aufgrund ihrer spontanen Dankbarkeit damit, zu beten. Und
sie gingen bestimmt fest davon aus, dass sie nun schnell und
unkompliziert befreit werden.
Dass aber die Dinge
nicht ganz so einfach sein würden, merken wir an dem nächsten
Kapitel, wo Moses vor den Pharao tritt. Dieses Ereignis wird gar
nicht genug betont. Der Pharao ist der mächtigste Mann in Ägypten,
und er hielt sich mit Sicherheit in einem sehr prunkvollen Palast
auf. Soweit ich weiß, wurde den Menschen damals sogar eingeredet,
jeder Pharao wäre ein Halbgott. Und wie jeder andere König auch
hatte der Pharao reichlich Bedienstete und Soldaten, die seinem
Befehl unterlagen. Gleichzeitig waren die Ägypter sehr tief in
Zauberei verstrickt, und sie hielten sich aufgrund dessen für
überlegen und meinten, großartige Macht zu haben und die Wahrheit
zu kennen. Und sie hatten ihre eigenen Götter erfunden, denen sie
Opfer darbrachten. Einige dieser sogenannten Gottheiten waren aber
nichts Anderes als große Frösche, oder seltsame Kreaturen, die so
aussehen wie Insekten. Man hatte in Ägypten praktisch die
ekelhaftesten Arten der Tiere zu Göttern gemacht und Statuen
gemacht, die diesen Tieren ähnlich sahen. Und diese leblosen Gebilde
von verhassten Tieren wurden angebetet und um Segen und Hilfe
angefleht. Das ist einfach nur lächerlich. Aber sowas hätte man
damals nicht in Ägypten sagen dürfen, sonst hätte man ziemlichen
Ärger bekommen. Außerdem gab und gibt es in Ägypten noch eine
ganze Menge andere erfundene Gottheiten, die Mischformen aus Mensch
und Tier sind. Und in all diesem Durcheinander war Moses, stammend
aus dem versklavten und verachteten Volk der Hebräer, also der
Kinder Israels. Und dieser begab sich in den Palast und trat vor den
mächtigsten Mann von Ägypten, während dessen Diener und Hauptleute
direkt daneben standen, und begann damit, von einem Gott zu reden,
den in Ägypten keiner kennt. Was meint ihr, was das bei den Ägyptern
für einen Eindruck hinterließ?
Mit Sicherheit kam
ihnen das wie ein schlechter Witz vor, denn sie hatten ja ihre ganzen
Götzen, und sie hatten Zauberer, die selber auch Zeichen tun
konnten, und dann kommt Moses daher, und er behauptet, einen Gott zu
kennen, der stärker ist als alles, was die Menschen tun können.
Damit hat sich Moses gewiss nicht sonderlich beliebt gemacht.
Wir lesen uns die
Sache nun mal durch. In Kapitel 5 lesen wir folgende Worte:
Danach gingen Moses
und Aaron hinein und sagten zu dem Pharao: So spricht der HERR, der
Gott Israels: Lass mein Volk ziehen, damit es mir in der Wüste ein
Fest hält!
Der Pharao
antwortete: Wer ist der HERR, dass ich auf seine Stimme hören
sollte, um Israel ziehen zu lassen? Ich kenne den HERRN nicht, und
ich will Israel auch nicht ziehen lassen!
Und sie sprachen:
Der Gott der Hebräer ist uns begegnet; wir wollen drei Tagereisen
weit in die Wüste ziehen und dem HERRN, unserem Gott, Opfer
darbringen, damit er uns nicht mit der Pest oder mit dem Schwert
schlägt!
Da sprach der König
von Ägypten zu ihnen: Moses und Aaron, warum zieht ihr das Volk von
ihren Pflichten ab? Geht hin an eure Lasten!
Weiter sprach der
Pharao: Siehe, es ist schon zu viel Volk im Land; und ihr wollt sie
noch von ihren Lasten ausruhen und feiern lassen?
Und der Pharao gab
an demselben Tag den Treibern des Volkes und seinen Aufsehern Befehl
und sprach:
Ihr sollt dem Volk
kein Stroh mehr geben zum Ziegelstreichen wie gestern und vorgestern.
Lasst sie selbst hingehen und sich Stroh zusammensuchen!
Ihr sollt ihnen aber
dennoch die bestimmte Zahl Ziegel auferlegen, die sie gestern und
vorgestern gemacht haben, und davon nichts nachlassen; denn sie sind
faul. Darum schreien sie und sprechen: Wir wollen hingehen und
unserem Gott Opfer darbringen!
Schwer soll die
Arbeit auf den Leuten lasten, sodass sie damit zu schaffen haben und
nicht auf trügerische Worte achten!
Da gingen die
Treiber des Volkes und seine Aufseher hinaus, redeten mit dem Volk
und sprachen: So spricht der Pharao: »Ich gebe euch kein Stroh mehr;
geht ihr selbst hin,
holt euch Stroh, wo ihr es findet, aber von eurem Tagewerk wird euch
nichts erlassen!«
Da zerstreute sich
das Volk im ganzen Land Ägypten, um Stoppeln zu sammeln, damit sie
gehacktes Stroh hätten.
Und die Treiber
trieben sie an und sprachen: Erfüllt euer bestimmtes Tagewerk, wie
zuvor, als ihr noch Stroh hattet!
Und die Aufseher der
Kinder Israels, welche die Treiber des Pharao über sie gesetzt
hatten, wurden geschlagen, und es wurde zu ihnen gesagt: Warum habt
ihr weder heute noch gestern euer Maß an Ziegeln erfüllt wie zuvor?
Da gingen die
Aufseher der Kinder Israels hinein und schrien zu dem Pharao und
sprachen: Warum behandelst du deine Knechte so?
Man gibt deinen
Knechten kein Stroh und spricht zu uns: Macht die Ziegel! Und siehe,
deine Knechte werden geschlagen; dein Volk versündigt sich!
Er aber sprach: Ihr
seid faul, faul seid ihr! Darum sprecht ihr: Wir wollen hingehen und
dem HERRN Opfer darbringen!
So geht nun hin,
arbeitet; Stroh soll man euch nicht geben, aber die bestimmte Anzahl
Ziegel sollt ihr liefern!
Da sahen die
Aufseher der Kinder Israels, dass es mit ihnen schlimm stand, weil
man sagte: Ihr sollt nichts nachlassen von der Zahl der Ziegel, die
ihr täglich zu liefern habt!
Und als sie von dem
Pharao hinausgingen, trafen sie Moses und Aaron an, die dort standen
und auf sie warteten.
Da sprachen sie zu
ihnen: Der HERR sehe auf euch und richte es, dass ihr uns verhasst
gemacht habt vor dem Pharao und seinen Knechten und ihnen das Schwert
in die Hand gegeben habt, um uns zu töten!
Da wandte sich Moses
an den HERRN und sprach: Herr, warum lässt du dein Volk so schlecht
behandeln? Warum hast du mich hergesandt?
Denn seitdem ich
hineingegangen bin zum Pharao, um in deinem Namen zu reden, hat er
dieses Volk schlecht behandelt, und du hast dein Volk gar nicht
errettet!
Wie wir sehen, hat
der Pharao Moses überhaupt nicht ernst genommen, sondern sich empört
und die Arbeitsbedingungen für die Menschen des Volkes Israel noch
schlimmer gemacht, als sie vorher waren. Und Moses war erschrocken,
denn er hatte vor Israel von einer Rettung geredet, aber ihre Lage
wurde noch unerträglicher als vorher. Vielleicht hätte Moses dem
Volk den genauen Plan Gottes erklären sollen, nämlich dass Gott
über einen längeren Zeitraum Israel befreit, weil er seine Macht an
den Ägyptern erweisen will. Denn das Volk meinte bestimmt, sie
würden innerhalb der nächsten 24 Stunden herausgeholt werden, aber
sowas hatte Gott nicht gesagt. Gott hatte gesagt, er führt sie
heraus, aber er gab keine genauen Zeitangaben, wie lange es dauert.
Lasst uns mal
schauen, wie Gott auf die Worte von Moses reagiert! Es steht
geschrieben in Kapitel 6, Vers 1 bis 4:
Da sprach der HERR
zu Moses: Nun sollst du sehen, was ich dem Pharao tun will! Denn
durch eine starke Hand gezwungen wird er sie ziehen lassen, und durch
eine starke Hand gezwungen wird er sie aus seinem Land treiben. Und
Gott redete mit Moses und sprach zu ihm: Ich bin der HERR; ich bin
Abraham, Isaak und Jakob erschienen als »Gott, der Allmächtige«;
aber mit meinem Namen »HERR« habe ich mich ihnen nicht geoffenbart.
Auch habe ich meinen Bund mit ihnen aufgerichtet, dass ich ihnen das
Land Kanaan geben will, das Land ihrer Fremdlingschaft, in dem sie
Fremdlinge gewesen sind.
Dieser Text ist in
Vers 3 auch mal wieder verkorkst. Man hätte hier ruhig den Name
Gottes hinschreiben können, aber stattdessen hat man das Wort HERR
hingeklatscht, was gar kein Name ist, sondern eher ein Titel. Da kann
man sich echt nur noch die Haare raufen. Aber naja ...
Wir lesen uns mal
die restlichen Worte der Rede Gottes durch, um zu sehen, wie er Moses
ermutigen will. Es steht geschrieben in Vers 5 bis 11:
Und ich habe auch
das Seufzen der Kinder Israels gehört, weil die Ägypter sie zu
Knechten machen, und habe an meinen Bund gedacht.
Darum sage den
Kindern Israels: Ich bin der HERR, und ich will euch aus den Lasten
Ägyptens herausführen und will euch aus ihrer Knechtschaft erretten
und will euch erlösen durch einen ausgestreckten Arm und durch große
Gerichte.
Und ich will euch
als mein Volk annehmen und will euer Gott sein; und ihr sollt
erkennen, dass ich, der HERR, euer Gott bin, der euch aus den Lasten
Ägyptens herausführt.
Und ich will euch in
das Land bringen, um dessentwillen ich meine Hand zum Schwur erhoben
habe, dass ich es Abraham, Isaak und Jakob gebe. Das will ich euch
zum Besitz geben, ich, der HERR.
Und Moses sagte dies
den Kindern Israels. Sie aber hörten nicht auf ihn vor Missmut und
harter Arbeit.
Da redete der HERR
mit Moses und sprach:
Geh hinein, sage dem
Pharao, dem König von Ägypten, dass er die Kinder Israels aus
seinem Land ziehen lassen soll!
Soweit sind wir
schonmal, dass Moses erneut vor den Pharao treten soll, auch wenn der
Pharao sich beim letzten mal ziemlich über Moses empört hatte. Die
Unterhaltung zwischen Gott und Moses ist aber noch nicht zu-ende,
deswegen lesen wir weiter ab Vers 28 und dringen vor bis zu Kapitel
7, Vers 2. Folgendes lesen wir:
Und es geschah an
demselben Tag, an dem der HERR mit Moses im Land Ägypten redete,
da sprach der HERR
zu Moses: Ich bin der HERR, rede zum Pharao, dem König von Ägypten,
alles, was ich dir sage!
Und Moses antwortete
vor dem HERRN: Siehe, ich habe unbeschnittene Lippen, wie sollte da
der Pharao auf mich hören?
Und der HERR sprach
zu Moses: Siehe, ich habe dich dem Pharao zum Gott gesetzt, und dein
Bruder Aaron soll dein Prophet sein.
Du sollst alles
reden, was ich dir gebieten werde, und dein Bruder Aaron soll es dem
Pharao sagen, dass er die Kinder Israels aus seinem Land ziehen
lassen soll.
Ich hoffe doch sehr,
dass jetzt niemand so dumm ist, zu sagen: „Oh! Moses ist Gott! Es
steht eindeutig da!“
Der entsprechende
Vers hat lediglich mit der Autorität zu tun, die Moses bekommt. Gott
gibt Moses Vollmacht über den Pharao und will verdeutlichen, dass
der Pharao ihm nichts anhaben kann, und dass Moses sich vor nichts
fürchten muss, denn Moses erhält so große Vollmacht über den
Pharao und alle, die unter ihm stehen, dass es im übertragenen Sinne
ist, als wäre Moses ein Gott über dem Pharao, aber eigentlich ist
Moses nur ein Diener Gottes, der Befehle ausführt. Denn unser Vater
im Himmel wird immer der einzig wahre Gott sein, von Ewigkeit zu
Ewigkeit. Aber er vergibt sehr erstaunliche Vollmacht an die jenigen,
die seinen Willen erfüllen wollen, anstatt ihrem eigenen Ego zu
folgen.
Jedenfalls lesen wir
weiter in den Versen 3 bis 13:
Aber ich will das
Herz des Pharao verhärten, damit ich meine Zeichen und Wunder im
Land Ägypten zahlreich werden lasse.
Und der Pharao wird
nicht auf euch hören, sodass ich meine Hand an Ägypten legen und
mein Heer, mein Volk, die Kinder Israels, durch große Gerichte aus
dem Land Ägypten führen werde.
Und die Ägypter
sollen erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich meine Hand über
Ägypten ausstrecke und die Kinder Israels herausführe aus ihrer
Mitte.
Und Moses und Aaron
handelten genau so; wie ihnen der HERR geboten hatte, genau so
handelten sie.
Und Moses war 80
Jahre alt und Aaron 83 Jahre alt, als sie zu dem Pharao redeten.
Und der HERR redete
zu Moses und Aaron und sprach:
Wenn der Pharao zu
euch sagen wird: Tut ein Zeichen, um euch auszuweisen!, so sollst du
zu Aaron sagen: Nimm deinen Stab und wirf ihn vor den Pharao hin!
–dann wird er zur Schlange werden.
Da gingen Moses und
Aaron zum Pharao und handelten genau so, wie der HERR es ihnen
geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab vor den Pharao und vor
seine Knechte hin, und er wurde zur Schlange.
Da rief der Pharao
die Weisen und Zauberkundigen. Und auch die ägyptischen Zauberer
taten dasselbe mit ihren Zauberkünsten.
Und jeder warf
seinen Stab hin, und es wurden Schlangen daraus; aber Aarons Stab
verschlang ihre Stäbe.
Doch das Herz des
Pharao verstockte sich, und er hörte nicht auf sie, so wie der HERR
es gesagt hatte.
In dem hier
gelesenen Ereignis wurde also dem Pharao persönlich veranschaulicht,
dass Moses und Aaron völlige Dominanz über die Schlange und die
Schlangendiener haben, und dass somit wohl der Gott, den Moses kennt,
mächtiger sein muss als alles, was die Ägypter kennen. Aber der
Pharao ließ sich daran genügen, dass seine eigenen Zauberer des
Landes ebenfalls fähig waren, Stäbe in Schlangen zu verwandeln.
Deswegen meinte nämlich der Pharao, dies sei gar nichts Besonderes.
Denn was seine eigenen Zauberer auch können, davor fürchtet er sich
natürlich nicht.
Da nun der Pharao
die Kinder Israels nicht aus Ägypten gehen lassen wollte, sondern
sie weiter in unbarmherzigem Sklavendienst hielt, deswegen begann
Gott, Ägypten mit Plagen zu schlagen, um ein Gericht zu vollziehen
an Ägypten wegen all dem Bösen, das die Ägypter gegen die
Israeliten getan hatten, und auch, um den widerspenstigen Ägyptern
zu beweisen, dass er wirklich allmächtig ist. Ich will dieses Video
nicht übertrieben in die Länge ziehen, daher versuche ich, die
Sache abzukürzen.
Zuerst wurde von
Gott befohlen, dass das Wasser in Ägypten zu Blut gemacht werden
muss, angefangen bei dem Fluss namens Nil, bis hin zu allen anderen
Gewässern in Ägypten. Dies hatte Gott entschieden, weil die Ägypter
große Blutschuld auf sich selbst gebracht hatten, als sie die
neugeborenen Knaben des Israelischen Volkes töteten. Und weil sie
sich an dem Blut Unschuldiger Babys schuldig gemacht hatten, machte
Gott ihr ganzes Wasser zu Blut, sodass sie Blut zu trinken bekamen.
Und als Moses und Aaron mit dem Stab das Wasser des Nils geschlagen
hatten, da wurde es tatsächlich zu Blut, und die Fische darin
starben, und es begann übel zu stinken. Aber nicht nur das Wasser
des Flusses wurde zu Blut, sondern auch das ganze restliche Wasser,
egal wo es sich befand. Ob nun in Wasserbecken, oder in Kanälen oder
Sümpfen, oder in hölzernen und steinernen Gefäßen: Sämtliches
Wasser wurde zu Blut. Und die Ägypter ekelten sich sehr vor dem
Gedanke, davon trinken zu müssen. Und dieser Zustand dauerte sieben
Tage, erst danach wurde das Wasser wieder normal.
Der Pharao aber ließ
sich davon überhaupt nicht beeindrucken.
Als nächstes
brachte Gott verschiedene Arten Ungeziefer über das Land Ägypten.
Das tat er deshalb, weil die Ägypter ihn verachteten, aber vor ihren
leblosen Statuen, die wie Insekten aussahen, warfen sie sich anbetend
nieder. Deshalb brachte Gott zuerst massenweise Frösche aus den
Gewässern hervor, die das ganze Land bedeckten. Die Frösche waren
nicht nur überall auf den Straßen in riesiger Menge, sondern auch
in den Häusern der Leute, in ihren Schränken und Gefäßen, in
ihren Betten, einfach überall.
Und der Pharao bat
darum, dass die Plage aufhören solle. Als aber Moses Gott darum bat,
es zu beenden, und Gott es schließlich beendete, da ließ der Pharao
die Kinder Israels trotzdem nicht aus Ägypten raus. Deshalb ließ
Gott als nächstes aus dem Staub der Erde Mücken entstehen, und es
kamen große Schwärme über sämtliche Tiere und über die Menschen
von Ägypten. Und es waren sogar die Zauberer von Ägypten unfähig,
dieses Zeichen selbst auch zu tun, und sie wurden ratlos und
gestanden ein, dass es sich um die Kraft eines enorm mächtigen
Gottes handeln muss. Doch der Pharao war immernoch nicht beeindruckt.
Danach schickte Gott
Hundsfliegen zu den Feldern und in die Häuser der Ägypter, und
alles wurde von ihnen verseucht, aber die Kinder Israels blieben von
den Hundsfliegen verschont.
Und der Pharao bat
darum, dass die Plage aufhören möge, und als Gegenleistung wollte
er erlauben, dass Israel ein Fest innerhalb von Ägypten feiern kann,
das zu Ehren Gottes ist. Aber das war nicht das, was Gott verlangt
hatte, sondern Gott befahl, dass das gesamte Israelische Volk aus
Ägypten freigelassen werden soll. Nun erlaubte zuerst der Pharao,
dass die Kinder Israels drei Tagereisen weit in die Wüste gehen
dürfen, aber als Moses dann Gott darum bat, die Plage aufhören zu
lassen, und sie hörte auf, da weigerte sich der Pharao schonwieder,
die Menschen des Volkes Israel aus Ägypten rauszulassen.
Die weiteren Plagen,
die noch kamen, dienten hauptsächlich dem Zweck, in aller
Deutlichkeit aufzuzeigen, dass Gott Israel liebt und beschützt und
jeden zu schlimmem Schaden kommen lässt, der Israel ein Unrecht tut.
Denn die nächste Plage war eine Schlimme Seuche, die sich über alle
Tiere der Ägypter erstreckte, aber die Tiere der Israeliten blieben
gesund. Danach wurden die Ägypter mit Geschwüren geplagt, aber die
Israeliten hatten gar keine Geschwüre. Selbstverständlich war das
aber immernoch nicht genug, um den Pharao dazu zu bringen, dass er
Israel ganz aus Ägypten freilässt. Deswegen warnte Gott davor, dass
ein großer Hagel kommen wird über alle Teile Ägyptens, außer über
den Teil, wo die Israeliten wohnten. Und die jenigen Ägypter, die es
glaubten, versteckten ihre Knechte und ihr Vieh in den Häusern und
Scheunen. Die aber, welche Gott nicht ernst nahmen, ließen ihre
Tiere auf dem Feld, und die Knechte dazu. Dann kam der Hagel, und es
fielen schwere und große Hagelkörner vom Himmel und zerstörten
große Teile der Pflanzen auf den Feldern, und alle Tiere, die nicht
in Sicherheit waren, wurden von dem Hagel erschlagen samt den
Knechten. Und es geschah dauerhaft ein unheilvolles Donnern.
Da meinte der
Pharao, er wolle nun die Kinder Israels freilassen, aber als Moses
darum gebeten hatte, dass der Hagel aufhören soll, da brach der
Pharao schonwieder sein Wort.
Danach wurde dem
Pharao gedroht, wenn er nicht das Volk Israel aus Ägypten freilässt,
dass ein riesiger Heuschreckenschwarm über das Land kommt, wie man
es noch nie zuvor gesehen hat, und die Heuschrecken werden das Land
so sehr bedecken, dass man den Erdboden nicht mehr sieht, auch in den
Häusern der Leute werden sie sein, und in der Natur werden sie den
ganzen Rest der Felder kahl fressen, der vom Hagel verschont blieb,
und sie werden alle Bäume des Landes kahl fressen. Da sprach der
Pharao, dass die Erwachsenen in die Wüste gehen sollen, um für Gott
Opfer dar zu bringen, aber die Tiere und Kinder müssen in Ägypten
bleiben. Da nun also der Pharao nicht das tat, was Gott befahl, kam
auch der angekündigte Heuschreckenschwarm über die Ägypter. Und
der Pharao bat darum, dass die Plage aufhören soll. Da betete Moses
zu Gott, und Gott entfachte einen starken Wind, der alle Heuschrecken
ins Rote Meer warf. Aber danach war der Pharao immernoch nicht
willig, das ganze Volk Israel freizulassen. Deswegen ließ Gott eine
völlige Finsternis über das Land kommen, die dauerte drei Tage
lang, und nur in den Häusern der Kinder Israels gab es Licht, aber
überall sonst in Ägypten war die Finsternis so dicht, dass man die
eigene Hand vor Augen nicht sehen konnte.
Dies war die
vorletzte Plage. Über die zehnte und somit letzte Plage werden wir
uns aber noch ein bisschen was durchlesen. In Kapitel 11 lesen wir in
Vers 1 bis 3:
Und der HERR sprach
zu Moses: Ich will noch eine Plage über den Pharao und über Ägypten
bringen; danach wird er euch fortziehen lassen; und wenn er euch
ziehen lässt, so wird er euch sogar ganz und gar fortjagen.
So rede nun zu dem
Volk, dass jeder Mann von seinem Nächsten und jede Frau von ihrer
Nachbarin silberne und goldene Geräte fordern soll.
Und der HERR gab dem
Volk Gunst bei den Ägyptern; auch war Moses ein sehr großer Mann im
Land Ägypten in den Augen der Knechte des Pharao und in den Augen
des Volkes.
Daran merken wir,
dass die Ägypter eine gewisse Ehrfurcht vor Moses entwickelt hatten,
weil ihnen so langsam auffiel, dass Moses einem sehr mächtigen Wesen
dient. Ich bin mir aber nicht sicher, ob den Ägyptern klar war, dass
es sich dabei zufällig um den einzig wahren Schöpfer aller Dinge
handelt.
Jedenfalls hat Gott
schon das zehnte Gericht angekündigt, und die Worte, die Gott
deswegen für den Pharao gesprochen hat, lesen wir in den Versen 4
bis 7. Wir lesen Folgendes:
Und Moses sprach: So
spricht der HERR: Um Mitternacht will ich mitten durch Ägypten
gehen,
und alle Erstgeburt
im Land Ägypten soll sterben – von dem Erstgeborenen des Pharao,
der auf seinem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd, die
hinter der Handmühle sitzt; auch alle Erstgeburt unter dem Vieh.
Und es wird ein
großes Geschrei sein im ganzen Land Ägypten, wie es niemals gewesen
ist, noch sein wird.
Aber bei allen
Kindern Israels soll kein Hund die Zunge regen, weder gegen Menschen
noch gegen das Vieh, damit ihr erkennt, dass der HERR einen
Unterschied macht zwischen Ägypten und Israel.
Ich werde gleich
noch etwas dazu sagen, aber vorher schauen wir uns den persönlichen
Kommentar von Moses an. Denn in den Versen 4 bis 7 hat Moses die
Worte geredet, die Gott befahl. Aber in Vers 8 spricht Moses Worte
aus seinem eigenen Herzen, und in den letzten zwei Versen ist ein
allgemeiner Kommentar. Es steht geschrieben:
Dann werden alle
diese deine Knechte zu mir herabkommen und mir zu Füßen fallen und
sagen: Ziehe aus, du und das ganze Volk hinter dir her! Danach werde
ich ausziehen! –Und er ging vom Pharao hinweg mit grimmigem Zorn.
Der HERR aber hatte
zu Moses gesagt: Der Pharao wird nicht auf euch hören, damit meine
Wunder zahlreich werden im Land Ägypten.
So hatten Moses und
Aaron alle diese Wunder vor dem Pharao getan; aber der HERR
verstockte das Herz des Pharao, sodass er die Kinder Israels nicht
aus seinem Land ziehen ließ.
So! Es mag
vielleicht manchen Leuten komisch vorkommen, dass Gott umherläuft,
bei Mitternacht, und scheinbar davon redet, dass er Leute umbringt,
denn auf diese Weise ist der Text formuliert. Da könnte man meinen,
Gott selbst sei böse und wäre ein grausamer Tyrann.
Ich möchte hier die
Klarstellung äußern, dass Gott selbst nicht Leute ermordet, sondern
dass es sich hierbei um eine spezielle Art von Strafgericht handelt,
bei welchem auch unbedingt ein Vers im nächsten Kapitel beachtet
werden muss, nämlich der Vers 23. Dort steht:
Denn der HERR wird
umhergehen und die Ägypter schlagen. Und wenn er das Blut sehen wird
an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten, so wird er, der
HERR, an der Tür verschonend vorübergehen und den Verderber nicht
in eure Häuser kommen lassen, um zu schlagen.
Durch diese Vers
wird die Wahrheit wenigstens ein bisschen angedeutet, auch wenn sie
nicht direkt daraus hervorgeht. Denn in diesem Vers ist von einem
Verderber die Rede. Und dieser Verderber, der hier ganz nebenbei
erwähnt wird, das ist der Dämonenfürst Mastema, von dem ich vorhin
schonmal kurz erzählt habe. Denn auf den hatten sich die Ägypter
verlassen, und sie hatten sich von ihm dazu reizen lassen, die
Neugeborenen aus dem Volk Israel zu töten. Und das Strafgericht
Gottes, weil die Ägypter Mastema gehorcht haben, obwohl sie das nie
hätten tun dürfen, besteht nun darin, dass Mastema durch Ägypten
gehen und alle erstgeborenen Ägypter töten muss. Und nur die
jenigen, die ein Rettungszeichen am Haus haben, sollen verschont
werden.
Es gibt aber einen
Grund dafür, warum Gott die Sache persönlich überwachen wird,
nämlich: Er will sichergehen, dass Mastema nicht etwa in ein Haus
mit einem Schutzzeichen hinein geht und die Leute umbringt, die er
gar nicht umbringen darf. Denn es sollen nur die Erstgeburten der
Menschen umgebracht werden, die dumm genug waren, sich von Mastema
herum befehligen zu lassen. Und es ist schade, das dieses hochgradig
wichtige Detail nicht aus dem zweiten Buch Mose hervorgeht, sondern
nur aus einem anderen Buch, indem das erste Buch Mose und ein Teil
vom zweiten Buch Mose zusammengefasst sind (Das Buch der Jubiläen),
während dieses Buch aber nicht in der Bibel drin ist.
Das besondere
Rettungszeichen aber, von dem ich gerade geredet habe, das wird in
Kapitel 12 beschrieben. Wir lesen Folgendes in den Versen 1 bis 7:
Und der HERR redete
zu Moses und Aaron im Land Ägypten und sprach:
Dieser Monat soll
euch der Anfang der Monate sein, er soll für euch der erste Monat
des Jahres sein.
Redet zu der ganzen
Gemeinde Israels und sprecht: Am zehnten Tag dieses Monats nehme sich
jeder Hausvater ein Lamm, ein Lamm für jedes Haus;
wenn aber das Haus
zu klein ist für ein Lamm, so nehme er es gemeinsam mit seinem
Nachbarn, der am nächsten bei seinem Haus wohnt, nach der Zahl der
Seelen; dabei sollt ihr die Anzahl für das Lamm berechnen, je
nachdem jeder zu essen vermag.
Dieses Lamm aber
soll makellos sein, männlich und einjährig. Von den Schafen oder
Ziegen sollt ihr es nehmen,
und ihr sollt es
aufbewahren bis zum vierzehnten Tag dieses Monats. Und die ganze
Versammlung der Gemeinde Israels soll es zur Abendzeit schächten.
Und sie sollen von
dem Blut nehmen und damit beide Türpfosten und die Oberschwellen der
Häuser bestreichen, in denen sie essen.
Hier lesen wir also
davon, dass die Israeliten für die Nacht des letzten Strafgerichts
das Blut eines makellosen, männlichen, einjährigen Lammes an die
Oberschwellen und Türposten schmieren sollten. Und durch dieses
Zeichen ging der Verderber an dem Haus vorüber und durfte keinen
Schaden anrichten. Besonders bedeutend wird diese Stelle dadurch,
dass bekanntlich Jesus als das Lamm Gottes bezeichnet wird. Und zwar
nicht nur im Evangelium des Johannes und als Andeutung im Buch des
Propheten Jesaja, sondern auch in der Offenbarung. Und Jesus war
männlich. Und interessanterweise redet die Schrift davon, dass es
ein Gnadenjahr des HERRN gibt. Versteht ihr? Ein ganzes Jahr lang
soll praktisch die Schöpfung das Heil Gottes sehen, und beim Auszug
von Ägypten brauchten die Israeliten ein einjähriges Lamm. Das
passt verdächtig gut zusammen. Könnte man daraus schließen, dass
Jesus nur ein einziges Jahr aktiv war, und dann, als wieder die Zeit
des Passahfestes kam, wurde er gefangen genommen und gekreuzigt? Das
halte ich für durchaus möglich.
Und auf die gleiche
Weise, wie Israel vor seiner Befreiung aus Ägypten ein makelloses
Lamm schlachten musste, um durch dessen Blut als beschütztes Volk
Gottes zu gelten, so musste auch Jesus, der makellos war, den Tod
schmecken durch die Misshandlung und das Sterben am Kreuz, während
aber die Kraft und Güte Gottes dadurch offenbar wurde, dass Jesus
aus den Toten auferstehen konnte.
Die Geschichte über
die Kreuzigung, wie schlimm es war, und die Berichte über die
Auferstehung Jesu, haben wir uns ja bereits im letzten Teil der Serie
angeschaut, wo das Leben von Jesus näher beleuchtet wird. Ich habe
den Link zu diesem Teil der Serie in die Textbox gepackt, falls ihr
euch dieses Video nochmal ansehen wollt.
Gott hatte aber an
Israel auch den Befehl erteilt, dass jedes Jahr das Passahfest
gefeiert werden soll, um daran zu gedenken, wie Gott dafür sorgte,
dass die Kinder Israels nicht sterben würden, sondern nur die
Erstgeburten der Ägypter, weil diese die unschuldigen Kinder
haufenweise ermordet hatten. Allerdings werden wir uns das jetzt
nicht noch mit anschauen, sondern das Passahfest wird im Rahmen eines
anderen Videos Thema sein. Euch ist sicher klar, dass die Ägypter
ziemlich in Panik geraten sind, als dann tatsächlich alle
erstgeborenen Tiere und Menschen von Ägypten starben. Das war eine
echt heftige Nacht. Und danach ließen sie Israel aus Ägypten gehen
und gaben ihnen auch sehr viele wertvolle Gegenstände mit auf die
Reise.
Und da wir das nun
alles durchgegangen sind, endet das heutige Video.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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