Text zu "Predigt - Die Notwendigkeit von Jesus"

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Am heutigen Tag möchte ich wieder etwas predigen, und der einzige Bibeltext, den wir für die heutige Predigt benutzen, steht im ersten Brief des Johannes, Kapitel 2, Vers 1 und 2. Dort lesen wir Folgendes:

Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten;
und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

Dieser Text ist schon etwas Besonderes, nicht wahr? Das Wort „Sühnopfer“ stammt aus dem alten Gesetz von Israel, also von der Thora. In früheren Zeiten hatten sehr viele Menschen einen eigenen Bauernhof, und die Zucht-Tiere galten besonders damals in erster Linie als wertvolle Güter, denn die Menschen waren damals weniger feinfühlig. Und Gott hat zu Moses gesagt: Wenn jemand aus Israel gesündigt hat, ohne dass es ihm in dem Moment bewusst war, dann kann er seine Schuld loswerden, indem er ein wertvolles Tier aus seiner Herde abgibt, um dieses zu opfern. Das ist so ähnlich wie wenn man heutzutage ein Bußgeld bezahlen muss, weil man ein kleines Verbrechen begangen hat. Allerdings ist das natürlich keine Dauerlösung gewesen, denn Gott war noch nie ein Fänn davon, Blut zu vergießen. Er hat es nur als zwischenzeitliche Methode eingeführt. Zumindest geht das aus gewissen Versen der Prophetenbücher hervor. Das Tier aber, das ein Mensch abgeben musste, um Vergebung für die unabsichtliche Sünde zu erlangen, wurde als Sühnopfer bezeichnet. Daher kommt dieser Begriff.
Und Jesus hat sich selbst zum Sühnopfer gemacht, um uns nicht nur kleine Sünden vergeben zu können, sondern alle Sünden. Der Text hat gesagt, dass Jesus das Sühnopfer ist für die ganze Welt. Das ist ziemlich gewaltig. Schaut euch nur mal an, wie groß die Welt ist. Und für all die unterschiedlichen Menschen auf dieser großen Welt darf Jesus der jenige sein, der ihnen Vergebung zusichert, wenn sie ihre Sünde bereuen.

Es kann aber bei einigen Menschen vorkommen, dass sie das verwirrend finden. Einige sagen: „Ich verstehe das nicht. Warum ist der Tod eines Menschen gut genug, um Sünden zu vergeben, während doch ganz viele andere Menschen ebenfalls sterben. Warum gibt es Sündenvergebung nur durch Jesus? Es haben doch andere Menschen ebenfalls sehr schlimme Folter erlitten, vielleicht sogar schlimmere als Jesus, denn sie haben ihr ganzes Leben lang gelitten.“
Und andere sagen: „Was soll das denn bitte für ein liebender Gott sein, der seinen eigenen Sohn auf übelste Weise misshandeln lässt, ohne ihn zu beschützen? Das hat doch nichts mit Liebe zu tun! Das ist grausam und sadistisch! Wer will denn einen solchen Vater haben, von dem man auf's Kreuz gelegt wird?“
Diese Fragen tauchen sicher bei dem einen oder anderen Mensch auf. Und das ist auch nicht schlimm, denn solche Dinge versteht man am Anfang ja wirklich nicht einfach so. Darum will ich die beiden Fragen heute ordentlich beantworten. Wenn ihr euch diese Fragen auch selbst schon gestellt habt, dann werdet ihr nun die Antwort darauf erfahren.

Zuerst reden wir mal über die Theorie, Gott wäre ein sadistischer Rabenvater. Ein kleines Fünkchen Wahrheit mag vielleicht in dieser Aussage drin sein. Man muss zugeben: Was Jesus angetan wurde, das war echt heftig und sehr grausam. Und man stellt sich einen liebenden Vater so vor, dass er seinen geliebten Sohn immer beschützt vor allem Bösen und niemals zulassen will, dass dieser leidet. Und Gott liebt Jesus über alles, hat ihn aber trotzdem leiden lassen. Das ist mit der Vorstellung von einem liebenden Vater theoretisch unvereinbar.
Ich weiß nicht, ob dadurch für euch etwas besser wird, aber Gott hat Jesus nur so viel leiden lassen, wie es unbedingt notwendig war, um ein hohes und sehr bedeutsames Ziel zu erreichen. Gott hat Jesus auch sehr viel beschützt. Jesus war in den Wochen und Monaten vor seiner Kreuzigung oft in Jerusalem unterwegs. Und dort gab es schriftgelehrte Juden und andere hoch angesehene Autoritäten des Glaubens, die Jesus für einen Gotteslästerer hielten. Deswegen haben sie Jesus mehrmals verfolgt, um ihn zu Tode zu steinigen. Aber es ist ihnen niemals gelungen, weil Gott Jesus behütet hat. Obendrein muss man auch die wichtige, aber gleichzeitig schwer begreifbare Tatsache beachten, dass Jesus älter ist als die Erde. Jesus ist schon immer der Sohn Gottes gewesen, und er hat zuerst in Gottes Nähe gelebt, bevor er auf die Erde kam, um als fleischliches Wesen zu leben. Und damals, bevor Jesus auf der Erde war, nämlich als er bei Gott gelebt hat, da ging es ihm die ganze Zeit gut. Dort ist ihm nicht ein einziges Übel widerfahren. Und auch der Tod auf dieser Erde war nicht das Ende von Jesus. Denn Jesus konnte durch die Kraft Gottes aus den Toten auferstehen, und seitdem ist ihm gar kein Leid mehr widerfahren, sondern er wohnt wieder im Himmel. Bei Gott, und er hat eine Königsherrschaft bekommen, die machtvoller ist als jede andere Herrschaft, die innerhalb der Schöpfung existiert. Jesus ist also zur Belohnung für das, was er ausgehalten hat, obwohl er unschuldig war, zu sehr großer Ehre und Macht erhoben. Und er darf das tun, was der einzige Weg ist, um uns Menschen vor der Hölle zu retten. Er darf die Sünden auf sich nehmen, die wir bereuen. Also: Jesus ist sehr reich belohnt worden für das große Leiden, das er ertragen hat, und gleichzeitig konnte er dadurch den Plan Gottes zur Rettung der Menschheit voranbringen. Wenn es jemandem eine lange Zeit gut geht, und zwischendrin mal eine vergleichsweise kurze Zeit sehr schlecht, sollte man das dann etwa als Sadismus bezeichnen? Meiner Meinung nach nicht. Gott hat sich so gut um Jesus gekümmert, wie es unter der Berücksichtigung des Vorhabens, die Menschheit vor der Hölle zu retten, überhaupt möglich war. Und Jesus wird in Zukunft nie wieder leiden. Deswegen ist die Grausamkeit relativ, und sie verblasst im Angesicht des vielen Segens, den Jesus damals hatte, heute hat, und auch zukünftig haben wird. Daher kann ich zwar eingestehen, dass das Leiden von Jesus sehr grausam war und dass dies allein kein Kennzeichen eines guten Vaters wäre, aber ich finde, man muss unbedingt das große Gesamtbild betrachten. Und ich finde es sehr schade, wenn ein Mensch Gott verachten will, indem er einfach sagt: „Gott ist ein grausamer Vater!"
und damit ist er fertig, weil er über alles Andere gar nicht erst nachdenkt. Manche Dinge müssen eben manchmal leider einfach geschehen, und alles, was Gott entscheidet, dient einem guten Endziel. Seine Gedanken sind aber viel komplexer und weitreichender als unsere Gedanken.

Kommen wir nun mal zu der Sache mit der scheinbar fehlenden Logik hinter der Sündenvergebung durch Jesu Tod am Kreuz! Warum ist der Tod von Jesus am Kreuz gut genug, um die Sünden von fremden Menschen zu vergeben, und warum ist das teilweise sehr heftige Leiden von anderen Menschen nicht ausreichend, sodass auch diese die Sünden anderer tragen könnten?
Die Antwort darauf lautet: Alle anderen Menschen, die auf grausame Weise starben, waren nicht frei von Schuld. Jesus ist der einzige in der Menschheitsgeschichte, der tatsächlich und ohne Diskussion unschuldig starb.
Denn Gott hat eine bestimmte Entscheidung über unsere Welt getroffen. Und diese lautet: Wenn ein Mensch so unfassbar schlimme Sünden tut, dass dieser Mensch dadurch einen Fluch auf sich selbst zieht, dann wird der Fluch auch auf dessen Nachkommen übergehen. Sowas bezeichnet man als Generationsflüche. Wenn die Eltern oder Großeltern sich sehr schlimm versündigt haben, dann sind sie verflucht und dieser Fluch wirkt auch auf die Kinder und Kindeskinder.
Der Hauptgrund, warum Gott das entschieden hat, ist der, dass normalerweise Kinder für ihre Eltern wie ein kostbarer Schatz sind, und Gott wollte die Eltern auf diese Weise bestrafen für die Sünden, indem diese Schätze der Eltern, also die Kinder, kein Heil haben werden, denn darum trauern Eltern normalerweise sehr. Früher war das in nahezu jeder Familie so, wenn Eltern kranke Kinder hatten, dass die Eltern dann sehr erschüttert waren und großes Herzleid trugen um ihr Kind. Heutzutage ist durch die subtile Wirkung der Medien, und durch die Aktivitäten gewisser berechnend eingesezter Persönlichkeiten, die Vorstellung von Familienliebe ziemlich zermürbt und kaputt. Es gibt reichlich Familien, in denen leider die Kinder gar nicht wie wertvolle Schätze betrachtet werden, sondern eher wie ein Klotz am Bein, wie eine ungeliebte und überflüssige Belastung für das eigene Leben. Das ist sehr schlimm und traurig, wenn ein Mensch unter solchen Umständen aufwachsen muss. Man wünscht es keinem, und doch hat eine unübersehbare Anzahl an Menschen sowas durchleben müssen und muss es auch aktuell durchleben. Aber dieser Umstand ändert nichts am Wort Gottes, also dass Menschen, wenn sie auf die Welt kommen und böse Eltern haben, gleichzeitig die Schuld in Form des Generationsfluches mitbekommen, die auf ihren Eltern lastet. Wenn nun ein solcher Mensch unter schlimmen Schmerzen stirbt, dann kann das leider nicht als Tilgung für die Schuld von anderen Menschen gelten, die der Verstorbene gar nicht kennt, sondern es gilt nur als ein Strafmilderungsgrund für die Schuld, die der Mensch von seinen bösen Eltern geerbt hat, ohne es zu wollen. Ich persönlich bin mir aber sicher, dass Kinder, die unter üblen Umständen getötet wurden, während sie gar nicht erst die Gelegenheit hatten, Gott zu lästern oder Sünden zu tun, auch nicht in die Hölle kommen werden, denn das wäre wahrhaftig ungerecht. Gott aber ist vollkommen gerecht, daher ist es extremst unwahrscheinlich, dass er ein getötetes kleines Kind in die Hölle werfen würde.

Allerdings müssen wir uns alle an dieser Stelle mal eine Sache eingestehen:
Es gibt nur ganz wenige Menschen, die als kleine Kinder getötet wurden, bevor sie die Gelegenheit bekamen, zu sündigen. Ich selber bin nicht als Kind getötet worden, bevor ich sündigen konnte. Und ihr, die ihr diese Predigt hört, seid ebenfalls nicht als Kinder getötet worden, bevor ihr gesündigt habt, denn wäre dem so, könntet ihr euch nun unmöglich diese Predigt anhören. Wir wissen aber, dass Gott vollkommen gerecht ist. Das bedeutet: Er bestraft Sünder. Im Himmel gibt es keinen einzigen, der sündigen will. Gott würde uns ja gerne im Himmel haben, aber wenn wir sündigen, erweisen wir uns als unwürdig, bei ihm sein zu dürfen, und somit trennen wir uns von ihm und seinem Heil. Nun stellt euch mal vor, Gott würde sagen: „Naja ... wenn ein Mensch als Kind getötet wird, bevor er sündigt, dann kommt er ja in den Himmel. Und die ganzen anderen Leute – die haben halt Pech gehabt. Die hätten halt nicht sündigen dürfen.“
Da frage ich euch: Was wäre das denn für ein Gott? Das, meine lieben Freunde, wäre wirklich grausam, wenn Gott nur die jenigen in den Himmel holen würde, die wegen einem Generationsfluch ihrer Eltern bereits im frühen Kindesalter getötet wurden, bevor sie sündigen konnten, weil das als Tilgung der Schuld durchgehen könnte. Einen solchen Gott, dem alle anderen Arten von Menschen egal sind, könnte man vergessen! Dem bräuchte man gar nicht erst Aufmerksamkeit schenken, wenn er irgendwas verkündet oder verkünden lässt.
Wenn wir aber ehrlich sein wollen, dann müssen wir zugeben, dass keiner von uns lebte, ohne Sünden zu tun. Außer Jesus. Und gleichzeitig ist eines wichtig zu wissen: Jesus hatte keinen Generationsfluch auf sich, denn sein Vater war Gott, und seine Mutter Maria entstammt eine prophetischen Blutlinie, bestehend aus Menschen, die alle den Wille Gottes ausreichend genug erfüllten, um keinen Fluch auf sich zu ziehen. Deswegen wurde Jesus als reiner Mensch geboren. Und was noch viel heftiger ist: Er hat es als einziger in der ganzen Menschheitsgeschichte geschafft, zu leben, ohne eine Sünde zu tun. Sowas ist theoretisch unmöglich. Aber Jesus hat es trotzdem getan. Und eben das ist der Unterschied zwischen ihm und allen anderen, die grausam starben oder ihr Leben lang gelitten haben: Jesus ist komplett ohne Schuld gestorben, nachdem er komplett unschuldig gelebt hat. Und das war alles andere als leicht, das könnt ihr mir glauben. Die anderen Menschen aber, die ihr Leben lang gelitten haben, die haben gleichzeitig auch selbst Dinge getan, die Sünde sind, und haben sich Schuld aufgeladen, die vor Gott größer ist als das Leiden, das ihnen widerfuhr. Denn Gott kann keine einzige Sünde in seiner Nähe dulden. Wenn nun ein Mensch leidet und gleichzeitig andere leiden lässt durch sein eigenes Tun, oder indem er hochmütig denkt, oder indem er Gott lästert während er leidet, oder indem er zwischendrin übelst unzüchtig lebt, so ist er Mensch ein schlimmer Sünder, egal wie viel er gelitten hat. Und wie sollte denn bitte ein Sünder würdig sein, die Sünden anderer Menschen tragen zu dürfen, wenn er selber so viele Sünden getan hat, dass nichtmal das im Leben erlittene Unrecht seine eigene Menge an Sünden ausgleichen kann? Wäre das etwa Gerechtigkeit? Nein, sage ich euch! Das Wäre keine Gerechtigkeit, sondern Irrsinn. Jesus ist der einzige in der ganzen Menschheitsgeschichte, der fremde Sünden tragen kann, weil Jesus der einzige ist, der niemals selbst gesündigt hat. Eigentlich wäre es gerecht gewesen, dass Jesus, weil er nie eine Sünde vor Gott tat, auch niemals Schmerz erleiden wird. Aber er hat es freiwillig zugelassen, dass seine Feinde, die ihn hassten, ihn fangen und misshandeln und töten. Er traf diese Entscheidung, weil er wusste, dass allein dadurch andere Menschen von ihren Sünden erlöst werden können.

Und wenn jetzt einer sagt: „Ich kapiere es immernoch nicht! Wie kann denn ich selber frei von Schuld sein, nur weil Jesus getötet wurde? Es ändert ja nichts daran, dass ich gesündigt habe! Und wenn Gott wirklich alles vergibt, warum warnt man dann überhaupt noch vor dem Sündigen?“
dann werde ich jetzt mal versuchen, die Sache vom Anfang bis zum Ende komplett zu erklären.

Also:
Am Anfang war alles wunderschön. Es gab das Reich Gottes, und es gab die ganzen Engel, und es herrschte Frieden und Freude. Es war ein traumhafter Zustand. Aber einer von den Engeln war nicht zufrieden mit seinem Rang, den er hatte. Er hatte den höchsten Rang, den ein Engel haben kann, und alle anderen Engel bewunderten ihn und staunten über ihn. Aber das reichte ihm nicht, denn er wollte selber angebetet werden, obwohl alle immer nur Gott anbeten. Deswegen entwickelte sich in ihm Sünde, und er verführte die Engel, sofern es möglich war, und überredete sie,dass sie ihm helfen sollen, gegen Gott zu rebellieren. Und dann würde er eine eigene Herrschaft gründen, vermutlich mit neuen Regeln, die angeblich besser seien als die von Gott. Allerdings ist nur allein durch die Regeln von Gott überhaupt der vollkommene Frieden möglich gewesen, der bis dahin bestand. Und als offenbar wurde, was dieser sündige Engel tun wollte, da wurde er aus Gottes Nähe verbannt. Sein Name aber, so sagt man es allgemein, lautete Luzifer. Es mussten aber auch alle Engel mit ihm gehen, die ihm dienen wollten, weil er sie durch Verführung erfolgreich gegen Gott aufgehetzt und auf seine eigene Seite gezogen hatte. Als aber Luzifer merkte, dass er Gott niemals besiegen wird, da wendete er sich gegen die am meisten von Gott geliebte Schöpfung. Nämlich gegen die Menschen, die nach dem Ebenbild Gottes gemacht waren. Diese lebten im Garten Eden, wo sie jede Frucht von den Bäumen essen durften, abgesehen von einer einzigen. Nämlich von der Frucht der Erkenntnis des Guten und Bösen. Von dieser durften sie nicht essen, weil die Erkenntnis über Gut und Böse eine schlimme Last ist, und weil der Mensch dadurch innerlich verändert wird, und er beginnt, zwischen Gut und Böse hin und her gerissen zu sein und neigt zu selbstzerstörerischem Verhalten. Gott hatte den ersten zwei Menschen gesagt, dass sie die Frucht nicht essen dürfen, weil sie sonst sterben. Und die beiden hielten das Gebot ein. Und deshalb konnten sie Gemeinschaft mit Gott haben. Weil sie nicht sündigten, sondern berücksichtigten, was Gott ihnen gesagt hatte. Das war wichtiger denn je. Denn wenn die Sache mit Luzifer eines verdeutlicht hat, dann wohl, dass man auf keinen Fall auch nur einen einzigen im Reich Gottes haben darf, der Gottes Gebote hasst und meint, er müsse selber neue Regeln aufstellen, die gegen Gottes Gebote sind.
Aber Luzifer wusste, dass die Menschen auf ganzer Linie unfähig sein würden, die Erkenntnis über Gut und Böse zu ertragen, ohne dass sie dabei dem Tod in die Hände fallen würden. Und er überzeugte sie mit listigem Geschwätz davon, es wäre gut, die Frucht zu essen. Und bekanntlich taten beide Menschen das und mussten dann aus den Garten Eden verbannt werden, denn der Garten Eden war ein heiliger Ort, und auch darin durfte keine Sünde sein. Gott ist aber gerecht und muss Sünden bestrafen. Und er liebte zwar die Menschen, aber sie hatten gesündigt, daher musste er nun auch sie bestrafen. Denn wenn er das nicht tun würde, dann könnte Luzifer ihn sofort anklagen, indem er spricht: „Mir hast du eine Strafe gegeben, weil ich gegen dein Gebot verstoßen habe, aber den Menschen, die auch gegen dein Gebot verstoßen haben, gibst du keine Strafe? Du bist ungerecht!“
Und damit würde er die Wahrheit sprechen. Aber Luzifer hasst Gott, und wenn Gott jetzt sagen würde, dass Adam und Eva nicht bestraft werden sollen, und zum Ausgleich soll auch Luzifer keine Strafe für sein Fehlverhalten bekommen, dann würde Gott das Böse akzeptieren. Dann würde Luzifer, also der Teufel, keine Strafe dafür bekommen, dass er Gott vom Thron stoßen wollte und immernoch will, auch nicht dafür, dass er die Engel gegen Gott aufgehetzt hat und seine eigenen Regeln erfinden will, die böse wären, und ebenfalls nicht dafür, dass er den Menschen die für sie lebensgefährliche Erkenntnis des Guten und Bösen eingeredet hat – für all diese furchtbaren Dinge würde er nicht bestraft werden, wenn Gott gerecht bleiben will, indem er sagt: Niemand soll bestraft werden.
Das wäre eine enorm unheilvolle Entscheidung. Der Teufel kann nicht einfach ungeschoren davon kommen nach allem, was er getan hat. Vor allem nicht, da er niemals aufhören würde mit seinen bösen Taten, sondern er würde es immer wieder tun. Er würde nie davon ablassen, Gott vom Thron stoßen zu wollen und andere Wesen gegen Gott aufzuhetzen. Zumal leider Luzifer sehr große Weisheit hat. Deswegen kann er Lästerungen auf eine Art und Weise reden, die den Zuhörern wie große Weisheit vorkommen, und sie werden an Gott zweifeln, wenn nicht eindeutig das Gegenteil bewiesen wird. Also: Niemanden zu bestrafen wäre eine sehr, sehr schlecht Idee. Aber Gott wird niemals ungerecht sein. Er wird immer gerecht sein. Darum bestraft er alle Sünden. Und das Schlimme ist: Weil Adam und Eva die Erkenntnis des Guten und Bösen haben, werden auch all ihre Nachkommen das automatisch erben. Und sie werden aufgrund dieser Erkenntnis dazu neigen, sündige Dinge zu tun. Sie werden also alle einen Grund dafür liefern, dass auch sie selber eine Strafe zu empfangen haben. Und Gott hat entschieden, dass jeder am Ende in einen ewigen-Feuer- und Schwefelsee geworfen wird, der sich durch Sündigen an der Rebellion beteiligt, die der Teufel, nämlich Luzifer, gegen Gott führt. Das steht fest. Demzufolge müssten alle Menschen in den Feuer- und Schwefelsee fallen, weil Gott gerecht ist und deswegen jede Sünde bestraft, ohne Ausnahme.

Nun ist es so, dass es ja wirklich Menschen gibt, die sich ihr Leben lang wie die hinterletzten Vollidioten benehmen, ohne aufzuhören und ohne umzudenken. Um solche ist es nicht sonderlich schade, wenn sie in den Feuersee fallen. Sie bekommen einfach nur, was sie verdienen. Aber was ist, wenn ein Mensch zwar zuerst sündigt, aber dann mittendrin seine Taten bereut und umkehren will? Auch bei diesem ändert sich nicht der Fakt, dass dieser schonmal gesündigt hat. Und wer gesündigt hat, der muss bestraft werden, denn das ist gerecht. Aber das wäre gleichzeitig eine sehr unbarmherzige Angelegenheit. Überlegt euch das mal selbst: Ein Mensch hat viele Fehler gemacht und sich zuerst nichts dabei gedacht, aber dann fängt er an, nachdenklich zu werden, und er erkennt seine Schuld. Und er kommt an mit Tränen in den Augen und weint bitterlich, und fleht um Vergebung, weil er versteht, was er getan hat, weil es ihm aufrichtig Leid tut und weil er es nie wieder so machen will. Sollte man zu so einem etwa sagen: „Du hast gesündigt, und deshalb musst du in den Feuersee!“
Gott liebt eigentlich die Menschen. Und er kann und will keine derart unbarmherzigen Entscheidungen treffen, dass die Bußfertigen zusammen mit den Übeltätern in ewiges Leiden fallen. Aber was soll man da machen? Wie kann man da helfen, ohne etwas Ungerechtes zu tun? Gott ist gerecht, also muss er Sünden bestrafen.
Man könnte nun sagen: „Wenn jemand selber Unrecht erleidet, der zuvor Unrecht getan hat, dann könnte man das erlittene Unrecht vielleicht als Strafmilderungsgrund benutzen.“
Allerdings habe ich ja vorher schon angemerkt, dass sowas nicht ausreicht, um die Strafe zu vermeiden, weil kein freier Mensch so viel Unrecht erleidet, wie er gegen Gott verübt hat.
Aber was wäre, wenn einer lebt, der überhaupt nicht sündigt, und dieser erleidet großes Unrecht? Wenn einer das schaffen würde, dann wäre eine Art Ungleichgewicht entstanden. So jemand hätte Böses erlitten, das er tatsächlich nicht verdient hat. Und dieser jemand könnte dann legal sagen: „Ich nehme die Schuld eines anderen Menschen, der gesündigt hat, auf mich!“
Dann ist die Schuld von dem Sünder weggenommen, aber der jenige, der sie trägt, wäre immernoch gerecht, weil er nie irgendwas falsch gemacht hat und weil die Schuld, die er auf sich nimmt, nur das Unrecht ausgleicht, das er unverdient erlitten hat. Auf diese Weise kann man Menschen retten, die ihr Verhalten bereuen und nicht mehr sündigen wollen, ohne dass dabei Ungerechtigkeit entsteht. Das ist der Rettungsplan Gottes, an dem Jesus sich tatkräftig beteiligen musste und beteiligt hat. Und weil er der einzige ist, der rein und unschuldig lebte und in dem selben Zustand misshandelt und gekreuzigt wurde, deswegen ist er auch der einzige, der unsere Sünden von uns nehmen darf, ohne dass Gott dabei als ungerecht befunden wird. Denn ihr könnt euch darauf verlassen, dass in Gott keine Ungerechtigkeit auffindbar ist. Gott steht zu seinem Wort und richtet in Gerechtigkeit. Wenn nun ein Mensch Jesus verwirft, so hat er niemanden, der ihn von der Sündenschuld befreien kann. Dann bleibt die Sünde auf dem Mensch, und das bedeutet, dass Gott keine andere Wahl haben wird - weil er gerecht ist - als den Mensch für dessen Sünden zu bestrafen.

Ich hoffe, diese Worte sind soweit nachvollziehbar.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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