Text zu "Bibellehre - Die Wüstenwanderung Israels"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=wS5odQu1k_4
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Im heutigen Video
werden wir uns mit der Wüstenwanderung von Israel etwas näher
befassen, die begann, als die Israeliten aus Ägypten herausgeführt
wurden. Falls ihr das Video über die Befreiung Israels noch nicht
kennen solltet, habe ich dieses für euch in der Textbox verlinkt.
Darin haben wir uns die Zustände angeschaut, unter denen die
Israeliten in Ägypten zu leiden hatten, und auch die 10
Strafgerichte, die Gott deswegen brachte. Heute aber schauen wir uns
in kurzgefasster Form die Ereignisse an, die danach passierten.
Es ist so, wenn man
diese Ereignisse durchliest, dass man dann stark versucht wird, eine
Abneigung gegen Gott zu entwickeln. Die ganze Art, wie diese
Erzählungen geschrieben sind, stellt unseren Vater im Himmel in ein
schlechtes Licht. Er wird als unbarmherziger, übertrieben zorniger
Tyrann dargestellt.
Um aber eine größere
Ahnung davon zu bekommen, wie die Menschen sich bei der Wanderung
aufgeführt haben, schauen wir uns zuerst Offenbarungen an, die die
Propheten im Nachhinein über das bekamen, was in der Wüste
überhaupt geschehen war.
Folgende Worte
Gottes lesen wir von dem Prophet Amos in Kapitel 5, Vers 25 und 26:
Habt ihr etwa mir
während der 40 Jahre in der Wüste Schlachtopfer und Speisopfer
dargebracht, ihr vom Haus Israel?
Ihr habt die Hütten
eures Moloch und den Kaiwan, eure Götzenbilder, getragen, das
Sternbild eurer Götter, die ihr euch gemacht habt!
Diese Offenbarung
sollte man mal tief in das eigene Herz aufnehmen. Der heilige
Schöpfer aller Dinge, der einzig wahre Gott, hat Israel in der Wüste
angeführt, wie wir nachher noch sehen werden, und diese Typen haben
trotz dieser Tatsache nichts Besseres zu tun, als fremden Göttern zu
opfern und Bildnisse von Götzen umherzutragen. Ist das nicht absolut
hirnrissig? Die Götzen sind gar nichts, sie sind leblose
Gegenstände, und sie sind unvergleichbar mit dem echten Gott, der
nicht sterben kann, denn er lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, seine Tage
nehmen kein Ende.
Es ist eigentlich
eine riesige Ehre für die Israeliten gewesen, dass der echte Gott
sie als Eigentum erwählt hat, aber das war ihnen egal, es hat sie
nicht im Geringsten gejuckt, sondern sie interessierten sich nur für
die Gelüste ihrer eigenen Herzen, für ihre privaten verdrehten
Moralvorstellungen, und für ihre selbst erfundenen Gottfiguren. Das
ist wirklich eine Schande, und dieses Problem gab es durchgängig
während der ganzen Wüstenwanderung.
Gott wollte ein
gutes Volk haben. Ein Volk mit lauter Menschen, die alle ein gutes
Herz haben. Er wollte ein Volk erwecken, bei dem sich all die
Barmherzigkeit und die Liebe finden lässt, die den ganzen
Heidenvölkern fehlt. Und er hatte die Erwartung an Israel, dass
diese das tun werden. Er ging fest davon aus, dass diese das Volk
sein werden, welches anders sein wird als alle anderen Völker des
Erdkreises. Es ist nämlich kein Zufall, dass Gott ausgerechnet ein
Volk erwählte, welches unter sehr heftigem Sklavendienst zu leiden
hatte. Denn aufgrund dieser Umstände, in denen diese Menschen vor
ihrer Erlösung lebten, war es umso wahrscheinlicher, dass sie
Derartiges niemals einander antun würden, sobald sie frei sind, weil
sie wissen, wie schlimm es ist. Und weil es normal ist, dass Menschen
sich besonders nach Frieden und Heil sehnen, wenn sie Bedrängung und
Gewalt erlebt haben, deswegen war es theoretisch naheliegend, dass
gerade Israel seine Sehnsucht nach Frieden und Heil ausleben würde,
sobald dieses Volk frei ist. Und doch, obwohl es Gründe gab, um
erwarten zu dürfen, dass dieses Volk aufblüht in der Freiheit,
haben die Menschen ihr Herz doch lieber mit Bösartigkeit,
Widerspenstigkeit, Unbarmherzigkeit, Untreue, Hochmut und Selbstsucht
gefüllt. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern über alle Grenzen
des Erträglichen hinaus.
Ein zweiter Text,
den wir uns vor den Mosebüchern anschauen, steht geschrieben in
Psalm 78, Vers 34 bis 41. Dort lesen wir:
Wenn er sie schlug,
so fragten sie nach ihm und kehrten wieder um und suchten Gott;
und sie gedachten
daran, dass Gott ihr Fels ist, und Gott, der Höchste, ihr Erlöser.
Aber sie heuchelten
vor ihm mit ihrem Mund und logen mit ihren Zungen;
denn ihr Herz war
nicht aufrichtig gegen ihn, und sie hielten nicht treu an seinem Bund
fest.
Er aber war
barmherzig und vergab die Schuld und vertilgte sie nicht;
und oftmals wandte
er seinen Zorn ab und erweckte nicht seinen ganzen Grimm;
denn er dachte
daran, dass sie Fleisch sind,
ein Hauch, der
dahinfährt und nicht wiederkehrt.
Wie oft lehnten sie
sich gegen ihn auf in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde!
Und sie versuchten
Gott immer wieder und bekümmerten den Heiligen Israels.
An diesem Text wird
auch das unzumutbare Verhalten der Menschen von Israel trefflich
beschrieben. Gott hat sie zwar auf einen Weg geschickt, der nicht
leicht ist, aber er war die ganze Zeit bei ihnen, sie hätten einfach
nur zutraulich werden müssen, dann wären die Dinge schneller
gegangen und hätten wunderbar funktioniert. Aber stattdessen musste
das Volk über 40 Jahre durch die Wüste wandern. Bevor wir beginnen,
diese Verläufe näher zu betrachten, will ich noch einen dritten
prophetischen Text aufzeigen, weil auch dieser etwas verdeutlicht,
das erwähnenswert ist. Im Buch des Propheten Jeremia steht in
Kapitel 2, Vers 5 bis 7:
So spricht der HERR:
Was haben eure Väter denn Unrechtes an mir gefunden, dass sie sich
von mir entfernt haben und dem Nichtigen nachgegangen und
zunichtegeworden sind?
Und sie haben nicht
gefragt: Wo ist der HERR, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt
und uns durch die Wüste geleitet hat, durch ein wildes und
zerklüftetes Land, durch ein dürres und totes Land, durch ein Land,
das niemand durchwandert und kein Mensch bewohnt?
Und ich brachte euch
in das fruchtbare Land, damit ihr dessen Früchte und Güter genießt;
und ihr kamt hinein und habt mein Land verunreinigt, und mein Erbteil
habt ihr zum Gräuel gemacht!
Mal abgesehen von
der sehr traurigen Tatsache, dass Israel das versprochene Land zur
Schande machte, obwohl das Land bereits davor wegen den alten
Bewohnern eine Schande war, und Israel sollte das Land eigentlich in
der Herrlichkeit erstrahlen lassen, die Gott gerecht wird, indem sie
darin ordentlich leben und das Land gut behüten, abgesehen von
diesem Fakt gibt es noch etwas Anderes, was sich aus diesem Versen
hervorhebt. Nämlich: Gott führte sie in der Wüste durch ein dürres
und totes Land, wo kein Mensch wohnen kann. Durch eine derartige
Entscheidung wollte er ihnen verdeutlichen, dass sie, wenn sie unter
seiner Obhut sind, vor gar nichts Angst haben müssen, und dass sie
sogar am lebensfeindlichsten Ort der Erde überleben werden, wenn
Gott mit ihnen ist. Denn wenn man in ganz besonders schwierigen Lagen
Beistand bekommt, dann wird normalerweise das Vertrauen umso größer,
das man zu seinem Versorger entwickelt. Aber Israel entwickelte
überhaupt kein Vertrauen, sondern sie murrten und schimpften und
lästerten ohne Ende. Und sie haben nicht ein einziges Mal Danke
gesagt.
Da wir dies nun
durchgegangen sind, widmen wir uns mal den Erzählungen über die
Wüstenwanderung in den Mosebüchern, die mit dem Auszug aus Ägypten
begann.
Und es gibt sehr,
sehr viel darüber zu lesen, was nach dem Auszug Israels aus Ägypten
alles geschah. Um Zeit zu sparen, werden wir uns nicht alles auf
einmal anschauen, sondern nur die ganz besonders herausragenden
Teile, von denen ich einige nur nacherzähle, andere aber lesen wir
direkt durch.
Was wir zuerst
lesen, ist der Auszug aus Ägypten selbst. Es steht geschrieben in
Kapitel 12, Vers 35 bis 40:
Und die Kinder
Israels handelten nach dem Wort Moses und forderten von den Ägyptern
silberne und goldene Geräte und Kleider.
Dazu gab der HERR
dem Volk bei den Ägyptern Gunst, dass sie ihr Begehren erfüllten;
und so beraubten sie Ägypten.
So zogen die Kinder
Israels aus von Ramses nach Sukkot, etwa 600.000 Mann Fußvolk,
ungerechnet die Frauen und Kinder.
Es zog aber auch
viel Mischvolk mit ihnen, und Schafe und Rinder und sehr viel Vieh.
Und sie machten aus
dem Teig, den sie aus Ägypten gebracht hatten, ungesäuerte
Brotfladen; denn er war nicht gesäuert, weil sie aus Ägypten
vertrieben worden waren und sich nicht aufhalten konnten; und sie
hatten sich sonst keine Wegzehrung zubereitet.
Die Zeit aber,
welche die Kinder Israels in Ägypten gewohnt hatten, betrug 430
Jahre.
Es war also wirklich
eine riesengroße Menge an Menschen, die Ägypten verließ, deutlich
mehr als 600.000 Menschen. Ich persönlich kann mir das gar nicht
bildlich vorstellen, wie das ausgesehen haben muss, als eine derart
riesige Menschenmenge in die Wüste wanderte.
Und sie ließen sich
von den Ägyptern reichlich Güter geben, denn die Ägypter wollten
einfach nur noch, dass Israel verschwindet, weil sie nach den ganzen
geschehenen Strafgerichten die Hosen voll hatten.
Gott ließ dann das
Volk bis zum sogenannten Schilfmeer wandern. Das dauerte einige Tage,
aber leider erfahren wir nicht, wie viele.
In dieser Zeit aber
begannen die Ägypter, sich darüber zu ärgern, dass sie nun keine
Sklaven mehr hatten. Und der Pharao ließ sich dazu reizen, seine
Armee zu entsenden, um die Kinder Israels wieder einzufangen. Gott
aber ging als eine sogenannte Wolkensäule vor Israel her, um ihnen
den Weg zu zeigen, und nachts brannte die Wolkensäule in Feuer, um
den Kindern Israels Licht zu geben. Und als die Israeliten an das
Schilfmeer kamen, da waren die Ägypter sehr nah bei ihnen. Wir lesen
diesbezüglich mal in Kapitel 14 vom zweiten Buch Mose die Verse 10
bis 14. Es steht geschrieben:
Und als der Pharao
nahe zu ihnen kam, erhoben die Kinder Israels ihre Augen, und siehe,
die Ägypter zogen hinter ihnen her! Da fürchteten sich die Kinder
Israels sehr, und sie schrien zum HERRN.
Und sie sprachen zu
Moses: Gibt es etwa keine Gräber in Ägypten, dass du uns weggeführt
hast, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan,
dass du uns aus Ägypten herausgeführt hast?
Haben wir dir nicht
schon in Ägypten dieses Wort gesagt: »Lass uns in Ruhe, wir wollen
den Ägyptern dienen?« Denn es wäre für uns ja besser, den
Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben!
Moses aber sprach
zum Volk: Fürchtet euch nicht! Steht fest und seht die Rettung des
HERRN, die er euch heute bereiten wird; denn diese Ägypter, die ihr
heute seht, die werdet ihr nicht wiedersehen in Ewigkeit!
Der HERR wird für
euch kämpfen, und ihr sollt still sein!
An dieser Stelle
bemerkt man zum ersten Mal, wie feindselig die Kinder Israels gegen
Gott denken. Gott hatte ihnen längst demonstriert, was für eine
große Macht er hat, und dass er einen Unterschied macht zwischen
ihnen und den Ägyptern. Das hätte sie eigentlich beeindrucken
sollen. Aber stattdessen beginnen sie mit unfassbar störrischen
Worten, Moses vollzumotzen und denken nicht eine einzige Sekunde
daran, dass der Schöpfer aller Dinge sie beschützen kann. Trotz all
der Wundertaten, die sie schon in Ägypten gesehen hatten, kam es
ihnen nichtmal ansatzweise in den Sinn, Gott zu vertrauen.
Stattdessen gingen sie davon aus, sie wären völlig hilflos
ausgeliefert und müssten nun alle sterben.
Gott aber gab den
Israeliten eine sehr interessante Gelegenheit zur Flucht, denn wir
lesen in den Versen 15 bis 22:
Und der HERR sprach
zu Moses: Was schreist du zu mir? Sage den Kindern Israels, dass sie
aufbrechen sollen!
Du aber hebe deinen
Stab auf und strecke deine Hand über das Meer und zerteile es, damit
die Kinder Israels mitten durch das Meer auf dem Trockenen gehen
können!
Ich aber, siehe, ich
will das Herz der Ägypter verstocken, dass sie ihnen nachziehen;
dann will ich mich verherrlichen an dem Pharao und an seiner ganzen
Heeresmacht, an seinen Streitwagen und seinen Reitern.
Und die Ägypter
sollen erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich mich am Pharao, an
seinen Streitwagen und an seinen Reitern verherrliche!
Da erhob sich der
Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, und trat hinter sie;
und die Wolkensäule vor ihnen machte sich auf und trat hinter sie.
So kam sie zwischen
das Heer der Ägypter und das Heer Israels; und sie war für die
einen Wolke und Finsternis, und für die anderen erleuchtete sie die
Nacht, sodass diese und jene die ganze Nacht nicht zusammenkamen.
Als nun Moses seine
Hand über das Meer ausstreckte, da trieb der HERR das Meer die ganze
Nacht durch einen starken Ostwind hinweg; und er machte das Meer zu
trockenem Land, und die Wasser teilten sich.
Und die Kinder
Israels gingen mitten in das Meer hinein auf dem Trockenen, und das
Wasser war ihnen wie eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken.
Hier lesen wir also
die berühmte Geschichte, wie Moses das Meer geteilt hat durch Gottes
Kraft, sodass die Kinder Israels auf dem Meeresboden wandern können.
Und die Ägypter sind verrückt genug gewesen, um selbst ebenfalls
auf den Meeresboden zu gehen. Wir wissen aber, dass die Ägypter
unzählige Neugeborene von Israel direkt nach der Geburt im Wasser
ertränkt hatten, als die Israeliten noch in Ägypten wohnten. Da nun
die Ägypter auf dem Meeresgrund wanderten, und links und rechts von
ihnen Wasser war, nutzte Gott diese Gelegenheit aus, um die Rache für
Israel zu vervollständigen. Gott ließ die Räder von den
Streitwagen der Ägypter abfallen, und Moses sollte seinen Stab über
das Meer heben, sodass es wieder seine normale Form annimmt. Dadurch
wurden die Ägypter alle von den Fluten überströmt und ertranken im
Meer. Sie starben auf die gleiche Weise, wie sie die Neugeborenen von
Israel ermordet hatten.
Danach wanderte
Israel drei Tage weiter durch die Wüste, ohne Wasser zu finden, bis
sie schließlich eine Quelle fanden, aber ihr Wasser war bitter. Sie
demütigten sich an diesem Tag aber nicht vor Gott, um von ihm zu
bitten, dass er ihnen helfen möge, sondern sie schnauzten Moses an,
er solle ihnen gefälligst gutes Wasser zu trinken geben. Und Moses
schrie zu Gott, da ließ Gott das Wasser aus der Quelle süß werden.
Das war also schon das zweite erstaunliche Wunderzeichen seit dem
Auszug aus Ägypten. Zuerst durfte Israel sehen, wie durch Gottes
Kraft das Meer geteilt wird, und nun erlebten sie, wie Gott bitteres
Wasser süß machte.
Sie hatten aber
immernoch keine Liebe zu Gott in ihren Herzen, und auch keine
Ehrfurcht und kein Vertrauen. Wir können uns aber mal einen Teil der
Erzählung durchlesen, wie Gott das bittere Wasser süß werden
lässt, denn er macht dort eine interessante Aussage. Es steht
geschrieben in Kapitel 15, Vers 25 bis 27:
Er aber schrie zum
HERRN, und der HERR zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, da
wurde das Wasser süß. Dort gab er ihnen Gesetz und Recht, und dort
prüfte er sie;
und er sprach: Wenn
du der Stimme des HERRN, deines Gottes, eifrig gehorchen wirst und
tust, was vor ihm recht ist, und seine Gebote zu Ohren fasst und alle
seine Satzungen hältst, so will ich keine der Krankheiten auf dich
legen, die ich auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin der HERR, dein
Arzt!
Und sie kamen nach
Elim; dort waren 12 Wasserquellen und 70 Palmbäume; und sie lagerten
sich dort am Wasser.
Gott bezeichnet sich
selbst also als Arzt für Israel, sofern sie sich an seine Gebote
halten. Das ist eine ziemlich interessante Aussage, finde ich.
Als aber das Volk
Israel von Elim weiter wanderte, kam es in eine Wüste. Und dort gab
es weder Essen noch Wasser. Und auch diesmal kam kein einziger von
ihnen auf den Gedanke, auf die Knie zu gehen und zu dem Gott zu
beten, der sie behütet, sondern stattdessen begannen sie, herum zu
motzen und Moses anzupöbeln, dass sie sich wünschen, sie wären in
Ägypten gestorben, denn das sei besser für sie, als in der Wüste
zu sein. Und sie unterstellten ihm, er hätte die Absicht, das Volk
verhungern zu lassen. Sie sind also schonwieder unerträglich
widerspenstig und haben nicht die geringste Anerkennung übrig für
das, was unser Vater im Himmel bis dahin schon für sie getan hatte.
Und wir lesen uns jetzt durch, wie Gott an diesem Tag reagierte. Es
steht geschrieben in Kapitel 16, Vers 4:
Da sprach der HERR
zu Moses: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen; dann
soll das Volk hinausgehen und täglich sammeln, was es braucht, damit
ich es prüfe, ob es in meinem Gesetz wandeln wird oder nicht.
Hier sehen wir also,
dass Gott sein Volk mit Brot aus dem Himmel speisen will. Und an dem
selben Tag, als er es versprach, gab er ihnen am Abend auch Wachteln,
bevor dann am nächsten Tag die Speisung mit Brot begann. Wenn man
kleinlich sein will, muss man aber betonen, dass es nicht wirklich
Brot war, was aus dem Himmel herabfiel, sondern es war eine Substanz,
aus welcher man Brot backen konnte, sofern man die nötige
Ausstattung besitzt. Und glücklicherweise besaßen die Kinder
Israels die nötige Ausstattung, um unterwegs zu kochen und zu
backen. Wie genau aber das beschaffen war, was aus dem Himmel herab
fiel, das lesen wir in mehreren Versen des Kapitels. In den Versen 14
bis 16 steht:
Und als der Tau
aufgestiegen war, siehe, da lag etwas in der Wüste, rund und klein,
so fein wie der Reif auf der Erde.
Und als es die
Kinder Israels sahen, sprachen sie untereinander: Was ist das?, denn
sie wussten nicht, was es war. Moses aber sprach zu ihnen: Dies ist
das Brot, das euch der HERR zur Speise gegeben hat!
Das ist aber der
Befehl, den der HERR gegeben hat: Jeder soll davon sammeln, so viel
er zum Essen benötigt, einen Gomer je Kopf, nach der Zahl eurer
Seelen; jeder nehme für die, die in seinem Zelt sind.
Ebenso lesen wir
etwas über die Beschaffenheit dessen, was Gott vom Himmel regnen
ließ in Vers 31, wo es heißt:
Und das Haus Israel
gab ihm den Namen Manna. Es war aber wie Koriandersamen, weiß, und
hatte einen Geschmack wie Honigkuchen.
Die Substanz, die
Gott vom Himmel regnen ließ und aus welcher Israel Brot machen
konnte, war also süß wie Honigkuchen und hatte Ähnlichkeit mit
Koriandersamen. Ich denke, diese Beschreibung ist ausreichend.
Gott hatte die Regel
aufgestellt, dass alle Menschen nur so viel Manna sammeln sollen, wie
sie wirklich für den Tag brauchen, sodass nichts bis zum nächsten
Morgen übrig bleibt. Denn die Menschen des Volkes Israel sollten
regelmäßig aus dem Lager hinausgehen und Manna für den aktuellen
Tag sammeln, aber nicht am sechsten Tag der Woche. Da mussten sie die
doppelte Menge sammeln und auch für den siebten Tag Brot oder Kuchen
backen, weil der siebte Tag der Sabbat war, an dem sie ruhen sollten.
Gott aber ließ während der gesamten Wüstenwanderung Manna vom
Himmel regnen, sodass sein Volk nicht hungern musste. Das war schon
das dritte Wunderzeichen, und dieses war jeden Tag gegenwärtig.
Und trotz dieses
Umstandes waren die Männer des Volkes immernoch voll Bitterkeit,
Unglauben und Widerspenstigkeit, und sie vertrauten nicht auf Gott
und glaubten nichtmal ansatzweise daran, dass Gott es gut mit ihnen
meint und sie behütet. Als sie nun Durst hatten, kamen sie
schonwieder mit unverschämtem Ton und böser Herzenshaltung zu Moses
und machten ihm Unterstellungen, es wäre die Absicht von Moses, das
Volk in der Wüste verdursten zu lassen.
Wir lesen uns die
entsprechende Situation mal durch. Es steht geschrieben in Kapitel
17, Vers 1 bis 7:
Und die ganze
Gemeinde der Kinder Israels zog aus der Wüste Sin ihre Tagereisen,
nach dem Befehl des HERRN, und sie lagerte sich in Rephidim; aber da
hatte das Volk kein Wasser zu trinken.
Darum stritt das
Volk mit Moses, und sie sprachen: Gebt uns Wasser, dass wir trinken!
Moses sprach zu ihnen: Was streitet ihr mit mir? Warum versucht ihr
den HERRN?
Als nun das Volk
dort nach Wasser dürstete, da murrten sie gegen Moses und sprachen:
Warum hast du uns aus Ägypten heraufgeführt, um uns und unsere
Kinder und unser Vieh vor Durst sterben zu lassen?
Da schrie Moses zum
HERRN und sprach: Was soll ich mit diesem Volk tun? Es fehlt nicht
viel, und sie werden mich noch steinigen!
Und der HERR sprach
zu Moses: Tritt hin vor das Volk und nimm etliche Älteste von Israel
mit dir und nimm den Stab in deine Hand, mit dem du den Nil
geschlagen hast, und geh hin.
Siehe, ich will dort
vor dir auf dem Felsen am Horeb stehen; und du sollst den Felsen
schlagen, und es wird Wasser herauslaufen, damit das Volk zu trinken
hat. Und Moses tat dies vor den Augen der Ältesten Israels.
Da gab man dem Ort
den Namen Massa und Meriba, wegen der Herausforderung der Kinder
Israels, und weil sie den HERRN versucht und gesagt hatten: Ist der
HERR in unserer Mitte oder nicht?
Gott hat also ein
weiteres Mal Barmherzigkeit an dem Volk erwiesen, obwohl sie sich wie
völlig verkorkste, sture Böcke benommen haben, absolut abstoßend
und unerträglich. Und er ließ Moses einen Felsen schlagen, um
Wasser in Fülle daraus fließen zu lassen. Und dieser Fels, den
Moses schlug, der steht bis zum heutigen Tag auf dieser Erde, und
jeder kann ihn sehen.
Jedenfalls erinnert
ihr euch vielleicht, dass Moses in früheren Zeiten aus Ägypten
geflohen war, und im Land Midian unterkam. Und dort durfte er bei
Jethro wohnen, welcher sein Schwiegervater wurde. Als aber das Volk
Israel in der Nähe von Midian war, kam Jethro zu Moses, um ihn zu
besuchen. Und auch die Ehefrau und die zwei Söhne von Moses kamen,
denn diese hatte Moses zuvor zurück nach Midian geschickt, als er in
Ägypten war.
Es geschah aber auch
jeden Tag in der Gemeinde Israels, dass das Volk Streitigkeiten zu
regeln hatte, wegen verschiedenen alltäglichen Kleinigkeiten. Sie
verlangten, dass Moses gerechte Urteile spricht, und das tat er auch.
Weil es aber so viele Anliegen waren, dauerte es ganze Tage, bis
alles erledigt war. Und Jethro machte den Vorschlag, dass Moses nach
gerechten Männern im Volk suchen soll, die keinem schändlichen
Gewinn hinterherjagen, und diese sollten für ihn alle kleineren
Streitfälle schlichten, sodass Moses entlastet wird. Und Moses hörte
auf Jethro in dieser Sache.
Wichtig ist aber,
und das ist für Gott ein äußerstes Ärgernis, dass er bisher viele
erstaunliche und großartige Dinge für sein Volk Israel getan hatte,
um ihnen zu zeigen, dass sie versorgt und beschützt sind, aber die
Menschen von Israel missachteten ihn immernoch auf ganzer Linie. Sie
fragten nicht nach ihm, sie hatten keine Ehrfurcht vor ihm, sie
kümmerten sich nicht um sein Gesetz, sie hatten nicht im geringsten
eine Beziehung zu ihm aufgebaut und hatten kein Vertrauen und keine
Zuwendung ihm gegenüber. Normalerweise müsste man nach all den
außergewöhnlichen Dingen, die geschehen waren, doch eigentlich
voller Erstaunen sein und sich freuen über den übernatürlichen
Beistand. Aber nichts dergleichen regte sich im Inneren der Kinder
Israels. Bisher hatte sich unser Vater im Himmel vergeblich darum
bemüht, Israel für sich zu gewinnen.
Da aber unser Vater
wollte, dass sein auserwähltes Volk ihm anhängt, meinte er, es
würde vielleicht helfen, wenn das ganze Volk seine Erscheinung sehen
und ihn reden hören kann. Und etwas dem Entsprechendes wurde dann
auch vorbereitet. Wir lesen darüber Folgendes in Kapitel 19, Vers 9
bis 15:
Da sprach der HERR
zu Moses: Siehe, ich will in einer dichten Wolke zu dir kommen, damit
das Volk meine Worte hört, die ich mit dir rede, und auch dir für
alle Zeit glaubt. Und Moses verkündete dem HERRN die Worte des
Volkes.
Da sprach der HERR
zu Moses: Geh zum Volk und heilige sie heute und morgen; und sie
sollen ihre Kleider waschen;
und sie sollen
bereit sein für den dritten Tag; denn am dritten Tag wird der HERR
vor den Augen des ganzen Volkes herabsteigen auf den Berg Sinai.
Und ziehe dem Volk
eine Grenze ringsum und sprich zu ihnen: Hütet euch davor, auf den
Berg zu steigen und seinen Fuß anzurühren! Denn jeder, der den Berg
anrührt, muss unbedingt sterben.
Niemandes Hand soll
ihn anrühren, sonst soll derjenige unbedingt gesteinigt oder
erschossen werden; es sei ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht am
Leben bleiben. Wenn aber das Horn anhaltend ertönt, dann sollen sie
zum Berg kommen!
Da stieg Moses vom
Berg herab zum Volk und heiligte das Volk; und sie wuschen ihre
Kleider.
Und er sprach zum
Volk: Seid bereit für den dritten Tag, keiner nahe sich seiner Frau!
Sehr interessant
ist, auf welche Art und Weise die Männer sich heiligen sollten.
Nämlich indem keiner mit seiner Frau Geschlechtsverkehr hat und
jeder seine Kleider säubert.
Es hat unser Vater
im Himmel aber auch sehr extreme Worte geredet in diesem Text, denn
wenn man davon hört, dass jeder unbedingt erschossen oder gesteinigt
werden muss, der dem Berg zu nahe kommt, dann ist das schon ziemlich
brutal und unbarmherzig. Und derartige Macken werden nicht nur einmal
in den Mosebüchern erzählt, sondern mehrmals. Natürlich hat unser
Vater die Allmacht, und er darf immer entscheiden, was getan wird und
was nicht, aber wir hören ja immer, dass Gott Liebe ist, und wenn
man dann solche Erzählungen hört, Allmacht hin oder her, stößt
das dem Zuhörer unweigerlich bitter auf. Aber damit muss man sich
abfinden, also dass die Dinge sich damals auf so eine Art zugetragen
haben. Auch wenn das nicht liebenswert klingt.
Lasst uns nun mal
die Erzählung darüber lesen, was geschah, als Gott auf dem Berg in
Sinai erschien! Es steht geschrieben in den Versen 16 bis 20:
Und es geschah, als
der dritte Tag kam und es noch früh am Morgen war, da erhob sich ein
Donnern und Blitzen, und eine dichte Wolke lag auf dem Berg, und es
ertönte ein sehr lauter Schall von Schopharhörnern. Da erschrak das
ganze Volk, das im Lager war.
Und Moses führte
das Volk aus dem Lager, Gott entgegen, und sie stellten sich unten am
Berg auf.
Aber der ganze Berg
Sinai rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabstieg. Und sein
Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg
erbebte heftig.
Und der Hörnerschall
wurde immer stärker. Moses redete, und Gott antwortete ihm mit
lauter Stimme.
Als nun der HERR auf
den Berg Sinai, oben auf den Gipfel des Berges herabgekommen war,
rief er Moses hinauf auf den Gipfel des Berges. Und Moses stieg
hinauf.
Gott begann kurze
Zeit später, vor dem Volk eine Rede zu halten. Und was er in diesem
einmaligen Augenblick zu dem Volk zu sagen hatte, das lesen wir in
Kapitel 20. In den Versen 1 bis 21 steht geschrieben:
Und Gott redete alle
diese Worte und sprach:
Ich bin der HERR,
dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der
Knechtschaft, herausgeführt habe.
Du sollst keine
anderen Götter neben mir haben!
Du sollst dir kein
Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im
Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den
Wassern, unter der Erde ist.
Bete sie nicht an
und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein
eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den
Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen,
der aber Gnade
erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
Du sollst den Namen
des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der HERR wird den
nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
Gedenke an den
Sabbattag und heilige ihn!
Sechs Tage sollst du
arbeiten und alle deine Werke tun;
aber am siebten Tag
ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun;
weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch
deine Magd, noch dein Fieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner
Tore lebt.
Denn in sechs Tagen
hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was
darin ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der HERR den
Sabbattag gesegnet und geheiligt.
Du sollst deinen
Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das
der HERR, dein Gott, dir gibt!
Du sollst nicht
töten!
Du sollst nicht
ehebrechen!
Du sollst nicht
stehlen!
Du sollst kein
falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!
Du sollst nicht
begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau
deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein
Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!
Und das ganze Volk
nahm das Donnern und die Flammen wahr und den Schall der
Schopharhörner und den rauchenden Berg. Als nun das Volk dies
wahrnahm, zitterte es und stand von ferne,
und es sprach zu
Moses: Rede du mit uns, und wir wollen hören; aber Gott soll nicht
mit uns reden, sonst müssen wir sterben!
Moses aber sprach
zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, um euch zu
prüfen, und damit die Furcht vor ihm euch vor Augen sei, damit ihr
nicht sündigt!
Und das Volk stand
von ferne; Moses aber nahte sich zu dem Dunkel, in dem Gott war.
An diesem Text
erkennen wir, dass Gott, als er vor allen Menschen von Israel redete,
an diesem einzigartigen Tag die 10 Gebote vortrug. Demnach müssen
diese Gebote ein ziemlich wichtiger Teil seines Herzens sein, würde
ich mal behaupten. Das Volk aber bekam es mit der Angst zu tun, wegen
den gewaltigen Kraftwirkungen, die durch Gottes Auftreten in
Herrlichkeit wirkten. Und sie wollten Gott nicht mehr reden hören
vor lauter Furcht. Gott hielt sich aber trotz allem in einem Dunkel
auf, wie wir lesen, da er wollte, dass seine Gestalt vor den Menschen
verborgen bleibt, Moses aber konnte darauf zugehen, ohne dass es ihm
schadet. Die ganzen anderen Menschen waren an diesem Tag aber eher
bestürzt als beeindruckt. Und das Feuer Gottes hat auf diesem Berg
sichtbare Spuren hinterlassen, die bis zum heutigen Tag gesehen
werden können, und welche nicht vergehen werden.
Es hatte zwar dieses
Ereignis nicht dabei geholfen, die Liebe in den Herzen der Menschen
zu entfachen, aber sie machten immerhin zuerst den Anschein, dass sie
Ehrfurcht bekommen hatten, und das an sich war Gott ja schon ein
großes Anliegen gewesen, wenn sie ihn schon nicht lieben, dass sie
dann wenigstens Respekt vor ihm haben.
Jedenfalls bekommt
Moses auch noch in den Kapiteln 21 bis 23 verschiedene
Rechtsverordnungen, basierend auf den häufigsten Streitfällen, die
sich schon mehrmals im Alltag des damaligen Volkes ergeben hatten.
Und diese trug er dem Volk vor, und das Volk versprach, es zu halten.
Dem gemäß lesen wir in Kapitel 24, Vers 5 bis 18:
Und Moses sandte
junge israelitische Männer, damit sie Brandopfer darbrachten und
Jungstiere opferten als Friedensopfer für den HERRN.
Und Moses nahm die
Hälfte des Blutes und goss es in Schalen; aber die andere Hälfte
des Blutes sprengte er auf den Altar.
Darauf nahm er das
Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie
sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und
darauf hören!
Da nahm Moses das
Blut und sprengte es auf das Volk und sprach: Seht, das ist das Blut
des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat aufgrund aller
dieser Worte!
Da stiegen Moses und
Aaron, Nadab und Abihu und 70 von den Ältesten Israels hinauf;
und sie sahen den
Gott Israels; und unter seinen Füßen war es wie ein Gebilde von
Saphirplatten und so klar wie der Himmel selbst.
Und er legte seine
Hand nicht an die Auserwählten der Kinder Israels. Und sie schauten
Gott und aßen und tranken.
Und der HERR sprach
zu Moses: Steige zu mir herauf auf den Berg und bleibe dort, so will
ich dir die steinernen Tafeln geben und das Gesetz und das Gebot, das
ich geschrieben habe, um sie zu unterweisen!
Da machte sich Moses
auf samt seinem Diener Josua, und Moses stieg auf den Berg Gottes.
Zu den Ältesten
aber hatte er gesagt: Erwartet uns hier, bis wir wieder zu euch
kommen; seht, Aaron und Hur sind bei euch; wer eine Angelegenheit
hat, der wende sich an sie!
Als nun Moses auf
den Berg stieg, bedeckte eine Wolke den Berg.
Und die Herrlichkeit
des HERRN ruhte auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs
Tage lang; am siebten Tag aber rief er Moses von der Wolke aus zu.
Und die Herrlichkeit
des HERRN war vor den Augen der Kinder Israels wie ein verzehrendes
Feuer oben auf dem Gipfel des Berges.
Moses aber ging
mitten in die Wolke hinein, als er den Berg bestieg; und Moses blieb
40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg.
Die Stelle, als
Moses das Volk mit Tierblut vollgespritzt hat, klingt in diesem
Zusammenhang ungewöhnlich, erinnert aber auch so ein bisschen daran,
dass Jesus ebenfalls mit denen einen Bund hat, die an ihn als Gottes
Sohn glauben, und zur Besiegelung dieses Bundes hat er sein eigenes
Blut vergießen müssen.
Moses jedenfalls ist
laut der Erzählung zu Gott gegangen, um 40 Tage bei ihm zu bleiben
auf dem Berg, während die Ältesten und das Volk abseits waren. Für
das Volk war das aber bestimmt sehr verunsichernd, als sie sahen, wie
Moses in ein verzehrendes Feuer hinein ging. Die haben vermutlich
geglaubt, Moses wäre verbrannt worden oder so.
Und aufgrund ihres
oberflächlichen Glaubens, nämlich dass Moses von seinem eigenen
Gott ermordet worden sei, hatten sie den Eindruck, nun alleine
dazustehen und taten etwas extrem Törichtes. Sie bedrängten Aaron
und verlangten mit grimmiger Haltung von ihm, er solle ihnen Götter
bauen, von welchen sie glauben würden, durch die Wüste geführt zu
werden. Da machte Aaron tatsächlich ein Bildnis, welches dann von
den Kindern Israels zu Gott erklärt wurde. Moses aber war die ganzen
40 Tage bei Gott und musste viel aufschreiben, außerdem erhielt er
auch Anweisungen über den Bau der Bundeslade, und über den Bau der
Stiftshütte, denn beides sollte möglichst zeitnah gebaut werden,
sobald Moses wieder zu den Kindern Israels zurückgeht.
Gott erwähnte aber,
dass Israel sich schlimm versündigt hat, denn Gott sah
logischerweise, dass die Kinder Israels ein großes Götzenbild
gebaut hatten, um dieses als neuen Gott anzubeten. Und vermutlich
erfreuten sie sich an diesem leblosen Gegenstand mehr, als sie sich
an dem echten Gott erfreuten. Denn die leblose Figur gab ihnen keine
Gebote und äußerte keine Ermahnungen. Bei der Figur konnte man
einfach Opfer darbringen, ohne sich Moralpredigten anhören zu
müssen, und man konnte glauben, Segen zu bekommen, ohne dass jemand
das Gegenteil erklären würde. Das gefiel den unverschämten,
selbstsüchtigen und unerträglich verkorksten Menschen bestimmt sehr
gut. Bei dem echten lebendigen Gott gibt es diese zweifelhaften
Vorzüge nämlich nicht. Dass Gott aber seine Kinder mit Nahrung
versorgt und für sie kämpft, wird ganz gerne vergessen.
Als Moses sah, was
die Kinder Israels trieben, war er hochgradig entsetzt und zerbrach
die Tafeln, die er vom Berg Gottes mitgebracht hatte, deswegen wurde
es nötig, noch ein zweites Mal für 40 Tage zu Gott auf den Berg zu
gehen. Gott war aber auch sehr zornig, als er gesehen hatte, dass die
Kinder Israels sich einfach neue Götter ausgedacht hatten, anstatt
ihn, den echten Gott zu ehren. Und Gott empfand es als eine
Sinnlosigkeit, dieses Volk, welches extremst untreu, widerspenstig
und unverschämt war, noch weiter anzuführen. Er hätte sie am
liebsten vertilgt, so entsetzt war er von ihren dauerhaft störrischen
und halsstarrigen Herzen. Aber Moses erflehte Gnade für das Volk,
auch wenn es unverdiente Gnade war, und Moses erinnerte daran, dass
Gott den Vätern Israels einen Bund geschworen hatte und dass alle
anderen Völker der Erde ihn verspotten würden, wenn sich herum
spricht, dass das von ihm befreite Volk in der Wüste gestorben ist.
Es wurde aber
trotzdem die Situation im Volk ziemlich unangenehm, weil befohlen
wurde, dass die jenigen, die sich zu Gott bekennen, jeden ihrer
Nächsten umbringen müssen, der Gott den Rücken zukehren will.
Und Gott wollte sich
nicht mehr im Lager Israels als Wolkensäule aufhalten, deshalb baute
Moses ein Zelt außerhalb des Lagers, welches kleiner war als die
Stiftshütte, denn die Stiftshütte war noch nicht gebaut worden. Und
in dieses Zelt durfte nur Moses, und Gott erschien nur in diesem
Zelt, wenn er mit Moses reden wollte. Moses hegte aber auch den
Wunsch, Gott in seiner ganzen Gestalt sehen zu dürfen. Diesbezüglich
lesen wir in Kapitel 33, Vers 17 bis 23:
Und der HERR sprach
zu Moses: Auch dies, was du jetzt gesagt hast, will ich tun; denn du
hast Gnade gefunden vor meinen Augen, und ich kenne dich mit Namen!
Er aber antwortete:
So lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!
Und der HERR sprach:
Ich will alle meine Güte vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen
und will den Namen des HERRN vor dir ausrufen. Und wem ich gnädig
bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den
erbarme ich mich.
Und er sprach
weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird
leben, der mich sieht!
Doch sprach der
HERR: Siehe, es ist ein Ort bei mir, da sollst du auf dem Felsen
stehen.
Wenn dann meine
Herrlichkeit vorübergeht, so stelle ich dich in die Felsenkluft und
will dich mit meiner Hand so lange bedecken, bis ich vorübergegangen
bin.
Wenn ich dann meine
Hand zurückziehe, so darfst du hinter mir hersehen; aber mein
Angesicht soll nicht gesehen werden!
Es ist
bemerkenswert, dass kein Mensch unserem himmlischen Vater ins Gesicht
schauen kann und dabei am leben bleibt. Höchstwahrscheinlich hat das
mit den Sünden zu tun, die wir auf uns haben, während Gott aber
heilig ist und es in seinem Inneren überhaupt keine Absichten gibt,
die auch nur ansatzweise in Richtung Sünde gehen. Zum Glück können
wir durch Jesus von unseren Sünden reingewaschen werden, sonst
müssten wir uns damit abfinden, in alle Ewigkeit niemals Gott sehen
zu dürfen, aber ganz am Ende wird uns ja laut der Offenbarung
versprochen, dass wir ihn sehen werden.
Die restlichen
Kapitel erzählen nur noch davon, wie Gaben vom Volk gesammelt
wurden, um die Stiftshütte zu bauen, und wie bestimmte Menschen von
Gott mit Weisheit erfüllt wurden, um die Stiftshütte bauen zu
können, und dann geschah der Bau schließlich. Somit haben wir genug
aus dem zweiten Buch Mose in Erfahrung gebracht.
Im dritten Buch Mose
steht nicht wirklich ein nennenswertes Ereignis hinsichtlich der
Wanderung durch die Wüste. Deswegen machen wir mit ein paar Sachen
weiter, die im vierten Buch Mose lesbar sind.
Wir können
vollständigkeitshalber mal kurz lesen, wie sich die Wanderung
gestaltete, als die Stiftshütte fertig war. Es steht geschrieben im
vierten Buch Mose, Kapitel 9, Vers 15 bis 21:
Und an dem Tag, als
die Wohnung aufgerichtet wurde, bedeckte die Wolke die Wohnung,
nämlich das Zelt des Zeugnisses, und am Abend war sie über der
Wohnung anzusehen wie Feuer, bis zum Morgen.
So war es allezeit;
die Wolke bedeckte sie, aber bei Nacht war sie anzusehen wie Feuer.
Sooft sich die Wolke
von dem Zelt erhob, brachen die Kinder Israels auf; an dem Ort aber,
an dem sich die Wolke niederließ, da lagerten sich die Kinder
Israels.
Nach dem Befehl des
HERRN brachen die Kinder Israels auf, und nach dem Befehl des HERRN
lagerten sie sich; solange die Wolke auf der Wohnung ruhte, so lange
lagerten sie.
Und wenn die Wolke
viele Tage lang auf der Wohnung verweilte, so beachteten die Kinder
Israels die Anweisung des HERRN und brachen nicht auf.
Und wenn es vorkam,
dass die Wolke nur einige Tage auf der Wohnung blieb, so lagerten sie
sich doch nach dem Befehl des HERRN und brachen auf nach dem Befehl
des HERRN.
Und wenn es auch
vorkam, dass die Wolke nur vom Abend bis zum Morgen blieb und sich
die Wolke am Morgen erhob, so brachen sie auf; oder einen Tag und
eine Nacht, und die Wolke erhob sich danach, so brachen sie auch auf.
Hier erkennen wir,
dass die Kinder Israels wenigstens teilweise gehorsam waren, indem
sie sich immer nur nach Gott richteten, wenn zur Debatte stand, ob
sie sich lagern oder ob sie weiter wandern.
In Kapitel 11
beklagen sich die Menschen sehr, weil sie nichts Anderes als Manna
essen können, und es ist für sie langsam eine Zumutung, jeden Tag
das selbe essen zu müssen. Es wird aber nichts davon berichtet, dass
unser Vater mit Verständnis reagierte, sondern seine Reaktion wird
als sehr unbarmherzig geschildert. Gott war zornig, als er hörte,
wie die Kinder Israels sich an die Vielfalt erinnerten, die sie
hinsichtlich Speise in Ägypten hatten, und was es dort ungeachtet
des sehr schweren Sklavendienstes für verschiedenartige Speisen gab.
Und als die Leute deswegen weinten, wurde auch Moses sehr missmutig,
welcher das Volk die ganze Zeit über anführte, denn er war der
Mittler zwischen Gott und den Kindern Israels.
Jedenfalls traf Gott
die sehr eigenartige Entscheidung, dass er ihnen Wachteln zu essen
gab und sie gleichzeitig mit einer Plage schlug. Es wird leider kein
genaues Bild gegeben, wie das Verhalten der Menschen im Detail
ausgesehen hat. Wir lesen bloß in Kapitel 11, Vers 4:
Das hergelaufene
Gesindel aber, das in ihrer Mitte war, wurde sehr lüstern, und auch
die Kinder Israels fingen wieder an zu weinen, und sie sprachen: Wer
wird uns Fleisch zu essen geben?
Was genau das in der
Praxis bedeuten soll, wenn geschrieben steht, dass sogenanntes daher
gelaufenes Gesindel „sehr lüstern wurde“ inmitten des Volkes –
das lässt sich schwer sagen. Ich nehme an, wenn man es mit eigenen
Augen gesehen hätte, wie die Menschen sich verhielten, dann könnte
man vielleicht auch verstehen, warum Gott ihnen eine Plage schickte.
Aber aus dem Text, wie er geschrieben steht, wird es leider nicht
erkennbar.
Das nächste Problem
bestand darin, dass Aaron und Mirjam sich gegen Moses erheben
wollten, weil Gott nur zu Moses sprach. Darauf reagiert Gott
folgendermaßen in Kapitel 12, Vers 6 bis 8:
Und er sprach: Hört
doch meine Worte: Wenn jemand unter euch ein Prophet des HERRN ist,
dem will ich mich in einem Gesicht offenbaren oder ich will in einem
Traum zu ihm reden.
Aber nicht so mein
Knecht Moses: Er ist treu in meinem ganzen Haus.
Mit ihm rede ich von
Mund zu Mund, von Angesicht zu Angesicht und nicht rätselhaft, und
er schaut die Gestalt des HERRN. Warum habt ihr euch denn nicht
gefürchtet, gegen meinen Knecht Moses zu reden?
Hier stellt Gott
klar, dass er mit niemand anderem, der zu dieser Zeit lebte, den
gleichen engen Kontakt haben will wie mit Moses. Weil sich nun
besonders Mirjam gegen Moses aufgelehnt hatte, wurde sie zur Strafe
aussätzig und musste sieben Tage außerhalb des Lagers bleiben.
Schließlich kamen
die Israeliten an die Grenze der Länder, von denen Gott ihnen
versprochen hatte, dass er sie ihnen zum Besitz gibt. Und weil Gott
wollte, dass das Volk die Früchte des Landes sehen kann, wurden
Kundschafter hingeschickt, um einige Früchte zu holen. Und die
Kundschafter kamen nach 40 Tagen wieder, aber sie hatten nicht nur
Früchte dabei, sondern sie machten auch dem ganzen Volk Angst, weil
die Städte der Länder gut befestigt sind und weil Riesen darin
leben. Die Tatsache, dass Gott schon mehrmals die Feinde Israels vor
dem Volk her vertilgt hatte, bedachte niemand, und keiner vertraute
auf Gott, obwohl Gott versprochen hatte, für Israel zu kämpfen, und
das israelische Volk wurde voller Furcht vor den Einwohnern der
Länder. Da verlor Gott die Nerven mit diesen Leuten, die trotz aller
überwältigenden Wunder, die Gott bis dahin schon getan hatte,
immernoch voller Zweifel und Ablehnung waren, denn sie dachten
nichtmal einen einzigen Augenblick an Gott und dessen Macht. Und sie
fragten auch gar nicht danach. Gott aber hatte sich erhofft, dass die
Kinder Israels, wenn sie sehen, wie er sie in der Wüste behütet,
eine starke Vertrauensbeziehung zu ihm aufbauen und ihm anhängen. Da
nun dies nicht der Fall war, sondern sie trotz aller Wundertaten gar
nicht erst begannen, nach ihm zu fragen, wollte er das Volk am
liebsten vertilgen, denn sie waren komplett nutzlos dazu, Gottes Volk
zu sein, weil sie immer das exakte Gegenteil von dem ersinnten, was
Gott ihnen eigentlich die ganze Zeit beibringen wollte. Und das Volk
meinte, sie würden doch sowieso alle in der Wüste sterben, obwohl
ihnen das bis dahin niemals auch nur im Geringsten angedroht wurde,
sondern sie sagten es aus dem Irrsinn in ihren Köpfen heraus, weil
sie kein Vertrauen auf Gott hatten. Schließlich sprach Gott die
Worte, die wir lesen in Kapitel 14, Vers 28 bis 33:
Darum sprich zu
ihnen: So wahr ich lebe, spricht der HERR: Ich will genauso an euch
handeln, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt!
Eure Leichname
sollen in dieser Wüste fallen und alle eure Gemusterten, die ganze
Zahl, von 20 Jahren an und darüber, die ihr gegen mich gemurrt habt;
keiner von euch soll
in das Land kommen, über dem ich meine Hand zum Schwur erhoben habe,
um euch darin wohnen zu lassen – ausgenommen Kaleb, der Sohn
Jephunnes, und Josua, der Sohn Nuns!
Eure Kinder aber,
von denen ihr gesagt habt, dass sie zum Raub würden, die will ich
hineinbringen, und sie sollen das Land kennenlernen, das ihr
verachtet habt!
Eure eigenen
Leichname aber sollen in dieser Wüste fallen.
Und eure Kinder
sollen in der Wüste 40 Jahre lang Viehhirten sein und eure Hurereien
tragen, bis eure Leichname in der Wüste aufgerieben sind.
Da also alle
erwachsenen Menschen niemals an Gott glauben wollten, obwohl er
direkt vor ihnen herging, deswegen sollen die Erwachsenen nicht ins
versprochene Land kommen, und Gott hat die Hoffnung, dass ihre
Kinder, wenn diese erwachsen sind, sich besser benehmen werden als
die aktuellen Erwachsenen. Da diese aber erst erwachsen werden
müssen, soll das Volk 40 Jahre in der Wüste bleiben.
Als aber die Männer
diesen Beschluss hörten, versuchten sie spontan ohne Gottes Hilfe
das versprochene Land zu erobern, und das ist natürlich nach hinten
losgegangen.
Und an dieser Stelle
waren die Ärgernisse bei der Wüstenwanderung noch lange nicht
zuende.
Denn ein Mann,
dessen Name war Korah, sammelte 250 Männer um sich und trat gegen
Moses auf, indem er meinte, dieser und sein Bruder Aaron dürfen
nicht länger die Vorsteher des Volkes sein. Da befahl Moses, dass
alle Beteiligten sich vor der Stiftshütte versammeln sollen, und vor
ihren Augen tat sich der Erdboden auf, und Korah wurde samt seiner
Familie lebendig vom Totenreich verschlungen. Soetwas war noch nie
zuvor irgendjemandem passiert.
Als aber das Volk
dies gesehen hatte, waren sie am nächsten Tag alle feindselig gegen
Moses und Aaron, und sie erhoben sich gegen die beiden. Da war Gott
abermals zornig genug, um das Volk Israel vernichten zu wollen, aber
letztlich ließ er sich davon abbringen, obwohl eine entsprechende
Plage schon begonnen hatte. Und Gott gab dem Volk ein Zeichen, dass
Aaron wirklich der höchste Priester des Volkes sein soll, indem die
Stäbe von allen Ältesten mit Aarons Stab in die Stiftshütte gelegt
wurden, und am nächsten Tag unterschied sich Aarons Stab von allen
anderen, denn an diesem Stab waren Blüten und Mandeln gewachsen.
Einige Zeit später
geschah es, dass das Volk wieder kein Wasser hatte und dürstete. Und
wir wissen genau, dass sie bereits früher in so einer Situation
waren, in welcher Gott ihnen Wasser aus einem trockenen Felsen zu
trinken gab. Sie hatten das mit ihren eigenen Augen gesehen und
wussten daher, dass Gott sowas ohne Probleme tun kann. Und nun hatten
sie wieder großen Durst. Wenn ihr jetzt aber glaubt, dass sie auf
die Knie gegangen sind und Gott in Demut darum baten, dass er nochmal
das Wunder mit dem Wasser aus dem Felsen geschehen lässt, dann irrt
ihr euch. Denn das Volk wandte sich stattdessen gegen Moses und gegen
Aaron und machte ihnen schonwieder Unterstellungen, es sei die
Absicht von Moses und Aaron, das Volk verdursten zu lassen. Das ist
einfach nur unerträglich. Gott aber gab ihnen auch diesmal zu
trinken, und zwar ohne zornig zu sein, was in dieser Lage bestimmt
schwierig war, denn die Menschen von Israel hatten noch immer nichts
begriffen.
Es geschah aber
auch, dass Aaron das Ende seiner Tage erreichte und sterben musste,
und sein Nachfolger wurde sein Sohn Eleasar.
Als aber das Volk
weiter reiste, wurden die Menschen sehr missmutig und beklagten sich
die ganze Zeit nur darüber, dass sie in der Wüste sein müssen. Das
nahm Gott ihnen sehr übel, deshalb ließ er giftige Schlangen zu dem
Lager von Israel kommen, weil sie einfach nicht aufhören wollten,
widerspenstig und hochgradig unverschämt und bockig zu sein. Und
viele starben an dem Gift der Schlangen. Wie das Volk reagierte,
können wir nachlesen in Kapitel 21, Vers 7 bis 9:
Da kamen sie zu
Moses und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir gegen den HERRN
und gegen dich geredet haben. Bitte den HERRN, dass er die Schlangen
von uns wegnimmt! Und Moses bat für das Volk.
Da sprach der HERR
zu Moses: Mache dir eine Seraph-Schlange und befestige sie an einem
Feldzeichen; und es soll geschehen, wer gebissen worden ist und sie
ansieht, der soll am Leben bleiben!
Da machte Moses eine
eherne Schlange und befestigte sie an dem Feldzeichen; und es
geschah, wenn eine Schlange jemand biss und er die eherne Schlange
anschaute, so blieb er am Leben.
Das Interessante für
uns ist, dass Jesus diese Stelle zitiert hat, um anzudeuten, dass man
ebenfalls am Leben bleibt, so lange man ihn im Blick behält. Sowas
konnte Israel damals noch nicht tun, weil Jesus noch nicht
verherrlicht war, wir aber, die wir heutzutage leben, können und
sollten uns darüber im Klaren sein, dass Jesus Leben gibt.
Da wir aber gerade
die Wüstenwanderung Israels als Thema haben, erzähle ich noch kurz
von einer anderen Sache, die während der Wanderung geschah, nämlich
als die Schlangenplage nachgelassen hatte.
Die Israeliten
hatten sich nahe bei einem Volk gelagert, welches die Bibel als
Moabiter bezeichnet. Und als der König der Moabiter sah, dass Israel
sich an der Grenze seines Landes lagerte, bekam er Angst, denn er
befürchtete, sie würden eindringen und sein Land erobern. Aber der
König kannte einen gewissen Mann, dessen Name war Bileam. Zu dem
ging der König immer, um Leute verfluchen zu lassen. Da er nun
Israel schwächen wollte, um sie in einem eventuellen Kampf zu
besiegen, ging der König zu Bileam und sagte, dass Israel verflucht
werden muss. Und Bileam versuchte es, aber es klappte nicht, und es
stellte sich heraus, dass Israel das auserwählte Volk Gottes ist,
deshalb kann es nicht verflucht werden. Aber der König überredete
Bileam immer wieder, es nochmal zu versuchen und jedes Mal hat es
nicht funktioniert. Diese ganze Sache wird auf eine eigenartige Weise
in der Bibel berichtet. Aber besonders interessant ist die Erzählung
darüber, wie ein heiliger Engel Gottes entsandt war, um Bileam
unterwegs aufzuhalten, als Bileam Israel verfluchen sollte. Und
Bileam sah den Engel nicht, aber der Esel, auf dem Bileam ritt, sah
den Engel. Diesen Teil lesen wir uns heute vollständigkeitshalber
mal durch. Es steht geschrieben in Kapitel 22, Vers 22 bis 31:
Aber der Zorn Gottes
entbrannte darüber, dass er ging. Und der Engel des HERRN trat ihm
als Widersacher in den Weg. Er aber ritt auf seiner Eselin, und seine
beiden Burschen waren bei ihm.
Als nun die Eselin
den Engel des HERRN im Weg stehen sah und das gezückte Schwert in
seiner Hand, da bog die Eselin vom Weg ab und ging aufs Feld. Bileam
aber schlug die Eselin, um sie auf den Weg zu lenken.
Da trat der Engel
des HERRN in einen Hohlweg bei den Weinbergen; eine Mauer war auf
dieser, eine Mauer auf jener Seite.
Als nun die Eselin
den Engel des HERRN sah, drängte sie sich an die Wand und klemmte
Bileams Fuß an die Wand. Da schlug er sie noch mehr.
Da ging der Engel
des HERRN weiter und trat an einen engen Ort, wo kein Platz zum
Ausweichen war, weder zur Rechten noch zur Linken.
Als nun die Eselin
den Engel des HERRN sah, fiel sie unter Bileam auf ihre Knie. Da
entbrannte der Zorn Bileams, und er schlug die Eselin mit dem
Stecken.
Da öffnete der HERR
der Eselin den Mund; und sie sprach zu Bileam: Was habe ich dir
getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast?
Bileam sprach zu der
Eselin: Weil du Mutwillen mit mir getrieben hast! Wenn nur ein
Schwert in meiner Hand wäre – ich hätte dich jetzt umgebracht!
Die Eselin aber
sprach zu Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, die du von jeher
geritten hast bis zu diesem Tag? War es jemals meine Art, mich so
gegen dich zu verhalten? Er antwortete: Nein!
Da enthüllte der
HERR dem Bileam die Augen, und er sah den Engel des HERRN im Weg
stehen und das gezückte Schwert in seiner Hand. Da verneigte er sich
und warf sich auf sein Angesicht.
Diese Erzählung hat
etwas Besonderes an sich. Bileam war die ganze Zeit zornig über
seine Eselin, obwohl seine Eselin ihn vor dem Tod bewahrte. Das ist
ein interessanter Aspekt.
Als aber der König
der Moabiter mit großer Enttäuschung einsah, dass Israel nicht
verflucht werden kann, da versuchte er einen anderen Trick. Er
schickte die Frauen seines Volkes zu den Männern von Israel, und
diese Frauen luden die Männer dazu ein, mit ihnen Unzucht zu treiben
und an heidnischen Götzenopferdiensten teilzunehmen. Denn der König
wusste vermutlich, dass Gott dann sehr zornig werden würde. Und als
die Frauen der Moabiter ankamen, da freuten sich die Männer Israels,
und sie trieben mit den Frauen Unzucht und beteten fremde Götter an.
Da wurde Gott enorm zornig über Israel und schickte eine weitere
schlimme Plage über das Volk, aber das Volk war hinterher immernoch
stark genug, um die Moabiter im Krieg zu besiegen, und genau das
mussten sie schließlich auch tun.
Da wir aber vorhin
schon erfahren haben, dass nur die Nachkommen der Menschen des Volkes
Israel in das versprochene Land dürfen, nicht aber die Eltern, weil
die Eltern unerträglich bösartig und widerspenstig waren, möchte
ich euch mal kurz eine Ermahnung zeigen, die an die Kinder dieser
Eltern gegeben wurde, sobald diese groß waren. Im fünften Buch Mose
lesen wir in Kapitel 12, Vers 8 bis 9:
Ihr dürft nicht so
handeln, wie wir es heute hier tun, dass jeder nur das tut, was recht
ist in seinen Augen.
Denn ihr seid bisher
noch nicht zur Ruhe gekommen, noch zu dem Erbteil, das der HERR, dein
Gott, dir geben will.
Wenn also die Kinder
Israels Ruhe haben wollen, müssen sie offensichtlich aufhören,
immer nur das zu tun, was in ihren eigenen Augen recht ist.
Da wir nun all dies
durchgesprochen haben, schauen wir uns noch kurz den Bericht über
den Tod von Moses an, und dann soll es für heute genug sein. Im
fünften Buch Mose steht in Kapitel 34 geschrieben:
Und Moses stieg von
den Ebenen Moabs auf den Berg Nebo, auf die Spitze des Pisga, Jericho
gegenüber. Da zeigte ihm der HERR das ganze Land: Von Gilead bis
nach Dan,
und das ganze
Naphtali, das Land Ephra-ihm und Manasse und das ganze Land Juda bis
zum westlichen Meer;
auch den Negev und
die Jordanebene, die Ebene von Jericho, der Palmenstadt, bis nach
Zoar.
Und der HERR sprach
zu ihm: Dies ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob
zugeschworen habe, als ich sprach: »Deinem Samen will ich es geben!«
Ich lasse es dich mit deinen Augen sehen, aber hinübergehen sollst
du nicht!
Und Moses, der
Knecht des HERRN, starb im Land Moab, nach dem Wort des HERRN;
und er begrub ihn im
Tal, im Land Moab, Beth-Peor gegenüber; aber niemand kennt sein Grab
bis zum heutigen Tag.
Und Moses war 120
Jahre alt, als er starb; seine Augen waren nicht schwach geworden,
und seine Kraft war nicht gewichen.
Und die Kinder
Israels beweinten Moses in den Ebenen Moabs 30 Tage lang; dann hörten
sie auf, um Moses zu weinen und zu trauern.
Josua aber, der Sohn
Nuns, war mit dem Geist der Weisheit erfüllt, denn Moses hatte seine
Hände auf ihn gelegt; und die Kinder Israels gehorchten ihm und
handelten so, wie der HERR es Moses geboten hatte.
Es stand aber in
Israel kein Prophet mehr auf wie Moses, den der HERR kannte von
Angesicht zu Angesicht,
in all den Zeichen
und Wundern, zu denen der HERR ihn gesandt hatte, dass er sie im Land
Ägypten tun sollte an dem Pharao und an allen seinen Knechten und an
seinem ganzen Land;
und in all den
gewaltigen Handlungen und all den großen und furchtgebietenden
Taten, die Moses vollbrachte vor den Augen von ganz Israel.
Wahrhaftig war kein
Mann aufgestanden im Volk, welcher Gott so nahe war wie Moses, bis zu
dem Tag, als Jesus geboren wurde. Denn Jesus ist der jenige, von dem
Moses gesagt hat, dass ein Prophet, ihm ähnlich, kommen würde, auf
welchen Israel hören muss, denn wer auf diesen speziellen Prophet
nicht hört, von dem wird Gott es fordern. Von daher bleibt zu
hoffen, dass die heutigen Israeliten nicht so dickköpfig, hartherzig
und unverschämt sein werden wie ihre Vorfahren in der Wüste,
sondern dass sie auf den Messias hören werden, den Gott aus dem
Stamm Juda auferweckte, und welcher auch der Sohn Gottes ist, wie es
in Psalm 2 angedeutet wird. Denn auch wenn Israel sich nicht
liebevoll gegenüber Gott verhielt, so kann doch Gott nicht aufhören,
Israel zu lieben, und Jesus liebt Israel ebenfalls.
Und mit diesen
Worten endet das heutige Video. Ich habe nicht alles aufgezeigt, was
Israel in der Wüste erlebte, besonders die Kriege nicht, die sie
immer wieder führen mussten, aber ich denke, dass Video ist auch
ohne all dies schon komplex genug.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen