Text zu "Bibellehre - Die Wüstenwanderung Israels"

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=wS5odQu1k_4

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Im heutigen Video werden wir uns mit der Wüstenwanderung von Israel etwas näher befassen, die begann, als die Israeliten aus Ägypten herausgeführt wurden. Falls ihr das Video über die Befreiung Israels noch nicht kennen solltet, habe ich dieses für euch in der Textbox verlinkt. Darin haben wir uns die Zustände angeschaut, unter denen die Israeliten in Ägypten zu leiden hatten, und auch die 10 Strafgerichte, die Gott deswegen brachte. Heute aber schauen wir uns in kurzgefasster Form die Ereignisse an, die danach passierten.

Es ist so, wenn man diese Ereignisse durchliest, dass man dann stark versucht wird, eine Abneigung gegen Gott zu entwickeln. Die ganze Art, wie diese Erzählungen geschrieben sind, stellt unseren Vater im Himmel in ein schlechtes Licht. Er wird als unbarmherziger, übertrieben zorniger Tyrann dargestellt.
Um aber eine größere Ahnung davon zu bekommen, wie die Menschen sich bei der Wanderung aufgeführt haben, schauen wir uns zuerst Offenbarungen an, die die Propheten im Nachhinein über das bekamen, was in der Wüste überhaupt geschehen war.

Folgende Worte Gottes lesen wir von dem Prophet Amos in Kapitel 5, Vers 25 und 26:

Habt ihr etwa mir während der 40 Jahre in der Wüste Schlachtopfer und Speisopfer dargebracht, ihr vom Haus Israel?
Ihr habt die Hütten eures Moloch und den Kaiwan, eure Götzenbilder, getragen, das Sternbild eurer Götter, die ihr euch gemacht habt!

Diese Offenbarung sollte man mal tief in das eigene Herz aufnehmen. Der heilige Schöpfer aller Dinge, der einzig wahre Gott, hat Israel in der Wüste angeführt, wie wir nachher noch sehen werden, und diese Typen haben trotz dieser Tatsache nichts Besseres zu tun, als fremden Göttern zu opfern und Bildnisse von Götzen umherzutragen. Ist das nicht absolut hirnrissig? Die Götzen sind gar nichts, sie sind leblose Gegenstände, und sie sind unvergleichbar mit dem echten Gott, der nicht sterben kann, denn er lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, seine Tage nehmen kein Ende.
Es ist eigentlich eine riesige Ehre für die Israeliten gewesen, dass der echte Gott sie als Eigentum erwählt hat, aber das war ihnen egal, es hat sie nicht im Geringsten gejuckt, sondern sie interessierten sich nur für die Gelüste ihrer eigenen Herzen, für ihre privaten verdrehten Moralvorstellungen, und für ihre selbst erfundenen Gottfiguren. Das ist wirklich eine Schande, und dieses Problem gab es durchgängig während der ganzen Wüstenwanderung.

Gott wollte ein gutes Volk haben. Ein Volk mit lauter Menschen, die alle ein gutes Herz haben. Er wollte ein Volk erwecken, bei dem sich all die Barmherzigkeit und die Liebe finden lässt, die den ganzen Heidenvölkern fehlt. Und er hatte die Erwartung an Israel, dass diese das tun werden. Er ging fest davon aus, dass diese das Volk sein werden, welches anders sein wird als alle anderen Völker des Erdkreises. Es ist nämlich kein Zufall, dass Gott ausgerechnet ein Volk erwählte, welches unter sehr heftigem Sklavendienst zu leiden hatte. Denn aufgrund dieser Umstände, in denen diese Menschen vor ihrer Erlösung lebten, war es umso wahrscheinlicher, dass sie Derartiges niemals einander antun würden, sobald sie frei sind, weil sie wissen, wie schlimm es ist. Und weil es normal ist, dass Menschen sich besonders nach Frieden und Heil sehnen, wenn sie Bedrängung und Gewalt erlebt haben, deswegen war es theoretisch naheliegend, dass gerade Israel seine Sehnsucht nach Frieden und Heil ausleben würde, sobald dieses Volk frei ist. Und doch, obwohl es Gründe gab, um erwarten zu dürfen, dass dieses Volk aufblüht in der Freiheit, haben die Menschen ihr Herz doch lieber mit Bösartigkeit, Widerspenstigkeit, Unbarmherzigkeit, Untreue, Hochmut und Selbstsucht gefüllt. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern über alle Grenzen des Erträglichen hinaus.

Ein zweiter Text, den wir uns vor den Mosebüchern anschauen, steht geschrieben in Psalm 78, Vers 34 bis 41. Dort lesen wir:

Wenn er sie schlug, so fragten sie nach ihm und kehrten wieder um und suchten Gott;
und sie gedachten daran, dass Gott ihr Fels ist, und Gott, der Höchste, ihr Erlöser.
Aber sie heuchelten vor ihm mit ihrem Mund und logen mit ihren Zungen;
denn ihr Herz war nicht aufrichtig gegen ihn, und sie hielten nicht treu an seinem Bund fest.
Er aber war barmherzig und vergab die Schuld und vertilgte sie nicht;
und oftmals wandte er seinen Zorn ab und erweckte nicht seinen ganzen Grimm;
denn er dachte daran, dass sie Fleisch sind,
ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkehrt.
Wie oft lehnten sie sich gegen ihn auf in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde!
Und sie versuchten Gott immer wieder und bekümmerten den Heiligen Israels.

An diesem Text wird auch das unzumutbare Verhalten der Menschen von Israel trefflich beschrieben. Gott hat sie zwar auf einen Weg geschickt, der nicht leicht ist, aber er war die ganze Zeit bei ihnen, sie hätten einfach nur zutraulich werden müssen, dann wären die Dinge schneller gegangen und hätten wunderbar funktioniert. Aber stattdessen musste das Volk über 40 Jahre durch die Wüste wandern. Bevor wir beginnen, diese Verläufe näher zu betrachten, will ich noch einen dritten prophetischen Text aufzeigen, weil auch dieser etwas verdeutlicht, das erwähnenswert ist. Im Buch des Propheten Jeremia steht in Kapitel 2, Vers 5 bis 7:

So spricht der HERR: Was haben eure Väter denn Unrechtes an mir gefunden, dass sie sich von mir entfernt haben und dem Nichtigen nachgegangen und zunichtegeworden sind?
Und sie haben nicht gefragt: Wo ist der HERR, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt und uns durch die Wüste geleitet hat, durch ein wildes und zerklüftetes Land, durch ein dürres und totes Land, durch ein Land, das niemand durchwandert und kein Mensch bewohnt?
Und ich brachte euch in das fruchtbare Land, damit ihr dessen Früchte und Güter genießt; und ihr kamt hinein und habt mein Land verunreinigt, und mein Erbteil habt ihr zum Gräuel gemacht!

Mal abgesehen von der sehr traurigen Tatsache, dass Israel das versprochene Land zur Schande machte, obwohl das Land bereits davor wegen den alten Bewohnern eine Schande war, und Israel sollte das Land eigentlich in der Herrlichkeit erstrahlen lassen, die Gott gerecht wird, indem sie darin ordentlich leben und das Land gut behüten, abgesehen von diesem Fakt gibt es noch etwas Anderes, was sich aus diesem Versen hervorhebt. Nämlich: Gott führte sie in der Wüste durch ein dürres und totes Land, wo kein Mensch wohnen kann. Durch eine derartige Entscheidung wollte er ihnen verdeutlichen, dass sie, wenn sie unter seiner Obhut sind, vor gar nichts Angst haben müssen, und dass sie sogar am lebensfeindlichsten Ort der Erde überleben werden, wenn Gott mit ihnen ist. Denn wenn man in ganz besonders schwierigen Lagen Beistand bekommt, dann wird normalerweise das Vertrauen umso größer, das man zu seinem Versorger entwickelt. Aber Israel entwickelte überhaupt kein Vertrauen, sondern sie murrten und schimpften und lästerten ohne Ende. Und sie haben nicht ein einziges Mal Danke gesagt.

Da wir dies nun durchgegangen sind, widmen wir uns mal den Erzählungen über die Wüstenwanderung in den Mosebüchern, die mit dem Auszug aus Ägypten begann.
Und es gibt sehr, sehr viel darüber zu lesen, was nach dem Auszug Israels aus Ägypten alles geschah. Um Zeit zu sparen, werden wir uns nicht alles auf einmal anschauen, sondern nur die ganz besonders herausragenden Teile, von denen ich einige nur nacherzähle, andere aber lesen wir direkt durch.

Was wir zuerst lesen, ist der Auszug aus Ägypten selbst. Es steht geschrieben in Kapitel 12, Vers 35 bis 40:

Und die Kinder Israels handelten nach dem Wort Moses und forderten von den Ägyptern silberne und goldene Geräte und Kleider.
Dazu gab der HERR dem Volk bei den Ägyptern Gunst, dass sie ihr Begehren erfüllten; und so beraubten sie Ägypten.
So zogen die Kinder Israels aus von Ramses nach Sukkot, etwa 600.000 Mann Fußvolk, ungerechnet die Frauen und Kinder.
Es zog aber auch viel Mischvolk mit ihnen, und Schafe und Rinder und sehr viel Vieh.
Und sie machten aus dem Teig, den sie aus Ägypten gebracht hatten, ungesäuerte Brotfladen; denn er war nicht gesäuert, weil sie aus Ägypten vertrieben worden waren und sich nicht aufhalten konnten; und sie hatten sich sonst keine Wegzehrung zubereitet.
Die Zeit aber, welche die Kinder Israels in Ägypten gewohnt hatten, betrug 430 Jahre.

Es war also wirklich eine riesengroße Menge an Menschen, die Ägypten verließ, deutlich mehr als 600.000 Menschen. Ich persönlich kann mir das gar nicht bildlich vorstellen, wie das ausgesehen haben muss, als eine derart riesige Menschenmenge in die Wüste wanderte.
Und sie ließen sich von den Ägyptern reichlich Güter geben, denn die Ägypter wollten einfach nur noch, dass Israel verschwindet, weil sie nach den ganzen geschehenen Strafgerichten die Hosen voll hatten.

Gott ließ dann das Volk bis zum sogenannten Schilfmeer wandern. Das dauerte einige Tage, aber leider erfahren wir nicht, wie viele.
In dieser Zeit aber begannen die Ägypter, sich darüber zu ärgern, dass sie nun keine Sklaven mehr hatten. Und der Pharao ließ sich dazu reizen, seine Armee zu entsenden, um die Kinder Israels wieder einzufangen. Gott aber ging als eine sogenannte Wolkensäule vor Israel her, um ihnen den Weg zu zeigen, und nachts brannte die Wolkensäule in Feuer, um den Kindern Israels Licht zu geben. Und als die Israeliten an das Schilfmeer kamen, da waren die Ägypter sehr nah bei ihnen. Wir lesen diesbezüglich mal in Kapitel 14 vom zweiten Buch Mose die Verse 10 bis 14. Es steht geschrieben:

Und als der Pharao nahe zu ihnen kam, erhoben die Kinder Israels ihre Augen, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her! Da fürchteten sich die Kinder Israels sehr, und sie schrien zum HERRN.
Und sie sprachen zu Moses: Gibt es etwa keine Gräber in Ägypten, dass du uns weggeführt hast, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten herausgeführt hast?
Haben wir dir nicht schon in Ägypten dieses Wort gesagt: »Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen?« Denn es wäre für uns ja besser, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben!
Moses aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht! Steht fest und seht die Rettung des HERRN, die er euch heute bereiten wird; denn diese Ägypter, die ihr heute seht, die werdet ihr nicht wiedersehen in Ewigkeit!
Der HERR wird für euch kämpfen, und ihr sollt still sein!

An dieser Stelle bemerkt man zum ersten Mal, wie feindselig die Kinder Israels gegen Gott denken. Gott hatte ihnen längst demonstriert, was für eine große Macht er hat, und dass er einen Unterschied macht zwischen ihnen und den Ägyptern. Das hätte sie eigentlich beeindrucken sollen. Aber stattdessen beginnen sie mit unfassbar störrischen Worten, Moses vollzumotzen und denken nicht eine einzige Sekunde daran, dass der Schöpfer aller Dinge sie beschützen kann. Trotz all der Wundertaten, die sie schon in Ägypten gesehen hatten, kam es ihnen nichtmal ansatzweise in den Sinn, Gott zu vertrauen. Stattdessen gingen sie davon aus, sie wären völlig hilflos ausgeliefert und müssten nun alle sterben.
Gott aber gab den Israeliten eine sehr interessante Gelegenheit zur Flucht, denn wir lesen in den Versen 15 bis 22:

Und der HERR sprach zu Moses: Was schreist du zu mir? Sage den Kindern Israels, dass sie aufbrechen sollen!
Du aber hebe deinen Stab auf und strecke deine Hand über das Meer und zerteile es, damit die Kinder Israels mitten durch das Meer auf dem Trockenen gehen können!
Ich aber, siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, dass sie ihnen nachziehen; dann will ich mich verherrlichen an dem Pharao und an seiner ganzen Heeresmacht, an seinen Streitwagen und seinen Reitern.
Und die Ägypter sollen erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich mich am Pharao, an seinen Streitwagen und an seinen Reitern verherrliche!
Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, und trat hinter sie; und die Wolkensäule vor ihnen machte sich auf und trat hinter sie.
So kam sie zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels; und sie war für die einen Wolke und Finsternis, und für die anderen erleuchtete sie die Nacht, sodass diese und jene die ganze Nacht nicht zusammenkamen.
Als nun Moses seine Hand über das Meer ausstreckte, da trieb der HERR das Meer die ganze Nacht durch einen starken Ostwind hinweg; und er machte das Meer zu trockenem Land, und die Wasser teilten sich.
Und die Kinder Israels gingen mitten in das Meer hinein auf dem Trockenen, und das Wasser war ihnen wie eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken.

Hier lesen wir also die berühmte Geschichte, wie Moses das Meer geteilt hat durch Gottes Kraft, sodass die Kinder Israels auf dem Meeresboden wandern können. Und die Ägypter sind verrückt genug gewesen, um selbst ebenfalls auf den Meeresboden zu gehen. Wir wissen aber, dass die Ägypter unzählige Neugeborene von Israel direkt nach der Geburt im Wasser ertränkt hatten, als die Israeliten noch in Ägypten wohnten. Da nun die Ägypter auf dem Meeresgrund wanderten, und links und rechts von ihnen Wasser war, nutzte Gott diese Gelegenheit aus, um die Rache für Israel zu vervollständigen. Gott ließ die Räder von den Streitwagen der Ägypter abfallen, und Moses sollte seinen Stab über das Meer heben, sodass es wieder seine normale Form annimmt. Dadurch wurden die Ägypter alle von den Fluten überströmt und ertranken im Meer. Sie starben auf die gleiche Weise, wie sie die Neugeborenen von Israel ermordet hatten.
Danach wanderte Israel drei Tage weiter durch die Wüste, ohne Wasser zu finden, bis sie schließlich eine Quelle fanden, aber ihr Wasser war bitter. Sie demütigten sich an diesem Tag aber nicht vor Gott, um von ihm zu bitten, dass er ihnen helfen möge, sondern sie schnauzten Moses an, er solle ihnen gefälligst gutes Wasser zu trinken geben. Und Moses schrie zu Gott, da ließ Gott das Wasser aus der Quelle süß werden. Das war also schon das zweite erstaunliche Wunderzeichen seit dem Auszug aus Ägypten. Zuerst durfte Israel sehen, wie durch Gottes Kraft das Meer geteilt wird, und nun erlebten sie, wie Gott bitteres Wasser süß machte.
Sie hatten aber immernoch keine Liebe zu Gott in ihren Herzen, und auch keine Ehrfurcht und kein Vertrauen. Wir können uns aber mal einen Teil der Erzählung durchlesen, wie Gott das bittere Wasser süß werden lässt, denn er macht dort eine interessante Aussage. Es steht geschrieben in Kapitel 15, Vers 25 bis 27:

Er aber schrie zum HERRN, und der HERR zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, da wurde das Wasser süß. Dort gab er ihnen Gesetz und Recht, und dort prüfte er sie;
und er sprach: Wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, eifrig gehorchen wirst und tust, was vor ihm recht ist, und seine Gebote zu Ohren fasst und alle seine Satzungen hältst, so will ich keine der Krankheiten auf dich legen, die ich auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin der HERR, dein Arzt!
Und sie kamen nach Elim; dort waren 12 Wasserquellen und 70 Palmbäume; und sie lagerten sich dort am Wasser.

Gott bezeichnet sich selbst also als Arzt für Israel, sofern sie sich an seine Gebote halten. Das ist eine ziemlich interessante Aussage, finde ich.

Als aber das Volk Israel von Elim weiter wanderte, kam es in eine Wüste. Und dort gab es weder Essen noch Wasser. Und auch diesmal kam kein einziger von ihnen auf den Gedanke, auf die Knie zu gehen und zu dem Gott zu beten, der sie behütet, sondern stattdessen begannen sie, herum zu motzen und Moses anzupöbeln, dass sie sich wünschen, sie wären in Ägypten gestorben, denn das sei besser für sie, als in der Wüste zu sein. Und sie unterstellten ihm, er hätte die Absicht, das Volk verhungern zu lassen. Sie sind also schonwieder unerträglich widerspenstig und haben nicht die geringste Anerkennung übrig für das, was unser Vater im Himmel bis dahin schon für sie getan hatte. Und wir lesen uns jetzt durch, wie Gott an diesem Tag reagierte. Es steht geschrieben in Kapitel 16, Vers 4:

Da sprach der HERR zu Moses: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen; dann soll das Volk hinausgehen und täglich sammeln, was es braucht, damit ich es prüfe, ob es in meinem Gesetz wandeln wird oder nicht.

Hier sehen wir also, dass Gott sein Volk mit Brot aus dem Himmel speisen will. Und an dem selben Tag, als er es versprach, gab er ihnen am Abend auch Wachteln, bevor dann am nächsten Tag die Speisung mit Brot begann. Wenn man kleinlich sein will, muss man aber betonen, dass es nicht wirklich Brot war, was aus dem Himmel herabfiel, sondern es war eine Substanz, aus welcher man Brot backen konnte, sofern man die nötige Ausstattung besitzt. Und glücklicherweise besaßen die Kinder Israels die nötige Ausstattung, um unterwegs zu kochen und zu backen. Wie genau aber das beschaffen war, was aus dem Himmel herab fiel, das lesen wir in mehreren Versen des Kapitels. In den Versen 14 bis 16 steht:

Und als der Tau aufgestiegen war, siehe, da lag etwas in der Wüste, rund und klein, so fein wie der Reif auf der Erde.
Und als es die Kinder Israels sahen, sprachen sie untereinander: Was ist das?, denn sie wussten nicht, was es war. Moses aber sprach zu ihnen: Dies ist das Brot, das euch der HERR zur Speise gegeben hat!
Das ist aber der Befehl, den der HERR gegeben hat: Jeder soll davon sammeln, so viel er zum Essen benötigt, einen Gomer je Kopf, nach der Zahl eurer Seelen; jeder nehme für die, die in seinem Zelt sind.

Ebenso lesen wir etwas über die Beschaffenheit dessen, was Gott vom Himmel regnen ließ in Vers 31, wo es heißt:

Und das Haus Israel gab ihm den Namen Manna. Es war aber wie Koriandersamen, weiß, und hatte einen Geschmack wie Honigkuchen.

Die Substanz, die Gott vom Himmel regnen ließ und aus welcher Israel Brot machen konnte, war also süß wie Honigkuchen und hatte Ähnlichkeit mit Koriandersamen. Ich denke, diese Beschreibung ist ausreichend.
Gott hatte die Regel aufgestellt, dass alle Menschen nur so viel Manna sammeln sollen, wie sie wirklich für den Tag brauchen, sodass nichts bis zum nächsten Morgen übrig bleibt. Denn die Menschen des Volkes Israel sollten regelmäßig aus dem Lager hinausgehen und Manna für den aktuellen Tag sammeln, aber nicht am sechsten Tag der Woche. Da mussten sie die doppelte Menge sammeln und auch für den siebten Tag Brot oder Kuchen backen, weil der siebte Tag der Sabbat war, an dem sie ruhen sollten. Gott aber ließ während der gesamten Wüstenwanderung Manna vom Himmel regnen, sodass sein Volk nicht hungern musste. Das war schon das dritte Wunderzeichen, und dieses war jeden Tag gegenwärtig.

Und trotz dieses Umstandes waren die Männer des Volkes immernoch voll Bitterkeit, Unglauben und Widerspenstigkeit, und sie vertrauten nicht auf Gott und glaubten nichtmal ansatzweise daran, dass Gott es gut mit ihnen meint und sie behütet. Als sie nun Durst hatten, kamen sie schonwieder mit unverschämtem Ton und böser Herzenshaltung zu Moses und machten ihm Unterstellungen, es wäre die Absicht von Moses, das Volk in der Wüste verdursten zu lassen.
Wir lesen uns die entsprechende Situation mal durch. Es steht geschrieben in Kapitel 17, Vers 1 bis 7:

Und die ganze Gemeinde der Kinder Israels zog aus der Wüste Sin ihre Tagereisen, nach dem Befehl des HERRN, und sie lagerte sich in Rephidim; aber da hatte das Volk kein Wasser zu trinken.
Darum stritt das Volk mit Moses, und sie sprachen: Gebt uns Wasser, dass wir trinken! Moses sprach zu ihnen: Was streitet ihr mit mir? Warum versucht ihr den HERRN?
Als nun das Volk dort nach Wasser dürstete, da murrten sie gegen Moses und sprachen: Warum hast du uns aus Ägypten heraufgeführt, um uns und unsere Kinder und unser Vieh vor Durst sterben zu lassen?
Da schrie Moses zum HERRN und sprach: Was soll ich mit diesem Volk tun? Es fehlt nicht viel, und sie werden mich noch steinigen!
Und der HERR sprach zu Moses: Tritt hin vor das Volk und nimm etliche Älteste von Israel mit dir und nimm den Stab in deine Hand, mit dem du den Nil geschlagen hast, und geh hin.
Siehe, ich will dort vor dir auf dem Felsen am Horeb stehen; und du sollst den Felsen schlagen, und es wird Wasser herauslaufen, damit das Volk zu trinken hat. Und Moses tat dies vor den Augen der Ältesten Israels.
Da gab man dem Ort den Namen Massa und Meriba, wegen der Herausforderung der Kinder Israels, und weil sie den HERRN versucht und gesagt hatten: Ist der HERR in unserer Mitte oder nicht?

Gott hat also ein weiteres Mal Barmherzigkeit an dem Volk erwiesen, obwohl sie sich wie völlig verkorkste, sture Böcke benommen haben, absolut abstoßend und unerträglich. Und er ließ Moses einen Felsen schlagen, um Wasser in Fülle daraus fließen zu lassen. Und dieser Fels, den Moses schlug, der steht bis zum heutigen Tag auf dieser Erde, und jeder kann ihn sehen.

Jedenfalls erinnert ihr euch vielleicht, dass Moses in früheren Zeiten aus Ägypten geflohen war, und im Land Midian unterkam. Und dort durfte er bei Jethro wohnen, welcher sein Schwiegervater wurde. Als aber das Volk Israel in der Nähe von Midian war, kam Jethro zu Moses, um ihn zu besuchen. Und auch die Ehefrau und die zwei Söhne von Moses kamen, denn diese hatte Moses zuvor zurück nach Midian geschickt, als er in Ägypten war.
Es geschah aber auch jeden Tag in der Gemeinde Israels, dass das Volk Streitigkeiten zu regeln hatte, wegen verschiedenen alltäglichen Kleinigkeiten. Sie verlangten, dass Moses gerechte Urteile spricht, und das tat er auch. Weil es aber so viele Anliegen waren, dauerte es ganze Tage, bis alles erledigt war. Und Jethro machte den Vorschlag, dass Moses nach gerechten Männern im Volk suchen soll, die keinem schändlichen Gewinn hinterherjagen, und diese sollten für ihn alle kleineren Streitfälle schlichten, sodass Moses entlastet wird. Und Moses hörte auf Jethro in dieser Sache.

Wichtig ist aber, und das ist für Gott ein äußerstes Ärgernis, dass er bisher viele erstaunliche und großartige Dinge für sein Volk Israel getan hatte, um ihnen zu zeigen, dass sie versorgt und beschützt sind, aber die Menschen von Israel missachteten ihn immernoch auf ganzer Linie. Sie fragten nicht nach ihm, sie hatten keine Ehrfurcht vor ihm, sie kümmerten sich nicht um sein Gesetz, sie hatten nicht im geringsten eine Beziehung zu ihm aufgebaut und hatten kein Vertrauen und keine Zuwendung ihm gegenüber. Normalerweise müsste man nach all den außergewöhnlichen Dingen, die geschehen waren, doch eigentlich voller Erstaunen sein und sich freuen über den übernatürlichen Beistand. Aber nichts dergleichen regte sich im Inneren der Kinder Israels. Bisher hatte sich unser Vater im Himmel vergeblich darum bemüht, Israel für sich zu gewinnen.
Da aber unser Vater wollte, dass sein auserwähltes Volk ihm anhängt, meinte er, es würde vielleicht helfen, wenn das ganze Volk seine Erscheinung sehen und ihn reden hören kann. Und etwas dem Entsprechendes wurde dann auch vorbereitet. Wir lesen darüber Folgendes in Kapitel 19, Vers 9 bis 15:

Da sprach der HERR zu Moses: Siehe, ich will in einer dichten Wolke zu dir kommen, damit das Volk meine Worte hört, die ich mit dir rede, und auch dir für alle Zeit glaubt. Und Moses verkündete dem HERRN die Worte des Volkes.
Da sprach der HERR zu Moses: Geh zum Volk und heilige sie heute und morgen; und sie sollen ihre Kleider waschen;
und sie sollen bereit sein für den dritten Tag; denn am dritten Tag wird der HERR vor den Augen des ganzen Volkes herabsteigen auf den Berg Sinai.
Und ziehe dem Volk eine Grenze ringsum und sprich zu ihnen: Hütet euch davor, auf den Berg zu steigen und seinen Fuß anzurühren! Denn jeder, der den Berg anrührt, muss unbedingt sterben.
Niemandes Hand soll ihn anrühren, sonst soll derjenige unbedingt gesteinigt oder erschossen werden; es sei ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht am Leben bleiben. Wenn aber das Horn anhaltend ertönt, dann sollen sie zum Berg kommen!
Da stieg Moses vom Berg herab zum Volk und heiligte das Volk; und sie wuschen ihre Kleider.
Und er sprach zum Volk: Seid bereit für den dritten Tag, keiner nahe sich seiner Frau!

Sehr interessant ist, auf welche Art und Weise die Männer sich heiligen sollten. Nämlich indem keiner mit seiner Frau Geschlechtsverkehr hat und jeder seine Kleider säubert.
Es hat unser Vater im Himmel aber auch sehr extreme Worte geredet in diesem Text, denn wenn man davon hört, dass jeder unbedingt erschossen oder gesteinigt werden muss, der dem Berg zu nahe kommt, dann ist das schon ziemlich brutal und unbarmherzig. Und derartige Macken werden nicht nur einmal in den Mosebüchern erzählt, sondern mehrmals. Natürlich hat unser Vater die Allmacht, und er darf immer entscheiden, was getan wird und was nicht, aber wir hören ja immer, dass Gott Liebe ist, und wenn man dann solche Erzählungen hört, Allmacht hin oder her, stößt das dem Zuhörer unweigerlich bitter auf. Aber damit muss man sich abfinden, also dass die Dinge sich damals auf so eine Art zugetragen haben. Auch wenn das nicht liebenswert klingt.

Lasst uns nun mal die Erzählung darüber lesen, was geschah, als Gott auf dem Berg in Sinai erschien! Es steht geschrieben in den Versen 16 bis 20:

Und es geschah, als der dritte Tag kam und es noch früh am Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen, und eine dichte Wolke lag auf dem Berg, und es ertönte ein sehr lauter Schall von Schopharhörnern. Da erschrak das ganze Volk, das im Lager war.
Und Moses führte das Volk aus dem Lager, Gott entgegen, und sie stellten sich unten am Berg auf.
Aber der ganze Berg Sinai rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabstieg. Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg erbebte heftig.
Und der Hörnerschall wurde immer stärker. Moses redete, und Gott antwortete ihm mit lauter Stimme.
Als nun der HERR auf den Berg Sinai, oben auf den Gipfel des Berges herabgekommen war, rief er Moses hinauf auf den Gipfel des Berges. Und Moses stieg hinauf.

Gott begann kurze Zeit später, vor dem Volk eine Rede zu halten. Und was er in diesem einmaligen Augenblick zu dem Volk zu sagen hatte, das lesen wir in Kapitel 20. In den Versen 1 bis 21 steht geschrieben:

Und Gott redete alle diese Worte und sprach:
Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe.
Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist.
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen,
der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn!
Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun;
aber am siebten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Fieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt.
Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der HERR den Sabbattag gesegnet und geheiligt.
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt!
Du sollst nicht töten!
Du sollst nicht ehebrechen!
Du sollst nicht stehlen!
Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!
Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!
Und das ganze Volk nahm das Donnern und die Flammen wahr und den Schall der Schopharhörner und den rauchenden Berg. Als nun das Volk dies wahrnahm, zitterte es und stand von ferne,
und es sprach zu Moses: Rede du mit uns, und wir wollen hören; aber Gott soll nicht mit uns reden, sonst müssen wir sterben!
Moses aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, um euch zu prüfen, und damit die Furcht vor ihm euch vor Augen sei, damit ihr nicht sündigt!
Und das Volk stand von ferne; Moses aber nahte sich zu dem Dunkel, in dem Gott war.

An diesem Text erkennen wir, dass Gott, als er vor allen Menschen von Israel redete, an diesem einzigartigen Tag die 10 Gebote vortrug. Demnach müssen diese Gebote ein ziemlich wichtiger Teil seines Herzens sein, würde ich mal behaupten. Das Volk aber bekam es mit der Angst zu tun, wegen den gewaltigen Kraftwirkungen, die durch Gottes Auftreten in Herrlichkeit wirkten. Und sie wollten Gott nicht mehr reden hören vor lauter Furcht. Gott hielt sich aber trotz allem in einem Dunkel auf, wie wir lesen, da er wollte, dass seine Gestalt vor den Menschen verborgen bleibt, Moses aber konnte darauf zugehen, ohne dass es ihm schadet. Die ganzen anderen Menschen waren an diesem Tag aber eher bestürzt als beeindruckt. Und das Feuer Gottes hat auf diesem Berg sichtbare Spuren hinterlassen, die bis zum heutigen Tag gesehen werden können, und welche nicht vergehen werden.
Es hatte zwar dieses Ereignis nicht dabei geholfen, die Liebe in den Herzen der Menschen zu entfachen, aber sie machten immerhin zuerst den Anschein, dass sie Ehrfurcht bekommen hatten, und das an sich war Gott ja schon ein großes Anliegen gewesen, wenn sie ihn schon nicht lieben, dass sie dann wenigstens Respekt vor ihm haben.

Jedenfalls bekommt Moses auch noch in den Kapiteln 21 bis 23 verschiedene Rechtsverordnungen, basierend auf den häufigsten Streitfällen, die sich schon mehrmals im Alltag des damaligen Volkes ergeben hatten. Und diese trug er dem Volk vor, und das Volk versprach, es zu halten. Dem gemäß lesen wir in Kapitel 24, Vers 5 bis 18:

Und Moses sandte junge israelitische Männer, damit sie Brandopfer darbrachten und Jungstiere opferten als Friedensopfer für den HERRN.
Und Moses nahm die Hälfte des Blutes und goss es in Schalen; aber die andere Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar.
Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören!
Da nahm Moses das Blut und sprengte es auf das Volk und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat aufgrund aller dieser Worte!
Da stiegen Moses und Aaron, Nadab und Abihu und 70 von den Ältesten Israels hinauf;
und sie sahen den Gott Israels; und unter seinen Füßen war es wie ein Gebilde von Saphirplatten und so klar wie der Himmel selbst.
Und er legte seine Hand nicht an die Auserwählten der Kinder Israels. Und sie schauten Gott und aßen und tranken.
Und der HERR sprach zu Moses: Steige zu mir herauf auf den Berg und bleibe dort, so will ich dir die steinernen Tafeln geben und das Gesetz und das Gebot, das ich geschrieben habe, um sie zu unterweisen!
Da machte sich Moses auf samt seinem Diener Josua, und Moses stieg auf den Berg Gottes.
Zu den Ältesten aber hatte er gesagt: Erwartet uns hier, bis wir wieder zu euch kommen; seht, Aaron und Hur sind bei euch; wer eine Angelegenheit hat, der wende sich an sie!
Als nun Moses auf den Berg stieg, bedeckte eine Wolke den Berg.
Und die Herrlichkeit des HERRN ruhte auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage lang; am siebten Tag aber rief er Moses von der Wolke aus zu.
Und die Herrlichkeit des HERRN war vor den Augen der Kinder Israels wie ein verzehrendes Feuer oben auf dem Gipfel des Berges.
Moses aber ging mitten in die Wolke hinein, als er den Berg bestieg; und Moses blieb 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg.

Die Stelle, als Moses das Volk mit Tierblut vollgespritzt hat, klingt in diesem Zusammenhang ungewöhnlich, erinnert aber auch so ein bisschen daran, dass Jesus ebenfalls mit denen einen Bund hat, die an ihn als Gottes Sohn glauben, und zur Besiegelung dieses Bundes hat er sein eigenes Blut vergießen müssen.
Moses jedenfalls ist laut der Erzählung zu Gott gegangen, um 40 Tage bei ihm zu bleiben auf dem Berg, während die Ältesten und das Volk abseits waren. Für das Volk war das aber bestimmt sehr verunsichernd, als sie sahen, wie Moses in ein verzehrendes Feuer hinein ging. Die haben vermutlich geglaubt, Moses wäre verbrannt worden oder so.

Und aufgrund ihres oberflächlichen Glaubens, nämlich dass Moses von seinem eigenen Gott ermordet worden sei, hatten sie den Eindruck, nun alleine dazustehen und taten etwas extrem Törichtes. Sie bedrängten Aaron und verlangten mit grimmiger Haltung von ihm, er solle ihnen Götter bauen, von welchen sie glauben würden, durch die Wüste geführt zu werden. Da machte Aaron tatsächlich ein Bildnis, welches dann von den Kindern Israels zu Gott erklärt wurde. Moses aber war die ganzen 40 Tage bei Gott und musste viel aufschreiben, außerdem erhielt er auch Anweisungen über den Bau der Bundeslade, und über den Bau der Stiftshütte, denn beides sollte möglichst zeitnah gebaut werden, sobald Moses wieder zu den Kindern Israels zurückgeht.
Gott erwähnte aber, dass Israel sich schlimm versündigt hat, denn Gott sah logischerweise, dass die Kinder Israels ein großes Götzenbild gebaut hatten, um dieses als neuen Gott anzubeten. Und vermutlich erfreuten sie sich an diesem leblosen Gegenstand mehr, als sie sich an dem echten Gott erfreuten. Denn die leblose Figur gab ihnen keine Gebote und äußerte keine Ermahnungen. Bei der Figur konnte man einfach Opfer darbringen, ohne sich Moralpredigten anhören zu müssen, und man konnte glauben, Segen zu bekommen, ohne dass jemand das Gegenteil erklären würde. Das gefiel den unverschämten, selbstsüchtigen und unerträglich verkorksten Menschen bestimmt sehr gut. Bei dem echten lebendigen Gott gibt es diese zweifelhaften Vorzüge nämlich nicht. Dass Gott aber seine Kinder mit Nahrung versorgt und für sie kämpft, wird ganz gerne vergessen.
Als Moses sah, was die Kinder Israels trieben, war er hochgradig entsetzt und zerbrach die Tafeln, die er vom Berg Gottes mitgebracht hatte, deswegen wurde es nötig, noch ein zweites Mal für 40 Tage zu Gott auf den Berg zu gehen. Gott war aber auch sehr zornig, als er gesehen hatte, dass die Kinder Israels sich einfach neue Götter ausgedacht hatten, anstatt ihn, den echten Gott zu ehren. Und Gott empfand es als eine Sinnlosigkeit, dieses Volk, welches extremst untreu, widerspenstig und unverschämt war, noch weiter anzuführen. Er hätte sie am liebsten vertilgt, so entsetzt war er von ihren dauerhaft störrischen und halsstarrigen Herzen. Aber Moses erflehte Gnade für das Volk, auch wenn es unverdiente Gnade war, und Moses erinnerte daran, dass Gott den Vätern Israels einen Bund geschworen hatte und dass alle anderen Völker der Erde ihn verspotten würden, wenn sich herum spricht, dass das von ihm befreite Volk in der Wüste gestorben ist.

Es wurde aber trotzdem die Situation im Volk ziemlich unangenehm, weil befohlen wurde, dass die jenigen, die sich zu Gott bekennen, jeden ihrer Nächsten umbringen müssen, der Gott den Rücken zukehren will.
Und Gott wollte sich nicht mehr im Lager Israels als Wolkensäule aufhalten, deshalb baute Moses ein Zelt außerhalb des Lagers, welches kleiner war als die Stiftshütte, denn die Stiftshütte war noch nicht gebaut worden. Und in dieses Zelt durfte nur Moses, und Gott erschien nur in diesem Zelt, wenn er mit Moses reden wollte. Moses hegte aber auch den Wunsch, Gott in seiner ganzen Gestalt sehen zu dürfen. Diesbezüglich lesen wir in Kapitel 33, Vers 17 bis 23:

Und der HERR sprach zu Moses: Auch dies, was du jetzt gesagt hast, will ich tun; denn du hast Gnade gefunden vor meinen Augen, und ich kenne dich mit Namen!
Er aber antwortete: So lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!
Und der HERR sprach: Ich will alle meine Güte vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen und will den Namen des HERRN vor dir ausrufen. Und wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich.
Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht!
Doch sprach der HERR: Siehe, es ist ein Ort bei mir, da sollst du auf dem Felsen stehen.
Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, so stelle ich dich in die Felsenkluft und will dich mit meiner Hand so lange bedecken, bis ich vorübergegangen bin.
Wenn ich dann meine Hand zurückziehe, so darfst du hinter mir hersehen; aber mein Angesicht soll nicht gesehen werden!

Es ist bemerkenswert, dass kein Mensch unserem himmlischen Vater ins Gesicht schauen kann und dabei am leben bleibt. Höchstwahrscheinlich hat das mit den Sünden zu tun, die wir auf uns haben, während Gott aber heilig ist und es in seinem Inneren überhaupt keine Absichten gibt, die auch nur ansatzweise in Richtung Sünde gehen. Zum Glück können wir durch Jesus von unseren Sünden reingewaschen werden, sonst müssten wir uns damit abfinden, in alle Ewigkeit niemals Gott sehen zu dürfen, aber ganz am Ende wird uns ja laut der Offenbarung versprochen, dass wir ihn sehen werden.

Die restlichen Kapitel erzählen nur noch davon, wie Gaben vom Volk gesammelt wurden, um die Stiftshütte zu bauen, und wie bestimmte Menschen von Gott mit Weisheit erfüllt wurden, um die Stiftshütte bauen zu können, und dann geschah der Bau schließlich. Somit haben wir genug aus dem zweiten Buch Mose in Erfahrung gebracht.

Im dritten Buch Mose steht nicht wirklich ein nennenswertes Ereignis hinsichtlich der Wanderung durch die Wüste. Deswegen machen wir mit ein paar Sachen weiter, die im vierten Buch Mose lesbar sind.

Wir können vollständigkeitshalber mal kurz lesen, wie sich die Wanderung gestaltete, als die Stiftshütte fertig war. Es steht geschrieben im vierten Buch Mose, Kapitel 9, Vers 15 bis 21:

Und an dem Tag, als die Wohnung aufgerichtet wurde, bedeckte die Wolke die Wohnung, nämlich das Zelt des Zeugnisses, und am Abend war sie über der Wohnung anzusehen wie Feuer, bis zum Morgen.
So war es allezeit; die Wolke bedeckte sie, aber bei Nacht war sie anzusehen wie Feuer.
Sooft sich die Wolke von dem Zelt erhob, brachen die Kinder Israels auf; an dem Ort aber, an dem sich die Wolke niederließ, da lagerten sich die Kinder Israels.
Nach dem Befehl des HERRN brachen die Kinder Israels auf, und nach dem Befehl des HERRN lagerten sie sich; solange die Wolke auf der Wohnung ruhte, so lange lagerten sie.
Und wenn die Wolke viele Tage lang auf der Wohnung verweilte, so beachteten die Kinder Israels die Anweisung des HERRN und brachen nicht auf.
Und wenn es vorkam, dass die Wolke nur einige Tage auf der Wohnung blieb, so lagerten sie sich doch nach dem Befehl des HERRN und brachen auf nach dem Befehl des HERRN.
Und wenn es auch vorkam, dass die Wolke nur vom Abend bis zum Morgen blieb und sich die Wolke am Morgen erhob, so brachen sie auf; oder einen Tag und eine Nacht, und die Wolke erhob sich danach, so brachen sie auch auf.

Hier erkennen wir, dass die Kinder Israels wenigstens teilweise gehorsam waren, indem sie sich immer nur nach Gott richteten, wenn zur Debatte stand, ob sie sich lagern oder ob sie weiter wandern.
In Kapitel 11 beklagen sich die Menschen sehr, weil sie nichts Anderes als Manna essen können, und es ist für sie langsam eine Zumutung, jeden Tag das selbe essen zu müssen. Es wird aber nichts davon berichtet, dass unser Vater mit Verständnis reagierte, sondern seine Reaktion wird als sehr unbarmherzig geschildert. Gott war zornig, als er hörte, wie die Kinder Israels sich an die Vielfalt erinnerten, die sie hinsichtlich Speise in Ägypten hatten, und was es dort ungeachtet des sehr schweren Sklavendienstes für verschiedenartige Speisen gab. Und als die Leute deswegen weinten, wurde auch Moses sehr missmutig, welcher das Volk die ganze Zeit über anführte, denn er war der Mittler zwischen Gott und den Kindern Israels.
Jedenfalls traf Gott die sehr eigenartige Entscheidung, dass er ihnen Wachteln zu essen gab und sie gleichzeitig mit einer Plage schlug. Es wird leider kein genaues Bild gegeben, wie das Verhalten der Menschen im Detail ausgesehen hat. Wir lesen bloß in Kapitel 11, Vers 4:

Das hergelaufene Gesindel aber, das in ihrer Mitte war, wurde sehr lüstern, und auch die Kinder Israels fingen wieder an zu weinen, und sie sprachen: Wer wird uns Fleisch zu essen geben?

Was genau das in der Praxis bedeuten soll, wenn geschrieben steht, dass sogenanntes daher gelaufenes Gesindel „sehr lüstern wurde“ inmitten des Volkes – das lässt sich schwer sagen. Ich nehme an, wenn man es mit eigenen Augen gesehen hätte, wie die Menschen sich verhielten, dann könnte man vielleicht auch verstehen, warum Gott ihnen eine Plage schickte. Aber aus dem Text, wie er geschrieben steht, wird es leider nicht erkennbar.
Das nächste Problem bestand darin, dass Aaron und Mirjam sich gegen Moses erheben wollten, weil Gott nur zu Moses sprach. Darauf reagiert Gott folgendermaßen in Kapitel 12, Vers 6 bis 8:

Und er sprach: Hört doch meine Worte: Wenn jemand unter euch ein Prophet des HERRN ist, dem will ich mich in einem Gesicht offenbaren oder ich will in einem Traum zu ihm reden.
Aber nicht so mein Knecht Moses: Er ist treu in meinem ganzen Haus.
Mit ihm rede ich von Mund zu Mund, von Angesicht zu Angesicht und nicht rätselhaft, und er schaut die Gestalt des HERRN. Warum habt ihr euch denn nicht gefürchtet, gegen meinen Knecht Moses zu reden?

Hier stellt Gott klar, dass er mit niemand anderem, der zu dieser Zeit lebte, den gleichen engen Kontakt haben will wie mit Moses. Weil sich nun besonders Mirjam gegen Moses aufgelehnt hatte, wurde sie zur Strafe aussätzig und musste sieben Tage außerhalb des Lagers bleiben.

Schließlich kamen die Israeliten an die Grenze der Länder, von denen Gott ihnen versprochen hatte, dass er sie ihnen zum Besitz gibt. Und weil Gott wollte, dass das Volk die Früchte des Landes sehen kann, wurden Kundschafter hingeschickt, um einige Früchte zu holen. Und die Kundschafter kamen nach 40 Tagen wieder, aber sie hatten nicht nur Früchte dabei, sondern sie machten auch dem ganzen Volk Angst, weil die Städte der Länder gut befestigt sind und weil Riesen darin leben. Die Tatsache, dass Gott schon mehrmals die Feinde Israels vor dem Volk her vertilgt hatte, bedachte niemand, und keiner vertraute auf Gott, obwohl Gott versprochen hatte, für Israel zu kämpfen, und das israelische Volk wurde voller Furcht vor den Einwohnern der Länder. Da verlor Gott die Nerven mit diesen Leuten, die trotz aller überwältigenden Wunder, die Gott bis dahin schon getan hatte, immernoch voller Zweifel und Ablehnung waren, denn sie dachten nichtmal einen einzigen Augenblick an Gott und dessen Macht. Und sie fragten auch gar nicht danach. Gott aber hatte sich erhofft, dass die Kinder Israels, wenn sie sehen, wie er sie in der Wüste behütet, eine starke Vertrauensbeziehung zu ihm aufbauen und ihm anhängen. Da nun dies nicht der Fall war, sondern sie trotz aller Wundertaten gar nicht erst begannen, nach ihm zu fragen, wollte er das Volk am liebsten vertilgen, denn sie waren komplett nutzlos dazu, Gottes Volk zu sein, weil sie immer das exakte Gegenteil von dem ersinnten, was Gott ihnen eigentlich die ganze Zeit beibringen wollte. Und das Volk meinte, sie würden doch sowieso alle in der Wüste sterben, obwohl ihnen das bis dahin niemals auch nur im Geringsten angedroht wurde, sondern sie sagten es aus dem Irrsinn in ihren Köpfen heraus, weil sie kein Vertrauen auf Gott hatten. Schließlich sprach Gott die Worte, die wir lesen in Kapitel 14, Vers 28 bis 33:

Darum sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der HERR: Ich will genauso an euch handeln, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt!
Eure Leichname sollen in dieser Wüste fallen und alle eure Gemusterten, die ganze Zahl, von 20 Jahren an und darüber, die ihr gegen mich gemurrt habt;
keiner von euch soll in das Land kommen, über dem ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, um euch darin wohnen zu lassen – ausgenommen Kaleb, der Sohn Jephunnes, und Josua, der Sohn Nuns!
Eure Kinder aber, von denen ihr gesagt habt, dass sie zum Raub würden, die will ich hineinbringen, und sie sollen das Land kennenlernen, das ihr verachtet habt!
Eure eigenen Leichname aber sollen in dieser Wüste fallen.
Und eure Kinder sollen in der Wüste 40 Jahre lang Viehhirten sein und eure Hurereien tragen, bis eure Leichname in der Wüste aufgerieben sind.

Da also alle erwachsenen Menschen niemals an Gott glauben wollten, obwohl er direkt vor ihnen herging, deswegen sollen die Erwachsenen nicht ins versprochene Land kommen, und Gott hat die Hoffnung, dass ihre Kinder, wenn diese erwachsen sind, sich besser benehmen werden als die aktuellen Erwachsenen. Da diese aber erst erwachsen werden müssen, soll das Volk 40 Jahre in der Wüste bleiben.
Als aber die Männer diesen Beschluss hörten, versuchten sie spontan ohne Gottes Hilfe das versprochene Land zu erobern, und das ist natürlich nach hinten losgegangen.

Und an dieser Stelle waren die Ärgernisse bei der Wüstenwanderung noch lange nicht zuende.
Denn ein Mann, dessen Name war Korah, sammelte 250 Männer um sich und trat gegen Moses auf, indem er meinte, dieser und sein Bruder Aaron dürfen nicht länger die Vorsteher des Volkes sein. Da befahl Moses, dass alle Beteiligten sich vor der Stiftshütte versammeln sollen, und vor ihren Augen tat sich der Erdboden auf, und Korah wurde samt seiner Familie lebendig vom Totenreich verschlungen. Soetwas war noch nie zuvor irgendjemandem passiert.
Als aber das Volk dies gesehen hatte, waren sie am nächsten Tag alle feindselig gegen Moses und Aaron, und sie erhoben sich gegen die beiden. Da war Gott abermals zornig genug, um das Volk Israel vernichten zu wollen, aber letztlich ließ er sich davon abbringen, obwohl eine entsprechende Plage schon begonnen hatte. Und Gott gab dem Volk ein Zeichen, dass Aaron wirklich der höchste Priester des Volkes sein soll, indem die Stäbe von allen Ältesten mit Aarons Stab in die Stiftshütte gelegt wurden, und am nächsten Tag unterschied sich Aarons Stab von allen anderen, denn an diesem Stab waren Blüten und Mandeln gewachsen.

Einige Zeit später geschah es, dass das Volk wieder kein Wasser hatte und dürstete. Und wir wissen genau, dass sie bereits früher in so einer Situation waren, in welcher Gott ihnen Wasser aus einem trockenen Felsen zu trinken gab. Sie hatten das mit ihren eigenen Augen gesehen und wussten daher, dass Gott sowas ohne Probleme tun kann. Und nun hatten sie wieder großen Durst. Wenn ihr jetzt aber glaubt, dass sie auf die Knie gegangen sind und Gott in Demut darum baten, dass er nochmal das Wunder mit dem Wasser aus dem Felsen geschehen lässt, dann irrt ihr euch. Denn das Volk wandte sich stattdessen gegen Moses und gegen Aaron und machte ihnen schonwieder Unterstellungen, es sei die Absicht von Moses und Aaron, das Volk verdursten zu lassen. Das ist einfach nur unerträglich. Gott aber gab ihnen auch diesmal zu trinken, und zwar ohne zornig zu sein, was in dieser Lage bestimmt schwierig war, denn die Menschen von Israel hatten noch immer nichts begriffen.
Es geschah aber auch, dass Aaron das Ende seiner Tage erreichte und sterben musste, und sein Nachfolger wurde sein Sohn Eleasar.
Als aber das Volk weiter reiste, wurden die Menschen sehr missmutig und beklagten sich die ganze Zeit nur darüber, dass sie in der Wüste sein müssen. Das nahm Gott ihnen sehr übel, deshalb ließ er giftige Schlangen zu dem Lager von Israel kommen, weil sie einfach nicht aufhören wollten, widerspenstig und hochgradig unverschämt und bockig zu sein. Und viele starben an dem Gift der Schlangen. Wie das Volk reagierte, können wir nachlesen in Kapitel 21, Vers 7 bis 9:

Da kamen sie zu Moses und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir gegen den HERRN und gegen dich geredet haben. Bitte den HERRN, dass er die Schlangen von uns wegnimmt! Und Moses bat für das Volk.
Da sprach der HERR zu Moses: Mache dir eine Seraph-Schlange und befestige sie an einem Feldzeichen; und es soll geschehen, wer gebissen worden ist und sie ansieht, der soll am Leben bleiben!
Da machte Moses eine eherne Schlange und befestigte sie an dem Feldzeichen; und es geschah, wenn eine Schlange jemand biss und er die eherne Schlange anschaute, so blieb er am Leben.

Das Interessante für uns ist, dass Jesus diese Stelle zitiert hat, um anzudeuten, dass man ebenfalls am Leben bleibt, so lange man ihn im Blick behält. Sowas konnte Israel damals noch nicht tun, weil Jesus noch nicht verherrlicht war, wir aber, die wir heutzutage leben, können und sollten uns darüber im Klaren sein, dass Jesus Leben gibt.

Da wir aber gerade die Wüstenwanderung Israels als Thema haben, erzähle ich noch kurz von einer anderen Sache, die während der Wanderung geschah, nämlich als die Schlangenplage nachgelassen hatte.
Die Israeliten hatten sich nahe bei einem Volk gelagert, welches die Bibel als Moabiter bezeichnet. Und als der König der Moabiter sah, dass Israel sich an der Grenze seines Landes lagerte, bekam er Angst, denn er befürchtete, sie würden eindringen und sein Land erobern. Aber der König kannte einen gewissen Mann, dessen Name war Bileam. Zu dem ging der König immer, um Leute verfluchen zu lassen. Da er nun Israel schwächen wollte, um sie in einem eventuellen Kampf zu besiegen, ging der König zu Bileam und sagte, dass Israel verflucht werden muss. Und Bileam versuchte es, aber es klappte nicht, und es stellte sich heraus, dass Israel das auserwählte Volk Gottes ist, deshalb kann es nicht verflucht werden. Aber der König überredete Bileam immer wieder, es nochmal zu versuchen und jedes Mal hat es nicht funktioniert. Diese ganze Sache wird auf eine eigenartige Weise in der Bibel berichtet. Aber besonders interessant ist die Erzählung darüber, wie ein heiliger Engel Gottes entsandt war, um Bileam unterwegs aufzuhalten, als Bileam Israel verfluchen sollte. Und Bileam sah den Engel nicht, aber der Esel, auf dem Bileam ritt, sah den Engel. Diesen Teil lesen wir uns heute vollständigkeitshalber mal durch. Es steht geschrieben in Kapitel 22, Vers 22 bis 31:

Aber der Zorn Gottes entbrannte darüber, dass er ging. Und der Engel des HERRN trat ihm als Widersacher in den Weg. Er aber ritt auf seiner Eselin, und seine beiden Burschen waren bei ihm.
Als nun die Eselin den Engel des HERRN im Weg stehen sah und das gezückte Schwert in seiner Hand, da bog die Eselin vom Weg ab und ging aufs Feld. Bileam aber schlug die Eselin, um sie auf den Weg zu lenken.
Da trat der Engel des HERRN in einen Hohlweg bei den Weinbergen; eine Mauer war auf dieser, eine Mauer auf jener Seite.
Als nun die Eselin den Engel des HERRN sah, drängte sie sich an die Wand und klemmte Bileams Fuß an die Wand. Da schlug er sie noch mehr.
Da ging der Engel des HERRN weiter und trat an einen engen Ort, wo kein Platz zum Ausweichen war, weder zur Rechten noch zur Linken.
Als nun die Eselin den Engel des HERRN sah, fiel sie unter Bileam auf ihre Knie. Da entbrannte der Zorn Bileams, und er schlug die Eselin mit dem Stecken.
Da öffnete der HERR der Eselin den Mund; und sie sprach zu Bileam: Was habe ich dir getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast?
Bileam sprach zu der Eselin: Weil du Mutwillen mit mir getrieben hast! Wenn nur ein Schwert in meiner Hand wäre – ich hätte dich jetzt umgebracht!
Die Eselin aber sprach zu Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, die du von jeher geritten hast bis zu diesem Tag? War es jemals meine Art, mich so gegen dich zu verhalten? Er antwortete: Nein!
Da enthüllte der HERR dem Bileam die Augen, und er sah den Engel des HERRN im Weg stehen und das gezückte Schwert in seiner Hand. Da verneigte er sich und warf sich auf sein Angesicht.

Diese Erzählung hat etwas Besonderes an sich. Bileam war die ganze Zeit zornig über seine Eselin, obwohl seine Eselin ihn vor dem Tod bewahrte. Das ist ein interessanter Aspekt.
Als aber der König der Moabiter mit großer Enttäuschung einsah, dass Israel nicht verflucht werden kann, da versuchte er einen anderen Trick. Er schickte die Frauen seines Volkes zu den Männern von Israel, und diese Frauen luden die Männer dazu ein, mit ihnen Unzucht zu treiben und an heidnischen Götzenopferdiensten teilzunehmen. Denn der König wusste vermutlich, dass Gott dann sehr zornig werden würde. Und als die Frauen der Moabiter ankamen, da freuten sich die Männer Israels, und sie trieben mit den Frauen Unzucht und beteten fremde Götter an. Da wurde Gott enorm zornig über Israel und schickte eine weitere schlimme Plage über das Volk, aber das Volk war hinterher immernoch stark genug, um die Moabiter im Krieg zu besiegen, und genau das mussten sie schließlich auch tun.

Da wir aber vorhin schon erfahren haben, dass nur die Nachkommen der Menschen des Volkes Israel in das versprochene Land dürfen, nicht aber die Eltern, weil die Eltern unerträglich bösartig und widerspenstig waren, möchte ich euch mal kurz eine Ermahnung zeigen, die an die Kinder dieser Eltern gegeben wurde, sobald diese groß waren. Im fünften Buch Mose lesen wir in Kapitel 12, Vers 8 bis 9:

Ihr dürft nicht so handeln, wie wir es heute hier tun, dass jeder nur das tut, was recht ist in seinen Augen.
Denn ihr seid bisher noch nicht zur Ruhe gekommen, noch zu dem Erbteil, das der HERR, dein Gott, dir geben will.

Wenn also die Kinder Israels Ruhe haben wollen, müssen sie offensichtlich aufhören, immer nur das zu tun, was in ihren eigenen Augen recht ist.
Da wir nun all dies durchgesprochen haben, schauen wir uns noch kurz den Bericht über den Tod von Moses an, und dann soll es für heute genug sein. Im fünften Buch Mose steht in Kapitel 34 geschrieben:

Und Moses stieg von den Ebenen Moabs auf den Berg Nebo, auf die Spitze des Pisga, Jericho gegenüber. Da zeigte ihm der HERR das ganze Land: Von Gilead bis nach Dan,
und das ganze Naphtali, das Land Ephra-ihm und Manasse und das ganze Land Juda bis zum westlichen Meer;
auch den Negev und die Jordanebene, die Ebene von Jericho, der Palmenstadt, bis nach Zoar.
Und der HERR sprach zu ihm: Dies ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, als ich sprach: »Deinem Samen will ich es geben!« Ich lasse es dich mit deinen Augen sehen, aber hinübergehen sollst du nicht!
Und Moses, der Knecht des HERRN, starb im Land Moab, nach dem Wort des HERRN;
und er begrub ihn im Tal, im Land Moab, Beth-Peor gegenüber; aber niemand kennt sein Grab bis zum heutigen Tag.
Und Moses war 120 Jahre alt, als er starb; seine Augen waren nicht schwach geworden, und seine Kraft war nicht gewichen.
Und die Kinder Israels beweinten Moses in den Ebenen Moabs 30 Tage lang; dann hörten sie auf, um Moses zu weinen und zu trauern.
Josua aber, der Sohn Nuns, war mit dem Geist der Weisheit erfüllt, denn Moses hatte seine Hände auf ihn gelegt; und die Kinder Israels gehorchten ihm und handelten so, wie der HERR es Moses geboten hatte.
Es stand aber in Israel kein Prophet mehr auf wie Moses, den der HERR kannte von Angesicht zu Angesicht,
in all den Zeichen und Wundern, zu denen der HERR ihn gesandt hatte, dass er sie im Land Ägypten tun sollte an dem Pharao und an allen seinen Knechten und an seinem ganzen Land;
und in all den gewaltigen Handlungen und all den großen und furchtgebietenden Taten, die Moses vollbrachte vor den Augen von ganz Israel.

Wahrhaftig war kein Mann aufgestanden im Volk, welcher Gott so nahe war wie Moses, bis zu dem Tag, als Jesus geboren wurde. Denn Jesus ist der jenige, von dem Moses gesagt hat, dass ein Prophet, ihm ähnlich, kommen würde, auf welchen Israel hören muss, denn wer auf diesen speziellen Prophet nicht hört, von dem wird Gott es fordern. Von daher bleibt zu hoffen, dass die heutigen Israeliten nicht so dickköpfig, hartherzig und unverschämt sein werden wie ihre Vorfahren in der Wüste, sondern dass sie auf den Messias hören werden, den Gott aus dem Stamm Juda auferweckte, und welcher auch der Sohn Gottes ist, wie es in Psalm 2 angedeutet wird. Denn auch wenn Israel sich nicht liebevoll gegenüber Gott verhielt, so kann doch Gott nicht aufhören, Israel zu lieben, und Jesus liebt Israel ebenfalls.

Und mit diesen Worten endet das heutige Video. Ich habe nicht alles aufgezeigt, was Israel in der Wüste erlebte, besonders die Kriege nicht, die sie immer wieder führen mussten, aber ich denke, dass Video ist auch ohne all dies schon komplex genug.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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