Text zu "Bibellehre - Das Leben des Propheten Jesaja"
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Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Im heutigen Video
werden wir uns mit dem Leben des Propheten Jesaja beschäftigen.
Sonderlich viel gibt es darüber nicht zu erfahren, denn Jesaja hat
größtenteils Weissagungen über Zerstörung aufgeschrieben, und
auch viele Kapitel über die zukünftige Erlösung des Volkes Israel.
Dabei spielt natürlich auch Jesus eine tragende Rolle, denn von ihm
steht zum Beispiel in Kapitel 42 und in Kapitel 53 einiges
geschrieben. Aber das behandeln wir ein andermal.
Jesaja lebte auch in
den Jahren, als es langsam anfing, mit Jerusalem und dem Land Juda
bergab zu gehen, ähnlich wie die meisten anderen Propheten, deren
Schriften bewahrt wurden. Diese Zeit wird im zweiten Buch der Könige
berichtet. Zu dieser Zeit war der israelische Stamm Juda für sich
allein, und alle anderen Stämme von Israel wohnten in dem Land, das
sie Samaria genannt hatten, und sie waren von Gott abgefallen. Im
Land Juda aber war die Gotteslästerung nicht ganz so schlimm. Aber
als ein gotteslästerlicher König in Juda regierte, dessen Name Ahas
lautete, da sollte Jesaja zu diesem König gehen, als ein feindlicher
Angriff bevorstand. Von diesem Ereignis wird im zweiten Buch der
Könige leider nichts Ausführliches über die Beteiligung von Jesaja
erzählt, aber dafür wird es im Buch des Propheten Jesaja
detaillierter berichtet. Es steht geschrieben in Kapitel 7, Vers 1
bis 17:
Und es geschah zur
Zeit des Ahas, des Sohnes Jotams, des Sohnes Ussijas, des Königs von
Juda, da zog Rezin, der König von Aram, mit Pekach, dem Sohn
Remaljas, dem König von Israel, hinauf zum Krieg gegen Jerusalem; er
konnte es aber nicht erobern.
Als nun dem Haus
Davids berichtet wurde: »Der Aramäer hat sich in Ephraim
niedergelassen!«, da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie
die Bäume des Waldes vor dem Wind beben.
Der HERR aber sprach
zu Jesaja: Geh doch hinaus, dem Ahas entgegen, du und dein Sohn
Schear-Jaschub, an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, zur
Straße des Walkerfeldes,
und sprich zu ihm:
Hüte dich und sei ruhig; fürchte dich nicht, und dein Herz verzage
nicht vor diesen zwei rauchenden Feuerbrandstummeln, vor der Zornglut
Rezins und der Aramäer und des Sohnes Remaljas!
Weil der Aramäer
Böses gegen dich geplant hat samt Ephraim und dem Sohn Remaljas, die
sagen:
»Wir wollen nach
Juda hinaufziehen und es in Schrecken versetzen und es für uns
erobern und dort den Sohn Tabeels zum König einsetzen!«,
deshalb spricht
GOTT, der Herr: Es soll nicht zustande kommen und nicht geschehen!
Denn Damaskus ist
das Haupt von Aram, und Rezin ist das Haupt von Damaskus; und binnen
65 Jahren wird Ephraim zertrümmert sein, sodass es kein Volk mehr
ist.
Und das Haupt
Ephraims ist Samaria, und das Haupt Samarias ist der Sohn Remaljas.
Wenn ihr nicht glaubt, so werdet ihr gewiss keinen Bestand haben!
Weiter redete der
HERR zu Ahas und sprach:
Erbitte ein Zeichen
von dem HERRN, deinem Gott; erbitte es in der Tiefe oder droben in
der Höhe!
Da antwortete Ahas:
Ich will nichts erbitten, damit ich den HERRN nicht versuche!
Darauf sprach
Jesaja: Höre doch, Haus David! Ist es euch nicht genug, dass ihr
Menschen ermüdet, müsst ihr auch meinen Gott ermüden?
Darum wird euch der
Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger
werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.
Dickmilch und
Wildhonig wird er essen, bis er versteht, das Böse zu verwerfen und
das Gute zu erwählen.
Denn ehe der Knabe
versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen, wird das
Land, vor dessen beiden Königen dir graut, verlassen sein.
Der HERR aber wird
über dich, über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage
bringen, wie sie niemals gekommen sind, seitdem Ephraim von Juda
abgefallen ist – nämlich den König von Assyrien.
Hierbei wird also
angekündigt, dass als Zeichen für Ahas ein Mensch von einer
Jungfrau geboren wird, und noch bevor dieser lernt, das Böse zu
verwerfen, wird das Land der Aramäer und das Land der abfälligen
Israeliten, die sich von Juda abspalteten, verlassen sein. Leider
kann ich euch nicht sagen, welche Tage genau damit gemeint sind. Die
Zeit, als Jesus lebte, kann es nicht sein, denn das Land Samaria,
welches von dem abtrünnigen Israel und später von Heidenvölkern
bewohnt war, ist zu Jesu Lebzeiten bekanntlich nicht verlassen
gewesen. Außerdem haben wir gelesen, dass dieses Zeichen innerhalb
der nächsten 65 Jahre kommen muss, aber die siebzigjährige
Gefangenschaft stand in diesen Tagen dem Volk Israel immernoch bevor,
daher geschah es vor der siebzigjährigen Gefangenschaft.
Manch ein Mensch
möge sich vielleicht auch fragen, warum Ahas so demütig reagierte,
als er aufgefordert wurde, von Gott ein Zeichen zu erbitten, obwohl
doch Ahas gotteslästerlich lebte. Und die Antwort ist ganz einfach:
Es war Heuchelei. Ahas hatte nicht deshalb gesagt, dass er nicht Gott
versuchen will, weil es ihm auf dem Herzen lag, sondern er sagte es
als Ausrede, weil er am liebsten gar nichts mit Gott zu schaffen
haben wollte.
Aber lasst uns mal
ein anderes Ereignis aus dem Leben von Jesaja anschauen, wo er für
Gott eine Botschaft überbringen sollte! Es gab einige Jahre später
für das Land Juda einen neuen König, dessen Name war Hiskia. Zu
dieser Zeit hatte das Volk in Juda schon einiges Leid gesehen, wegen
dem ständigen Götzendienst und all den bösen Taten im Volk.
Deswegen wurde das Volk vom König von Assyrien bedrängt und musste
ihm Tribute bezahlen. Aber Hiskia weigerte sich, dem König von
Assyrien verpflichtet zu sein, und nach einiger Zeit kamen Gesandte
des Königs von Assyrien und hielten eine sehr einschüchternde Rede
vor dem Volk in der Stadt Jerusalem, welche bekanntlich die
Hauptstadt des Landes Juda ist.
Und der König von
Assyrien war militärisch überlegen, aber Hiskia hoffte, dass
Jerusalem von Gott beschützt werden würde. Als nun dem König
Hiskia die einschüchternde Rede verkündet wurde, die die Boten des
Königs von Assyrien überbracht hatten, erschauderte Hiskia und ließ
den Prophet Jesaja befragen. Wir lesen diesbezüglich Folgendes im
zweiten Buch der Könige, Kapitel 19, Vers 5 bis 7:
Als nun die Knechte
des Königs Hiskia zu Jesaja kamen,
da sprach Jesaja zu
ihnen: So sollt ihr zu eurem Herrn sprechen: So spricht der HERR:
»Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen
die Knechte des Königs von Assyrien mich gelästert haben!
Siehe, ich will ihm
einen Geist eingeben, dass er ein Gerücht hören und wieder in sein
Land ziehen wird; und ich will ihn in seinem Land durch das Schwert
fällen!«
Später kam ein
Drohbrief von dem König von Assyrien. Da ging Hiskia in das
Gotteshaus von Jerusalem und betete zu Gott, und er bat darum, dass
Jerusalem errettet werden soll.
Und nach diesem
Gebet sollte Jesaja die Antwort übermitteln lassen, denn wir lesen
in Vers 20:
Da sandte Jesaja,
der Sohn des Amoz, zu Hiskia und ließ ihm sagen: So spricht der
HERR, der Gott Israels: Was du wegen Sanheribs, des Königs von
Assyrien, zu mir gebetet hast, das habe ich gehört.
Und beginnend ab dem
Vers wird eine Weissagung darüber verkündet, dass der König von
Assyrien zugrunde gehen soll, weil er übermütig wurde und den
echten lebendigen Gott gelästert hat.
Und nach dieser
Weissagung wird Folgendes erzählt in den Versen 35 bis 37:
Und es geschah in
derselben Nacht, da ging der Engel des HERRN aus und erschlug im
Lager der Assyrer 185000 Mann. Und als man am Morgen früh aufstand,
siehe, da waren diese alle tot, lauter Leichen.
Da brach Sanherib,
der König von Assyrien, auf und zog fort, und er kehrte heim und
blieb in Ninive.
Und es geschah, als
er im Haus seines Gottes Nisroch anbetete, da erschlugen ihn seine
Söhne Adrammalech und Sarezer mit dem Schwert, und sie entkamen in
das Land Ararat. Und sein Sohn Esarhaddon wurde König an seiner
Stelle.
An diesem Text
erkennen wir, dass Gott sein Versprechen sehr schnell erfüllte, den
König von Assyrien zu bestrafen und Jerusalem zu beschützen.
Eine weitere
Geschichte aus dem zweiten Buch der Könige, wo Jesaja eine Rolle
spielt, lesen wir im nächsten Kapitel. Denn es steht geschrieben in
Kapitel 20, Vers 1 bis 11:
In jenen Tagen wurde
Hiskia todkrank. Da kam der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, zu ihm
und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Bestelle dein Haus; denn du
sollst sterben und nicht am Leben bleiben!
Da wandte er sein
Angesicht gegen die Wand und betete zum HERRN und sprach:
Ach, HERR, gedenke
doch daran, dass ich in Wahrheit und mit ganzem Herzen vor dir
gewandelt bin und getan habe, was gut ist in deinen Augen! Und Hiskia
weinte sehr.
Als aber Jesaja noch
nicht aus dem mittleren Hof hinausgegangen war, da geschah es, dass
das Wort des HERRN folgendermaßen an ihn erging:
Kehre um und sage zu
Hiskia, dem Fürsten meines Volkes: So spricht der HERR, der Gott
deines Vaters David: Ich habe dein Gebet erhört und deine Tränen
angesehen. Siehe, ich will dich heilen; am dritten Tag wirst du in
das Haus des HERRN hinaufgehen;
und ich will zu
deinen Lebenstagen noch 15 Jahre hinzufügen; und ich will dich und
diese Stadt aus der Hand des Königs von Assyrien erretten; und ich
will diese Stadt beschirmen um meinetwillen und um meines Knechtes
David willen!
Und Jesaja sprach:
Bringt eine Feigenmasse her! Und als sie eine solche brachten,
strichen sie diese als Salbe auf das Geschwür, und er wurde gesund.
Hiskia aber sprach
zu Jesaja: Welches ist das Zeichen, dass mich der HERR gesund machen
wird und dass ich am dritten Tag in das Haus des HERRN hinaufgehen
werde?
Jesaja sprach: Dies
sei dir das Zeichen von dem HERRN, dass der HERR das Wort erfüllen
wird, das er gesprochen hat: Soll der Schatten der Sonnenuhr zehn
Stufen vorwärtsgehen oder zehn Stufen zurückkehren?
Hiskia sprach: Es
ist ein Leichtes, dass der Schatten zehn Stufen abwärtsgeht; nein
sondern der Schatten soll zehn Stufen zurückgehen!
Da rief der Prophet
Jesaja den HERRN an; und er ließ an der Sonnenuhr des Ahas den
Schatten, der abwärtsgegangen war, zehn Stufen zurückgehen.
An diesem Text wird
die Barmherzigkeit Gottes erkennbar, denn er hat seinen weinenden
Knecht Hiskia nicht einfach ignoriert, sondern ihm ein eigentlich
nicht vorgesehenes Geschenkt gemacht.
Und das Zeichen mit
dem Schatten an der Sonnenuhr ist auch interessant. Gott hat etwas
Übernatürliches bewirkt, um zu zeigen, dass er sein Versprechen
ernst meint. Und Hiskia musste sich das Zeichen nichtmal selbst
ausdenken, sondern es wurde ihm vorgegeben. Das ist auch gnädig,
denn bei anderen Leuten ist es so, dass sie aus ihrer eigenen
Kreativität heraus sagen sollen, was Gott machen soll, um ihnen ein
Zeichen zu geben. Aber in so einer Lage weiß man ja erstmal gar
nicht, was man überhaupt fordern sollte. Daher ist es angenehmer,
wenn es vorgegeben wird.
Übrigens kann man
die gleichen Geschichten, die ich euch gerade aus dem zweiten Buch
der Könige gezeigt habe, nicht nur dort lesen, sondern im zweiten
Buch der Chronik wird in Kapitel 32 auch davon erzählt, und im Buch
des Propheten Jesaja in Kapitel 36 bis 38 ebenfalls.
Und weil Hiskia
insgesamt ein gottesfürchtiger Mann war, genoss bestimmt auch Jesaja
in diesen Tagen Respekt. Als aber der Sohn von Hiskia an die Macht
kam, änderte sich das vermutlich. Denn über den Nachfolger von
König Hiskia, welcher Manasse hieß, lesen wir Folgendes im zweiten
Buch der Könige in Kapitel 21, Vers 1 bis 6:
Manasse war 12 Jahre
alt, als er König wurde, und er regierte 55 Jahre lang in Jerusalem.
Und der Name seiner Mutter war Hephziba.
Und er tat, was böse
war in den Augen des HERRN, nach den Gräueln der Heidenvölker, die
der HERR vor den Kindern Israels vertrieben hatte.
Er baute die Höhen
wieder auf, die sein Vater Hiskia zerstört hatte, und errichtete dem
Baal Altäre und machte ein Aschera-Standbild, wie es Ahab, der König
von Israel, getan hatte, und er betete das ganze Heer des Himmels an
und diente ihnen.
Er baute auch Altäre
im Haus des HERRN, von dem der HERR gesagt hatte: In Jerusalem will
ich meinen Namen wohnen lassen.
Und er baute dem
ganzen Heer des Himmels Altäre in beiden Vorhöfen am Haus des
HERRN.
Er ließ auch seinen
Sohn durchs Feuer gehen und trieb Zeichendeuterei und Zauberei und
hielt Geisterbefrager und Wahrsager; er tat vieles, was böse ist in
den Augen des HERRN, um ihn herauszufordern.
Es stehen noch mehr
Gräueltaten von Manasse in diesem Kapitel. Es steht sogar
geschrieben, dass die Gräueltaten dieses Mannes noch schlimmer waren
als die Taten der Heidenvölker, die vor Israel in dem Land gewohnt
hatten. Das ist echt heftig!
Nachdem wir aber
diese geschichtlichen Ereignisse betrachtet haben, schauen wir nun
mal an, wie Jesaja von einem übernatürlichen Erlebnis erzählt hat.
Wir lesen darüber in seinem Buch in Kapitel 6, Vers 1 bis 12:
Im Todesjahr des
Königs Ussija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen
Thron, und seine Säume erfüllten den Tempel.
Seraphim standen
über ihm; jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckten
sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße, und mit
zweien flogen sie.
Und einer rief dem
anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der
Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit!
Da erbebten die
Pfosten der Schwellen von der Stimme des Rufenden, und das Haus wurde
mit Rauch erfüllt.
Da sprach ich: Wehe
mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne
unter einem Volk, das unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den
König, den HERRN der Heerscharen, gesehen!
Da flog einer der
Seraphim zu mir, und er hielt eine glühende Kohle in seiner Hand,
die er mit der Zange vom Altar genommen hatte;
und er berührte
meinen Mund damit und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt;
deine Schuld ist von dir genommen und deine Sünde gesühnt!
Und ich hörte die
Stimme des Herrn fragen: Wen soll ich senden, und wer wird für uns
gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich!
Und er sprach: Geh
und sprich zu diesem Volk: Hört immerfort und versteht nicht, seht
immerzu und erkennt nicht!
Mache das Herz
dieses Volkes unempfänglich, und mache seine Ohren schwer und
verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit
seinen Ohren nicht hört, und damit sein Herz nicht zur Einsicht
kommt und es sich nicht bekehrt und für sich Heilung findet!
Und ich fragte: Wie
lange, Herr? Er antwortete: Bis die Städte verwüstet liegen, sodass
niemand mehr darin wohnt, und die Häuser menschenleer sein werden
und das Land in eine Einöde verwandelt ist.
Denn der HERR wird
die Menschen weit wegführen, und die Verödung inmitten des Landes
wird groß sein.
Wenn hier ein Engel
ein glühendes Stück Kohle an dem Mund von Jesaja hält, ist sehr
stark davon auszugehen, dass dies keine Schmerzen verursacht hat.
Denn das Feuer dieser Kohle war heilig, es war nicht von dieser Welt.
Ein wenig erschreckend ist hier auch, dass Gott die Menschen
absichtlich in einen Zustand versetzen will, in dem sie nicht mehr
auf die Ermahnungen hören können.
Als Reaktion darauf,
dass sie bisher mit offenen Ohren hören konnten, aber nicht hören
wollten, ist das Urteil über sie bei Gott beschlossen. Sie sollen
aus ihrem Heimatland weggeführt werden und sich als Fremdlinge unter
Heiden aufhalten, wo sie verachtet sein werden. Und weil Gott dieses
Gericht beschlossen hat, will er wohl verhindern, dass sie ihm Anlas
geben, sich die Sache doch noch mal anders zu überlegen, darum
werden ihre Ohren und Augen verschlossen.
Übrigens hat Gott
nicht nur durch den Prophet Jeremia angekündigt, dass Gott sich nach
70 Jahren wieder über sein Volk erbarmen wird, wie wir es in dessen
Buch nachlesen können, sondern auch Jesaja sollte etwas Derartiges
weissagen. Deshalb steht geschrieben in Kapitel 44, Vers 24 bis 28:
So spricht der HERR,
dein Erlöser, der dich von Mutterleib an gebildet hat: Ich bin der
HERR, der alles vollbringt – ich habe die Himmel ausgespannt, ich
allein, und die Erde ausgebreitet durch mich selbst,
der die Zeichen der
Schwätzer vereitelt und die Wahrsager zu Narren macht; der die
Weisen zum Widerruf zwingt und ihr Wissen zur Torheit macht;
der aber das Wort
seines Knechtes bestätigt und den Ratschluss ausführt, den seine
Boten verkündeten; der zu Jerusalem spricht: »Werde wieder
bewohnt!«, und zu den Städten Judas: »Werdet wieder gebaut! Und
ihre Trümmer richte ich wieder auf«,
der zur Meerestiefe
spricht: »Versiege! Und deine Ströme werde ich trockenlegen!«,
der von Kyrus
spricht: »Er ist mein Hirte, und er wird all meinen Willen ausführen
und zu Jerusalem sagen: Werde gebaut!, und zum Tempel: Werde
gegründet!«
Hier gibt es sogar
im Vorfeld das Detail, dass ein König namens Kyrus den Befehl zum
Wiederaufbau Jerusalems geben würde, noch bevor überhaupt erst die
Zerstörung kam. Gott erfüllt alle seine Worte, sofern sie noch
nicht erfüllt wurden. Deswegen weissagt auch Jesaja in Kapitel 34,
Vers 16:
Forscht nach im Buch
des HERRN und lest es! Nicht eines von alledem wird fehlen; zu keinem
Wort wird man die Erfüllung vermissen; denn mein Mund ist’s, der
es befohlen, und sein Geist ist’s, der sie gesammelt hat.
Außerdem weissagt
Jesaja in Kapitel 43, Vers 12 und 13:
Ich habe verkündigt,
gerettet und von mir hören lassen und bin nicht fremd unter euch;
und ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, dass ich Gott bin.
Ja, von jeher bin
ich derselbe, und niemand kann aus meiner Hand erretten. Ich wirke –
wer will es abwenden?
Wir erkennen also,
dass Jesaja auch an einigen Stellen die bestehende Allmacht Gottes
betonen sollte. Hierbei könnte man jetzt sagen, dass Gott sich nicht
aufregen soll, wie viel gesündigt wird auf der Erde, wenn doch
sowieso alles sein eigener Wille ist und alles von ihm bewirkt wird.
Aber man muss einen
deutlichen Unterschied sehen zwischen Einfluss auf das Weltgeschehen
und Einfluss auf das Individuum. Denn Gott beeinflusst nicht in jeder
einzelnen Sekunde das Verhalten jedes Individuums, aber er
beeinflusst in vielerlei Hinsicht das große Weltgeschehen, denn er
baut Regierungen auf und bringt sie zu Fall. Wie sich aber dabei der
einzelne Mensch benimmt, das lässt er weitesgehend unangetastet.
Zur damaligen Zeit
aber, als Jesaja lebte, musste den Menschen in Juda verdeutlicht
werden, dass großes Leiden auf sie und ihre Verbündeten zukommt
wegen der unfassbaren Sünde, die im Land geschieht. Und um diese
Verdeutlichung geschehen zu lassen, musste Jesaja etwas tun, wovon
wir in Kapitel 8 lesen. Es steht geschrieben in Vers 3 und 4:
Und ich nahte mich
der Prophetin, und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Da
sprach der HERR zu mir: Nenne ihn: »Bald kommt Plünderung, rasch
Raub«!
Denn ehe der Knabe
wird sagen können: »Mein Vater« und »Meine Mutter«, wird der
Reichtum von Damaskus und die Beute Samarias vor dem König von
Assyrien hergetragen werden.
Jesaja musste also
seinem eigenen Sohn einen eigenartigen Name geben, um die Leute von
Juda an die Weissagung zu erinnern, dass der König von Assyrien an
Macht zunehmen wird. Und eben dieser würde später auch versuchen,
Juda einzunehmen. Die Leute in Juda glaubten das aber nicht, und sie
glaubten noch weniger, dass sie auf Gott vertrauen und nach seinen
Geboten wandeln müssen. Stattdessen setzten sie ihr Vertrauen auf
die militärische Stärke von anderen Ländern, die ihnen als
Verbündete zur Seite stehen sollten. Und obwohl es schon eine
Zumutung sein mag, dem eigenen Sohn einen eigenartigen Name geben zu
müssen, so sollte Jesaja noch eine andere Aufgabe erfüllen, die
deutlich unangenehmer war als die erste. Denn wir lesen in Kapitel 20
die folgenden Worte:
In dem Jahr, als der
Tartan nach Asdod kam, als ihn Sargon, der König von Assyrien,
sandte und er gegen Asdod kämpfte und es einnahm,
zu jener Zeit hatte
der HERR durch Jesaja, den Sohn des Amoz, so gesprochen: Geh, lege
das Sacktuch ab von deinen Hüften und zieh die Sandalen aus von
deinen Füßen! Und er machte es so, ging entblößt und barfuß.
Da sprach der HERR:
Gleichwie mein Knecht Jesaja drei Jahre lang entblößt und barfuß
einhergegangen ist, als Zeichen und Warnung für Ägypten und Kusch,
so wird der König
von Assyrien die gefangenen Ägypter und die zur Verbannung
bestimmten Kuschiter, Knaben und Greise entblößt und barfuß und
mit entblößtem Gesäß wegführen, zur Schande Ägyptens.
Da werden dann
diejenigen verzagen und zuschanden werden, die sich auf Kusch
verließen und sich mit Ägypten brüsteten.
Und die Bewohner
dieses Küstenlandes werden an jenem Tag sagen: Siehe, so steht es
mit unserer Zuflucht, zu der wir geflohen sind um Hilfe und Rettung
vor dem König von Assyrien! Wie wollen wir nun entkommen?
Diese Aufgabe war
sicherlich sehr unangenehm, als Jesaja drei Jahre lang in der
Öffentlichkeit umhergehen musste und dabei keine Kleidung trug. Man
würde heutzutage vermutlich denken, dass ein Mensch, der sowas tut,
von einem Dämon besessen sein muss. Aber offensichtlich, wie es die
Schrift erzählt, war es damals ein Befehl Gottes.
Das war soweit alles
aus dem Leben von Jesaja, was für heute angedacht war, aber wir
schauen uns ergänzend mal noch ein paar Ermahnungen an, die Jesaja
für das Volk weissagte.
Folgende Ermahnung
steht in Kapitel 1, Vers 11 bis 17:
Was soll mir die
Menge eurer Schlachtopfer?, spricht der HERR. Ich bin der Brandopfer
von Widdern und des Fettes der Mastkälber überdrüssig, und am Blut
der Jungstiere, Lämmer und Böcke habe ich kein Gefallen!
Wenn ihr kommt, um
vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer verlangt dies von euch,
dass ihr meine Vorhöfe zertretet?
Bringt nicht mehr
vergebliches Speisopfer! Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumond
und Sabbat, Versammlungen halten: Frevel verbunden mit Festgedränge
ertrage ich nicht!
Eure Neumonde und
Festzeiten hasst meine Seele; sie sind mir zur Last geworden; ich bin
es müde, sie zu ertragen.
Und wenn ihr eure
Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch, und wenn ihr
auch noch so viel betet, höre ich doch nicht, denn eure Hände sind
voll Blut!
Wascht, reinigt
euch! Tut das Böse, das ihr getan habt, von meinen Augen hinweg;
hört auf, Böses zu tun!
Lernt Gutes tun,
trachtet nach dem Recht, helft dem Bedrückten, schafft der Waise
Recht, führt den Rechtsstreit für die Witwe!
An dieser Ermahnung
merkt man sehr deutlich, dass Tieropferungen bei Gott noch nie das
Wichtigste waren. Denn wenn ein böser Mensch ein Tier opfert, dann
wird es nicht von Gott wohlgefällig anerkannt, eben weil der Mensch
böse ist. Denn Gott will die Bösen nicht annehmen, die im Bösen
bleiben. Ebenso wird ermahnt, weil die Menschen sich beim Feiern von
Festen unmöglich benehmen. Denn sie Feiern die Feste Gottes nicht um
Gottes willen, sondern um ihren eigenen Spaß daran zu haben und um
ihrer gegenseitigen Lust willen. Das ist für Gott offensichtlich ein
sehr großes Ärgernis, wenn Menschen sich zu einem Fest unter seinem
Namen versammeln, obwohl sie ihn doch überhaupt nicht verehren,
sondern nur auf einander Acht geben.
In Kapitel 2 wird
auch angekündigt, dass es einen Tag gibt, an dem Gott Rache nehmen
wird, und demgemäß lesen wir Folgendes in den Versen 17 bis 22:
Und der Hochmut des
Menschen wird gebeugt und der Stolz des Mannes gedemütigt werden;
der HERR aber wird allein erhaben sein an jenem Tag.
Und die nichtigen
Götzen werden gänzlich verschwinden.
Und man wird sich in
Felshöhlen und Erdlöcher verkriechen aus Furcht vor dem HERRN und
vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich aufmachen wird,
um die Erde zu schrecken.
An jenem Tag wird
der Mensch seine silbernen Götzen und seine goldenen Götzen, die
jeder sich gemacht hat, um sie anzubeten, den Maulwürfen und
Fledermäusen hinwerfen,
um sich zu
verkriechen in die Felsspalten und Steinklüfte aus Furcht vor dem
HERRN und der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich aufmachen
wird, um die Erde in Schrecken zu versetzen.
So lasst nun ab von
dem Menschen, der nur Hauch in seiner Nase hat; denn wofür ist er zu
achten?
Dieser Text gehört
zu denen, die sehr leicht erkennbar machen, dass Gott von Stolz und
Hochmut sehr angewidert ist und es bestrafen wird. Und ebenso stark
ist Gott davon angewidert, wenn Menschen in irgendeiner Weise
Gemeinschaft mit Götzenfiguren haben. Dazu passt auch hervorragend
die Ermahnung, die Jesaja aufgeschrieben hat in Kapitel 44, Vers 10
und 11. Es steht geschrieben:
Wer hat je einen
Gott gemacht und ein Götzenbild gegossen, ohne einen Nutzen davon zu
erwarten?
Siehe, alle, die mit
ihm Gemeinschaft haben, werden zuschanden, und seine Werkmeister sind
auch nur Menschen. Mögen sie alle sich vereinigen und zusammenstehen
– sie müssen doch erschrecken und miteinander zuschanden werden!
An diesem Text soll
ein weiteres Mal erkennbar sein, dass wir mit keinem Götzenbild auch
nur im Geringsten Gemeinschaft haben dürfen, wenn wir Gott suchen.
Das Volk aber, in dessen Mitte Jesaja lebte, tat ohne Unterlass
solche und andere Sünden und störte sich gar nicht daran. Und Gott
ärgerte sich verständlicherweise sehr darüber, darum lesen wir in
Kapitel 3, Vers 3 bis 12:
Der Ausdruck ihres
Angesichts zeugt gegen sie, und von ihren Sünden sprechen sie offen
wie die Sodomiter und verbergen sie nicht. Wehe ihrer Seele, denn sie
fügen sich selbst Schaden zu!
Sagt den Gerechten,
dass es ihnen gut gehen wird; denn sie werden die Frucht ihrer Taten
genießen.
Wehe dem Gottlosen!
Ihm geht es schlecht; denn was er mit seinen Händen getan hat, das
wird ihm angetan werden!
Mein Volk wird von
Mutwilligen bedrückt, und Frauen beherrschen es. Mein Volk, deine
Führer verführen dich und haben den Weg verwüstet, den du wandeln
sollst.
Die Aussage, dass
die Menschen sich wie Sodomiter benehmen, sollte uns schon wirklich
zu denken geben, denn Sodom ist ja eines der Länder, auf welche Gott
Feuer und Schwefel nieder regnen ließ, weil diese Leute endgültig
zu weit gegangen waren mit ihrem abartigen Treiben.
Wir gewinnen aber
auch einen besseren Eindruck davon, wie unzumutbar das Verhalten der
Leute in Jesajas Tagen war, wenn wir uns gewisse Verse in Kapitel 5
anschauen. Es steht geschrieben in den Versen 11 bis 16:
Wehe denen, die sich
früh am Morgen aufmachen, um berauschenden Getränken nachzujagen,
und die am Abend lange aufbleiben, bis sie der Wein erhitzt!
Zither und Harfe,
Pauke, Flöte und Wein gehören zu ihrem Gelage – aber auf das Tun
des HERRN schauen sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie
nicht!
Darum wandert mein
Volk in die Gefangenschaft aus Mangel an Erkenntnis; seine Edlen
leiden Hunger, und seine Volksmenge verschmachtet vor Durst.
Darum sperrt das
Totenreich seinen Schlund weit auf und hat seinen Rachen über die
Maßen weit aufgerissen. Und ihre Pracht fährt hinunter und ihre
Menge samt all ihrem Getümmel und wer in ihr frohlockt.
So wird der Mensch
gebeugt und der Mann gedemütigt, und die Augen der Hochmütigen
sollen erniedrigt werden;
aber der HERR der
Heerscharen wird erhaben sein im Gericht, und Gott, der Heilige, wird
sich als heilig erweisen in Gerechtigkeit.
Man muss aufgrund
dieses Textes stark davon ausgehen, dass es einerseits damals sehr
viele Trunkenbolde in Jerusalem gab, und dass andererseits auch alle
Trunkenbolde keine Hoffnung haben, in das Reich Gottes einzugehen,
denn es ergeht ein Weheruf über solche Leute. Interessant ist aber
auch, dass das Volk zugrunde geht aus Mangel an Erkenntnis.
Wahrscheinlich kommt dieser Mangel daher, dass die Leute sich lieber
betrinken und wild feiern, anstatt das Wort Gottes in Wahrheit
festzuhalten.
Wir lesen uns jetzt
auch mal zur Ergänzung die Weissagung aus Kapitel 57 durch, wo Gott
sehr schimpft über Menschen, die ihrem eigenen Dickkopf folgen und
von Gott nichts wissen wollen. Es steht geschrieben in den Versen 10
bis 15:
Du bist müde
geworden von der Menge deiner Wege, hast aber nicht gesagt: Es ist
vergeblich! Du hast noch Lebensunterhalt gefunden, darum wurdest du
nicht matt.
Vor wem hast du dich
so gescheut und gefürchtet, dass du mich verleugnet und an mich
nicht mehr gedacht hast und es dir nicht zu Herzen nahmst? Habe ich
nicht geschwiegen, und das seit langer Zeit? Aber du willst mich doch
nicht fürchten!
Ich selbst will
jetzt meine Gerechtigkeit bekannt machen, und deine Machwerke werden
dir nichts nützen!
Wenn du dann
schreist, so mögen dich alle deine gesammelten Götzen erretten;
aber ein einziger Windstoß wird sie alle davontragen, ein Hauch wird
sie wegnehmen. Wer aber bei mir Zuflucht sucht, der wird das Land
erben und meinen heiligen Berg besitzen.
Und er wird sagen:
Macht Bahn, macht Bahn! Ebnet den Weg! Räumt jeden Anstoß aus dem
Weg meines Volkes!
Denn so spricht der
Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name »Der Heilige«
ist: In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem, der
zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, damit ich den Geist der
Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke.
Hier spricht Gott
tadelnd über Menschen, die ständig im Stress sind und sich dabei
denken, sie würden alles richtig machen. Solche Leute gibt es nicht
nur heutzutage, sondern es hat sie offensichtlich auch schon damals
gegeben.
Interessant ist
aber, dass Jesaja Worte aufschreiben sollte, die für die Zukunft
gedacht waren, und davon lesen wir uns heute auch einen Teil durch.
Es steht geschrieben in Kapitel 30, Vers 8 bis 13:
Geh du nun hin und
schreibe ihnen das auf eine Tafel und verzeichne es in ein Buch; und
es soll bleiben für einen zukünftigen Tag, für immer, bis in
Ewigkeit,
nämlich: Es ist ein
widerspenstiges Volk, lügenhafte Söhne, Söhne, die das Gesetz des
HERRN nicht hören wollen;
die zu den Sehern
sagen: »Ihr sollt nicht sehen!«, und zu den Schauenden: »Schaut
uns nicht das Richtige, sondern sagt uns angenehme Dinge und schaut
uns Täuschungen!
Verlasst den Weg,
biegt ab von dem Pfad, lasst uns mit dem Heiligen Israels in Ruhe!«
Darum, so spricht
der Heilige Israels: Weil ihr dieses Wort verwerft und euch auf
Gewalttätigkeit und Verdrehung verlasst und euch darauf stützt,
darum wird euch
diese Sünde sein wie ein Bruchstück, das herunterfallen will, das
heraustritt aus einer hohen Mauer, die plötzlich, unversehens
einstürzt.
Und nachdem ich
diese bemerkenswerte Weissagung vorgelesen habe, die Jesaja
aufschrieb, sind wir auch schon am Ende des heutigen Videos
angekommen.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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