Text zu "Bibellehre - Das Leben des Propheten Jesaja"

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Im heutigen Video werden wir uns mit dem Leben des Propheten Jesaja beschäftigen. Sonderlich viel gibt es darüber nicht zu erfahren, denn Jesaja hat größtenteils Weissagungen über Zerstörung aufgeschrieben, und auch viele Kapitel über die zukünftige Erlösung des Volkes Israel. Dabei spielt natürlich auch Jesus eine tragende Rolle, denn von ihm steht zum Beispiel in Kapitel 42 und in Kapitel 53 einiges geschrieben. Aber das behandeln wir ein andermal.

Jesaja lebte auch in den Jahren, als es langsam anfing, mit Jerusalem und dem Land Juda bergab zu gehen, ähnlich wie die meisten anderen Propheten, deren Schriften bewahrt wurden. Diese Zeit wird im zweiten Buch der Könige berichtet. Zu dieser Zeit war der israelische Stamm Juda für sich allein, und alle anderen Stämme von Israel wohnten in dem Land, das sie Samaria genannt hatten, und sie waren von Gott abgefallen. Im Land Juda aber war die Gotteslästerung nicht ganz so schlimm. Aber als ein gotteslästerlicher König in Juda regierte, dessen Name Ahas lautete, da sollte Jesaja zu diesem König gehen, als ein feindlicher Angriff bevorstand. Von diesem Ereignis wird im zweiten Buch der Könige leider nichts Ausführliches über die Beteiligung von Jesaja erzählt, aber dafür wird es im Buch des Propheten Jesaja detaillierter berichtet. Es steht geschrieben in Kapitel 7, Vers 1 bis 17:

Und es geschah zur Zeit des Ahas, des Sohnes Jotams, des Sohnes Ussijas, des Königs von Juda, da zog Rezin, der König von Aram, mit Pekach, dem Sohn Remaljas, dem König von Israel, hinauf zum Krieg gegen Jerusalem; er konnte es aber nicht erobern.
Als nun dem Haus Davids berichtet wurde: »Der Aramäer hat sich in Ephraim niedergelassen!«, da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes vor dem Wind beben.
Der HERR aber sprach zu Jesaja: Geh doch hinaus, dem Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub, an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, zur Straße des Walkerfeldes,
und sprich zu ihm: Hüte dich und sei ruhig; fürchte dich nicht, und dein Herz verzage nicht vor diesen zwei rauchenden Feuerbrandstummeln, vor der Zornglut Rezins und der Aramäer und des Sohnes Remaljas!
Weil der Aramäer Böses gegen dich geplant hat samt Ephraim und dem Sohn Remaljas, die sagen:
»Wir wollen nach Juda hinaufziehen und es in Schrecken versetzen und es für uns erobern und dort den Sohn Tabeels zum König einsetzen!«,
deshalb spricht GOTT, der Herr: Es soll nicht zustande kommen und nicht geschehen!
Denn Damaskus ist das Haupt von Aram, und Rezin ist das Haupt von Damaskus; und binnen 65 Jahren wird Ephraim zertrümmert sein, sodass es kein Volk mehr ist.
Und das Haupt Ephraims ist Samaria, und das Haupt Samarias ist der Sohn Remaljas. Wenn ihr nicht glaubt, so werdet ihr gewiss keinen Bestand haben!
Weiter redete der HERR zu Ahas und sprach:
Erbitte ein Zeichen von dem HERRN, deinem Gott; erbitte es in der Tiefe oder droben in der Höhe!
Da antwortete Ahas: Ich will nichts erbitten, damit ich den HERRN nicht versuche!
Darauf sprach Jesaja: Höre doch, Haus David! Ist es euch nicht genug, dass ihr Menschen ermüdet, müsst ihr auch meinen Gott ermüden?
Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.
Dickmilch und Wildhonig wird er essen, bis er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen.
Denn ehe der Knabe versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen, wird das Land, vor dessen beiden Königen dir graut, verlassen sein.
Der HERR aber wird über dich, über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage bringen, wie sie niemals gekommen sind, seitdem Ephraim von Juda abgefallen ist – nämlich den König von Assyrien.

Hierbei wird also angekündigt, dass als Zeichen für Ahas ein Mensch von einer Jungfrau geboren wird, und noch bevor dieser lernt, das Böse zu verwerfen, wird das Land der Aramäer und das Land der abfälligen Israeliten, die sich von Juda abspalteten, verlassen sein. Leider kann ich euch nicht sagen, welche Tage genau damit gemeint sind. Die Zeit, als Jesus lebte, kann es nicht sein, denn das Land Samaria, welches von dem abtrünnigen Israel und später von Heidenvölkern bewohnt war, ist zu Jesu Lebzeiten bekanntlich nicht verlassen gewesen. Außerdem haben wir gelesen, dass dieses Zeichen innerhalb der nächsten 65 Jahre kommen muss, aber die siebzigjährige Gefangenschaft stand in diesen Tagen dem Volk Israel immernoch bevor, daher geschah es vor der siebzigjährigen Gefangenschaft.
Manch ein Mensch möge sich vielleicht auch fragen, warum Ahas so demütig reagierte, als er aufgefordert wurde, von Gott ein Zeichen zu erbitten, obwohl doch Ahas gotteslästerlich lebte. Und die Antwort ist ganz einfach: Es war Heuchelei. Ahas hatte nicht deshalb gesagt, dass er nicht Gott versuchen will, weil es ihm auf dem Herzen lag, sondern er sagte es als Ausrede, weil er am liebsten gar nichts mit Gott zu schaffen haben wollte.

Aber lasst uns mal ein anderes Ereignis aus dem Leben von Jesaja anschauen, wo er für Gott eine Botschaft überbringen sollte! Es gab einige Jahre später für das Land Juda einen neuen König, dessen Name war Hiskia. Zu dieser Zeit hatte das Volk in Juda schon einiges Leid gesehen, wegen dem ständigen Götzendienst und all den bösen Taten im Volk. Deswegen wurde das Volk vom König von Assyrien bedrängt und musste ihm Tribute bezahlen. Aber Hiskia weigerte sich, dem König von Assyrien verpflichtet zu sein, und nach einiger Zeit kamen Gesandte des Königs von Assyrien und hielten eine sehr einschüchternde Rede vor dem Volk in der Stadt Jerusalem, welche bekanntlich die Hauptstadt des Landes Juda ist.
Und der König von Assyrien war militärisch überlegen, aber Hiskia hoffte, dass Jerusalem von Gott beschützt werden würde. Als nun dem König Hiskia die einschüchternde Rede verkündet wurde, die die Boten des Königs von Assyrien überbracht hatten, erschauderte Hiskia und ließ den Prophet Jesaja befragen. Wir lesen diesbezüglich Folgendes im zweiten Buch der Könige, Kapitel 19, Vers 5 bis 7:

Als nun die Knechte des Königs Hiskia zu Jesaja kamen,
da sprach Jesaja zu ihnen: So sollt ihr zu eurem Herrn sprechen: So spricht der HERR: »Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen die Knechte des Königs von Assyrien mich gelästert haben!
Siehe, ich will ihm einen Geist eingeben, dass er ein Gerücht hören und wieder in sein Land ziehen wird; und ich will ihn in seinem Land durch das Schwert fällen!«

Später kam ein Drohbrief von dem König von Assyrien. Da ging Hiskia in das Gotteshaus von Jerusalem und betete zu Gott, und er bat darum, dass Jerusalem errettet werden soll.
Und nach diesem Gebet sollte Jesaja die Antwort übermitteln lassen, denn wir lesen in Vers 20:

Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia und ließ ihm sagen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Was du wegen Sanheribs, des Königs von Assyrien, zu mir gebetet hast, das habe ich gehört.

Und beginnend ab dem Vers wird eine Weissagung darüber verkündet, dass der König von Assyrien zugrunde gehen soll, weil er übermütig wurde und den echten lebendigen Gott gelästert hat.
Und nach dieser Weissagung wird Folgendes erzählt in den Versen 35 bis 37:

Und es geschah in derselben Nacht, da ging der Engel des HERRN aus und erschlug im Lager der Assyrer 185000 Mann. Und als man am Morgen früh aufstand, siehe, da waren diese alle tot, lauter Leichen.
Da brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und zog fort, und er kehrte heim und blieb in Ninive.
Und es geschah, als er im Haus seines Gottes Nisroch anbetete, da erschlugen ihn seine Söhne Adrammalech und Sarezer mit dem Schwert, und sie entkamen in das Land Ararat. Und sein Sohn Esarhaddon wurde König an seiner Stelle.

An diesem Text erkennen wir, dass Gott sein Versprechen sehr schnell erfüllte, den König von Assyrien zu bestrafen und Jerusalem zu beschützen.

Eine weitere Geschichte aus dem zweiten Buch der Könige, wo Jesaja eine Rolle spielt, lesen wir im nächsten Kapitel. Denn es steht geschrieben in Kapitel 20, Vers 1 bis 11:

In jenen Tagen wurde Hiskia todkrank. Da kam der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Bestelle dein Haus; denn du sollst sterben und nicht am Leben bleiben!
Da wandte er sein Angesicht gegen die Wand und betete zum HERRN und sprach:
Ach, HERR, gedenke doch daran, dass ich in Wahrheit und mit ganzem Herzen vor dir gewandelt bin und getan habe, was gut ist in deinen Augen! Und Hiskia weinte sehr.
Als aber Jesaja noch nicht aus dem mittleren Hof hinausgegangen war, da geschah es, dass das Wort des HERRN folgendermaßen an ihn erging:
Kehre um und sage zu Hiskia, dem Fürsten meines Volkes: So spricht der HERR, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet erhört und deine Tränen angesehen. Siehe, ich will dich heilen; am dritten Tag wirst du in das Haus des HERRN hinaufgehen;
und ich will zu deinen Lebenstagen noch 15 Jahre hinzufügen; und ich will dich und diese Stadt aus der Hand des Königs von Assyrien erretten; und ich will diese Stadt beschirmen um meinetwillen und um meines Knechtes David willen!
Und Jesaja sprach: Bringt eine Feigenmasse her! Und als sie eine solche brachten, strichen sie diese als Salbe auf das Geschwür, und er wurde gesund.
Hiskia aber sprach zu Jesaja: Welches ist das Zeichen, dass mich der HERR gesund machen wird und dass ich am dritten Tag in das Haus des HERRN hinaufgehen werde?
Jesaja sprach: Dies sei dir das Zeichen von dem HERRN, dass der HERR das Wort erfüllen wird, das er gesprochen hat: Soll der Schatten der Sonnenuhr zehn Stufen vorwärtsgehen oder zehn Stufen zurückkehren?
Hiskia sprach: Es ist ein Leichtes, dass der Schatten zehn Stufen abwärtsgeht; nein sondern der Schatten soll zehn Stufen zurückgehen!
Da rief der Prophet Jesaja den HERRN an; und er ließ an der Sonnenuhr des Ahas den Schatten, der abwärtsgegangen war, zehn Stufen zurückgehen.

An diesem Text wird die Barmherzigkeit Gottes erkennbar, denn er hat seinen weinenden Knecht Hiskia nicht einfach ignoriert, sondern ihm ein eigentlich nicht vorgesehenes Geschenkt gemacht.
Und das Zeichen mit dem Schatten an der Sonnenuhr ist auch interessant. Gott hat etwas Übernatürliches bewirkt, um zu zeigen, dass er sein Versprechen ernst meint. Und Hiskia musste sich das Zeichen nichtmal selbst ausdenken, sondern es wurde ihm vorgegeben. Das ist auch gnädig, denn bei anderen Leuten ist es so, dass sie aus ihrer eigenen Kreativität heraus sagen sollen, was Gott machen soll, um ihnen ein Zeichen zu geben. Aber in so einer Lage weiß man ja erstmal gar nicht, was man überhaupt fordern sollte. Daher ist es angenehmer, wenn es vorgegeben wird.

Übrigens kann man die gleichen Geschichten, die ich euch gerade aus dem zweiten Buch der Könige gezeigt habe, nicht nur dort lesen, sondern im zweiten Buch der Chronik wird in Kapitel 32 auch davon erzählt, und im Buch des Propheten Jesaja in Kapitel 36 bis 38 ebenfalls.

Und weil Hiskia insgesamt ein gottesfürchtiger Mann war, genoss bestimmt auch Jesaja in diesen Tagen Respekt. Als aber der Sohn von Hiskia an die Macht kam, änderte sich das vermutlich. Denn über den Nachfolger von König Hiskia, welcher Manasse hieß, lesen wir Folgendes im zweiten Buch der Könige in Kapitel 21, Vers 1 bis 6:

Manasse war 12 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 55 Jahre lang in Jerusalem. Und der Name seiner Mutter war Hephziba.
Und er tat, was böse war in den Augen des HERRN, nach den Gräueln der Heidenvölker, die der HERR vor den Kindern Israels vertrieben hatte.
Er baute die Höhen wieder auf, die sein Vater Hiskia zerstört hatte, und errichtete dem Baal Altäre und machte ein Aschera-Standbild, wie es Ahab, der König von Israel, getan hatte, und er betete das ganze Heer des Himmels an und diente ihnen.
Er baute auch Altäre im Haus des HERRN, von dem der HERR gesagt hatte: In Jerusalem will ich meinen Namen wohnen lassen.
Und er baute dem ganzen Heer des Himmels Altäre in beiden Vorhöfen am Haus des HERRN.
Er ließ auch seinen Sohn durchs Feuer gehen und trieb Zeichendeuterei und Zauberei und hielt Geisterbefrager und Wahrsager; er tat vieles, was böse ist in den Augen des HERRN, um ihn herauszufordern.

Es stehen noch mehr Gräueltaten von Manasse in diesem Kapitel. Es steht sogar geschrieben, dass die Gräueltaten dieses Mannes noch schlimmer waren als die Taten der Heidenvölker, die vor Israel in dem Land gewohnt hatten. Das ist echt heftig!

Nachdem wir aber diese geschichtlichen Ereignisse betrachtet haben, schauen wir nun mal an, wie Jesaja von einem übernatürlichen Erlebnis erzählt hat. Wir lesen darüber in seinem Buch in Kapitel 6, Vers 1 bis 12:

Im Todesjahr des Königs Ussija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und seine Säume erfüllten den Tempel.
Seraphim standen über ihm; jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie.
Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit!
Da erbebten die Pfosten der Schwellen von der Stimme des Rufenden, und das Haus wurde mit Rauch erfüllt.
Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den HERRN der Heerscharen, gesehen!
Da flog einer der Seraphim zu mir, und er hielt eine glühende Kohle in seiner Hand, die er mit der Zange vom Altar genommen hatte;
und er berührte meinen Mund damit und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt; deine Schuld ist von dir genommen und deine Sünde gesühnt!
Und ich hörte die Stimme des Herrn fragen: Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich!
Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Hört immerfort und versteht nicht, seht immerzu und erkennt nicht!
Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich, und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört, und damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und es sich nicht bekehrt und für sich Heilung findet!
Und ich fragte: Wie lange, Herr? Er antwortete: Bis die Städte verwüstet liegen, sodass niemand mehr darin wohnt, und die Häuser menschenleer sein werden und das Land in eine Einöde verwandelt ist.
Denn der HERR wird die Menschen weit wegführen, und die Verödung inmitten des Landes wird groß sein.

Wenn hier ein Engel ein glühendes Stück Kohle an dem Mund von Jesaja hält, ist sehr stark davon auszugehen, dass dies keine Schmerzen verursacht hat. Denn das Feuer dieser Kohle war heilig, es war nicht von dieser Welt. Ein wenig erschreckend ist hier auch, dass Gott die Menschen absichtlich in einen Zustand versetzen will, in dem sie nicht mehr auf die Ermahnungen hören können.
Als Reaktion darauf, dass sie bisher mit offenen Ohren hören konnten, aber nicht hören wollten, ist das Urteil über sie bei Gott beschlossen. Sie sollen aus ihrem Heimatland weggeführt werden und sich als Fremdlinge unter Heiden aufhalten, wo sie verachtet sein werden. Und weil Gott dieses Gericht beschlossen hat, will er wohl verhindern, dass sie ihm Anlas geben, sich die Sache doch noch mal anders zu überlegen, darum werden ihre Ohren und Augen verschlossen.

Übrigens hat Gott nicht nur durch den Prophet Jeremia angekündigt, dass Gott sich nach 70 Jahren wieder über sein Volk erbarmen wird, wie wir es in dessen Buch nachlesen können, sondern auch Jesaja sollte etwas Derartiges weissagen. Deshalb steht geschrieben in Kapitel 44, Vers 24 bis 28:

So spricht der HERR, dein Erlöser, der dich von Mutterleib an gebildet hat: Ich bin der HERR, der alles vollbringt – ich habe die Himmel ausgespannt, ich allein, und die Erde ausgebreitet durch mich selbst,
der die Zeichen der Schwätzer vereitelt und die Wahrsager zu Narren macht; der die Weisen zum Widerruf zwingt und ihr Wissen zur Torheit macht;
der aber das Wort seines Knechtes bestätigt und den Ratschluss ausführt, den seine Boten verkündeten; der zu Jerusalem spricht: »Werde wieder bewohnt!«, und zu den Städten Judas: »Werdet wieder gebaut! Und ihre Trümmer richte ich wieder auf«,
der zur Meerestiefe spricht: »Versiege! Und deine Ströme werde ich trockenlegen!«,
der von Kyrus spricht: »Er ist mein Hirte, und er wird all meinen Willen ausführen und zu Jerusalem sagen: Werde gebaut!, und zum Tempel: Werde gegründet!«

Hier gibt es sogar im Vorfeld das Detail, dass ein König namens Kyrus den Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems geben würde, noch bevor überhaupt erst die Zerstörung kam. Gott erfüllt alle seine Worte, sofern sie noch nicht erfüllt wurden. Deswegen weissagt auch Jesaja in Kapitel 34, Vers 16:

Forscht nach im Buch des HERRN und lest es! Nicht eines von alledem wird fehlen; zu keinem Wort wird man die Erfüllung vermissen; denn mein Mund ist’s, der es befohlen, und sein Geist ist’s, der sie gesammelt hat.

Außerdem weissagt Jesaja in Kapitel 43, Vers 12 und 13:

Ich habe verkündigt, gerettet und von mir hören lassen und bin nicht fremd unter euch; und ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, dass ich Gott bin.
Ja, von jeher bin ich derselbe, und niemand kann aus meiner Hand erretten. Ich wirke – wer will es abwenden?

Wir erkennen also, dass Jesaja auch an einigen Stellen die bestehende Allmacht Gottes betonen sollte. Hierbei könnte man jetzt sagen, dass Gott sich nicht aufregen soll, wie viel gesündigt wird auf der Erde, wenn doch sowieso alles sein eigener Wille ist und alles von ihm bewirkt wird.
Aber man muss einen deutlichen Unterschied sehen zwischen Einfluss auf das Weltgeschehen und Einfluss auf das Individuum. Denn Gott beeinflusst nicht in jeder einzelnen Sekunde das Verhalten jedes Individuums, aber er beeinflusst in vielerlei Hinsicht das große Weltgeschehen, denn er baut Regierungen auf und bringt sie zu Fall. Wie sich aber dabei der einzelne Mensch benimmt, das lässt er weitesgehend unangetastet.
Zur damaligen Zeit aber, als Jesaja lebte, musste den Menschen in Juda verdeutlicht werden, dass großes Leiden auf sie und ihre Verbündeten zukommt wegen der unfassbaren Sünde, die im Land geschieht. Und um diese Verdeutlichung geschehen zu lassen, musste Jesaja etwas tun, wovon wir in Kapitel 8 lesen. Es steht geschrieben in Vers 3 und 4:

Und ich nahte mich der Prophetin, und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach der HERR zu mir: Nenne ihn: »Bald kommt Plünderung, rasch Raub«!
Denn ehe der Knabe wird sagen können: »Mein Vater« und »Meine Mutter«, wird der Reichtum von Damaskus und die Beute Samarias vor dem König von Assyrien hergetragen werden.

Jesaja musste also seinem eigenen Sohn einen eigenartigen Name geben, um die Leute von Juda an die Weissagung zu erinnern, dass der König von Assyrien an Macht zunehmen wird. Und eben dieser würde später auch versuchen, Juda einzunehmen. Die Leute in Juda glaubten das aber nicht, und sie glaubten noch weniger, dass sie auf Gott vertrauen und nach seinen Geboten wandeln müssen. Stattdessen setzten sie ihr Vertrauen auf die militärische Stärke von anderen Ländern, die ihnen als Verbündete zur Seite stehen sollten. Und obwohl es schon eine Zumutung sein mag, dem eigenen Sohn einen eigenartigen Name geben zu müssen, so sollte Jesaja noch eine andere Aufgabe erfüllen, die deutlich unangenehmer war als die erste. Denn wir lesen in Kapitel 20 die folgenden Worte:

In dem Jahr, als der Tartan nach Asdod kam, als ihn Sargon, der König von Assyrien, sandte und er gegen Asdod kämpfte und es einnahm,
zu jener Zeit hatte der HERR durch Jesaja, den Sohn des Amoz, so gesprochen: Geh, lege das Sacktuch ab von deinen Hüften und zieh die Sandalen aus von deinen Füßen! Und er machte es so, ging entblößt und barfuß.
Da sprach der HERR: Gleichwie mein Knecht Jesaja drei Jahre lang entblößt und barfuß einhergegangen ist, als Zeichen und Warnung für Ägypten und Kusch,
so wird der König von Assyrien die gefangenen Ägypter und die zur Verbannung bestimmten Kuschiter, Knaben und Greise entblößt und barfuß und mit entblößtem Gesäß wegführen, zur Schande Ägyptens.
Da werden dann diejenigen verzagen und zuschanden werden, die sich auf Kusch verließen und sich mit Ägypten brüsteten.
Und die Bewohner dieses Küstenlandes werden an jenem Tag sagen: Siehe, so steht es mit unserer Zuflucht, zu der wir geflohen sind um Hilfe und Rettung vor dem König von Assyrien! Wie wollen wir nun entkommen?

Diese Aufgabe war sicherlich sehr unangenehm, als Jesaja drei Jahre lang in der Öffentlichkeit umhergehen musste und dabei keine Kleidung trug. Man würde heutzutage vermutlich denken, dass ein Mensch, der sowas tut, von einem Dämon besessen sein muss. Aber offensichtlich, wie es die Schrift erzählt, war es damals ein Befehl Gottes.

Das war soweit alles aus dem Leben von Jesaja, was für heute angedacht war, aber wir schauen uns ergänzend mal noch ein paar Ermahnungen an, die Jesaja für das Volk weissagte.
Folgende Ermahnung steht in Kapitel 1, Vers 11 bis 17:

Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer?, spricht der HERR. Ich bin der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastkälber überdrüssig, und am Blut der Jungstiere, Lämmer und Böcke habe ich kein Gefallen!
Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer verlangt dies von euch, dass ihr meine Vorhöfe zertretet?
Bringt nicht mehr vergebliches Speisopfer! Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumond und Sabbat, Versammlungen halten: Frevel verbunden mit Festgedränge ertrage ich nicht!
Eure Neumonde und Festzeiten hasst meine Seele; sie sind mir zur Last geworden; ich bin es müde, sie zu ertragen.
Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch, und wenn ihr auch noch so viel betet, höre ich doch nicht, denn eure Hände sind voll Blut!
Wascht, reinigt euch! Tut das Böse, das ihr getan habt, von meinen Augen hinweg; hört auf, Böses zu tun!
Lernt Gutes tun, trachtet nach dem Recht, helft dem Bedrückten, schafft der Waise Recht, führt den Rechtsstreit für die Witwe!

An dieser Ermahnung merkt man sehr deutlich, dass Tieropferungen bei Gott noch nie das Wichtigste waren. Denn wenn ein böser Mensch ein Tier opfert, dann wird es nicht von Gott wohlgefällig anerkannt, eben weil der Mensch böse ist. Denn Gott will die Bösen nicht annehmen, die im Bösen bleiben. Ebenso wird ermahnt, weil die Menschen sich beim Feiern von Festen unmöglich benehmen. Denn sie Feiern die Feste Gottes nicht um Gottes willen, sondern um ihren eigenen Spaß daran zu haben und um ihrer gegenseitigen Lust willen. Das ist für Gott offensichtlich ein sehr großes Ärgernis, wenn Menschen sich zu einem Fest unter seinem Namen versammeln, obwohl sie ihn doch überhaupt nicht verehren, sondern nur auf einander Acht geben.

In Kapitel 2 wird auch angekündigt, dass es einen Tag gibt, an dem Gott Rache nehmen wird, und demgemäß lesen wir Folgendes in den Versen 17 bis 22:

Und der Hochmut des Menschen wird gebeugt und der Stolz des Mannes gedemütigt werden; der HERR aber wird allein erhaben sein an jenem Tag.
Und die nichtigen Götzen werden gänzlich verschwinden.
Und man wird sich in Felshöhlen und Erdlöcher verkriechen aus Furcht vor dem HERRN und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich aufmachen wird, um die Erde zu schrecken.
An jenem Tag wird der Mensch seine silbernen Götzen und seine goldenen Götzen, die jeder sich gemacht hat, um sie anzubeten, den Maulwürfen und Fledermäusen hinwerfen,
um sich zu verkriechen in die Felsspalten und Steinklüfte aus Furcht vor dem HERRN und der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich aufmachen wird, um die Erde in Schrecken zu versetzen.
So lasst nun ab von dem Menschen, der nur Hauch in seiner Nase hat; denn wofür ist er zu achten?

Dieser Text gehört zu denen, die sehr leicht erkennbar machen, dass Gott von Stolz und Hochmut sehr angewidert ist und es bestrafen wird. Und ebenso stark ist Gott davon angewidert, wenn Menschen in irgendeiner Weise Gemeinschaft mit Götzenfiguren haben. Dazu passt auch hervorragend die Ermahnung, die Jesaja aufgeschrieben hat in Kapitel 44, Vers 10 und 11. Es steht geschrieben:

Wer hat je einen Gott gemacht und ein Götzenbild gegossen, ohne einen Nutzen davon zu erwarten?
Siehe, alle, die mit ihm Gemeinschaft haben, werden zuschanden, und seine Werkmeister sind auch nur Menschen. Mögen sie alle sich vereinigen und zusammenstehen – sie müssen doch erschrecken und miteinander zuschanden werden!

An diesem Text soll ein weiteres Mal erkennbar sein, dass wir mit keinem Götzenbild auch nur im Geringsten Gemeinschaft haben dürfen, wenn wir Gott suchen. Das Volk aber, in dessen Mitte Jesaja lebte, tat ohne Unterlass solche und andere Sünden und störte sich gar nicht daran. Und Gott ärgerte sich verständlicherweise sehr darüber, darum lesen wir in Kapitel 3, Vers 3 bis 12:

Der Ausdruck ihres Angesichts zeugt gegen sie, und von ihren Sünden sprechen sie offen wie die Sodomiter und verbergen sie nicht. Wehe ihrer Seele, denn sie fügen sich selbst Schaden zu!
Sagt den Gerechten, dass es ihnen gut gehen wird; denn sie werden die Frucht ihrer Taten genießen.
Wehe dem Gottlosen! Ihm geht es schlecht; denn was er mit seinen Händen getan hat, das wird ihm angetan werden!
Mein Volk wird von Mutwilligen bedrückt, und Frauen beherrschen es. Mein Volk, deine Führer verführen dich und haben den Weg verwüstet, den du wandeln sollst.

Die Aussage, dass die Menschen sich wie Sodomiter benehmen, sollte uns schon wirklich zu denken geben, denn Sodom ist ja eines der Länder, auf welche Gott Feuer und Schwefel nieder regnen ließ, weil diese Leute endgültig zu weit gegangen waren mit ihrem abartigen Treiben.
Wir gewinnen aber auch einen besseren Eindruck davon, wie unzumutbar das Verhalten der Leute in Jesajas Tagen war, wenn wir uns gewisse Verse in Kapitel 5 anschauen. Es steht geschrieben in den Versen 11 bis 16:

Wehe denen, die sich früh am Morgen aufmachen, um berauschenden Getränken nachzujagen, und die am Abend lange aufbleiben, bis sie der Wein erhitzt!
Zither und Harfe, Pauke, Flöte und Wein gehören zu ihrem Gelage – aber auf das Tun des HERRN schauen sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht!
Darum wandert mein Volk in die Gefangenschaft aus Mangel an Erkenntnis; seine Edlen leiden Hunger, und seine Volksmenge verschmachtet vor Durst.
Darum sperrt das Totenreich seinen Schlund weit auf und hat seinen Rachen über die Maßen weit aufgerissen. Und ihre Pracht fährt hinunter und ihre Menge samt all ihrem Getümmel und wer in ihr frohlockt.
So wird der Mensch gebeugt und der Mann gedemütigt, und die Augen der Hochmütigen sollen erniedrigt werden;
aber der HERR der Heerscharen wird erhaben sein im Gericht, und Gott, der Heilige, wird sich als heilig erweisen in Gerechtigkeit.

Man muss aufgrund dieses Textes stark davon ausgehen, dass es einerseits damals sehr viele Trunkenbolde in Jerusalem gab, und dass andererseits auch alle Trunkenbolde keine Hoffnung haben, in das Reich Gottes einzugehen, denn es ergeht ein Weheruf über solche Leute. Interessant ist aber auch, dass das Volk zugrunde geht aus Mangel an Erkenntnis. Wahrscheinlich kommt dieser Mangel daher, dass die Leute sich lieber betrinken und wild feiern, anstatt das Wort Gottes in Wahrheit festzuhalten.

Wir lesen uns jetzt auch mal zur Ergänzung die Weissagung aus Kapitel 57 durch, wo Gott sehr schimpft über Menschen, die ihrem eigenen Dickkopf folgen und von Gott nichts wissen wollen. Es steht geschrieben in den Versen 10 bis 15:

Du bist müde geworden von der Menge deiner Wege, hast aber nicht gesagt: Es ist vergeblich! Du hast noch Lebensunterhalt gefunden, darum wurdest du nicht matt.
Vor wem hast du dich so gescheut und gefürchtet, dass du mich verleugnet und an mich nicht mehr gedacht hast und es dir nicht zu Herzen nahmst? Habe ich nicht geschwiegen, und das seit langer Zeit? Aber du willst mich doch nicht fürchten!
Ich selbst will jetzt meine Gerechtigkeit bekannt machen, und deine Machwerke werden dir nichts nützen!
Wenn du dann schreist, so mögen dich alle deine gesammelten Götzen erretten; aber ein einziger Windstoß wird sie alle davontragen, ein Hauch wird sie wegnehmen. Wer aber bei mir Zuflucht sucht, der wird das Land erben und meinen heiligen Berg besitzen.
Und er wird sagen: Macht Bahn, macht Bahn! Ebnet den Weg! Räumt jeden Anstoß aus dem Weg meines Volkes!
Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name »Der Heilige« ist: In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, damit ich den Geist der Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke.

Hier spricht Gott tadelnd über Menschen, die ständig im Stress sind und sich dabei denken, sie würden alles richtig machen. Solche Leute gibt es nicht nur heutzutage, sondern es hat sie offensichtlich auch schon damals gegeben.
Interessant ist aber, dass Jesaja Worte aufschreiben sollte, die für die Zukunft gedacht waren, und davon lesen wir uns heute auch einen Teil durch. Es steht geschrieben in Kapitel 30, Vers 8 bis 13:

Geh du nun hin und schreibe ihnen das auf eine Tafel und verzeichne es in ein Buch; und es soll bleiben für einen zukünftigen Tag, für immer, bis in Ewigkeit,
nämlich: Es ist ein widerspenstiges Volk, lügenhafte Söhne, Söhne, die das Gesetz des HERRN nicht hören wollen;
die zu den Sehern sagen: »Ihr sollt nicht sehen!«, und zu den Schauenden: »Schaut uns nicht das Richtige, sondern sagt uns angenehme Dinge und schaut uns Täuschungen!
Verlasst den Weg, biegt ab von dem Pfad, lasst uns mit dem Heiligen Israels in Ruhe!«
Darum, so spricht der Heilige Israels: Weil ihr dieses Wort verwerft und euch auf Gewalttätigkeit und Verdrehung verlasst und euch darauf stützt,
darum wird euch diese Sünde sein wie ein Bruchstück, das herunterfallen will, das heraustritt aus einer hohen Mauer, die plötzlich, unversehens einstürzt.

Und nachdem ich diese bemerkenswerte Weissagung vorgelesen habe, die Jesaja aufschrieb, sind wir auch schon am Ende des heutigen Videos angekommen.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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