Text zu "Bibellehre - Das Leben des Propheten Hesekiel"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=qaeXjQy1fBs
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
In diesem Video
werden wir uns einiges über den Prophet Hesekiel anschauen. Und eins
kann ich euch jetzt schon sagen: Dieser Mann hatte ein paar echt
abgefahrene Erlebnisse.
Es wäre zu viel,
wenn wir alles durchgehen, was in seinem Buch auffindbar ist, sondern
wir werden wie bei allen anderen Propheten nur eine Sammlung von
besonders bemerkenswerten Erzählungen betrachten, aber das an sich
sollte erstmal reichen, und man kann das Buch ja jederzeit selbst
lesen, wenn man noch mehr entdecken will.
Hesekiel war einer
von den mehr als 10.000 Juden, die aus Jerusalem als Gefangene
weggeführt wurden, nachdem der König von Babel die Stadt
überwältigt hatte. Davon liest man in Kapitel 24 vom zweiten Buch
der Könige. Es geschah aber, während Hesekiel mit allen anderen
zusammen als Fremdling in einem Land wohnte, das nicht sein
Heimatland war, dass er dort ein sehr außergewöhnliches Erlebnis
hatte. Und dieses wird bereits im ersten Kapitel seines Buches
berichtet. Deswegen werden wir jetzt das ganze Kapitel lesen. Es
steht geschrieben:
Und es geschah im
dreißigsten Jahr, am fünften Tag des vierten Monats, als ich unter
den Weggeführten am Fluss Kebar war, da öffnete sich der Himmel,
und ich sah Gesichte Gottes.
Am fünften Tag
jenes Monats – es war das fünfte Jahr seit der Wegführung des
Königs Jojachin,
da erging das Wort
des HERRN ausdrücklich an Hesekiel, den Sohn Busis, den Priester, im
Land der Chaldäer am Fluss Kebar; und die Hand des HERRN kam dort
über ihn.
Und ich schaute, und
siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine große Wolke und
loderndes Feuer, von einem Strahlenglanz umgeben; aus seiner Mitte
aber glänzte es wie Goldschimmer, mitten aus dem Feuer.
Und mitten aus
diesem erschien die Gestalt von vier lebendigen Wesen, und dies war
ihr Aussehen: Sie hatten Menschengestalt.
Und jedes von ihnen
hatte vier Gesichter, und jedes von ihnen hatte vier Flügel.
Ihre Füße standen
gerade, und ihre Fußsohlen glichen der Fußsohle eines Kalbes, und
sie funkelten wie der Schimmer von blankem Erz.
Unter ihren Flügeln
befanden sich Menschenhände an ihren vier Seiten, und alle vier
Seiten hatten ihre Gesichter und ihre Flügel.
Ihre Flügel waren
miteinander verbunden; wenn sie gingen, wandten sie sich nicht um;
jedes ging gerade vor sich hin.
Ihre Gesichter aber
waren so gestaltet: vorn das Gesicht eines Menschen; auf der rechten
Seite, bei allen vieren, das Gesicht eines Löwen; zur Linken, bei
allen vieren, das Gesicht eines Stieres; hinten aber hatten alle vier
das Gesicht eines Adlers.
Ihre Gesichter aber
und ihre Flügel waren nach oben ausgebreitet; je zwei Flügel waren
miteinander verbunden, und zwei bedeckten ihre Leiber.
Und jedes ging
gerade vor sich hin; wo der Geist hingehen wollte, da gingen sie hin;
sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen.
Und dies war die
Gestalt der lebendigen Wesen: Ihr Aussehen war wie brennende
Feuerkohlen, wie das Aussehen von Fackeln; und die Feuerkohle fuhr
zwischen den lebendigen Wesen hin und her; und das Feuer hatte einen
strahlenden Glanz, und von dem Feuer gingen Blitze aus.
Die lebendigen Wesen
aber liefen hin und her, sodass es aussah wie Blitze.
Als ich nun die
lebendigen Wesen betrachtete, siehe, da war je ein Rad auf der Erde
neben jedem der lebendigen Wesen, bei ihren vier Gesichtern.
Das Aussehen der
Räder und ihre Gestaltung war wie der Schimmer eines Chrysoliths,
und alle vier hatten die gleiche Gestalt. Sie sahen aber so aus und
waren so gemacht, als wäre ein Rad mitten in dem anderen Rad.
Wenn sie gingen, so
liefen sie nach ihren vier Seiten hin; sie wandten sich nicht um,
wenn sie gingen.
Und ihre Felgen
waren hoch und furchtgebietend; und ihre Felgen waren voller Augen
ringsum bei allen vier.
Und wenn die
lebendigen Wesen gingen, so liefen auch die Räder neben ihnen, und
wenn sich die lebendigen Wesen von der Erde erhoben, so erhoben sich
auch die Räder.
Wo der Geist
hingehen wollte, da gingen sie hin, wohin der Geist gehen wollte; und
die Räder erhoben sich vereint mit ihnen, denn der Geist des
lebendigen Wesens war in den Rädern.
Wenn jene gingen, so
gingen auch sie, und wenn jene stillstanden, standen auch sie still;
und wenn jene sich von der Erde erhoben, so erhoben sich auch die
Räder vereint mit ihnen; denn der Geist des lebendigen Wesens war in
den Rädern.
Und über den
Häuptern des lebendigen Wesens befand sich etwas, das einer
Himmels-Ausdehnung glich, wie der Anblick eines Kristalls,
ehrfurchterregend, ausgebreitet oben über ihren Häuptern.
Und unter der
Himmels-Ausdehnung waren ihre Flügel ausgestreckt, einer zum anderen
hin: Jedes hatte zwei Flügel, womit sie ihre Leiber auf der einen
Seite, und zwei, womit sie sie auf der anderen Seite bedeckten.
Und ich hörte das
Rauschen ihrer Flügel wie das Rauschen großer Wasser und wie die
Stimme des Allmächtigen; wenn sie gingen, so gab es ein Geräusch
wie das Getümmel eines Heerlagers; wenn sie aber stillstanden,
ließen sie ihre Flügel sinken.
Und es kam eine
Stimme oben von der Himmels-Ausdehnung her, die über ihren Häuptern
war; wenn sie stillstanden, ließen sie ihre Flügel sinken.
Und oberhalb der
Himmels-Ausdehnung, die über ihren Häuptern war, war das Gebilde
eines Thrones, anzusehen wie ein Saphirstein. Oben auf dem Gebilde
des Thrones aber saß eine Gestalt, anzusehen wie ein Mensch.
Ich sah auch etwas
wie Goldschimmer, wie das Aussehen eines Feuers inwendig ringsum; von
der Erscheinung seiner Lenden nach oben hin und von der Erscheinung
seiner Lenden nach unten hin sah ich wie das Aussehen eines Feuers,
und ein Glanz war rings um ihn her.
Wie der Bogen
aussieht, der an einem Regentag in den Wolken erscheint, so war auch
der Glanz ringsum anzusehen. So war das Aussehen der Erscheinung der
Herrlichkeit des HERRN. Als ich sie sah, fiel ich auf mein Angesicht;
und ich hörte die Stimme von einem, der redete.
Allein diese
Erzählung ist schonmal echt umwerfend. Ich könnte nichtmal
ansatzweise ein Bild davon aufmalen, wie das ausgesehen haben muss,
was Hesekiel sah. Aber er sah unseren Vater im Himmel zusammen mit
seinen vier Cherubim, die immer direkt bei ihm sind. Von diesen liest
man in ähnlicher Weise auch in der Offenbarung, aber wir bleiben
heute bei dem Text aus dem Buch von Hesekiel.
Es gibt ein paar
verrückte Menschen in unserer heutigen Zeit, die sich besonders
fragen, was es mit den Rädern auf sich hat, die bei den Cherubim
sind. Und sie behaupten, es würde sich dabei um Ufos handeln, weil
von vielen Augen geredet wird, und von Felgen, was ihrer Meinung nach
dem Aussehen eines klischeehaften Ufos gleichkommt.
Allerdings handelt
es sich dabei, wie es in dieser Welt üblich ist, auch nur wieder um
eine peinliche und eigenwillige Fehlinterpretation. Denn bei den
Ufos, die die Menschen gebaut haben und von denen gemeint wird, es
wäre Technologie von Außerirdischen, da sind an der Seite viele
Lichter. Und wenn Hesekiel sowas gesehen hätte, dann hätte er es
gesagt. Er hätte gesagt, dass die Räder der Cherubim voller Lichter
waren. Das hat Hesekiel aber nicht gesagt, sondern er sagte, die
Räder sind voller Augen. Allein aus diesem Grund kann das Gerede von
Ufos schonmal nicht stimmen.
Übrigens hat
Hesekiel die gleiche Erscheinung zum Beispiel in Kapitel 10 und in
Kapitel 43 nochmal beschrieben, aber das überspringen wir.
Es stellt sich aber
in jedem Fall die Frage, was genau es nun überhaupt mit diesen
Rädern auf sich hat. Warum hat jeder Cherub ein eigenes Rad? Und
warum haben sie diese Räder immer bei sich?
Hesekiel hat
mehrmals gesagt, dass der Geist der Wesen in den Rädern ist. Das
klingt sehr geheimnisvoll, so als wären die Räder praktisch eine
Quelle der Lebenskraft für die Cherubim.
Und warum sowohl die
Cherubim als auch ihre Räder voller Augen sind, das weiß nur Gott.
Ich kann euch nicht sagen, aus welchem Anlass er dies so geschaffen
hat. Es wird wohl irgendeine sinnbildliche Botschaft verkörpern, zum
Beispiel dass die Augen des HERRN überall sind und sowohl die Guten
als auch die Bösen erspähen, oder etwas Ähnliches.
Ihr könnt euch aber
sicherlich denken, dass Gott nicht mit seinen vier Cherubim
erschienen ist, um gut auszusehen, sondern um Hesekiel zu berufen.
Und was genau Gott zu Hesekiel sagte, um ihn zum Prophet zu ernennen,
das lesen wir in Kapitel 2 und 3. Es steht im zweiten Kapitel
Folgendes geschrieben:
Und er sprach zu
mir: Menschensohn, stelle dich auf deine Füße, so will ich mit dir
reden!
Und als er zu mir
redete, kam der Geist in mich und stellte mich auf meine Füße; und
ich hörte dem zu, der mit mir redete.
Und er sprach zu
mir: Menschensohn, ich sende dich zu den Kindern Israels, zu den
abtrünnigen Heidenstämmen, die sich gegen mich empört haben; sie
und ihre Väter sind von mir abgefallen bis zu diesem heutigen Tag.
Und diese Kinder
haben ein trotziges Angesicht und ein verstocktes Herz; zu ihnen
sende ich dich, und ihnen sollst du sagen: »So spricht GOTT, der
Herr!«
Sie aber, ob sie nun
darauf hören oder es bleiben lassen – denn sie sind ein
widerspenstiges Haus, sie sollen doch wissen, dass ein Prophet in
ihrer Mitte gewesen ist.
Du aber,
Menschensohn, fürchte dich nicht vor ihnen, und fürchte dich auch
nicht vor ihren Worten, wenn sie auch wie Disteln und Dornen gegen
dich sind und du unter Skorpionen wohnst. Fürchte dich nicht vor
ihren Worten und erschrick nicht vor ihrem Angesicht; denn sie sind
ein widerspenstiges Haus.
Und du sollst meine
Worte zu ihnen reden, ob sie nun darauf hören oder es bleiben
lassen; denn sie sind widerspenstig!
Du aber,
Menschensohn, höre auf das, was ich zu dir rede; sei nicht
widerspenstig wie das widerspenstige Haus! Tu deinen Mund auf und
iss, was ich dir gebe!
Da schaute ich, und
siehe, eine Hand war zu mir ausgestreckt, und siehe, sie hielt eine
Buchrolle.
Und er breitete sie
vor mir aus; sie war aber auf der Vorderseite und auf der Rückseite
beschrieben, und es waren Klagen, Seufzer und Weherufe darauf
geschrieben.
An dieser Stelle
halten wir erstmal kurz an. Man erkennt an dieser Rede bestens, wie
sehr sich Gott darüber im Klaren ist, dass sein eigenes ausgewähltes
Volk ihn verachtet und dass sie nicht aufhören, widerspenstig zu
sein und sich übelst verkorkst zu verhalten. Hesekiel aber soll sich
davon nicht entmutigen lassen, sondern trotzdem unablässig zu ihnen
reden, wie Gott es gebietet. Denn offensichtlich hatte Gott sein Volk
immernoch nicht aufgegeben, obwohl schon viel Schlimmes wegen der
Sünden der Juden geschehen war, denn es waren schon viele aus
Jerusalem gefangen weggeführt worden, aber die restlichen Einwohner
sündigten unbekümmert weiter. Und mit den anderen Stämmen von
Israel verhielt es sich genau so schlimm.
Da Gott noch mehr zu
Hesekiel sagte, lesen wir in Kapitel 3 weiter. Dort steht Folgendes
in den Versen 1 bis 7:
Und er sprach zu
mir: Menschensohn, iss, was du hier vorfindest; iss diese Rolle und
geh hin, rede zum Haus Israel!
Da tat ich meinen
Mund auf, und er gab mir jene Rolle zu essen.
Und er sprach zu
mir: Menschensohn, speise deinen Bauch und fülle deinen Leib mit
dieser Rolle, die ich dir gebe! Da aß ich, und es war in meinem Mund
so süß wie Honig.
Da sprach er zu mir:
Menschensohn, geh hin zum Haus Israel und rede zu ihnen mit meinen
Worten!
Denn du wirst nicht
zu einem Volk mit unverständlicher Sprache und schwerer Zunge
gesandt, sondern zum Haus Israel;
nicht zu vielen
Nationen, die eine unverständliche Sprache und schwere Zunge haben,
deren Worte du nicht verstehen könntest – wahrlich, wenn ich dich
zu solchen Leuten senden würde, so würden sie auf dich hören!
Aber das Haus Israel
wird nicht auf dich hören wollen, sie wollen ja auch auf mich nicht
hören; denn das ganze Haus Israel hat eine harte Stirn und ein
verstocktes Herz.
Hier wird also
zuerst das Erlebnis im Geist berichtet, wie Hesekiel die Worte von
Gott in den Mund gelegt bekam. Dies geschah nicht materiell, sondern
geistlich, denn eine echte Schriftrolle von unserer Welt kann man
logischerweise nicht einfach essen. Zumindest würde mir der Mensch
ziemlich leidtun, dem solch eine Aufgabe gegeben werden würde.
Aber im Himmel ist
die Beschaffenheit der Dinge offenbar anders. Gott sagt auch, dass es
theoretisch mehr Sinn machen würde, Hesekiel zu einem Volk zu
senden, das seine Sprache nicht kennt, weil selbst diese Leute mit
größerer Aufmerksamkeit zuhören würden als die Israeliten vom
Stamm Juda. Aber dennoch soll Hesekiel sich um die Juden bemühen.
Was Gott weiterhin
zu sagen hatte, lesen wir ab Vers 8. Es steht geschrieben:
Doch siehe, ich habe
dein Angesicht so hart gemacht wie ihr Angesicht und deine Stirn so
hart wie ihre Stirn.
Wie Diamant und
härter als Fels mache ich deine Stirn. Fürchte sie nicht und
erschrick nicht vor ihrem Angesicht! Denn sie sind ein
widerspenstiges Haus.
Und er sprach zu
mir: Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir rede, sollst du
in dein Herz aufnehmen und mit deinen Ohren hören!
Und du sollst
hingehen zu den Weggeführten, zu den Kindern deines Volkes, und
sollst zu ihnen reden und zu ihnen sagen: So spricht GOTT, der Herr!
- ob sie nun darauf hören oder es bleiben lassen.
Da hob mich der
Geist empor, und ich hörte hinter mir eine Stimme, ein gewaltiges
Getöse: Gepriesen sei die Herrlichkeit des HERRN von seiner
Wohnstätte her!
Ich hörte auch das
Rauschen der Flügel der lebendigen Wesen, die einander berührten,
und das Geräusch der Räder neben ihnen, und den Schall eines
gewaltigen Getöses.
Da hob mich der
Geist empor und nahm mich hinweg; und ich fuhr dahin, erbittert in
der Glut meines Geistes, und die Hand des HERRN lag fest auf mir.
Und ich kam zu den
Weggeführten nach Tel-Abib, zu denen, die am Fluss Kebar wohnen; und
da sie dort saßen, setzte ich mich auch dorthin und war sieben Tage
lang in Entsetzen versunken unter ihnen.
Hier liest es sich
ganz so, als wäre Hesekiel zurück in sein Lager gebracht worden,
was bedeuten würde, dass er vorher entrückt war. Und er war
betroffen von seinem Erlebnis und schwieg sieben Tage lang in
Entsetzen. Ich frage mich, ob das den ganzen anderen Leuten komisch
vorkam, als sie ihn die ganze Zeit erlebten, wie er kein einziges
Wort sagte. Als aber die Tage vorbei waren, erschien Gott ihm erneut,
denn wir lesen Folgendes in den Versen 16 bis 27:
Und es geschah nach
sieben Tagen, da erging das Wort des HERRN an mich folgendermaßen:
Menschensohn, ich
habe dich zum Wächter gesetzt für das Haus Israel; wenn du aus
meinem Mund ein Wort gehört hast, so sollst du sie in meinem Auftrag
warnen!
Wenn ich zu dem
Gottlosen sage: »Du musst gewisslich sterben!«, und du warnst ihn
nicht und sagst es ihm nicht, um den Gottlosen vor seinem gottlosen
Weg zu warnen und ihn am Leben zu erhalten, so wird der Gottlose um
seiner Missetat willen sterben; aber sein Blut werde ich von deiner
Hand fordern!
Warnst du aber den
Gottlosen und er kehrt doch nicht um von seiner Gottlosigkeit und von
seinem gottlosen Weg, so wird er um seiner Missetat willen sterben;
du aber hast deine Seele gerettet!
Wenn aber ein
Gerechter sich von seiner Gerechtigkeit abkehrt und Unrecht tut, und
ich lege einen Anstoß vor ihn hin, so wird er sterben; wenn du ihn
nicht warnst, wird er um seiner Sünde willen sterben, und an seine
Gerechtigkeit, die er getan hat, wird nicht gedacht werden; aber sein
Blut will ich von deiner Hand fordern!
Wenn du aber den
Gerechten gewarnt hast, dass der Gerechte nicht sündigen soll, und
er dann nicht sündigt, so wird er gewisslich am Leben bleiben, weil
er sich hat warnen lassen; und du hast deine Seele gerettet!
Und die Hand des
HERRN kam dort über mich, und er sprach zu mir: Mach dich auf, geh
in die Talebene hinaus; dort will ich mit dir reden!
Als ich mich nun
aufgemacht hatte und in die Talebene hinausgegangen war, siehe, da
stand dort die Herrlichkeit des HERRN, gleich der Herrlichkeit, die
ich beim Fluss Kebar gesehen hatte; und ich fiel auf mein Angesicht
nieder.
Und der Geist kam in
mich und stellte mich auf meine Füße; und er redete mit mir und
sprach zu mir: Geh hin und schließe dich in dein Haus ein!
Und du,
Menschensohn, siehe, man wird dir Stricke anlegen und dich damit
binden, sodass du nicht mitten unter sie wirst hinausgehen können.
Und ich will deine
Zunge an deinem Gaumen kleben lassen, sodass du verstummst und sie
nicht mehr zurechtweisen kannst; denn sie sind ein widerspenstiges
Haus!
Aber wenn ich zu dir
reden werde, so will ich deinen Mund auftun, dass du zu ihnen sagen
sollst: »So spricht GOTT, der Herr! Wer hören will, der höre, wer
es aber unterlassen will, der unterlasse es!« Denn sie sind ein
widerspenstiges Haus.
An dem letzten Vers
erkennen wir, dass der Prophet Hesekiel stumm gemacht wurde und nur
noch dann reden konnte, wenn eine Weissagung Gottes verkündet werden
musste. Ich nehme an, dass dies so gemacht wurde, weil die Leute dann
umso aufmerksamer zuhören würden. Wenn sie jemanden, den sie
täglich sehen, als einen Mann kennen, der nie ein Wort sagt, und
dann fängt dieser plötzlich an zu reden, so ist es zu erwarten,
dass die Leute eine größere Aufmerksamkeit zeigen, weil es sich
dabei um ein ungewöhnliches Ereignis handelt. Und obwohl Gott seinen
Prophet stumm werden ließ, hat er ihn gleichzeitig deutlich ermahnt,
dass er als Wächter zählt und die Pflicht hat, jeden Sünder zu
warnen, sodass der Sünder theoretisch umkehren kann von seinem bösen
Weg, und wenn Hesekiel den Sünder nicht warnt, wird ihm selbst
Schuld angerechnet für den Tod des Sünders. Da kann Hesekiel schon
fast sich selbst als gesegneten Mann betrachten, weil Gott ihn
verstummen ließ. Denn man muss sich das mal vor Augen halten, wie
schlimm das wäre, wenn Hesekiel normal reden könnte und jeden
einzelnen Sünder verwarnen müsste, den er trifft. Da hätte er
jeden Tag von morgens bis abends nichts Anderes zu tun, als nur zu
warnen, und zu warnen, und zu warnen. Das wäre wirklich eine Last.
Allerdings darf man
nicht vergessen, dass Jesus, als er hier war, die stummen Menschen
redend machte, daher ist es für manch einen Gläubigen vermutlich
erschreckend, wie unser Vater seinen Prophet Hesekiel persönlich
verstummen ließ. Würde man den Hintergrund nicht kennen, dass
Hesekiel für jeden Sünder, der ohne Warnung stirbt, Schuld
angerechnet bekommen soll, so könnte man glauben, dass Gott hier
etwas Böses tat, indem er Hesekiel verstummen ließ.
Hesekiel musste dann
in Kapitel 4 die bevorstehende Belagerung Jerusalems materiell
veranschaulichen, indem er die Stadt mit Ziegelsteinen darstellt. Und
außerdem musste er sich neben diese kleine Stadt legen, um die
Schuld von Israel zu symbolisieren und musste sehr abartige Speise zu
sich nehmen, um den Israeliten in seiner Nähe anzukündigen, was für
abartige Speise sie selbst essen müssen, wenn sie alle unter die
Heidenvölker verteilt wurden.
Es ist allgemein so,
dass Hesekiel ein Wahrzeichen für seine Mitgefangenen war, sodass
diese erkennen, welche schlimmen Tage ihnen und den anderen
Israeliten um ihrer Sünde willen bevorstehen. Das merkt man
besonders in Kapitel 12, wo Hesekiel auch wieder eine Aufgabe
bekommt, um die Zukunft der Juden Jerusalems anzudeuten. Es steht
geschrieben in den Versen 1 bis 11:
Und das Wort des
HERRN erging an mich folgendermaßen:
Menschensohn, du
wohnst inmitten eines widerspenstigen Hauses, das Augen hat zum Sehen
und doch nicht sieht, Ohren zum Hören und doch nicht hört; denn sie
sind ein widerspenstiges Haus.
Darum, du
Menschensohn, bereite dir die Sachen zum Fortziehen und zieh bei Tag
vor ihren Augen fort! Vor ihren Augen sollst du von deinem Wohnort an
einen anderen Ort ziehen; vielleicht werden sie es bemerken, denn sie
sind ein widerspenstiges Haus.
Du sollst deine
Sachen bei Tag vor ihren Augen heraustragen wie Sachen gepackt zum
Auswandern; du aber sollst am Abend vor ihren Augen fortziehen, wie
man auszieht, wenn man auswandern will!
Du sollst vor ihren
Augen die Wand durchbrechen und deine Sachen durch sie hinaustragen.
Du sollst sie vor
ihren Augen auf die Schulter nehmen und sie in der Finsternis
hinaustragen. Verhülle aber dein Angesicht, damit du das Land nicht
siehst; denn ich habe dich zu einem Wahrzeichen gemacht für das Haus
Israel!
Da machte ich es so,
wie mir befohlen war; meine Sachen brachte ich gepackt wie zum
Auswandern bei Tag hinaus; und am Abend durchbrach ich mit der Hand
die Wand; als es aber finster wurde, nahm ich sie auf meine Schulter
und trug sie vor ihren Augen hinaus.
Aber am Morgen früh
erging das Wort des HERRN an mich folgendermaßen:
Menschensohn, hat
nicht das Haus Israel, das widerspenstige Haus, zu dir gesagt: »Was
tust du da?«
Sage zu ihnen: So
spricht GOTT, der Herr: Diese Last gilt dem Fürsten in Jerusalem und
dem ganzen Haus Israel, in deren Mitte sie wohnen.
Sage: Ich bin für
euch ein Wahrzeichen! Wie ich es gemacht habe, so soll es ihnen
gehen! In die Verbannung, in die Gefangenschaft müssen sie wandern!
Hier hat Hesekiel es
selbst erklärt, dass er allezeit ein Wahrzeichen für seine Nächsten
ist, aber nicht zuerst für sie, sondern für die Einwohner, die in
diesen Tagen noch in Jerusalem übrig waren. Denn es war schon viel
Schlimmes in Jerusalem geschehen, aber es war noch Volk dort.
Wir können uns auch
mal eine bemerkenswerte Weissagung durchlesen, die Hesekiel in
Kapitel 5 über Juda offenbarte. Dort lesen wir Folgendes in den
Versen 5 bis 11:
So spricht GOTT, der
Herr: Das ist Jerusalem! Ich habe es mitten unter die Heidenvölker
gesetzt und unter die Länder rings um es her.
Aber es hat meinen
Rechtsbestimmungen frevelhaft widerstanden, mehr als die
Heidenvölker, und meinen Satzungen, mehr als die Länder, die rings
um es her liegen; denn sie haben meine Rechtsbestimmungen verachtet
und sind nicht in meinen Satzungen gewandelt.
Darum, so spricht
GOTT, der Herr: Weil ihr es schlimmer getrieben habt als die
Heidenvölker um euch her; weil ihr nicht in meinen Satzungen
gewandelt und meine Rechtsbestimmungen nicht gehalten habt, ja, weil
ihr nicht einmal nach den Rechtsbestimmungen der Heidenvölker um
euch her gehandelt habt,
darum, so spricht
GOTT, der Herr: Siehe, auch ich will über dich kommen und will
Gericht halten in deiner Mitte, vor den Augen der Heidenvölker;
und ich will so mit
dir umgehen, wie ich es niemals getan habe und künftig auch nicht
mehr tun werde, und dies um aller deiner Gräuel willen.
Darum werden in
deiner Mitte Väter ihre Söhne essen, und Söhne werden ihre Väter
essen; und ich will Gericht an dir üben und deinen ganzen Überrest
in alle Winde zerstreuen.
Darum, so wahr ich
lebe, spricht GOTT, der Herr: Wahrlich, weil du mein Heiligtum
verunreinigt hast mit allen deinen Scheusalen und mit allen deinen
Gräueln, deshalb will auch ich mich abwenden; mein Auge soll dich
nicht verschonen, und ich will mich nicht erbarmen.
Unser Vater im
Himmel ist zwar barmherzig, aber er ist kein Idiot. Er lässt sich
nicht unaufhörlich ins Angesicht beleidigen ohne eine Reaktion zu
zeigen, und sogar seine Barmherzigkeit hat irgendwann mal ein Ende,
wie wir sehen. Und Gott kennt die Hungersnot, die er über Jerusalem
bringen wird. Und er weiß, wie die Menschen ticken. Deshalb kann er
jetzt schon sagen, dass sie böse und abartig genug sind, um sich
gegenseitig zu essen. Und wenn ihr glaubt, dass diese Weissagung
übertrieben wäre, dann muss ich euch enttäuschen. Denn es wird
folgendes Ereignis berichtet im zweiten Buch der Könige, Kapitel 6,
Vers 24 bis 30:
Und danach geschah
es, dass Benhadad, der König von Aram, sein ganzes Heer versammelte
und heraufzog und Samaria belagerte.
Da entstand in
Samaria eine große Hungersnot; und siehe, sie belagerten die Stadt
so lange, bis ein Eselskopf 80 Silberlinge und ein Viertel Kab
Taubenmist 5 Silberlinge wert war.
Als aber der König
von Israel auf der Mauer entlangging, flehte ihn eine Frau an und
sprach: Hilf mir, mein Herr und König!
Er aber sprach: Wenn
dir der HERR nicht hilft, von woher soll ich dir Hilfe bringen? Von
der Tenne oder von der Kelter?
Und der König
fragte sie: Was willst du? Sie sprach: Diese Frau da sprach zu mir:
Gib deinen Sohn her, dass wir ihn heute essen; morgen wollen wir dann
meinen Sohn essen!
So haben wir meinen
Sohn gekocht und ihn gegessen; und am anderen Tag sprach ich zu ihr:
Gib deinen Sohn her, dass wir ihn essen! Aber sie hat ihren Sohn
versteckt!
Und es geschah, als
der König die Worte der Frau hörte, da zerriss er seine Kleider,
während er auf der Mauer entlangging. Da sah das Volk, dass er
darunter auf seinem Leib Sacktuch trug.
Das waren echt
heftige Tage, nicht wahr? Ich gebe zu, dass es hier nicht um
Jerusalem geht, sondern um das Land vom abgespaltenen Israel, nämlich
Samaria, aber genau das gleiche Elend, welches zuerst das
abgespaltene Israel traf, kam beim Untergang Jerusalems auch über
die Juden. Denn wir lesen im letzten Kapitel vom zweiten Buch der
Könige davon, dass der Hunger sehr heftig war, als der König vom
Babel zum letzten Mal die Stadt Jerusalem belagerte. Und dies werden
wohl die Tage sein, in denen sich die Weissagung Hesekiels erfüllte.
Es ist auch sehr
erschreckend, wie Hesekiel weissagt, dass die Taten von Israel im
versprochenen Land noch schlimmer waren als die Taten der alten
Heidenvölker, die vorher dort gewohnt hatten und welche zugunsten
von Israel vertrieben worden waren. Das ist wirklich eine sehr üble
Schande. Und doch, obwohl so unfassbare Schande geschehen ist, hat
Gott Israel immernoch lieb, gleichwie er auch alle Menschen liebhat,
die durch Jesus zu ihm kommen.
Jedenfalls haben
trotz der schlimmen Zustände in Jerusalem, wegen denen die Strafe
kommen sollte, die Ältesten des Volkes immer vor dem Volk so getan,
als wären sie Männer Gottes. Denn sie genossen hohes Ansehen und
das Volk glaubte, dass diese Leute gerechte Entscheidungen treffen.
Aber Gott zeigte Hesekiel die Wahrheit, und davon lesen wir in
Kapitel 8. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 12:
Und es geschah im
sechsten Jahr, am fünften Tag des sechsten Monats, als ich in meinem
Haus saß, und die Ältesten Judas saßen vor mir; da fiel dort die
Hand GOTTES, des Herrn, auf mich.
Und ich schaute, und
siehe, eine Gestalt, die aussah wie Feuer; von seinen Lenden abwärts
war er anzusehen wie Feuer, von seinen Lenden aufwärts aber war er
anzusehen wie ein Lichtglanz, gleich dem Anblick von Goldschimmer.
Und er streckte
etwas wie eine Hand aus und ergriff mich bei dem Haar meines Hauptes,
und der Geist hob mich empor zwischen Himmel und Erde und brachte
mich in Gesichten Gottes nach Jerusalem, an den Eingang des inneren
Tores, das nach Norden schaut, wo ein Götzenbild der Eifersucht, das
die Eifersucht Gottes erregt, seinen Standort hatte.
Und siehe, dort war
die Herrlichkeit des Gottes Israels, in derselben Gestalt, wie ich
sie im Tal gesehen hatte.
Und er sprach zu
mir: Menschensohn, hebe doch deine Augen auf nach Norden! Und ich hob
meine Augen auf nach Norden, und siehe, da war nördlich vom Altartor
dieses Götzenbild der Eifersucht, beim Eingang.
Da sprach er zu mir:
Menschensohn, siehst du, was diese tun? Die großen Gräuel, welche
das Haus Israel hier begeht, sodass ich mich von meinem Heiligtum
entfernen muss? Aber du wirst noch mehr große Gräuel sehen!
Und er führte mich
zum Eingang des Vorhofs; und ich schaute, und siehe, da war ein Loch
in der Wand.
Da sprach er zu mir:
Menschensohn, durchbrich doch die Wand! Als ich nun die Wand
durchbrach, siehe, da war eine Tür.
Und er sprach zu
mir: Geh hinein und sieh die schlimmen Gräuel, die sie hier verüben!
Da ging ich hinein
und schaute, und siehe, da waren allerlei Bildnisse von Gewürm und
gräulichem Getier, auch allerlei Götzen des Hauses Israel ringsum
an die Wand gezeichnet.
Und vor ihnen
standen 70 Männer von den Ältesten des Hauses Israel, und mitten
unter ihnen stand Jaasanja, der Sohn Schaphans; und jeder von ihnen
hatte eine Räucherpfanne in seiner Hand, und der Duft einer
Weihrauchwolke stieg auf.
Da sprach er zu mir:
Menschensohn, hast du gesehen, was die Ältesten des Hauses Israel im
Finstern tun, jeder in seinen Bilderkammern? Denn sie sagen: Der HERR
sieht uns nicht; der HERR hat dieses Land verlassen!
Hesekiel hatte also
auch hier ein übernatürliches Erlebnis und wurde im Geist durch
Jerusalem geführt, und er entdeckte unter Anderem, dass die hoch
angesehenen Ältesten des Volkes sich eine geheime Kammer gemacht
hatten, in der sie finstere Dinge trieben. Es klingt so, als hätten
sie böse Geister beschworen. Aber nicht nur die Ältesten haben in
aller Selbstverständlichkeit finstere und gotteslästerliche Dinge
getrieben, sondern auch der Rest des Volkes. Denn Hesekiel bekommt
auch noch ein paar andere Juden gezeigt, die sich anbetend vor der
Sonne niederwerfen. Und Hesekiels Erlebnis geht in Kapitel 9 damit
weiter, dass ein Engel durch die Stadt gehen soll, um jedem Mensch in
der Stadt, der in diesen Tagen gerecht lebte und die ganze Bosheit
beklagte, ein Siegel auf die Stirn zu geben. Und als er wieder zurück
kam, war Hesekiel der einzige, der ein Siegel auf der Stirn hatte,
und alle Bösen wurden in dem Gesicht getötet.
Nun haben wir also
einen ziemlich genauen Eindruck, wie zahlreich die Sünder in
Jerusalem waren, und auch die Ältesten des Volkes, egal ob in
Jerusalem oder unter denen, die schon weggeführt waren, sind alle
böse gewesen. Und obwohl sie böse waren, meinten sie, sie könnten
einfach zu Hesekiel ankommen, als wäre nichts, und könnten durch
ihn Gott befragen. Von dieser Situation lesen wir in Kapitel 20. Es
steht geschrieben in den Versen 1 bis 4:
Und es geschah im
siebten Jahr, am zehnten Tag des fünften Monats, dass etliche von
den Ältesten Israels zu mir kamen, um den HERRN zu befragen; und sie
setzten sich vor mir nieder.
Da erging das Wort
des HERRN an mich folgendermaßen:
Menschensohn, rede
zu den Ältesten Israels und sprich zu ihnen: So spricht GOTT, der
Herr: Um mich zu befragen, seid ihr gekommen? So wahr ich lebe,
spricht GOTT, der Herr, ich will mich von euch nicht befragen lassen!
Willst du sie
richten? Willst du sie richten, Menschensohn? Halte ihnen die Gräuel
ihrer Väter vor!
An diesen Worten
merken wir deutlich, wie angewidert Gott von der Bosheit der Ältesten
ist, sodass er sich gar nicht erst auf ihre Fragen einlassen will.
Und Hesekiel soll vor ihnen ausführlich darüber reden, wie das Volk
Israel schon seit Jahrhunderten gegen Gott sündigt, ohne aufzuhören.
Davon liest man in den Folgeversen. Und ab Vers 30 lesen wir, wie
Gott sagt:
Darum sprich zum
Haus Israel: So spricht GOTT, der Herr: Verunreinigt ihr euch nicht
nach der Weise eurer Väter und hurt ihren Götzen nach?
Ja, durch die
Darbringung eurer Gaben, dadurch, dass ihr eure Kinder durchs Feuer
gehen lasst, verunreinigt ihr euch an allen euren Götzen bis zu
diesem Tag; und ich sollte mich von euch befragen lassen, ihr vom
Haus Israel? So wahr ich lebe, spricht GOTT, der Herr, ich will mich
von euch nicht befragen lassen!
Und was euch in den
Sinn gekommen ist, dass ihr sagt: »Wir wollen sein wie die
Heidenvölker, wie die Geschlechter der Länder, indem wir Holz und
Stein dienen«, das soll nicht geschehen!
So wahr ich lebe,
spricht GOTT, der Herr, ich will selbst mit starker Hand, mit
ausgestrecktem Arm und mit ausgeschüttetem Grimm über euch
herrschen;
und ich will euch
aus den Völkern herausführen und euch aus den Ländern sammeln, in
die ihr zerstreut worden seid, mit starker Hand, mit ausgestrecktem
Arm und mit ausgeschüttetem Grimm;
und ich will euch in
die Wüste der Völker führen und dort mit euch ins Gericht gehen
von Angesicht zu Angesicht.
Gott hat ganz
offensichtlich so langsam echt keine Nerven mehr für das
ununterbrochen abscheuliche Verhalten seines Volkes. Denn sie wollten
wirklich nicht tun, was er sagte, sondern was sie selber wollen. Aber
genau wie die anderen Propheten zu dieser Zeit, hat auch Hesekiel
geweissagt, dass nach dem großen Unheil eine Zeit der
Wiederherstellung für Israel kommen wird. Denn es steht geschrieben
in Kapitel 11 in Vers 14 bis 25:
Da erging das Wort
des HERRN an mich folgendermaßen:
Menschensohn, deine
Brüder, ja deine Brüder, deine Verwandten und das ganze Haus
Israel, sie alle sind es, von denen die Einwohner Jerusalems sagen:
»Sie sind fern vom HERRN; uns aber ist dieses Land zum Besitztum
gegeben!«
Darum sollst du zu
ihnen sagen: So spricht GOTT, der Herr: Ich habe sie wohl in die
Ferne unter die Heidenvölker gebracht und in die Länder zerstreut;
aber ich bin ihnen doch für eine kurze Zeit zum Heiligtum geworden
in den Ländern, in die sie gekommen sind.
Darum sprich: So
spricht GOTT, der Herr: Ich will euch aus den Völkern sammeln und
euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, wieder
zusammenbringen und euch das Land Israel wieder geben!
Und sie werden dahin
kommen und alle seine Scheusale und seine Gräuel daraus entfernen.
Ich aber will ihnen
ein einiges Herz geben, ja, ich will einen neuen Geist in euer
Innerstes legen; und ich will das steinerne Herz aus ihrem Leib
nehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben,
damit sie in meinen
Satzungen wandeln und meine Rechtsordnungen bewahren und sie tun; und
sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
Denen aber, deren
Herz ihren Gräueln und Scheusalen nachwandelt, will ich ihren Wandel
auf ihren Kopf vergelten! - spricht GOTT, der Herr.
Danach hoben die
Cherubim ihre Flügel empor, und die Räder gingen vereint mit ihnen,
und die Herrlichkeit des Gottes Israels war oben über ihnen.
Und die Herrlichkeit
des HERRN stieg auf, mitten aus der Stadt, und blieb stehen auf dem
Berg, der östlich von der Stadt liegt.
Mich aber nahm der
Geist und führte mich im Gesicht, im Geist Gottes, wieder nach
Chaldäa zu den Weggeführten; und die Erscheinung, die ich gesehen
hatte, hob sich von mir hinweg.
Und ich redete zu
den Weggeführten alle Worte des HERRN, die er mich hatte schauen
lassen.
Gott ist hierbei
also optimistisch genug, um zu verkünden, dass es helfen wird, wenn
er seinen Geist in das Innere der jenigen Israeliten legt, die nach
der Wegführung, wenn die angekündigten 70 Jahre vorbei sind, wieder
zurück in ihr eigentliches Heimatland dürfen. Allerdings betont er
auch deutlich, dass er sämtliche Götzendiener niemals ungestraft
lassen wird.
Was ich auch
bemerkenswert finde, ist, dass im Buch des Propheten Hesekiel ab
Kapitel 40 das Aussehen des neuen Tempels beschrieben wird, welchen
die Zurückgeholten Israeliten in Zukunft bauen müssen. Und dieser
Bau ist später auch passiert, denn davon kann man im Buch Esra
lesen. Ebenso beschreibt Hesekiel in den letzten paar Kapiteln seines
Buches auch die Aufteilung der Länder bei der Rückführung und die
Regeln für den Tempel.
Jedenfalls wissen
wir dank dem Prophet Jeremia, dass vorher 70 Jahre Heimatlosigkeit
auf alle Juden warteten. Und interessanterweise hat Gott sowas nicht
nur über Juda beschlossen, sondern etwas Ähnliches auch über
Ägypten. Denn über Ägypten ließ Gott durch Hesekiel Folgendes
ausrichten in Kapitel 29 in Vers 9 bis 15:
Und das Land Ägypten
soll zur Wüste und Einöde werden; und sie sollen erkennen, dass ich
der HERR bin. Weil der Pharao sagt: »Der Strom gehört mir, und ich
habe ihn gemacht!«,
darum, siehe, komme
ich über dich und über deine Ströme, und ich will das Land Ägypten
zu Trümmerstätten machen, zu einer schrecklichen Einöde, von
Migdol bis nach Syjene, bis an die Grenze von Kusch.
Kein Fuß eines
Menschen soll es durchwandern, auch kein Fuß eines Tieres soll es
durchwandern, und es soll 40 Jahre lang unbewohnt bleiben.
Und ich will das
Land Ägypten zu einer schrecklichen Wüste machen inmitten
verwüsteter Länder, und seine Städte sollen unter zerstörten
Städten 40 Jahre lang verwüstet sein. Aber die Ägypter will ich
unter die Heidenvölker zerstreuen und in die Länder versprengen.
Dennoch spricht
GOTT, der Herr, so: Wenn die 40 Jahre vollendet sind, will ich die
Ägypter aus den Völkern, unter die sie zerstreut worden sind,
wieder zusammenbringen;
und ich will das
Geschick der Ägypter wenden; ja, in das Land Patros, in das Land
ihres Ursprungs, will ich sie zurückbringen, dass sie dort ein
geringes Königreich sein sollen.
Ja, es soll geringer
sein als andere Königreiche, sodass es sich künftig nicht über die
Völker erheben wird. Denn ich will sie so vermindern, dass sie nicht
mehr über die Völker herrschen werden.
Ägypten war zur
damaligen Zeit ein sehr mächtiges Land, aber heutzutage gibt es
genug Länder, die viel mehr Wohlstand haben, darum ist davon
auszugehen, dass diese Weissagung längst erfüllt wurde.
Nachdem wir nun all
diese Dinge angeschaut haben, mit denen Hesekiel betraut war, lesen
wir zum Abschluss mal eine besonders traurige Weissagung, die in
Kapitel 34 steht. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 12:
Und das Wort des
HERRN erging an mich folgendermaßen:
Menschensohn,
weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen, den
Hirten: So spricht GOTT, der Herr: Wehe den Hirten Israels, die sich
selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?
Das Fette verzehrt
ihr, mit der Wolle bekleidet ihr euch, und das Gemästete schlachtet
ihr, aber die Herde weidet ihr nicht!
Das Schwache stärkt
ihr nicht, das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr
nicht, das Verscheuchte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene
sucht ihr nicht, sondern mit Gewalt und Härte herrscht ihr über
sie!
Und so haben sie
sich zerstreut, weil sie ohne Hirten waren, und sind allen wilden
Tieren des Feldes zum Fraß geworden und haben sich zerstreut.
Auf allen Bergen und
hohen Hügeln irren meine Schafe umher, und über das ganze Land sind
meine Schafe zerstreut; und niemand ist da, der nach ihnen fragt, und
niemand, der sie sucht.
Darum, ihr Hirten,
hört das Wort des HERRN!
So wahr ich lebe,
spricht GOTT, der Herr: Weil meine Schafe zum Raub geworden sind, ja,
weil meine Schafe allen wilden Tieren des Feldes zum Fraß geworden
sind, weil sie keinen Hirten haben und meine Hirten nicht nach meinen
Schafen fragen, und weil die Hirten nur sich selbst weiden und nicht
meine Schafe,
so hört, ihr
Hirten, das Wort des HERRN!
So spricht GOTT, der
Herr: Siehe, ich komme über die Hirten, und ich will meine Schafe
von ihren Händen fordern und will ihrem Schafeweiden ein Ende
machen, und die Hirten sollen nicht mehr sich selbst weiden; denn ich
will meine Schafe aus ihrem Maul erretten, dass sie ihnen künftig
nicht mehr zum Fraß dienen sollen.
Das Traurige an
dieser in Sinnbildern ausgedrückten Weissagung ist, dass sie nicht
nur damals auf das Volk Israel zugetroffen hat, sondern dass es auch
heutzutage auf Gottes Volk zutrifft. Denn auch heutzutage ist es
theoretisch dringend notwendig, dass Gott seine Schafe aus dem Maul
der selbstsüchtigen Hirten rettet. Sowas versteht aber nur der
Mensch, der für Gott mehr Liebe hat als für die Welt.
Und an dieser Stelle
soll es genug sein, was wir uns über den Prophet Hesekiel angeschaut
haben.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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