Text zu "Predigt - Wahre christliche Erziehung"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=cZTsxqp7qCg
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
In der heutigen
Predigt geht es um ein besonderes Thema, nämlich um Erziehung.
Dieses Thema ist umfangreich, und es ist gar nicht so einfach,
ordentlich darüber zu predigen. Es ist eine anspruchsvolle
Angelegenheit, und es kommt erschwerend der Fakt hinzu, dass die
Bibel nicht wirklich irgendwelche hilfreichen Tipps zu diesem Thema
gibt. Früher haben einfach die meisten Leute auf dem Feld
gearbeitet, und die Kinder haben es im arbeitstauglichen Alter
ebenfalls getan, und um mehr wurde sich im Großen und Ganzen
scheinbar gar nicht erst Gedanken gemacht. Aber besonders in der
heutigen Welt, die immer verrückter zu werden scheint, stellen sich
einige Eltern die Frage danach, wie man das eigene Kind bzw. die
eigenen Kinder überhaupt noch richtig erziehen soll. Da nun die
Bibel darüber nichts Aufschlussreiches lehrt, versteifen sich einige
extrem auf die Gebote und erziehen ihre Kinder hartherzig und
militant, und das verleitet die Kinder im jugendlichen Alter umso
stärker zur Rebellion gegen ihre Eltern, wobei die Eltern von den
Kindern stetigen Gehorsam erwarten, aber doch selbst den Geboten
nicht gehorsam sind. Andere Eltern gehen mit der Zeit und kümmern
sich nicht wirklich darum, was aus ihren Kindern wird, sondern sind
für alles offen, weil es ja sowieso niemand einschätzen kann, was
richtig und was falsch ist.
Und obwohl die Bibel
nur sehr geringfügig über Kindererziehung redet, gibt es eine
Sache, die ich euch nahelegen möchte.
Die Bibel redet zwar
nicht davon, wie die Kinder erzogen werden sollen, aber sie redet
sehr viel davon, wie die Erwachsenen erzogen werden sollen von Gott.
Ist euch das
schonmal aufgefallen? Gott spricht nicht zu den Kindern, sondern zu
den Erwachsenen, und sagt ihnen nicht, was sie von anderen fordern
sollen, sondern was sie persönlich erfüllen müssen. Also ist
eigentlich schon die ganze Bibel ein Erziehungsbuch, nur eben nicht
im Hinblick auf Kinder, sondern auf Eltern und auf alle Erwachsenen,
die keine Kinder haben.
Allerdings fühlt
sich das zugegebenermaßen etwas wenig an, allein an dieser Aussage
festzuhalten, deshalb werde ich heute mal ausführlich über das
Thema Erziehung aus christlicher Sicht reden.
Das Erste, was ich
euch mal zeigen möchte, bevor ich noch ein paar andere wichtige
Dinge erwähne, sind vier Bibelstellen, die auf das Thema Erziehung
angewendet werden können. Zwei davon sind aus dem Evangelium des
Matthäus, eine aus den Sprüchen Salomos, und eine aus dem Brief des
Paulus an die Kolosser.
Folgendes ist an den
Stellen zu lesen:
Seht zu, dass ihr
keinen dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im
Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.
Gewöhne den Knaben
an den Weg, den er gehen soll,
so wird er nicht
davon weichen, wenn er alt wird!
Ihr Kinder, seid
gehorsam euren Eltern in allem, denn das ist dem Herrn wohlgefällig!
Ihr Väter, reizt
eure Kinder nicht zum Zorn, damit sie nicht unwillig werden!
Wer aber einem von
diesen Kleinen, die an mich glauben, Anstoß zur Sünde gibt, für
den wäre es besser, dass ein großer Mühlstein an seinen Hals
gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
Diese Verse sollten
wir vor Augen haben, wenn wir Kinder erziehen müssen. Aus dem ersten
Zitat ergibt sich, dass die Sünden, die wir gegen Kinder tun, als
erstes Gott gemeldet werden, denn auf Kinder achten die Engel Gottes
besonders stark. Wenn wir also nicht wollen, dass Gott uns zürnt,
müssen wir besonders behutsam, gutmütig und unschuldig mit den
Kindern umgehen.
Aus dem zweiten
Zitat ergibt sich, dass wir unsere Kinder gewissermaßen lehren
müssen im Alltag. Wir sollen ihnen sagen, was richtig ist und wir
sollen ihnen alles richtig vorleben, sodass sie es nachmachen können.
Der dritte Vers
ermahnt dazu, dass nicht nur die Kinder den Eltern keinen Grund geben
sollen, wütend zu werden, sondern dass auch wir als Eltern unsere
Kinder nicht auf eine Art behandeln dürfen, von der sie zornig
werden, oder bitter enttäuscht, oder benachteiligt, während dies
locker vermeidbar wäre. Das erfordert natürlich viel Denkarbeit,
aber auch wenn das manch einem Mensch schwer fällt, ist es trotzdem
wichtig. Wir brauchen allezeit einen wachen Geist, deswegen sollte
man sich als Christ auch nicht betrinken oder mit anderen
Rauschmitteln benebeln, denn es darf nichts in uns sein, was unser
Denken einschränkt. Um zu erreichen, dass niemand unnötig
enttäuscht oder missachtet ist, müssen wir allezeit die Situation
einschätzen, in der die Familie gerade ist, um basierend darauf zu
handeln. Also: Wenn ein Kind ungerecht behandelt wurde, so gleichen
wir es aus, wenn ein Kind sich daneben benommen hat, so ermahnen wir
es ernstlich, wenn ein Kind sich allein gelassen fühlt, nehmen wir
unser Kind in den Arm, wenn unser Kind wegen irgendwas traurig ist,
hören wir ihm zu und überlegen, ob wir da irgendwas tun können,
und so weiter.
Und der letzte
Spruch ermahnt uns sehr deutlich und eindringlich, dass wir nicht
Kinder dazu reizen dürfen, zu sündigen. Das wäre eine sehr große
Schande, und Jesus kann das absolut nicht ertragen. Darum achtet
bitte darauf, dass ihr eure Kinder dazu reizt, Gutes zu tun, aber
nicht Sündiges. Es haben zwar wie die Erwachsenen auch die Kinder
einen freien Willen, und wenn ein Kind von sich selbst aus eine dumme
Tat vollbracht hat, so müsst ihr selbst deswegen keine Strafe
fürchten. Aber wenn ihr zum Beispiel arm seid, und euer Kind in den
Supermarkt schickt, um dort Diebstahl zu begehen, so wäre das sehr
übel. Sowas dürft ihr nicht tun, es ist eine schlimme Sünde, wenn
man Kindern sündige Taten befiehlt, egal welche Art Sünde es auch
immer sein mag!
Natürlich ist in
dem Spruch aber besonders die Rede von Kindern, die an Jesus glauben.
Daher wäre es wohl gut, wenn Kinder an Jesus gläubig sind, es ist
aber sinnlos, ein Kind dazu zwingen zu wollen. Erzwungener Glaube ist
nichts wert, egal in welchem Alter. Darum habt Geduld mit Kindern,
die nicht glauben wollen, denn es ist davon auszugehen, dass Jesus
sie später noch zu sich holt. Wenn aber Kinder glauben, so beachtet
bitte, dass man auch ohne Kirche Jesus nachfolgen kann. Das ist
heutzutage sogar am empfehlenswertesten, denn die Kirchen sind
heutzutage im geistlichen Sinne nur noch Friedhöfe, und teilweise
sogar wie Löwengruben. Man findet dort keinen lebendigen Glaube,
sondern nur heuchlerisches Getue ohne Lebenskraft, und im
Zweifelsfall trifft man dort auf böse Menschen.
Und da ich dies nun
erwähnt habe, gebe ich euch noch ein paar Sachen weiter, die vom
Reich meines Vaters sind, aber auf diese Weise nicht in der Bibel
stehen. Das Erste, was wir in unser Gedächtnis und unser Herz
aufnehmen sollten, ist:
Es gibt keine
Perfektion. Und es muss auch keine Perfektion geben.
Viele Menschen sind
durch Bilder in der Werbung und in gewissen Arten von schmalzigen
Filmen oder Serien geblendet worden durch die Darstellung glücklicher
Familien. In der Werbung ist das mit Abstand am heftigsten. Es ist
eine falsche Realität, die euch dort dargestellt wird. Besonders im
Fernsehen, in der Art Filmmaterial, von dem ich rede, sieht man immer
Menschen, die super miteinander auskommen und wo alles heil und
fröhlich wirkt, und wo die Kinder sich süß verhalten und keinen
ernstzunehmenden Schaden anrichten und keine großen Sorgen haben,
sondern dort ist alles immer nur einfach und stört niemanden. Aber
das ist nicht das echte Leben. Es ist eine Illusion. Und leider
lassen sich Menschen dazu verleiten, diese Illusion zu glauben und
dann zu denken: „Wenn ich mal selber Familie habe, dann ist das
bestimmt genau so wie im Fernsehen. Alles ist froh und heil und bunt,
und es gibt keine Sorgen und wir haben ganz viel Spaß und Freude
miteinander.“
Prüft mal bitte an
euch selbst, ob sich vielleicht auch in eure eigene Gedankenwelt ein
derartiger Eindruck eingeschlichen hat. Und wenn es so ist, dann
reißt ihn aus euren Gedanken heraus, denn es ist eine Lüge. Man
kann zwar sagen, dass hin und wieder schon Momente in einer Familie
aufkommen, die so ähnlich sind wie die im Fernsehen, aber das ist
hundertprozentig kein Standard, sondern es sind Ausnahmesituationen.
Es läuft garantiert nicht jeden Tag so. Und eben diese falsche und
enorm ungesunde Hoffnung muss man sich unbedingt aus dem Kopf
schlagen, um Kinder gut erziehen zu können. Denn es ist wirklich
eine Schande, wie dadurch das Denken der Menschen verpestet wird und
sie es nicht merken. Wenn nämlich ein Mensch all diesen Rotz glaubt,
dass eine Familie immer nur heil und glücklich ist, dann will dieser
Mensch das auch in seiner eigenen Familie erzwingen. Dann baut er
sich zu Hause die Illusion auf, die er vom Fernsehen eingetrichtert
bekam, und die Realität interessiert ihn nicht, weil sie
unangenehmer ist als das falsche Bild vom Fernsehen. Dann hat man
eine Familie, in der die Kinder sich unverstanden fühlen, und mit
ihren Problemen nicht zu ihren Eltern kommen können, und in der
übertrieben negativ auf sie reagiert wird, wenn sie bei einer Sache
versagen, und in der ständig nur an den Kindern verbittert herum
gemeckert wird, wenn sie mal etwas falsch machen. Dies alles
geschieht, weil sie sich nicht so verhalten wie die Schauspieler im
Fernsehen, ihr wahres Gefühlsleben aber wird ignoriert und mit Füßen
getreten. Und dadurch wird es, weil ein gekünzelt frohes Heil von
den Eltern erzwungen wird, erst so richtig finster und kalt in der
Familie. Versteht ihr das? Dadurch, dass die Menschen zu positive
Erwartungen haben, denen normale Durchschnittsleute gar nicht gerecht
werden können, wird das Leiden in der Familie umso stärker, weil
man sich weigert, der harten Realität in die Augen zu schauen.
Nämlich der Realität, dass unmöglich alles immer so heil und
perfekt sein kann wie es im Fernsehen dargestellt wird oder wie man
es selbst theoretisch gerne hätte.
Deswegen muss sich
jeder Mensch diesen Perfektionstrieb aus dem Kopf schlagen. Denn
Menschen können nicht perfekt sein, und perfekt sein ist
unmenschlich. Deswegen zerstört der Drang nach Perfektion die Herzen
der Menschen, und dann nach und nach auch den Rest an und in ihnen.
Und aus dem selben Grund hat Jesus uns nicht für jeden einzelnen
Aspekt unseres Lebens einen Plan vorgegeben, was wir da zu tun haben,
um es perfekt einzuhalten, sondern Jesus hat uns nur die Dinge
gesagt, die wirklich wichtig sind und die wir auch schaffen können,
wenn wir uns Mühe geben, aber alles andere, wozu er nichts gelehrt
hat, ist frei und hat gar keine Relevanz für unser Seelenheil.
Und weil das
wirklich so ist, deswegen haben wir uns den Spruch aufgestellt, der
da lautet:
Es gibt keine
Perfektion. Und es muss auch keine Perfektion geben.
Darum sage ich euch:
Macht alles so gut, wie ihr könnt, aber strebt überhaupt nicht nach
Perfektion! Es wird immer so sein, dass Dinge schieflaufen. Das
passiert ständig. Immer wieder gehen Gegenstände zu Bruch, immer
wieder entsteht Unordnung, immer wieder tauchen Missverständnisse
auf, immer wieder gibt es Gejammer und Geschrei. Niemand behauptet,
so was sei schön, aber es ist normal. Darum steigert euch nicht
hinein! Freundet euch damit an, dass immer wieder die Dinge so
laufen, wie es gewiss nicht perfekt ist. Belastet euch selbst und
eure Kinder nicht mit irgendwelchen überflüssigen Zwängen! Wenn
wir die Gebote von Jesus halten, so soll es genug sein. Diese
Verantwortung hat man als Elternteil. Und man muss auch immer daran
denken, dass man all die Dinge, die man von anderen verlangt, auch
selbst einhalten sollte. Aber von Kindern ist sogar das Einhalten
aller Gebote theoretisch schon zu viel erwartet, weil sie es erst
noch lernen müssen, darum kann man sie nur immer wieder dazu
ermahnen, aber soll nicht zornig werden, wenn sie es nicht umsetzen.
Wenn jemand die
Nerven dazu hat, die Bücher der Propheten durchzulesen, dann wird er
festgestellt haben, dass Gott ohne Unterlass sein Volk dazu ermahnt
hat, nichts Böses mehr zu tun und stattdessen Gutes zu tun, aber die
meisten haben nicht auf ihn gehört, und trotzdem wurde er nicht
müde. In gleicher Weise ist es auch bei uns so, dass wir unseren
Kindern allezeit sagen sollen, was richtig ist, was falsch wäre und
was wir uns von ihnen erhoffen, aber dass wir langmütig bleiben
müssen, wenn sie es nicht so umsetzen. Manche Eltern setzen ihre
Hoffnung auf Züchtigung, doch dies hat noch nie einen gesunden
Mensch geformt. Es ist eher ein Ausdruck von Hilflosigkeit, wenn man
nicht mehr weiß, was man sonst noch Anderes mit dem widerspenstigen
Kind tun könnte, um es auf den vermeintlichen richtigen Weg zu
bringen.
Und wenn unsere
Kinder noch sehr jung sind, so müssen wir uns besonders davor hüten,
ihnen auch nur ein einziges Haar zu krümmen. Nicht allein deshalb,
weil die Engel im Himmel allezeit das Angesicht Gottes schauen, die
auf kleine Kinder achten sollen, sondern auch, weil es sich dabei mit
Sicherheit um eine auf ganzer Linie sinnlose Aktion handeln würde.
Für kleine Kinder sind viele Denkprozesse bereits überfordernd, die
bei uns Erwachsenen schon Gewohnheit sind. Darum sollte man bei
allem, was schief läuft, mit großer Gnade reagieren. Nörgeln
bringt nichts, Schimpfen bringt auch nichts. Man muss zwar schon den
Kindern sagen, was richtig ist, aber ohne dabei mit Bitterkeit zu
reden. Seid euch allezeit darüber im Klaren, dass ihr ein
unterlegenes und unverständiges Wesen vor euch habt! Das ist bei den
Kleinsten immer so, und wenn die Kinder langsam älter werden, so
sollte man es auch dann mit den eigenen Erwartungen an das Kind nicht
übertreiben. Das Erziehen von Kindern ist nicht wie eine
handwerkliche Arbeit, wo man etwas baut und es dann hinterher genau
so aussieht, wie man es sich vorgestellt hatte. Wie zum Beispiel wenn
man einen Schrank zusammenbauen würde. Das ist unmöglich mit
Erziehung vergleichbar. Denn wenn ihr einen Schrank baut, dann
arbeitet ihr mit leblosen Bauteilen, die einfach nur zusammengebaut
werden müssen. Wenn ihr aber Kinder erzieht, dann arbeitet ihr mit
lebendigen, fühlenden Wesen, die ein eigenes Bewusstsein und eine
eigene Gedankenwelt haben. Aus diesem Grund darf man sich auf keinen
Fall ein Bild in den Kopf setzen, wie das Kind zu sein hat, und was
genau aus ihm werden soll, sondern man sollte selbst das richtige
Verhalten vorleben, und man sollte Liebe für das Kind im Herzen
haben.
Schaut euch mal das
Gleichnis vom verlorenen Sohn an! Falls ihr dieses Gleichnis noch
nicht kennen solltet, findet ihr den Link zum betreffenden Video in
der Textbox unten. Der Vater aus dem Gleichnis ist allezeit in der
Liebe geblieben. Er hat seine Liebe nicht davon abhängig gemacht, ob
sich seine Söhne brav benehmen, sondern er liebte sie einfach, und
zwar allezeit. Denn er machte sein eigenes Verhalten nicht von den
äußeren Umständen abhängig, sondern von der Liebe in sich selbst.
Gleiches gilt für
uns: Wenn wir Liebe in uns selbst haben, dann ist das gut genug. Und
dann müssen auch die Dinge nicht perfekt laufen, und das können sie
auch gar nicht, aber wir werden mit allem klarkommen. Und wenn Kinder
von ihren Eltern wirklich geliebt sind, dann hören sie auch viel
mehr auf deren Anweisungen. Denn die Liebe ist wie bei allem anderen
auch bei Kindererziehung der Schlüssel. Und die Liebe fordert keine
Perfektion, sondern sie deckt eine Menge Verfehlungen zu. Bitte seid
euch darüber im Klaren. Versucht, wenn ihr kleine Kinder habt,
keinen Anstoß daran zu nehmen, wenn ihr ein Chaos nach dem anderen
bereinigen müsst, das eure Kinder verursacht haben. Versucht
höchstens, die Kinder in die Aufräumarbeiten mit einzubeziehen,
sodass sie lernen, dass man verursachte Unordnung auch wieder
bereinigen muss. Das gilt aber nur, wenn die Kinder schon alt genug
sind, um wirklich hilfreich bei sowas tätig sein zu können. Fordert
von euren Kindern nichts Unmögliches! Und reagiert immer offenherzig
auf eure Kinder, wenn sie ankommen, egal ob sie euch nun erfreut oder
verärgert haben. Wenn sie euch verärgert haben, werden sie es wohl
nicht wirklich wissen, denn die allermeisten Kinder sind von Natur
aus überhaupt nicht empathievoll. Darum müsst ihr ihnen von dem
erzählen, was die Kinder falsch gemacht haben, sodass sie es
begreifen können. Aber meckert eure Kinder nicht voll, sondern sagt
es ihnen voller Gnade und Vergebung, denn wenn sie noch klein sind,
dann wissen sie es wirklich nicht besser, und sie kommen nicht von
alleine auf den Gedanke, etwas falsch gemacht zu haben. Es dauert
eine Weile, bis Kinder ein gewisses Schuldbewusstsein entwickeln, und
man muss sich damit abfinden, dass Kinder besonders in den ersten 7
Jahren ziemlich gedankenlos handeln. Sie denken zwar schon über
Dinge nach, aber nicht auf selbstkritische Weise, sondern auf eine
unlogische, kindliche Weise, also habt Gnade mit ihnen, bleibt
besonnen und strebt allezeit nach der Liebe in euch! Und denkt bitte
daran, dass nicht nur ihr selbst einen Haufen Ärgernisse in eurem
Leben wahrnehmt oder von euren früheren Jahren noch in Erinnerung
habt, sondern dass auch euer Kind Erlebnisse in seinem Leben hat, die
es beschäftigen, besonders wenn man Kinder in den Kindergarten
schickt oder wenn sie später in der Schule sind, denn dort erlebt
man oft genug auch viel mehr Schlechtes als Gutes für das Herz. Das
ist unveränderlich, denn die Lehrprogramme in der Schule sind
absichtlich darauf ausgerichtet, dass die Kinder keinen Spaß am
Lernen entwickeln, und daraus ergeben sich mehrere Probleme, auch im
sozialen Bereich. Darum denkt nicht an euren eigenen Frust allein,
sondern auch daran, dass diese kranke Welt, in der wir sind, ebenso
auf eure Kinder, egal ob sie noch jung sind oder schon jugendlich,
sehr frustrierend wirken kann und wirken wird. Seid nicht egoistisch,
sondern öffnet eure Herzen für die Menschen, die eurer Obhut
anvertraut sind!
Ich möchte aber auf
einige der genannten Aussagen noch etwas näher eingehen. Denn unser
erster Grundsatz lautete, dass man auf keinen Fall Perfektion
erwarten soll, sondern dass man schon im Vorfeld erwarten soll, dass
Dinge schief laufen können, um dann mit besonnenem Herzen an der
Lösung der Probleme zu arbeiten.
Der zweite Grundsatz
aber, den wir in unser Herz aufnehmen sollten, lautet:
Erziehung kostet
immer Nerven.
Das ist ein Fakt,
den viele vor dem Kinderkriegen nicht erwarten, aber dann schmerzlich
erfahren. Wenn man Kinder hat, besonders in den ersten Jahren, dann
wird einen das sehr, sehr viele Nerven kosten. Man muss sich Nächte
um die Ohren schlagen, wenn das Kleinkind nicht schlafen kann und
muss all das Geschrei verkraften, man muss saubermachen, wenn mal
wieder Essen auf dem Boden landet, und vieles mehr. Das ist eine
echte Zerreißprobe für die Nerven, aber eine, die man aushalten
muss. Es ist eine echte Herausforderung. Und darüber darf man sich
nicht verwundern, sondern man muss stets darauf gefasst sein. Auch
wenn die Kinder größer werden, brauchen sie zum Beispiel ständig
neue Kleidung, weil die alten Klamotten schonwieder zu klein sind,
und wenn sie in die Schule kommen, werden dafür viele Sachen
gebraucht, und genau so wie Erwachsene können auch Kinder sehr
schnell Langeweile empfinden und wollen beschäftigt werden, und so
weiter. Inmitten all dessen beginnt man dann sehr leicht, Ruhe zu
schätzen, und Ruhe herbei zu sehnen, aber sie bleibt aus, und man
muss sich damit abfinden, dass sie ausbleibt. Zumal die Kinder oft
ankommen werden, wenn sie gelangweilt sind, und dann von ihren Eltern
beschäftigt werden wollen. Und ich sage euch: In den Jahren, wo dies
geschieht, geht es euch vielleicht oft auf die Nerven, aber wenn eure
Kinder groß sind, werden sie sich immer häufiger mit sich selbst
oder Freunden beschäftigen, und dann werden euch diese Tage
vielleicht sogar ein bisschen fehlen, in denen eure Kinder immer zu
euch kamen. Darum rate ich euch, in dieser Zeit nicht euren
persönlichen Interessen nachgehen zu wollen, sondern euch auch
wirklich bewusst mit euren Kindern zu beschäftigen. Lehnt sie nicht
ab und schimpft sie nicht aus, wenn sie zu euch ankommen und
beschäftigt werden wollen, sondern erbarmt euch über sie und
schenkt ihnen eure Zeit! Es wird ja nicht bis in alle Ewigkeit so
weitergehen. Und es mag euch vielleicht nicht wie Erziehung
vorkommen, wenn ihr dies so tut.
Eines aber könnt
ihr mir glauben: Wenn ihr euren Kinder nicht immer nur Anweisungen
erteilt, wie zum Beispiel: „Sei ruhig!“, oder: „Gehe mir nicht
schonwieder auf die Nerven!“, sondern wenn ihr euch bewusst Zeit
für sie nehmt, dann ist das deutlich gesünder. Manch einer sagt
vielleicht, man erkennt ein gut erzogenes Kind daran, dass es sofort
hört, wenn ihm etwas gesagt wird. Ich aber sage euch: Ein gut
erzogenes Kind erkennt man daran, dass es in fröhlicher und in
kindlicher Freiheit schwelgt, und dass es eigenständig denkt und
seine Umwelt erforscht. Denn die Kinder, die militant auf Anweisungen
hören und sich nicht trauen, auch nur einen einzigen unerwünschten
Laut von sich zu geben, entwickeln sich als Erwachsene oft zu
ziemlich verkorksten Menschen. Aber wenn ihr euren Kindern Eltern
seid, die sich viel mit ihren Kindern auseinandersetzen und sich
dafür bewusst Zeit nehmen, so werden eure Kinder wahrscheinlich,
wenn sie groß sind, ebenso an ihren eigenen Kindern handeln.
Außerdem soll uns
in der Bibel erklärt werden, dass Gott, unser Vater im Himmel,
allezeit uns, die wir seine Kinder sind, gute Gaben zukommen lässt.
Und das tut er nicht mit Murren, sondern er tut es gerne und ohne
Vorwurf. Und wir sind dazu aufgerufen, dass wir ebenso barmherzig
sein sollen wie unser Vater. Denn daran hat unser Vater großes
Wohlgefallen, wenn wir liebevoll mit einander umgehen, besonders aber
mit denen, die unserer Obhut anvertraut sind. Und darin wird die
Liebe offenbar, dass wir unseren Kindern Zeit und Aufmerksamkeit und
Gnade schenken, egal ob wir das immer für logisch halten oder nicht.
Und auch dann, wenn unser Leben sich noch so stressig gestaltet und
wir uns völlig genervt fühlen, so soll es uns dennoch nicht davon
abhalten liebevoll zu sein. Außerdem bemisst man einigen Dingen
manchmal auch einen viel zu hohen Wert bei, die einen selbst
aufwühlen. Wenn man zum Beispiel Stress bei der Arbeit hat oder wenn
der eigene Vermieter ein komischer Kauz ist, von dem man dumm
angemacht wird oder wenn man mit den eigenen Eltern in Streit geraten
ist und nicht weiß, was daraus werden soll, dann sehe ich schon ein,
dass diese Dinge belastend sind, aber solche Dinge dürfen wir als
Christen gedanklich von uns abwerfen. Werft in euren Gedanken all das
auf Jesus, so als würde es euch gar nicht mehr betreffen, und Jesus
trägt es für euch. Ihr seid als Jesus-Nachfolger nicht allein.
Jesus lebt. Er ist von Gott erhoben worden zu größtmöglicher
Macht. Jesus kann solche Lasten für euch tragen, ihr müsst sie ihm
nur bewusst geben und ihm vertrauen, und dann habt ihr auch wieder
ein erleichtertes Herz und könnt, wenn ihr kleine Kinder habt, die
eure Aufmerksamkeit brauchen, ihnen die Aufmerksamkeit schenken, ohne
dabei genervt zu sein, und könnt euch um die Ordnung in eurem Haus
kümmern, ohne dass es euch überfordert.
Eigentlich ist es ja
so, dass Kinder immer Aufmerksamkeit haben wollen, egal wie alt sie
sind. Also nicht nur Kleinkinder, sondern auch Kinder in leicht
gehobenem Alter oder Jugendliche. Es lässt sich aber beobachten, je
älter ein Kind wird, dass es dann umso mehr wünscht, dass die
Eltern auf es zugehen, und dass es nur noch selten von sich aus zu
den Eltern gehen wird. Es lasten einem Jugendlichen auch ganz andere
Themen auf dem Herzen als einem Kleinkind. Während es in jüngeren
Jahren hauptsächlich um Hobbys und amüsante Beschäftigung geht,
kommt spätestens in der Jugend das Thema Verliebtsein auf. Und es
ist nie einfach, über sowas zu reden. Darum bedrängt eure
jugendlichen Kinder nicht, wenn sie nicht darüber reden wollen,
sondern gebt ihnen Zeit, bis sie sich öffnen wollen. Wenn sie aber
reden wollen, so sollt ihr versuchen, einfühlsam zu reagieren. Für
den jugendlichen Mensch fühlt sich das Verliebtsein immer wie etwas
ganz Außergewöhnliches an, was eine riesige Bedeutung hat und was
niemand verstehen kann als nur er selbst. Und dabei ist es in
Wahrheit alles nichtmal halb so bedeutsam, wie es sich anfühlt,
zumal Menschen besonders in jugendlichem Alter nur auf Abenteuersuche
sind und ein bisschen herumprobieren wollen, um Erfahrungen zu
sammeln. Das ist bei Mädchen häufiger zu beobachten als bei Jungs,
kommt aber auf beiden Seiten vor. Und dann kommen sie vielleicht
zusammen, oder auch nicht, und wenn sie zusammen sind, dann fühlt es
sich zuerst an, als sei es für die Ewigkeit bestimmt, aber ein paar
Wochen später haben sie sich dann wieder getrennt. Es weiß aber
kein Jugendlicher all das im Vorfeld.
Wie soll man nun als
Erwachsener zu einem Mensch reden, der dieses ganze Chaos gerade am
eigenen Leib spürt? Eigentlich ist es nur unnützes und eitles
Haschen nach Wind, und das durchschaut man auch im Erwachsenenalter,
aber im jugendlichen Alter ist das unvorstellbar, denn es fühlt sich
für die betroffenen Jugendlichen wie die absolute Wahrheit an. Und
für viele bricht ihre ganze Welt zusammen, wenn eine eingegangene
Beziehung beendet ist. Es ist das reinste Gefühlschaos.
Ich glaube, es macht
am meisten Sinn, dass man dem jugendlichen Kind die Erfahrungen
mitteilt, die man selber früher gemacht hat und wie man das heute
als Erwachsener sieht, aber dass man gleichzeitig auch versucht, das
Kind zu trösten und seine Trauer ernstzunehmen, auch wenn sie noch
so sehr auf einer Sache basiert, die gar nicht anders hätte ausgehen
können.
Um aber gute Eltern
sein zu können und auch die Aussage von Jesus zu berücksichtigen,
dass die Engel besonders stark darauf achten, was mit Kindern
passiert, um es Gott zu berichten, sollten wir uns eine weitere
Tatsache stets vor Augen halten. Und diese lautet:
Kinderherzen brechen
am leichtesten.
Hierbei bin ich mir
darüber im Klaren, dass es Menschen gibt, keine Ahnung wie viele,
für die es eine große Hürde ist, diese Aussage stets zu beachten,
denn sie sprechen: „Aber mein eigenes Herz ist doch auch
zerbrochen, und in tausend Scherben zersprungen!“
Wenn sich nun ein
Mensch so fühlt, kann er oft auf das Herz des Nachwuchses keine
Rücksicht nehmen, weil das eigene Herz zu sehr wehtut. Allerdings
muss ich dazu anmerken, dass dies für einen Christ verwunderlich
ist. Denn normalerweise ist es so, wenn du wirklich die Lüste der
Welt links liegen lässt und dich Jesus anvertraust, um ihm
nachzufolgen, und wenn du dich vollmächtig auf seinen Name taufen
lässt, dass Jesus dann dein Herz heilt nach der Taufe und du die
Liebe bekommst, die nicht von dieser Welt ist. Wenn aber ein Mensch
dies nicht hat, so hat er sein Herz nicht ganz Jesus gegeben. Aber
es gibt nichts Besseres, als das eigene Herz Jesus zu schenken. Denn
Jesus bringt uns eines Tages zum Vater. Und all das Heil, welches
sich hier auf der Erde vermissen lässt, wird es dort geben, wo unser
Vater ist. Aber man muss eben soweit kommen, dass man sich
eingesteht, so schick diese Erde auch aufbereitet sein mag, dass sie
eigentlich ein sehr böser, herzloser und rauher Ort ist, an dem
alles mit der Zeit zugrunde geht, was aufgebaut wird, und wo man
alles jederzeit verlieren kann. Unser Vater wird uns etwas Besseres
geben, wenn wir allezeit an seinem Sohn festhalten. Die Frage ist
nur: Glauben wir das? Nehmen wir das an?
Wenn ein Mensch dies
tut und in Jesus ist, so bleibt die Liebe aus der Höhe in dem
Mensch, und dann heilt auch das eigene Herz. Die meisten aber
schaffen es nicht, von dieser bösen Erde loszulassen, sondern
klammern sich immernoch an schön aussehende Dinge und leere
Hoffnungen von dieser Welt, und deshalb heilt ihr Herz nicht. Denn
wie soll Heilung kommen, wenn das Herz an dem Ort des Verderbens
hängt? Von Verderben kommt keine Wiederherstellung.
Hat man aber einmal
die Nichtigkeit der Welt aufgegeben und Jesus das ganze Leben
überlassen, so kann man die Liebe spüren und demnach auch darin
wandeln. Die eigenen Kinder aber können das noch nicht. Und bei
ihnen ist es so, dass sie in den allermeisten Fällen erst noch ihre
eigenen Erfahrungen mit der Welt machen müssen. Wenn man einem Kind
erklären will, dass die Welt böse ist, so wird es dies nicht so
ganz verstehen, weil die Welt ja schön aussieht, und weil auf den
ersten Blick alles sehr faszinierend wirkt. All die verschiedenen
Menschen und Tiere, Länder und Nationen, all die spannende
Technologie und die verschiedenartigen Speisen, und so weiter und so
fort. Auf das ganze Leiden, das hier Tag für Tag passiert, wird
nicht geschaut, schon gar nicht von Kindern.
Leider machen
besonders in unserer heutigen Zeit Kinder schon sehr früh
persönliche Erfahrungen mit üblem Leiden, aber theoretisch wäre es
wünschenswert, dass dies nicht geschieht. Besonders durch die
eigenen Eltern sollte ein Kind nicht leiden müssen. Deswegen sollen
wir allezeit so vorsichtig sein wie wir können und den Grundsatz
bedenken, der lautet: Kinderherzen brechen am leichtesten.
Wir dürfen uns zum
Beispiel nicht vor dem Fakt verstecken, dass unsere Worte eine
ziemlich intensive Wirkung haben, wenn sie von dem jenigen verstanden
werden, der sie hört.
Wenn ich zu einem
Franzose in deutscher Sprache reden würde, dann würde der mich nur
ziemlich komisch angucken, und meine Worte hätten nicht wirklich
eine Wirkung, schon gar nicht auf das Herz dieses Menschen. Wenn ich
aber mit meinem eigenen Kind rede, das von seinem ersten Tag an bei
mir ist und das dadurch reden lernte, indem es nachplapperte, was es
immer aus meinem Mund hört, dann weiß dieses, was meine Worte
bedeuten. Und diese Worte erzeugen dann etwas im Herzen meines
Kindes. Wenn ich ihm zum Beispiel ein Geschenkt verspreche, erzeugen
diese Worte eine kleine Freude und eine große Hoffnung. Wenn ich
dann jedoch meine Meinung ändere und ihm sage, dass es gar nichts
bekommt, so erzeugen meine Worte bittere Enttäuschung und
Traurigkeit. Wenn man erwachsen ist, hat man es normalerweise schon
mitbekommen, wie oft die Menschen leere Worte reden, auf deren
Erfüllung man gar nicht erst Hoffnung zu setzen braucht. Wenn du
aber einem Kind etwas versprichst, dann hängt es sich besonders
stark an deine Worte und es schmerzt umso mehr, wenn du nicht zu
deinem Wort stehst. Und wenn man als Erwachsener von jemandem
beleidigt wird, dann trifft einen das ein bisschen. Wenn aber ein
Kind beleidigt wird, dann ist das ein sehr heftiger Schlag für sein
inneres Gefühl, besonders wenn die Beleidigung von den eigenen
Eltern kommen würde. Es ist aber allgemein so, dass die Menschen
selbst zu gefühllosen Klotzen oder verbitterten Streithähnen
werden, wenn ihnen unzählige Male das Herz gebrochen wurde,
besonders in der Kindheit. Darum sollte eben dies vermieden werden.
Und am höchsten ist die Wahrscheinlichkeit, dies zu vermeiden, wenn
wir uns allezeit daran erinnern, dass Kinderherzen noch leichter
zerbrechen als die Herzen von Erwachsenen. Deswegen sollten wir nicht
nur unser eigenes Herz behüten, wie es uns von Salomo empfohlen
wird, sondern wir sollten als Eltern auch darauf achten, ob wir das
Herz unserer Kinder behüten können.
Und ein vierter
Grundsatz, den man als Christ stets bei der Erziehung vor Augen haben
sollte, lautet:
Unser Trost kommt
nicht von dieser Welt.
Bei der großen
Verkündung, dass wir unsere Zeit und Aufmerksamkeit unseren Kindern
schenken und an ihr Heil denken sollen, um behutsam mit ihnen
umzugehen, könnte man fast schon vergessen, dass Eltern selbst auch
nur Menschen sind. Wir sollen Tröster sein für unsere Kinder. Wir
sollen für unsere Kinder Vorbilder, gutmütige Anleiter, Helfer,
Versorger und Hüter sein. Aber die Frage bleibt: Wer behütet uns?
Und die Antwort ist
ganz einfach: Jesus natürlich. Zumindest wenn wir an ihn glauben.
Wer sonst? Glaubt ihr ernsthaft, dass es in dieser verdorbenen Welt
voller kaputtgespielter Menschen irgendwen gibt, der wie ein Held in
euer Leben kommt und all eure Probleme löst? Gewiss nicht. Sowas
gibt es gar nicht. Wir müssen die Dinge schon selbst in die Hand
nehmen, auch wenn das lästig ist.
Die Dinge, die Jesus
gelehrt hat, müssen wir selbst tun, weil wir es wollen. Es wird kein
anderer zu uns kommen, der es für uns erledigt. Eine solche
Erwartung wäre völliger Blödsinn. Aber Jesus geht den Weg mit uns
zusammen, den er für uns vorgesehen hat. Wir laufen aus unserer
Kraft, er aber ist an unserer Seite. Es gibt nämlich Menschen, die
den folgenschweren Fehler machen, dass sie sich hinsetzen und sagen:
Ich kann doch sowieso nichts, sondern Gott soll mal anfangen, was zu
machen.“
Und solche Menschen
kommen nicht aus dem Elend heraus. Sie bleiben Sklaven der Sünde,
weil sie gar nicht den Versuch unternehmen, von der Sünde
freizukommen. Wenn aber Menschen in der Sünde verharren, dann können
sie keine guten Eltern sein. Bitte denkt daran, dass unsere Kinder
sich alles von uns abgucken. Und zwar nicht nur ein paar Dinge,
sondern absolut alles, wenn sie noch klein sind. Jeder einzelne
Handgriff, jede noch so kleine Geste beobachten sie genauestens an
uns und saugen es auf, wie Wasser von Küchentüchern aufgesaugt
wird. Und dies geschieht unweigerlich und von ganz allein. Man könnte
zu einem Kind nicht sagen, dass es aufhören soll, sich alles von dir
abzugucken, denn das Kind kann nicht anders. Darum überlege dir sehr
gut, was du vor deinem Kind tust und wie du vor deinem Kind redest!
Wenn dir die Dinge
aber zu schwer sind, so suche deinen Trost nicht bei Menschen, denn
diese haben oft Hintergedanken, wenn sie dir zuhören. Suche deinen
Trost in stiller Zeit bei Jesus. Und füge dir nicht selbst Leiden
zu, indem du nach Dingen strebst, die du nicht haben kannst.
Kindererziehung ist immer eine anspruchsvolle Sache, wodurch man auch
das eigene Leben ein bisschen einschränken muss, bis die Kinder groß
geworden sind. Jeder, der es ernstnimmt, wird dir bestätigen können,
wenn er ehrlich sein sollte, dass es einem einiges abverlangt. Und
weil zu viele das nicht verkraften wollen und stattdessen ihre
Verantwortung völlig vernachlässigen, gibt es so viele kaputte
Menschen auf der Welt. Die Menschen lernen, dass sie nach außen hin
so tun müssen, als wäre alles bestens, während sie aber im Inneren
ein echt mieses Gefühl haben. Aber die Bibel sagt, dass alle Lügner
in den ewigen Feuersee fallen und dass die Heuchler ihren Anteil dort
haben, wo das Heulen und das Zähneknirschen ist.
Deswegen haben wir
als Christen die Verantwortung, unseren eigenen Beitrag dazu zu
leisten, dass aus unseren Kindern keine Heuchler werden. Keine
Schauspieler, die so tun, als sei alles bestens, während es aber in
ihrem Inneren sehr schlimm aussieht. Als Christen haben wir die
Verantwortung, so nah wie möglich an den Vater heranzukommen, der im
Gleichnis vom verlorenen Sohn beschrieben wird. Dazu müssen wir
unser eigenes Ego geringschätzen und die Lüste der Welt überwinden,
um stattdessen in der Liebe vollkommen zu werden. Und wenn wir dies
schaffen, dann werden sich sogar die Dinge von ganz allein ergeben,
die wir tun können, um unseren Kindern gute Eltern zu sein.
Wenn an dieser
Stelle aber Menschen, die sich selber Christen nennen, immernoch zu
mir sagen: „Ja, aber was wird mit meinen Eltern? Was wird mit
meiner Arbeit? Was wird aus meinen jährlichen Urlaubsreisen? Was
wird mit meinem Traum vom eigenen Haus? Was wird aus meiner Hoffnung,
den lange ersehnten Traumpartner zu finden? Warum kann nicht auch ich
reich oder berühmt sein?“
Dann lautet meine
Reaktion darauf: „Warum liebt ihr immernoch die Welt und fangt
nicht einfach damit an, Jesus nachzufolgen?“
Unser Lohn wartet
nicht auf der Erde auf uns, sondern im Himmel. Und mit diesen Worten
beende ich die heutige Predigt.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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