Text zu "Predigt - Freiheit oder Verlorenheit"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=_zsvEjoKvrs
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Ich möchte euch
heute mal eine Predigt halten, die das Thema Freiheit behandelt. Und
Freiheit will ja am liebsten jeder Mensch für sich selbst haben.
Diese Freiheit fühlt man wohl am ehesten dadurch, dass man nicht von
Regeln unterdrückt wird, und dass es niemanden gibt, dem man ständig
untertan ist. Jeder Mensch hat es in sich, am liebsten sein eigener
Boss sein zu wollen. Manche sind bereit, diese empfundene Freiheit
aufzugeben, um zu einer Gruppe dazu gehören zu können und nicht
allein zu sein. Andere legen auf die Freiheit so großen wert, dass
sie lieber alleine wären, aber dafür frei, anstatt sich darum
bemühen zu müssen, dass sie in eine Gruppe passen. Aber bei den
allermeisten Menschen ist es so, dass sie viel lieber mit ihren
Artgenossen Zeit verbringen, als alleine zu sein. Und es ist so, ob
man es sich nun eingestehen will oder nicht, dass man in jeder
Menschengruppe auch gewisse Richtlinien einhalten soll, wenn man von
der Gruppe anerkannt werden und bei ihr bleiben will. Zu wem man
gehören will, dessen Regeln muss man auch befolgen. Und damit geht
die Freiheit zu einem beachtlichen Teil verloren.
Nun ist es aber so,
dass manche Regeln leichter annehmbar sind als andere. Wenn man als
Polizist arbeiten wollen würde, wäre Regeltreue von größerem
Gewicht, als wenn man ein Schriftsteller wäre. Oder wenn man in die
Schule geht, sind die Regeln dort anders, als wenn man in der
Freizeit mit seinem Freundeskreis zusammenhockt. Und wenn man an
einem Ort ist, an dem Regeln herrschen, die unangenehm sind, hat man
nicht selten Lust, irgendwo anders hinzugehen, wo leichtere Regeln
herrschen. Dadurch würde man sich dann so vorkommen, als hätte man
größere Freiheit, weil die anderen Regeln nicht so unliebsam sind
wie die vorherigen.
Und vielleicht gerät
sogar jemand an eine Gruppe, wo gesagt wird: „Regeln sind
überflüssig. Bei uns gibt es keine Regeln!“
Damit würden die
Menschen meinen, frei zu sein und glücklich zu werden, weil sie
keine Regeln haben, an die man sich halten muss.
Wenn nun diese
Gruppe einen Ausflug machen würde, aber während sie unterwegs
rasten, greift einer aus der Gruppe bei einem anderen in den
Rucksack, und er stiehlt ein paar Sachen daraus, dann würde sich
darüber in den meisten Fällen bestimmt beschwert werden. Denn man
erwartet ja eigentlich schon, dass jeder darauf verzichtet, andere zu
bestehlen. Aber gleichzeitig hat man behauptet, es gäbe keine
Regeln. Wenn der Dieb nun sagen würde, dass es doch gar keine Regeln
gibt und er demnach nichts falsch gemacht hat, so wären seine Worte
richtig. Denn man hat vorher nicht festgelegt, dass Diebstahl jedem
verboten ist. Und dass Gott schon vor tausenden Jahren gesagt hat:
„Du sollst nicht stehlen!“, das interessiert heute die meisten
Menschen ja sowieso nicht, und hat es auch damals nicht.
Aber würde man sich
da frei fühlen? Hätte man in einer Gruppe, in der man erwarten
muss, dass Diebstahl passiert, Freiheit im Herzen?
Ich weiß nicht, wie
es bei euch aussieht, aber ich selbst würde mich da nicht frei
fühlen können, wenn ich in einer Gruppe wäre, wo Diebstahl erlaubt
ist. Das heißt also: Durch die Regel ist man unbeschwert und hat ein
freieres Herz, als wenn die Regel fehlt und jeder einfach bei dem
anderen in den Rucksack greifen kann, um alles daraus zu stehlen, was
ihm gefällt.
Denn es ist eine
sinnvolle Regel, wenn gesagt wird: „Du sollst nicht stehlen!“
Wenn aber zum
Beispiel die Regel in der Gruppe aufgestellt werden würde, dass alle
Mitglieder das ganze Jahr über eine rosafarbene Brille tragen
müssen, und wer keine Brille hat, der wird rausgeschmissen, dann
wäre diese Regel vergleichsweise sinnlos. Denn warum sollte das
Tragen einer Brille eine so wichtige Rolle spielen? Fühlt man sich
da etwa freier, wenn man weiß, dass man sofort rausgeschmissen wird,
sobald man ohne Brille aufkreuzt?
Es gibt ja auch
keine Gruppe, zumindest keine die ich kenne, in der tatsächlich eine
derart sinnlose Regel herrscht.
Besonders
interessant wird die Sache aber, wenn Doppelmoral ins Spiel kommt.
Und das passiert sehr oft. Zum Beispiel wenn jemand ein technisches
Gerät kaufen will, das der ganzen Gruppe gehören soll, und es ist
die Regel in der Gruppe, dass jeder ein bisschen Geld hergeben muss,
wann immer große Anschaffungen geplant sind. Aber der Anführer der
Gruppe und seine Lieblinge fordern von allen anderen Geld, ohne
selber welches dazu zu legen, weil sie sagen, dass die das als
Anführer dürfen. Also wenn sich Menschen praktisch freche
Sonderbehandlungen einrichten. Ein anderes Beispiel wäre, dass man
sich regelmäßig in einem Gebäude versammelt, aber man will kein
Geld für die Reinigung ausgeben, deswegen hat jede Woche ein anderer
aus der Gruppe Putzdienst. Aber einige aus der Gruppe nehmen diese
Aufgabe nicht ernst und führen sie nicht aus und wollen es immer
anderen aufdrängeln, indem auch sie faule Ausreden äußern oder
absichtlich an den Tagen fernbleiben, an denen sie Putzdienst hätten.
Was hätte man als
einzelner Mensch in dieser Gruppe für ein Gefühl? Würde man sich
frei fühlen? Wäre es angenehm, zu wissen, dass nur manche das tun,
was getan werden muss, während andere sich ständig davor drücken?
Wann genau fühlt
man sich eigentlich frei? Wenn man gar keine Regeln hat, dann wird
man auf kurz oder lang die Erfahrung machen, dass frustrierende oder
sogar entsetzliche Dinge passieren, die eigentlich verboten sein
sollten. Wenn man aber von Heuchlern oder Doppelmoralisten Regeln
vorgelegt bekommt, so ist es enorm belastend für das Herz, diese
einhalten zu müssen. Man käme also zuerst auf den Gedanke, dass
ohne Regeln alles besser ist, danach kommt man auf den Gedanke, dass
Regeln schon etwas Gutes sein können, aber dann kommt man doch
wieder auf den Gedanke, dass es besser ist, Regeln zu übertreten
oder keine zu haben.
Ich möchte euch im
Bezug darauf mal einen Vers aus dem zweiten Brief des Petrus zeigen.
In Kapitel 2 steht in Vers 19:
Dabei verheißen sie
ihnen Freiheit, obgleich sie doch selbst Sklaven des Verderbens sind;
denn wovon jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er auch
geworden.
Hier redet Petrus
von Menschen, die den Gläubigen einreden, es sei eine schlechte
Idee, die Gebote einzuhalten. Sie reden die Regeln schlecht, die
Jesus verkündet hat, und wollen nach ihren eigenen Regeln leben. Und
sie behaupten, das würde freimachen, aber in Wahrheit sind sie
Sklaven. Nämlich Sklaven des Verderbens, weil die Regeln von Jesus
den Zweck haben, den Mensch davor zu beschützen, dass er verdirbt.
Und obwohl es zugegebenermaßen schon in gewisser Weise eine Last
ist, die Regeln von Jesus halten zu müssen, so hat Jesus nicht
umsonst gesagt, dass seine Last leicht ist.
Wenn nämlich
Menschen wollen, dass das Zusammenleben funktioniert, dann werden sie
alle, ohne Ausnahme, die Entdeckung machen, dass man in jeder Gruppe
ein paar gewissen Erwartungen gerecht werden muss. Also dass man
gewisse Regeln befolgen muss, auch wenn diese oft gar nicht vorher
gelehrt wurden. Das ist ein immer wieder auftretendes Phänomen, egal
wohin man kommt, dass man sich dort immer nach gewissen Richtlinien
verhalten muss. Denn selbst wenn diese nicht vorher aufgesagt wurden,
und nicht vorher niedergeschrieben wurden, so wird man doch großen
Anstoß bei den Mitmenschen auslösen, wenn man die Richtlinien
verletzt.
Das bedeutet also:
In jeder Menschengruppe wird es Regeln geben, egal ob geschrieben
oder ungeschrieben. Egal ob lautstark verkündet, oder in
schweigsamer Selbstverständlichkeit erwartet.
Und so steht man
letztlich vor der Entscheidung, dass man wählen muss, wessen Regeln
man einhalten will.
Wenn zum Beispiel
junge Leute gerne Fußball spielen, aber Skateboard fahren hassen,
dann kann man zu denen nicht einfach mit einem Skateboard unter dem
Arm ankommen. Und man kann auch kein Metzger-Outfit anziehen, wenn
man in einem veganen Restaurant arbeiten will, denn die Menschen dort
werden dich so nicht bei sich arbeiten lassen. Genau so wenig kann
man denen als Begrüßungsgeschenk einen frischen Putenschinken in
die Hand drücken. Und wenn man sich unter Patrioten aufhält, wird
es dort nicht sonderlich gut ankommen, die Nationalhymnen von fremden
Ländern zu singen. Und wenn sich ein Mensch entschlossen hat, bei
einem Rettungsdienst zu arbeiten, und er wird angerufen, weil gerade
ein Notfall stattfindet, aber er antwortet nur, dass er gerade keine
Lust hat, und dann bleibt er zu Hause, dann wäre auch das ziemlich
unheilvoll. Und so weiter.
Worin besteht nun
die Freiheit des Menschen?
Einige sind so
verzweifelt auf der Suche nach dem Gefühl, frei zu sein, dass sie
gegen alles und jeden rebellieren. Sie glauben, so lange sie sich von
niemandem irgendwas vorschreiben lassen, haben sie Freiheit. Und in
gewisser Weise fühlen sie sich dann auch frei, aber ihre Freiheit
ist auf Dauer auch nicht angenehm. Sie taumeln nur verloren und
ziellos durch das Leben, und wissen nichts weiter zu tun als überall
Widerstand zu leisten, und ihrem Leben fehlt gewissermaßen ein guter
Inhalt. Obwohl sie frei leben, dient die Freiheit nicht dazu, dass
ihr Leben wirklich gut ist. Und wenn ein Mensch sich die Freiheit
nimmt, alles tun zu dürfen, dann tut er somit früher oder später
auch Dinge, mit denen der Mensch sich selbst zugrunde richtet. Diesen
Verlauf wird man in jedem Fall beobachten können. Was hat dann die
Freiheit genützt? Die Sehnsucht nach Freiheit war dann der Grund für
das langsame Verderben des Menschen, ähnlich wie Petrus es
angedeutet hat. Sie reden von Freiheit, aber in Wahrheit sind sie
Sklaven des Verderbens, und nach einiger Zeit, selbst wenn es
manchmal lange dauert, wird man das an ihnen sehen.
Also kann man sagen,
dass eine Freiheit ganz ohne Regeln eine schädliche Freiheit ist.
Denn man muss schon ein paar Dinge einhalten, um nicht zu verderben,
und man fühlt sich insgesamt ja doch viel wohler, wenn man eine
Basis hat, auf der die eigenen Entscheidungen beruhen.
Wenn man so viel
Freiheit hat, dass man gar nicht mehr weiß, was im Leben eigentlich
zählt und worauf es ankommt, irrt man verloren umher. Gleichzeitig
fühlt man sich aber auch wie ein verlorenes Wesen, wenn man Tag für
Tag sinnlose Regeln einhalten soll, wenn man belästigt wird mit
unerträglichen Forderungen und schikanierenden Aufgaben. Denn in
solchen Lagen fühlt man sich gar nicht erst frei, weder auf eine
konstruktive noch auf eine destruktive Art.
Allerdings gibt es
bei allem auch einen geistigen Aspekt zu bedenken. Denn wenn wir
sündigen, so werden uns in geistiger Hinsicht Ketten angelegt, die
vom Bösen ausgehen, und diese halten uns geknechtet. Deswegen hat
Jesus gesagt: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde.
Und das trifft auf
jeden Mensch zu. Egal ob ein gebürtiger Israelit, oder ein aus
Wasser und Geist geborener Christ, oder ein ahnungsloser Mensch, der
von Glaube überhaupt nichts weiß und nichtmal die Geburtsstadt von
Jesus sagen könnte, sofern er gefragt wird. All diese Menschen sind
Knechte der Sünde, wenn sie sündigen, denn niemand bekommt eine
Sonderbehandlung, wenn es ums Sündigen geht. Wenn es nun so ist,
dass ein Mensch viel sündigt, so kann er in alle nur denkbaren
Lebenslagen kommen, in denen er sich weltlich betrachtet eigentlich
frei fühlen müsste, aber er fühlt sich trotzdem geknechtet.
Denn der Mensch wird
gebunden, aber mit unsichtbaren Fesseln, und nur in eine für das
körperliche Auge sichtbare Freiheit gesetzt, aber das hilft dann
natürlich nicht. Man kann zum Beispiel den Beruf aufgeben, der einem
immer nur Frust bereitet hat, und stattdessen etwas machen, was man
schon immer machen wollte, aber sich dabei nur mal kurz ein bisschen
fröhlicher fühlen, jedoch immernoch nicht frei. Oder man kann eine
Beziehung zu einem schrecklichen Mensch beenden und sich Zeit für
sich selbst nehmen, und man spürt eine gewisse Erleichterung, weil
man von dem schrecklichen Mensch nicht mehr belastet ist, aber man
fühlt sich immernoch nicht frei. Man sitzt immernoch in Verlorenheit
herum, obwohl man sich von dem befreit hat, was man als
unveränderliche Belastung erkannte.
Das kann dann nur
daran liegen, dass man gebunden ist mit Ketten, von denen man nichts
weiß. Von geistigen Ketten, die das Auge nicht wahrnimmt, und diese
kommen immer durch die Sünde. Als Jesus hier auf Erden war, da kam
er unter anderem, um Gefangene zu befreien und den Kerker derer zu
öffnen, die darin festsitzen. Es ist sehr stark davon auszugehen,
dass es hier um geistige Ketten geht. Aber Jesus hat auch erklärt,
dass böse Geister, die uns durch solche Ketten plagen, wieder
zurückkommen werden, und deshalb wird an einer Stelle berichtet, wie
er einem Geheilten sagte, dieser darf nicht mehr sündigen. Und es
ist davon auszugehen, dass diese Ermahnung allen Geheilten gesagt
wurde und dass Jesus eben deswegen auch sehr viel gelehrt hat, wie
man sich verhalten soll.
Somit dient es also
der eigenen geistigen Freiheit, Jesus anzunehmen und seine Lehre zu
befolgen, obwohl man es weltlich gesehen in gewisser Weise schon als
eine Last wahrnehmen könnte. Aber es ist eine leichte und sanfte
Last, die man tragen kann. Und es ist deutlich besser, geistlich
ungebunden zu sein und sich weltlich an die Worte von Jesus zu
binden, als sich nicht weltlich an die Lehre von Jesus zu binden,
aber dafür dann unbemerkt immer mehr finstere geistige Ketten
auferlegt zu bekommen. Denn auch wenn viele Menschen es zunächst
nicht realisieren, so suchen sie doch nach der Freiheit ihres Geistes
viel mehr als nach der Freiheit in dieser Welt. Und wer sich im Geist
frei fühlt, der wird auch nicht mehr verloren und suchend durch die
Welt taumeln, und sinnlos gegen alles nur denkbare rebellieren, in
der Hoffnung, dadurch das völlige Gefühl der Freiheit zu erhalten.
Und gleichwie man
mit einer Menschengruppe Gemeinschaft haben darf, wenn man deren
Regeln befolgt, so darf man mit Jesus Gemeinschaft haben, wenn man
Jesu Regeln befolgt. Und gleichwie man von einer Menschengruppe
ausgestoßen und verachtet wird, wenn man das Gegenteil von dem tut,
was in der Gruppe erwartet wird, so wird man auch von Jesus
losgelassen, wenn man ständig gegen seine Regeln verstößt oder
seine Worte verdreht.
Aber das Schöne an
Jesus ist, dass man zu ihm jederzeit wieder zurückkommen darf, wenn
man sein verhalten bereut und es besser machen will. Das ist nämlich
bei Menschengruppen nicht der Fall. Dort passiert es ganz gerne mal,
dass man auf ewig verbannt werden soll und nie wieder echte Annahme
erfährt, wenn man einmal das Verhalten gezeigt hat, das ihnen bitter
aufstößt. Und während die Regeln, die uns die Leute von der Welt
auferlegen wollen, oftmals von überflüssigen Forderungen strotzen,
so ist die Lehre von Jesus wirklich auf die Dinge ausgerichtet, die
nicht sinnlos, sondern wirklich wichtig sind.
Das ist der Grund,
warum Jesus sagte:
Wenn ihr in meinem
Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger,
und ihr werdet die
Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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