Text zu "Bibellehre - Das Leben des Propheten Elia"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=RR4yGRYneys
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Im heutigen Video
werden wir uns anschauen, was der Prophet Elia alles so erlebt hat.
Er hat einige sehr außergewöhnliche Dinge erlebt, aber er war
leider auch ein teils ziemlich gewalttätiger Mann. Man muss dazu
betonen, dass Israel zu der Zeit gespalten war, als Elia lebte, und
dass es sehr raue, blutige Tage gewesen sind. Es gab damals den Stamm
Juda, der als eigenes Volk zählte, und das restliche Israel, das
unablässig Gott ins Angesicht beleidigte durch Götzendienste. Und
es gab sehr viel Krieg in diesen Tagen. Bevor wir aber von Elia
selbst lesen, müssen wir uns erstmal den Fakt vor Augen halten, dass
zu dieser Zeit ein sehr, sehr gotteslästerlicher König im
abgespaltenen Israel regierte, und sein Name war Ahab. Über ihn
lesen wir Folgendes im ersten Buch der Könige in Kapitel 16, Vers 29
bis 32:
Im
achtunddreißigsten Jahr der Regierung Asas, des Königs von Juda,
wurde Ahab, der Sohn Omris, König über Israel, und er regierte 22
Jahre lang in Samaria über Israel.
Und Ahab, der Sohn
Omris, tat was böse war in den Augen des HERRN, mehr als alle, die
vor ihm gewesen waren.
War es nicht genug,
dass er in den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats wandelte? Denn es
geschah, dass er sogar Isebel zur Frau nahm, die Tochter Et-Baals,
des Königs der Zidonier; und er ging hin und diente dem Baal und
betete ihn an.
Und er errichtete
dem Baal einen Altar im Haus Baals, das er in Samaria baute.
Hier bekommen wir
also einen etwas besseren Eindruck von dem gotteslästerlichen
Handeln des Ahab. Was der Text nicht erwähnt, ist, dass die Frau
Isebel ihre Stellung ausnutzte, um eine große Verfolgung gegen die
Propheten des Gottes Israels zu starten, und es wurden unzählige
Menschen getötet, allein deshalb, weil sie von Gott eine Berufung
hatten. Zu eben jener Zeit lebte Elia als ein Prophet des Gottes
Israels, was bedeutet, dass auch er selbst die ganze Zeit in
Lebensgefahr schwebte. Allerdings wurde Elia von Gott besonders
behütet, deswegen war es für die Prophetenmörder gar nicht so
einfach, ihn in die Finger zu kriegen.
Übrigens erfahren
wir leider nichts über die Geburt, Kindheit oder Jugend von Elia,
sondern er wird das erste Mal als erwachsener Mann in Kapitel 17
erwähnt. Folgendes lesen wir in Vers 1:
Und Elia, der
Tisbiter, von den Einwohnern Gileads, sprach zu Ahab: So wahr der
HERR lebt, der Gott Israels, vor dessen Angesicht ich stehe, es soll
in diesen Jahren weder Tau noch Regen fallen, es sei denn, dass ich
es sage!
Aus diesem Vers soll
erkennbar werden, dass Elia von Gott die Vollmacht darüber bekam, zu
entscheiden, ob Regen fällt oder nicht. Und er sollte dem König
demnach ankündigen, dass es eine lange Zeit nicht mehr regnen wird,
um ihm zu verdeutlichen, dass dies der Wille des Gottes Israels ist,
welchen Ahab durch sein Verhalten unaufhörlich auf übelste Weise
lästerte. Das Besondere ist hier, dass Elia eigentlich um sein Leben
fürchten musste, wenn er vor den König tritt und ihm eine derartige
Nachricht verkündet. Und doch konnte Elia nicht nur unversehrt bis
zum König gelangen, sondern auch wieder in Frieden von ihm
wegtreten, nachdem er die Nachricht übermittelt hatte. Und das zu
einer Zeit, in welcher dank der Anordnung von Isebel die Propheten
Gottes vorzugsweise ermordet wurden, weil das Volk dazu gebracht
werden sollte, abscheuliche Götzenopferdienste für einen Götze
namens Baal zu leisten. Hierbei gehörten übrigens auch
Selbstverletzungen und Opferungen von lebendigen Menschen dazu. Es
handelte sich bei den Opferdiensten für den Baal um ziemlich
geisteskranke Aktivitäten.
Nachdem nun also
Elia angekündigt hatte, dass kein Regen mehr fallen wird, weil Elia
gemäß Gottes Wille die Vollmacht darüber bekam, lesen wir als
nächstes den folgenden Verlauf in den Versen 2 bis 6:
Und das Wort des
HERRN erging an ihn folgendermaßen:
Geh fort von hier
und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Krit, der östlich
vom Jordan fließt!
Und du sollst aus
dem Bach trinken, und ich habe den Raben geboten, dass sie dich dort
versorgen!
Da ging er hin und
handelte nach dem Wort des HERRN; er ging und blieb am Bach Krit, der
östlich vom Jordan fließt.
Und die Raben
brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und Brot und Fleisch am
Abend, und er trank aus dem Bach.
Aufgrund der
bestehenden Gefahr, dass Elia wahrscheinlich irgendwann ermordet
werden würde wegen seinem Prophetenamt, so lange er sich unter
Menschen aufhielt, ließ Gott ihn in die freie Natur gehen und
versorgte ihn auf übernatürliche Weise. Elia konnte das Wasser aus
einem Bach trinken und Gott bewirkte, dass Raben ihm Speise brachten.
Was mich daran ein wenig verwundert, ist, dass Raben unrein sind. Das
mutet ein wenig seltsam an, dass es unreine Tiere sind, die Elia
versorgen. Aber vielleicht ist auch das wieder eine Anspielung
darauf, dass die Kinder Israels eines Tages unter die Heidenvölker
zerstreut sein werden und sich dann von den Heiden versorgen lassen
müssen. Denn die Phase, in der das geschah, stand in diesen Tagen
noch bevor. Wir lesen jedenfalls nichts darüber, wie lange Elia
insgesamt an diesem Ort lebte, wohin Gott ihn geleitet hatte, aber
der Bach trocknete irgendwann aus, weil es die ganze Zeit nicht
regnete. Dementsprechend lesen wir Folgendes in den Versen 7 bis 9:
Es geschah aber nach
einiger Zeit, dass der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im
Land.
Da erging das Wort
des HERRN an ihn folgendermaßen:
Mache dich auf und
geh nach Zarpat, das bei Zidon liegt, und bleibe dort; siehe, ich
habe dort einer Witwe geboten, dass sie dich mit Nahrung versorgt!
Die nächste
Anweisung Gottes lautete also, dass Elia die Ländereien Israels
verlassen sollte, um in einem fremden Land von einer fremden Witwe
versorgt zu werden. Das ist auf den ersten Blick auch wieder
verwunderlich. Denn Witwen sind arme, alleingelassene Frauen, die in
Mangel leben. Welchen Gedanke hatte Gott dabei, seinen Prophet zu
einer mittellosen Frau zu schicken und zu erwarten, dass diese ihn
versorgt, obwohl sie selber fast gar nichts hat?
Wenn wir
weiterlesen, dann werden wir entdecken, welchen Hintergedanke Gott
bei dieser Sache hatte. Es steht geschrieben in den Versen 10 bis 14:
Und er machte sich
auf und ging nach Zarpat. Und als er an das Stadttor kam, siehe, da
war eine Witwe dort, die Holz sammelte. Und er rief ihr zu und
sprach: Hole mir doch ein wenig Wasser im Gefäß, damit ich trinken
kann!
Als sie nun hinging,
um es zu holen, rief er ihr nach und sprach: Bringe mir doch auch
einen Bissen Brot mit!
Sie aber sprach: So
wahr der HERR, dein Gott, lebt, ich habe nichts Gebackenes, sondern
nur eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug! Und siehe,
ich habe ein paar Holzstücke gesammelt und gehe hin und will mir und
meinem Sohn etwas zubereiten, damit wir es essen und danach sterben!
Elia sprach zu ihr:
Fürchte dich nicht! Geh hin und mache es, wie du gesagt hast; doch
bereite mir davon zuerst einen kleinen Brotfladen und bring ihn mir
heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach etwas machen.
Denn so spricht der
HERR, der Gott Israels: Der Mehltopf soll nicht leer werden und das
Öl im Krug nicht weniger werden bis zu dem Tag, da der HERR es auf
den Erdboden regnen lassen wird!
Wir erkennen an den
Versen, dass die Witwe wirklich in sehr, sehr schlimmer Armut lebte.
Sie war praktisch gerade dabei, für sich und ihren Sohn eine letzte
Mahlzeit zubereiten zu können und dann den Hungertod abzuwarten.
Gerade da kam Elia zu ihr und versprach ihr ein Wunderzeichen von
Gott, nämlich dass das Mehl in ihrem Topf übernatürlich vermehrt
wird, und das Öl in ihrem Krug ebenfalls. Somit würde sie genug
haben, um sich selbst und ihren Sohn samt dem Prophet Elia zu
ernähren. Gott hatte also nicht den Prophet Elia gesandt, um die
Witwe zu belasten, sondern um ihr zu helfen.
Lesen wir nun mal
weiter! In den Versen 15 bis 18 steht Folgendes:
Und sie ging hin und
machte es so, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch samt
ihrem Haus viele Tage lang.
Der Mehltopf wurde
nicht leer, und das Öl im Krug wurde nicht weniger, nach dem Wort
des HERRN, das er durch Elia geredet hatte.
Aber nach diesen
Ereignissen wurde der Sohn der Frau, der Hauswirtin, krank, und seine
Krankheit wurde so schwer, dass kein Lebensodem mehr in ihm blieb.
Und sie sprach zu
Elia: Du Mann Gottes, was habe ich mit dir zu tun? Du bist zu mir
hergekommen, damit an meine Schuld gedacht werde und mein Sohn
sterbe!
An der Aussage der
Witwe merken wir, dass sie misstrauisch wurde, weil sie weiß, dass
sie nicht ohne Sünde gelebt hat. Und nun meint sie, dass Gott,
welcher ja heilig ist, an ihre Sünde gedacht und deswegen ihren Sohn
von ihr genommen hat. In diesem Moment ist sie so entsetzt wegen dem
Tod ihres Sohnes, dass sie nichtmal mehr an die Barmherzigkeit denken
kann, die Gott ihr schon geschenkt hatte durch die Vermehrung von
Mehl und Öl. Schauen wir mal, wie Elia darauf reagiert! Es steht
geschrieben in den Versen 19 bis 24:
Er sprach zu ihr:
Gib mir deinen Sohn her! Und er nahm ihn von ihrem Schoß und trug
ihn hinauf in das Obergemach, wo er wohnte, und legte ihn auf sein
Bett.
Und er rief den
HERRN an und sprach: HERR, mein Gott, hast du auch über die Witwe,
bei der ich zu Gast bin, so Schlimmes gebracht, dass du ihren Sohn
sterben lässt?
Und er streckte sich
dreimal über das Kind aus und rief zu dem HERRN und sprach: HERR,
mein Gott, lass doch die Seele dieses Kindes wieder in es
zurückkehren!
Und der HERR erhörte
die Stimme des Elia. Und die Seele des Kindes kam wieder in dasselbe,
und es wurde lebendig.
Und Elia nahm das
Kind und brachte es von dem Obergemach ins Haus hinab und übergab es
seiner Mutter und sprach: Siehe, dein Sohn lebt!
Da sprach die Frau
zu Elia: Nun erkenne ich, dass du ein Mann Gottes bist und dass das
Wort des HERRN in deinem Mund Wahrheit ist!
Gott hat also eine
derart große Barmherzigkeit an der Witwe erwiesen, dass er ihr nicht
nur ihr Gemecker vergab, sondern obendrein auch noch ihren Sohn
wiederbelebte. Elia musste zwar insgesamt dreimal bitten, und man
könnte ihm auch zur Last legen, dass er auf eine freche Art mit Gott
geredet hat, als er zu Gott sagte: „Hast du so Schlimmes über sie
gebracht, dass du ihren Sohn sterben lässt?“
aber letztlich hat
Gott das Gebet trotzdem erhört und es wurde der Witwe die Güte
Gottes offenbar. Auch wenn sie über Elia scheinbar mehr staunte als
über Gott.
Jedenfalls blieb
Elia lange Zeit bei der Witwe, und als es schon mehr als 2 Jahre
nicht mehr geregnet hatte, da bekam Elia den Befehl von Gott, vor den
König Ahab zu treten und anzukündigen, dass es regnen wird. Da
machte sich Elia auf den Weg in das Land vom abgespaltenen Israel, wo
wegen des ausgebliebenen Regens eine Hungersnot herrschte. Zu der
selben Zeit hatte aber auch Ahab einem seiner Diener, welcher
heimlich einige Propheten Gottes vor dem Tod bewahrt hatte, ohne dass
es im Königshaus bekannt war, den Befehl gegeben, nach Wasserquellen
und saftigem Gras im Land zu suchen. Wir lesen darüber Folgendes in
Kapitel 18 in den Versen 3 bis 8:
Und Ahab rief
Obadja, seinen Verwalter. Obadja aber fürchtete den HERRN sehr.
Denn es geschah, als
Isebel die Propheten des HERRN ausrottete, da nahm Obadja 100
Propheten und verbarg sie in Höhlen, hier 50 und dort 50, und
versorgte sie mit Brot und Wasser.
So sprach nun Ahab
zu Obadja: Zieh durch das Land, zu allen Wasserquellen und zu allen
Bächen; vielleicht finden wir Gras, um die Pferde und Maultiere am
Leben zu erhalten, sodass wir nichts von dem Vieh umkommen lassen
müssen!
Und sie teilten das
Land unter sich auf, um es zu durchziehen. Ahab zog allein auf einem
Weg, und Obadja auch allein auf einem anderen Weg.
Als nun Obadja auf
dem Weg war, siehe, da begegnete ihm Elia. Und als er ihn erkannte,
fiel er auf sein Angesicht und sprach: Bist du es, mein Herr Elia?
Er sprach zu ihm:
Ich bin’s! Geh hin und sage deinem Herrn: Siehe, Elia ist hier!
Dieser Text gibt
Zeugnis davon, dass der königliche Beamte von Ahab heimlich 100
Propheten rettete. Und nun begegnet Elia diesem Mann. Als aber Elia
sagt, dass er zu Ahab gehen soll, um zu sagen, dass Elia hier ist, da
wird er zögerlich. Denn der Befehl der Königin Isebel lautet ja,
dass die Propheten Gottes umgebracht werden müssen. Elia aber war
obendrein ein verfolgter Mann, den der König hatte suchen lassen.
Demnach hätte auch Obadja die Aufgabe gehabt, Elia zu fesseln und
zum König zu bringen, anstatt ohne Elia hinzugehen.
Daher lesen wir
Folgendes in den Versen 9 bis 16:
Er aber sprach: Was
habe ich gesündigt, dass du deinen Knecht in die Hand Ahabs geben
willst, damit er mich tötet?
So wahr der HERR,
dein Gott, lebt, es gibt kein Volk, noch Königreich, in das mein
Herr nicht gesandt hätte, um dich zu suchen. Und wenn sie sagten:
»Er ist nicht hier«, so nahm er einen Eid von jenem Königreich und
von jenem Volk, dass man dich nicht gefunden habe.
Und du sprichst nun:
Geh hin, sage deinem Herrn: Siehe, Elia ist hier!
Wenn ich von dir
weggehe, dann könnte es geschehen, dass dich der Geist des HERRN
hinwegnimmt, ich weiß nicht wohin; und wenn ich dann komme und es
Ahab berichte, und er findet dich nicht, so wird er mich töten; und
dein Knecht fürchtet doch den HERRN von Jugend auf!
Ist meinem Herrn
nicht berichtet worden, was ich getan habe, als Isebel die Propheten
des HERRN tötete, dass ich von den Propheten des HERRN 100 Männer
verbarg, hier 50 und dort 50, in Höhlen, und sie mit Brot und Wasser
versorgte?
Und du sprichst nun:
Geh hin, sage deinem Herrn: Siehe, Elia ist hier! Er wird mich ja
töten!
Elia aber sprach: So
wahr der HERR der Heerscharen lebt, vor dem ich stehe, ich werde mich
ihm heute zeigen!
Da ging Obadja hin,
Ahab entgegen, und berichtete es ihm; Ahab aber kam Elia entgegen.
An diesen Versen
fällt auf, wie Obadja befürchtet, dass Elia vom Geist Gottes
entrückt werden könnte, während Obadja zum König geht und meldet,
dass er Elia gesehen hat. Das klingt ziemlich krass. Demnach ist es
den Leuten damals klar vor Augen gewesen, dass Elia wirklich intensiv
mit Gott wandelt. Auch davon, wie ausgiebig nach Elia gesucht wurde,
ohne dass man ihn gefunden hätte, gibt der Text deutlich Zeugnis.
Am besten schauen
wir uns nun mal an, wie Ahab auf Elia reagiert hat! Es steht
geschrieben in den Versen 17 bis 20:
Und als Ahab den
Elia sah, sprach Ahab zu ihm: Bist du da, der Israel ins Unglück
bringt?
Er aber sprach:
Nicht ich bringe Israel ins Unglück, sondern du und das Haus deines
Vaters, weil ihr die Gebote des HERRN verlassen habt und du den
Baalen nachgefolgt bist!
Wohlan, so sende nun
hin und versammle zu mir ganz Israel auf den Berg Karmel, dazu die
450 Propheten des Baal und die 400 Propheten der Aschera, die am
Tisch der Isebel essen!
So sandte Ahab Boten
zu allen Kindern Israels und versammelte die Propheten auf dem Berg
Karmel.
An diesem Text lässt
sich feststellen, dass der König Ahab nicht versucht, Elia
umzubringen, sondern dass er sogar dem Befehl gehorcht, den Elia
gibt. Elia soll nämlich das Volk dazu bringen, dass sie sich
endgültig für Gott oder gegen Gott entscheiden. Deswegen forderte
er eine Versammlung. Und dort sollte auch offenbar werden, dass alle
Götzen und alle bösen Geister machtlos sind im Angesicht Gottes.
In den Versen 21 bis
24 lesen wir dann Folgendes:
Da trat Elia vor das
ganze Volk und sprach: Wie lange wollt ihr auf beiden Seiten hinken?
Ist der HERR Gott, so folgt ihm nach, ist es aber Baal, so folgt ihm!
Und das Volk erwiderte ihm kein Wort.
Da sprach Elia zum
Volk: Ich bin allein übrig geblieben als Prophet des HERRN, die
Propheten Baals aber sind 450 Mann.
So gebt uns nun zwei
Jungstiere, und lasst sie den einen Jungstier erwählen und ihn in
Stücke zerteilen und auf das Holz legen und kein Feuer daran legen;
so will ich den anderen Jungstier zubereiten und auf das Holz legen
und auch kein Feuer daran legen.
Dann sollt ihr den
Namen eures Gottes anrufen, und ich will den Namen des HERRN anrufen.
Und der Gott, der mit Feuer antworten wird, der sei der wahre Gott!
Da antwortete das ganze Volk und sprach: Das Wort ist gut!
Nach dem Lesen
dieser Worte wissen wir nun also, auf welche Weise Gott sich in
dieser Lage offenbaren will. Es gibt zwei geschlachtete Tiere, und
eines gilt dem Baal, das andere dem Gott Israels. Und der jenige
Gott, der echt ist, soll durch seine eigene Kraft, ohne die
Unterstützung von Menschenhand, ein Feuer entfachen für das
Stierfleisch.
Wie es weiterging,
lesen wir ab Vers 25:
Und Elia sprach zu
den Propheten Baals: Erwählt euch den einen Jungstier und bereitet
ihn zuerst zu, denn ihr seid viele, und ruft den Namen eures Gottes
an, aber legt kein Feuer daran!
Und sie nahmen den
Jungstier, den man ihnen gab, und bereiteten ihn zu; und sie riefen
den Namen Baals an vom Morgen bis zum Mittag und sprachen: Baal,
erhöre uns! Aber da war keine Stimme noch Antwort. Und sie hüpften
um den Altar, den man gemacht hatte.
Als es nun Mittag
war, spottete Elia über sie und sprach: Ruft laut! Denn er ist ja
ein Gott; vielleicht denkt er nach, oder er ist beiseite gegangen
oder ist auf Reisen, oder er schläft vielleicht und wird aufwachen!
Und sie riefen laut
und machten sich Einschnitte nach ihrer Weise mit Schwertern und
Spießen, bis das Blut an ihnen herabfloss.
Als aber der Mittag
vergangen war, weissagten sie, bis es Zeit war, das Speisopfer dar zu
bringen; aber da war keine Stimme noch Antwort noch Aufhorchen.
Die Menschen, die
Götzendiener waren, haben also jede Menge Dinge versucht, um die
eventuell vorhandenen bösen Geister hinter den leblosen Gegenständen
zu einer Reaktion zu bewegen. Sie hüpften herum, sie schrien laut,
sie verletzten sich selbst mit Schwertern und Spießen, und sie
redeten vermeintliche Weissagung, also sie brabbelten praktisch in
unverständlichen Zungen, aber all das hat nicht geholfen.
Eines muss man
diesen Verrückten lassen: Sie hatten viel Ausdauer, wenn sie
wirklich vom Morgen bis zum Abend all diese Dinge getan haben.
Allerdings ist natürlich kein Geist so dumm, sich mit der Macht
Gottes messen zu wollen, daher ist es logisch, dass keine Reaktion
kam.
Als nächstes werden
wir natürlich davon lesen, was Elia selbst tat, um den Gott Israels
um Hilfe zu bitten, so wie Gott es ihm vorher geboten hatte, dass es
geschehen soll. Wir lesen in den Versen 30 bis 35:
Da sprach Elia zu
dem ganzen Volk: Tretet heran zu mir! Als nun das ganze Volk zu ihm
trat, stellte er den Altar des HERRN, der niedergerissen war, wieder
her.
Und Elia nahm zwölf
Steine, nach der Zahl der Stämme der Söhne Jakobs, an den das Wort
des HERRN ergangen war: »Du sollst Israel heißen!«
Und er baute aus den
Steinen einen Altar im Namen des HERRN und machte um den Altar her
einen Graben so breit wie für zwei Kornmaß Aussaat;
und er richtete das
Holz zu und zerteilte den Jungstier in Stücke und legte ihn auf das
Holz,
und er sprach: Füllt
vier Krüge mit Wasser und gießt es auf das Brandopfer und auf das
Holz! Und er sprach: Tut es noch einmal! Und sie taten es noch
einmal. Und er sprach: Tut es zum dritten Mal! Und sie taten es zum
dritten Mal.
Und das Wasser lief
rings um den Altar, und auch den Graben füllte er mit Wasser.
Elia musste zuerst
einmal den Altar Gottes wiederaufbauen, den die Menschen von Israel
niedergerissen hatten, was ja eigentlich schon deutlich zeigt, dass
sie mit Gott in ihren Herzen weitesgehend abgeschlossen hatten. Mal
wieder. Es ist aber auch bemerkenswert, dass Elia sowohl das Holz als
auch das Opferfleisch mehrmals mit Wasser überschüttete. Wir wissen
alle, dass nasses Holz nicht brennt, und bei nassem Fleisch ist es
auch schwieriger, dieses anzuzünden. Dadurch würde es deutlich
schwerer sein, wirklich ein brennendes Feuer zu entfachen. Die
angerufenen Götzen haben es nicht einmal geschafft, auf trockenem
Holz trockenes Fleisch anzubrennen. Und nun hatte die ganze anwesende
Volksmenge gesehen, dass Elia sein Holz nass machte, wodurch der
echte Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, aus menschlicher
Sicht betrachtet vor einer größeren Herausforderung stand als die
Götzen.
Was letztlich mit
dem Altar und dem darauf liegendem Holz geschah, erfahren wir in den
nächsten Versen, denn wir lesen ab Vers 36:
Und es geschah um
die Zeit, da man das Speisopfer darbringt, da trat der Prophet Elia
herzu und sprach: O HERR, du Gott Abrahams, Isaaks und Israels, lass
sie heute erkennen, dass du Gott in Israel bist und ich dein Knecht,
und dass ich dies alles nach deinem Wort getan habe!
Erhöre mich, o
HERR, erhöre mich, damit dieses Volk erkennt, dass du, HERR, der
wahre Gott bist, und damit du ihr Herz zur Umkehr bringst!
Da fiel das Feuer
des HERRN herab und verzehrte das Brandopfer und das Holz und die
Steine und die Erde; und es leckte das Wasser auf im Graben.
Als das ganze Volk
dies sah, da fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Der HERR ist
Gott, Der HERR ist Gott!
Elia aber sprach zu
ihnen: Fangt die Propheten Baals, dass keiner von ihnen entkommt! Und
sie fingen sie. Und Elia führte sie hinab an den Bach Kison und
schlachtete sie dort.
Und Elia sprach zu
Ahab: Zieh hinauf, iss und trink, denn es rauscht, als wolle es
reichlich regnen!
Mit Sicherheit ist
es für einige Leute verstörend zu lesen, dass Elia die falschen
Propheten geschlachtet hat. Allerdings muss man eingestehen, dass
dies mit den Geboten der Thora einhergeht und daher laut damaligem
Recht angemessen war.
Das Besondere ist
hier auch, dass im Gegensatz zu den Dienern von fremden Göttern der
Prophet Elia nicht um den Altar herumhüpfen musste, und er musste
auch nicht in unverständlichen Zungen brabbeln und musste sich keine
Einschnitte in seinen Körper machen, sondern er musste einfach nur
in Demut bitten. Das allein war genug für ihn, um von Gott dem
Höchsten erhört zu werden.
Dessen ungeachtet
hatte Gott durch diese Aktion den Israeliten beweisen können, dass
er mächtig und lebendig ist, und schließlich ließ er auch wieder
Regen fallen.
Das Dumme ist nur,
dass die Frau Isebel, welche immernoch die Götzen verehrte, nicht
gerade glücklich über dieses Ereignis war, das durch Elia geschah.
Darum lesen wir in den Versen 1 bis 3 von Kapitel 19:
Und Ahab erzählte
der Isebel alles, was Elia getan hatte, und wie er alle Propheten mit
dem Schwert umgebracht hatte.
Da sandte Isebel
einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies
und das tun, wenn ich morgen um diese Zeit mit deinem Leben nicht so
verfahre wie du mit ihrem Leben!
Und als er das sah,
machte er sich auf und ging fort um seines Lebens willen; und er kam
nach Berscheba, das zu Juda gehört, und ließ seinen Burschen dort
zurück.
Offensichtlich hatte
Elia einen Jünger, oder eventuell war es auch sein Sohn - das geht
aus dem Text leider nicht hervor. Jener Mensch durfte ihm aber nicht
mehr nachfolgen ab dem Tag, als er auch die Stadt Berscheba verließ,
um nicht von den Schergen Isebels erwischt zu werden. Wohin ihn seine
Flucht als nächstes führte, lesen wir ab Vers 4. Es steht
geschrieben:
Er selbst aber ging
hin in die Wüste, eine Tagereise weit, und er kam und setzte sich
unter einen Ginsterstrauch. Und er erbat für sich den Tod und
sprach: Es ist genug! So nimm nun, HERR, mein Leben, denn ich bin
nicht besser als meine Väter!
Und er legte sich
und schlief ein unter dem Ginsterstrauch. Und siehe, ein Engel rührte
ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss!
Und als er sich
umsah, siehe, da war bei seinem Kopf ein auf heißen Steinen
gebackener Brotfladen und ein Krug Wasser. Und als er gegessen und
getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen.
Wir erkennen an den
Text, dass Elia in die Wüste gegangen war, und zwar ohne Proviant
und ohne zu wissen, wo er hin soll. Und er war ziemlich verzweifelt,
sodass er am liebsten nicht mehr leben wollte. Aber dann brachte ihm
ein heiliger Engel Brot und Wasser. Daran merkt man besonders stark,
dass Elia niemals von Gott verlassen war.
Wie es weiterging,
erfahren wir gewissermaßen in den Versen 7 bis 18, wo wir Folgendes
lesen:
Und der Engel des
HERRN kam zum zweiten Mal und rührte ihn an und sprach: Steh auf und
iss, denn der Weg ist sonst zu weit für dich!
Und er stand auf und
aß und trank, und er ging in der Kraft dieser Speise 40 Tage und 40
Nächte lang, bis an den Berg Gottes, den Horeb.
Und er ging dort in
eine Höhle hinein und blieb dort über Nacht. Und siehe, das Wort
des HERRN kam zu ihm, und Er sprach zu ihm: Was willst du hier, Elia?
Er sprach: Ich habe
heftig geeifert für den HERRN, den Gott der Heerscharen, denn die
Kinder Israels haben deinen Bund verlassen und deine Altäre
niedergerissen und deine Propheten mit dem Schwert umgebracht, und
ich allein bin übrig geblieben; und sie trachten danach, mir das
Leben zu nehmen!
Er aber sprach: Komm
heraus und tritt auf den Berg vor den HERRN! Und siehe, der HERR ging
vorüber; und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und
die Felsen zerbrach, ging vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht
in dem Wind. Und nach dem Wind kam ein Erdbeben; aber der HERR war
nicht in dem Erdbeben.
Und nach dem
Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht in dem Feuer. Und
nach dem Feuer kam die Stimme eines sanften Säuselns.
Und es geschah, als
Elia dieses hörte, da verhüllte er sein Angesicht mit seinem
Mantel, und er ging hinaus und trat an den Eingang der Höhle. Und
siehe, da kam eine Stimme zu ihm, die sprach: Was willst du hier,
Elia?
Er sprach: Ich habe
heftig geeifert für den HERRN, den Gott der Heerscharen, denn die
Kinder Israels haben deinen Bund verlassen, deine Altäre
niedergerissen und deine Propheten mit dem Schwert umgebracht; und
ich allein bin übrig geblieben, und sie trachten danach, mir das
Leben zu nehmen!
Aber der HERR sprach
zu ihm: Kehre wieder auf deinen Weg zurück zur Wüste und wandere
nach Damaskus, und geh hinein und salbe Hasael zum König über Aram!
Auch sollst du Jehu,
den Sohn Nimsis, zum König über Israel salben; und Elisa, den Sohn
Saphats, von Abel-Mechola, sollst du zum Propheten salben an deiner
Stelle.
Und es soll
geschehen, wer dem Schwert Hasaels entflieht, den soll Jehu töten;
und wer dem Schwert Jehus entflieht, den soll Elisa töten.
Ich aber habe in
Israel siebentausend übrig bleiben lassen, nämlich alle, die ihre
Knie nicht gebeugt haben vor Baal und deren Mund ihn nicht geküsst
hat!
Wir lesen unter
Anderem davon, dass Elia 40 Tage durch die Wüste wandern musste, und
zwar in der Kraft von Speise. Das erinnert ein wenig an Jesus,
welcher auch 40 Tage durch die Wüste wandern musste, aber nicht
durch die Kraft von Speise, sondern durch die Kraft des Heiligen
Geistes, während er fastete.
Was ich hier ein
wenig verwunderlich finde, ist die Erzählung, dass Elia den Befehl
bekam, auf den Berg zu steigen und dann scheinbar kurze Zeit später,
noch bevor er aus seiner Höhle ging, erhält er einen ganz anderen
Befehl. Das kommt echt komisch rüber. Wir werden aber merken, dass
Elia den zweiten Befehl ausführte. Denn Elia begann damit, den Mann
zu suchen, der in der von uns benutzten Bibelübersetzung Elisa
genannt wird, um diesen zu seinem Nachfolger zu machen. Darüber
lesen wir Folgendes in den letzten drei Versen des Kapitels:
Und er ging von dort
hinweg und fand Elisa, den Sohn Saphats; der pflügte mit zwölf Joch
Rindern vor sich her, und er selbst war beim zwölften. Und Elia ging
zu ihm und warf seinen Mantel über ihn.
Er aber verließ die
Rinder und lief Elia nach und sprach: Lass mich noch meinen Vater und
meine Mutter küssen, dann will ich dir nachfolgen! Er aber sprach zu
ihm: Geh hin und kehre wieder zurück! Denn was habe ich dir getan?
Da wandte er sich
von ihm und nahm ein Joch Rinder und opferte sie und kochte das
Fleisch mit dem Geschirr der Rinder und gab es dem Volk, dass sie
aßen; dann machte er sich auf und folgte Elia nach und diente ihm.
Einige Zeit später
wurde Israel von den Aramäern und deren Verbündeten angegriffen,
aber Gott ließ nicht zu, dass sie Erfolg haben. Und der König Ahab
hätte den König der Aramäer eigentlich töten sollen, tat es aber
nicht, und das nahm Gott ihm übel. Und nach diesen Verläufen wollte
Ahab den Weinberg eines Mannes namens Nabot kaufen, weil der Weinberg
nahe am Palast war, aber Nabot weigerte sich völlig. Da schmollte
Ahab, und seine Frau Isebel wurde darauf aufmerksam. Da sorgte sie
dafür, dass zwei Männer die falsche Anklage gegen Nabot erheben, er
hätte Gott und dem König geflucht, und das Volk steinigte ihn
deswegen zu Tode. Und nachdem dies geschehen war, ging Isebel zu Ahab
und sagte ihm, dass der Weinberg nun in Besitz genommen werden kann,
und Ahab ging hin. Als Reaktion darauf musste Elia zu Ahab gehen und
ihn tadeln. Dazu lesen wir Folgendes in Kapitel 21, Vers 20 bis 29:
Und Ahab sprach zu
Elia: Hast du mich gefunden, mein Feind? Er aber sprach: Ja, ich habe
dich gefunden, weil du dich verkauft hast, das zu tun, was böse ist
in den Augen des HERRN!
Siehe, ich will
Unheil über dich bringen und deine Nachkommen wegfegen, und ich will
von Ahab ausrotten, was männlich ist, Mündige und Unmündige in
Israel;
und ich will dein
Haus machen wie das Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, und wie das
Haus Baesas, des Sohnes Achijas, um der Herausforderung willen, womit
du mich zum Zorn herausgefordert und Israel zur Sünde verführt
hast!
Und auch über
Isebel redete der HERR und sprach: Die Hunde sollen Isebel fressen
vor der Festungsmauer von Jesreel!
Wer von Ahab in der
Stadt stirbt, den sollen die Hunde fressen, und wer auf dem Feld
stirbt, den sollen die Vögel des Himmels fressen!
(Gar niemand war wie
Ahab, der sich verkauft hatte, zu tun, was böse war in den Augen des
HERRN, wozu seine Frau Isebel ihn anstachelte.
Und er verübte sehr
viele Gräuel, indem er den Götzen nachfolgte, ganz wie es die
Amoriter getan hatten, die der HERR vor den Kindern Israels
vertrieben hatte.)
Als aber Ahab diese
Worte hörte, zerriss er seine Kleider und legte Sacktuch um seinen
Leib und fastete und schlief im Sacktuch und ging still einher.
Da erging das Wort
des HERRN an Elia, den Tisbiter, folgendermaßen:
Hast du nicht
gesehen, wie sich Ahab vor mir demütigt? Weil er sich nun vor mir
demütigt, will ich das Unheil nicht zu seinen Lebzeiten
hereinbrechen lassen; erst zu Lebzeiten seines Sohnes will ich das
Unheil über sein Haus bringen!
Hier trifft Gott die
Entscheidung, dass ein Teil der angekündigten Vergeltung erst
geschehen soll, nachdem Ahab gestorben ist. Das ist schon
bemerkenswert. Auf der einen Seite hat Ahab unzählige Gräuel
begangen, aber auf der anderen Seite hat er sich selbst letztlich
auch gedemütigt. Da würde wohl jeder so ein bisschen ins Grübeln
geraten, wie damit umgegangen werden soll.
Jedenfalls kam es
dazu, dass Ahab starb, genau so wie Gott es angekündigt hatte, und
sein Sohn namens Ahasja wurde König. Dieser war aber genau so mies,
wie es sein Vater gewesen war. Deswegen war er nur zwei Jahre im Amt.
Es hatte auch mit diesem König der Prophet Elia eine Begegnung. Und
wie genau es dazu kam, das schauen wir uns als nächstes an.
Es steht geschrieben
im zweiten Buch der Könige, Kapitel 1, Vers 1 und 2:
Als aber Ahab tot
war, wurden die Moabiter von Israel abtrünnig.
Und Ahasja fiel in
seinem Obergemach in Samaria durch das Gitter und wurde krank. Und er
sandte Boten und sprach zu ihnen: Geht hin und befragt Baal-Sebub,
den Gott von Ekron, ob ich von dieser Krankheit genesen werde!
Der König Ahas ist
also schwer krank geworden, und anstatt den Gott seines eigenen
Volkes zu fragen, sandte er Boten zu einem fremden Volk, um die
dortige angebliche Gottheit zu befragen. Natürlich hat aber der
echte lebendige Gott das gesehen und darauf reagiert. Demgemäß
lesen wir in den Versen 3 bis 8:
Aber der Engel des
HERRN sprach zu Elia, dem Tisbiter: Mache dich auf und geh den Boten
des Königs von Samaria entgegen und sprich zu ihnen: Gibt es denn
keinen Gott in Israel, dass ihr hingeht, um Baal-Sebub, den Gott von
Ekron, zu befragen?
Und darum spricht
der HERR: Du sollst von dem Bett, auf das du dich gelegt hast, nicht
herunterkommen, sondern du wirst gewisslich sterben! Und Elia ging.
Die Boten aber
kehrten wieder zu dem König zurück. Da fragte er sie: Warum kommt
ihr wieder?
Sie sprachen zu ihm:
Ein Mann kam herauf, uns entgegen, der sprach zu uns: Kehrt wieder
zurück zu dem König, der euch gesandt hat, und sagt zu ihm: So
spricht der HERR: »Gibt es denn keinen Gott in Israel, dass du hin
sendest, um Baal-Sebub, den Gott von Ekron, zu befragen? Darum sollst
du von dem Bett, auf das du dich gelegt hast, nicht herunterkommen,
sondern du wirst gewisslich sterben!«
Da sprach er zu
ihnen: Wie sah der Mann aus, der euch begegnete und dies zu euch
sagte?
Sie sprachen zu ihm:
Der Mann trug einen Mantel aus Ziegenhaaren und einen ledernen Gürtel
um seine Lenden. Er aber sprach: Es ist Elia, der Tisbiter!
Nun hat also
praktisch der König Ahasja durch den Prophet Elia das Todesurteil
bekommen. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, hat ihm diese
Botschaft keine sonderlich große Freude bereitet. Deswegen sandte er
Soldaten, um Elia zu ergreifen.
Wir lesen darüber
Folgendes in den Versen 9 und 10:
Und er sandte einen
Hauptmann über Fünfzig zu ihm, mit seinen fünfzig Leuten. Als der
zu ihm hinaufkam, siehe, da saß er oben auf dem Berg. Er aber sprach
zu ihm: Du Mann Gottes, der König sagt: Komm herab!
Aber Elia antwortete
dem Hauptmann über Fünfzig und sprach zu ihm: Wenn ich ein Mann
Gottes bin, so soll Feuer vom Himmel fallen und dich und deine
Fünfzig verzehren! Da fiel Feuer vom Himmel und verzehrte ihn und
seine Fünfzig.
Wie man diesen
Versen entnehmen kann, ist also das Vorhaben ohne Erfolg geblieben,
Elia ergreifen zu wollen.
Gott hat diesen
Prophet offensichtlich ohne jegliche Rücksicht auf Verluste völlig
beschützt. Und auch wenn keiner mehr übrig war, um zum König
zurückzukehren und ihm das Geschehene zu berichten, weil alle vom
Feuer verzehrt wurden, so gab es dennoch mit Sicherheit Augenzeugen,
die das alles mitangesehen hatten. Und eine so unfassbare Begebenheit
hat sich zweifellos sehr schnell herumgesprochen, sodass es auch bis
vor den König kam. Wie der König auf diesen warnenden und
furchteinflößenden Verlauf reagierte, lesen wir in den Versen 11
und 12. Folgendes steht dort:
Und er sandte
nochmals einen anderen Hauptmann über Fünfzig zu ihm mit seinen
Fünfzig, der redete und sprach zu ihm: Du Mann Gottes, so spricht
der König: Komm rasch herab!
Aber Elia antwortete
und sprach zu ihnen: Wenn ich ein Mann Gottes bin, so soll Feuer vom
Himmel fallen und dich und deine Fünfzig verzehren! Da fiel das
Feuer Gottes vom Himmel und verzehrte ihn und seine Fünfzig.
Der König hatte
demnach absolut keine Ehrfurcht bekommen, sondern sandte einfach
nochmal Leute zu Elia, aber denen erging es auch nicht besser als den
ersten.
Und welche Reaktion
nach diesem erneuten Machtbeweis Gottes von Ahasja folgte, lesen wir
ab Vers 13, wo wir Folgendes erblicken:
Da sandte er noch
einen dritten Hauptmann über Fünfzig mit seinen Fünfzig. Als nun
dieser dritte Hauptmann über Fünfzig zu ihm hinaufkam, beugte er
seine Knie vor Elia und bat ihn und sprach zu ihm: Du Mann Gottes,
lass doch mein Leben und das Leben deiner Knechte, dieser Fünfzig,
etwas vor dir gelten!
Siehe, das Feuer ist
vom Himmel gefallen und hat die ersten zwei Hauptleute über Fünfzig
samt ihren Fünfzig vertilgt. Nun aber lass mein Leben etwas vor dir
gelten!
Da sprach der Engel
des HERRN zu Elia: Geh mit ihm hinab und fürchte dich nicht vor ihm!
Und er machte sich auf und ging mit ihm hinab zum König.
Und er sprach zu
ihm: So spricht der HERR: Weil du Boten hingesandt hast, um
Baal-Sebub, den Gott von Ekron, befragen zu lassen, als gäbe es
keinen Gott in Israel, dessen Wort man befragen könnte – deshalb
sollst du von dem Bett, auf das du dich gelegt hast, nicht
herunterkommen, sondern du wirst gewisslich sterben!
So starb er, nach
dem Wort des HERRN, das Elia geredet hatte. Und Joram wurde König an
seiner Stelle im zweiten Jahr Jorams, des Sohnes Josaphats, des
Königs von Juda; denn er hatte keinen Sohn.
Der dritte entsandte
Hauptmann hatte merklich die Hosen voll. Wem würde es an seiner
Stelle anders gehen?
Weil der Hauptmann
sich aber gedemütigt hat, sollte Elia mit ihm gehen und bestätigend
die Worte Gottes zu dem König Ahasja reden, und wie immer traf es
auch genau so ein, wie Gott es ausrichten ließ.
Nachdem aber all
diese außergewöhnlichen Dinge geschehen waren, stand immernoch das
großartigste Wunder bevor. Denn Gott hatte entschieden, dass der
Prophet Elia nicht sterben muss, sondern dass er lebendig in den
Himmel aufgenommen werden soll. Und es nahte der Tag, an dem die
Entrückung des Elia bevorstand. Davon lesen wir in Kapitel 2, wo wir
Folgendes lesen ab Vers 1:
Und es geschah, als
der HERR den Elia im Sturmwind zum Himmel auffahren lassen wollte, da
ging Elia mit Elisa von Gilgal hinweg.
Und Elia sprach zu
Elisa: Bleibe doch hier; der HERR hat mich nach Bethel gesandt! Elisa
aber sprach: So wahr der HERR lebt und so wahr deine Seele lebt, ich
verlasse dich nicht! So kamen sie hinab nach Bethel.
Da gingen die
Prophetensöhne, die in Bethel waren, zu Elisa heraus und sprachen zu
ihm: Weißt du auch, dass der HERR deinen Herrn heute über deinem
Haupt hinwegnehmen wird? Er aber sprach: Ich weiß es auch; schweigt
nur still!
An diesem Text
merken wir, dass Gott die Entrückung wohl deutlich vorher
angekündigt hatte, und zwar nicht nur Elia, sondern auch andere
Propheten Gottes wurden darüber im Vorfeld aufgeklärt. Der
Nachfolger von Elia aber, nämlich Elisa, der schien es nicht so
richtig wahrhaben zu wollen, dass sein Vorbild einfach in den Himmel
hinweg genommen wird und wollte bis zum letzten Augenblick bei ihm
bleiben, während Elia wohl meinte, es würde keinen Sinn machen,
wenn Elisa noch weiter mit ihm geht. Entweder das, oder die Treue von
Elisa wurde auf die Probe gestellt.
Weiterhin steht
geschrieben in den Versen 4 bis 8:
Und Elia sprach zu
ihm: Elisa, bleibe doch hier, denn der HERR hat mich nach Jericho
gesandt! Er aber sprach: So wahr der HERR lebt und so wahr deine
Seele lebt, ich verlasse dich nicht! So kamen sie nach Jericho.
Da traten die
Prophetensöhne, die in Jericho waren, zu Elisa und sprachen zu ihm:
Weißt du auch, dass der HERR deinen Herrn heute über deinem Haupt
hinwegnehmen wird? Er aber sprach: Ich weiß es auch; schweigt nur
still!
Und Elia sprach zu
ihm: Bleibe doch hier, denn der HERR hat mich an den Jordan gesandt!
Er aber sprach: So wahr der HERR lebt und so wahr deine Seele lebt,
ich verlasse dich nicht! Und so gingen sie beide miteinander.
Und 50 Mann von den
Prophetensöhnen gingen hin und stellten sich ihnen gegenüber in
einiger Entfernung auf, während diese beiden am Jordan standen.
Da nahm Elia seinen
Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug damit das Wasser; das
teilte sich nach beiden Seiten, sodass sie beide auf dem Trockenen
hindurchgingen.
Hier hat Elia also
ein letztes Wunderzeichen tun dürfen, nämlich die Teilung des
Wassers im Jordan, sodass sie auf dem Grund des Flusses wandern
konnten. Das ist so ähnlich wie das, was Moses tun durfte, denn
dieser hat ja bekanntlich das Rote Meer geteilt bei der Flucht vor
den Ägyptern, und daran sieht man auch, dass es für die Wunder, die
Gott fähig ist zu tun, kein Verfallsdatum gibt.
Nun stand aber die
Entrückung wirklich kurz bevor, als Elia und Elisa im Jordangebirge
waren. Darum lesen wir Folgendes in den Versen 9 bis 13:
Und es geschah, als
sie hinübergegangen waren, da sprach Elia zu Elisa: Erbitte, was ich
dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde! Und Elisa sprach:
Möchte mir doch ein zweifacher Anteil an deinem Geist gegeben
werden!
Er sprach: Du hast
etwas Schweres erbeten: Wirst du mich sehen, wenn ich von dir
hinweggenommen werde, so wird es dir zuteilwerden, wenn aber nicht,
so wird es nicht geschehen!
Und es geschah,
während sie noch miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein
feuriger Wagen mit feurigen Pferden und trennte beide voneinander.
Und Elia fuhr im Sturmwind auf zum Himmel.
Elisa aber sah ihn
und rief: Mein Vater, mein Vater! Der Wagen Israels und seine Reiter!
Und als er ihn nicht mehr sah, nahm er seine Kleider und zerriss sie
in zwei Stücke,
und er hob den
Mantel des Elia auf, der von diesem herab gefallen war, und kehrte um
und trat an das Ufer des Jordan.
Nun war also Elia
verschwunden, aufgenommen in den Himmel. Und die anderen Propheten
konnten es gar nicht so richtig fassen, was da passiert war, deswegen
meinten sie zu Elisa, dass sie Elia suchen gehen wollen, ob er
vielleicht von Gott auf irgendeinem Berg abgesetzt wurde. Aber sie
fanden ihn natürlich nicht, denn Elia ist seit diesem Tag wirklich
im Himmel. Allerdings hatte Elia offensichtlich dafür gebetet, dass
auch Elisa einen Teil des Geistes Gottes bekommt, und sogar der
Mantel von Elia, den Elia zurückgelassen hatte, war von Gottes Geist
erfüllt. Aufgrund all dessen konnte auch Elisa als Prophet auftreten
und in der Kraft Gottes wandeln. Und wie genau das von statten ging,
das werden wir uns in einem anderen Video anschauen.
Da wir bis zu der
Stelle vorgedrungen sind, an der Elia entrückt wurde, ist das
heutige Video nun an seinem Ende angekommen.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen