Text zu "Das Leben des Propheten Samuel"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=yo302hZlvh8
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Im heutigen Video
werden wir uns mal mit ein paar Sachen beschäftigen, die im Leben
des Propheten Samuel geschehen sind.
Wie ihr sicher
wisst, war das Volk Israel zuerst in Ägypten versklavt worden, aber
dann befreite Gott sie, um ihnen ein gutes Land als Besitz zu geben
und die bösartigen Völker, die vorher darin lebten, zu vertilgen,
denn diese führten abscheuliche Götzenopferdienste durch, bei denen
sie unter Anderem auch ihre eigenen Kinder im Feuer verbrannten, und
sie trieben viel finstere Zauberei. Israel aber sollte ein deutlich
besseres Leben führen, sobald sie in dem Land sein würden.
Dummerweise hielten sich aber nur die jenigen daran, die mit ihren
eigenen Augen die großen Wunder gesehen hatten, die Gott während
der Wüstenwanderung Israels tat. Deren Nachkommen hingegen
interessierten sich nicht für Gott, sondern sie trieben ebenfalls
Götzenopferdienste, genau wie die vorherigen Bewohner des Landes,
und sie wollten nicht davon ablassen. Deswegen ließ Gott sie von
ihren Feinden überwältigen, und nach einiger Zeit wurde ein
sogenannter Richter erweckt, der das Volk gemäß dem Gesetz des Mose
anleiten und sie im Kampf gegen ihre Feinde anführen sollte, um die
Feinde zu besiegen. Das ging eine lange Zeit so, aber es motivierte
die Nachkommen Israels nie dazu, sich Gott mit ganzem Herzen
zuzuwenden. Auch Samuel wurde zu einer Zeit geboren, als es immernoch
Richter in Israel gab und viel Krieg herrschte.
Der Name des Vaters
von Samuel lautet in der Bibelübersetzung, die wir verwenden,
Elkana. Dieser Mann war mit zwei Frauen verheiratet, von denen eine
fruchtbar war, die andere aber konnte keine Kinder kriegen. Und es
gab Zank unter den beiden Frauen, weil die Unfruchtbare geschmäht
wurde um ihrer Unfruchtbarkeit willen. Besonders schlimm wurde das
immer, wenn sie einmal im Jahr an den Ort reisten, wo man damals den
Gott Israels anbeten sollte. Und der Name der unfruchtbaren Frau war
Hanna. Diese betete nun eines Tages voller Herzleid zu Gott, dass er
ihr doch einen Sohn schenken möge, und als Dank versprach sie,
diesen Sohn in den Dienst Gottes zu stellen. Dieses Gebet wurde von
Gott erhört, und so kam letztlich Samuel zur Welt. Und sobald Samuel
entwöhnt war, wurde er zur Stiftshütte gebracht, um dort zu leben.
Und Samuel war unter der Obhut des damaligen Richters, dessen Name
war Eli. Und seine Mutter besuchte ihn jedes Jahr. Darüber lesen wir
Folgendes im ersten Buch Samuel in Kapitel 2, Vers 18 bis 24:
Samuel aber diente
vor dem HERRN, und der Knabe war mit einem leinenen Ephod umgürtet.
Dazu machte ihm
seine Mutter ein kleines Obergewand und brachte es ihm Jahr für Jahr
mit, wenn sie mit ihrem Mann hinaufging, um das jährliche Opfer dar
zu bringen.
Und Eli segnete
Elkana und seine Frau und sprach: Der HERR gebe dir Nachkommen von
dieser Frau anstelle des Gegebenen, den sie dem HERRN übergeben hat!
Und sie kehrten nach Hause zurück.
Und der HERR suchte
Hanna heim, und sie wurde schwanger; und sie gebar noch drei Söhne
und zwei Töchter. Der Knabe Samuel aber wuchs heran bei dem HERRN.
Eli aber war sehr
alt; und er hörte alles, was seine Söhne an ganz Israel taten, und
dass sie bei den Frauen lagen, die vor dem Eingang der Stiftshütte
den Dienst verrichteten.
Und er sprach zu
ihnen: Warum tut ihr dies? Denn ich höre von dem ganzen Volk euer
böses Handeln!
Nicht doch, meine
Söhne! Denn das ist kein gutes Gerücht, das ich höre; ihr bringt
das Volk des HERRN dazu, dass es Sünde begeht!
An diesem Text
merken wir nicht nur, dass Samuel in der Stiftshütte heranwuchs,
sondern wir erfahren auch, dass die beiden Söhne des Richters Eli,
welche seine Nachfolger werden sollten, sehr sündige Männer waren.
Denn sie trieben Unzucht mit den Mitarbeiterinnen, und weiter oben in
den Kapitel wird außerdem erzählt, dass sie die für Gott
abgegebenen Opfertiere nicht auf die Art darbrachten wie es im Gesetz
verlangt wird, sondern dass sie stattdessen das Fleisch beim
nächstmöglichen Zeitpunkt einfach aufaßen, als es noch gar nicht
für Gott dargebracht war. Und wenn sich ein Israelit darüber
beschwerte, so drohten sie ihm Gewalt an. Diese Söhne waren also
wirklich ein paar sehr abscheuliche und unzumutbare Zeitgenossen.
Aber Eli tadelte sie nicht in einer angemessenen Weise, sondern er
redete mit ihnen wie ein zaghafter Weichling, deswegen hörten diese
Söhne nicht auf, Böses zu tun inmitten ihres Dienstes.
Von diesem Verhalten
war Gott sehr angewidert, deswegen wurde jemand zu Eli gesandt, der
eine Nachricht übermitteln sollte. Folgendes lesen wir darüber in
den Versen 27 bis 31:
Es kam aber ein Mann
Gottes zu Eli und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Habe ich mich
nicht dem Haus deines Vaters deutlich geoffenbart, als sie noch beim
Haus des Pharao in Ägypten waren?
Ja, ihn habe ich mir
dort vor allen Stämmen Israels zum Priester erwählt, damit er auf
meinem Altar opfere, Räucherwerk anzünde und das Ephod vor mir
trage; und ich habe dem Haus deines Vaters alle Feueropfer der Kinder
Israels gegeben!
Warum tretet ihr
denn meine Schlachtopfer und Speisopfer, die ich für meine Wohnung
angeordnet habe, mit Füßen? Und du ehrst deine Söhne mehr als
mich, sodass ihr euch mästet von den Erstlingen aller Speisopfer
meines Volkes Israel!
Darum spricht der
HERR, der Gott Israels: Ich habe allerdings gesagt, dein Haus und das
Haus deines Vaters sollen ewiglich vor mir aus- und eingehen; aber
nun spricht der HERR: Das sei ferne von mir! Sondern wer mich ehrt,
den will ich wieder ehren; wer mich aber verachtet, der soll auch
verachtet werden!
Siehe, die Zeit wird
kommen, da ich deinen Arm und den Arm des Hauses deines Vaters
abhauen werde, sodass in deinem Haus niemand alt werden soll.
Gott kündigt also
dem Richter Eli an, dass dessen Familie zugrunde gehen wird. Zuerst
wollte Gott ihnen Gutes tun, nun aber ist der so sehr davon
angewidert, wie viel Böses die Söhne von Eli tun, während ihr
Vater es nur mit laschen Worten kommentiert und sich ansonsten gar
nicht weiter darum kümmert, dass Gott ihnen auch mit Bösem
vergelten wird.
Gott kündigt auch
weiter unten an, dass beide Söhne von Eli an dem selben Tag sterben
werden. Und es soll ein neuer Priester aufkommen, der treu in dem
gesalbten Heiligtum Gottes dienen wird.
Was all diese Worte
mit Samuel zu tun haben, werden wir erfahren, wenn wir in Kapitel 3
weiterlesen. Denn dort wird erzählt, wie Gott Samuel rief, aber
Samuel erkannte es nicht und glaubte, der Richter hätte gerufen. Es
steht geschrieben:
Und der Knabe Samuel
diente dem HERRN vor Eli. Zu jener Zeit war das Wort des HERRN
selten; es brach sich keine Offenbarung Bahn.
Und es geschah eines
Tages, dass Eli an seinem Schlafplatz lag; seine Augen hatten
angefangen, schwach zu werden, sodass er nicht mehr sehen konnte.
Aber die Lampe
Gottes war noch nicht erloschen; und Samuel schlief im Tempel des
HERRN, wo die Lade Gottes war.
Und der HERR rief
den Samuel. Er aber antwortete: Hier bin ich!
Und er lief zu Eli
und sprach: Hier bin ich, denn du hast mich gerufen! Er aber sprach:
Ich habe nicht gerufen; leg dich wieder schlafen! Und er ging hin und
legte sich schlafen.
Da rief der HERR
wiederum: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach:
Hier bin ich; denn du hast mich gerufen! Er aber sprach: Ich habe
nicht gerufen, mein Sohn; leg dich wieder schlafen!
Samuel aber kannte
den HERRN noch nicht, und das Wort des HERRN war ihm noch nicht
geoffenbart.
Da rief der HERR den
Samuel wieder, zum dritten Mal. Und er stand auf und ging zu Eli und
sprach: Hier bin ich, denn du hast mich gerufen! Da erkannte Eli,
dass der HERR den Knaben rief;
und Eli sprach zu
Samuel: Geh wieder hin und leg dich schlafen; und wenn Er dich rufen
wird, so sprich: Rede, HERR, denn dein Knecht hört! Und Samuel ging
hin und legte sich an seinen Ort.
Da kam der HERR und
trat herzu und rief wie zuvor: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach:
Rede, denn dein Knecht hört!
Und der HERR sprach
zu Samuel: Siehe, ich will eine Sache in Israel tun, dass jedem, der
es hören wird, beide Ohren gellen werden.
An jenem Tag will
ich an Eli alles in Erfüllung gehen lassen, was ich gegen sein Haus
geredet habe; ich will es anfangen und vollenden!
Denn ich habe ihm
gesagt, dass ich sein Haus auf ewig richten werde wegen der Sünde,
von der er wusste; weil seine Söhne sich den Fluch zugezogen haben,
und er hat ihnen nicht gewehrt.
Und darum habe ich
dem Haus Elis geschworen, dass die Schuld des Hauses Elis ewiglich
nicht gesühnt werden soll, weder durch Schlachtopfer noch durch
Speisopfer!
Und Samuel blieb
liegen bis zum Morgen; dann öffnete er die Türen am Haus des HERRN.
Aber Samuel fürchtete sich, Eli die Offenbarung mitzuteilen.
Da rief Eli den
Samuel und sprach: Samuel, mein Sohn! Und er antwortete: Hier bin
ich!
Und er sprach: Wie
lautet das Wort, das Er zu dir geredet hat? Verbirg es doch nicht vor
mir! Gott tue dir dies und füge das hinzu, wenn du mir etwas
verbirgst von allem, was er zu dir geredet hat!
Da sagte ihm Samuel
alle Worte und verbarg nichts vor ihm. Er aber sprach: Er ist der
HERR; er tue, was ihm wohlgefällt!
Samuel aber wuchs
heran, und der HERR war mit ihm und ließ keines von allen seinen
Worten auf die Erde fallen.
Und ganz Israel von
Dan bis Beerscheba erkannte, dass Samuel als ein Prophet des HERRN
bestätigt war.
Und der HERR
erschien weiterhin in Silo; denn der HERR offenbarte sich dem Samuel
in Silo durch das Wort des HERRN.
An diesem Text
merken wir, dass Gott sogar persönlich zu Samuel redete, anstatt ihm
Träume zu geben oder Propheten zu senden. Es ist auch interessant,
dass uns am Anfang des Textes erklärt wird, wie das Wort Gottes
selten war zu dieser Zeit. Offenbar gab es nur ganz wenige Menschen
in diesen Tagen, die es aufgrund ihres an Gerechtigkeit orientierten
Wandels wert waren, dass Gott ihnen echte Offenbarungen gibt.
Jedenfalls erfahren
wir leider nicht, wie alt Samuel war an diesem Tag, als er zum ersten
Mal die Stimme Gottes hörte. Es steht aber geschrieben, dass er noch
ein Knabe war, also vermutlich jünger als 18 Jahre.
Es hat auch
irgendwann später, was zeitlich nicht genau festgesetzt ist, eine
weitere Schlacht zwischen dem Volk Israel und dem Volk der Philister
gegeben, und die Philister waren siegreich. Die Israeliten glaubten
aber, es würde ihnen helfen, wenn sie die Bundeslade Gottes zum
Kampfplatz holen, die eigentlich immer nur in der Stiftshütte sein
darf. Und als sie nun die Bundeslade geholt hatten, da erlitten sie
trotzdem eine Niederlage. Es waren aber auch die beiden Söhne von
Eli an der Schlacht beteiligt, und sie starben beide. Und dann wurde
die Bundeslade von den Philistern geklaut. Als diese Kunde in Israel
bekannt wurde, da starb Eli vor Schreck. Und die Philister brachten
die Bundeslade in den Tempel ihres Götzen, welchen sie Dagon
nannten. Und sie waren überzeugt, dass ihr Götze Dagon ihnen den
Sieg über Israel und über den Gott Israels geschenkt hatte, darum
legten sie die Bundeslade neben ihre Dagon-Statue, als ob es die
Beute von Dagon wäre.
Aber als sie am
nächsten Tag in den Tempel kamen, da lag die Dagon-Statue vor der
Bundeslade, mit dem Gesicht zur Erde geneigt. Da stellten sie die
Statue wieder auf, doch am darauf folgenden Tag lag die Statue
abermals vor der Bundeslade nieder, und der Kopf der Statue war
abgetrennt, ebenso auch die Hände.
Und obendrein ließ
Gott eine Plage über die Philister kommen, sodass ihnen Beulen
wuchsen, und einige starben sogar. Sie behielten die Bundeslade aber
trotzdem für sieben Monate, und erst danach sahen sie ein, dass es
besser ist, die Bundeslade doch lieber wieder nach Israel
zurückbringen zu lassen.
Die Bundeslade war
dann wieder in einem Land, das Israel gehörte, aber in die
Stiftshütte wurde sie nicht gebracht. Und Israel hatte immernoch ein
geteiltes Herz, denn sie lauschten zwar den Worten von Samuel, die
dieser von Gott ausrichtete, aber sie leisteten immernoch
Götzendienste und wurden die ganze Zeit von den Philistern bedrängt.
Das lief 20 Jahre lang. Was aber danach geschah, davon lesen wir in
Kapitel 7 ab Vers 3. Es steht geschrieben:
Samuel aber redete
zu dem ganzen Haus Israel und sprach: Wenn ihr von ganzem Herzen zu
dem HERRN zurückkehren wollt, dann tut die fremden Götter und
Astarten aus eurer Mitte und richtet euer Herz zu dem HERRN und dient
ihm allein, so wird er euch aus der Hand der Philister erretten!
Da schafften die
Kinder Israels die Baale und die Astarten hinweg und dienten dem
HERRN allein.
Samuel aber sprach:
Versammelt ganz Israel nach Mizpa, so will ich für euch zum HERRN
beten!
Da kamen sie
zusammen nach Mizpa und schöpften Wasser und gossen es aus vor dem
HERRN; und sie fasteten an jenem Tag und sprachen dort: Wir haben
gegen den HERRN gesündigt! Und Samuel richtete die Kinder Israels in
Mizpa.
Als aber die
Philister hörten, dass die Kinder Israels in Mizpa zusammengekommen
waren, da zogen die Fürsten der Philister hinauf gegen Israel. Als
die Kinder Israels dies hörten, fürchteten sie sich vor den
Philistern.
Und die Kinder
Israels sprachen zu Samuel: Lass nicht ab, für uns zu dem HERRN,
unserem Gott zu rufen, dass er uns aus der Hand der Philister
errette!
Und Samuel nahm ein
Milchlamm und opferte es vollständig als Brandopfer dem HERRN; und
Samuel schrie zum HERRN für Israel, und der HERR erhörte ihn.
Es geschah nämlich,
während Samuel das Brandopfer darbrachte, da näherten sich die
Philister zum Kampf gegen Israel. Aber an jenem Tag donnerte der HERR
mit gewaltiger Stimme gegen die Philister und verwirrte sie, sodass
sie vor Israel geschlagen wurden.
Ich nehme stark an,
dass die Israeliten an diesem Tag den Philistern völlig unterlegen
waren, aber weil sie mal einen Augenblick hatten, in dem sie sich mit
weitesgehend ernster Absicht dem Gott Israels zuwenden wollten,
erhielten sie auch von ihm Unterstützung, wohlgemerkt nachdem Samuel
darum gebeten hatte.
Man liest im Rest
des Kapitels noch davon, dass Gottes Hand gegen die Philister
ausgestreckt war, solange Samuel lebte, und dass Samuel sein Leben
lang damit beschäftigt war, Israel zu richten, und diesbezüglich
war er auch in regelmäßigen Abständen auf Reisen.
Als dann Samuel
schon ziemlich alt geworden war, sollten seine Söhne die Nachfolge
antreten, aber die taugten beide nicht viel. Demgemäß lesen wir
Folgendes in Kapitel 8, Vers 1 bis 6:
Und es geschah, als
Samuel alt geworden war, da setzte er seine Söhne als Richter über
Israel ein.
Sein erstgeborener
Sohn hieß Joel und der andere Abija; die waren Richter in
Beerscheba.
Aber seine Söhne
wandelten nicht in seinen Wegen, sondern gingen auf Gewinn aus und
nahmen Geschenke und beugten das Recht.
Da versammelten sich
alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Rama;
und sie sprachen zu
ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in
deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richten
soll, nach der Weise aller Heidenvölker!
Dieses Wort aber
missfiel Samuel, weil sie sagten: Gib uns einen König, der uns
richten soll! Und Samuel betete zu dem HERRN.
Hier sehen wir nun,
dass Israel begehrt, einen König zu bekommen, weil die Heidenvölker
das auch haben. Vorher hatten nämlich immer nur die Richter den Ton
angegeben. Und ein Richter hatte die Aufgabe, darauf zu schauen, dass
das Volk das Gesetz einhält, welches Gott befohlen hatte. Ein König
aber würde die Aufgabe haben, nach eigenem Ermessen weltliche
Gesetze zu erlassen und Kriege anzuführen, wobei das Augenmerk eines
Königs deutlich stärker auf den Schlachten liegt, als es bei einem
Richter der Fall war. Es würde also durch das Einsetzen eines Königs
noch viel wahrscheinlicher werden, dass das Volk von Gott und den
Geboten der Thora abfällt. Bisher sollten sie Gott als König
betrachten, aber stattdessen wollten sie einen Mensch. Wie Gott
darauf reagiert, lesen wir in den Versen 7 bis 22:
Da sprach der HERR
zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir
gesagt haben; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben
sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll!
Wie sie es immer
getan haben, von dem Tag an, als ich sie aus Ägypten heraufgeführt
habe, bis zu diesem Tag, indem sie mich verlassen und anderen Göttern
gedient haben, genau so tun sie es auch mit dir!
So höre nun auf
ihre Stimme; doch verwarne sie ausdrücklich und verkündige ihnen
das Recht des Königs, der über sie herrschen wird!
Und Samuel sagte dem
Volk, das einen König von ihm begehrte, alle Worte des HERRN.
Und er sprach: Das
wird das Recht des Königs sein, der über euch herrschen wird: Eure
Söhne wird er nehmen und sie für sich einsetzen, auf seinen
Streitwagen und bei seiner Reiterei, und damit sie vor seinem Wagen
herlaufen;
und um sie sich als
Oberste über tausend und als Oberste über fünfzig zu bestellen;
und damit sie sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen und
damit sie ihm seine Kriegswaffen und seine Wagengeräte anfertigen.
Eure Töchter aber
wird er nehmen und sie zu Salbenmischerinnen, Köchinnen und
Bäckerinnen machen.
Auch eure besten
Äcker, Weinberge und Ölbäume wird er nehmen und seinen Knechten
geben;
dazu wird er den
Zehnten von eurer Saat und von euren Weinbergen nehmen und ihn seinen
Hofbeamten und Knechten geben.
Und er wird eure
besten Knechte und Mägde und Burschen und eure Esel nehmen und sie
für seine Geschäfte verwenden.
Er wird den Zehnten
eurer Schafe nehmen, und ihr müsst seine Knechte sein.
Wenn ihr dann zu
jener Zeit schreien werdet über euren König, den ihr euch erwählt
habt, so wird euch der HERR zu jener Zeit nicht erhören!
Aber das Volk
weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören, und sprach: Das
macht nichts, es soll dennoch ein König über uns sein,
damit auch wir seien
wie alle Heidenvölker! Unser König soll uns richten und vor uns
herziehen und unsere Kriege führen!
Da nun Samuel alle
Worte des Volkes gehört hatte, redete er sie vor den Ohren des
HERRN.
Der HERR aber sprach
zu Samuel: Höre auf ihre Stimme und setze einen König über sie
ein! Und Samuel sprach zu den Männern von Israel: Geht hin, jeder in
seine Stadt!
Gott war also zum
wiederholten Male enttäuscht von Israel, sie aber bestanden darauf,
dass sie einen König brauchen, auch wenn dieser praktisch das Recht
haben würde, das Volk nach Belieben auszuplündern.
Nun musste natürlich
ein Mann her, welcher den Posten des Königs über Israel vertreten
sollte. Und Samuel musste nicht erst auf die Suche gehen, sondern er
musste nur abwarten, bis der zuerst dafür ausgesuchte Mann zu ihm
kommt. Folgende Geschichte lesen wir darüber in Kapitel 9:
Es war aber ein Mann
von Benjamin, sein Name war Kis, ein Sohn Abiels, des Sohnes Zerors,
des Sohnes Bechorats, des Sohnes Apiachs, des Sohnes eines
Benjaminiters, ein angesehener Mann.
Der hatte einen Sohn
namens Saul, stattlich und schön, sodass keiner schöner war unter
den Söhnen Israels; um Haupteslänge überragte er alles Volk.
Und die Eselinnen
von Kis, dem Vater Sauls, gingen verloren. Und Kis sprach zu seinem
Sohn Saul: Nimm doch einen der Burschen mit dir und mache dich auf,
geh hin und suche die Eselinnen!
Und er durchzog das
Bergland Ephraim und durchquerte das Gebiet von Salisa; aber sie
fanden sie nicht. Sie gingen auch durch das Gebiet von Saalim, da
waren sie auch nicht. Darauf durchzog er das Gebiet von Benjamin,
aber sie fanden sie auch nicht.
Als sie gerade in
das Gebiet von Zuph kamen, da sprach Saul zu seinem Burschen, der bei
ihm war: Komm, lass uns wieder umkehren, damit nicht mein Vater die
Eselinnen sein lässt und sich um uns Sorgen macht!
Er aber sprach zu
ihm: Siehe doch, es ist ein Mann Gottes in dieser Stadt, und der ist
ein ehrwürdiger Mann; alles, was er sagt, trifft sicher ein. So lass
uns nun dorthin gehen; vielleicht gibt er uns Auskunft über unseren
Weg, den wir gehen sollen!
Saul aber sprach zu
seinem Burschen: Siehe, wenn wir hingehen, was bringen wir dem Mann?
Denn das Brot in unseren Taschen ist aufgebraucht; auch haben wir
sonst kein Geschenk, das wir dem Mann Gottes bringen könnten. Was
haben wir?
Der Bursche
antwortete Saul wiederum und sprach: Siehe, ich habe einen Viertel
Silberschekel bei mir, den will ich dem Mann Gottes geben, damit er
uns Auskunft über unseren Weg gibt!
Früher sagte man in
Israel, wenn man ging, um Gott zu befragen: Kommt, lasst uns zum
Seher gehen! Denn derjenige, den man heutzutage Prophet nennt, der
hieß früher Seher.
Da sprach Saul zu
seinem Burschen: Dein Vorschlag ist gut; komm, wir wollen gehen! Und
sie gingen zu der Stadt, in welcher der Mann Gottes war.
Als sie gerade die
Anhöhe zur Stadt hinaufgingen, da trafen sie Mädchen, die
herauskamen, um Wasser zu schöpfen; zu diesen sprachen sie: Ist der
Seher hier?
Sie antworteten
ihnen und sprachen: Ja, siehe, er ist vor dir; beeile dich jetzt,
denn er ist heute in die Stadt gekommen, weil das Volk heute auf der
Höhe ein Schlachtopfer bringt.
Wenn ihr in die
Stadt kommt, so werdet ihr ihn gerade treffen, ehe er zur Höhe
hinaufgeht zum Essen; denn das Volk isst nicht, bis er kommt; denn er
muss das Opfer segnen, danach essen die Geladenen. So geht nun
hinauf; denn eben jetzt werdet ihr ihn treffen!
Da gingen sie zur
Stadt hinauf. Als sie gerade in die Stadt eintraten, siehe, da kam
Samuel heraus, ihnen entgegen, um zur Höhe hinaufzugehen.
Aber der HERR hatte
einen Tag zuvor, ehe Saul kam, Samuels Ohr geöffnet und zu ihm
gesagt:
Morgen um diese Zeit
will ich einen Mann aus dem Land Benjamin zu dir senden, den sollst
du zum Fürsten über mein Volk Israel salben, damit er mein Volk aus
der Hand der Philister errette; denn ich habe mein Volk angesehen,
weil sein Rufen vor mich gekommen ist!
Sobald nun Samuel
den Saul sah, ließ ihn der HERR wissen: Siehe, das ist der Mann, von
dem ich dir gesagt habe, dass er über mein Volk herrschen soll!
Was an diesem Text
ein wenig auffällt, ist, dass Gott zuerst den Mann mit dem schönsten
Aussehen erwählt hatte, um Israels König zu sein. Allerdings tat
Gott dies nicht mit dem Gedanke, dass gutes Aussehen wichtig wäre,
sondern viel mehr um zu beweisen, dass man nicht auf das Aussehen
eines Menschen achten darf. Warum ich das sage, werden wir später
noch merken, denn auch Samuel sollte diese Lektion lernen. Da nun
aber Samuel dem Mann begegnete, der König werden sollte, lud er ihn
zum Essen ein und gab ihm einen Platz zum Übernachten. Und am
nächsten Morgen wurde es Zeit, dass Saul von dem Prophet Samuel
offiziell zum König gesalbt wird, daher lesen wir Folgendes in
Kapitel 10, Vers 1 bis 7:
Da nahm Samuel die
Ölflasche und goss sie auf sein Haupt und küsste ihn und sprach:
»Hat dich nicht der HERR zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt?
Wenn du heute von
mir weggehst, wirst du zwei Männer finden beim Grab Rahels, im
Gebiet von Benjamin, bei Zelzach; die werden zu dir sagen: Die
Eselinnen sind gefunden, die du suchen gegangen bist; und siehe, dein
Vater hat die Suche nach den Eselinnen aufgegeben und macht sich
Sorgen um euch und spricht: Was soll ich wegen meines Sohnes tun?
Und wenn du von dort
weitergehst, wirst du zur Terebinthe Tabor kommen; dort werden dich
drei Männer antreffen, die zu Gott nach Betel hinaufgehen; einer
trägt drei Böcklein, der andere drei Laibe Brot, der dritte einen
Schlauch mit Wein.
Und sie werden dich
mit dem Friedensgruß begrüßen und dir zwei Brote geben, die sollst
du aus ihrer Hand annehmen.
Danach wirst du auf
den Hügel Gottes kommen, wo der Posten der Philister steht; sobald
du aber dort in die Stadt kommst, wird dir eine Schar Propheten
begegnen, die von der Höhe herrabkommen, und vor ihnen her Psalter
und Handpauken und Flöten und Harfen; und sie werden weissagen.
Da wird der Geist
des HERRN über dich kommen, sodass du mit ihnen weissagst, und du
wirst in einen anderen Mann verwandelt werden.
Wenn dann diese
Zeichen für dich eingetroffen sind, so tue, was deine Hand
vorfindet, denn Gott ist mit dir!
Besonders
bemerkenswert ist hier wohl die Ankündigung, dass Saul in einen
neuen Mann verwandelt werden soll. Es sind natürlich die Dinge genau
so eingetroffen, wie Samuel es vorhergesagt hatte, und wir können
uns auch den Teil mal durchlesen, als Saul auf die angekündigten
Propheten traf. Es steht geschrieben in den Versen 9 und 10:
Und es geschah, als
er sich umwandte, um von Samuel wegzugehen, da verwandelte Gott sein
Herz, und alle diese Zeichen trafen an jenem Tag ein.
Denn als sie dort an
den Hügel kamen, siehe, da begegnete ihm eine Schar Propheten, und
der Geist Gottes kam über ihn, sodass er in ihrer Mitte weissagte.
Wir lesen hier
davon, dass Gott das Herz von Saul verwandelte. Und es kam auch
Gottes Geist über ihn. Durch diese Ereignisse könnte man jetzt
glauben, dass Saul ein gottestreuer und vorbildlicher Mann geworden
war. Wir werden aber später noch merken, dass dies nicht zutrifft.
Jedenfalls
verkündete Samuel offiziell vor dem Volk, dass Saul König ist. Und
viele nahmen es an, einige zweifelten aber auch an ihm.
Wie es zu erwarten
war, stand aber bald die nächste Schlacht vor der Tür, denn das
geschah zur damaligen Zeit ständig. Und Saul erwies sich im Kampf
als tapferer Mann und Heeresführer. Da wandte sich das Volk an
Samuel und verlangte, dass die Männer sterben sollen, die an Saul
gezweifelt hatten.
Aber Saul
verweigerte dieses Vorhaben.
Es wurde aber für
Samuel Zeit, dass er sein Richteramt niederlegt, und darüber steht
Folgendes geschrieben in Kapitel 12, Vers 1 bis 5:
Samuel aber sprach
zu ganz Israel: Siehe, ich habe eurer Stimme gehorcht in allem, was
ihr mir gesagt habt, und habe einen König über euch gesetzt.
Und nun siehe, da
geht euer König vor euch her! Ich aber bin alt und grau geworden;
und siehe, meine Söhne sind bei euch. Ich aber bin vor euch
hergegangen von meiner Jugend an bis zu diesem Tag.
Hier bin ich! Legt
Zeugnis ab gegen mich vor dem HERRN und vor seinem Gesalbten: Wessen
Ochsen habe ich genommen? Oder wessen Esel habe ich genommen? Wen
habe ich übervorteilt? Wen habe ich misshandelt? Von wessen Hand
habe ich Bestechungsgeld genommen, dass ich ihm zuliebe ein Auge
zudrückte? So will ich es euch erstatten!
Sie sprachen: Du
hast uns nie übervorteilt, noch uns unterdrückt, noch von jemandes
Hand irgendetwas genommen!
Er sprach: Der HERR
ist Zeuge gegen euch, und sein Gesalbter ist Zeuge am heutigen Tag,
dass ihr gar nichts in meiner Hand gefunden habt! Und sie sprachen:
Er ist Zeuge!
Das ist an sich eine
schöne Sache, dass Samuel an Ende seines Richteramtes vom Volk das
Zeugnis bekommt, nicht ein einziges Mal Menschen übervorteilt zu
haben. Und König Saul war Zeuge, wie das Volk dies bestätigte.
Samuel äußert in diesem Kapitel auch noch einige ermahnende Worte
und will dem Volk begreiflich machen, wie wichtig es ist, dass sie in
Gottesfurcht leben.
Und obwohl Samuel
sein Richteramt niedergelegt hatte, betete er immernoch sehr oft und
weissagte und bekam vereinzelt noch Aufgaben von Gott.
Als dann die nächste
Schlacht losbrach, sollte Saul darauf warten, dass Samuel ankommen
würde, um Tieropfer für Gott dar zu bringen, welche ihn dazu
motivieren sollten, im Kampf zu helfen. Aber die Feinde waren schon
ziemlich gut aufgestellt und Samuel kam nicht zum verabredeten
Zeitpunkt, deswegen brachte Saul die Opfer eigenmächtig dar, obwohl
dies nur Menschen dürfen, die dafür einberufen sind. Saul wusste
das, aber kümmerte sich nicht darum. Somit hatte also dieser Mann,
dessen Herz verändert wurde und dem der Geist Gottes gegeben war,
immernoch keine Gottesfurcht in sich. Wie nun Samuel darauf
reagierte, lesen wir in den Versen 11 bis 14 in Kapitel 13, wo
geschrieben steht:
Samuel aber sprach:
Was hast du getan? Saul antwortete: Als ich sah, dass das Volk mich
verließ und sich zerstreute, und dass du nicht kamst zur bestimmten
Zeit, und dass die Philister bei Michmas versammelt waren,
da sprach ich: Nun
werden die Philister zu mir nach Gilgal herabkommen, und ich habe das
Angesicht des HERRN noch nicht erbeten! Da wagte ich’s und brachte
das Brandopfer dar!
Samuel aber sprach
zu Saul: Du hast töricht gehandelt! Du hast das Gebot des HERRN,
deines Gottes, das er dir geboten hat, nicht gehalten! Denn sonst
hätte er jetzt dein Königtum über Israel auf ewig bestätigt;
nun aber wird dein
Königtum keinen Bestand haben. Der HERR hat sich einen Mann nach
seinem Herzen ausgesucht; dem hat der HERR geboten, über sein Volk
Fürst zu sein, weil du nicht gehalten hast, was dir der HERR gebot!
An diesen Worten
erkennen wir, dass Gott sein Vertrauen in Saul bereits in diesen
Tagen völlig verlor, weil Saul trotz aller geistlich gewirkten
Hilfen immernoch ein eigensinniger Mensch war. Und Gott hat schon
Ausschau nach einem anderen Mensch gehalten, welcher besser ist als
Saul.
Bevor es aber soweit
kam, war König Saul weiterhin als König aktiv, aber nicht unter
Gottes Wohlgefallen.
Und in Kapitel 15
lesen wir von der Situation, dass Gott an dem Volk der Amalekiter die
Worte bewahrheiten wollte, die er während Israels Wüstenwanderung
gesprochen hatte. Denn die Amalekiter hatten Israel zu einer Zeit
angegriffen, als die meisten im Volk ermattet und nahezu wehrlos
waren, und deswegen nahm Gott sich auf lange Sicht Rache vor. Nun
sollte König Saul diese Rache ausführen, indem er alles vernichtet,
was irgendwie zum Volk der Amalekiter gehört. Aber die Kriegsleute
unter Sauls Kommando vernichteten nur das, was ihnen nutzlos
erschien, und die kräftigen Tiere von den Bauernhöfen nahmen sie
als Beute mit. Und auch der König der Amalekiter wurde nicht
getötet, sondern gefangen genommen. Somit wurde auch dieses Mal das
Wort Gottes nicht erfüllt, und Gott bereute es umso stärker, dass
Saul zum König gemacht worden war.
Nun verkündigte
Samuel nochmal in aller Deutlichkeit, dass Saul verworfen wird.
Samuel tat das Leid, aber Gott bereute es überhaupt nicht. Und Saul
wollte Gott trotz allem anbeten und bat Samuel, mit ihm zu kommen,
und Samuel wollte erst nicht, ließ sich dann aber doch dazu
überreden. Und als der gefangene König der Amalekiter vorgeführt
wurde, da meinte dieser König, er würde begnadigt werden, aber wir
lesen davon, dass Samuel ihn in Stücke zerschlug. Das mutet ziemlich
bitter an, muss ich sagen.
Schließlich wurde
Samuel zu dem Ort geschickt, wo er den Mensch finden würde, welcher
als neuer König über Israel vorgesehen war. Zuerst lesen wir
darüber Folgendes in Kapitel 16, Vers 1 und 2:
Und der HERR sprach
zu Samuel: Bis wann trägst du noch Leid um Saul, da ich ihn doch
verworfen habe, dass er nicht mehr König sein soll über Israel?
Fülle dein Horn mit Öl und geh hin, ich will dich zu Isai, dem
Betlehemiter, senden; denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen
König ausersehen!
Samuel aber sprach:
Wie soll ich hingehen? Wenn Saul es erfährt, so wird er mich töten!
Und der HERR sprach: Nimm eine junge Kuh mit dir und sprich: Ich bin
gekommen, um dem HERRN zu opfern!
Weil also Samuel
sich Sorgen macht, dass König Saul von der Sache etwas mitbekommt,
soll er unter einem Vorwand an den Ort reisen, wo sich der
ausgesuchte Mensch aufhält, genauer gesagt in einem Haus in
Bethlehem.
Und wir haben vorhin
gemerkt, dass Gott den schönsten Mann des Landes zum König gemacht
hatte, aber dass dieser trotz verändertem Herz nicht Gott gehorsam
war.
Wie ist es nun
dieses Mal? Wird Gott erneut den gutaussehendsten Mann aussuchen, der
zur Wahl steht?
Die Antwort auf
diese Frage befindet sich in den Versen 4 bis 10, wo geschrieben
steht:
Und Samuel machte es
so, wie es ihm der HERR gesagt hatte, und begab sich nach Bethlehem.
Da kamen die Ältesten der Stadt ihm zitternd entgegen und sprachen:
Bedeutet dein Kommen Frieden?
Er sprach: Ja,
Frieden! Ich bin gekommen, um dem HERRN zu opfern. Heiligt euch und
kommt mit mir zum Schlachtopfer! Und er heiligte Isai und seine Söhne
und lud sie zum Schlachtopfer ein.
Und es geschah, als
sie hereinkamen, da sah er Eliab an und dachte: Gewiss ist hier vor
dem HERRN sein Gesalbter!
Aber der HERR sprach
zu Samuel: Schaue nicht auf sein Aussehen, noch auf seinen hohen
Wuchs, denn ich habe ihn verworfen! Denn der HERR sieht nicht auf
das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das, was vor
Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an!
Da rief Isai den
Abinadab und ließ ihn vor Samuel vorübergehen. Und er sprach:
Diesen hat der HERR auch nicht erwählt!
Da ließ Isai den
Schamma vorübergehen. Er aber sprach: Diesen hat der HERR auch nicht
erwählt:
So ließ Isai sieben
seiner Söhne vor Samuel vorübergehen. Aber Samuel sprach zu Isai:
Der HERR hat diese nicht erwählt!
Hier machen wir nun
also die interessante Entdeckung, dass Gott nicht auf das schauen
will, was vor Augen ist, sondern dass er das Herz ansieht. Denn es
ist ja längst offenbar geworden, was passieren wird, wenn man
oberflächlich genug ist, um einen Mensch nur danach zu bewerten, wie
er aussieht. Und interessanterweise hatte Isai sieben Söhne bei
sich, aber weder der älteste Sohn noch einer von den anderen war der
Mann, den Gott zum König machen wollte. Nun könnte vielleicht
Samuel denken, er habe versehentlich den falschen Mann eingeladen,
aber wir werden merken, dass ihm ein anderer Gedanke aufkam.
Es steht geschrieben
in den Versen 11 bis 13:
Und Samuel fragte
den Isai: Sind das alle jungen Männer? Er aber sprach: Der Jüngste
ist noch übrig, und siehe, er hütet die Schafe! Da sprach Samuel zu
Isai: Sende hin und lass ihn holen, denn wir werden uns nicht zu
Tisch setzen, bis er hierhergekommen ist!
Da sandte er hin und
ließ ihn holen. Und er war rötlich, mit schönen Augen und von
gutem Aussehen. Und der HERR sprach: Auf, salbe ihn, denn dieser
ist’s!
Da nahm Samuel das
Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist
des HERRN kam über David, von diesem Tag an und weiterhin. Samuel
aber machte sich auf und ging nach Rama.
Obwohl der Text
überflüssigerweise davon redet, dass David schöne Augen und gutes
Aussehen hatte, als ob solche Oberflächlichkeiten für die
Königswürde wichtig wären, hat nun Samuel offensichtlich den
ausgewählten Mensch gefunden, auf dessen Herz Gott schaut. Es ist
der jüngste Sohn aus der gesamten Familie, und es war vermutlich für
die älteren Brüder sehr ungewöhnlich und reizte sie zur
Eifersucht, dass der Kleinste zum König über Israel gesalbt werden
sollte.
Nachdem aber Samuel
ihn gesalbt hatte, wurde David nicht sofort auf den Königsthron
gesetzt. Stattdessen lag noch eine lange Wartezeit vor ihm, nämlich
bis Saul offiziell seine Herrschaft verlieren würde. Denn für Gott
war alles bereits beschlossen, aber für die Menschen noch lange
nicht. Was aber David während der Wartezeit alles durchleben musste,
werden wir uns in einem anderen Video anschauen.
Jedenfalls erfahren
wir in Kapitel 28 mal ganz nebenbei, dass Samuel mittlerweile
gestorben war. Es sind weder letzte Worte von ihm aufgeschrieben,
noch wurde seine Todesursache erwähnt.
Es gibt aber noch
ein anderes Ereignis, welches mit Samuel gewissermaßen
zusammenhängt. Ich weiß nicht, ob man sagen sollte, dass dieses
Ereignis zu seinem Leben dazu gehört. Denn er war eigentlich nicht
lebendig, aber irgendwie wohl doch.
Wir erfahren
Folgendes in den Versen 4 bis 28:
Und die Philister
versammelten sich und kamen und lagerten sich bei Schunem. Und Saul
versammelte ganz Israel; und sie lagerten sich auf dem Bergland
Gilboa.
Als aber Saul das
Heer der Philister sah, fürchtete er sich, und sein Herz wurde ganz
verzagt.
Und Saul befragte
den HERRN; aber der HERR antwortete ihm nicht, weder durch Träume
noch durch die Urim, noch durch die Propheten.
Da sprach Saul zu
seinen Knechten: Sucht mir eine Frau, die Tote beschwören kann,
damit ich zu ihr gehe und sie befrage! Seine Knechte aber sprachen zu
ihm: Siehe, in Endor ist eine Frau, die Tote beschwören kann!
Da machte sich Saul
unkenntlich und legte andere Kleider an und ging hin, und zwei Männer
mit ihm; und sie kamen bei Nacht zu der Frau. Und er sprach: Wahrsage
mir doch durch Totenbeschwörung und bringe mir den herauf, welchen
ich dir nennen werde!
Die Frau sprach zu
ihm: Siehe, du weißt doch, was Saul getan hat, wie er die
Totenbeschwörer und Wahrsager aus dem Land ausgerottet hat; warum
willst du denn meiner Seele eine Schlinge legen, dass ich getötet
werde?
Saul aber schwor ihr
bei dem HERRN und sprach: So wahr der HERR lebt, es soll dich deshalb
keine Schuld treffen!
Da sprach die Frau:
Wen soll ich denn heraufbringen? Er sprach: Bring mir Samuel herauf!
Als nun die Frau
Samuel sah, da schrie sie laut und sprach zu Saul: Warum hast du mich
betrogen? Du bist ja Saul!
Und der König
sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Was siehst du? Die Frau sprach zu
Saul: Ich sehe ein Götterwesen aus der Erde heraufsteigen!
Er sprach: Wie sieht
es aus? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf und ist mit einem
Obergewand bekleidet! Da erkannte Saul, dass es Samuel war, und er
neigte sich mit seinem Angesicht zur Erde und verbeugte sich.
Samuel aber sprach
zu Saul: Warum hast du mich gestört, indem du mich heraufbringen
lässt? Und Saul sprach: Ich bin hart bedrängt; denn die Philister
kämpfen gegen mich, und Gott ist von mir gewichen und antwortet mir
nicht, weder durch die Propheten noch durch Träume; darum habe ich
dich rufen lassen, damit du mir zeigst, was ich tun soll!
Samuel sprach: Warum
willst du denn mich befragen, da doch der HERR von dir gewichen und
dein Feind geworden ist?
Der HERR hat so
gehandelt, wie er durch mich geredet hat, und der HERR hat das
Königtum deiner Hand entrissen und es David, deinem Nächsten,
gegeben.
Weil du der Stimme
des HERRN nicht gehorcht und seinen glühenden Zorn gegen Amalek
nicht vollstreckt hast, darum hat der HERR dir heute dies getan.
Und der HERR wird
auch Israel und dich in die Hand der Philister geben; und morgen
wirst du samt deinen Söhnen bei mir sein. Auch das Heer Israels wird
der HERR in die Hand der Philister geben!
Wie wir an diesem
Text erkennen, hat Saul also eine Totenbeschwörung durchführen
lassen, obwohl sowas im Gesetz des Mose eindeutig verboten ist. Saul
wollte es einfach nicht wahrhaben, dass Gott ihn verworfen hatte und
rief weiter zu Gott, als wäre Gott ihm immernoch zugeneigt. Aber
Gott reagierte nicht, denn er war angewidert von Saul. Und anstatt
nun zu sehen, wie er selber klar kommt, hat Saul auf einem sehr
schlechten Weg versucht, Anweisungen Gottes zu bekommen, welche er am
Ende doch sowieso nicht eingehalten hätte, nachdem sie ihm gegeben
wurden.
So wurde der tote
Samuel beschworen und bestätigte zum wiederholten Male, dass Saul
von Gott verworfen ist, weil das offensichtlich nicht bis in seinen
Kopf durchdringen konnte.
Da aber Samuel an
diesem Tag eigentlich schon gar nicht mehr am Leben war und wir uns
auch ansonsten genug aus seinem Leben angeschaut haben, kommt das
heutige Video zu seinem Ende.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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