Text zu "Das Leben des Propheten Samuel"

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Im heutigen Video werden wir uns mal mit ein paar Sachen beschäftigen, die im Leben des Propheten Samuel geschehen sind.
Wie ihr sicher wisst, war das Volk Israel zuerst in Ägypten versklavt worden, aber dann befreite Gott sie, um ihnen ein gutes Land als Besitz zu geben und die bösartigen Völker, die vorher darin lebten, zu vertilgen, denn diese führten abscheuliche Götzenopferdienste durch, bei denen sie unter Anderem auch ihre eigenen Kinder im Feuer verbrannten, und sie trieben viel finstere Zauberei. Israel aber sollte ein deutlich besseres Leben führen, sobald sie in dem Land sein würden. Dummerweise hielten sich aber nur die jenigen daran, die mit ihren eigenen Augen die großen Wunder gesehen hatten, die Gott während der Wüstenwanderung Israels tat. Deren Nachkommen hingegen interessierten sich nicht für Gott, sondern sie trieben ebenfalls Götzenopferdienste, genau wie die vorherigen Bewohner des Landes, und sie wollten nicht davon ablassen. Deswegen ließ Gott sie von ihren Feinden überwältigen, und nach einiger Zeit wurde ein sogenannter Richter erweckt, der das Volk gemäß dem Gesetz des Mose anleiten und sie im Kampf gegen ihre Feinde anführen sollte, um die Feinde zu besiegen. Das ging eine lange Zeit so, aber es motivierte die Nachkommen Israels nie dazu, sich Gott mit ganzem Herzen zuzuwenden. Auch Samuel wurde zu einer Zeit geboren, als es immernoch Richter in Israel gab und viel Krieg herrschte.
Der Name des Vaters von Samuel lautet in der Bibelübersetzung, die wir verwenden, Elkana. Dieser Mann war mit zwei Frauen verheiratet, von denen eine fruchtbar war, die andere aber konnte keine Kinder kriegen. Und es gab Zank unter den beiden Frauen, weil die Unfruchtbare geschmäht wurde um ihrer Unfruchtbarkeit willen. Besonders schlimm wurde das immer, wenn sie einmal im Jahr an den Ort reisten, wo man damals den Gott Israels anbeten sollte. Und der Name der unfruchtbaren Frau war Hanna. Diese betete nun eines Tages voller Herzleid zu Gott, dass er ihr doch einen Sohn schenken möge, und als Dank versprach sie, diesen Sohn in den Dienst Gottes zu stellen. Dieses Gebet wurde von Gott erhört, und so kam letztlich Samuel zur Welt. Und sobald Samuel entwöhnt war, wurde er zur Stiftshütte gebracht, um dort zu leben. Und Samuel war unter der Obhut des damaligen Richters, dessen Name war Eli. Und seine Mutter besuchte ihn jedes Jahr. Darüber lesen wir Folgendes im ersten Buch Samuel in Kapitel 2, Vers 18 bis 24:

Samuel aber diente vor dem HERRN, und der Knabe war mit einem leinenen Ephod umgürtet.
Dazu machte ihm seine Mutter ein kleines Obergewand und brachte es ihm Jahr für Jahr mit, wenn sie mit ihrem Mann hinaufging, um das jährliche Opfer dar zu bringen.
Und Eli segnete Elkana und seine Frau und sprach: Der HERR gebe dir Nachkommen von dieser Frau anstelle des Gegebenen, den sie dem HERRN übergeben hat! Und sie kehrten nach Hause zurück.
Und der HERR suchte Hanna heim, und sie wurde schwanger; und sie gebar noch drei Söhne und zwei Töchter. Der Knabe Samuel aber wuchs heran bei dem HERRN.
Eli aber war sehr alt; und er hörte alles, was seine Söhne an ganz Israel taten, und dass sie bei den Frauen lagen, die vor dem Eingang der Stiftshütte den Dienst verrichteten.
Und er sprach zu ihnen: Warum tut ihr dies? Denn ich höre von dem ganzen Volk euer böses Handeln!
Nicht doch, meine Söhne! Denn das ist kein gutes Gerücht, das ich höre; ihr bringt das Volk des HERRN dazu, dass es Sünde begeht!

An diesem Text merken wir nicht nur, dass Samuel in der Stiftshütte heranwuchs, sondern wir erfahren auch, dass die beiden Söhne des Richters Eli, welche seine Nachfolger werden sollten, sehr sündige Männer waren. Denn sie trieben Unzucht mit den Mitarbeiterinnen, und weiter oben in den Kapitel wird außerdem erzählt, dass sie die für Gott abgegebenen Opfertiere nicht auf die Art darbrachten wie es im Gesetz verlangt wird, sondern dass sie stattdessen das Fleisch beim nächstmöglichen Zeitpunkt einfach aufaßen, als es noch gar nicht für Gott dargebracht war. Und wenn sich ein Israelit darüber beschwerte, so drohten sie ihm Gewalt an. Diese Söhne waren also wirklich ein paar sehr abscheuliche und unzumutbare Zeitgenossen. Aber Eli tadelte sie nicht in einer angemessenen Weise, sondern er redete mit ihnen wie ein zaghafter Weichling, deswegen hörten diese Söhne nicht auf, Böses zu tun inmitten ihres Dienstes.
Von diesem Verhalten war Gott sehr angewidert, deswegen wurde jemand zu Eli gesandt, der eine Nachricht übermitteln sollte. Folgendes lesen wir darüber in den Versen 27 bis 31:

Es kam aber ein Mann Gottes zu Eli und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Habe ich mich nicht dem Haus deines Vaters deutlich geoffenbart, als sie noch beim Haus des Pharao in Ägypten waren?
Ja, ihn habe ich mir dort vor allen Stämmen Israels zum Priester erwählt, damit er auf meinem Altar opfere, Räucherwerk anzünde und das Ephod vor mir trage; und ich habe dem Haus deines Vaters alle Feueropfer der Kinder Israels gegeben!
Warum tretet ihr denn meine Schlachtopfer und Speisopfer, die ich für meine Wohnung angeordnet habe, mit Füßen? Und du ehrst deine Söhne mehr als mich, sodass ihr euch mästet von den Erstlingen aller Speisopfer meines Volkes Israel!
Darum spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe allerdings gesagt, dein Haus und das Haus deines Vaters sollen ewiglich vor mir aus- und eingehen; aber nun spricht der HERR: Das sei ferne von mir! Sondern wer mich ehrt, den will ich wieder ehren; wer mich aber verachtet, der soll auch verachtet werden!
Siehe, die Zeit wird kommen, da ich deinen Arm und den Arm des Hauses deines Vaters abhauen werde, sodass in deinem Haus niemand alt werden soll.

Gott kündigt also dem Richter Eli an, dass dessen Familie zugrunde gehen wird. Zuerst wollte Gott ihnen Gutes tun, nun aber ist der so sehr davon angewidert, wie viel Böses die Söhne von Eli tun, während ihr Vater es nur mit laschen Worten kommentiert und sich ansonsten gar nicht weiter darum kümmert, dass Gott ihnen auch mit Bösem vergelten wird.
Gott kündigt auch weiter unten an, dass beide Söhne von Eli an dem selben Tag sterben werden. Und es soll ein neuer Priester aufkommen, der treu in dem gesalbten Heiligtum Gottes dienen wird.
Was all diese Worte mit Samuel zu tun haben, werden wir erfahren, wenn wir in Kapitel 3 weiterlesen. Denn dort wird erzählt, wie Gott Samuel rief, aber Samuel erkannte es nicht und glaubte, der Richter hätte gerufen. Es steht geschrieben:

Und der Knabe Samuel diente dem HERRN vor Eli. Zu jener Zeit war das Wort des HERRN selten; es brach sich keine Offenbarung Bahn.
Und es geschah eines Tages, dass Eli an seinem Schlafplatz lag; seine Augen hatten angefangen, schwach zu werden, sodass er nicht mehr sehen konnte.
Aber die Lampe Gottes war noch nicht erloschen; und Samuel schlief im Tempel des HERRN, wo die Lade Gottes war.
Und der HERR rief den Samuel. Er aber antwortete: Hier bin ich!
Und er lief zu Eli und sprach: Hier bin ich, denn du hast mich gerufen! Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; leg dich wieder schlafen! Und er ging hin und legte sich schlafen.
Da rief der HERR wiederum: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Hier bin ich; denn du hast mich gerufen! Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; leg dich wieder schlafen!
Samuel aber kannte den HERRN noch nicht, und das Wort des HERRN war ihm noch nicht geoffenbart.
Da rief der HERR den Samuel wieder, zum dritten Mal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: Hier bin ich, denn du hast mich gerufen! Da erkannte Eli, dass der HERR den Knaben rief;
und Eli sprach zu Samuel: Geh wieder hin und leg dich schlafen; und wenn Er dich rufen wird, so sprich: Rede, HERR, denn dein Knecht hört! Und Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort.
Da kam der HERR und trat herzu und rief wie zuvor: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört!
Und der HERR sprach zu Samuel: Siehe, ich will eine Sache in Israel tun, dass jedem, der es hören wird, beide Ohren gellen werden.
An jenem Tag will ich an Eli alles in Erfüllung gehen lassen, was ich gegen sein Haus geredet habe; ich will es anfangen und vollenden!
Denn ich habe ihm gesagt, dass ich sein Haus auf ewig richten werde wegen der Sünde, von der er wusste; weil seine Söhne sich den Fluch zugezogen haben, und er hat ihnen nicht gewehrt.
Und darum habe ich dem Haus Elis geschworen, dass die Schuld des Hauses Elis ewiglich nicht gesühnt werden soll, weder durch Schlachtopfer noch durch Speisopfer!
Und Samuel blieb liegen bis zum Morgen; dann öffnete er die Türen am Haus des HERRN. Aber Samuel fürchtete sich, Eli die Offenbarung mitzuteilen.
Da rief Eli den Samuel und sprach: Samuel, mein Sohn! Und er antwortete: Hier bin ich!
Und er sprach: Wie lautet das Wort, das Er zu dir geredet hat? Verbirg es doch nicht vor mir! Gott tue dir dies und füge das hinzu, wenn du mir etwas verbirgst von allem, was er zu dir geredet hat!
Da sagte ihm Samuel alle Worte und verbarg nichts vor ihm. Er aber sprach: Er ist der HERR; er tue, was ihm wohlgefällt!
Samuel aber wuchs heran, und der HERR war mit ihm und ließ keines von allen seinen Worten auf die Erde fallen.
Und ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, dass Samuel als ein Prophet des HERRN bestätigt war.
Und der HERR erschien weiterhin in Silo; denn der HERR offenbarte sich dem Samuel in Silo durch das Wort des HERRN.

An diesem Text merken wir, dass Gott sogar persönlich zu Samuel redete, anstatt ihm Träume zu geben oder Propheten zu senden. Es ist auch interessant, dass uns am Anfang des Textes erklärt wird, wie das Wort Gottes selten war zu dieser Zeit. Offenbar gab es nur ganz wenige Menschen in diesen Tagen, die es aufgrund ihres an Gerechtigkeit orientierten Wandels wert waren, dass Gott ihnen echte Offenbarungen gibt.
Jedenfalls erfahren wir leider nicht, wie alt Samuel war an diesem Tag, als er zum ersten Mal die Stimme Gottes hörte. Es steht aber geschrieben, dass er noch ein Knabe war, also vermutlich jünger als 18 Jahre.
Es hat auch irgendwann später, was zeitlich nicht genau festgesetzt ist, eine weitere Schlacht zwischen dem Volk Israel und dem Volk der Philister gegeben, und die Philister waren siegreich. Die Israeliten glaubten aber, es würde ihnen helfen, wenn sie die Bundeslade Gottes zum Kampfplatz holen, die eigentlich immer nur in der Stiftshütte sein darf. Und als sie nun die Bundeslade geholt hatten, da erlitten sie trotzdem eine Niederlage. Es waren aber auch die beiden Söhne von Eli an der Schlacht beteiligt, und sie starben beide. Und dann wurde die Bundeslade von den Philistern geklaut. Als diese Kunde in Israel bekannt wurde, da starb Eli vor Schreck. Und die Philister brachten die Bundeslade in den Tempel ihres Götzen, welchen sie Dagon nannten. Und sie waren überzeugt, dass ihr Götze Dagon ihnen den Sieg über Israel und über den Gott Israels geschenkt hatte, darum legten sie die Bundeslade neben ihre Dagon-Statue, als ob es die Beute von Dagon wäre.
Aber als sie am nächsten Tag in den Tempel kamen, da lag die Dagon-Statue vor der Bundeslade, mit dem Gesicht zur Erde geneigt. Da stellten sie die Statue wieder auf, doch am darauf folgenden Tag lag die Statue abermals vor der Bundeslade nieder, und der Kopf der Statue war abgetrennt, ebenso auch die Hände.
Und obendrein ließ Gott eine Plage über die Philister kommen, sodass ihnen Beulen wuchsen, und einige starben sogar. Sie behielten die Bundeslade aber trotzdem für sieben Monate, und erst danach sahen sie ein, dass es besser ist, die Bundeslade doch lieber wieder nach Israel zurückbringen zu lassen.

Die Bundeslade war dann wieder in einem Land, das Israel gehörte, aber in die Stiftshütte wurde sie nicht gebracht. Und Israel hatte immernoch ein geteiltes Herz, denn sie lauschten zwar den Worten von Samuel, die dieser von Gott ausrichtete, aber sie leisteten immernoch Götzendienste und wurden die ganze Zeit von den Philistern bedrängt. Das lief 20 Jahre lang. Was aber danach geschah, davon lesen wir in Kapitel 7 ab Vers 3. Es steht geschrieben:

Samuel aber redete zu dem ganzen Haus Israel und sprach: Wenn ihr von ganzem Herzen zu dem HERRN zurückkehren wollt, dann tut die fremden Götter und Astarten aus eurer Mitte und richtet euer Herz zu dem HERRN und dient ihm allein, so wird er euch aus der Hand der Philister erretten!
Da schafften die Kinder Israels die Baale und die Astarten hinweg und dienten dem HERRN allein.
Samuel aber sprach: Versammelt ganz Israel nach Mizpa, so will ich für euch zum HERRN beten!
Da kamen sie zusammen nach Mizpa und schöpften Wasser und gossen es aus vor dem HERRN; und sie fasteten an jenem Tag und sprachen dort: Wir haben gegen den HERRN gesündigt! Und Samuel richtete die Kinder Israels in Mizpa.
Als aber die Philister hörten, dass die Kinder Israels in Mizpa zusammengekommen waren, da zogen die Fürsten der Philister hinauf gegen Israel. Als die Kinder Israels dies hörten, fürchteten sie sich vor den Philistern.
Und die Kinder Israels sprachen zu Samuel: Lass nicht ab, für uns zu dem HERRN, unserem Gott zu rufen, dass er uns aus der Hand der Philister errette!
Und Samuel nahm ein Milchlamm und opferte es vollständig als Brandopfer dem HERRN; und Samuel schrie zum HERRN für Israel, und der HERR erhörte ihn.
Es geschah nämlich, während Samuel das Brandopfer darbrachte, da näherten sich die Philister zum Kampf gegen Israel. Aber an jenem Tag donnerte der HERR mit gewaltiger Stimme gegen die Philister und verwirrte sie, sodass sie vor Israel geschlagen wurden.

Ich nehme stark an, dass die Israeliten an diesem Tag den Philistern völlig unterlegen waren, aber weil sie mal einen Augenblick hatten, in dem sie sich mit weitesgehend ernster Absicht dem Gott Israels zuwenden wollten, erhielten sie auch von ihm Unterstützung, wohlgemerkt nachdem Samuel darum gebeten hatte.
Man liest im Rest des Kapitels noch davon, dass Gottes Hand gegen die Philister ausgestreckt war, solange Samuel lebte, und dass Samuel sein Leben lang damit beschäftigt war, Israel zu richten, und diesbezüglich war er auch in regelmäßigen Abständen auf Reisen.

Als dann Samuel schon ziemlich alt geworden war, sollten seine Söhne die Nachfolge antreten, aber die taugten beide nicht viel. Demgemäß lesen wir Folgendes in Kapitel 8, Vers 1 bis 6:

Und es geschah, als Samuel alt geworden war, da setzte er seine Söhne als Richter über Israel ein.
Sein erstgeborener Sohn hieß Joel und der andere Abija; die waren Richter in Beerscheba.
Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, sondern gingen auf Gewinn aus und nahmen Geschenke und beugten das Recht.
Da versammelten sich alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Rama;
und sie sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richten soll, nach der Weise aller Heidenvölker!
Dieses Wort aber missfiel Samuel, weil sie sagten: Gib uns einen König, der uns richten soll! Und Samuel betete zu dem HERRN.

Hier sehen wir nun, dass Israel begehrt, einen König zu bekommen, weil die Heidenvölker das auch haben. Vorher hatten nämlich immer nur die Richter den Ton angegeben. Und ein Richter hatte die Aufgabe, darauf zu schauen, dass das Volk das Gesetz einhält, welches Gott befohlen hatte. Ein König aber würde die Aufgabe haben, nach eigenem Ermessen weltliche Gesetze zu erlassen und Kriege anzuführen, wobei das Augenmerk eines Königs deutlich stärker auf den Schlachten liegt, als es bei einem Richter der Fall war. Es würde also durch das Einsetzen eines Königs noch viel wahrscheinlicher werden, dass das Volk von Gott und den Geboten der Thora abfällt. Bisher sollten sie Gott als König betrachten, aber stattdessen wollten sie einen Mensch. Wie Gott darauf reagiert, lesen wir in den Versen 7 bis 22:

Da sprach der HERR zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir gesagt haben; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll!
Wie sie es immer getan haben, von dem Tag an, als ich sie aus Ägypten heraufgeführt habe, bis zu diesem Tag, indem sie mich verlassen und anderen Göttern gedient haben, genau so tun sie es auch mit dir!
So höre nun auf ihre Stimme; doch verwarne sie ausdrücklich und verkündige ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird!
Und Samuel sagte dem Volk, das einen König von ihm begehrte, alle Worte des HERRN.
Und er sprach: Das wird das Recht des Königs sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen und sie für sich einsetzen, auf seinen Streitwagen und bei seiner Reiterei, und damit sie vor seinem Wagen herlaufen;
und um sie sich als Oberste über tausend und als Oberste über fünfzig zu bestellen; und damit sie sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen und damit sie ihm seine Kriegswaffen und seine Wagengeräte anfertigen.
Eure Töchter aber wird er nehmen und sie zu Salbenmischerinnen, Köchinnen und Bäckerinnen machen.
Auch eure besten Äcker, Weinberge und Ölbäume wird er nehmen und seinen Knechten geben;
dazu wird er den Zehnten von eurer Saat und von euren Weinbergen nehmen und ihn seinen Hofbeamten und Knechten geben.
Und er wird eure besten Knechte und Mägde und Burschen und eure Esel nehmen und sie für seine Geschäfte verwenden.
Er wird den Zehnten eurer Schafe nehmen, und ihr müsst seine Knechte sein.
Wenn ihr dann zu jener Zeit schreien werdet über euren König, den ihr euch erwählt habt, so wird euch der HERR zu jener Zeit nicht erhören!
Aber das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören, und sprach: Das macht nichts, es soll dennoch ein König über uns sein,
damit auch wir seien wie alle Heidenvölker! Unser König soll uns richten und vor uns herziehen und unsere Kriege führen!
Da nun Samuel alle Worte des Volkes gehört hatte, redete er sie vor den Ohren des HERRN.
Der HERR aber sprach zu Samuel: Höre auf ihre Stimme und setze einen König über sie ein! Und Samuel sprach zu den Männern von Israel: Geht hin, jeder in seine Stadt!

Gott war also zum wiederholten Male enttäuscht von Israel, sie aber bestanden darauf, dass sie einen König brauchen, auch wenn dieser praktisch das Recht haben würde, das Volk nach Belieben auszuplündern.
Nun musste natürlich ein Mann her, welcher den Posten des Königs über Israel vertreten sollte. Und Samuel musste nicht erst auf die Suche gehen, sondern er musste nur abwarten, bis der zuerst dafür ausgesuchte Mann zu ihm kommt. Folgende Geschichte lesen wir darüber in Kapitel 9:

Es war aber ein Mann von Benjamin, sein Name war Kis, ein Sohn Abiels, des Sohnes Zerors, des Sohnes Bechorats, des Sohnes Apiachs, des Sohnes eines Benjaminiters, ein angesehener Mann.
Der hatte einen Sohn namens Saul, stattlich und schön, sodass keiner schöner war unter den Söhnen Israels; um Haupteslänge überragte er alles Volk.
Und die Eselinnen von Kis, dem Vater Sauls, gingen verloren. Und Kis sprach zu seinem Sohn Saul: Nimm doch einen der Burschen mit dir und mache dich auf, geh hin und suche die Eselinnen!
Und er durchzog das Bergland Ephraim und durchquerte das Gebiet von Salisa; aber sie fanden sie nicht. Sie gingen auch durch das Gebiet von Saalim, da waren sie auch nicht. Darauf durchzog er das Gebiet von Benjamin, aber sie fanden sie auch nicht.
Als sie gerade in das Gebiet von Zuph kamen, da sprach Saul zu seinem Burschen, der bei ihm war: Komm, lass uns wieder umkehren, damit nicht mein Vater die Eselinnen sein lässt und sich um uns Sorgen macht!
Er aber sprach zu ihm: Siehe doch, es ist ein Mann Gottes in dieser Stadt, und der ist ein ehrwürdiger Mann; alles, was er sagt, trifft sicher ein. So lass uns nun dorthin gehen; vielleicht gibt er uns Auskunft über unseren Weg, den wir gehen sollen!
Saul aber sprach zu seinem Burschen: Siehe, wenn wir hingehen, was bringen wir dem Mann? Denn das Brot in unseren Taschen ist aufgebraucht; auch haben wir sonst kein Geschenk, das wir dem Mann Gottes bringen könnten. Was haben wir?
Der Bursche antwortete Saul wiederum und sprach: Siehe, ich habe einen Viertel Silberschekel bei mir, den will ich dem Mann Gottes geben, damit er uns Auskunft über unseren Weg gibt!
Früher sagte man in Israel, wenn man ging, um Gott zu befragen: Kommt, lasst uns zum Seher gehen! Denn derjenige, den man heutzutage Prophet nennt, der hieß früher Seher.
Da sprach Saul zu seinem Burschen: Dein Vorschlag ist gut; komm, wir wollen gehen! Und sie gingen zu der Stadt, in welcher der Mann Gottes war.
Als sie gerade die Anhöhe zur Stadt hinaufgingen, da trafen sie Mädchen, die herauskamen, um Wasser zu schöpfen; zu diesen sprachen sie: Ist der Seher hier?
Sie antworteten ihnen und sprachen: Ja, siehe, er ist vor dir; beeile dich jetzt, denn er ist heute in die Stadt gekommen, weil das Volk heute auf der Höhe ein Schlachtopfer bringt.
Wenn ihr in die Stadt kommt, so werdet ihr ihn gerade treffen, ehe er zur Höhe hinaufgeht zum Essen; denn das Volk isst nicht, bis er kommt; denn er muss das Opfer segnen, danach essen die Geladenen. So geht nun hinauf; denn eben jetzt werdet ihr ihn treffen!
Da gingen sie zur Stadt hinauf. Als sie gerade in die Stadt eintraten, siehe, da kam Samuel heraus, ihnen entgegen, um zur Höhe hinaufzugehen.
Aber der HERR hatte einen Tag zuvor, ehe Saul kam, Samuels Ohr geöffnet und zu ihm gesagt:
Morgen um diese Zeit will ich einen Mann aus dem Land Benjamin zu dir senden, den sollst du zum Fürsten über mein Volk Israel salben, damit er mein Volk aus der Hand der Philister errette; denn ich habe mein Volk angesehen, weil sein Rufen vor mich gekommen ist!
Sobald nun Samuel den Saul sah, ließ ihn der HERR wissen: Siehe, das ist der Mann, von dem ich dir gesagt habe, dass er über mein Volk herrschen soll!

Was an diesem Text ein wenig auffällt, ist, dass Gott zuerst den Mann mit dem schönsten Aussehen erwählt hatte, um Israels König zu sein. Allerdings tat Gott dies nicht mit dem Gedanke, dass gutes Aussehen wichtig wäre, sondern viel mehr um zu beweisen, dass man nicht auf das Aussehen eines Menschen achten darf. Warum ich das sage, werden wir später noch merken, denn auch Samuel sollte diese Lektion lernen. Da nun aber Samuel dem Mann begegnete, der König werden sollte, lud er ihn zum Essen ein und gab ihm einen Platz zum Übernachten. Und am nächsten Morgen wurde es Zeit, dass Saul von dem Prophet Samuel offiziell zum König gesalbt wird, daher lesen wir Folgendes in Kapitel 10, Vers 1 bis 7:

Da nahm Samuel die Ölflasche und goss sie auf sein Haupt und küsste ihn und sprach: »Hat dich nicht der HERR zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt?
Wenn du heute von mir weggehst, wirst du zwei Männer finden beim Grab Rahels, im Gebiet von Benjamin, bei Zelzach; die werden zu dir sagen: Die Eselinnen sind gefunden, die du suchen gegangen bist; und siehe, dein Vater hat die Suche nach den Eselinnen aufgegeben und macht sich Sorgen um euch und spricht: Was soll ich wegen meines Sohnes tun?
Und wenn du von dort weitergehst, wirst du zur Terebinthe Tabor kommen; dort werden dich drei Männer antreffen, die zu Gott nach Betel hinaufgehen; einer trägt drei Böcklein, der andere drei Laibe Brot, der dritte einen Schlauch mit Wein.
Und sie werden dich mit dem Friedensgruß begrüßen und dir zwei Brote geben, die sollst du aus ihrer Hand annehmen.
Danach wirst du auf den Hügel Gottes kommen, wo der Posten der Philister steht; sobald du aber dort in die Stadt kommst, wird dir eine Schar Propheten begegnen, die von der Höhe herrabkommen, und vor ihnen her Psalter und Handpauken und Flöten und Harfen; und sie werden weissagen.
Da wird der Geist des HERRN über dich kommen, sodass du mit ihnen weissagst, und du wirst in einen anderen Mann verwandelt werden.
Wenn dann diese Zeichen für dich eingetroffen sind, so tue, was deine Hand vorfindet, denn Gott ist mit dir!

Besonders bemerkenswert ist hier wohl die Ankündigung, dass Saul in einen neuen Mann verwandelt werden soll. Es sind natürlich die Dinge genau so eingetroffen, wie Samuel es vorhergesagt hatte, und wir können uns auch den Teil mal durchlesen, als Saul auf die angekündigten Propheten traf. Es steht geschrieben in den Versen 9 und 10:

Und es geschah, als er sich umwandte, um von Samuel wegzugehen, da verwandelte Gott sein Herz, und alle diese Zeichen trafen an jenem Tag ein.
Denn als sie dort an den Hügel kamen, siehe, da begegnete ihm eine Schar Propheten, und der Geist Gottes kam über ihn, sodass er in ihrer Mitte weissagte.

Wir lesen hier davon, dass Gott das Herz von Saul verwandelte. Und es kam auch Gottes Geist über ihn. Durch diese Ereignisse könnte man jetzt glauben, dass Saul ein gottestreuer und vorbildlicher Mann geworden war. Wir werden aber später noch merken, dass dies nicht zutrifft.

Jedenfalls verkündete Samuel offiziell vor dem Volk, dass Saul König ist. Und viele nahmen es an, einige zweifelten aber auch an ihm.
Wie es zu erwarten war, stand aber bald die nächste Schlacht vor der Tür, denn das geschah zur damaligen Zeit ständig. Und Saul erwies sich im Kampf als tapferer Mann und Heeresführer. Da wandte sich das Volk an Samuel und verlangte, dass die Männer sterben sollen, die an Saul gezweifelt hatten.
Aber Saul verweigerte dieses Vorhaben.

Es wurde aber für Samuel Zeit, dass er sein Richteramt niederlegt, und darüber steht Folgendes geschrieben in Kapitel 12, Vers 1 bis 5:

Samuel aber sprach zu ganz Israel: Siehe, ich habe eurer Stimme gehorcht in allem, was ihr mir gesagt habt, und habe einen König über euch gesetzt.
Und nun siehe, da geht euer König vor euch her! Ich aber bin alt und grau geworden; und siehe, meine Söhne sind bei euch. Ich aber bin vor euch hergegangen von meiner Jugend an bis zu diesem Tag.
Hier bin ich! Legt Zeugnis ab gegen mich vor dem HERRN und vor seinem Gesalbten: Wessen Ochsen habe ich genommen? Oder wessen Esel habe ich genommen? Wen habe ich übervorteilt? Wen habe ich misshandelt? Von wessen Hand habe ich Bestechungsgeld genommen, dass ich ihm zuliebe ein Auge zudrückte? So will ich es euch erstatten!
Sie sprachen: Du hast uns nie übervorteilt, noch uns unterdrückt, noch von jemandes Hand irgendetwas genommen!
Er sprach: Der HERR ist Zeuge gegen euch, und sein Gesalbter ist Zeuge am heutigen Tag, dass ihr gar nichts in meiner Hand gefunden habt! Und sie sprachen: Er ist Zeuge!

Das ist an sich eine schöne Sache, dass Samuel an Ende seines Richteramtes vom Volk das Zeugnis bekommt, nicht ein einziges Mal Menschen übervorteilt zu haben. Und König Saul war Zeuge, wie das Volk dies bestätigte. Samuel äußert in diesem Kapitel auch noch einige ermahnende Worte und will dem Volk begreiflich machen, wie wichtig es ist, dass sie in Gottesfurcht leben.
Und obwohl Samuel sein Richteramt niedergelegt hatte, betete er immernoch sehr oft und weissagte und bekam vereinzelt noch Aufgaben von Gott.
Als dann die nächste Schlacht losbrach, sollte Saul darauf warten, dass Samuel ankommen würde, um Tieropfer für Gott dar zu bringen, welche ihn dazu motivieren sollten, im Kampf zu helfen. Aber die Feinde waren schon ziemlich gut aufgestellt und Samuel kam nicht zum verabredeten Zeitpunkt, deswegen brachte Saul die Opfer eigenmächtig dar, obwohl dies nur Menschen dürfen, die dafür einberufen sind. Saul wusste das, aber kümmerte sich nicht darum. Somit hatte also dieser Mann, dessen Herz verändert wurde und dem der Geist Gottes gegeben war, immernoch keine Gottesfurcht in sich. Wie nun Samuel darauf reagierte, lesen wir in den Versen 11 bis 14 in Kapitel 13, wo geschrieben steht:

Samuel aber sprach: Was hast du getan? Saul antwortete: Als ich sah, dass das Volk mich verließ und sich zerstreute, und dass du nicht kamst zur bestimmten Zeit, und dass die Philister bei Michmas versammelt waren,
da sprach ich: Nun werden die Philister zu mir nach Gilgal herabkommen, und ich habe das Angesicht des HERRN noch nicht erbeten! Da wagte ich’s und brachte das Brandopfer dar!
Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt! Du hast das Gebot des HERRN, deines Gottes, das er dir geboten hat, nicht gehalten! Denn sonst hätte er jetzt dein Königtum über Israel auf ewig bestätigt;
nun aber wird dein Königtum keinen Bestand haben. Der HERR hat sich einen Mann nach seinem Herzen ausgesucht; dem hat der HERR geboten, über sein Volk Fürst zu sein, weil du nicht gehalten hast, was dir der HERR gebot!

An diesen Worten erkennen wir, dass Gott sein Vertrauen in Saul bereits in diesen Tagen völlig verlor, weil Saul trotz aller geistlich gewirkten Hilfen immernoch ein eigensinniger Mensch war. Und Gott hat schon Ausschau nach einem anderen Mensch gehalten, welcher besser ist als Saul.
Bevor es aber soweit kam, war König Saul weiterhin als König aktiv, aber nicht unter Gottes Wohlgefallen.
Und in Kapitel 15 lesen wir von der Situation, dass Gott an dem Volk der Amalekiter die Worte bewahrheiten wollte, die er während Israels Wüstenwanderung gesprochen hatte. Denn die Amalekiter hatten Israel zu einer Zeit angegriffen, als die meisten im Volk ermattet und nahezu wehrlos waren, und deswegen nahm Gott sich auf lange Sicht Rache vor. Nun sollte König Saul diese Rache ausführen, indem er alles vernichtet, was irgendwie zum Volk der Amalekiter gehört. Aber die Kriegsleute unter Sauls Kommando vernichteten nur das, was ihnen nutzlos erschien, und die kräftigen Tiere von den Bauernhöfen nahmen sie als Beute mit. Und auch der König der Amalekiter wurde nicht getötet, sondern gefangen genommen. Somit wurde auch dieses Mal das Wort Gottes nicht erfüllt, und Gott bereute es umso stärker, dass Saul zum König gemacht worden war.
Nun verkündigte Samuel nochmal in aller Deutlichkeit, dass Saul verworfen wird. Samuel tat das Leid, aber Gott bereute es überhaupt nicht. Und Saul wollte Gott trotz allem anbeten und bat Samuel, mit ihm zu kommen, und Samuel wollte erst nicht, ließ sich dann aber doch dazu überreden. Und als der gefangene König der Amalekiter vorgeführt wurde, da meinte dieser König, er würde begnadigt werden, aber wir lesen davon, dass Samuel ihn in Stücke zerschlug. Das mutet ziemlich bitter an, muss ich sagen.

Schließlich wurde Samuel zu dem Ort geschickt, wo er den Mensch finden würde, welcher als neuer König über Israel vorgesehen war. Zuerst lesen wir darüber Folgendes in Kapitel 16, Vers 1 und 2:

Und der HERR sprach zu Samuel: Bis wann trägst du noch Leid um Saul, da ich ihn doch verworfen habe, dass er nicht mehr König sein soll über Israel? Fülle dein Horn mit Öl und geh hin, ich will dich zu Isai, dem Betlehemiter, senden; denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ausersehen!
Samuel aber sprach: Wie soll ich hingehen? Wenn Saul es erfährt, so wird er mich töten! Und der HERR sprach: Nimm eine junge Kuh mit dir und sprich: Ich bin gekommen, um dem HERRN zu opfern!

Weil also Samuel sich Sorgen macht, dass König Saul von der Sache etwas mitbekommt, soll er unter einem Vorwand an den Ort reisen, wo sich der ausgesuchte Mensch aufhält, genauer gesagt in einem Haus in Bethlehem.
Und wir haben vorhin gemerkt, dass Gott den schönsten Mann des Landes zum König gemacht hatte, aber dass dieser trotz verändertem Herz nicht Gott gehorsam war.
Wie ist es nun dieses Mal? Wird Gott erneut den gutaussehendsten Mann aussuchen, der zur Wahl steht?
Die Antwort auf diese Frage befindet sich in den Versen 4 bis 10, wo geschrieben steht:

Und Samuel machte es so, wie es ihm der HERR gesagt hatte, und begab sich nach Bethlehem. Da kamen die Ältesten der Stadt ihm zitternd entgegen und sprachen: Bedeutet dein Kommen Frieden?
Er sprach: Ja, Frieden! Ich bin gekommen, um dem HERRN zu opfern. Heiligt euch und kommt mit mir zum Schlachtopfer! Und er heiligte Isai und seine Söhne und lud sie zum Schlachtopfer ein.
Und es geschah, als sie hereinkamen, da sah er Eliab an und dachte: Gewiss ist hier vor dem HERRN sein Gesalbter!
Aber der HERR sprach zu Samuel: Schaue nicht auf sein Aussehen, noch auf seinen hohen Wuchs, denn ich habe ihn verworfen! Denn der HERR sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an!
Da rief Isai den Abinadab und ließ ihn vor Samuel vorübergehen. Und er sprach: Diesen hat der HERR auch nicht erwählt!
Da ließ Isai den Schamma vorübergehen. Er aber sprach: Diesen hat der HERR auch nicht erwählt:
So ließ Isai sieben seiner Söhne vor Samuel vorübergehen. Aber Samuel sprach zu Isai: Der HERR hat diese nicht erwählt!

Hier machen wir nun also die interessante Entdeckung, dass Gott nicht auf das schauen will, was vor Augen ist, sondern dass er das Herz ansieht. Denn es ist ja längst offenbar geworden, was passieren wird, wenn man oberflächlich genug ist, um einen Mensch nur danach zu bewerten, wie er aussieht. Und interessanterweise hatte Isai sieben Söhne bei sich, aber weder der älteste Sohn noch einer von den anderen war der Mann, den Gott zum König machen wollte. Nun könnte vielleicht Samuel denken, er habe versehentlich den falschen Mann eingeladen, aber wir werden merken, dass ihm ein anderer Gedanke aufkam.
Es steht geschrieben in den Versen 11 bis 13:

Und Samuel fragte den Isai: Sind das alle jungen Männer? Er aber sprach: Der Jüngste ist noch übrig, und siehe, er hütet die Schafe! Da sprach Samuel zu Isai: Sende hin und lass ihn holen, denn wir werden uns nicht zu Tisch setzen, bis er hierhergekommen ist!
Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war rötlich, mit schönen Augen und von gutem Aussehen. Und der HERR sprach: Auf, salbe ihn, denn dieser ist’s!
Da nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des HERRN kam über David, von diesem Tag an und weiterhin. Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama.

Obwohl der Text überflüssigerweise davon redet, dass David schöne Augen und gutes Aussehen hatte, als ob solche Oberflächlichkeiten für die Königswürde wichtig wären, hat nun Samuel offensichtlich den ausgewählten Mensch gefunden, auf dessen Herz Gott schaut. Es ist der jüngste Sohn aus der gesamten Familie, und es war vermutlich für die älteren Brüder sehr ungewöhnlich und reizte sie zur Eifersucht, dass der Kleinste zum König über Israel gesalbt werden sollte.
Nachdem aber Samuel ihn gesalbt hatte, wurde David nicht sofort auf den Königsthron gesetzt. Stattdessen lag noch eine lange Wartezeit vor ihm, nämlich bis Saul offiziell seine Herrschaft verlieren würde. Denn für Gott war alles bereits beschlossen, aber für die Menschen noch lange nicht. Was aber David während der Wartezeit alles durchleben musste, werden wir uns in einem anderen Video anschauen.

Jedenfalls erfahren wir in Kapitel 28 mal ganz nebenbei, dass Samuel mittlerweile gestorben war. Es sind weder letzte Worte von ihm aufgeschrieben, noch wurde seine Todesursache erwähnt.
Es gibt aber noch ein anderes Ereignis, welches mit Samuel gewissermaßen zusammenhängt. Ich weiß nicht, ob man sagen sollte, dass dieses Ereignis zu seinem Leben dazu gehört. Denn er war eigentlich nicht lebendig, aber irgendwie wohl doch.
Wir erfahren Folgendes in den Versen 4 bis 28:

Und die Philister versammelten sich und kamen und lagerten sich bei Schunem. Und Saul versammelte ganz Israel; und sie lagerten sich auf dem Bergland Gilboa.
Als aber Saul das Heer der Philister sah, fürchtete er sich, und sein Herz wurde ganz verzagt.
Und Saul befragte den HERRN; aber der HERR antwortete ihm nicht, weder durch Träume noch durch die Urim, noch durch die Propheten.
Da sprach Saul zu seinen Knechten: Sucht mir eine Frau, die Tote beschwören kann, damit ich zu ihr gehe und sie befrage! Seine Knechte aber sprachen zu ihm: Siehe, in Endor ist eine Frau, die Tote beschwören kann!
Da machte sich Saul unkenntlich und legte andere Kleider an und ging hin, und zwei Männer mit ihm; und sie kamen bei Nacht zu der Frau. Und er sprach: Wahrsage mir doch durch Totenbeschwörung und bringe mir den herauf, welchen ich dir nennen werde!
Die Frau sprach zu ihm: Siehe, du weißt doch, was Saul getan hat, wie er die Totenbeschwörer und Wahrsager aus dem Land ausgerottet hat; warum willst du denn meiner Seele eine Schlinge legen, dass ich getötet werde?
Saul aber schwor ihr bei dem HERRN und sprach: So wahr der HERR lebt, es soll dich deshalb keine Schuld treffen!
Da sprach die Frau: Wen soll ich denn heraufbringen? Er sprach: Bring mir Samuel herauf!
Als nun die Frau Samuel sah, da schrie sie laut und sprach zu Saul: Warum hast du mich betrogen? Du bist ja Saul!
Und der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Was siehst du? Die Frau sprach zu Saul: Ich sehe ein Götterwesen aus der Erde heraufsteigen!
Er sprach: Wie sieht es aus? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf und ist mit einem Obergewand bekleidet! Da erkannte Saul, dass es Samuel war, und er neigte sich mit seinem Angesicht zur Erde und verbeugte sich.
Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du mich gestört, indem du mich heraufbringen lässt? Und Saul sprach: Ich bin hart bedrängt; denn die Philister kämpfen gegen mich, und Gott ist von mir gewichen und antwortet mir nicht, weder durch die Propheten noch durch Träume; darum habe ich dich rufen lassen, damit du mir zeigst, was ich tun soll!
Samuel sprach: Warum willst du denn mich befragen, da doch der HERR von dir gewichen und dein Feind geworden ist?
Der HERR hat so gehandelt, wie er durch mich geredet hat, und der HERR hat das Königtum deiner Hand entrissen und es David, deinem Nächsten, gegeben.
Weil du der Stimme des HERRN nicht gehorcht und seinen glühenden Zorn gegen Amalek nicht vollstreckt hast, darum hat der HERR dir heute dies getan.
Und der HERR wird auch Israel und dich in die Hand der Philister geben; und morgen wirst du samt deinen Söhnen bei mir sein. Auch das Heer Israels wird der HERR in die Hand der Philister geben!

Wie wir an diesem Text erkennen, hat Saul also eine Totenbeschwörung durchführen lassen, obwohl sowas im Gesetz des Mose eindeutig verboten ist. Saul wollte es einfach nicht wahrhaben, dass Gott ihn verworfen hatte und rief weiter zu Gott, als wäre Gott ihm immernoch zugeneigt. Aber Gott reagierte nicht, denn er war angewidert von Saul. Und anstatt nun zu sehen, wie er selber klar kommt, hat Saul auf einem sehr schlechten Weg versucht, Anweisungen Gottes zu bekommen, welche er am Ende doch sowieso nicht eingehalten hätte, nachdem sie ihm gegeben wurden.
So wurde der tote Samuel beschworen und bestätigte zum wiederholten Male, dass Saul von Gott verworfen ist, weil das offensichtlich nicht bis in seinen Kopf durchdringen konnte.

Da aber Samuel an diesem Tag eigentlich schon gar nicht mehr am Leben war und wir uns auch ansonsten genug aus seinem Leben angeschaut haben, kommt das heutige Video zu seinem Ende.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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