Text zu "Bibellehre - Das Leben Davids vor dem Königtum"

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=FHxLVARWKn0

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

In diesem Video beschäftigen wir uns mit den Erlebnissen von David, bevor er König von ganz Israel wurde. Über David steht sowohl im ersten und zweiten Buch Samuel als auch im ersten Buch der Chronik einiges geschrieben, aber im ersten Buch der Chronik sind fast ausschließlich Schlachten verzeichnet, was uns heutzutage herzlich egal sein kann. Wir brauchen für unser heutiges Thema nur das erste Buch Samuel und einen kleinen Teil des zweiten Buches Samuel.
Das erste Mal liest man von David im ersten Buch Samuel in Kapitel 16. Dort besteht die Situation, dass der Prophet Samuel von Gott gesandt war, um einen neuen Mensch zum zukünftigen König über Israel zu salben. Vorher war schon ein anderer gesalbt worden, nämlich Saul. König Saul hatte eine Salbung im Namen Gottes durch den Prophet Samuel bekommen, und das Herz von Saul war verändert worden, und der Geist Gottes kam über ihn. Aber trotz all dieser geistlichen Hilfen war König Saul kein Mensch, der auf Gottes Willen achtete, sondern König Saul befolgte die Worte Gottes immer nur so weit, wie es seinem eigenen Ego gemütlich gewesen ist. Wenn ihm aber eine Anweisung unangenehm war, obwohl sie Gottes Gerechtigkeit entsprach, dann tat Saul nur maximal zur Hälfte das, was von Gott befohlen war, und den Rest erledigte er nach eigenem Ermessen. Deswegen wollte Gott einen Mann zum König salben lassen, der sich deutlich stärker an ihn hängt und nicht ständig alle Taten nach seinem privaten Ratschluss vollbringt. Und dieser Mensch, von dem Gott das erwartete, war einer von den Söhnen eines Mannes namens Isai. Und als Samuel nach diesem Mann suchte, da stellte sich heraus, dass es David war, der jüngste Sohn von allen, der vorher immer die Schafe seines Vaters gehütet hatte. Und Samuel salbte David im Namen Gottes zum künftigen König über Israel.

Wir werden aber merken, dass die Königsherrschaft nicht sofort begann. Denn nachdem David die Salbung empfangen hatte, lesen wir als nächstes von folgendem Ereignis in den Versen 14 bis 21:

Aber der Geist des HERRN wich von Saul, und ein böser Geist, von dem HERRN gesandt, schreckte ihn.
Da sprachen Sauls Knechte zu ihm: Siehe doch, ein böser Geist von Gott pflegt dich zu schrecken!
Unser Herr sage doch deinen Knechten, die vor dir stehen, dass sie einen Mann suchen, der auf der Harfe zu spielen versteht, damit er, wenn der böse Geist von Gott über dich kommt, mit seiner Hand spielt, damit es dir besser geht!
Da sprach Saul zu seinen Knechten: Seht euch um nach einem Mann, der gut auf Saiten spielen kann, und bringt ihn zu mir!
Da antwortete einer der Burschen und sprach: Siehe, ich habe einen Sohn Isais, des Bethlehemiten gesehen, der das Saitenspiel versteht und auch ein tapferer Mann ist und tüchtig zum Kampf, verständig in seiner Rede und schön; und der HERR ist mit ihm.
Da sandte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: Sende deinen Sohn David, der bei den Schafen ist, zu mir!
Da nahm Isai einen Esel beladen mit Brot und einen Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein und sandte es Saul durch seinen Sohn David.
So kam David zu Saul und diente ihm; und er gewann ihn sehr lieb, und er wurde sein Waffenträger.

Der Vers 14 klingt schon ziemlich seltsam. Gott lässt Saul von einem bösen Geist heimsuchen, was aufgrund der Eigensinnigkeit entschieden wurde, die Saul an den Tag gelegt hatte, als er Gottes Anweisungen ausführen sollte. Es ist davon auszugehen, dass der Satan sehr intensiv den König Saul verlästerte und anklagte und schließlich Recht bekam, weswegen die Entsendung des dämonischen Geistes geschehen konnte. Der Geist kam nicht, weil Gott das toll findet, sondern weil Gott es gebilligt hat nach all den verkorksten Verhaltensweisen Sauls. Die Menschen aber, die in den damaligen Tagen Saul dienten, wussten scheinbar nichts von dämonischen Geistern, die das tun, woran Gott selbst eigentlich kein Wohlgefallen hat, sondern was er lediglich billigt. Deswegen dachten sie wohl, dass dieser böse Geist direkt aus Gott sei, wie man es in Vers 15 merkt.
Wichtig ist, dass wir durch diesen Text erfahren, wie es für David weiterging. Er wurde als Diener an den Hof des Königs gebracht, und zuerst mochte ihn der König sehr. Somit erhielt David praktisch eine ziemlich wichtige Stellung, aber von seiner Salbung und seiner künftigen von Gott geplanten Königsherrschaft wusste der König Saul nichts, und die Diener auch nicht, sondern für alle war David einfach nur ein Bediensteter des Königs Saul, von dem man Treue erwartete. Und diese Tätigkeit allein gab David bestimmt schon ein gewisses Ansehen vor dem Volk, denn es ist ja schon immer eine Ehre gewesen, wenn jemand dem aktuell regierenden König untersteht, auch in Israel. Und David diente dem König Saul einmal als Waffenträger, und dann auch noch als Harfenspieler, weil der böse Geist durch die Harfenmusik sehr oft vertrieben wurde.

Es war aber zur damaligen Zeit normal, dass Israel ständig wieder von einem anderen Volk angegriffen wurde, und zwar von den sogenannten Philistern. Als nun diese ein weiteres Mal ihr Heer aufgestellt hatten, um einen geistlosen Kampf auf Leben und Tod gegen Israel zu führen, da hatten sie auch einen Mann namens Goliath in ihrer Mitte, der viel größer war als durchschnittliche Männer. Er war über sechs Ellen groß, also beinahe 3 Meter, und er verhöhnte die Männer von Israel, dass doch einer kommen soll, um sich ihm im Zweikampf entgegen zu stellen. Und die Männer Israels fürchteten sich alle davor, gegen Goliath zu kämpfen. Und deswegen schwang Goliath die ganze Zeit lang freche Reden und verspottete täglich Israel, insgesamt 40 Tage lang.
Es war aber David zu jung und unerfahren, um an einer Schlacht teilzunehmen, deswegen war er in diesen Tagen wieder nach Hause geschickt worden und hütete die Schafe seines Vaters. Aber die älteren Brüder von David waren an der Schlacht beteiligt, und der Vater der Familie wollte ihnen Lebensmittel zukommen lassen. Diesbezüglich lesen wir Folgendes in Kapitel 17, Vers 17 bis 24:

Isai aber sprach zu seinem Sohn David: Nimm doch für deine Brüder dieses Epha geröstetes Korn und diese zehn Brote und bringe sie schnell zu deinen Brüdern ins Lager.
Und diese zehn Stück Käse bringe dem Obersten über ihre Tausendschaft; und sieh nach deinen Brüdern, ob es ihnen gut geht, und bring ein Zeichen von ihnen mit!
Saul und sie und alle Männer von Israel sind nämlich im Terebinthental und kämpfen gegen die Philister!
Da machte sich David am Morgen früh auf und überließ die Schafe einem Hüter; und er nahm die Geschenke und ging hin, wie Isai ihm geboten hatte; und er kam zur Wagenburg, als das Heer gerade ausgezogen war, um sich in der Schlachtreihe aufzustellen, und sie das Kriegsgeschrei erhoben hatten.
Und Israel und die Philister stellten sich auf: eine Schlachtreihe gegen die andere.
Da ließ David die Sachen, die er trug, unter der Hand des Gepäckhüters und lief zur Schlachtreihe, und er ging hinein und fragte seine Brüder nach ihrem Wohlergehen.
Während er noch mit ihnen redete, siehe, da kam der Vorkämpfer mit Namen Goliath, der Philister aus Gat, aus den Schlachtreihen der Philister herauf und redete wie zuvor, sodass David es hörte.
Aber alle Männer von Israel flohen vor dem Mann, sobald sie ihn sahen, und fürchteten sich sehr.

David also, welcher aber in diesen Tagen noch gar nicht zu einem Mann herangewachsen war, hörte den Spott des Philisters, und danach hörte er auch, wie die Kämpfer Israels davon redeten, dass König Saul eine große Belohnung für den Mann verspricht, der Goliath im Zweikampf besiegen würde. Deswegen war David, welcher sein ganzes Vertrauen auf Gott setzte, fest entschlossen, dass er Goliath entgegen treten will.
Folgendes lesen wir darüber in den Versen 32 bis 51:

Und David sprach zu Saul: Niemand soll seinetwegen den Mut sinken lassen! Dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen!
Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen, um gegen diesen Philister zu kämpfen, denn du bist noch ein Knabe; dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf!
David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters; wenn nun ein Löwe oder ein Bär kam und ein Schaf von der Herde hinwegtrug,
dann lief ich ihm nach und schlug ihn und entriss es seinem Rachen. Und wenn er sich gegen mich erhob, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn und tötete ihn.
Sowohl den Löwen als auch den Bären hat dein Knecht erschlagen, und dieser Philister, dieser Unbeschnittene, soll wie einer von jenen sein; denn er hat die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt!
Weiter sprach David: Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, Er wird mich auch von diesem Philister erretten! Und Saul sprach zu David: Geh hin, und der HERR sei mit dir!
Und Saul legte David seine Rüstung an und setzte einen ehernen Helm auf seinen Kopf und legte ihm einen Schuppenpanzer um.
Danach gürtete David sein Schwert über seine Kleider und bemühte sich zu gehen; denn er hatte es noch nicht versucht. Da sprach David zu Saul: Ich kann darin nicht gehen; denn ich bin es nicht gewohnt! Und David legte es von sich ab.
Und er nahm seinen Stab in die Hand und erwählte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und legte sie in die Hirtentasche, die er hatte, und zwar in die Schleudersteintasche, und er nahm seine Schleuder zur Hand und näherte sich dem Philister.
Und der Philister kam auch daher und näherte sich David, und sein Schildträger ging vor ihm her.
Als nun der Philister den David sah und anschaute, da verachtete er ihn; denn er war ein Knabe, rötlich und von schöner Gestalt.
Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit Stöcken zu mir kommst? Und der Philister fluchte David bei seinen Göttern.
Und der Philister sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes geben!
David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert und mit Speer und mit Wurfspieß; ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, die du verhöhnt hast!
An diesem heutigen Tag wird dich der HERR in meine Hand ausliefern, und ich werde dich erschlagen und deinen Kopf von dir nehmen, und ich werde die Leichname des Heeres der Philister an diesem Tag den Vögeln unter dem Himmel und den wilden Tieren der Erde geben, damit die ganze Erde erkenne, dass Israel einen Gott hat!
Und diese ganze Gemeinde soll erkennen, dass der HERR nicht durch Schwert oder Spieß errettet; denn der Kampf ist die Sache des HERRN, und Er wird euch in unsere Hand geben!
Und es geschah, als sich der Philister aufmachte und daherkam und sich David näherte, da eilte David und lief der Schlachtreihe entgegen, auf den Philister zu.
Und David streckte seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein heraus; und er schleuderte und traf den Philister an seine Stirn, sodass der Stein in seine Stirn drang und er auf sein Angesicht zur Erde fiel.
So überwand David den Philister mit der Schleuder und mit dem Stein, und er erschlug den Philister und tötete ihn. Und weil David kein Schwert in seiner Hand hatte,
lief er und trat auf den Philister und nahm dessen Schwert und zog es aus der Scheide und tötete ihn und schlug ihm damit den Kopf ab. Als aber die Philister sahen, dass ihr Held tot war, flohen sie.

Dies ist also die Geschichte, von der manch einer bestimmt schonmal gehört hat, wie David gegen den Riese Goliath kämpfte und ihn dank Gottes Beistand allein mit einer Steinschleuder besiegte.
Jedenfalls sollte dann der Heerführer von König Saul, dessen Name Abner lautete, David ins Königshaus holen, um dort zu bleiben und nicht mehr nach Hause zurückzukehren, und David wurde zum Kriegsdienst verpflichtet. Demgemäß steht Folgendes in Kapitel 18, Vers 1 bis 5:

Und es geschah, als er aufgehört hatte mit Saul zu reden, da verband sich die Seele Jonathans mit der Seele Davids, und Jonathan gewann ihn lieb wie seine eigene Seele.
Und Saul nahm ihn an jenem Tag zu sich und ließ ihn nicht wieder in das Haus seines Vaters zurückkehren.
Jonathan aber und David machten einen Bund miteinander; denn er hatte ihn lieb wie seine eigene Seele.
Und Jonathan zog das Obergewand aus, das er anhatte, und gab es David, dazu seinen Waffenrock, sogar sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel.
Und David zog zum Kampf aus, überall wohin Saul ihn sandte, hatte er Gelingen, sodass Saul ihn über die Kriegsleute setzte. Und er gefiel dem ganzen Volk wohl, auch den Knechten Sauls.

An diesem Text merken wir, dass die Seele von einem Sohn Sauls, nämlich von Jonathan, sich mit David verband. Diese Aussage, sowie einige andere Erzählungen, die ab hier folgen, könnten ungefestigte Menschen zum Anlass nehmen, um zu behaupten, dass die Bibel Homosexualität erlauben würde. Denn niemand redet schlecht über David, und niemand traut sich, schlecht über David zu reden. Gott redet in den Prophetenbüchern ausschließlich positiv von David, und Jesus wird nach dem Fleisch Sohn Davids genannt, und auch der Apostel Petrus bezeugt in einer vom Heiligen Geist inspirierten Rede vor den Juden, dass König David als Prophet zählt. Und über genau diesen großartigen Mann Gottes findet man im ersten und zweiten Buch Samuel dann derartige Anmerkungen, die so klingen, als hätte David eine Liebesbeziehung mit Jonathan gehabt. Denn es ist nicht auf die Art gemeint, dass die beiden eine Liebesbeziehung gehabt hätten, aber das heutige verdrehte Denken der Gesellschaft wird immer stärker auf derartiges Denken abgerichtet. Manche Menschen fühlen sich innerlich wie in einem Wahn dazu gedrängt, anderen Menschen Homosexualität zu unterstellen. Und die Gesellschaft redet Homosexualität schön, aber die Bibel soll eigentlich Zeugnis davon geben, dass es für jeden Mensch besser ist, wenn er sich weigert, sowas schön zu finden. Der gerade gelesene Ausspruch ist zwar in dieser Hinsicht sehr kontraproduktiv, aber Jesus hat offenkundig bezeugt, dass Unzucht böse ist, und wir wissen, dass keiner ins Reich Gottes eingeht, der etwas tut oder tun will, was als böse angesehen wird vor Gott. Darum sollte man wohl am ehesten davon ausgehen, dass die Erzählungen von David und Jonathan einen Beitrag dazu leisten sollen, dass das sprichwörtliche Unkraut vom Weizen unterschieden werden kann.
Lasst uns aber mal wieder auf die eigentliche Situation zurückkommen! David war zum Kriegsdienst verpflichtet und wir lesen davon, dass er überall Gelingen hatte. Also er wurde in viele Schlachten geschickt und kam siegreich wieder. Und dann geschah etwas, was wohl keiner erwartet hätte, denn wir lesen in den Versen 6 bis 8:

Es geschah aber, als sie heimkamen, als David von der Schlacht der Philister zurückkehrte, dass die Frauen aus allen Städten Israels mit Gesang und Reigen dem König Saul entgegengingen, mit Tamburinen, mit Jubel und mit Triangeln.
Und die Frauen sangen im Reigen und riefen: »Saul hat seine Tausende geschlagen, David aber seine Zehntausende!«
Da ergrimmte Saul sehr, und dieses Wort missfiel ihm, und er sprach: Sie haben dem David Zehntausende gegeben und mir Tausende; es fehlt ihm nur noch das Königreich!

Diese Aktion des Volkes war ziemlich übertrieben, als sie lautstark sangen und musizierten und dabei die besagten Worte sangen. Und die Kunde von diesem Ereignis verbreitete sich in ganz Israel und auch über Israel hinaus, sodass sogar die Nachbarländer hörten, wie David besungen wurde, weil er im Krieg viele Feinde besiegte. Und König Saul geriet in so große Wut, dass er David in einem spontanen Wutanfall umbringen wollte, danach aber entfernte er ihn aus seiner direkten Nähe, aber David leistete den Kriegsdienst weiter und hatte Gelingen.

Es geschah aber, dass die Knechte des Königs entdeckten, dass David an einer der Töchter von König Saul Gefallen gefunden hatte, deren Name Michal war. Und David wusste, da er aus keiner reichen Familie kam, dass es unangemessen wäre, wenn jemand wie er darum bitten würde, sie zur Frau zu bekommen. Aber es wurde dem König Saul berichtet und er wollte das ausnutzen, um David im Krieg umkommen zu lassen, indem er die ekelhafte Forderung stellte, dass David einhundert Vorhäute von Philistern als Ersatz für eine Heiratsgabe dem König vorlegen muss, und dann würde ihm Michal zur Frau gegeben werden. Denn es war ja nur Israel der Thora verpflichtet, in welcher auch die Beschneidung verlangt wird, aber die Heidenvölker ließen sich nicht beschneiden. Deswegen hatte Saul diese Idee und hoffte, David würde bei dem Versuch sterben, diese Forderung zu erfüllen.
Was letztlich daraus wurde, lesen wir in den Versen 25 bis 27:

Saul sprach: So sagt zu David: Der König begehrt keine Heiratsgabe, sondern nur 100 Vorhäute von Philistern, um sich an den Feinden des Königs zu rächen! Aber Saul trachtete danach, David durch die Hand der Philister zu Fall zu bringen.
Und seine Knechte sagten dem David diese Worte, und es war recht in Davids Augen, Schwiegersohn des Königs zu werden. Und noch waren die Tage nicht vollendet,
da machte sich David auf und zog mit seinen Männern hin und schlug 200 Mann unter den Philistern. Und David brachte ihre Vorhäute, und man legte sie dem König vollzählig vor, damit er Schwiegersohn des Königs werde. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zur Frau.

Hier sehen wir nun, dass David die Forderung erfüllen konnte und König Saul letztlich keine andere Wahl hatte, als David tatsächlich die Tochter zur Frau zu geben, welche David wollte. Und es ging auch danach immer so weiter, dass David eine Schlacht nach der anderen gewann mitsamt allen Kriegern, die ihm unterstellt waren. Die Bibel betont auch immer wieder, dass Gott die ganze Zeit David behütete.

Irgendwann wurden der Zorn und der Neid von Saul zu groß, und demgemäß erfahren wir Folgendes in Kapitel 19, Vers 1 bis 7:

Saul aber redete zu seinem Sohn Jonathan und zu allen seinen Knechten, dass sie David töten sollten. Aber Jonathan, Sauls Sohn, hatte großes Wohlgefallen an David.
Darum berichtete Jonathan dies dem David und sprach: Mein Vater Saul trachtet danach, dich zu töten! So nimm dich nun morgen in Acht und bleibe verborgen und verstecke dich!
Ich aber will hinausgehen und neben meinem Vater auf dem Feld stehen, wo du bist; und ich will mit meinem Vater deinetwegen reden, und was ich sehe, das will ich dir berichten!
Und Jonathan redete Gutes über David zu seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Der König versündige sich nicht an seinem Knecht David; denn er hat keine Sünde gegen dich getan, und seine Taten sind dir sehr nützlich.
Denn er hat sein Leben aufs Spiel gesetzt und den Philister erschlagen, und der HERR hat ganz Israel eine große Rettung bereitet. Das hast du gesehen und dich darüber gefreut. Warum willst du dich denn an unschuldigem Blut versündigen, indem du David ohne Ursache tötest?
Da hörte Saul auf die Stimme Jonathans, und Saul schwor: So wahr der HERR lebt, er soll nicht sterben!
Da rief Jonathan den David, und Jonathan berichtete ihm alle diese Worte. Und Jonathan brachte David zu Saul, und er war wieder vor ihm wie zuvor.

Wir erkennen an diesem Text, dass Jonathan vor seinem Vater Saul ein gutes Wort für David einlegte, und das hat an dem Tag tatsächlich etwas genützt. Darum wollte Saul nicht mehr zornig auf David sein und ließ ihn wieder in die eigene Nähe. Leider hielt das nicht lange an, sondern nach dem nächsten großen Sieg gegen die Philister wurde Saul schonwieder eifersüchtig auf David und versuchte, ihn zu töten. Und David entkam aus dem Königshaus. Allerdings war der Zorn des Königs diesmal so groß, dass er David sogar ergreifen lassen wollte. Aber die Tochter Sauls, welche David geheiratet hatte, half ihm. Diesbezüglich steht geschrieben in den Versen 11 bis 18:

Da sandte Saul Boten zu Davids Haus, um ihn zu bewachen und am Morgen zu töten. Michal aber, seine Frau, berichtete es David und sprach: Wenn du diese Nacht nicht deine Seele rettest, so wirst du morgen umgebracht!
Und Michal ließ David durchs Fenster hinunter, und er ging davon, floh und entkam.
Und Michal nahm den Teraphim und legte ihn auf das Bett und legte ein Geflecht von Ziegenhaaren an sein Kopfende und deckte ihn mit Kleidern zu.
Da sandte Saul Boten, um David zu holen. Sie aber sprach: Er ist krank!
Saul aber sandte die Boten, nach David zu sehen, und sprach: Bringt ihn samt dem Bett zu mir herauf, damit ich ihn töte!
Als nun die Boten kamen, siehe, da lag der Teraphim im Bett und ein Geflecht von Ziegenhaaren an seinem Kopfende!
Da sprach Saul zu Michal: Warum hast du mich so betrogen und meinen Feind laufen lassen, dass er entkam? Michal sagte zu Saul: Er sprach zu mir: »Lass mich gehen oder ich töte dich!«
David aber floh und entkam; und er ging zu Samuel nach Rama und teilte ihm alles mit, was Saul ihm angetan hatte. Und er ging hin mit Samuel, und sie blieben in Najot.

Falls irgendjemand sich fragt, was genau ein Teraphim ist, beantworte ich das mal kurz: Ein Teraphim ist einfach nur ein Götzenbild, welches damals weit verbreitet war und welches sich auch viele untreue Israeliten in ihre Häuser stellten. Denn wir wissen zwar, dass Gott gesagt hat, wir sollen keinerlei Götzenbilder besitzen, aber sowas ist bekanntermaßen den meisten Menschen völlig egal, da sie sich einen Dreck für Gottes Gebote interessieren und lieber tun, was ihnen selber gefällt. So lief es in Israel damals auch oft. Leider.
David musste nun aber sein Zuhause verlassen, und da er nicht wusste, wo er hin sollte, ging er zu dem Prophet Samuel, von welchem er zum König gesalbt worden war, und blieb erstmal dort. König Saul war es aber diesmal sehr ernst, dass David sterben muss, darum ließ er David weiter verfolgen. Samuel war aber in diesen Tagen sehr oft mit Beten beschäftigt, und zwar so ähnlich wie beim Sprachengebet, denn der Geist Gottes war noch auf ihm und auch auf denen, welche bei ihm waren und auch von Gott zu Propheten gemacht worden waren. Zu diesen Leuten sandte der König Saul Diener, um David ergreifen zu lassen. Lasst uns mal schauen, wie genau das geendet hat! Es steht geschrieben in den Versen 19 und 20:

Es wurde aber dem Saul berichtet: Siehe, David ist in Najot bei Rama!
Da sandte Saul Boten, um David zu holen. Als sie nun die Versammlung der Propheten weissagen sahen und Samuel, der an ihrer Spitze stand, da kam auf die Boten Sauls der Geist Gottes, sodass auch sie weissagten.

Wie wir an diesem Bericht erkennen, konnten sich die Boten nicht mehr darum kümmern, David gefangen zu nehmen, denn die Boten waren vom Geist Gottes erfüllt worden, sodass sie durch den Geist ungehalten Weissagungen verkündigten.

Natürlich wurde das irgendwann Saul bekannt. Und wie Saul auf diesen nicht ganz gewöhnlichen Verlauf reagierte, lesen wir in Vers 21. Folgendes steht dort:

Als dies Saul berichtet wurde, sandte er andere Boten: Die weissagten auch. Da sandte er noch ein drittes Mal Boten, und auch sie weissagten.

Es ist also egal, wie oft Saul noch Boten zu Samuel nach Najot senden würde, um David ergreifen zu lassen, denn sie alle wurden vom Geist Gottes erfüllt und begannen ebenfalls, ungehalten Weissagungen auszurufen. Es sieht ganz so aus, dass Saul keine andere Wahl hatte, als diese Sache persönlich in die Hand zu nehmen. Und wir werden merken, dass er das auch tat, denn er ging los, um David selbst zu ergreifen. Darüber steht Folgendes in den Versen 22 bis 24:

Da ging auch er selbst nach Rama; und als er zu dem großen Brunnen kam, der in Sechu ist, fragte er und sprach: Wo sind Samuel und David? Da wurde ihm gesagt: Siehe, in Najot bei Rama!
Und er ging dorthin, nach Najot bei Rama. Und der Geist Gottes kam auch auf ihn; und er ging weissagend weiter, bis er nach Najot bei Rama kam.
Und er zog auch seine Obergewänder aus, und er weissagte sogar vor Samuel und lag ohne Obergewand da, jenen ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher spricht man: »Ist auch Saul unter den Propheten?«

Wie wir an diesem Verlauf erkennen können, ist es Saul auch nicht anders ergangen als den Boten, denn auch er wurde vom Geist Gottes so stark erfüllt, dass er ungehalten weissagte und sogar mit entblößten Oberkörper vor Samuel lag beim Weissagen. Samuel ließ ihn einfach liegen, den ganzen Tag und die ganze Nacht, aber wie es danach weiterging, wird nicht berichtet. Stattdessen erfahren wir, dass David diesen Zustand Sauls zum Anlass nahm, um wieder zurück in die Stadt zu gehen, wo Saul und seine Familie wohnten, denn er wollte sich mit Jonathan unterhalten. In Kapitel 20 lesen wir dazu in den Versen 1 bis 3:

David aber floh von Najot bei Rama und kam und redete mit Jonathan: Was habe ich getan? Was ist meine Schuld? Und was habe ich vor deinem Vater gesündigt, dass er mir nach dem Leben trachtet?
Er aber sprach zu ihm: Das sei ferne, du sollst nicht sterben! Siehe, mein Vater tut nichts, weder Großes noch Kleines, das er nicht meinen Ohren offenbaren würde. Warum sollte denn mein Vater dies vor mir verbergen? Es ist nichts daran!
Und David fuhr fort und schwor: Dein Vater weiß genau, dass ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe; darum wird er denken: Jonathan soll dies nicht erfahren, damit er nicht bekümmert ist! Und wahrlich, so wahr der HERR lebt und so wahr deine Seele lebt, es ist nur ein Schritt zwischen mir und dem Tod!

Anhand dieser Worte merken wir, dass die böse Absicht von König Saul gegen David allgemein nicht sonderlich bekannt ist. Die Leute schienen daran gewöhnt zu sein, dass König Saul manchmal so wütend wird, dass er Mordlust bekommt, aber dann ist plötzlich alles wieder friedlich. Besonders Jonathan zweifelte daran, dass König Saul wirklich die unabwendbare Absicht verfolgt, David zu töten. Und es stand das gemeinsame Essen zum Neumondfest bevor. Ich weiß leider keine genauen Details über dieses Fest, sondern nur, dass es im Ursprung viermal im Jahr gefeiert werden sollte, und dass es Ähnlichkeit mit dem Sabbat hat. König Saul feierte es scheinbar auf seine eigene Weise und veranstaltete zwei Festmahle, zu welchen David anwesend sein sollte. Und David wollte nicht hingehen, Jonathan aber sollte herausfinden, ob Saul tatsächlich unanfechtbare Mordgedanken gegen David hegte.
Und David wollte sich in der freien Natur verstecken, nahe bei einem bestimmten Feld. Wie aber die Festmahle verliefen, das lesen wir uns kurz durch. Es steht geschrieben in den Versen 24 bis 34:

So verbarg sich David auf dem Feld. Als aber der Neumond kam, setzte sich der König zum Mahl, um zu essen.
Und zwar saß der König an seinem gewohnten Platz an der Wand; Jonathan aber stand auf, und Abner setzte sich neben Saul; und Davids Platz blieb leer.
Saul aber sagte an diesem Tag nichts; denn er dachte: Es ist ein Zufall; er ist nicht rein; gewiss ist er nicht rein!
Es geschah aber am Tag nach dem Neumond, als Davids Platz wieder leer blieb, dass Saul seinen Sohn Jonathan fragte: Warum ist der Sohn Isais weder gestern noch heute zum Essen gekommen?
Da antwortete Jonathan dem Saul: David hat mich dringend gebeten, nach Bethlehem gehen zu dürfen;
und er sagte: Lass mich doch hingehen; denn wir halten ein Familienopfer in der Stadt, und mein Bruder selbst hat es mir geboten; habe ich nun Gnade vor deinen Augen gefunden, so gib mir doch Urlaub, dass ich meine Brüder sehen kann! Darum ist er nicht an den Tisch des Königs gekommen.
Da entbrannte Sauls Zorn gegen Jonathan, und er sprach zu ihm: Du missratener, widerspenstiger Sohn! Meinst du, ich wüsste nicht, dass du den Sohn Isais erwählt hast, zu deiner Schande und zur Scham und Schande deiner Mutter?
Denn solange der Sohn Isais auf Erden lebt, kannst weder du bestehen noch dein Königtum! So sende nun hin und lass ihn herbringen zu mir; denn er ist ein Kind des Todes!
Und Jonathan antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum soll er sterben? Was hat er getan?
Da warf Saul den Speer nach ihm, um ihn zu durchbohren. Da erkannte Jonathan, dass es bei seinem Vater fest beschlossen war, David zu töten.
Und Jonathan stand vom Tisch auf in glühendem Zorn und aß an jenem zweiten Tag des Neumonds keine Speise; denn es tat ihm weh um Davids willen, weil sein Vater ihn beschimpft hatte.

An diesem Verlauf erkennen wir, dass Jonathan nun ohne jeden Zweifel begriffen hatte, wie groß der Hass des Königs Saul gegen David wirklich ist, auch wenn er das überhaupt nicht erwartet hätte. Und Jonathan ging auch zu der verabredeten Stelle, um David dies zu berichten. Diese Kunde hatte aber zu bedeuten, dass David fliehen muss und sie einander längere Zeit nicht sehen werden. Und man liest auch hier einen Bericht darüber, dass sie einander weinend in den Armen lagen und einander küssten. Damit ist aber kein von Begierden erfülltes Küssen gemeint, sondern diese Art küssen, die man von manchen Ländern als gewohnte Sitte kennt, nämlich dass die Menschen dort sich einen Kuss auf die linke und rechte Wange geben, um einander zu begrüßen oder zu verabschieden. Das hat überhaupt nichts mit Homosexualität zu tun, würde aber von Menschen mit unheiliger Absicht zu solch einem Zweck missbraucht werden.

Schließlich hatte David es nach dem Abschied ziemlich eilig, und er ging ganz allein in die Ferne, ohne Reisebegleitung, was zur damaligen Zeit sehr unüblich war.
Jedenfalls wissen wir ganz genau, dass alle Lügner am Ende in den ewigen Feuer- und Schwefelsee fallen werden. Und David wusste zwar nichts von diesem Detail, aber er wusste dank der Thora sehr genau, dass Lügen verboten ist. David erzählte aber leider trotzdem Lügen. Das merken wir, wenn wir in Kapitel 21 weiterlesen. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 8:

Und David machte sich auf und ging; Jonathan aber kam in die Stadt.
Und David begab sich nach Nob, zu dem Priester Achimelech. Achimelech aber kam David bestürzt entgegen und sprach zu ihm: Warum kommst du allein, und es ist kein einziger Mann bei dir?
David sprach zu Achimelech, dem Priester: Der König hat mir etwas befohlen und zu mir gesagt: Lass niemand wissen, warum ich dich gesandt und was ich dir befohlen habe! Die Leute aber habe ich da und dahin bestellt.
Und nun, was hast du zur Hand? Gib mir fünf Brote oder was sonst vorhanden ist!
Der Priester antwortete David und sprach: Ich habe kein gewöhnliches Brot zur Verfügung, sondern nur heiliges Brot; wenn die Leute sich nur der Frauen enthalten haben!
Da antwortete David dem Priester und sprach: Die Frauen waren uns schon gestern und vorgestern versagt, als ich auszog; auch waren die Leiber der Leute rein, obwohl dies ein gewöhnlicher Auftrag ist – um wie viel mehr werden sie heute am Leib rein sein!
Da gab ihm der Priester heiliges Brot; denn es war kein anderes da außer den Schaubroten, die man von dem Angesicht des HERRN hinweggetan hatte, um warmes Brot aufzulegen an dem Tag, da man sie wegnahm.
An jenem Tag war aber dort vor dem HERRN ein Mann von den Knechten Sauls eingeschlossen, der hieß Doeg, der Edomiter, der Aufseher über die Hirten Sauls.

David erzählte also dem Priester Achimelech mehrere Lügen, als er ins Gotteshaus kam. Und der Priester glaubte ihm. Weil aber David auch großen Hunger hatte und gerade nichts Anderes essbares da war als die Brote, die gemäß dem Gesetz von Moses als eine Art Dekoration in der Stiftshütte liegen müssen, bekam David diese Brote zu essen, damit er nicht etwa verschmachtet. Bei dieser Entscheidung ist demnach zwar auch nicht alles korrekt abgelaufen, aber es geschah im Zuge von großer Barmherzigkeit, um David nicht an Hunger zugrunde gehen zu lassen, deswegen rechnete Gott dieses Detail nicht als Sünde an. Die Lügen hingegen, welche im Hinblick auf ewiges Leben ein todeswürdiges Vergehen sind, werden diesmal in weltlicher Hinsicht traurige Konsequenzen haben, wie wir später noch merken. Denn ein Bediensteter von König Saul war als Gefangener in der Nähe und hatte alles gehört, was David mit dem Priester redete und dass der Priester David half.
Wie es weitergeht, lesen wir in den Versen 9 und 10, wo geschrieben steht:

Und David fragte Achimelech: Gibt es nicht irgendeinen Speer oder ein Schwert bei dir? Denn ich habe nicht einmal mein Schwert und meine Waffen zur Hand genommen, weil die Sache des Königs solche Eile hatte.
Der Priester antwortete: Das Schwert Goliaths, des Philisters, den du im Terebinthental erschlagen hast, siehe, das liegt hinter dem Ephod in ein Gewand eingewickelt; wenn du das für dich nehmen willst, so nimm es, denn es ist kein anderes hier außer diesem. David sprach: Es gibt nicht seinesgleichen; gib es mir!

An dieser Erzählung wird ersichtlich, dass David von nun an mit dem Schwert des Philisters bewaffnet war, den er mit Gottes Hilfe im Kampf besiegt hatte. Danach traf jedoch David die nicht sonderlich intelligente Entscheidung, in das Land der Philister zu gehen, weil er glaubte, er wäre in der Mitte seiner eigenen Feinde am sichersten vor dem König Saul. Darum kam er bis vor den König der Philister, um darum zu bitten, im Land der Philister wohnen zu dürfen. Denn er war naiv genug, um zu meinen, der König würde sich nichts weiter dabei denken und seine Hauptleute auch nicht.
Wie genau das nun ablief, das steht geschrieben in den Versen 11 bis 16:

Und David machte sich auf und floh an jenem Tag vor Saul und kam zu Achis, dem König von Gat.
Da sprachen die Knechte des Achis zu ihm: Ist das nicht David, der König des Landes? Ist das nicht der, von welchem sie im Reigen sangen: »Saul hat seine Tausende geschlagen, David aber seine Zehntausende«?
Diese Worte nahm sich David zu Herzen und fürchtete sich sehr vor Achis, dem König von Gat.
Und er stellte sich wahnsinnig vor ihren Augen und gebärdete sich wie verrückt unter ihren Händen und kritzelte an die Flügel des Stadttores und ließ seinen Speichel in seinen Bart fließen.
Da sprach Achis zu seinen Knechten: Ihr seht doch, dass der Mann verrückt ist! Was bringt ihr ihn denn zu mir?
Fehlt es mir etwa an Verrückten, dass ihr diesen Mann hergebracht habt, damit er bei mir tobt? Sollte der in mein Haus kommen?

David merkte sehr schnell, dass sein Ruf über die vielen gewonnenen Schlachten gegen die Philister sich weit verbreitet hatte, also auch bis ins Land des Feindes, und somit würde er jetzt deswegen großen Ärger bekommen, denn er stand vor dem König seiner Feinde. Da stellte sich David wahnsinnig, wie wir es gelesen haben, und der König war merklich entsetzt.
Somit wurde David vertrieben und geriet nicht in Schwierigkeiten. Im nächsten Kapitel erfahren wir dann Folgendes in den Versen 1 und 2:

Und David ging von dort weg und entkam in die Höhle Adullam. Als das seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters hörten, kamen sie dorthin zu ihm hinab.
Und es versammelten sich zu ihm allerlei Männer, die in Not und Schulden waren, und alle, die ein verbittertes Herz hatten, und er wurde ihr Oberster, und sie hielten es mit ihm, etwa 400 Mann.

Hier lesen wir von einem recht ungewöhnlichen Verlauf. David war allein gewesen, aber es hatten ihn wohl Leute gesehen und erkannt, als er unterwegs war, und es sprach sich herum, sodass sich sogar die Information bis zu Davids Familie verbreitete, dass David gerade in einer bestimmten Höhle leben muss. Und seine Brüder, die wahrscheinlich am Anfang eher eifersüchtig auf ihn waren wegen der Salbung durch den Prophet Samuel, die gingen hin, um bei David zu bleiben. Und es versammelten sich auch noch 400 andere Männer zu David, die er eigentlich gar nicht kannte. Die hatten einfach spontan den Gedanke, dass sie hingehen wollen, um David zu folgen. Vermutlich ist die Tatsache, dass David ein Verstoßener und flüchtiger Mann war, der nicht in der zivilisierten Gesellschaft umhergehen konnte, ohne Schwierigkeiten zu bekommen, sehr beeindruckend für diese Männer gewesen. Denn die Männer selbst waren ja auch Leute, die mit dem Leben in der Gesellschaft nicht zurecht kamen, da sie Schulden hatten und verbittert in ihren Herzen waren. Dadurch waren sie auch gewissermaßen Verstoßene und schienen wohl eine Gemeinsamkeit mit David zu sehen, welche sie zu ihm trieb.
So war also David von nun an nicht mehr allein, sondern hatte eine große Schar an Verstoßenen bei sich, die auf seine Befehle hörten. Und sie versuchten, gemeinsam zu überleben ohne die Vorzüge der zivilisierten Gesellschaft.

Der König Saul aber suchte nach David, und ihm wurde die Information gegeben, dass David in dem Gotteshaus von Nob gesehen worden war. Denn der selbe Mann, der dort gefangen war und gelauscht hatte, als David den Priester anlog und die Schaubrote aß, der war wieder frei und berichtete dem König, dass der Priester Achimelech David geholfen hatte. Demgemäß lesen wir Folgendes ab Vers 11:

Da sandte der König hin und ließ Achimelech rufen, den Sohn Achitubs, den Priester, und das ganze Haus seines Vaters, die Priester, die in Nob waren; und sie kamen alle zum König.
Und Saul sprach: Höre doch, du Sohn Achitubs! Und er antwortete: Hier bin ich, mein Herr!
Und Saul sprach zu ihm: Warum habt ihr einen Bund gegen mich gemacht, du und der Sohn Isais, dass du ihm Brot und ein Schwert gegeben und Gott für ihn befragt hast, sodass er sich gegen mich auflehnt und mir nachstellt, wie es heute offenbar ist?
Da antwortete Achimelech dem König und sprach: Und wer ist unter allen deinen Knechten so treu wie David, der dazu noch der Schwiegersohn des Königs ist, der Zutritt zu deinem geheimen Rat hat und in deinem Haus so hoch angesehen ist?
Habe ich denn erst heute angefangen, Gott für ihn zu befragen? Das sei ferne von mir! Der König lege dies weder seinem Knecht noch dem ganzen Haus meines Vaters zur Last; denn dein Knecht hat von alledem nichts gewusst, weder Kleines noch Großes!
Aber der König sprach: Du musst gewisslich sterben, Achimelech, du und das ganze Haus deines Vaters!
Und der König sprach zu den Läufern, die vor ihm standen: Tretet herzu und tötet die Priester des HERRN! Denn ihre Hand ist auch mit David; und obgleich sie wussten, dass er floh, haben sie es mir doch nicht eröffnet! Aber die Knechte des Königs wollten ihre Hand nicht an die Priester des HERRN legen, um sie zu erschlagen.
Da sprach der König zu Doeg: Tritt du herzu und erschlage die Priester! Und Doeg, der Edomiter, trat herzu und fiel über die Priester her und tötete an jenem Tag 85 Männer, die das leinene Ephod trugen.
Und Nob, die Stadt der Priester, schlug er mit der Schärfe des Schwertes, vom Mann bis zur Frau, vom Kind bis zum Säugling, sowie Rinder, Esel und Schafe, mit der Schärfe des Schwertes.
Es entkam aber ein Sohn Achimelechs, des Sohnes Achitubs, der hieß Abjatar, und er floh zu David.
Und Abjatar berichtete David, dass Saul die Priester des HERRN niedergemacht habe.
David aber sprach zu Abjatar: Ich wusste wohl an jenem Tag, als Doeg, der Edomiter dort war, dass er es Saul gewiss sagen werde. Ich bin schuldig an allen Seelen aus dem Haus deines Vaters!
Bleibe bei mir und fürchte dich nicht. Denn der, welcher nach meinem Leben trachtet, der trachtet auch nach deinem Leben; doch bei mir bist du gut beschützt!

Hier erkennt nun also David, dass die Sache vielleicht anders verlaufen wäre, wenn er dem Priester Achimelech von Anfang an die Wahrheit gesagt hätte. Denn dann wäre der Priester gegenüber dem König Saul vorsichtig gewesen, und eventuell hätte er auch bewirken können, dass der Bedienstete des Königs, der das Gespräch belauscht hatte, nicht mehr vor den König treten darf, um von dem Gespräch zu berichten. Weil aber der Priester nicht wusste, dass David unrechtmäßig verfolgt wurde, ist er natürlich von all dem überrascht worden.
Und das ist ein Beispiel, welches uns zeigt, warum es immer besser ist, die Wahrheit zu sagen, auch wenn man auf den ersten Blick meinen könnte, es sei ein Fehler. Leider ist nun der Priester tot, samt seinen Familienmitgliedern, und die Stadt wurde verdorben, und nur ein Sohn des Priesters, welcher Abjatar heißt, ist noch übrig und sucht Schutz bei David.

Jedenfalls wurde dann eine Stadt namens Kehila von den Philistern angegriffen und David zog mit seiner Schar aus, um die Stadt zu retten, was ihm auch gelang. Als er aber in der Stadt war, erfuhr König Saul davon und wollte David fangen. Deswegen musste David die Stadt verlassen, bevor Saul mit seiner Streitmacht dort ankommen würde. Es ist aber auch erwähnenswert, das David immer zuerst Gott befragte, bevor er entschied, wohin er als nächstes gehen soll und welche Entscheidungen in großen Angelegenheiten die richtigen sind.
Und David floh in eine Wüste. Als David dort war, kam Jonathan zu David, um ihn zu ermutigen. Es hatten aber einige Leute gesehen, dass David sich in der Wüste nahe bei ihrer Stadt versteckt, inklusive 600 Männern, die David nachliefen. Da trugen die Leute aus der Stadt, die es gesehen hatten, diese Information bis zu König Saul, und König Saul zog abermals mit seiner Streitmacht aus, um David zu ergreifen. Und David zog in eine andere Wüste, aber Saul war kurz davor, ihn auch dort zu finden. Da wurde dem König Saul gemeldet, dass die Philister ins Land einfallen, deswegen kehrte Saul um und kämpfte mit seiner Streitmacht gegen die Philister.
Und David versteckte sich als nächstes in einem Gebirge, aber auch dabei hatten ihn Menschen beobachtet, die es dem König Saul berichteten.
Diesbezüglich lesen wir Folgendes in Kapitel 24, Vers 3 bis 8:

Und Saul nahm 3000 auserlesene Männer aus ganz Israel und zog hin, um David samt seinen Männern zu suchen, auf den Steinbockfelsen.
Und als er zu den Schafhürden am Weg kam, war dort eine Höhle; und Saul ging hinein, um seine Füße zu bedecken. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle.
Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der HERR zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hand geben, dass du mit ihm machst, was dir gefällt! Und David stand auf und schnitt heimlich einen Zipfel von Sauls Obergewand ab.
Aber es geschah danach, da schlug ihm sein Herz, weil er den Zipfel von Sauls Obergewand abgeschnitten hatte;
und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir sein, dass ich so etwas tue und meine Hand an meinen Herrn, den Gesalbten des HERRN, lege; denn er ist der Gesalbte des HERRN!
So hielt David seine Männer mit diesen Worten zurück und ließ ihnen nicht zu, sich gegen Saul zu erheben. Saul aber machte sich auf aus der Höhle und ging seines Weges.

Wie wir an diesem Text merken, waren also die Männer von David der Meinung, Gott hätte den König Saul in David's Hand gegeben. Aber David wusste es besser, nämlich dass geprüft werden soll, wie groß das Vertrauen Davids auf Gott ist. Wenn David Gott vertraut, so wird er davon ausgehen, dass es unnötig ist, Saul zu töten, weil Gott persönlich alles in die Wege leiten wird, sodass Saul keine Gefahr mehr sein wird, und bis dahin würde Gott seinen Knecht David natürlich vor dem schlimmsten bewahren. Wenn aber David kein Vertrauen auf Gott hat, sondern auf sich selbst vertraut, so wird er diese Gelegenheit ergreifen, um König Saul zu töten, obwohl doch König Saul von einem Prophet Gottes eine Salbung bekommen hat, was eine ziemlich bedeutungsvolle Sache ist. Denn dadurch hätte David dann sich selbst gerettet, aber sich auch an Gott versündigt. Denn wenn jemand in Gottes Namen gesalbt ist, so entscheidet allein Gott den Ausgang des Lebens dieses Menschen und niemand soll sich gegen ihn erheben. Durch die Reaktion von David merken wir letztlich, dass David auf Gott mehr vertraute als auf seine eigene Stärke.
Darum verließ König Saul die Höhle, ohne zu wissen, dass David die ganze Zeit hinter ihm gewesen war. Und David wollte den König wissen lassen, dass er theoretisch von ihm hätte getötet werden können. Daum lesen wir Folgendes im Rest des Kapitels ab Vers 9:

Danach machte sich auch David auf und verließ die Höhle und rief Saul nach und sprach: Mein Herr und König! Da sah Saul hinter sich. Und David neigte sein Angesicht zur Erde und verbeugte sich.
Und David sprach zu Saul: Warum hörst du auf die Worte der Leute, die sagen: Siehe, David sucht dein Unglück?
Siehe, an diesem Tag siehst du mit eigenen Augen, dass dich der HERR heute in der Höhle in meine Hand gegeben hat; und man sagte mir, ich solle dich töten, aber es war mir leid um dich, denn ich sprach: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des HERRN!
Nun sieh, mein Vater, sieh doch den Zipfel deines Obergewandes in meiner Hand! Da ich nur den Zipfel deines Obergewandes abschnitt und dich nicht umbrachte, so erkenne und sieh daraus, dass nichts Böses in meiner Hand ist, auch keine Übertretung; ich habe auch nicht an dir gesündigt; du aber stellst mir nach, um mir das Leben zu nehmen!
Der HERR sei Richter zwischen mir und dir; und der HERR räche mich an dir, aber meine Hand soll nicht über dir sein!
Wie man nach dem alten Sprichwort sagt: »Von den Gottlosen kommt Gottlosigkeit« – aber meine Hand soll nicht gegen dich sein!
Wen verfolgst du, König von Israel? Wem jagst du nach? Einem toten Hund! Einem Floh!
Der HERR sei Richter und entscheide zwischen mir und dir, und er sehe danach und führe meine Sache und verschaffe mir Recht von deiner Hand!
Und es geschah, als David aufgehört hatte, diese Worte zu Saul zu reden, da sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte;
und er sprach zu David: Du bist gerechter als ich; denn du hast mir mit Gutem vergolten, ich aber habe dir mit Bösem vergolten!
Und du hast heute bewiesen, dass du Gutes an mir getan hast, weil der HERR mich in deine Hand gegeben hat, und du hast mich doch nicht umgebracht.
Und wie sollte jemand seinen Feind finden und ihn friedlich seines Weges ziehen lassen? Der HERR vergelte dir Gutes für das, was du heute an mir getan hast!
Und nun siehe, ich weiß, dass du gewiss König werden wirst und dass das Königreich Israels in deiner Hand bestehen wird.
So schwöre mir nun bei dem HERRN, dass du meinen Samen nach mir nicht ausrotten und meinen Namen nicht vertilgen wirst aus dem Haus meines Vaters!
Und David schwor dem Saul. Da zog Saul heim; David aber und seine Männer stiegen auf die Bergfeste hinauf.

Hier hat also der König Saul seinen Fehler eingesehen, auch wenn diese Einsicht wie immer nicht lange anhalten würde. Deswegen ging auch David nicht zusammen mit ihm in die Stadt, sondern blieb mit den Männern, die ihm folgten, in der Wildnis.
In Kapitel 25 liest man dann davon, dass die Schafhirten eines fremden Mannes in David's Nähe waren, und David und seine Männer bewachten die fremden Schafhirten und bereiteten ihnen kein Hindernis. Aber zu einem späteren Zeitpunkt, als David und seine Männer Hunger litten, da sandte David einige Diener zu dem jenigen Mann, dem alle Schafherden gehörten und für welchen die Schafhirten arbeiteten. Und David ließ fragen, ob ihnen vielleicht Nahrung gegeben werden könnte, weil sie den Schafhirten geholfen hatten. Aber der Mann spottete darüber und gab den Dienern überhaupt nichts mit, sondern schickte sie leer fort. Da wurde David sehr wütend, und er betete nicht zu Gott, sondern wollte hingehen, um nach seinem eigenen Ermessen Rache zu nehmen. Doch die Frau des Mannes hörte von alldem und lief David mit viel Speise entgegen und bat um Nachsicht und versorgte alle mit Nahrung. Da erkannte David, dass er drauf und dran gewesen war, zu sündigen und lobte die Frau. Und Gott ließ später den Mann sterben, dem die Schafherden gehörten, und die Frau des Mannes wurde von David zur Frau genommen. Denn David hatte offensichtlich nicht kapiert, dass jeder Mann sich an einer einzigen Frau genügen lassen soll und mit ihr ein Fleisch sein soll, und Jesus hatte zur damaligen Zeit noch nicht gelebt, um es zu lehren. Deswegen war David nun mit einer weiteren Frau verheiratet, welche insgesamt schon seine dritte war, und er fühlte sich dabei gerecht.

Einige Zeit später hegte aber König Saul schonwieder Mordlust gegen David und zog noch ein weiteres Mal mit seiner Streitmacht aus, um David zu fangen. Aber als sie ein Lager aufgeschlagen hatten, da kam David mitten in der Nacht in ihr Lager. Und er stahl den Speer des Königs Saul, welcher direkt neben dem Kopf des Königs war, als dieser schlief. Und auch den Wasserkrug des Königs nahm David mit, aber David tötete Saul auch diesmal nicht, weil er immernoch Ehrfurcht davor hatte, dass Saul eine Salbung im Namen Gottes erhalten hatte am Anfang der Königsherrschaft. Und es bemerkte niemand im Lager, wie David dort war, und am nächsten Morgen rief David den Leuten aus der Ferne zu und ließ sie wissen, was er getan hatte. Da schämte sich König Saul auch dieses Mal, weil David ein weiteres Mal sein Leben verschont hatte, als er die Gelegenheit bekam, ihn zu töten.

Jedenfalls hatte David weiterhin die Vermutung, dass König Saul ja doch wieder versuchen würde, ihn zu fangen und zu töten, deswegen versuchte David noch ein weiteres Mal,in der Mitte der eigenen Feinde wohnen zu dürfen, nämlich im Land der Philister. Und der König der Philister erlaubte es diesmal und stellte David in den Kriegsdienst für die Armee der Philister und gab ihm und seinen nachfolgenden Männern einen eigenen Wohnort. Aber David kämpfte nicht wirklich gegen das Land Juda, um den Philistern zu dienen, sondern er überfiel fremde Länder und behauptete dann, dass er Juda überfallen hätte, und diese Sache wurde ihm vom König geglaubt, und der König der Philister forschte nicht nach, ob es sich wirklich so verhielt. Da hatte David scheinbar ziemlich große Gnade Gottes, auch wenn er schonwieder Lügen erzählte, denn wenn der König nachgeforscht hätte, dann hätte David riesigen Ärger bekommen.

Und der Ort im Land der Philister, an welchem David mit seinen Männern wohnen durfte, hieß Ziklag. Dieser Ort aber wurde eines Tages vom Volk der Amalekiter ausgeraubt, als David und seine Männer gerade nicht da waren, und davon liest man in Kapitel 30. Man liest auch davon, dass die Männer, die David nachfolgten, ihm die Schuld dafür gaben und ihn zu Tode steinigen wollten und dass David Gott fragte, ob er der räuberischen Streitmacht nachjagen soll. Und Gott sagte, er soll es tun, und es gelang, sodass alles zurückgeholt werden konnte, was gestohlen worden war, sowohl Frauen und Kinder als auch Tiere und Wertgegenstände. Um das Video nicht unnötig in die Länge zu ziehen, will ich zu diesem Kapitel nichts weiter erzählen.
In Kapitel 31 geschieht eine weitere Schlacht des Königs Saul, der noch immer König über Israel ist, gegen die Philister, aber David war nicht in ihrer Mitte. Wir lesen diesbezüglich Folgendes in den Versen 1 bis 5:

Die Philister aber kämpften gegen Israel, und die Männer von Israel flohen vor den Philistern und fielen erschlagen auf dem Bergland von Gilboa.
Und die Philister drangen auf Saul und seine Söhne ein; und die Philister erschlugen Jonathan und Abinadab und Malchischua, die Söhne Sauls.
Und der Kampf wurde hart gegen Saul; und die Bogenschützen erreichten ihn, und er zitterte vor den Schützen.
Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert und durchbohre mich damit, damit nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich erstechen und misshandeln! Aber sein Waffenträger wollte nicht, denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Saul das Schwert und stürzte sich hinein.
Als nun sein Waffenträger sah, dass Saul tot war, stürzte auch er sich in sein Schwert und starb mit ihm.

Das ist also das Ende des Königs Saul nach Gottes Plan. Der König Saul sollte samt seinen Söhnen im Krieg sterben und es kam auch dazu. Es ging aber ein Kriegsknecht aus Saul's Armee zu dem Leichnam von Saul und plünderte ihn aus. Danach lief er zu David und behauptete, er hätte Saul persönlich erschlagen, denn er erwartete, dass David sich darüber freuen würde. Demgemäß lesen wir im zweiten Buch Samuel in Kapitel 1, Vers 5 bis 18:

David aber sprach zu dem jungen Mann, der ihm berichtete: Woher weißt du, dass Saul und sein Sohn Jonathan tot sind?
Und der junge Mann, der ihm dies sagte, sprach: Ich kam zufällig auf das Bergland von Gilboa, und siehe, Saul lehnte sich auf seinen Speer, und siehe, Streitwagen und Reiter jagten hinter ihm her.
Und er wandte sich um und sah mich und rief mich. Und ich sprach: Hier bin ich!
Und er sprach zu mir: Wer bist du? Ich antwortete ihm: Ich bin ein Amalekiter!
Da sprach er zu mir: Tritt doch her zu mir und töte mich; denn Verwirrung hat mich ergriffen, während ich noch bei vollem Bewusstsein bin!
Da trat ich auf ihn zu und tötete ihn; denn ich wusste wohl, dass er seinen Fall nicht überleben würde. Und ich nahm die Krone von seinem Haupt und die Spange von seinem Arm; und ich habe sie hergebracht zu dir, meinem Herrn!
Da fasste David seine Kleider und zerriss sie, und ebenso alle Männer, die bei ihm waren;
und sie stimmten die Totenklage an und weinten und fasteten bis zum Abend um Saul und um seinen Sohn Jonathan und um das Volk des HERRN und um das Haus Israel, weil sie durch das Schwert gefallen waren.
Und David sprach zu dem jungen Mann, der ihm dies berichtet hatte: Wo bist du her? Er sprach: Ich bin der Sohn eines Fremdlings, eines Amalekiters.
Und David sprach zu ihm: Wie? Du hast dich nicht gefürchtet, deine Hand an den Gesalbten des HERRN zu legen, um ihn zu verderben?
Und David rief einen seiner jungen Männer und sprach: Tritt herzu und erschlage ihn! Und er schlug ihn, dass er starb.
Da sprach David zu ihm: Dein Blut sei auf deinem Haupt! Denn dein Mund hat gegen dich selbst gezeugt und gesprochen: Ich habe den Gesalbten des HERRN getötet!
Und David stimmte dieses Klagelied an über Saul und seinen Sohn Jonathan,
und er befahl, dass man die Kinder Judas das Lied von dem Bogen lehren solle. Siehe, es steht geschrieben im Buch des Rechtschaffenen.

An diesem Text wird erkennbar, dass David die Erzählung des Mannes glaubte, obwohl in Wahrheit ja König Saul Selbstmord begangen hatte. Aber David war entsetzt, als er von dem Mann hörte, er habe Saul getötet. Und wir haben ja gelesen, wie er reagiert hat, denn David tat es trotz aller Umstände Leid um Saul und seine Söhne, und besonders um Jonathan. Das merken wir deutlich an dem Klagelied Davids.
Der Text in Vers 18 ist aber auch mal wieder schlampig übersetzt, denn es wird gesagt, dass ein sogenanntes Lied des Bogens gelehrt werden solle, welches angeblich im Buch des Rechtschaffenen geschrieben steht. Allerdings geht es wahrscheinlich gar nicht um ein Lied, sondern es geht um das Benutzen des Bogens und anderer Kriegswaffen. Denn es gibt im Buch des Rechtschaffenen einen prophetischen Spruch, den Jakob über seinen Sohn Juda äußerte, welcher darin besteht, dass den Söhnen Judas der Umgang mit dem Bogen und anderen Kriegswaffen gelehrt werden soll, zur Herrschaft über Israel. Und in den Tagen, in denen David lebte, wurde wohl diese Weissagung von Jakob in ihrer Gänze erfüllt. Es ist naheliegend, dass dies der eigentliche Grund ist, warum der Verweis auf das Buch des Rechtschaffenen aufgeschrieben ist.
Und ab Vers 19 erfahren wir auch die Worte, die David an diesem Tag persönlich sprach, um eine Totenklage zu halten. Dabei fällt auch wieder eine kritisch zu betrachtende Aussage, denn David sagt in Vers 26, dass ihm die Liebe von Jonathan noch wunderbarer schien als Frauenliebe. Das ist ein Zitat Davids. Inwiefern diese Aussage von ihm heilig oder unheilig ist, darüber muss sich letzten Endes wohl jeder selbst ein Urteil bilden. Meiner persönlichen Beurteilung zufolge handelt es sich hier um eine weitere Verfehlung Davids, indem er solche Worte während der Totenklage sprach.

Als Nächstes erfahren wir Folgendes in Kapitel 2, Vers 1 bis 3:

Und es geschah danach, da befragte David den HERRN und sprach: Soll ich in eine der Städte Judas hinaufziehen? Und der HERR sprach zu ihm: Zieh hinauf! Und David sprach: Wohin soll ich ziehen? Er sprach: Nach Hebron!
So zog David dort hinauf mit seinen beiden Frauen, Achinoam, der Jesreelitin, und Abigail, der Frau Nabals, des Karmeliters;
dazu führte David seine Männer hinauf, die bei ihm waren, jeden mit seinem Haus, und sie wohnten in den Städten Hebrons.

Hier lässt sich David also in Hebron nieder.
Es geschah als nächstes, dass der israelische Stamm Juda David als König annahm, doch die anderen Stämme weigerten sich, dies zu akzeptieren. Denn Abner, der Heerführer von Saul, hatte einen noch lebenden Sohn von Saul mit Namen Ischboseth zum König gemacht, und dessen Herrschaft dauerte zwei Jahre. Schließlich kam es zum Kampf zwischen dem Stamm Juda und der Armee der anderen Stämme Israels, aber die Juden waren siegreich. Und hinterher wurde Abner verdächtigt, mit einer Frau Unzucht getrieben zu haben, obwohl das gar nicht stimmte, und diese falsche Anschuldigung machte ihn so wütend, dass er sich dem König David anschloss, um ganz Israel von David zu überzeugen. Aber in dem vorher stattgefunden Kampf hatte Abner einen Bruder des Heerführers getötet, welcher schon lange David dient, und dieser hieß Joab. Und als Joab sah, dass Abner ankam und versicherte, David helfen zu wollen, da meinte Joab, dass es sich dabei um einen heimtückischen Trick handelt, deswegen ermordete er ihn. Von diesen Verläufen liest man in Kapitel 3. David hatte aber geglaubt, dass Abner es ehrlich gemeint hatte und trauerte sehr um dessen Tod. Es geschah aber auch, dass zwei Männer sich auf den Weg machten, um den jenigen zu ermorden, der als König über Israel gesetzt worden war. Und sie fanden ihn vor, als er gerade seinen Mittagsschlaf hielt und ermordeten ihn im Schlaf. Als das David erfuhr, war er entsetzt von so viel Skrupellosigkeit und ordnete an, dass auch diese beiden Attentäter selbst sterben sollten. Und David trauerte zusammen mit dem Volk, und das Volk von ganz Israel begann, ihn als König anzunehmen.

Um dies zum Abschluss des Videos zu bestätigen, lesen wir nun noch die Verse 1 bis 5 aus Kapitel 5. Es steht geschrieben:

Und alle Stämme Israels kamen zu David nach Hebron und sprachen: Siehe, wir sind dein Gebein und dein Fleisch!
Schon früher, als Saul noch König über uns war, warst du es, der Israel aus- und einführte. Und der HERR hat zu dir gesagt: Du sollst mein Volk Israel weiden, und du sollst Fürst sein über Israel!
Und alle Ältesten Israels kamen zu dem König nach Hebron. Und der König David machte mit ihnen einen Bund in Hebron vor dem HERRN. Und sie salbten David zum König über Israel.
David war 30 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 40 Jahre lang.
In Hebron regierte er über Juda sieben Jahre und sechs Monate; aber in Jerusalem regierte er über ganz Israel und Juda 33 Jahre.

Hierbei ist vielleicht noch erwähnenswert, dass David exakt 30 Jahre alt war, als er König wurde. Diese Zahl taucht hinsichtlich göttlicher Berufung an mehreren Stellen in der Bibel auf, denn Joseph, der Sohn Jakobs, wurde im Alter von 30 Jahren der zweitmächtigste Mann über ganz Ägypten, und der Prophet Hesekiel schient im Alter von 30 Jahren sein erstes übernatürliches Erlebnis gehabt zu haben, und Jesus war 30 Jahre alt, als er begann, das Evangelium zu verkündigen und das Reich Gottes auf Erden zu demonstrieren. All diese Menschen waren 30 Jahre alt am Anfang ihrer Berufung, und Davids Königsherrschaft begann ebenfalls in diesem Alter. Gott scheint aus irgendeinem Grund dieses Alter bei einberufenen Personen als angemessen zu empfinden.

Was David aber alles während seiner Herrschaft über ganz Israel erlebte - damit werden wir uns in einem anderen Video beschäftigen.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Text zu "Bemerkenswerte Zitate vom Buch Henoch"

Text zu "Das Buch Henoch - Die gefallenen Engel und die Nephilim"

Text zu "Bibellehre - Die Jahre der Könige von Juda"