Text zu "Bibellehre - Das Leben Davids vor dem Königtum"
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Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
In diesem Video
beschäftigen wir uns mit den Erlebnissen von David, bevor er König
von ganz Israel wurde. Über David steht sowohl im ersten und zweiten
Buch Samuel als auch im ersten Buch der Chronik einiges geschrieben,
aber im ersten Buch der Chronik sind fast ausschließlich Schlachten
verzeichnet, was uns heutzutage herzlich egal sein kann. Wir brauchen
für unser heutiges Thema nur das erste Buch Samuel und einen kleinen
Teil des zweiten Buches Samuel.
Das erste Mal liest
man von David im ersten Buch Samuel in Kapitel 16. Dort besteht die
Situation, dass der Prophet Samuel von Gott gesandt war, um einen
neuen Mensch zum zukünftigen König über Israel zu salben. Vorher
war schon ein anderer gesalbt worden, nämlich Saul. König Saul
hatte eine Salbung im Namen Gottes durch den Prophet Samuel bekommen,
und das Herz von Saul war verändert worden, und der Geist Gottes kam
über ihn. Aber trotz all dieser geistlichen Hilfen war König Saul
kein Mensch, der auf Gottes Willen achtete, sondern König Saul
befolgte die Worte Gottes immer nur so weit, wie es seinem eigenen
Ego gemütlich gewesen ist. Wenn ihm aber eine Anweisung unangenehm
war, obwohl sie Gottes Gerechtigkeit entsprach, dann tat Saul nur
maximal zur Hälfte das, was von Gott befohlen war, und den Rest
erledigte er nach eigenem Ermessen. Deswegen wollte Gott einen Mann
zum König salben lassen, der sich deutlich stärker an ihn hängt
und nicht ständig alle Taten nach seinem privaten Ratschluss
vollbringt. Und dieser Mensch, von dem Gott das erwartete, war einer
von den Söhnen eines Mannes namens Isai. Und als Samuel nach diesem
Mann suchte, da stellte sich heraus, dass es David war, der jüngste
Sohn von allen, der vorher immer die Schafe seines Vaters gehütet
hatte. Und Samuel salbte David im Namen Gottes zum künftigen König
über Israel.
Wir werden aber
merken, dass die Königsherrschaft nicht sofort begann. Denn nachdem
David die Salbung empfangen hatte, lesen wir als nächstes von
folgendem Ereignis in den Versen 14 bis 21:
Aber der Geist des
HERRN wich von Saul, und ein böser Geist, von dem HERRN gesandt,
schreckte ihn.
Da sprachen Sauls
Knechte zu ihm: Siehe doch, ein böser Geist von Gott pflegt dich zu
schrecken!
Unser Herr sage doch
deinen Knechten, die vor dir stehen, dass sie einen Mann suchen, der
auf der Harfe zu spielen versteht, damit er, wenn der böse Geist von
Gott über dich kommt, mit seiner Hand spielt, damit es dir besser
geht!
Da sprach Saul zu
seinen Knechten: Seht euch um nach einem Mann, der gut auf Saiten
spielen kann, und bringt ihn zu mir!
Da antwortete einer
der Burschen und sprach: Siehe, ich habe einen Sohn Isais, des
Bethlehemiten gesehen, der das Saitenspiel versteht und auch ein
tapferer Mann ist und tüchtig zum Kampf, verständig in seiner Rede
und schön; und der HERR ist mit ihm.
Da sandte Saul Boten
zu Isai und ließ ihm sagen: Sende deinen Sohn David, der bei den
Schafen ist, zu mir!
Da nahm Isai einen
Esel beladen mit Brot und einen Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein
und sandte es Saul durch seinen Sohn David.
So kam David zu Saul
und diente ihm; und er gewann ihn sehr lieb, und er wurde sein
Waffenträger.
Der Vers 14 klingt
schon ziemlich seltsam. Gott lässt Saul von einem bösen Geist
heimsuchen, was aufgrund der Eigensinnigkeit entschieden wurde, die
Saul an den Tag gelegt hatte, als er Gottes Anweisungen ausführen
sollte. Es ist davon auszugehen, dass der Satan sehr intensiv den
König Saul verlästerte und anklagte und schließlich Recht bekam,
weswegen die Entsendung des dämonischen Geistes geschehen konnte.
Der Geist kam nicht, weil Gott das toll findet, sondern weil Gott es
gebilligt hat nach all den verkorksten Verhaltensweisen Sauls. Die
Menschen aber, die in den damaligen Tagen Saul dienten, wussten
scheinbar nichts von dämonischen Geistern, die das tun, woran Gott
selbst eigentlich kein Wohlgefallen hat, sondern was er lediglich
billigt. Deswegen dachten sie wohl, dass dieser böse Geist direkt
aus Gott sei, wie man es in Vers 15 merkt.
Wichtig ist, dass
wir durch diesen Text erfahren, wie es für David weiterging. Er
wurde als Diener an den Hof des Königs gebracht, und zuerst mochte
ihn der König sehr. Somit erhielt David praktisch eine ziemlich
wichtige Stellung, aber von seiner Salbung und seiner künftigen von
Gott geplanten Königsherrschaft wusste der König Saul nichts, und
die Diener auch nicht, sondern für alle war David einfach nur ein
Bediensteter des Königs Saul, von dem man Treue erwartete. Und diese
Tätigkeit allein gab David bestimmt schon ein gewisses Ansehen vor
dem Volk, denn es ist ja schon immer eine Ehre gewesen, wenn jemand
dem aktuell regierenden König untersteht, auch in Israel. Und David
diente dem König Saul einmal als Waffenträger, und dann auch noch
als Harfenspieler, weil der böse Geist durch die Harfenmusik sehr
oft vertrieben wurde.
Es war aber zur
damaligen Zeit normal, dass Israel ständig wieder von einem anderen
Volk angegriffen wurde, und zwar von den sogenannten Philistern. Als
nun diese ein weiteres Mal ihr Heer aufgestellt hatten, um einen
geistlosen Kampf auf Leben und Tod gegen Israel zu führen, da hatten
sie auch einen Mann namens Goliath in ihrer Mitte, der viel größer
war als durchschnittliche Männer. Er war über sechs Ellen groß,
also beinahe 3 Meter, und er verhöhnte die Männer von Israel, dass
doch einer kommen soll, um sich ihm im Zweikampf entgegen zu stellen.
Und die Männer Israels fürchteten sich alle davor, gegen Goliath zu
kämpfen. Und deswegen schwang Goliath die ganze Zeit lang freche
Reden und verspottete täglich Israel, insgesamt 40 Tage lang.
Es war aber David zu
jung und unerfahren, um an einer Schlacht teilzunehmen, deswegen war
er in diesen Tagen wieder nach Hause geschickt worden und hütete die
Schafe seines Vaters. Aber die älteren Brüder von David waren an
der Schlacht beteiligt, und der Vater der Familie wollte ihnen
Lebensmittel zukommen lassen. Diesbezüglich lesen wir Folgendes in
Kapitel 17, Vers 17 bis 24:
Isai aber sprach zu
seinem Sohn David: Nimm doch für deine Brüder dieses Epha
geröstetes Korn und diese zehn Brote und bringe sie schnell zu
deinen Brüdern ins Lager.
Und diese zehn Stück
Käse bringe dem Obersten über ihre Tausendschaft; und sieh nach
deinen Brüdern, ob es ihnen gut geht, und bring ein Zeichen von
ihnen mit!
Saul und sie und
alle Männer von Israel sind nämlich im Terebinthental und kämpfen
gegen die Philister!
Da machte sich David
am Morgen früh auf und überließ die Schafe einem Hüter; und er
nahm die Geschenke und ging hin, wie Isai ihm geboten hatte; und er
kam zur Wagenburg, als das Heer gerade ausgezogen war, um sich in der
Schlachtreihe aufzustellen, und sie das Kriegsgeschrei erhoben
hatten.
Und Israel und die
Philister stellten sich auf: eine Schlachtreihe gegen die andere.
Da ließ David die
Sachen, die er trug, unter der Hand des Gepäckhüters und lief zur
Schlachtreihe, und er ging hinein und fragte seine Brüder nach ihrem
Wohlergehen.
Während er noch mit
ihnen redete, siehe, da kam der Vorkämpfer mit Namen Goliath, der
Philister aus Gat, aus den Schlachtreihen der Philister herauf und
redete wie zuvor, sodass David es hörte.
Aber alle Männer
von Israel flohen vor dem Mann, sobald sie ihn sahen, und fürchteten
sich sehr.
David also, welcher
aber in diesen Tagen noch gar nicht zu einem Mann herangewachsen war,
hörte den Spott des Philisters, und danach hörte er auch, wie die
Kämpfer Israels davon redeten, dass König Saul eine große
Belohnung für den Mann verspricht, der Goliath im Zweikampf besiegen
würde. Deswegen war David, welcher sein ganzes Vertrauen auf Gott
setzte, fest entschlossen, dass er Goliath entgegen treten will.
Folgendes lesen wir
darüber in den Versen 32 bis 51:
Und David sprach zu
Saul: Niemand soll seinetwegen den Mut sinken lassen! Dein Knecht
wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen!
Saul aber sprach zu
David: Du kannst nicht hingehen, um gegen diesen Philister zu
kämpfen, denn du bist noch ein Knabe; dieser aber ist ein Kriegsmann
von Jugend auf!
David aber sprach zu
Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters; wenn nun ein Löwe
oder ein Bär kam und ein Schaf von der Herde hinwegtrug,
dann lief ich ihm
nach und schlug ihn und entriss es seinem Rachen. Und wenn er sich
gegen mich erhob, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn und
tötete ihn.
Sowohl den Löwen
als auch den Bären hat dein Knecht erschlagen, und dieser Philister,
dieser Unbeschnittene, soll wie einer von jenen sein; denn er hat die
Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt!
Weiter sprach David:
Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, Er wird
mich auch von diesem Philister erretten! Und Saul sprach zu David:
Geh hin, und der HERR sei mit dir!
Und Saul legte David
seine Rüstung an und setzte einen ehernen Helm auf seinen Kopf und
legte ihm einen Schuppenpanzer um.
Danach gürtete
David sein Schwert über seine Kleider und bemühte sich zu gehen;
denn er hatte es noch nicht versucht. Da sprach David zu Saul: Ich
kann darin nicht gehen; denn ich bin es nicht gewohnt! Und David
legte es von sich ab.
Und er nahm seinen
Stab in die Hand und erwählte sich fünf glatte Steine aus dem Bach
und legte sie in die Hirtentasche, die er hatte, und zwar in die
Schleudersteintasche, und er nahm seine Schleuder zur Hand und
näherte sich dem Philister.
Und der Philister
kam auch daher und näherte sich David, und sein Schildträger ging
vor ihm her.
Als nun der
Philister den David sah und anschaute, da verachtete er ihn; denn er
war ein Knabe, rötlich und von schöner Gestalt.
Und der Philister
sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit Stöcken zu mir
kommst? Und der Philister fluchte David bei seinen Göttern.
Und der Philister
sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vögeln
des Himmels und den Tieren des Feldes geben!
David aber sprach zu
dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert und mit Speer und mit
Wurfspieß; ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen,
des Gottes der Schlachtreihen Israels, die du verhöhnt hast!
An diesem heutigen
Tag wird dich der HERR in meine Hand ausliefern, und ich werde dich
erschlagen und deinen Kopf von dir nehmen, und ich werde die
Leichname des Heeres der Philister an diesem Tag den Vögeln unter
dem Himmel und den wilden Tieren der Erde geben, damit die ganze Erde
erkenne, dass Israel einen Gott hat!
Und diese ganze
Gemeinde soll erkennen, dass der HERR nicht durch Schwert oder Spieß
errettet; denn der Kampf ist die Sache des HERRN, und Er wird euch in
unsere Hand geben!
Und es geschah, als
sich der Philister aufmachte und daherkam und sich David näherte, da
eilte David und lief der Schlachtreihe entgegen, auf den Philister
zu.
Und David streckte
seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein heraus; und er
schleuderte und traf den Philister an seine Stirn, sodass der Stein
in seine Stirn drang und er auf sein Angesicht zur Erde fiel.
So überwand David
den Philister mit der Schleuder und mit dem Stein, und er erschlug
den Philister und tötete ihn. Und weil David kein Schwert in seiner
Hand hatte,
lief er und trat auf
den Philister und nahm dessen Schwert und zog es aus der Scheide und
tötete ihn und schlug ihm damit den Kopf ab. Als aber die Philister
sahen, dass ihr Held tot war, flohen sie.
Dies ist also die
Geschichte, von der manch einer bestimmt schonmal gehört hat, wie
David gegen den Riese Goliath kämpfte und ihn dank Gottes Beistand
allein mit einer Steinschleuder besiegte.
Jedenfalls sollte
dann der Heerführer von König Saul, dessen Name Abner lautete,
David ins Königshaus holen, um dort zu bleiben und nicht mehr nach
Hause zurückzukehren, und David wurde zum Kriegsdienst verpflichtet.
Demgemäß steht Folgendes in Kapitel 18, Vers 1 bis 5:
Und es geschah, als
er aufgehört hatte mit Saul zu reden, da verband sich die Seele
Jonathans mit der Seele Davids, und Jonathan gewann ihn lieb wie
seine eigene Seele.
Und Saul nahm ihn an
jenem Tag zu sich und ließ ihn nicht wieder in das Haus seines
Vaters zurückkehren.
Jonathan aber und
David machten einen Bund miteinander; denn er hatte ihn lieb wie
seine eigene Seele.
Und Jonathan zog das
Obergewand aus, das er anhatte, und gab es David, dazu seinen
Waffenrock, sogar sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel.
Und David zog zum
Kampf aus, überall wohin Saul ihn sandte, hatte er Gelingen, sodass
Saul ihn über die Kriegsleute setzte. Und er gefiel dem ganzen Volk
wohl, auch den Knechten Sauls.
An diesem Text
merken wir, dass die Seele von einem Sohn Sauls, nämlich von
Jonathan, sich mit David verband. Diese Aussage, sowie einige andere
Erzählungen, die ab hier folgen, könnten ungefestigte Menschen zum
Anlass nehmen, um zu behaupten, dass die Bibel Homosexualität
erlauben würde. Denn niemand redet schlecht über David, und niemand
traut sich, schlecht über David zu reden. Gott redet in den
Prophetenbüchern ausschließlich positiv von David, und Jesus wird
nach dem Fleisch Sohn Davids genannt, und auch der Apostel Petrus
bezeugt in einer vom Heiligen Geist inspirierten Rede vor den Juden,
dass König David als Prophet zählt. Und über genau diesen
großartigen Mann Gottes findet man im ersten und zweiten Buch Samuel
dann derartige Anmerkungen, die so klingen, als hätte David eine
Liebesbeziehung mit Jonathan gehabt. Denn es ist nicht auf die Art
gemeint, dass die beiden eine Liebesbeziehung gehabt hätten, aber
das heutige verdrehte Denken der Gesellschaft wird immer stärker auf
derartiges Denken abgerichtet. Manche Menschen fühlen sich innerlich
wie in einem Wahn dazu gedrängt, anderen Menschen Homosexualität zu
unterstellen. Und die Gesellschaft redet Homosexualität schön, aber
die Bibel soll eigentlich Zeugnis davon geben, dass es für jeden
Mensch besser ist, wenn er sich weigert, sowas schön zu finden. Der
gerade gelesene Ausspruch ist zwar in dieser Hinsicht sehr
kontraproduktiv, aber Jesus hat offenkundig bezeugt, dass Unzucht
böse ist, und wir wissen, dass keiner ins Reich Gottes eingeht, der
etwas tut oder tun will, was als böse angesehen wird vor Gott. Darum
sollte man wohl am ehesten davon ausgehen, dass die Erzählungen von
David und Jonathan einen Beitrag dazu leisten sollen, dass das
sprichwörtliche Unkraut vom Weizen unterschieden werden kann.
Lasst uns aber mal
wieder auf die eigentliche Situation zurückkommen! David war zum
Kriegsdienst verpflichtet und wir lesen davon, dass er überall
Gelingen hatte. Also er wurde in viele Schlachten geschickt und kam
siegreich wieder. Und dann geschah etwas, was wohl keiner erwartet
hätte, denn wir lesen in den Versen 6 bis 8:
Es geschah aber, als
sie heimkamen, als David von der Schlacht der Philister zurückkehrte,
dass die Frauen aus allen Städten Israels mit Gesang und Reigen dem
König Saul entgegengingen, mit Tamburinen, mit Jubel und mit
Triangeln.
Und die Frauen
sangen im Reigen und riefen: »Saul hat seine Tausende geschlagen,
David aber seine Zehntausende!«
Da ergrimmte Saul
sehr, und dieses Wort missfiel ihm, und er sprach: Sie haben dem
David Zehntausende gegeben und mir Tausende; es fehlt ihm nur noch
das Königreich!
Diese Aktion des
Volkes war ziemlich übertrieben, als sie lautstark sangen und
musizierten und dabei die besagten Worte sangen. Und die Kunde von
diesem Ereignis verbreitete sich in ganz Israel und auch über Israel
hinaus, sodass sogar die Nachbarländer hörten, wie David besungen
wurde, weil er im Krieg viele Feinde besiegte. Und König Saul geriet
in so große Wut, dass er David in einem spontanen Wutanfall
umbringen wollte, danach aber entfernte er ihn aus seiner direkten
Nähe, aber David leistete den Kriegsdienst weiter und hatte
Gelingen.
Es geschah aber,
dass die Knechte des Königs entdeckten, dass David an einer der
Töchter von König Saul Gefallen gefunden hatte, deren Name Michal
war. Und David wusste, da er aus keiner reichen Familie kam, dass es
unangemessen wäre, wenn jemand wie er darum bitten würde, sie zur
Frau zu bekommen. Aber es wurde dem König Saul berichtet und er
wollte das ausnutzen, um David im Krieg umkommen zu lassen, indem er
die ekelhafte Forderung stellte, dass David einhundert Vorhäute von
Philistern als Ersatz für eine Heiratsgabe dem König vorlegen muss,
und dann würde ihm Michal zur Frau gegeben werden. Denn es war ja
nur Israel der Thora verpflichtet, in welcher auch die Beschneidung
verlangt wird, aber die Heidenvölker ließen sich nicht beschneiden.
Deswegen hatte Saul diese Idee und hoffte, David würde bei dem
Versuch sterben, diese Forderung zu erfüllen.
Was letztlich daraus
wurde, lesen wir in den Versen 25 bis 27:
Saul sprach: So sagt
zu David: Der König begehrt keine Heiratsgabe, sondern nur 100
Vorhäute von Philistern, um sich an den Feinden des Königs zu
rächen! Aber Saul trachtete danach, David durch die Hand der
Philister zu Fall zu bringen.
Und seine Knechte
sagten dem David diese Worte, und es war recht in Davids Augen,
Schwiegersohn des Königs zu werden. Und noch waren die Tage nicht
vollendet,
da machte sich David
auf und zog mit seinen Männern hin und schlug 200 Mann unter den
Philistern. Und David brachte ihre Vorhäute, und man legte sie dem
König vollzählig vor, damit er Schwiegersohn des Königs werde. Da
gab ihm Saul seine Tochter Michal zur Frau.
Hier sehen wir nun,
dass David die Forderung erfüllen konnte und König Saul letztlich
keine andere Wahl hatte, als David tatsächlich die Tochter zur Frau
zu geben, welche David wollte. Und es ging auch danach immer so
weiter, dass David eine Schlacht nach der anderen gewann mitsamt
allen Kriegern, die ihm unterstellt waren. Die Bibel betont auch
immer wieder, dass Gott die ganze Zeit David behütete.
Irgendwann wurden
der Zorn und der Neid von Saul zu groß, und demgemäß erfahren wir
Folgendes in Kapitel 19, Vers 1 bis 7:
Saul aber redete zu
seinem Sohn Jonathan und zu allen seinen Knechten, dass sie David
töten sollten. Aber Jonathan, Sauls Sohn, hatte großes Wohlgefallen
an David.
Darum berichtete
Jonathan dies dem David und sprach: Mein Vater Saul trachtet danach,
dich zu töten! So nimm dich nun morgen in Acht und bleibe verborgen
und verstecke dich!
Ich aber will
hinausgehen und neben meinem Vater auf dem Feld stehen, wo du bist;
und ich will mit meinem Vater deinetwegen reden, und was ich sehe,
das will ich dir berichten!
Und Jonathan redete
Gutes über David zu seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Der König
versündige sich nicht an seinem Knecht David; denn er hat keine
Sünde gegen dich getan, und seine Taten sind dir sehr nützlich.
Denn er hat sein
Leben aufs Spiel gesetzt und den Philister erschlagen, und der HERR
hat ganz Israel eine große Rettung bereitet. Das hast du gesehen und
dich darüber gefreut. Warum willst du dich denn an unschuldigem Blut
versündigen, indem du David ohne Ursache tötest?
Da hörte Saul auf
die Stimme Jonathans, und Saul schwor: So wahr der HERR lebt, er soll
nicht sterben!
Da rief Jonathan den
David, und Jonathan berichtete ihm alle diese Worte. Und Jonathan
brachte David zu Saul, und er war wieder vor ihm wie zuvor.
Wir erkennen an
diesem Text, dass Jonathan vor seinem Vater Saul ein gutes Wort für
David einlegte, und das hat an dem Tag tatsächlich etwas genützt.
Darum wollte Saul nicht mehr zornig auf David sein und ließ ihn
wieder in die eigene Nähe. Leider hielt das nicht lange an, sondern
nach dem nächsten großen Sieg gegen die Philister wurde Saul
schonwieder eifersüchtig auf David und versuchte, ihn zu töten. Und
David entkam aus dem Königshaus. Allerdings war der Zorn des Königs
diesmal so groß, dass er David sogar ergreifen lassen wollte. Aber
die Tochter Sauls, welche David geheiratet hatte, half ihm.
Diesbezüglich steht geschrieben in den Versen 11 bis 18:
Da sandte Saul Boten
zu Davids Haus, um ihn zu bewachen und am Morgen zu töten. Michal
aber, seine Frau, berichtete es David und sprach: Wenn du diese Nacht
nicht deine Seele rettest, so wirst du morgen umgebracht!
Und Michal ließ
David durchs Fenster hinunter, und er ging davon, floh und entkam.
Und Michal nahm den
Teraphim und legte ihn auf das Bett und legte ein Geflecht von
Ziegenhaaren an sein Kopfende und deckte ihn mit Kleidern zu.
Da sandte Saul
Boten, um David zu holen. Sie aber sprach: Er ist krank!
Saul aber sandte die
Boten, nach David zu sehen, und sprach: Bringt ihn samt dem Bett zu
mir herauf, damit ich ihn töte!
Als nun die Boten
kamen, siehe, da lag der Teraphim im Bett und ein Geflecht von
Ziegenhaaren an seinem Kopfende!
Da sprach Saul zu
Michal: Warum hast du mich so betrogen und meinen Feind laufen
lassen, dass er entkam? Michal sagte zu Saul: Er sprach zu mir: »Lass
mich gehen oder ich töte dich!«
David aber floh und
entkam; und er ging zu Samuel nach Rama und teilte ihm alles mit, was
Saul ihm angetan hatte. Und er ging hin mit Samuel, und sie blieben
in Najot.
Falls irgendjemand
sich fragt, was genau ein Teraphim ist, beantworte ich das mal kurz:
Ein Teraphim ist einfach nur ein Götzenbild, welches damals weit
verbreitet war und welches sich auch viele untreue Israeliten in ihre
Häuser stellten. Denn wir wissen zwar, dass Gott gesagt hat, wir
sollen keinerlei Götzenbilder besitzen, aber sowas ist
bekanntermaßen den meisten Menschen völlig egal, da sie sich einen
Dreck für Gottes Gebote interessieren und lieber tun, was ihnen
selber gefällt. So lief es in Israel damals auch oft. Leider.
David musste nun
aber sein Zuhause verlassen, und da er nicht wusste, wo er hin
sollte, ging er zu dem Prophet Samuel, von welchem er zum König
gesalbt worden war, und blieb erstmal dort. König Saul war es aber
diesmal sehr ernst, dass David sterben muss, darum ließ er David
weiter verfolgen. Samuel war aber in diesen Tagen sehr oft mit Beten
beschäftigt, und zwar so ähnlich wie beim Sprachengebet, denn der
Geist Gottes war noch auf ihm und auch auf denen, welche bei ihm
waren und auch von Gott zu Propheten gemacht worden waren. Zu diesen
Leuten sandte der König Saul Diener, um David ergreifen zu lassen.
Lasst uns mal schauen, wie genau das geendet hat! Es steht
geschrieben in den Versen 19 und 20:
Es wurde aber dem
Saul berichtet: Siehe, David ist in Najot bei Rama!
Da sandte Saul
Boten, um David zu holen. Als sie nun die Versammlung der Propheten
weissagen sahen und Samuel, der an ihrer Spitze stand, da kam auf die
Boten Sauls der Geist Gottes, sodass auch sie weissagten.
Wie wir an diesem
Bericht erkennen, konnten sich die Boten nicht mehr darum kümmern,
David gefangen zu nehmen, denn die Boten waren vom Geist Gottes
erfüllt worden, sodass sie durch den Geist ungehalten Weissagungen
verkündigten.
Natürlich wurde das
irgendwann Saul bekannt. Und wie Saul auf diesen nicht ganz
gewöhnlichen Verlauf reagierte, lesen wir in Vers 21. Folgendes
steht dort:
Als dies Saul
berichtet wurde, sandte er andere Boten: Die weissagten auch. Da
sandte er noch ein drittes Mal Boten, und auch sie weissagten.
Es ist also egal,
wie oft Saul noch Boten zu Samuel nach Najot senden würde, um David
ergreifen zu lassen, denn sie alle wurden vom Geist Gottes erfüllt
und begannen ebenfalls, ungehalten Weissagungen auszurufen. Es sieht
ganz so aus, dass Saul keine andere Wahl hatte, als diese Sache
persönlich in die Hand zu nehmen. Und wir werden merken, dass er das
auch tat, denn er ging los, um David selbst zu ergreifen. Darüber
steht Folgendes in den Versen 22 bis 24:
Da ging auch er
selbst nach Rama; und als er zu dem großen Brunnen kam, der in Sechu
ist, fragte er und sprach: Wo sind Samuel und David? Da wurde ihm
gesagt: Siehe, in Najot bei Rama!
Und er ging dorthin,
nach Najot bei Rama. Und der Geist Gottes kam auch auf ihn; und er
ging weissagend weiter, bis er nach Najot bei Rama kam.
Und er zog auch
seine Obergewänder aus, und er weissagte sogar vor Samuel und lag
ohne Obergewand da, jenen ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher
spricht man: »Ist auch Saul unter den Propheten?«
Wie wir an diesem
Verlauf erkennen können, ist es Saul auch nicht anders ergangen als
den Boten, denn auch er wurde vom Geist Gottes so stark erfüllt,
dass er ungehalten weissagte und sogar mit entblößten Oberkörper
vor Samuel lag beim Weissagen. Samuel ließ ihn einfach liegen, den
ganzen Tag und die ganze Nacht, aber wie es danach weiterging, wird
nicht berichtet. Stattdessen erfahren wir, dass David diesen Zustand
Sauls zum Anlass nahm, um wieder zurück in die Stadt zu gehen, wo
Saul und seine Familie wohnten, denn er wollte sich mit Jonathan
unterhalten. In Kapitel 20 lesen wir dazu in den Versen 1 bis 3:
David aber floh von
Najot bei Rama und kam und redete mit Jonathan: Was habe ich getan?
Was ist meine Schuld? Und was habe ich vor deinem Vater gesündigt,
dass er mir nach dem Leben trachtet?
Er aber sprach zu
ihm: Das sei ferne, du sollst nicht sterben! Siehe, mein Vater tut
nichts, weder Großes noch Kleines, das er nicht meinen Ohren
offenbaren würde. Warum sollte denn mein Vater dies vor mir
verbergen? Es ist nichts daran!
Und David fuhr fort
und schwor: Dein Vater weiß genau, dass ich Gnade vor deinen Augen
gefunden habe; darum wird er denken: Jonathan soll dies nicht
erfahren, damit er nicht bekümmert ist! Und wahrlich, so wahr der
HERR lebt und so wahr deine Seele lebt, es ist nur ein Schritt
zwischen mir und dem Tod!
Anhand dieser Worte
merken wir, dass die böse Absicht von König Saul gegen David
allgemein nicht sonderlich bekannt ist. Die Leute schienen daran
gewöhnt zu sein, dass König Saul manchmal so wütend wird, dass er
Mordlust bekommt, aber dann ist plötzlich alles wieder friedlich.
Besonders Jonathan zweifelte daran, dass König Saul wirklich die
unabwendbare Absicht verfolgt, David zu töten. Und es stand das
gemeinsame Essen zum Neumondfest bevor. Ich weiß leider keine
genauen Details über dieses Fest, sondern nur, dass es im Ursprung
viermal im Jahr gefeiert werden sollte, und dass es Ähnlichkeit mit
dem Sabbat hat. König Saul feierte es scheinbar auf seine eigene
Weise und veranstaltete zwei Festmahle, zu welchen David anwesend
sein sollte. Und David wollte nicht hingehen, Jonathan aber sollte
herausfinden, ob Saul tatsächlich unanfechtbare Mordgedanken gegen
David hegte.
Und David wollte
sich in der freien Natur verstecken, nahe bei einem bestimmten Feld.
Wie aber die Festmahle verliefen, das lesen wir uns kurz durch. Es
steht geschrieben in den Versen 24 bis 34:
So verbarg sich
David auf dem Feld. Als aber der Neumond kam, setzte sich der König
zum Mahl, um zu essen.
Und zwar saß der
König an seinem gewohnten Platz an der Wand; Jonathan aber stand
auf, und Abner setzte sich neben Saul; und Davids Platz blieb leer.
Saul aber sagte an
diesem Tag nichts; denn er dachte: Es ist ein Zufall; er ist nicht
rein; gewiss ist er nicht rein!
Es geschah aber am
Tag nach dem Neumond, als Davids Platz wieder leer blieb, dass Saul
seinen Sohn Jonathan fragte: Warum ist der Sohn Isais weder gestern
noch heute zum Essen gekommen?
Da antwortete
Jonathan dem Saul: David hat mich dringend gebeten, nach Bethlehem
gehen zu dürfen;
und er sagte: Lass
mich doch hingehen; denn wir halten ein Familienopfer in der Stadt,
und mein Bruder selbst hat es mir geboten; habe ich nun Gnade vor
deinen Augen gefunden, so gib mir doch Urlaub, dass ich meine Brüder
sehen kann! Darum ist er nicht an den Tisch des Königs gekommen.
Da entbrannte Sauls
Zorn gegen Jonathan, und er sprach zu ihm: Du missratener,
widerspenstiger Sohn! Meinst du, ich wüsste nicht, dass du den Sohn
Isais erwählt hast, zu deiner Schande und zur Scham und Schande
deiner Mutter?
Denn solange der
Sohn Isais auf Erden lebt, kannst weder du bestehen noch dein
Königtum! So sende nun hin und lass ihn herbringen zu mir; denn er
ist ein Kind des Todes!
Und Jonathan
antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum soll er
sterben? Was hat er getan?
Da warf Saul den
Speer nach ihm, um ihn zu durchbohren. Da erkannte Jonathan, dass es
bei seinem Vater fest beschlossen war, David zu töten.
Und Jonathan stand
vom Tisch auf in glühendem Zorn und aß an jenem zweiten Tag des
Neumonds keine Speise; denn es tat ihm weh um Davids willen, weil
sein Vater ihn beschimpft hatte.
An diesem Verlauf
erkennen wir, dass Jonathan nun ohne jeden Zweifel begriffen hatte,
wie groß der Hass des Königs Saul gegen David wirklich ist, auch
wenn er das überhaupt nicht erwartet hätte. Und Jonathan ging auch
zu der verabredeten Stelle, um David dies zu berichten. Diese Kunde
hatte aber zu bedeuten, dass David fliehen muss und sie einander
längere Zeit nicht sehen werden. Und man liest auch hier einen
Bericht darüber, dass sie einander weinend in den Armen lagen und
einander küssten. Damit ist aber kein von Begierden erfülltes
Küssen gemeint, sondern diese Art küssen, die man von manchen
Ländern als gewohnte Sitte kennt, nämlich dass die Menschen dort
sich einen Kuss auf die linke und rechte Wange geben, um einander zu
begrüßen oder zu verabschieden. Das hat überhaupt nichts mit
Homosexualität zu tun, würde aber von Menschen mit unheiliger
Absicht zu solch einem Zweck missbraucht werden.
Schließlich hatte
David es nach dem Abschied ziemlich eilig, und er ging ganz allein in
die Ferne, ohne Reisebegleitung, was zur damaligen Zeit sehr unüblich
war.
Jedenfalls wissen
wir ganz genau, dass alle Lügner am Ende in den ewigen Feuer- und
Schwefelsee fallen werden. Und David wusste zwar nichts von diesem
Detail, aber er wusste dank der Thora sehr genau, dass Lügen
verboten ist. David erzählte aber leider trotzdem Lügen. Das merken
wir, wenn wir in Kapitel 21 weiterlesen. Es steht geschrieben in den
Versen 1 bis 8:
Und David machte
sich auf und ging; Jonathan aber kam in die Stadt.
Und David begab sich
nach Nob, zu dem Priester Achimelech. Achimelech aber kam David
bestürzt entgegen und sprach zu ihm: Warum kommst du allein, und es
ist kein einziger Mann bei dir?
David sprach zu
Achimelech, dem Priester: Der König hat mir etwas befohlen und zu
mir gesagt: Lass niemand wissen, warum ich dich gesandt und was ich
dir befohlen habe! Die Leute aber habe ich da und dahin bestellt.
Und nun, was hast du
zur Hand? Gib mir fünf Brote oder was sonst vorhanden ist!
Der Priester
antwortete David und sprach: Ich habe kein gewöhnliches Brot zur
Verfügung, sondern nur heiliges Brot; wenn die Leute sich nur der
Frauen enthalten haben!
Da antwortete David
dem Priester und sprach: Die Frauen waren uns schon gestern und
vorgestern versagt, als ich auszog; auch waren die Leiber der Leute
rein, obwohl dies ein gewöhnlicher Auftrag ist – um wie viel mehr
werden sie heute am Leib rein sein!
Da gab ihm der
Priester heiliges Brot; denn es war kein anderes da außer den
Schaubroten, die man von dem Angesicht des HERRN hinweggetan hatte,
um warmes Brot aufzulegen an dem Tag, da man sie wegnahm.
An jenem Tag war
aber dort vor dem HERRN ein Mann von den Knechten Sauls
eingeschlossen, der hieß Doeg, der Edomiter, der Aufseher über die
Hirten Sauls.
David erzählte also
dem Priester Achimelech mehrere Lügen, als er ins Gotteshaus kam.
Und der Priester glaubte ihm. Weil aber David auch großen Hunger
hatte und gerade nichts Anderes essbares da war als die Brote, die
gemäß dem Gesetz von Moses als eine Art Dekoration in der
Stiftshütte liegen müssen, bekam David diese Brote zu essen, damit
er nicht etwa verschmachtet. Bei dieser Entscheidung ist demnach zwar
auch nicht alles korrekt abgelaufen, aber es geschah im Zuge von
großer Barmherzigkeit, um David nicht an Hunger zugrunde gehen zu
lassen, deswegen rechnete Gott dieses Detail nicht als Sünde an. Die
Lügen hingegen, welche im Hinblick auf ewiges Leben ein
todeswürdiges Vergehen sind, werden diesmal in weltlicher Hinsicht
traurige Konsequenzen haben, wie wir später noch merken. Denn ein
Bediensteter von König Saul war als Gefangener in der Nähe und
hatte alles gehört, was David mit dem Priester redete und dass der
Priester David half.
Wie es weitergeht,
lesen wir in den Versen 9 und 10, wo geschrieben steht:
Und David fragte
Achimelech: Gibt es nicht irgendeinen Speer oder ein Schwert bei dir?
Denn ich habe nicht einmal mein Schwert und meine Waffen zur Hand
genommen, weil die Sache des Königs solche Eile hatte.
Der Priester
antwortete: Das Schwert Goliaths, des Philisters, den du im
Terebinthental erschlagen hast, siehe, das liegt hinter dem Ephod in
ein Gewand eingewickelt; wenn du das für dich nehmen willst, so nimm
es, denn es ist kein anderes hier außer diesem. David sprach: Es
gibt nicht seinesgleichen; gib es mir!
An dieser Erzählung
wird ersichtlich, dass David von nun an mit dem Schwert des
Philisters bewaffnet war, den er mit Gottes Hilfe im Kampf besiegt
hatte. Danach traf jedoch David die nicht sonderlich intelligente
Entscheidung, in das Land der Philister zu gehen, weil er glaubte, er
wäre in der Mitte seiner eigenen Feinde am sichersten vor dem König
Saul. Darum kam er bis vor den König der Philister, um darum zu
bitten, im Land der Philister wohnen zu dürfen. Denn er war naiv
genug, um zu meinen, der König würde sich nichts weiter dabei
denken und seine Hauptleute auch nicht.
Wie genau das nun
ablief, das steht geschrieben in den Versen 11 bis 16:
Und David machte
sich auf und floh an jenem Tag vor Saul und kam zu Achis, dem König
von Gat.
Da sprachen die
Knechte des Achis zu ihm: Ist das nicht David, der König des Landes?
Ist das nicht der, von welchem sie im Reigen sangen: »Saul hat seine
Tausende geschlagen, David aber seine Zehntausende«?
Diese Worte nahm
sich David zu Herzen und fürchtete sich sehr vor Achis, dem König
von Gat.
Und er stellte sich
wahnsinnig vor ihren Augen und gebärdete sich wie verrückt unter
ihren Händen und kritzelte an die Flügel des Stadttores und ließ
seinen Speichel in seinen Bart fließen.
Da sprach Achis zu
seinen Knechten: Ihr seht doch, dass der Mann verrückt ist! Was
bringt ihr ihn denn zu mir?
Fehlt es mir etwa an
Verrückten, dass ihr diesen Mann hergebracht habt, damit er bei mir
tobt? Sollte der in mein Haus kommen?
David merkte sehr
schnell, dass sein Ruf über die vielen gewonnenen Schlachten gegen
die Philister sich weit verbreitet hatte, also auch bis ins Land des
Feindes, und somit würde er jetzt deswegen großen Ärger bekommen,
denn er stand vor dem König seiner Feinde. Da stellte sich David
wahnsinnig, wie wir es gelesen haben, und der König war merklich
entsetzt.
Somit wurde David
vertrieben und geriet nicht in Schwierigkeiten. Im nächsten Kapitel
erfahren wir dann Folgendes in den Versen 1 und 2:
Und David ging von
dort weg und entkam in die Höhle Adullam. Als das seine Brüder und
das ganze Haus seines Vaters hörten, kamen sie dorthin zu ihm hinab.
Und es versammelten
sich zu ihm allerlei Männer, die in Not und Schulden waren, und
alle, die ein verbittertes Herz hatten, und er wurde ihr Oberster,
und sie hielten es mit ihm, etwa 400 Mann.
Hier lesen wir von
einem recht ungewöhnlichen Verlauf. David war allein gewesen, aber
es hatten ihn wohl Leute gesehen und erkannt, als er unterwegs war,
und es sprach sich herum, sodass sich sogar die Information bis zu
Davids Familie verbreitete, dass David gerade in einer bestimmten
Höhle leben muss. Und seine Brüder, die wahrscheinlich am Anfang
eher eifersüchtig auf ihn waren wegen der Salbung durch den Prophet
Samuel, die gingen hin, um bei David zu bleiben. Und es versammelten
sich auch noch 400 andere Männer zu David, die er eigentlich gar
nicht kannte. Die hatten einfach spontan den Gedanke, dass sie
hingehen wollen, um David zu folgen. Vermutlich ist die Tatsache,
dass David ein Verstoßener und flüchtiger Mann war, der nicht in
der zivilisierten Gesellschaft umhergehen konnte, ohne
Schwierigkeiten zu bekommen, sehr beeindruckend für diese Männer
gewesen. Denn die Männer selbst waren ja auch Leute, die mit dem
Leben in der Gesellschaft nicht zurecht kamen, da sie Schulden hatten
und verbittert in ihren Herzen waren. Dadurch waren sie auch
gewissermaßen Verstoßene und schienen wohl eine Gemeinsamkeit mit
David zu sehen, welche sie zu ihm trieb.
So war also David
von nun an nicht mehr allein, sondern hatte eine große Schar an
Verstoßenen bei sich, die auf seine Befehle hörten. Und sie
versuchten, gemeinsam zu überleben ohne die Vorzüge der
zivilisierten Gesellschaft.
Der König Saul aber
suchte nach David, und ihm wurde die Information gegeben, dass David
in dem Gotteshaus von Nob gesehen worden war. Denn der selbe Mann,
der dort gefangen war und gelauscht hatte, als David den Priester
anlog und die Schaubrote aß, der war wieder frei und berichtete dem
König, dass der Priester Achimelech David geholfen hatte. Demgemäß
lesen wir Folgendes ab Vers 11:
Da sandte der König
hin und ließ Achimelech rufen, den Sohn Achitubs, den Priester, und
das ganze Haus seines Vaters, die Priester, die in Nob waren; und sie
kamen alle zum König.
Und Saul sprach:
Höre doch, du Sohn Achitubs! Und er antwortete: Hier bin ich, mein
Herr!
Und Saul sprach zu
ihm: Warum habt ihr einen Bund gegen mich gemacht, du und der Sohn
Isais, dass du ihm Brot und ein Schwert gegeben und Gott für ihn
befragt hast, sodass er sich gegen mich auflehnt und mir nachstellt,
wie es heute offenbar ist?
Da antwortete
Achimelech dem König und sprach: Und wer ist unter allen deinen
Knechten so treu wie David, der dazu noch der Schwiegersohn des
Königs ist, der Zutritt zu deinem geheimen Rat hat und in deinem
Haus so hoch angesehen ist?
Habe ich denn erst
heute angefangen, Gott für ihn zu befragen? Das sei ferne von mir!
Der König lege dies weder seinem Knecht noch dem ganzen Haus meines
Vaters zur Last; denn dein Knecht hat von alledem nichts gewusst,
weder Kleines noch Großes!
Aber der König
sprach: Du musst gewisslich sterben, Achimelech, du und das ganze
Haus deines Vaters!
Und der König
sprach zu den Läufern, die vor ihm standen: Tretet herzu und tötet
die Priester des HERRN! Denn ihre Hand ist auch mit David; und
obgleich sie wussten, dass er floh, haben sie es mir doch nicht
eröffnet! Aber die Knechte des Königs wollten ihre Hand nicht an
die Priester des HERRN legen, um sie zu erschlagen.
Da sprach der König
zu Doeg: Tritt du herzu und erschlage die Priester! Und Doeg, der
Edomiter, trat herzu und fiel über die Priester her und tötete an
jenem Tag 85 Männer, die das leinene Ephod trugen.
Und Nob, die Stadt
der Priester, schlug er mit der Schärfe des Schwertes, vom Mann bis
zur Frau, vom Kind bis zum Säugling, sowie Rinder, Esel und Schafe,
mit der Schärfe des Schwertes.
Es entkam aber ein
Sohn Achimelechs, des Sohnes Achitubs, der hieß Abjatar, und er floh
zu David.
Und Abjatar
berichtete David, dass Saul die Priester des HERRN niedergemacht
habe.
David aber sprach zu
Abjatar: Ich wusste wohl an jenem Tag, als Doeg, der Edomiter dort
war, dass er es Saul gewiss sagen werde. Ich bin schuldig an allen
Seelen aus dem Haus deines Vaters!
Bleibe bei mir und
fürchte dich nicht. Denn der, welcher nach meinem Leben trachtet,
der trachtet auch nach deinem Leben; doch bei mir bist du gut
beschützt!
Hier erkennt nun
also David, dass die Sache vielleicht anders verlaufen wäre, wenn er
dem Priester Achimelech von Anfang an die Wahrheit gesagt hätte.
Denn dann wäre der Priester gegenüber dem König Saul vorsichtig
gewesen, und eventuell hätte er auch bewirken können, dass der
Bedienstete des Königs, der das Gespräch belauscht hatte, nicht
mehr vor den König treten darf, um von dem Gespräch zu berichten.
Weil aber der Priester nicht wusste, dass David unrechtmäßig
verfolgt wurde, ist er natürlich von all dem überrascht worden.
Und das ist ein
Beispiel, welches uns zeigt, warum es immer besser ist, die Wahrheit
zu sagen, auch wenn man auf den ersten Blick meinen könnte, es sei
ein Fehler. Leider ist nun der Priester tot, samt seinen
Familienmitgliedern, und die Stadt wurde verdorben, und nur ein Sohn
des Priesters, welcher Abjatar heißt, ist noch übrig und sucht
Schutz bei David.
Jedenfalls wurde
dann eine Stadt namens Kehila von den Philistern angegriffen und
David zog mit seiner Schar aus, um die Stadt zu retten, was ihm auch
gelang. Als er aber in der Stadt war, erfuhr König Saul davon und
wollte David fangen. Deswegen musste David die Stadt verlassen, bevor
Saul mit seiner Streitmacht dort ankommen würde. Es ist aber auch
erwähnenswert, das David immer zuerst Gott befragte, bevor er
entschied, wohin er als nächstes gehen soll und welche
Entscheidungen in großen Angelegenheiten die richtigen sind.
Und David floh in
eine Wüste. Als David dort war, kam Jonathan zu David, um ihn zu
ermutigen. Es hatten aber einige Leute gesehen, dass David sich in
der Wüste nahe bei ihrer Stadt versteckt, inklusive 600 Männern,
die David nachliefen. Da trugen die Leute aus der Stadt, die es
gesehen hatten, diese Information bis zu König Saul, und König Saul
zog abermals mit seiner Streitmacht aus, um David zu ergreifen. Und
David zog in eine andere Wüste, aber Saul war kurz davor, ihn auch
dort zu finden. Da wurde dem König Saul gemeldet, dass die Philister
ins Land einfallen, deswegen kehrte Saul um und kämpfte mit seiner
Streitmacht gegen die Philister.
Und David versteckte
sich als nächstes in einem Gebirge, aber auch dabei hatten ihn
Menschen beobachtet, die es dem König Saul berichteten.
Diesbezüglich lesen
wir Folgendes in Kapitel 24, Vers 3 bis 8:
Und Saul nahm 3000
auserlesene Männer aus ganz Israel und zog hin, um David samt seinen
Männern zu suchen, auf den Steinbockfelsen.
Und als er zu den
Schafhürden am Weg kam, war dort eine Höhle; und Saul ging hinein,
um seine Füße zu bedecken. David aber und seine Männer saßen
hinten in der Höhle.
Da sprachen die
Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der HERR zu
dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hand geben,
dass du mit ihm machst, was dir gefällt! Und David stand auf und
schnitt heimlich einen Zipfel von Sauls Obergewand ab.
Aber es geschah
danach, da schlug ihm sein Herz, weil er den Zipfel von Sauls
Obergewand abgeschnitten hatte;
und er sprach zu
seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir sein, dass ich so
etwas tue und meine Hand an meinen Herrn, den Gesalbten des HERRN,
lege; denn er ist der Gesalbte des HERRN!
So hielt David seine
Männer mit diesen Worten zurück und ließ ihnen nicht zu, sich
gegen Saul zu erheben. Saul aber machte sich auf aus der Höhle und
ging seines Weges.
Wie wir an diesem
Text merken, waren also die Männer von David der Meinung, Gott hätte
den König Saul in David's Hand gegeben. Aber David wusste es besser,
nämlich dass geprüft werden soll, wie groß das Vertrauen Davids
auf Gott ist. Wenn David Gott vertraut, so wird er davon ausgehen,
dass es unnötig ist, Saul zu töten, weil Gott persönlich alles in
die Wege leiten wird, sodass Saul keine Gefahr mehr sein wird, und
bis dahin würde Gott seinen Knecht David natürlich vor dem
schlimmsten bewahren. Wenn aber David kein Vertrauen auf Gott hat,
sondern auf sich selbst vertraut, so wird er diese Gelegenheit
ergreifen, um König Saul zu töten, obwohl doch König Saul von
einem Prophet Gottes eine Salbung bekommen hat, was eine ziemlich
bedeutungsvolle Sache ist. Denn dadurch hätte David dann sich selbst
gerettet, aber sich auch an Gott versündigt. Denn wenn jemand in
Gottes Namen gesalbt ist, so entscheidet allein Gott den Ausgang des
Lebens dieses Menschen und niemand soll sich gegen ihn erheben. Durch
die Reaktion von David merken wir letztlich, dass David auf Gott mehr
vertraute als auf seine eigene Stärke.
Darum verließ König
Saul die Höhle, ohne zu wissen, dass David die ganze Zeit hinter ihm
gewesen war. Und David wollte den König wissen lassen, dass er
theoretisch von ihm hätte getötet werden können. Daum lesen wir
Folgendes im Rest des Kapitels ab Vers 9:
Danach machte sich
auch David auf und verließ die Höhle und rief Saul nach und sprach:
Mein Herr und König! Da sah Saul hinter sich. Und David neigte sein
Angesicht zur Erde und verbeugte sich.
Und David sprach zu
Saul: Warum hörst du auf die Worte der Leute, die sagen: Siehe,
David sucht dein Unglück?
Siehe, an diesem Tag
siehst du mit eigenen Augen, dass dich der HERR heute in der Höhle
in meine Hand gegeben hat; und man sagte mir, ich solle dich töten,
aber es war mir leid um dich, denn ich sprach: Ich will meine Hand
nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des HERRN!
Nun sieh, mein
Vater, sieh doch den Zipfel deines Obergewandes in meiner Hand! Da
ich nur den Zipfel deines Obergewandes abschnitt und dich nicht
umbrachte, so erkenne und sieh daraus, dass nichts Böses in meiner
Hand ist, auch keine Übertretung; ich habe auch nicht an dir
gesündigt; du aber stellst mir nach, um mir das Leben zu nehmen!
Der HERR sei Richter
zwischen mir und dir; und der HERR räche mich an dir, aber meine
Hand soll nicht über dir sein!
Wie man nach dem
alten Sprichwort sagt: »Von den Gottlosen kommt Gottlosigkeit« –
aber meine Hand soll nicht gegen dich sein!
Wen verfolgst du,
König von Israel? Wem jagst du nach? Einem toten Hund! Einem Floh!
Der HERR sei Richter
und entscheide zwischen mir und dir, und er sehe danach und führe
meine Sache und verschaffe mir Recht von deiner Hand!
Und es geschah, als
David aufgehört hatte, diese Worte zu Saul zu reden, da sprach Saul:
Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine
Stimme und weinte;
und er sprach zu
David: Du bist gerechter als ich; denn du hast mir mit Gutem
vergolten, ich aber habe dir mit Bösem vergolten!
Und du hast heute
bewiesen, dass du Gutes an mir getan hast, weil der HERR mich in
deine Hand gegeben hat, und du hast mich doch nicht umgebracht.
Und wie sollte
jemand seinen Feind finden und ihn friedlich seines Weges ziehen
lassen? Der HERR vergelte dir Gutes für das, was du heute an mir
getan hast!
Und nun siehe, ich
weiß, dass du gewiss König werden wirst und dass das Königreich
Israels in deiner Hand bestehen wird.
So schwöre mir nun
bei dem HERRN, dass du meinen Samen nach mir nicht ausrotten und
meinen Namen nicht vertilgen wirst aus dem Haus meines Vaters!
Und David schwor dem
Saul. Da zog Saul heim; David aber und seine Männer stiegen auf die
Bergfeste hinauf.
Hier hat also der
König Saul seinen Fehler eingesehen, auch wenn diese Einsicht wie
immer nicht lange anhalten würde. Deswegen ging auch David nicht
zusammen mit ihm in die Stadt, sondern blieb mit den Männern, die
ihm folgten, in der Wildnis.
In Kapitel 25 liest
man dann davon, dass die Schafhirten eines fremden Mannes in David's
Nähe waren, und David und seine Männer bewachten die fremden
Schafhirten und bereiteten ihnen kein Hindernis. Aber zu einem
späteren Zeitpunkt, als David und seine Männer Hunger litten, da
sandte David einige Diener zu dem jenigen Mann, dem alle Schafherden
gehörten und für welchen die Schafhirten arbeiteten. Und David ließ
fragen, ob ihnen vielleicht Nahrung gegeben werden könnte, weil sie
den Schafhirten geholfen hatten. Aber der Mann spottete darüber und
gab den Dienern überhaupt nichts mit, sondern schickte sie leer
fort. Da wurde David sehr wütend, und er betete nicht zu Gott,
sondern wollte hingehen, um nach seinem eigenen Ermessen Rache zu
nehmen. Doch die Frau des Mannes hörte von alldem und lief David mit
viel Speise entgegen und bat um Nachsicht und versorgte alle mit
Nahrung. Da erkannte David, dass er drauf und dran gewesen war, zu
sündigen und lobte die Frau. Und Gott ließ später den Mann
sterben, dem die Schafherden gehörten, und die Frau des Mannes wurde
von David zur Frau genommen. Denn David hatte offensichtlich nicht
kapiert, dass jeder Mann sich an einer einzigen Frau genügen lassen
soll und mit ihr ein Fleisch sein soll, und Jesus hatte zur damaligen
Zeit noch nicht gelebt, um es zu lehren. Deswegen war David nun mit
einer weiteren Frau verheiratet, welche insgesamt schon seine dritte
war, und er fühlte sich dabei gerecht.
Einige Zeit später
hegte aber König Saul schonwieder Mordlust gegen David und zog noch
ein weiteres Mal mit seiner Streitmacht aus, um David zu fangen. Aber
als sie ein Lager aufgeschlagen hatten, da kam David mitten in der
Nacht in ihr Lager. Und er stahl den Speer des Königs Saul, welcher
direkt neben dem Kopf des Königs war, als dieser schlief. Und auch
den Wasserkrug des Königs nahm David mit, aber David tötete Saul
auch diesmal nicht, weil er immernoch Ehrfurcht davor hatte, dass
Saul eine Salbung im Namen Gottes erhalten hatte am Anfang der
Königsherrschaft. Und es bemerkte niemand im Lager, wie David dort
war, und am nächsten Morgen rief David den Leuten aus der Ferne zu
und ließ sie wissen, was er getan hatte. Da schämte sich König
Saul auch dieses Mal, weil David ein weiteres Mal sein Leben
verschont hatte, als er die Gelegenheit bekam, ihn zu töten.
Jedenfalls hatte
David weiterhin die Vermutung, dass König Saul ja doch wieder
versuchen würde, ihn zu fangen und zu töten, deswegen versuchte
David noch ein weiteres Mal,in der Mitte der eigenen Feinde wohnen zu
dürfen, nämlich im Land der Philister. Und der König der Philister
erlaubte es diesmal und stellte David in den Kriegsdienst für die
Armee der Philister und gab ihm und seinen nachfolgenden Männern
einen eigenen Wohnort. Aber David kämpfte nicht wirklich gegen das
Land Juda, um den Philistern zu dienen, sondern er überfiel fremde
Länder und behauptete dann, dass er Juda überfallen hätte, und
diese Sache wurde ihm vom König geglaubt, und der König der
Philister forschte nicht nach, ob es sich wirklich so verhielt. Da
hatte David scheinbar ziemlich große Gnade Gottes, auch wenn er
schonwieder Lügen erzählte, denn wenn der König nachgeforscht
hätte, dann hätte David riesigen Ärger bekommen.
Und der Ort im Land
der Philister, an welchem David mit seinen Männern wohnen durfte,
hieß Ziklag. Dieser Ort aber wurde eines Tages vom Volk der
Amalekiter ausgeraubt, als David und seine Männer gerade nicht da
waren, und davon liest man in Kapitel 30. Man liest auch davon, dass
die Männer, die David nachfolgten, ihm die Schuld dafür gaben und
ihn zu Tode steinigen wollten und dass David Gott fragte, ob er der
räuberischen Streitmacht nachjagen soll. Und Gott sagte, er soll es
tun, und es gelang, sodass alles zurückgeholt werden konnte, was
gestohlen worden war, sowohl Frauen und Kinder als auch Tiere und
Wertgegenstände. Um das Video nicht unnötig in die Länge zu
ziehen, will ich zu diesem Kapitel nichts weiter erzählen.
In Kapitel 31
geschieht eine weitere Schlacht des Königs Saul, der noch immer
König über Israel ist, gegen die Philister, aber David war nicht in
ihrer Mitte. Wir lesen diesbezüglich Folgendes in den Versen 1 bis
5:
Die Philister aber
kämpften gegen Israel, und die Männer von Israel flohen vor den
Philistern und fielen erschlagen auf dem Bergland von Gilboa.
Und die Philister
drangen auf Saul und seine Söhne ein; und die Philister erschlugen
Jonathan und Abinadab und Malchischua, die Söhne Sauls.
Und der Kampf wurde
hart gegen Saul; und die Bogenschützen erreichten ihn, und er
zitterte vor den Schützen.
Da sprach Saul zu
seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert und durchbohre mich damit,
damit nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich erstechen und
misshandeln! Aber sein Waffenträger wollte nicht, denn er fürchtete
sich sehr. Da nahm Saul das Schwert und stürzte sich hinein.
Als nun sein
Waffenträger sah, dass Saul tot war, stürzte auch er sich in sein
Schwert und starb mit ihm.
Das ist also das
Ende des Königs Saul nach Gottes Plan. Der König Saul sollte samt
seinen Söhnen im Krieg sterben und es kam auch dazu. Es ging aber
ein Kriegsknecht aus Saul's Armee zu dem Leichnam von Saul und
plünderte ihn aus. Danach lief er zu David und behauptete, er hätte
Saul persönlich erschlagen, denn er erwartete, dass David sich
darüber freuen würde. Demgemäß lesen wir im zweiten Buch Samuel
in Kapitel 1, Vers 5 bis 18:
David aber sprach zu
dem jungen Mann, der ihm berichtete: Woher weißt du, dass Saul und
sein Sohn Jonathan tot sind?
Und der junge Mann,
der ihm dies sagte, sprach: Ich kam zufällig auf das Bergland von
Gilboa, und siehe, Saul lehnte sich auf seinen Speer, und siehe,
Streitwagen und Reiter jagten hinter ihm her.
Und er wandte sich
um und sah mich und rief mich. Und ich sprach: Hier bin ich!
Und er sprach zu
mir: Wer bist du? Ich antwortete ihm: Ich bin ein Amalekiter!
Da sprach er zu mir:
Tritt doch her zu mir und töte mich; denn Verwirrung hat mich
ergriffen, während ich noch bei vollem Bewusstsein bin!
Da trat ich auf ihn
zu und tötete ihn; denn ich wusste wohl, dass er seinen Fall nicht
überleben würde. Und ich nahm die Krone von seinem Haupt und die
Spange von seinem Arm; und ich habe sie hergebracht zu dir, meinem
Herrn!
Da fasste David
seine Kleider und zerriss sie, und ebenso alle Männer, die bei ihm
waren;
und sie stimmten die
Totenklage an und weinten und fasteten bis zum Abend um Saul und um
seinen Sohn Jonathan und um das Volk des HERRN und um das Haus
Israel, weil sie durch das Schwert gefallen waren.
Und David sprach zu
dem jungen Mann, der ihm dies berichtet hatte: Wo bist du her? Er
sprach: Ich bin der Sohn eines Fremdlings, eines Amalekiters.
Und David sprach zu
ihm: Wie? Du hast dich nicht gefürchtet, deine Hand an den Gesalbten
des HERRN zu legen, um ihn zu verderben?
Und David rief einen
seiner jungen Männer und sprach: Tritt herzu und erschlage ihn! Und
er schlug ihn, dass er starb.
Da sprach David zu
ihm: Dein Blut sei auf deinem Haupt! Denn dein Mund hat gegen dich
selbst gezeugt und gesprochen: Ich habe den Gesalbten des HERRN
getötet!
Und David stimmte
dieses Klagelied an über Saul und seinen Sohn Jonathan,
und er befahl, dass
man die Kinder Judas das Lied von dem Bogen lehren solle. Siehe, es
steht geschrieben im Buch des Rechtschaffenen.
An diesem Text wird
erkennbar, dass David die Erzählung des Mannes glaubte, obwohl in
Wahrheit ja König Saul Selbstmord begangen hatte. Aber David war
entsetzt, als er von dem Mann hörte, er habe Saul getötet. Und wir
haben ja gelesen, wie er reagiert hat, denn David tat es trotz aller
Umstände Leid um Saul und seine Söhne, und besonders um Jonathan.
Das merken wir deutlich an dem Klagelied Davids.
Der Text in Vers 18
ist aber auch mal wieder schlampig übersetzt, denn es wird gesagt,
dass ein sogenanntes Lied des Bogens gelehrt werden solle, welches
angeblich im Buch des Rechtschaffenen geschrieben steht. Allerdings
geht es wahrscheinlich gar nicht um ein Lied, sondern es geht um das
Benutzen des Bogens und anderer Kriegswaffen. Denn es gibt im Buch
des Rechtschaffenen einen prophetischen Spruch, den Jakob über
seinen Sohn Juda äußerte, welcher darin besteht, dass den Söhnen
Judas der Umgang mit dem Bogen und anderen Kriegswaffen gelehrt
werden soll, zur Herrschaft über Israel. Und in den Tagen, in denen
David lebte, wurde wohl diese Weissagung von Jakob in ihrer Gänze
erfüllt. Es ist naheliegend, dass dies der eigentliche Grund ist,
warum der Verweis auf das Buch des Rechtschaffenen aufgeschrieben
ist.
Und ab Vers 19
erfahren wir auch die Worte, die David an diesem Tag persönlich
sprach, um eine Totenklage zu halten. Dabei fällt auch wieder eine
kritisch zu betrachtende Aussage, denn David sagt in Vers 26, dass
ihm die Liebe von Jonathan noch wunderbarer schien als Frauenliebe.
Das ist ein Zitat Davids. Inwiefern diese Aussage von ihm heilig oder
unheilig ist, darüber muss sich letzten Endes wohl jeder selbst ein
Urteil bilden. Meiner persönlichen Beurteilung zufolge handelt es
sich hier um eine weitere Verfehlung Davids, indem er solche Worte
während der Totenklage sprach.
Als Nächstes
erfahren wir Folgendes in Kapitel 2, Vers 1 bis 3:
Und es geschah
danach, da befragte David den HERRN und sprach: Soll ich in eine der
Städte Judas hinaufziehen? Und der HERR sprach zu ihm: Zieh hinauf!
Und David sprach: Wohin soll ich ziehen? Er sprach: Nach Hebron!
So zog David dort
hinauf mit seinen beiden Frauen, Achinoam, der Jesreelitin, und
Abigail, der Frau Nabals, des Karmeliters;
dazu führte David
seine Männer hinauf, die bei ihm waren, jeden mit seinem Haus, und
sie wohnten in den Städten Hebrons.
Hier lässt sich
David also in Hebron nieder.
Es geschah als
nächstes, dass der israelische Stamm Juda David als König annahm,
doch die anderen Stämme weigerten sich, dies zu akzeptieren. Denn
Abner, der Heerführer von Saul, hatte einen noch lebenden Sohn von
Saul mit Namen Ischboseth zum König gemacht, und dessen Herrschaft
dauerte zwei Jahre. Schließlich kam es zum Kampf zwischen dem Stamm
Juda und der Armee der anderen Stämme Israels, aber die Juden waren
siegreich. Und hinterher wurde Abner verdächtigt, mit einer Frau
Unzucht getrieben zu haben, obwohl das gar nicht stimmte, und diese
falsche Anschuldigung machte ihn so wütend, dass er sich dem König
David anschloss, um ganz Israel von David zu überzeugen. Aber in dem
vorher stattgefunden Kampf hatte Abner einen Bruder des Heerführers
getötet, welcher schon lange David dient, und dieser hieß Joab. Und
als Joab sah, dass Abner ankam und versicherte, David helfen zu
wollen, da meinte Joab, dass es sich dabei um einen heimtückischen
Trick handelt, deswegen ermordete er ihn. Von diesen Verläufen liest
man in Kapitel 3. David hatte aber geglaubt, dass Abner es ehrlich
gemeint hatte und trauerte sehr um dessen Tod. Es geschah aber auch,
dass zwei Männer sich auf den Weg machten, um den jenigen zu
ermorden, der als König über Israel gesetzt worden war. Und sie
fanden ihn vor, als er gerade seinen Mittagsschlaf hielt und
ermordeten ihn im Schlaf. Als das David erfuhr, war er entsetzt von
so viel Skrupellosigkeit und ordnete an, dass auch diese beiden
Attentäter selbst sterben sollten. Und David trauerte zusammen mit
dem Volk, und das Volk von ganz Israel begann, ihn als König
anzunehmen.
Um dies zum
Abschluss des Videos zu bestätigen, lesen wir nun noch die Verse 1
bis 5 aus Kapitel 5. Es steht geschrieben:
Und alle Stämme
Israels kamen zu David nach Hebron und sprachen: Siehe, wir sind dein
Gebein und dein Fleisch!
Schon früher, als
Saul noch König über uns war, warst du es, der Israel aus- und
einführte. Und der HERR hat zu dir gesagt: Du sollst mein Volk
Israel weiden, und du sollst Fürst sein über Israel!
Und alle Ältesten
Israels kamen zu dem König nach Hebron. Und der König David machte
mit ihnen einen Bund in Hebron vor dem HERRN. Und sie salbten David
zum König über Israel.
David war 30 Jahre
alt, als er König wurde, und er regierte 40 Jahre lang.
In Hebron regierte
er über Juda sieben Jahre und sechs Monate; aber in Jerusalem
regierte er über ganz Israel und Juda 33 Jahre.
Hierbei ist
vielleicht noch erwähnenswert, dass David exakt 30 Jahre alt war,
als er König wurde. Diese Zahl taucht hinsichtlich göttlicher
Berufung an mehreren Stellen in der Bibel auf, denn Joseph, der Sohn
Jakobs, wurde im Alter von 30 Jahren der zweitmächtigste Mann über
ganz Ägypten, und der Prophet Hesekiel schient im Alter von 30
Jahren sein erstes übernatürliches Erlebnis gehabt zu haben, und
Jesus war 30 Jahre alt, als er begann, das Evangelium zu verkündigen
und das Reich Gottes auf Erden zu demonstrieren. All diese Menschen
waren 30 Jahre alt am Anfang ihrer Berufung, und Davids
Königsherrschaft begann ebenfalls in diesem Alter. Gott scheint aus
irgendeinem Grund dieses Alter bei einberufenen Personen als
angemessen zu empfinden.
Was David aber alles
während seiner Herrschaft über ganz Israel erlebte - damit werden
wir uns in einem anderen Video beschäftigen.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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