Text zu "Bibellehre - Das Leben des Königs Salomo"

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In diesem Video werden wir uns mit vielem beschäftigen, was Salomo während seiner Königsherrschaft tat und erlebte. Wenn wir darüber etwas lernen wollen, haben wir dazu in der Bibel das erste Buch der Könige und die zwei Bücher der Chronik, wobei in dem ersten Buch der Chronik nur in den letzten paar Kapiteln ein bisschen was zu Salomo steht, im zweiten Buch der Chronik aber steht weit mehr über ihn.
Wir ziehen heute nur Kleinigkeiten aus den Chroniken zu Rate, falls es passt, und halten uns ansonsten an das erste Buch der Könige.

Es bietet sich an, dass wir zur Einleitung mal die Erzählung darüber lesen, wie David vor dem ganzen Volk Israel verkündigte, dass Salomo sein Nachfolger sein wird und ein Gotteshaus in Jerusalem bauen muss.

Diesbezüglich lesen wir Folgendes in dem ersten Buch der Chronik in Kapitel 28, Vers 1 bis 10:

Und David versammelte alle Obersten Israels nach Jerusalem, nämlich die Obersten der Stämme, die Obersten der Abteilungen, die dem König dienten, die Obersten der Tausendschaften, die Obersten der Hundertschaften und die Obersten über alle Güter und alles Vieh des Königs und seiner Söhne, samt den Kämmerern, den Helden und allen tüchtigen Männern.
Und der König David erhob sich und sprach: Hört mir zu, meine Brüder und mein Volk! Es lag mir am Herzen, eine Ruhestätte zu bauen für die Bundeslade des HERRN, den Schemel der Füße unseres Gottes, und ich hatte mich für den Bau gerüstet.
Aber Gott sprach zu mir: Du sollst meinem Namen kein Haus bauen; denn du bist ein Kriegsmann und hast Blut vergossen!
Nun hat der HERR, der Gott Israels, aus dem ganzen Haus meines Vaters mich erwählt, dass ich auf ewig König über Israel sein sollte; denn er hat Juda zum Fürsten erwählt, und im Stamm Juda das Haus meines Vaters, und unter den Söhnen meines Vaters hatte er Wohlgefallen an mir, sodass er mich zum König über ganz Israel machte.
Und von allen meinen Söhnen – denn der HERR hat mir viele Söhne gegeben – hat er meinen Sohn Salomo erwählt, dass er auf dem Thron des Königreichs des HERRN über Israel sitzen soll.
Und er hat zu mir gesagt: Dein Sohn Salomo soll mein Haus und meine Vorhöfe bauen; denn ihn habe ich mir zum Sohn erwählt, und ich will sein Vater sein.
Und ich will sein Königreich auf ewig gründen, wenn er fest dabeibleibt, meine Gebote und Rechte zu halten, wie es heute geschieht.
Nun denn, vor dem ganzen Israel, vor der Gemeinde des HERRN und vor den Ohren unseres Gottes ermahne ich euch: Befolgt und erforscht alle Gebote des HERRN, eures Gottes, damit ihr im Besitz des guten Landes bleibt und es euren Kindern nach euch auf ewig vererbt!
Und du, mein Sohn Salomo, erkenne den Gott deines Vaters und diene ihm von ganzem Herzen und mit williger Seele! Denn der HERR erforscht alle Herzen und erkennt alles Trachten der Gedanken. Wenn du ihn suchst, so wird er sich von dir finden lassen; wenn du ihn aber verlässt, so wird er dich verwerfen auf ewig!
So habe nun acht! Denn der HERR hat dich erwählt, ihm ein Haus als Heiligtum zu bauen. Sei stark und führe es aus!

An diesen Worten erkennen wir sehr gut, wie das Volk über die Nachfolge Salomos als König im Vorfeld informiert wurde und dass David sowohl seinen Sohn Salomo als auch die Israeliten dazu ermahnte, die Gebote der Thora möglichst einzuhalten und sie zu erforschen, damit sie wissen, wie diese überhaupt lauten.
Und obwohl dies alles bekannt war, lesen wir schon im ersten Kapitel des ersten Buches der Könige davon, dass einer von den Brüdern Salomos versuchen wollte, die Königsherrschaft an sich zu reißen, darum zog er viele Männer auf seine Seite, unter dehnen auch einige hoch angesehene Personen waren. Und David, welcher in diesen Tagen schon pflegebedürftig war aufgrund seines Alters, bekam davon gar nichts mit. Es gab übrigens auch eine wunderschöne Frau namens Abischag, welche dazu ausgewählt worden war, den König David zu pflegen. Und ausnahmsweise hatte David mit dieser Frau mal keinen Geschlechtsverkehr, was man für Davids Verhältnisse schon fast als Wunder bezeichnen kann, denn David hatte viele Frauen.
Jedenfalls wurden von dem Bruder, der König werden wollte, und dessen Name Adonja lautete, sehr viele Menschen aus dem Bekanntenkreis Davids angeworben, aber nicht alle. Zum Beispiel der Prophet Nathan und der Priester Zadok sowie ein Mann namens Benaja, welcher ein Kriegsheld war, wurden verachtet, weil sie zu Salomo hielten.
Adonja war aber drauf und dran, sich von seinen Freunden zum König ernennen zu lassen. Und da ging die Mutter von Salomo, welche Bathseba heißt, zum König David und erzählte ihm von alldem. Wir lesen uns darüber mal etwas durch, wie es geschrieben steht in Kapitel 1 in den Versen 15 bis 40:

Da ging Bathseba zum König in die Kammer hinein. Der König aber war sehr alt, und Abischag, die Schunamitin, diente dem König.
Und Bathseba neigte und verbeugte sich vor dem König. Der König aber sprach: Was willst du?
Sie sprach zu ihm: Mein Herr, du hast deiner Magd bei dem HERRN, deinem Gott, geschworen: »Dein Sohn Salomo soll König sein nach mir, und er soll auf meinem Thron sitzen!«
Nun aber, siehe, ist Adonija König geworden; und du, mein Herr und König, weißt nichts davon.
Er hat Stiere und Mastvieh und viele Schafe geopfert und hat alle Söhne des Königs eingeladen, dazu Abjatar, den Priester, und Joab, den Heerführer. Aber deinen Knecht Salomo hat er nicht eingeladen.
Du bist es aber, mein Herr und König, auf den die Augen von ganz Israel sehen, dass du ihnen verkündest, wer nach meinem Herrn und König auf seinem Thron sitzen soll!
Und es wird geschehen, wenn mein Herr und König bei seinen Vätern liegt, so werden ich und mein Sohn Salomo es büßen müssen!
Während sie noch mit dem König redete, siehe, da kam der Prophet Nathan.
Da meldete man dem König und sprach: Siehe, der Prophet Nathan ist da! Und als er vor den König hineinkam, verneigte er sich vor dem König mit dem Angesicht zur Erde.
Und Nathan sprach: Mein Herr und König, hast du gesagt: »Adonija soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen«?
Denn er ist heute hinabgegangen und hat Stiere und Mastvieh und viele Schafe geopfert und hat alle Söhne des Königs eingeladen und die Heerführer, dazu den Priester Abjatar. Und siehe, sie essen und trinken vor ihm und sagen: Es lebe der König Adonija!
Aber mich, deinen Knecht, und Zadok, den Priester, und Benaja, den Sohn Jojadas, und deinen Knecht Salomo hat er nicht eingeladen.
Ist diese Sache von meinem Herrn dem König aus geschehen? Und hast du deinen Knecht nicht wissen lassen, wer auf dem Thron meines Herrn, des Königs, nach ihm sitzen soll?
Der König David antwortete und sprach: Ruft mir Bathseba! Und sie kam hinein vor den König; und als sie vor dem König stand,
da schwor der König und sprach: So wahr der HERR lebt, der meine Seele aus aller Not erlöst hat,
ich will heute so handeln, wie ich es dir bei dem HERRN, dem Gott Israels, geschworen habe, indem ich sprach: Salomo, dein Sohn, soll König nach mir sein, und er soll an meiner Stelle auf meinem Thron sitzen!
Da verneigte sich Bathseba mit ihrem Angesicht zur Erde und warf sich vor dem König nieder und sprach: Mein Herr, der König David, lebe ewiglich!
Und der König David sprach: Ruft mir den Priester Zadok und den Propheten Nathan und Benaja, den Sohn Jojadas! Und als sie vor den König hineinkamen,
da sprach der König zu ihnen: Nehmt die Knechte eures Herrn mit euch und setzt meinen Sohn Salomo auf mein Maultier und führt ihn hinab zur Gihon-Quelle!
Und der Priester Zadok und der Prophet Nathan sollen ihn dort zum König über Israel salben; und stoßt in das Schopharhorn und ruft: Es lebe der König Salomo!
Und zieht hinter ihm herauf, und er soll kommen und auf meinem Thron sitzen und König sein an meiner Stelle; denn ich habe ihn dazu bestimmt, dass er Fürst über Israel und Juda sein soll!
Da antwortete Benaja, der Sohn Jojadas, dem König und sprach: Amen! So spreche auch der HERR, der Gott meines Herrn, des Königs!
Wie der HERR mit meinem Herrn, dem König, gewesen ist, so sei er auch mit Salomo, und er mache seinen Thron noch größer als den Thron meines Herrn, des Königs David!
Da gingen der Priester Zadok und der Prophet Nathan und Benaja, der Sohn Jojadas, und die Kreter und Pleter hinab und setzten Salomo auf das Maultier des Königs David und führten ihn zur Gihon-Quelle.
Und der Priester Zadok nahm das Ölhorn aus dem Zelt und salbte Salomo, und sie stießen in das Schopharhorn, und das ganze Volk rief: Es lebe der König Salomo!
Und das ganze Volk zog hinter ihm herauf, und das Volk blies auf Flöten und war sehr fröhlich, sodass die Erde von ihrem Geschrei erzitterte.

Da nun Salomo offiziell zum König gemacht worden war und der Großteil des Volkes dies auch unterstützte, bangte Adonja natürlich um sein Leben. Und er trat vor Salomo, um sich in gge-heuchelter Demut vor ihm zu verneigen und Gnade zu erbitten. Und diese bekam er zunächst auch. Er hatte aber kein bisschen eingesehen, dass sein Verhalten falsch war und er die Königsherrschaft von Salomo unrechtmäßig stehlen wollte, sondern Adonja war in seinem selbstgerechten und hochmütigen Herzen immernoch der Meinung, ihm hätte die Königswürde zugestanden, unabhängig von Davids Anweisungen. Und nun wollte er, wenn er schon nicht König sein wird, dass er wenigstens die wunderschöne Frau heiraten darf, welche den König David pflegte. Und er überredete Salomos Mutter, dass diese Salomo überreden soll, ihm dieses Dienstmädchen zur Frau zu geben.

Darüber lesen wir Folgendes in Kapitel 2, Vers 12 bis 25:

Und Salomo saß auf dem Thron seines Vaters David, und sein Königtum war fest gegründet.
Adonija aber, der Sohn der Haggit kam hinein zu Bathseba, der Mutter Salomos. Und sie sprach: Kommst du auch in Frieden? Er sprach: Ja, in Frieden!
Und er sagte: Ich habe mit dir zu reden. Sie erwiderte: Rede!
Und er sprach: Du weißt, dass das Königtum mir zukam und dass ganz Israel sein Angesicht auf mich gerichtet hatte, dass ich König sein sollte; nun aber ist mir das Königtum entgangen und meinem Bruder zugefallen; denn es war ihm vom HERRN bestimmt.
Nun habe ich eine einzige Bitte an dich; weise mich nicht ab! Sie sprach zu ihm: Rede!
Und er sagte: Sprich doch mit dem König Salomo – denn dich wird er nicht abweisen, dass er mir Abischag, die Schunamitin, zur Frau gibt!
Und Bathseba sprach: Gut, ich will deinetwegen mit dem König reden!
So kam Bathseba hinein zum König Salomo, um mit ihm zu reden wegen Adonija. Und der König stand auf und ging ihr entgegen und verneigte sich vor ihr und setzte sich auf seinen Thron. Und auch für die Mutter des Königs wurde ein Thron hingestellt, und sie setzte sich zu seiner Rechten.
Und sie sprach: Ich habe eine kleine Bitte an dich; weise mich nicht ab! Der König sprach zu ihr: Bitte, meine Mutter; denn dich werde ich nicht abweisen!
Sie sprach: Man gebe Abischag, die Schunamitin, deinem Bruder Adonija zur Frau!
Da antwortete der König Salomo und sprach zu seiner Mutter: Und warum bittest du für Adonija um Abischag, die Schunamitin? Bitte für ihn auch um das Königreich – denn er ist mein älterer Bruder – sowohl für ihn als auch für Abjatar, den Priester, und für Joab, den Sohn der Zeruja!
Und der König Salomo schwor bei dem HERRN und sprach: Gott tue mir dies und das – dieses Wort soll Adonija das Leben kosten!
Und nun, so wahr der HERR lebt, der mich bestätigt und mich auf den Thron meines Vaters David gesetzt und mir ein Haus bereitet hat, wie er gesagt hat: Heute noch soll Adonija sterben!
Und der König Salomo sandte Benaja, den Sohn Jojadas; der stieß ihn nieder, sodass er starb.

Wie man unschwer erkennen kann, hatte die erneute Dreistigkeit von Adonja ihn das Leben gekostet. Aber auch der Priester Abjatar, welcher ein aktiver Unterstützer von Adonja geworden war, sollte eine Strafe bekommen. Darüber lesen wir Folgendes in den Versen 26 und 27:

Und zu dem Priester Abjatar sprach der König: Geh hin nach Anatot, auf deine Felder; denn du bist ein Mann des Todes; aber ich will dich heute nicht töten, weil du die Lade GOTTES, des Herrn, getragen hast vor meinem Vater David und alles mitgelitten hast, was mein Vater gelitten hat!
So verstieß Salomo den Abjatar, dass er nicht mehr Priester des HERRN sein durfte, wodurch das Wort des HERRN erfüllt wurde, das er in Silo über das Haus Elis geredet hatte.

Hier wird davon geredet, dass sich das Wort Gottes erfüllte, welches von ihm über das Haus von Eli ergangen war. Dabei ist der selbe Eli gemeint, von welchem wir gehört hatten, als wir uns das Leben des Propheten Samuel zu Gemüte führten. Denn die Söhne von Eli waren sehr korrupte Männer, und er selber schaute darüber hinweg und störte sich nicht sonderlich daran. Deswegen hatte Gott gesagt, dass Eli inklusive aller seiner Nachkommen ausgerottet werden.

Es gab auch den Heerführer Joab, welcher ebenfalls ein Unterstützer von Adonja gewesen war, und auch bei diesem empfand Salomo es als richtig, ihm das Leben nehmen zu lassen. Denn Joab hatte auch andere böse Dinge getan, welche ihm extra nochmal vorgehalten wurden. Folgendes wird darüber erzählt in den Versen 28 bis 35:

Und das Gerücht davon kam vor Joab; denn Joab hatte zu Adonija gehalten, während er nicht zu Absalom gehalten hatte. Da floh Joab in das Zelt des HERRN und ergriff die Hörner des Altars.
Und es wurde dem König Salomo berichtet: Joab ist zum Zelt des HERRN geflohen, und siehe, er steht am Altar! Da sandte Salomo Benaja, den Sohn Jojadas, und sprach: Geh, erschlage ihn!
Als nun Benaja zum Zelt des HERRN kam, sprach er zu ihm: So spricht der König: Geh hinaus! Er sprach: Nein, sondern hier will ich sterben! Und Benaja brachte dem König Bescheid und sprach: So hat Joab gesprochen, und so hat er mir geantwortet!
Der König sprach zu ihm: Mache es so, wie er gesagt hat; erschlage ihn und begrabe ihn, damit du das Blut, das Joab ohne Grund vergossen hat, von mir und dem Haus meines Vaters hinwegnimmst!
Und der HERR lasse sein Blut auf seinen eigenen Kopf kommen, weil er zwei Männer erschlagen hat, die gerechter und besser waren als er, und sie mit dem Schwert umgebracht hat, ohne dass mein Vater David etwas davon wusste: nämlich Abner, den Sohn Ners, den Heerführer Israels, und Amasa, den Sohn Jeters, den Heerführer Judas!
Ihr Blut komme auf Joabs Kopf und auf den Kopf seines Samens ewiglich; David aber und sein Same, sein Haus und sein Thron, sollen ewiglich Frieden von dem HERRN haben!
Da ging Benaja, der Sohn Jojadas, hinauf und stieß ihn nieder und tötete ihn; und er wurde in seinem Haus begraben in der Wüste.
Da setzte der König Benaja, den Sohn Jojadas, an seiner Stelle über das Heer; den Priester Zadok aber setzte der König an die Stelle Abjatars.

Somit war eine weitere Racheaktion beendet, wie es zu damaligen Zeiten offensichtlich der Normalzustand gewesen ist. Und es gab auch den Mann Simei, welcher den König David einmal während einer Flucht sehr schlecht behandelt hatte. Zu diesem sagte Salomo, dass er in einem Haus wohnen soll und nie wieder auf Reisen gehen darf. Er bekam also gewissermaßen Hausarrest. Und damit war Simei einverstanden. Aber nach drei Jahren waren Knechte von Simei entlaufen und er ging los, um sie zurückzuholen. Somit hatte er seinen Hausarrest übertreten und Salomo reagierte folgendermaßen laut den Versen 42 bis 46:

Da sandte der König hin und ließ Simei rufen und sprach zu ihm: Habe ich von dir nicht einen Eid genommen bei dem HERRN und dir bezeugt und gesagt: An dem Tag, an dem du ausziehen und hierhin oder dorthin gehen wirst, sollst du wissen, dass du unbedingt sterben musst? Und du hast zu mir gesagt: Das Wort ist gut; ich habe es gehört!
Warum hast du dich denn nicht gehalten an den Eid den du bei dem HERRN geschworen hast und an das Gebot, das ich dir gegeben habe?
Und der König sprach zu Simei: Du weißt um all das Böse, das du meinem Vater David zugefügt hast; dein Herz ist sich dessen bewusst. So wird nun der HERR deine Bosheit auf deinen eigenen Kopf kommen lassen!
Aber der König Salomo wird gesegnet sein, und der Thron Davids wird fest stehen vor dem HERRN ewiglich!
Und der König gebot Benaja, dem Sohn Jojadas; der ging hinaus und stieß ihn nieder, dass er starb. Und die Königsherrschaft wurde gefestigt in der Hand Salomos.

Letzten Endes musste also auch Simei niedergestoßen werden, dass er starb.
Nachdem all diese Unannehmlichkeiten erledigt waren, wollte Salomo seine anfängliche Liebe zu Gott dadurch zum Ausdruck bringen, dass er 1000 Opfertiere darbrachte. Denn Tiere waren besonders damals gewissermaßen sehr wertvolle Güter, weil sie bei der Feldarbeit schwere Tätigkeiten ausübten und weil man von gewissen Tieren bis zum heutigen Tag Milch oder Fell oder Wolle bekommt. Somit würde dadurch eine Art Wertübertragung veranschaulicht werden, auch wenn Gott eigentlich gar keine Verwendung für tote Tiere hat. Folgendes lesen wir diesbezüglich in Kapitel 3; Vers 1 bis 13:

Und Salomo verschwägerte sich mit dem Pharao, dem König von Ägypten, und nahm die Tochter des Pharao zur Frau und brachte sie in die Stadt Davids, bis er sein Haus und das Haus des HERRN und die Mauern um Jerusalem her fertiggebaut hatte.
Nur opferte das Volk noch auf den Höhen; denn dem Namen des HERRN war noch kein Haus gebaut worden bis zu jener Zeit.
Salomo aber liebte den HERRN, sodass er in den Ordnungen seines Vaters David wandelte; nur brachte er Schlachtopfer und Räucheropfer auf den Höhen dar.
Und der König ging nach Gibeon, um dort zu opfern; denn das war die bedeutendste Höhe. Und Salomo opferte 1000 Brandopfer auf jenem Altar.
In Gibeon erschien der HERR dem Salomo bei Nacht im Traum. Und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll!
Und Salomo sprach: Du hast deinem Knecht, meinem Vater David, große Gnade erwiesen, wie er denn vor dir gewandelt ist in Wahrheit und Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen dir gegenüber, und du hast ihm diese große Gnade bewahrt und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzt, wie es an diesem Tag offenbar ist.
Weil du nun, o HERR, mein Gott, deinen Knecht zum König gemacht hast anstelle meines Vaters David, ich aber ein junger Bursche bin, der weder aus- noch einzuziehen weiß;
und weil dein Knecht mitten unter deinem Volk ist, das du erwählt hast, einem Volk, das so groß ist, dass es vor Menge niemand zählen noch berechnen kann,
so gib du deinem Knecht doch ein verständiges Herz, dass er dein Volk zu richten versteht und unterscheiden kann, was Gut und Böse ist. Denn wer kann dieses dein großes Volk richten?
Und es war dem HERRN wohlgefällig, dass Salomo um dies bat.
Und Gott sprach zu ihm: Weil du um dies bittest, und nicht um langes Leben und um Reichtum und um den Tod deiner Feinde bittest, sondern um Einsicht zum Verständnis des Rechts,
siehe, so habe ich nach deinen Worten gehandelt. Siehe, ich habe dir ein weises und verständiges Herz gegeben, dass deinesgleichen vor dir nicht gewesen ist und deinesgleichen auch nach dir nicht aufkommen wird.
Dazu habe ich dir auch gegeben, was du nicht erbeten hast, Reichtum und Ehre, sodass deinesgleichen nicht sein soll unter den Königen dein ganzes Leben lang.

Es ist schon eine bemerkenswerte Entscheidung, dass Salomo ausgerechnet Weisheit haben wollte, als Gott ihm einen Wunsch gewährte, oder? Wie viele andere Menschen hätten in dieser Lage einen primitiveren Wunsch geäußert? Vermutlich viele. Jedenfalls gibt Gott die gewünschte Weisheit in ausgiebigem Maß, von welcher Salomo dann natürlich auch möglichst immer Gebrauch machen sollte. Und gratis dazu gab es noch Reichtum und Ehre.

Als nächstes wird von einer Situation berichtet, in welcher die Weisheit besonders offenbar wurde, die Salomo bekommen hatte. Darüber steht Folgendes geschrieben in den Versen 16 bis 28:

Zu jener Zeit kamen zwei Huren zum König und traten vor ihn.
Und die eine Frau sprach: Ach mein Herr, ich und diese Frau wohnten in demselben Haus, und ich gebar bei ihr im Haus;
und es geschah, drei Tage nachdem ich geboren hatte, gebar sie auch. Und wir waren beieinander, und kein Fremder war mit uns im Haus, nur wir beide waren im Haus.
Und der Sohn dieser Frau starb in der Nacht; denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt.
Und sie stand mitten in der Nacht auf und nahm meinen Sohn von meiner Seite, als deine Magd schlief, und legte ihn in ihre Arme, und ihren toten Sohn legte sie in meine Arme.
Und als ich am Morgen aufstand, um meinen Sohn zu stillen, siehe, da war er tot! Und ich betrachtete ihn am Morgen genau, und siehe, es war nicht mein Sohn, den ich geboren hatte!
Die andere Frau aber sprach: Nein, sondern mein Sohn lebt und dein Sohn ist tot! Jene aber sprach: Nein, dein Sohn ist tot und mein Sohn lebt! So redeten sie vor dem König.
Und der König sprach: Diese spricht: Der Sohn, der lebt, ist mein Sohn, und dein Sohn ist tot! Jene spricht: Nein, dein Sohn ist tot, und mein Sohn lebt!
Da sprach der König: Bringt mir ein Schwert! Und man brachte das Schwert vor den König.
Da sprach der König: Zerschneidet das lebendige Kind in zwei Teile und gebt dieser die eine Hälfte und jener die andere Hälfte!
Da sprach die Frau, welcher der lebendige Sohn gehörte, zum König – denn ihr Erbarmen über ihren Sohn regte sich in ihr – und sagte: Bitte, mein Herr, gebt ihr das lebendige Kind und tötet es nur nicht! Jene aber sprach: Es soll weder mir noch dir gehören – teilt es!
Da antwortete der König und sprach: Gebt dieser das lebendige Kind und tötet es ja nicht! Sie ist seine Mutter!
Als nun ganz Israel hörte, was für ein Urteil der König gefällt hatte, da fürchteten sie sich vor dem König; denn sie sahen, dass die Weisheit Gottes in seinem Herzen war, um Recht zu schaffen.

Hier hatte der König Salomo sozusagen ein schweres Rätsel zu lösen. Zwei völlig fremde Frauen kamen zu ihm wegen einem Kind, und jede der beiden behauptete, die wahre Mutter zu sein. Die Entscheidung des Königs ist in der Tat von Weisheit erfüllt, und man wird wohl mal darüber hinwegsehen können, dass der Befehl, mit einem Schwert ein Kind zu zerteilen, zunächst extrem unbarmherzig klingt. Denn König Salomo wollte das Kind gar nicht zerteilen. Er wollte nur sehen, wie die beiden Frauen reagieren. Denn die echte leibliche Mutter, die ihr Kind liebt, will es ja beschützen und um jeden Preis vermeiden, dass dem Kind etwas zustößt. Eine eifersüchtige Frau aber, die einfach nur die echte Mutter verletzen will und sich gar nicht sonderlich um das Kind sorgt, der ist es doch egal, was aus dem Kind wird. Und da nur eine von beiden Frauen Angst um das Kind hatte, die andere aber nicht, war bereits an diesen Reaktionen offensichtlich, wer die echte Mutter ist. Wenn beide Angst um das Kind gehabt hätten, dann hätte Salomo sich etwas Anderes einfallen lassen müssen, aber es war in dieser Lage nicht mehr nötig. Nun stellt sich aber auch die Frage, wie viele Menschen an der Stelle von König Salomo eine ähnliche Idee gehabt hätten. Es gehört schon Weisheit dazu, ein so ungewöhnliches Problem auf diese Weise zu lösen.

Wir erfahren jedenfalls, dass Salomo auch über fremde Länder regierte, ohne in diesen Blut vergießen zu müssen, und er hatte über jedes Land (bzw. jeden Erbteil Israels) einen Aufseher eingesetzt, der ihm diente. Und es herrschte Frieden, und den Israeliten ging es gut, und sie aßen und tranken und waren fröhlich unter der Herrschaft Salomos. Auch in Kapitel 5 wird seine große Herrschaft betont, außerdem lesen wir dort über seine Weisheit Folgendes in den Versen 9 bis 12:

Und Gott gab Salomo Weisheit und sehr viel Verstand und Weite des Herzens, wie der Sand, der am Meeresufer liegt.
Und die Weisheit Salomos war größer als die Weisheit aller Söhne des Ostens und als alle Weisheit der Ägypter.
Ja, er war weiser als alle Menschen, auch weiser als Etan, der Esrachiter, und Heman und Kalkol und Darda, die Söhne Machols; und er wurde berühmt unter allen Völkern ringsum.
Und er redete 3000 Sprüche; und die Zahl seiner Lieder war 1005.

Einige von den Sprüchen Salomos sind ja aufgeschrieben in dem Buch der Sprüche, aber es sind deutlich weniger als 3000. Was aus den ganzen anderen Sprüchen und aus seinen Liedern wurde, weiß ich leider nicht. Was er aber an besonders bemerkenswerten Lebensweisheiten und an gottestreuen Weisheitssprüchen aufschreiben konnte, das haben wir uns ja bereits in den betreffenden Videos näher angeschaut, und diese sind in der Textbox unter dem Video verlinkt.

Jedenfalls verbündete sich Salomo mit dem König von Tyrus, um das Gotteshaus von Jerusalem zu bauen, von welchem schon David geredet hatte. Denn der König von Tyrus stellte Baumaterial und teilweise Arbeiter bereit. Darüber steht noch ein bisschen was im Rest des Kapitels, was wir uns aber sparen.
Wann genau aber der Bau des Tempels begann, darüber lesen wir Folgendes in den ersten zwei Versen von Kapitel 6:

Und es geschah im vierhundertachtzigsten Jahr nach dem Auszug der Kinder Israels aus dem Land Ägypten, im vierten Jahr der Regierung Salomos über Israel, im Monat Siv, das ist der zweite Monat, da baute er dem HERRN das Haus.
Das Haus aber, das der König Salomo dem HERRN baute, war 60 Ellen lang, 20 Ellen breit und 30 Ellen hoch.

Das Gotteshaus bekam auch eine Vorhalle, und man kann allgemein sehr viele Details in diesem Kapitel lesen, wie das Gotteshaus aussah und welche Materialien verwendet wurden. König Salomo ließ sehr viel Zedernholz und Zypressenholz verwenden, aber vorher war alles aus Stein gebaut, und das Holz überdeckte die Steine und wurde übergoldet mit feinem Gold. Auch alles, was im Inneren des Tempels gebaut wurde, ist mit Gold überzogen gewesen. Und Salomo ließ auch zwei Statuen von Cherubim-Engeln bauen, die 10 Ellen hoch waren. Und er ließ Schnitzereien an den Wänden machen, von Palmen, Cherubim und Blumen.
Salomo hatte aber den Plan, nicht nur ein Gotteshaus zu bauen, sondern auch ein großes Haus für sich selbst, und es dauerte insgesamt zwanzig Jahre. Der Bau des Gotteshauses dauerte 7 Jahre, bis er vollendet war, und der Bau des Hauses, das Salomo für sich selbst benutzte, dauerte 13 Jahre. Man liest über dieses Königshaus in Kapitel 7 einiges, und außerdem steht in Kapitel 7 auch noch sehr viel über das geschrieben, was im Inneren des Tempels von Jerusalem war.

Als schließlich der Tag gekommen war, um den Tempel Gottes einzuweihen, lesen wir darüber Folgendes in Kapitel 8, Vers 1 bis 7:

Damals versammelte Salomo die Ältesten von Israel und alle Häupter der Stämme, die Fürsten der Vaterhäuser der Kinder Israels, zum König Salomo nach Jerusalem, um die Bundeslade des HERRN hinaufzubringen aus der Stadt Davids, das ist Zion.
Und alle Männer Israels versammelten sich zum König Salomo am Fest im Monat Etanim, das ist der siebte Monat.
Und alle Ältesten von Israel kamen, und die Priester trugen die Lade des HERRN,
und sie brachten die Lade des HERRN hinauf, dazu die Stiftshütte und alle Geräte des Heiligtums, die in dem Zelt waren. Das trugen die Priester und Leviten hinauf.
Und der König Salomo und die ganze Gemeinde Israels, die sich zu ihm versammelt hatte, standen mit ihm vor der Lade und opferten Schafe und Rinder, so viele, dass man sie wegen der Menge weder zählen noch berechnen konnte.
Und die Priester brachten die Bundeslade des HERRN an ihren Ort, in den Sprachort des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim.
Denn die Cherubim breiteten die Flügel aus über den Ort, wo die Lade stand, und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her.

Wir lesen also davon, dass die Bundeslade schließlich in den Tempel Jerusalems gebracht wurde. Und alle tüchtigen Männer Israels waren vor dem Tempel versammelt.
Ich glaube nicht, dass man sich das bildlich vorstellen kann, wie das ausgesehen haben muss. Denn die Israeliten waren in diesen Tagen enorm zahlreich, und dazu hatten ja auch alle noch ein paar Tiere mitgebracht, die sie für den Opferdienst abgeben wollten. Wir lesen weiterhin in dem Kapitel sehr viele Fürbitten, die Salomo zu Gott betete, während Israel zuhörte, und welche damit zu tun haben, dass dieses gebaute Haus allezeit der Ort sein soll, auf den Gott mit Wohlgefallen schaut und dessen Besucher er erhört. Aber nach all diesen Reden steht geschrieben in den Versen 62 und 63:

Und der König brachte Opfer dar vor dem HERRN, und ganz Israel mit ihm.
Und zwar brachte Salomo als Friedensopfer, das er dem HERRN opferte, 22.000 Rinder dar und 120.000 Schafe. So weihten der König und alle Kinder Israels das Haus des HERRN ein.

Das ist der absolute Wahnsinn. Eine derartig riesige Menge Tiere wurde in diesen Tagen allein vom König dargebracht. Und das, obwohl Gott ja kritisch gesehen gar keine Verwendung dafür hatte. Jedenfalls feierten die Israeliten ihr Einweihungsfest 14 Tage lang und danach ging jeder frohen Mutes nach Hause.

Zu einem späteren Zeitpunkt offenbarte Gott sich Salomo nochmal in einem Traum, wie es vorher schonmal nach dem Darbringen der tausend Opfertiere geschehen war. Und was Gott diesmal zu sagen hatte, darüber lesen wir etwas in Kapitel 9. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 9:

Und es geschah, als Salomo das Haus des HERRN und das Haus des Königs vollendet hatte und alles, was er zu machen begehrte und wozu er Lust hatte,
da erschien ihm der HERR zum zweiten Mal, wie er ihm in Gibeon erschienen war.
Und der HERR sprach zu ihm: »Ich habe dein Gebet und dein Flehen erhört, das du vor mir gebetet hast. Ich habe dieses Haus, das du gebaut hast, geheiligt, um meinen Namen dort wohnen zu lassen ewiglich; und meine Augen und mein Herz sollen allezeit dort sein.
Und was dich betrifft, wenn du vor mir wandelst, wie dein Vater David gewandelt ist, mit lauterem Herzen und aufrichtig, und du alles tust, was ich dir geboten habe, und meine Satzungen und meine Rechte befolgst,
so will ich den Thron deines Königtums über Israel auf ewig befestigen, wie ich es deinem Vater David versprochen habe, indem ich sagte: Es soll dir nicht fehlen an einem Mann auf dem Thron Israels!
Wenn ihr euch aber von mir abwendet, ihr und eure Söhne, und meine Gebote und meine Satzungen, die ich euch vorgelegt habe, nicht befolgt, sondern hingeht und anderen Göttern dient und sie anbetet,
so werde ich Israel ausrotten aus dem Land, das ich ihnen gegeben habe; und das Haus, das ich meinem Namen geheiligt habe, werde ich von meinem Angesicht verwerfen, und Israel soll zum Sprichwort und zum Spott werden unter allen Völkern!
Und über dieses Haus, so erhaben es sein wird, wird dann jeder, der an ihm vorübergeht, sich entsetzen und spotten und sagen: Warum hat der HERR diesem Land und diesem Haus so etwas angetan?
Dann wird man antworten: Weil sie den HERRN, ihren Gott, der ihre Väter aus dem Land Ägypten geführt hat, verlassen haben und sich an andere Götter gehängt und sie angebetet und ihnen gedient haben – darum hat der HERR all dieses Unheil über sie gebracht!«

Man merkt an diesem Text genau, dass Gott schon gerne das Haus ewig bewahren würde, welches Salomo gebaut hat, aber Gott macht es vom Verhalten der Menschen abhängig. Wenn die Menschen ihn zum Zorn reizen, dann wird Gott auch keine Freude mehr an dem Gedanke haben, das Gotteshaus von Jerusalem als die Wohnung für seinen Namen zu bewahren. Es hängt also vom Verhalten der Menschen ab, ob das, was Gott als ewiges Heil verheißen hat, auch wirklich ewig anhält.

Jedenfalls wollte Salomo dem König von Tyrus auch ein paar Ländereien schenken, aber offensichtlich gefielen diese dem König von Tyrus nicht, denn wir lesen Folgendes in den Versen 10 bis 14:

Und es geschah, als die 20 Jahre verflossen waren, in denen Salomo die beiden Häuser, das Haus des HERRN und das Haus des Königs gebaut hatte,
wozu Hiram, der König von Tyrus, Salomo mit Zedern- und Zypressenholz und Gold ganz nach seinem Begehren versorgt hatte, da gab der König Salomo dem Hiram 20 Städte im Land Galiläa.
Und Hiram zog aus von Tyrus, um die Städte anzusehen, die ihm Salomo gegeben hatte; aber sie gefielen ihm nicht.
Und er sprach: Was sind das für Städte, mein Bruder, die du mir gegeben hast? Und er nannte sie »Land Kabul« bis zu diesem Tag.
Denn Hiram hatte dem König 120 Talente Gold gesandt.

Vermutlich hatte sich der König Hiram für eine so wertvolle Goldsumme ein paar besonders schöne Ländereien erhofft. Aber trotz der Enttäuschung blieb er dem König Salomo wohlgesonnen. Und es wird auch begonnen, über Salomos Reichtum zu reden. Wir lesen dazu zum Beispiel in den Versen 26 bis 28:

Und der König Salomo baute eine Schiffsflotte in Ezjon-Geber, das bei Elat liegt, am Ufer des Roten Meeres im Land der Edomiter.
Und Hiram sandte auf die Schiffsflotte seine Knechte, die sich auf die Schiffe verstanden und auf dem Meer erfahren waren, mit den Knechten Salomos auf die Fahrt;
und sie gelangten bis nach Ophir und holten dort 420 Talente Gold und brachten es dem König Salomo.

Dieser Text gibt uns nur einen kleinen Eindruck davon, wie Reich Salomo durch Geschenke von anderen Leuten geworden war, aber sein ganzer Reichtum wird in Kapitel 10 beschrieben. Zuerst liest man jedoch in diesem Kapitel davon, dass eine Königin aus einem fernen Land nach Jerusalem kam, um die Weisheit Salomos zu prüfen. Diesbezüglich steht geschrieben in den Versen 1 bis 13:

Und die Königin von Saba hörte von dem Ruhm Salomos wegen des Namens des HERRN, und sie kam, um ihn mit Rätseln zu prüfen.
Sie kam aber nach Jerusalem mit sehr großem Reichtum, mit Kamelen, die Gewürze und sehr viel Gold und Edelsteine trugen. Und als sie zu Salomo kam, sagte sie ihm alles, was sie auf dem Herzen hatte.
Und Salomo gab ihr Antwort auf alle ihre Fragen; es war dem König nichts verborgen, dass er es ihr nicht hätte erklären können.
Als aber die Königin von Saba alle Weisheit Salomos sah und das Haus, das er gebaut hatte,
und die Speise auf seinem Tisch und die Wohnung seiner Knechte und das Auftreten seiner Dienerschaft und ihre Kleidung, auch seine Mundschenken und auch die Brandopfer, die er im Haus des HERRN darbrachte, da geriet sie außer sich vor Staunen;
und sie sprach zu dem König: Das Wort ist wahr, das ich in meinem Land über deine Taten und über deine Weisheit gehört habe!
Ich aber habe den Worten nicht geglaubt, bis ich gekommen bin und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und siehe, es ist mir nicht die Hälfte gesagt worden; du hast mehr Weisheit und Besitz, als das Gerücht sagt, das ich vernommen habe!
Glücklich sind deine Leute, glücklich diese deine Knechte, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören!
Gepriesen sei der HERR, dein Gott, der Gefallen an dir gehabt hat, sodass er dich auf den Thron Israels setzte! Weil der HERR Israel auf ewig liebt, deshalb hat er dich zum König eingesetzt, damit du Recht und Gerechtigkeit übst!
Und sie gab dem König 120 Talente Gold und sehr viel Gewürze und Edelsteine; nie wieder ist so viel Gewürz ins Land gekommen, wie die Königin von Saba dem König Salomo schenkte.
Dazu brachte die Schiffsflotte Hirams, die Gold aus Ophir holte, sehr viel Sandelholz und Edelsteine von Ophir.
Und der König ließ einen Aufgang aus Sandelholz machen für das Haus des HERRN und für das Haus des Königs und Lauten und Harfen für die Sänger; so viel Sandelholz ist nie mehr ins Land gekommen, noch gesehen worden bis zu diesem Tag.
Und der König Salomo gab der Königin von Saba alles, was sie wünschte und erbat, außer dem, womit Salomo sie königlich beschenkte. Da kehrte sie in ihr Land zurück samt ihren Knechten.

Die Königin war merklich beeindruckt, als sie Salomos Weisheit hörte. Und auch von den Reichtümern Salomos wurde ihr Vorstellungsvermögen gewissermaßen überwältigt. In den Folgeversen wird besonders viel von eben diesem Reichtum geredet. Zum Beispiel steht in den Versen 14 und 15 geschrieben:

Das Gewicht des Goldes aber, das bei Salomo in einem Jahr einging, betrug 666 Talente Gold,
außer den Einkünften von den Karawanen und dem Handel der Kaufleute und von allen Königen Arabiens und von den Statthaltern des Landes.

Hierbei werden Menschen, die sich im neuen Testament gut auskennen, bestimmt ein wenig erschrecken. Denn man fragt sich da: Was hat denn diese unheilvolle Zahl hier verloren? Warum wird erwähnt, dass die jährlichen Goldeinnahmen ausgerechnet ein solches Gewicht haben? Das ist echt eigenartig. Und diese Aussage gibt es nicht nur im ersten Buch der Könige, sondern im zweiten Buch der Chronik wird es ebenfalls gesagt. Da die Zahl 666 in der Offenbarung Jesu Christi durch Johannes vorkommt und den falschen Prophet markiert, der die Menschen dazu verführen wird, das Malzeichen des Tieres anzunehmen und das Bild des Tieres anzubeten, könnte man jetzt vielleicht einen Bezug dazu herstellen, indem man mutmaßt, dass der kommende falsche Prophet vielleicht in irgendeiner Weise eine Ähnlichkeit mit Salomo aufweisen wird. Aber das ist nur eine sehr gewagte Vermutung.
Weiterhin steht Folgendes geschrieben über Salomos Reichtum in den Versen 16 bis 25:

Und der König Salomo ließ 200 Langschilde aus gehämmertem Gold machen; 600 Schekel Gold verwendete er für jeden Schild;
und 300 Kleinschilde aus gehämmertem Gold; je drei Minen Gold verwendete er für einen Kleinschild. Und der König brachte sie in das Haus des Libanonwaldes.
Ferner ließ der König einen großen Thron aus Elfenbein anfertigen und ließ ihn mit dem edelsten Gold überziehen.
Dieser Thron hatte sechs Stufen, und das Kopfstück des Thrones war hinten rund, und auf beiden Seiten um den Sitz waren Armlehnen, und zwei Löwen standen neben den Armlehnen.
Und zwölf Löwen standen dort auf den sechs Stufen zu beiden Seiten. Etwas Derartiges ist niemals in irgendeinem Königreich gemacht worden.
Auch alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren aus Gold, und alle Geräte im Haus des Libanonwaldes waren aus feinem Gold; nichts war aus Silber, denn dieses achtete man zu den Zeiten Salomos gar nicht.
Denn die Flotte von Tarsisschiffen des Königs fuhr auf dem Meer mit der Flotte Hirams. Diese Flotte von Tarsisschiffen kam alle drei Jahre einmal und brachte Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.
So war der König Salomo größer an Reichtum und Weisheit als alle Könige auf Erden.
Und alle Welt suchte das Angesicht Salomos, um seine Weisheit zu hören, die ihm Gott ins Herz gegeben hatte.
Und sie brachten jeder sein Geschenk: silberne und goldene Geräte, Kleider und Waffen, Gewürze, Pferde und Maultiere, Jahr für Jahr.

Hier ist natürlich auch interessant und bemerkenswert, dass Menschen aus aller Welt von Salomos Weisheit erfuhren und kamen, um es selbst zu hören. Und da sie alle Geschenke mitbrachten, wurde Salomo immer reicher und reicher. Wir lesen sogar in Vers 23, dass Salomo praktisch der reichste Mann auf der ganzen Welt war zu seiner Zeit. Das ist ein interessanter Aspekt, besonders wenn man sich unter diesem Gesichtspunkt das Buch des Predigers durchliest. Das werden wir aber nicht jetzt tun, sondern in einem anderen Video.

Es ist aber ein wenig seltsam, wie übertrieben groß der Reichtum von König Salomo wurde. Denn es gibt ja in der Thora das Königsgesetz, welches über Reichtum etwas Anderes sagt. Dieses will ich euch zum Abgleich mit Salomos Werken auch heute nochmal vorlesen. Es steht geschrieben im fünften Buch Mose in Kapitel 17, Vers 14 bis 20:

Wenn du in das Land kommst, das der HERR, dein Gott, dir gibt, und es in Besitz nimmst und darin wohnst und dann sagst: »Ich will einen König über mich setzen, wie alle Heidenvölker, die um mich her sind!«,
so sollst du nur den zum König über dich setzen, den der HERR, dein Gott, erwählen wird. Aus der Mitte deiner Brüder sollst du einen König über dich setzen; du kannst keinen Fremden über dich setzen, der nicht dein Bruder ist.
Nur soll er nicht viele Pferde halten und das Volk nicht wieder nach Ägypten führen, um die Zahl seiner Pferde zu vermehren, da doch der HERR euch gesagt hat: Ihr sollt nie mehr auf diesem Weg zurückkehren!
Er soll auch nicht viele Frauen nehmen, damit sein Herz nicht auf Abwege gerät; auch soll er sich nicht zu viel Silber und Gold aufhäufen.
Wenn er dann auf seinem königlichen Thron sitzt, so soll er eine Abschrift dieses Gesetzes, das vor den levitischen Priestern liegt, in ein Buch schreiben lassen.
Und dieses soll bei ihm sein, und er soll darin lesen alle Tage seines Lebens, damit er lernt, den HERRN, seinen Gott, zu fürchten, damit er alle Worte dieses Gesetzes und diese Satzungen bewahrt und sie tut;
dass sich sein Herz nicht über seine Brüder erhebt und er nicht abweicht von dem Gebot, weder zur Rechten noch zur Linken, damit er die Tage seiner Königsherrschaft verlängere, er und seine Söhne, in der Mitte Israels.

Wir lesen in den Berichten über Salomo, dass er eine große Anzahl Pferde hatte, und wir haben gelesen, dass Salomo jedes Jahr hunderte Talente Gold geliefert bekam. Somit hat er also gegen diese Gebote aus der Thora verstoßen, dass er kein Gold anhäufen und nicht viele Pferde halten soll. Aber wie steht es mit dem Gebot, dass ein König von Israel nicht viele Frauen nehmen soll?
Um herauszufinden, wie Salomo mit diesem Gebot aus dem Gesetz Gottes umgegangen ist, lesen wir nun in Kapitel 11 die Verse 1 bis 3. Dort steht Folgendes geschrieben:

Aber der König Salomo liebte viele fremde Frauen neben der Tochter des Pharao: moabitische, ammonitische, edomitische, zidonische und hetitische,
aus den Heidenvölkern, von denen der HERR den Kindern Israels gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen, denn sie werden gewiss eure Herzen zu ihren Göttern wenden! An diesen hing Salomo mit Liebe.
Und er hatte 700 fürstliche Frauen und 300 Nebenfrauen; und seine Frauen verleiteten sein Herz.

Tja ... was soll man dazu noch sagen?
Im Gesetz steht geschrieben, dass der König nicht viele Frauen haben soll, also im Idealfall wohl nur eine Frau, welcher er treu ist. König Salomo hingegen hat insgesamt 1000 Frauen geheiratet. Irgendwie klingt das nicht sonderlich nach dem, was das Gesetz vorschreibt, oder? Es ist im Grunde nur eines: Peinlich. Und ziemlich erbärmlich.
Außerdem waren diese Frauen aus fremden Völkern logischerweise Götzendienerinnen. Vielleicht kommt der eine oder andere unter euch von allein darauf, welche gotteslästerliche Verhaltensweise Salomo deswegen entwickelte.
Ob ihr es aber schon erraten konntet oder nicht: Wir lesen jetzt einfach weiter, um zu sehen, welches Ende dieser höchst peinliche Zustand hatte. Es steht geschrieben in den Versen 4 bis 14:

Und es geschah zu der Zeit, als Salomo alt geworden war, da wendeten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, sodass sein Herz nicht mehr ungeteilt mit dem HERRN, seinem Gott war wie das Herz seines Vaters David.
So lief Salomo der Astarte nach, der Gottheit der Zidonier, und Milkom, dem Gräuel der Ammoniter.
Und Salomo tat, was böse war in den Augen des HERRN, und er folgte dem HERRN nicht völlig nach wie sein Vater David.
Auch baute Salomo eine Höhe für den Kemosch, den Gräuel der Moabiter, auf dem Berg, der östlich von Jerusalem liegt, und für den Moloch, den Gräuel der Ammoniter.
Und ebenso machte er es für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten.
Da wurde der HERR zornig über Salomo, weil sein Herz sich abgewandt hatte von dem HERRN, dem Gott Israels, der ihm zweimal erschienen war,
ja, der ihm gerade wegen dieser Sache das Gebot gegeben hatte, dass er nicht anderen Göttern nachwandeln solle; aber er beachtete nicht, was ihm der HERR geboten hatte.
Darum sprach der HERR zu Salomo: Weil dies von dir geschehen ist und du meinen Bund nicht bewahrt hast, noch meine Satzungen, die ich dir geboten habe, so will ich dir gewiss das Königreich entreißen und es deinem Knecht geben!
Doch zu deiner Zeit will ich es nicht tun, um deines Vaters David willen; der Hand deines Sohnes will ich es entreißen.
Nur will ich ihm nicht das ganze Reich entreißen; einen Stamm will ich deinem Sohn geben, um meines Knechtes David und um Jerusalems willen, das ich erwählt habe!
Und der HERR erweckte dem Salomo einen Widersacher, Hadad, den Edomiter, der stammte aus dem Königsgeschlecht von Edom.

Es weiß hoffentlich jeder Mensch, der diesen Kanal besucht, dass es kaum etwas gibt, was Gott in größeren Zorn geraten lässt, als wenn ein Mensch Götzendienste leistet oder Altäre für irgendwelche erfundenen Gottheiten im Land Israel baut. Salomo aber hat sich von seinen Frauen dazu treiben lassen wie ein alter Narr.
Der Knecht aber, welchem künftig zur Strafe von Gott die Herrschaft über insgesamt 10 Stämme Israels gegeben werden sollte, hieß übrigens Jerobeam. Und als es bekannt wurde, dass dies festgelegt war, da wollte Salomo Jerobeam töten, aber es gelang nicht, denn es steht geschrieben in den Versen 40 bis 43:

Salomo aber trachtete danach, Jerobeam zu töten; da machte sich Jerobeam auf und floh nach Ägypten zu Sisak, dem König von Ägypten; und er blieb in Ägypten, bis Salomo starb.
Was aber mehr von Salomo zu sagen ist, und alles, was er getan hat, und seine Weisheit, steht das nicht geschrieben im Buch der Geschichte Salomos?
Die Zeit aber, die Salomo über ganz Israel in Jerusalem regierte, betrug 40 Jahre.
Und Salomo legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben in der Stadt Davids, seines Vaters; und Rehabeam, sein Sohn, wurde König an seiner Stelle.

Hier sehen wir nun, dass das Leben von Salomo zu einem Ende kam. Woran er starb, wird nicht erwähnt, aber dafür, dass er in Zion begraben wurde. Und es wird erwähnt, dass vieles über Salomo geschrieben steht im sogenannten Buch der Geschichte Salomos, aber leider ist dieses Buch kein Teil der Bibel und ich selbst besitze es auch nicht.

Jedenfalls wissen wir von Salomo, dass er eine sehr große und zu seiner Zeit unerreichte Weisheit hatte. Und alle Welt bewunderte ihn dafür und brachte ihm Geschenke, um ihn nur hören zu können. Ich kenne aber jemanden, dessen Weisheit noch größer ist als die von Salomo. Und dieser jemand wurde nicht von den Menschen geliebt, man brachte ihm auch keine Geschenke, sondern er wurde von den Menschen nicht ernst genommen und teils sogar beleidigt. Dieser jemand hat zu den Menschen, besonders zu den Gelehrten unter ihnen, Folgendes gesagt laut dem Evangelium des Matthäus in Kapitel 12, Vers 42:

Die Königin des Südens wird im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und wird es verurteilen, denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören; und siehe, hier ist einer, der größer ist als Salomo!

Es wird betont, dass die Königin des Südens einen weiten Weg auf sich genommen hatte, und sehr erstaunt war über die Weisheit von Salomo. Und allein das Gerücht von Salomo war ihr Grund genug, um sich auf den Weg nach Jerusalem zu machen. Der aber, der größere Weisheit hatte, der stand direkt vor den Menschen, und jeder konnte ihn hören, aber kaum jemand freute sich über seine Worte. Die Königin des Südens wird im Gericht Gottes gefragt werden, warum sie einen so schweren Weg auf sich nahm, um zu Salomo zu reisen. Und sie wird im Gericht so etwas sagen wie: „Ich ging, weil ich von Salomos Weisheit gehört hatte, denn es ist doch selbstverständlich, dass man eine so seltene Gelegenheit nicht auslässt, wenn man einen Mensch mit so vortrefflicher Weisheit hören kann, wie sie Salomo hatte.“
Und dann werden die, welche die Weisheit von Jesus gehört haben und es verwarfen, im Gericht gefragt werden, warum sie nicht mit genau dem gleichen Eifer die Worte von Jesus liebten, obwohl doch Jesus größere Weisheit hat als Salomo. Und sie werden keine Ausrede parat haben, die im Gericht etwas gilt.

Und nach dieser Ermahnung beende ich das heutige Video über das Leben des Königs Salomo.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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