Text zu "Bibellehre - Jesus treibt Dämonen aus in der Bibel"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=Kf8ef3XhAaw
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
In diesem Video
wollen wir uns ausgiebig mit den Dämonenaustreibungen
auseinandersetzen, die Jesus gewirkt hat, und auch mit dem Thema
Dämonen insgesamt. Denn Dämonen sind böse Geister, die aus der
Zeit vor der Sintflut stammen, und mit diesen hat die Menschheit
nicht nur damals Probleme gehabt, sondern auch wir heutzutage müssen
uns damit herumärgern, sobald wir einen echten Dienst für Jesus tun
wollen oder jemanden dabei beobachten, der es tut. Wir werden uns
daran gewöhnen müssen, dass es diese Probleme gibt, denn Paulus hat
in seinem Brief an die Epheser eine Wahrheit beschrieben, die so
lange gültig bleibt, bis die Erde neu gemacht wird. Er schrieb in
Kapitel 6, Vers 11 und 12:
Zieht die ganze
Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den
listigen Kunstgriffen des Teufels;
denn unser Kampf
richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die
Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der
Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit
in den himmlischen Regionen.
Wir befinden uns
geistig gesehen in einem stillen Kampf gegen bösartige Geistmächte,
ob wir nun wollen oder nicht. Aus unserer eigenen Kraft können wir
diese nicht besiegen, aber Jesus besiegt sie in der Vollmacht Gottes
für uns, wenn wir gerecht leben. Wir leben in Sieg, so lange wir
einen Lebenswandel haben, der den Geboten würdig ist. Eine andere
Sache darf der Teufel aber leider immer wieder tun, und zwar das, was
in Vers 16 angedeutet wird, wo Paulus schreibt:
Vor allem aber
ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile
des Bösen auslöschen könnt.
Der Teufel darf uns
immer wieder mit feurigen Pfeilen angreifen. Und diese Pfeile fliegen
ständig, egal wie sehr man sich rein hält. Es wird im Leben nicht
aufhören. Die feurigen Pfeile sind ein Sinnbild für idiotische
Gedanken, welche uns zur Sünde motivieren sollen. Der Teufel darf
sie auf uns schießen. Deswegen müssen wir in unserem Herzen
allezeit die sinnlosen Gedanken abweisen und nichts Sinnloses tun,
selbst wenn wir mal sinnlose Gedanken haben. Wenn wir nämlich die
sinnlosen Gedanken abweisen, bleiben wir rein und die feurigen Pfeile
verfehlen ihren Zweck, obwohl sie uns trafen. Dadurch bleiben wir für
die Dämonen unantastbar, die der Satan zu uns senden will. Wenn wir
aber durch aufgekommene idiotische Gedanken anfangen, zu sündigen,
dann bekommt der Satan Anrechte und darf uns Geister schicken, was er
auch tun wird. In so einem Fall sind wir im geistigen Kampf
Verlierer. Wer aber Buße tut, bei dem wird Befreiung von den bösen
Geistern möglich. Und um besser zu lernen, was bei Befreiungen von
Dämonen wichtig ist, werden wir dazu heute die Bibel durchforschen
und auf Jesus schauen.
Am allerwichtigsten
ist aber die Tatsache, dass wir nicht den Zeichen und Wundern
nachjagen dürfen, denn das ist nicht die Gerechtigkeit Gottes. Und
Jesus hat auch nicht gesagt, wir sollen jeden Mensch befreien und
heilen und das Evangelium wird hin und wieder als bestätigende
Ergänzung aufkommen, sondern genau andersrum hat Jesus es gesagt.
Der gesamten Schöpfung muss das Evangelium verkündigt werden. Wer
glaubt und getauft wird, der wird gerettet. Und hin und wieder werden
begleitend Zeichen auftreten, zu welchen auch Austreibungen von bösen
Geistern im Namen von Jesus Christus gehören. Diese sind eine
Nebensache, welche die Wahrhaftigkeit des Evangeliums bestätigen
sollen.
Und bevor wir uns
die ganzen Beispiele von Austreibungen ansehen, müssen wir uns
zuerst mal mit der Tatsache beschäftigen, dass die
Dämonenaustreibungen nichts für ungefestigte Gläubige sind, und
auch nichts für schwache Nerven. Denn alle Beobachter, die
ungefestigt sind oder schwache Nerven haben, werden manchmal davon
Angst bekommen, wenn sie Austreibungen sehen. Dann werden sie sich
einreden lassen, man würde Dämonen benutzen, um Dämonen
auszutreiben. Genau das gleiche Problem hatte Jesus damals auch. Ihm
wurde unterstellt, er würde die Kraft eines mächtigen Fürsten aus
dem Reich des Satans benutzen bei den Austreibungen. Das ist nicht
die Wahrheit, aber die Autoritätspersonen aus der Religion
behaupteten es. Darüber ist in drei von vier Evangelien etwas
aufgeschrieben, und falls es euch besonders interessiert, könnt ihr
ja mal alle drei Texte lesen und miteinander abgleichen. Für das
heutige Video lassen wir uns aber daran genügen, die Erzählung aus
dem Evangelium des Matthäus durchzulesen.
Folgendes steht
geschrieben in den Versen 22 bis 32 von Kapitel 12:
Da wurde ein
Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte
ihn, sodass der Blinde und Stumme sowohl redete als auch sah.
Und die Volksmenge
staunte und sprach: Ist dieser nicht etwa der Sohn Davids?
Als aber die
Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht
anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!
Da aber Jesus ihre
Gedanken kannte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst
uneins ist, wird verwüstet, und keine Stadt, kein Haus, das mit sich
selbst uneins ist, kann bestehen.
Wenn nun der Satan
den Satan austreibt, so ist er mit sich selbst uneins. Wie kann dann
sein Reich bestehen?
Und wenn ich die
Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie
aus? Darum werden sie eure Richter sein.
Wenn ich aber die
Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes
zu euch gekommen!
Oder wie kann jemand
in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, wenn
er nicht zuerst den Starken bindet? Erst dann kann er sein Haus
berauben.
Wer nicht mit mir
ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der
zerstreut!
Darum sage ich euch:
Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber
die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden.
Und wer ein Wort
redet gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber
gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder
in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen.
Es ist fast schon
erschreckend, wie Jesus sagt, dass man das offensichtliche Wirken des
Heiligen Geistes nicht lästern darf, weil man sonst keine Vergebung
empfängt für die Lästerung des Heiligen Geistes. Jesus vergleicht
in seiner Rede eine Dämonenaustreibung mit dem Ausrauben eines
Hauses, das von einem Starken bewacht wird. Jemand, der noch stärker
ist, kommt über ihn, sodass nichtmal die Waffenrüstung dem Starken
etwas nützt, denn so ist es im Evangelium des Lukas angedeutet. Und
es handelt sich hierbei wahrscheinlich um ein Sinnbild für die
Anrechte, die Dämonen an dem Besessenen haben. So lange diese
Anrechte nicht zerbrechen, ist es wie wenn die Dämonen eine
Waffenrüstung haben. Aber Jesus hat laut dem gerade gelesenen Text
auch die interessante Bemerkung gemacht, dass zuerst der Starke
gebunden werden muss. Und wenn er gebunden ist, dann kann sein Haus
beraubt werden. Das ist ein interessanter Spruch hinsichtlich
Dämonenaustreibungen.
Es hat damals auch
schon Menschen gegeben unter den Juden, die sich darin geübt haben,
Menschen von Dämonen zu befreien, denn sonst würde Jesus die
Pharisäer nicht fragen, wodurch dann ihre eigenen Söhne böse
Geister austreiben. Leider erhalten wir dazu aber in der gesamten
Bibel keine genaueren Details. Es gibt lediglich die Erzählung aus
der Apostelgeschichte, wo sogenannte jüdische Beschwörer, die keine
gläubigen Jesus-Jünger sind, einen bösen Geist austreiben wollen
und das geht völlig nach hinten los. Es steht aber auch im Gesetz
von Moses geschrieben, dass es eigentlich gar keine Beschwörer in
Israel geben soll.
Das Hauptargument
von Jesus besteht in seiner Rede aber darin, dass das Reich des Bösen
sich nicht selbst bekämpft.
Zu der Zeit, als
Jesus diese Worte redete, war seine ganze Erklärung wahrhaftig.
Damals hatte der Satan noch keine Ahnung, wie die Heilungen und
Austreibungen durch den Geist Gottes überhaupt aussehen. Also wie
hätte der Satan selber so etwas bewerkstelligen können? Es konnte
nichts Anderes sein als die Offenbarung des Reiches Gottes, wenn
Menschen geheilt und Dämonen durch Worte vom Geist Gottes
ausgetrieben wurden. Darum war es zur damaligen Zeit unsinnig, zu
behaupten, diese mächtigen Geisteswirkungen hätten etwas mit dem
Reich des Bösen zu tun. Die Pharisäer und Schriftgelehrten, welche
in ihren Herzen voller Neid, Bitterkeit und Niedertracht waren,
wollten Jesus einfach nur verlästern, sodass das Volk ihn verachten
würde. Das war ihr einziges Ziel, und deswegen haben sie auch
derartige Worte über ihn geredet.
Heutzutage ist es
so, dass der Satan schon viele Jahrhunderte Zeit hatte, um das Wirken
des Reiches Gottes zu beobachten. Und ihm untersteht immernoch die
Erde mit aller Sündhaftigkeit. Denn das Reich Gottes, in welchem
Jesus König ist, ist ein heiliges Reich. Und wer sich nicht selber
heiligen will, der fällt bald wieder unter die Herrschaft des Satans
dank der Sünde, egal ob er an Jesus glaubt, und sogar wenn jemand
schon korrekt getauft wurde, so ist der Mensch dennoch nicht immun
gegen die verderbliche Kraft des Bösen, wenn er sündigt.
Weil aber der Satan
schon so lange das Wirken des Heiligen Geistes beobachtet hat, und
möglichst viele Menschen verführen will, gibt es heutzutage leider
Geisteswirkungen, die ähnlich dem Wirken des Heiligen Geistes
aussehen, aber eigentlich vom Reich des Bösen ausgehen. Durch diese
Geisteswirkungen werden die Menschen mit noch mehr Dämonen gefüllt
als vorher. Es gibt sogar Menschen, die den Name Jesus ausrufen und
viel von Jesus reden, aber trotz dieses Umstandes dem Satan dienen
und Menschen mit Dämonen belasten. Denn das ist von Anfang an der
Befehl dieser Leute, dass sie hingehen und falsch beten und lauwarm
predigen sollen unter dem Name Jesus Christus, um dafür zu sorgen,
dass die Menschen sich für Dämonen öffnen, und dann werden diese
Menschen, für die gebetet wird, von Dämonen überwältigt. Dieses
ganze Problem ist uns bereits vorher von Jesus angekündigt worden,
denn Jesus hat in seiner Endzeitrede davor gewarnt. Wir lesen zum
Beispiel Folgendes in Kapitel 24 vom Evangelium des Matthäus in Vers
24:
Denn es werden
falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große
Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu
verführen.
Diese Warnung trifft
teilweise auf unsere heutige Zeit zu. Es gibt sowohl
Geisteswirkungen, die wirklich Jesus bewerkstelligt, als auch
Geisteswirkungen, die von Dämonen ausgehen. Aus diesem Grund werden
wir uns gegen Ende des Videos noch darüber unterhalten, wodurch man
die Wirkung des Heiligen Geistes von der Wirkung böser Geister
unterscheidet. Ich gehe aber in meinem Optimismus davon aus, dass
dieses Video nur von Menschen angeschaut wird, die mit aufrichtiger
Absicht etwas über Austreibungen lernen wollen. Darum werden wir uns
gleich anschauen, wie Jesus das damals gemacht hat, um aus den
Berichten der Bibel etwas Nützliches zu lernen. Zuerst müssen wir
uns aber noch eine zeitlos gültige Warnung anschauen, und zwar die
Warnung davor, dass mit zweifelloser Sicherheit ein ausgetriebener
Dämon versuchen wird, wieder in den Körper zurückzukehren, von dem
er ausgetrieben wurde. Darüber hat Jesus geredet, und sowohl
Matthäus als auch Lukas berichten darüber. Für das heutige Video
lesen wir den Text vom Evangelium des Lukas. Es steht geschrieben in
Kapitel 11, Vers 24 bis 26:
Wenn der unreine
Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose
Gegenden und sucht Ruhe. Und da er sie nicht findet, spricht er: Ich
will zurückkehren in mein Haus, aus dem ich weggegangen bin.
Und wenn er kommt,
findet er es gesäubert und geschmückt.
Dann geht er hin und
nimmt sieben andere Geister mit sich, die bösartiger sind als er
selbst, und sie ziehen ein und wohnen dort, und es wird der letzte
Zustand dieses Menschen schlimmer als der erste.
Dieser Verlauf ist
leider normal. Ein böser Geist wird nicht wissen, wo er hin soll,
nachdem er ausgetrieben wurde. Er hatte den Körper des besessenen
Menschen als sein Heim betrachtet, als den Tempel, der ihm gehört.
Und er hat sich den Tempel so verdorben, dass er sich darin
wohlfühlt, denn böse Geister fühlen sich im Verderben wohl, aber
in Sündlosigkeit überhaupt nicht. Und wenn der Geist ausgetrieben
wurde aus seiner Wohnung, also aus dem Körper des Besessenen, dann
schwirrt er ziellos durch die Gegend, bis es ihm zu viel wird und er
wieder zurück in einen Körper will. Denn die bösen Geister fühlen
sich sehr unwohl, wenn sie in der Gegend herumschwirren, aber wenn
sie in einem Körper sind, den sie verderben können, fühlen sie
sich wohl. Das Problem ist nur: Wenn der Dämon zu dem Mensch
zurückkommt, in den er sich schonmal eingeschlichen hatte, dann ist
dieser Mensch durch den Heiligen Geist gereinigt worden. Darin gibt
es jetzt deutlich weniger Sünde und auch weniger Krankheit und
Schmerz und Elend. Und wegen der größeren Reinheit ist es dem Geist
ein Anstoß, darin zu wohnen. Wenn nun der böse Geist ganz alleine
zurück in den Körper fahren würde, dann würde es ihn viel Mühe
kosten, den Körper wieder so sehr zu verderben, dass er sich darin
wohlfühlt. Deswegen geht der Dämon hin und sucht andere Dämonen.
Und sie kommen mit ihm und schleichen sich alle zusammen in den
Mensch ein, der schonmal befreit worden war, weil mehrere Dämonen
sehr schnell Verderben anrichten können. Deutlich schneller als ein
einzelner.
Und das ist der
Grund, warum man dem Mensch unbedingt ans Herz legen muss, rein zu
bleiben. Denn wenn der Mensch sich weigert, sich selbst von Sünde
unbefleckt zu bewahren, nachdem er befreit wurde, so wird der Mensch
schlimmer von bösen Geistern überwältigt, als es am Anfang war.
Und genau so, wie man den Menschen nicht die Lüge einreden darf,
dass ein einfaches Übergabegebet ausreicht, um gerettet zu sein,
oder nach der Taufe wären alle Sünden egal, so darf man auch nicht
die Lüge erzählen, dass eine Befreiung bedingungslos anhalten
würde. Und wenn man Dämonen aus einem Mensch ausgetrieben hat, der
in seinem Herzen Jesus nicht ernstnimmt, dann hat man ihm damit
keinen Gefallen getan, sondern den Grundstein für ein noch
schlimmeres Verderben gelegt. Denn der Dämon, der ausgetrieben
wurde, wird immer zuerst versuchen, in den Mensch einzufahren, in dem
er schonmal war, weil er die Schwächen dieses Menschen kennt.
Mit dieser Wahrheit
im Hinterkopf schauen wir uns nun mal eine erste Situation an, in der
Jesus einen bösen Geist austrieb. Es handelt sich um die Austreibung
eines Dämons in der Synagoge von Kapernaum. Davon liest man entweder
im Evangelium des Markus oder im Evangelium des Lukas. Beide
Erzählungen sind in Ordnung, aber wir wählen für das heutige Video
die Erzählung von Markus. Es steht geschrieben in Kapitel 1, Vers 21
bis 28:
Und sie begaben sich
nach Kapernaum; und er ging am Sabbat sogleich in die Synagoge und
lehrte.
Und sie erstaunten
über seine Lehre. Denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat,
und nicht wie die Schriftgelehrten.
Und es war in ihrer
Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist, der schrie
und sprach: Lass ab!
Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen,
um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!
Aber Jesus befahl
ihm und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!
Da zerrte ihn der
unreine Geist hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm
aus.
Und sie erstaunten
alle, sodass sie sich untereinander fragten und sprachen: Was ist
das? Was für eine neue Lehre ist dies? Mit Vollmacht gebietet er
auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm!
Und das Gerücht von
ihm verbreitete sich sogleich in das ganze umliegende Gebiet von
Galiläa.
In diese Situation
kann man sich ruhig mal hinein vertiefen. Jesus ist gerade erst nach
Kapernaum gezogen. Vorher hatte er in Nazareth gewohnt. Und er geht
das erste Mal am Sabbat in die dortige Synagoge und fängt an, die
Juden zu belehren. Und die Menge sitzt da und hört ihm betroffen zu,
während er redet. Und auf einmal manifestiert sich ein unreiner
Geist in einem der Zuhörer aus der Menge, und der Geist fängt an,
Jesus anzuschreien und ihn mit Worten anzugreifen. Scheinbar hat der
Geist sich durch die bloße Rede von Jesus bereits bedroht gefühlt.
Und die Menschen, die daneben sitzen, werden sich wohl darüber
wundern, was für komische Worte der Dämon zu Jesus sagt. Und Jesus
antwortet: Verstumme und fahre aus von ihm!
Offensichtlich
erteilt Jesus dem Geist zwei Befehle. Er befiehlt dem Geist, zu
verstummen, und er befiehlt dem Geist, auszufahren. Jesus lässt sich
also nicht auf stundenlange Diskussionen mit dem Geist ein, sondern
er sagt sofort klar und deutlich, was Sache ist. Und auch, wenn der
böse Geist sich darüber ärgert, ausgetrieben zu werden, so kann er
dem Wort von Jesus nicht widerstehen. Vermutlich deshalb, weil die
Kraft Gottes in denen vollkommen wird, die die Gebote wirklich
beherzigen und sich rein halten.
Dem bösen Geist
bleibt nichts Anderes übrig, als auszufahren, obwohl er lieber in
dem Körper bleiben würde, darum fängt er an zu schreien und zerrt
den Besessenen hin und her, um seinen Unmut zu veranschaulichen, aber
letztlich fährt er doch aus und der Besessene wurde befreit.
Die Menschen, die
daneben saßen, staunten logischerweise sehr, denn sie hatten ohne
Vorwarnung das erste Mal in ihrem Leben eine Dämonenaustreibung
durch den Heiligen Geist erlebt. Das muss für diese Menschen ganz
schön erschreckend gewesen sein.
Und weil Jesus keine
große Verunsicherung in der Synagoge aufkommen lassen wollte,
verließ er sie, und er ging in das Haus von Simon Petrus. Auch dort
gab es ein Problem, welches stark nach einer dämonischen Belastung
klingt. Denn die Schwiegermutter von Petrus hatte einen
Krankheitsgeist, der Fieber verursachte. Von dieser Situation können
wir bei Matthäus, bei Markus und bei Lukas lesen. Wir schauen uns
zuerst mal kurz die Erzählung aus dem Evangelium des Matthäus an,
wo geschrieben steht in Kapitel 8, Vers 14 bis 17:
Und als Jesus in das
Haus des Petrus kam, sah er, dass dessen Schwiegermutter daniederlag
und Fieber hatte.
Und er rührte ihre
Hand an; und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente
ihnen.
Als es aber Abend
geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die
Geister aus mit einem Wort und heilte alle Kranken,
damit erfüllt
würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht: »Er
hat unsere Gebrechen weggenommen und unsere Krankheiten getragen«.
Bei diesem Text
erkennt man nicht sonderlich gut an der Formulierung, dass das Fieber
durch einen Krankheitsgeist kam, aber zumindest entdecken wir hier
die interessante Anmerkung, dass am Abend viele Besessene zu ihm
gebracht wurden, und Jesus trieb alle Dämonen aus mit einem Wort.
Das heißt: Er hat sich auch diesmal nicht auf schräge Diskussionen
oder Kaffeekränzchen mit den bösen Geistern eingelassen, sondern er
befahl, und sie mussten gehorchen.
Aufschlussreicher
formuliert ist die Erzählung aber im Evangelium des Lukas, wo wir
lesen in Kapitel 4, Vers 38 bis 41:
Und er stand auf und
ging aus der Synagoge in das Haus des Simon. Simons Schwiegermutter
aber war von einem heftigen Fieber befallen, und sie baten ihn für
sie.
Und er trat zu ihr,
neigte sich über sie und befahl dem Fieber, und es verließ sie. Und
sogleich stand sie auf und diente ihnen.
Als aber die Sonne
unterging, brachten alle, die Kranke hatten mit mancherlei Gebrechen,
sie zu ihm, und er legte einem jeden von ihnen die Hände auf und
heilte sie.
Es fuhren auch
Dämonen aus von vielen, indem sie schrien und sprachen: Du bist der
Christus, der Sohn Gottes! Und er befahl ihnen und ließ sie nicht
reden, weil sie wussten, dass er der Christus war.
Hier merkt man an
den Formulierungen, dass die Schwiegermutter befallen war, und dass
Jesus dem Fieber den Befehl erteilte, es soll sie verlassen. Das sind
ziemlich starke Anzeichen, dass es sich wohl um eine geistige
Belastung gehandelt haben muss. Also wie schon gesagt um einen
Krankheitsgeist, der Fieber verursacht.
Wir sehen auch an
Vers 41, dass die Dämonen geschrien haben, und sie nannten Jesus den
Sohn Gottes, weil sie es erkennen konnten, dass Jesus der Sohn Gottes
ist, und das machte ihnen Angst. Jesus aber wollte, dass sie
schweigen. Denn die Menschen wussten nicht, dass Jesus wirklich der
Sohn Gottes ist, sondern sie wunderten sich die ganze Zeit über ihn
und befragten einander darüber, was es wohl mit diesem Jesus auf
sich hat. Dieser Zustand war sowohl von Gott als auch von Jesus
gewollt, damit nur die jenigen das Heil Gottes erkennen, die ein
aufrichtiges Herz haben und sich nicht von zweifelhaftem Geschwätz
ihrer Mitmenschen hinfortreißen lassen.
Ebenso lesen wir in
Vers 40 davon, dass viele andere Kranke zu ihm gebracht werden, und
diesen hat er die Hände aufgelegt. Somit sollten wir daraus lernen,
dass es beim Beten für andere Menschen nützlich sein kann, ihnen
die Hände aufzulegen.
Jedenfalls gibt es
auch eine andere Situation, in der ein schlimmes Fieber von einem
Mensch ausgefahren ist, also sozusagen auch hier wieder ein Geist der
Krankheit, der Fieber verursacht. Und diesmal hatte der böse Geist
das Fieber sogar auf ein tödliches Niveau gebracht. Wir lesen von
dieser Situation nur im Evangelium des Johannes, wo Folgendes
geschrieben steht in Kapitel 4, Vers 46 bis 53:
Jesus kam nun wieder
nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und da
gab es einen königlichen Beamten, dessen Sohn lag krank in
Kapernaum.
Als dieser hörte,
dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, ging er zu ihm und
bat ihn, er möchte herabkommen und seinen Sohn gesund machen; denn
er lag im Sterben.
Da sprach Jesus zu
ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht!
Der königliche
Beamte spricht zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!
Jesus spricht zu
ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Und der Mensch glaubte dem Wort, das
Jesus zu ihm sprach, und ging hin.
Als er aber noch
unterwegs war, kamen ihm seine Knechte entgegen und berichteten ihm
und sprachen: Dein Sohn lebt!
Nun erkundigte er
sich bei ihnen nach der Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden
war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebte Stunde verließ
ihn das Fieber.
Da erkannte der
Vater, dass es eben in der Stunde geschehen war, in welcher Jesus zu
ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er glaubte samt seinem ganzen
Haus.
An Vers 48 erkennen
wir, dass Jesus sich über Menschen ärgert, die immer zuerst
Wunderzeichen sehen müssen, bevor sie überhaupt für den Glaube
offen werden.
Es wird aber auch
hier gesagt, dass das Fieber den todkranken Sohn verlassen hat, also
es ist gewissermaßen ausgefahren. Sehr bemerkenswert ist hierbei,
dass Jesus nichtmal hingegangen ist, um den Sohn anzurühren oder zu
ihm zu sprechen. Jesus war weit weg von dem Sohn. Und er hat um der
Bitte des königlichen Beamten willen gebetet und dann zu ihm gesagt,
er soll nach Hause gehen. Und in dem Moment, wo Jesus für die
Heilung bzw. die Befreiung des Sohnes betete, erhörte ihn Gott, und
die Heilung geschah an dem Sohn, der zu Hause lag. Hier geschah also
eine Austreibung aus der Ferne.
Auch eine andere
Situation gab es, wo eine Dämonenaustreibung geschah, ohne dass
Jesus vor Ort war. Denn eine Frau, die nicht jüdisch war, kam zu
Jesus und bat um die Befreiung ihrer besessenen Tochter. Weil sie
aber nicht zu Israel gehörte, war Jesus zunächst zögerlich, denn
Jesus kam zuerst wegen Israel und besonders wegen Juda, aber die
Heiden sind ihm erst nach der Auferstehung als Erbe zuteil geworden.
Im Evangelium des
Matthäus wird gesagt, dass die Frau von Kanaan kam, und bei Markus
wird erzählt, dass sie von Griechenland kam, aus der Stadt
Syrophönizien. Wie auch immer es nun sein mag: Auf jeden Fall war
ihre Tochter allein zu Hause, und sie kam zu Jesus, um ihn um Hilfe
zu bitten. Wir schauen uns jetzt mal an, was im Evangelium des
Matthäus darüber geschrieben steht. Folgendes lesen wir in den
Versen 21 bis 28:
Und Jesus ging von
dort weg und zog sich in die Gegend von Tyrus und Zidon zurück.
Und siehe, eine
kanaanäische Frau kam aus jener Gegend, rief ihn an und sprach:
Erbarme dich über mich, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist
schlimm besessen!
Er aber antwortete
ihr nicht ein Wort. Da traten seine Jünger herzu, baten ihn und
sprachen: Fertige sie ab, denn sie schreit uns nach!
Er aber antwortete
und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses
Israel.
Da kam sie, fiel vor
ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
Er aber antwortete
und sprach: Es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt
und es den Hunden vorwirft.
Sie aber sprach: Ja,
Herr; und doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer
Herren fallen!
Da antwortete Jesus
und sprach zu ihr: O Frau, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie
du willst! Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.
An diesem Text
merken wir, dass Jesus zuerst sehr unfreundliche Worte über die Frau
redete. Die Frau machte ihm aber keine Vorwürfe und sagte auch nicht
sowas wie: „Du musst echt an deiner Liebe arbeiten! Wie kannst du
nur derart schlecht über mich reden?“
sondern sie übte
sich in umso größerer Demut, und deswegen ließ Jesus sich dazu
bewegen, ihr tatsächlich zu helfen, obwohl er es am Anfang für eine
schlechte Idee hielt, da sie nicht zu Israel gehörte. Und wir lesen
deutlich, dass sie nach Hause ging und dann der Dämon aus der
Tochter ausgefahren war. Trotz der Entfernung konnte also die
Befreiung geschehen, ganz ohne die direkte Anwesenheit Jesu. Denn
auch diesmal hatte Jesus zu Gott gebetet und Gott befreite das
Mädchen, ohne dass Jesus daneben stehen musste.
Denn es geht aus
Kapitel 11 des Johannesevangeliums hervor, dass Jesus immer zu Gott
betete und allezeit erhört wurde.
Als nächstes wollen
wir uns mit einem der zwei heftigsten Ereignisse auseinandersetzen,
die hinsichtlich Dämonenaustreibungen in Jesu Leben geschahen. Wir
lesen sowohl bei Matthäus als auch bei Markus und Lukas Erzählungen
über eine außergewöhnliche Dämonenaustreibung im Gebiet der
Gadarener, wo viele böse Geister ausgetrieben wurden und in eine
Schweineherde fuhren, die sich danach in den See stürzte und
ertrank. Im Evangelium des Matthäus wird verwunderlicherweise von
zwei Besessenen geredet, so als sei zu dem einen, der an diesem Tag
tatsächlich da war, noch ein zweiter hinzu erfunden worden. Bei
Markus und Lukas steht es aber besser aufgeschrieben, denn die
Erzählung von Matthäus ist außerdem auch viel zu kurz gehalten.
Wir werden uns im
Rahmen des heutigen Videos die Erzählung durchlesen, wie sie im
Evangelium des Markus geschrieben steht. In Kapitel 5, Vers 1 bis 20
lesen wir:
Und sie kamen ans
andere Ufer des Sees in das Gebiet der Gadarener.
Und als er aus dem
Schiff gestiegen war, lief ihm sogleich aus den Gräbern ein Mensch
mit einem unreinen Geist entgegen,
der seine Wohnung in
den Gräbern hatte. Und selbst mit Ketten konnte niemand ihn binden,
denn schon oft war
er mit Fußfesseln und Ketten gebunden worden, aber die Ketten wurden
von ihm zerrissen und die Fußfesseln zerrieben; und niemand konnte
ihn bändigen.
Und er war allezeit,
Tag und Nacht, auf den Bergen und in den Gräbern, schrie und schlug
sich selbst mit Steinen.
Als er aber Jesus
von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder,
schrie mit lauter
Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich
mit dir zu tun? Ich beschwöre dich bei Gott, dass du mich nicht
quälst!
Denn Er sprach zu
ihm: Fahre aus dem Menschen aus, du unreiner Geist!
Und er fragte ihn:
Was ist dein Name? Und er antwortete und sprach: Legion ist mein
Name; denn wir sind viele!
Und er bat ihn sehr,
sie nicht aus dem Land zu verweisen.
Es war aber dort an
den Bergen eine große Herde Schweine zur Weide.
Und die Dämonen
baten ihn alle und sprachen: Schicke uns in die Schweine, damit wir
in sie fahren!
Und sogleich
erlaubte es ihnen Jesus. Und die unreinen Geister fuhren aus und
fuhren in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang
hinunter in den See. Es waren aber etwa 2000, und sie ertranken im
See.
Die Schweinehirten
aber flohen und verkündeten es in der Stadt und auf dem Land. Und
sie gingen hinaus, um zu sehen, was da geschehen war.
Und sie kamen zu
Jesus und sahen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte,
dasitzen, bekleidet und vernünftig; und sie fürchteten sich.
Und die es gesehen
hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen war,
und von den Schweinen.
Da begannen sie ihn
zu bitten, er möge aus ihrem Gebiet weggehen.
Und als er in das
Schiff trat, bat ihn der besessen Gewesene, dass er bei ihm bleiben
dürfe.
Aber Jesus ließ es
ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Geh in dein Haus, zu den Deinen,
und verkündige ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan und
wie er sich über dich erbarmt hat!
Und er ging hin und
fing an, im Gebiet der Zehn Städte zu verkündigen, welch große
Dinge Jesus an ihm getan hatte; und jedermann verwunderte sich.
Hierbei haben wir
also einen Fall, den man heutzutage mit einer psychischen Erkrankung
abstempeln würde, woraufhin der Mensch in eine psychiatrische Klinik
eingewiesen werden würde, um dort mit Beruhigungsmitteln und
sämtlichen anderen Arten von Drogen betäubt zu werden.
Früher aber wussten
die Leute besser darüber Bescheid, was mit solchen Leuten los ist.
Man kann sich auch
ganz allgemein mal in die Situation hinein vertiefen. Jeder Mensch
hatte Angst, zu den Gräbern zu gehen. Denn alle wussten, dass der
Besessene dort haust, der Schreie von sich gibt und sich selbst mit
Steinen schlägt. Und wenn jemand den Gräbern zu nahe kam, würde
der Besessene angerannt kommen, um sich auf ihn zu stürzen. Der
Besessene hatte so große Kraft, dass er bisher alle Ketten zerreißen
konnte, mit welchen die ortsansässigen Menschen versucht hatten, ihn
zu binden. Es hat sich also um enorme körperliche Kräfte gehandelt,
was den Gedanke noch viel gruseliger machte, dem Besessenen zu
begegnen. Denn wie würde man gegen einen solchen im Kampf bestehen
wollen? Und so wohnte der Besessene in den Gräbern, und die Menschen
in der nahegelegenen Stadt mieden ihn. Und auch die Hirten der großen
Schweineherde waren gewiss nervös, wenn sie ihre Herde hüteten in
der Nähe der Gräber.
Und als sie wie
jeden Morgen hingehen, um die Schweine zu hüten, und wahrscheinlich
in der Ferne schonwieder die Schreie des Besessenen hören, wie sie
es ja schon gewohnt sind, da kommt auf einmal Jesus daher. Und der
Besessene kommt auf Jesus zugerannt. Und wie nun Jesus diesen
hochgradig gefährlichen Mann angerannt kommen sieht, spricht Jesus
zu dem Mann: „Fahre aus dem Menschen aus, du unreiner Geist!“
Ein
durchschnittlicher Mensch würde in dieser Lage wohl kaum so etwas
sagen, sondern viel eher Angst bekommen. Und wie reagiert der Mann?
Er kann nicht selbst reagieren, sondern die Geister in dem Mann
reagieren, indem sie sich niederwerfen vor Jesus. Und dann versucht
der böse Geist, der redet, Jesus eine Falle zu stellen. Denn Jesus
hatte von sich selbst das Zeugnis gegeben, dass er als Retter in die
Welt gekommen ist, aber nicht als Verderber. Der Geist aber sagte,
Jesus solle ihn nicht quälen und ihn nicht in den Abgrund schicken.
Dadurch wollte er Jesus auf dumme Gedanken bringen. Denn wenn Jesus
das getan hätte, dann hätte er gegen seine eigene Lehre verstoßen.
Er hatte nämlich gelehrt, dass einem selbst mit dem selben Maß
zugemessen wird, wie man anderen zumisst. Und Jesus hatte in diesen
Tagen noch kein Richteramt, denn er war nur ein im Fleisch wandelndes
Wesen. Hätte nun Jesus den Geist in den Abgrund geschickt, dann wäre
es gerecht, dass auch er selber in den Abgrund geschickt werden muss.
Denn es würde bei ihm das selbe Maß angesetzt werden, mit welchem
er zuvor angesetzt hatte bei dem bösen Geist. Weil aber Jesus
schlauer ist als der böse Geist, lässt Jesus sich nicht zu einer
Dummheit reizen, sondern er fragt den Geist nach seinem Name. Und als
der Geist sich und seinen Anhang als Legion bezeichnet und Jesus sie
schließlich austreibt, fahren sie in die Schweineherde, und alle
Schweine geraten in Bewegung und stürzen sich in den See, wo sie
ertrinken. Kann sich irgendjemand vorstellen, wie das ausgesehen
haben muss? Wenn eine derart große Schweineherde sich plötzlich in
den See stürzt und ihre leblosen Körper dann im Wasser
umhertreiben? Für die Hirten ist das logischerweise zu viel gewesen.
Deswegen flohen sie in die nahegelegene Stadt und erzählten den
Stadtbewohnern, was sie gesehen hatten. Und viele wollten es mit
eigenen Augen sehen, darum gingen sie zu der Weide hinaus. Und alle,
die zu der Weide kamen, sahen den hochgefährlichen Besessenen, den
sie alle kannten, wie er bekleidet und vernünftig vor Jesus saß.
Was mag ihnen wohl in diesem Augenblick durch den Kopf gegangen sein?
Auf jeden Fall merkt
man, dass sie die ganze Sache sehr gruselig fanden. Das alles war
ihnen nicht geheuer, deshalb baten sie Jesus, von ihnen wegzugehen.
Diese ganze Situation hatte diese Menschen merklich an ihre Grenzen
gebracht, denn sowas hatten sie noch nie erlebt und auch nicht
gehört.
Ganz allgemein
lernen wir aber aus dieser Situation, dass man als echter Diener von
Jesus, der Dämonen austreibt, den Dämonen kurze und klare Befehle
erteilen muss, wenn sie widerspenstig sind. Es kann eventuell auch
helfen, den jenigen Dämon, der redet, nach seinem Name zu fragen, um
ihm dann persönlich zu gebieten, dass er ausfahren muss. Aber das
ist nicht unbedingt notwendig, es ist eher alternativ.
Man merkt bereits an
diesem Ereignis, dass nicht nur ein einzelner Dämon in einem Mensch
sein kann, sondern auch mehrere, sogar ganze Legionen. Und es waren
in diesem Fall genug Dämonen, um 2000 Schweine unter Kontrolle zu
kriegen. Das ist ziemlich furchteinflößend. Jesus hatte aber
überhaupt keine Angst. Die Dämonen in dem Mann kamen vermutlich nur
aus diesem Grund auf Jesus zu, weil sie meinten, sie könnten ihm
Angst einjagen, aber Jesus blieb völlig furchtlos. Und eben diese
Furchtlosigkeit sollte man auch selbst bewahren, wenn man sich mit
Dämonen herumärgern will.
Das zweite heftige
Ereignis ist die Befreiung eines mondsüchtigen Kindes. Dabei handelt
es sich um einen Knabe, der von einer äußerst mächtigen Dämonenart
besessen war, wie wir gleich merken werden. Von dieser Befreiung wird
auch in drei Evangelien berichtet, aber eigentlich ist nur der
Bericht im Evangelium des Markus wirklich gut aufgeschrieben. Darum
werden wir hauptsächlich diesen lesen. In Kapitel 9 steht Folgendes
in den Versen 17 bis 29:
Und einer aus der
Menge antwortete und sprach: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir
gebracht, der hat einen sprachlosen Geist;
und wo immer der ihn
ergreift, da wirft er ihn nieder, und er schäumt und knirscht mit
seinen Zähnen und wird starr. Und ich habe deinen Jüngern gesagt,
sie sollten ihn austreiben; aber sie konnten es nicht!
Er aber antwortete
ihm und sprach: O du ungläubiges Geschlecht! Wie lange soll ich bei
euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir!
Und sie brachten ihn
zu ihm. Und sobald der Geist ihn sah, zerrte er ihn, und er fiel auf
die Erde, wälzte sich und schäumte.
Und er fragte seinen
Vater: Wie lange geht es ihm schon so? Er sprach: Von Kindheit an;
und er hat ihn oft
ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen; doch wenn du
etwas kannst, so erbarme dich über uns und hilf uns!
Jesus aber sprach zu
ihm: Wenn du glauben kannst – alles ist möglich dem, der glaubt!
Und sogleich rief
der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr; hilf
mir, loszukommen von meinem Unglauben!
Da nun Jesus eine
Volksmenge herbeilaufen sah, befahl er dem unreinen Geist und sprach
zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre aus
von ihm und fahre nicht mehr in ihn hinein!
Da schrie er und
zerrte ihn heftig und fuhr aus; und er wurde wie tot, sodass viele
sagten: Er ist tot!
Aber Jesus ergriff
ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf.
Und als er in ein
Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum
konnten wir ihn nicht austreiben?
Und er sprach zu
ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren außer durch Gebet und
Fasten.
An Vers 29 merken
wir eindeutig, dass es teilweise sehr mächtige Arten von Dämonen
gibt, die durch nichts Anderes ausfahren außer durch Gebet und
Fasten. Im Zusammenhang damit können wir uns auch mal anschauen, wie
dieser Teil im Evangelium des Matthäus berichtet wird. Es steht
geschrieben in Kapitel 17, Vers 19 bis 21:
Da traten die Jünger
allein zu Jesus und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
Jesus aber sprach zu
ihnen: Um eures Unglaubens willen! Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn
ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Berg
sprechen: Hebe dich weg von hier dorthin!, und er würde sich
hinwegheben; und nichts würde euch unmöglich sein.
Aber diese Art fährt
nicht aus außer durch Gebet und Fasten.
Dieser Teil ist auf
eine bestimmte Art sehr wertvoll. Denn wir können durch diese Worte
ein besseres Verständnis dafür entwickeln, was mit echtem Glaube
gemäß Gottes Definition gemeint ist. Die Menschen denken immer,
Glaube würde bedeuten, dass man nur ganz fest von einer Sache
überzeugt sein muss und dann klappt sie auch, weil die Gedanken das
Leben bestimmen würden. Und es ist zwar richtig, das zum Glauben
auch dazu gehört, keine Angst zu haben und keinen Zweifel in sein
Herz zu lassen, aber man darf nicht den Fehler machen, zu denken,
dass es nur mit Überzeugung allein zu tun hat. Diesen Fehler hatte
ich auch selbst am Anfang gemacht und damit das Wort Glaube nicht
genau genug definiert. Denn es ist zwar wichtig, dass man nicht
zweifelt, aber woran genau darf man denn nicht zweifeln? Soll man
etwa so verrückt sein, niemals daran zu zweifeln, dass man alles tun
kann, was einem in den Sinn kommt? Ganz sicher nicht! Das wäre kein
Glaube, der aus Gott kommt, sondern Glaube, der aus der Sünde kommt.
Echter Glaube bedeutet, dass man aus Überzeugung die Werke des
Glaubens tut, aus dem Glaube heraus. Und Jesus nennt an dieser Stelle
zwei Werke des Glaubens. Denn ungeheucheltes Fasten ist ein Werk des
Glaubens. Und ungeheucheltes Beten ist ebenfalls ein Werk des
Glaubens. Und die Jünger von Jesus hatten keinen Glauben, weil sie
keine Werke des Glaubens taten. Denn sie fasteten überhaupt nicht,
wie man es zum Beispiel in Kapitel 9 in Vers 14 erfährt. Und die
Jünger beteten sehr wenig, denn als sie zum Beispiel mit Jesus auf
dem Berg waren und Jesus verklärt wurde, da waren sie eigentlich
hinaufgestiegen, um zu beten. Und wir lesen im Evangelium des Lukas
in Kapitel 9, dass sie während dem Beten einschliefen. Jesus
hingegen verbrachte ganze Nächte hindurch im Gebet, und er hatte zum
Beispiel während seiner Wüstenwanderung 40 Tage am Stück gefastet,
was allerdings ohne die Erfüllung mit dem Heiligen Geist nicht
geklappt hätte. Diese Werke geben Zeugnis von seinem Glaube, das
Verhalten der Apostel gab jedoch Zeugnis davon, dass sie keinen
Glaube haben, nichtmal so groß wie ein Senfkorn. Wenn aber jemand im
Glaube wandelt, so werden auch großartigere Dinge durch diesen
Mensch gewirkt werden als durch einen, der durch seinen Lebenswandel
zeigt, dass ihm der echte biblische Glaube fehlt. Und als Jesus zum
Beispiel gefragt wurde, warum seine Jünger nicht fasten, da nahm er
sie zwar in Schutz, weil sie wohl noch nicht so weit waren, aber
gleichzeitig schien er sich ein wenig darüber zu ärgern. Denn er
gab ja nach der Befreiung des mondsüchtigen Knaben seinen Aposteln
das Zeugnis, dass ihr Glaube nichtmal so groß wie ein Senfkorn ist.
Und wenn ein Mensch daran zweifelt, dass beispielsweise
ungeheucheltes Beten und ungeheucheltes Fasten zum Glaube dazugehört,
dann kann dieser Mensch folglich auch keinen echten Glaube aufbauen,
sondern sein Glaube bleibt kleiner als ein Senfkorn. Genau so schlimm
ist es aber bei Menschen, die nur Fasten oder Beten, um ihre
Mitmenschen zu beeindrucken, denn dies ist Heuchelei, die vor Gott
nichts nützt, und auch solche haben, obwohl sie die Werke tun,
keinen Glaube.
Vielleicht erinnert
ihr euch aber auch an das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner,
wo der Pharisäer sich selbst lobt, weil er fastet und den Zehnten
bezahlt, während er andere Menschen verachtet. Der Zöllner aber
erkennt, dass er schlimm dran ist und bittet um Gnade hinsichtlich
seines bisherigen Wandels, und Jesus sagt, dass der Zöllner besser
gebetet hat als der Pharisäer. Das hat Jesus nicht gesagt, weil es
falsch sei, zu fasten oder den Zehnten zu bezahlen. Im Gegenteil.
Wenn man an zwei ausgewählten Tagen in der Woche freiwillig fastet,
aber nicht am Sabbat, dann zeugt das von Glaube. Der Fehler des
Pharisäers lag nicht dabei, dass er gefastet hatte und den Zehnten
zahlte, sondern der Fehler des Pharisäers war, dass er allein wegen
diesen zwei Werken meinte, er sei vollkommen gerecht. Das ist sein
Fehler, denn zu vollkommener Gerechtigkeit gehört nicht nur
bewusstes, vernunftgeleitetes Fasten und das Bezahlen des Zehnten an
eine Gott wohlgefällige Vereinigung, sondern auch wenn diese Dinge
gut sind, so sind solche Werte wie Demut, Barmherzigkeit,
Friedfertigkeit und Aufrichtigkeit deutlich wichtiger, und daran
mangelte es dem Pharisäer. Und wer das Größere nicht hat, der
braucht sich auf das Kleinere nichts einzubilden.
Bevor wir aber die
Situation der Befreiung etwas genauer beleuchten, möchte ich euch
mal kurz einige Zitate zeigen, welche belegen, dass Jesus einen sehr,
sehr großen Glaube hatte. Die folgenden vier Zitate sind es, die
dies bezeugen:
Es geschah aber in
jenen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten; und er
verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott. (Lk 6,12)
Wenn ihr meine
Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die
Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.
(Joh 15,10)
Denn ich habe nicht
aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er
hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.
Und ich weiß, dass
sein Gebot ewiges Leben ist. Darum, was ich rede, das rede ich so,
wie der Vater es mir gesagt hat. (Joh 12,49-50)
Wer aus sich selbst
redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht,
der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit
ist in ihm. (Joh 7,18)
Das erste Zitat
bezeugt, dass Jesus so viel wie nur möglich den Kontakt zu Gott
gesucht hat, und zwar durch Beten. Das zweite Zitat bezeugt, dass
Jesus die Gebote Gottes allezeit eingehalten hat. Das dritte Zitat
bezeugt, dass Jesus nicht die Worte geredet hat, die er aus seinem
eigenen Herzen heraus am liebsten gesagt hätte, sondern immer das,
was Gott gebietet. In gleicher Weise war es mit seinen Werken, denn
Jesus redete nicht nur ausschließlich das, was Gott wollte, sondern
Jesus tat auch immer nur das, was Gott ihm befahl. Und das vierte
Zitat bezeugt, dass Jesus sich in keiner Weise um seine eigene Ehre
kümmerte, weil er allezeit nur wollte, dass Gott Ehre empfängt, aus
reinem Herzen. Dies sind wichtige Werke des Glaubens, und dadurch war
der Glaube von Jesus riesig.
Man darf aber auch
nicht den Aspekt außer Acht lassen, dass Jesus seinen Aposteln
persönlich die Vollmacht übertragen hatte, Dämonen auszutreiben.
Wenn die Apostel einmal diese Vollmacht bekommen haben, dann sollten
sie diese auch benutzen und nicht daran zweifeln. Denn wozu soll denn
eine Vollmacht gut sein, die man nicht benutzt, sobald man sie
empfangen hat?
Lasst uns nun aber
mal einen genaueren Blick auf die Befreiung des besessenen Kindes
richten! Der Vater hat um die Befreiung gebeten, aber auch dieser
hatte keinen Glaube. Er machte aber zumindest einen bereitwilligen
Eindruck, darum wollte Jesus helfen. Und der Geist riss den Knabe
nieder, als er Jesus sah. Er wollte also Jesus zeigen, dass er nicht
vorhat, den Knabe einfach loszulassen. Aber Jesus ließ sich davon
nicht beeindrucken. Und als Jesus dem Geist befahl, auszufahren, fing
der Geist an, zu schreien. Und er zerrte den Knabe heftig hin und
her, musste aber letztlich doch ausfahren.
Desweiteren lesen
wir davon, dass der Knabe nach der Austreibung da lag, als wäre er
tot. Hier lernen wir von Jesus: Aufgeben wäre das Schlimmste, was
man tun kann. Stattdessen muss man so lange dran bleiben, bis alles
wieder gut ist, wenn die Sache einmal angefangen hat. Und wenn der
Mensch den Anschein macht, er wäre gestorben, dann ergreift man eben
seine Hand und betet für seine Wiederbelebung. Man muss allezeit die
Absicht verfolgen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, und man
darf Menschen, für die man gebetet hat, nicht einfach dem Tod
überlassen. Jesus hat das Leben in sich selbst, denn Gott hat es ihm
verliehen.
Ich frage mich aber
auch, wie der Junge von einer derart mächtigen Dämonenart besessen
sein konnte. Da muss ja etwas richtig Finsteres in der Familie
geschehen sein. Aber die Bibel gibt darüber keinerlei Aufschluss.
Als nächstes
schauen wir uns eine Situation an, in welcher ein Dämon, nämlich
ein sogenannter Geist der Krankheit, einer Frau einen schlimmen
körperlichen Zustand beschert hatte. Wir lesen darüber Folgendes im
Evangelium des Lukas, Kapitel 13, Vers 10 bis 13:
Er lehrte aber in
einer der Synagogen am Sabbat.
Und siehe, da war
eine Frau, die seit 18 Jahren einen Geist der Krankheit hatte, und
sie war verkrümmt und konnte sich gar nicht aufrichten.
Als nun Jesus sie
sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von
deiner Krankheit!
Und er legte ihr die
Hände auf, und sie wurde sogleich wieder gerade und pries Gott.
Die Frau hat Gott
gepriesen, als sie geheilt war. Das ist ein wichtiges und sehr
erfreuliches Detail. Unser Vater im Himmel verdient großen Dank und
ein aufrichtiges Lob von jedem einzelnen Mensch, den er heil oder
frei werden ließ, denn theoretisch verdienen wir Menschen das gar
nicht. Wir lesen hier aber spezifisch davon, dass diese Frau einen
Geist der Krankheit hatte, also einen dämonischen Geist. Und sie war
sehr verkrümmt, sodass sie sich gar nicht aufrichten konnte. Das war
wohl ein sehr elendiger und bedauerlicher Anblick, und es war
bestimmt sehr schwierig für sie, in so einer Verfassung den Alltag
zu bewältigen. Deswegen hatte Jesus auch so großes Mitleid mit
ihrer Verfassung und legte ihr die Hände auf. Und der Geist fuhr
diesmal aus, ohne Widerstand zu leisten. Vermutlich war es eher eine
von den schwachen Dämonen arten, die sofort verschwinden, wenn sich
etwas Heiliges nähert.
Es stellt sich aber
auch ein wenig die Frage, warum der Satan ein so großes Anrecht an
der Frau hatte, dass er ihr einen bösen Geist anhaften durfte,
welcher sie so übel zurichtete. Sowas geschieht eigentlich nur, wenn
man Sünden verübte, die ein wirklich schlimmer Gräuel für Gott
sind, wie zum Beispiel Götzendienst, Zauberei, Wahrsagerei oder
Geisterbefragung, oder Unzucht, oder andere Dinge, die mir gerade
nicht einfallen, aber die auch ein übler Gräuel für Gott sind. Und
wenn das nicht der Fall ist, dann kann es eigentlich nur daran
liegen, dass eine Art Generationsfluch auf dieser Person liegt und
sie durch die Missetaten ihrer Eltern auch selbst in Mitleidenschaft
gezogen wird. Aber auch in so einem Fall ist der Name Jesus mächtig
genug, um jedem Mensch Freiheit zu schenken, der die Sünde
verweigert. Jesus hat auch in Vers 16 die Bemerkung gemacht, dass
diese Frau, eine Tochter Abrahams, schon 18 Jahre vom Satan gebunden
war. Das deutet ziemlich stark an, dass der Teufel an der obersten
Spitze seines Reiches buchstäblich Macht über Besessene hat und sie
wie Gefangene hält.
Eine weitere
Austreibung wird im neunten Kapitel vom Evangelium des Matthäus
berichtet, jedoch diesmal ohne genauere Details. Es steht geschrieben
in den Versen 32 bis 34:
Als sie aber
hinausgingen, siehe, da brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm
und besessen war.
Und nachdem der
Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und die Volksmenge
verwunderte sich und sprach: So etwas ist noch nie in Israel gesehen
worden!
Die Pharisäer aber
sagten: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus!
Interessant ist hier
wohl die Bemerkung, dass so etwas vorher noch nie in Israel gesehen
worden war. Auch das zeigt wieder, dass Menschen erschrecken können,
wenn sie Austreibungen beobachten. Und die Pharisäer, die einen Hass
gegen Jesus hegten, nahmen das ein weiteres Mal zum Anlass, um zu
behaupten, Jesus wäre selber von dem Dämonenfürst Beelzebul
besessen und nur deshalb würden Dämonen seine Befehle befolgen. Und
es gab sogar andere Situationen, in denen die Menschen Jesus
unterstellten, dass dieser von einem Dämon besessen ist. Aber nicht
wegen Austreibungen, sondern weil Jesus Worte redete, die die
Menschen nicht verstanden. Allein weil sie zu stumpfsinnig sind, um
zu erkennen, was Jesus ihnen sagen will, geben sie ihm für alles die
Schuld und meinen, Jesus wäre dämonisch besessen und redet deshalb
in Gleichnissen. Dieses peinliche Verhaltensmuster lässt sich leider
bis zum heutigen Tag in der Menschheit wiederfinden, und wir schauen
uns mal kurz die zwei Stellen aus dem Evangelium des Johannes an, wo
das passierte. Es steht geschrieben in Kapitel 8, Vers 46 bis 48:
Wer unter euch kann
mich einer Sünde beschuldigen? Wenn ich aber die Wahrheit sage,
warum glaubt ihr mir nicht?
Wer aus Gott ist,
der hört die Worte Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus
Gott seid.
Da antworteten die
Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein
Samariter bist und einen Dämon hast?
Samariter waren
Menschen, die den jüdischen Glaube nicht annehmen wollten, wie er
sich gehört, und deswegen waren sie bei den Juden verachtet. Jesus
nun, der in dieser Situation versucht hat, den Menschen zu erklären,
dass sie frei von der Sünde werden müssen, weil sie momentan sündig
wandeln, wurde deshalb von den Menschen beschimpft und sie
unterstellen ihm, dass er einen Dämon hat. Das ist eine sehr
erschreckende Frechheit, dass die Menschen dem Sohn Gottes
unterstellen, er wäre von einem Dämon besessen.
Ähnliches passiert
in einer anderen Situation, die in Kapitel 10 beschrieben wird. Dort
lesen wir in den Versen 14 bis 20:
Ich bin der gute
Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt,
gleichwie der Vater
mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die
Schafe.
Und ich habe noch
andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muss
ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine
Herde und ein Hirte sein.
Darum liebt mich der
Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme.
Niemand nimmt es von
mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu
lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe
ich von meinem Vater empfangen.
Da entstand wiederum
eine Spaltung unter den Juden um dieser Worte willen;
und viele von ihnen
sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen, weshalb hört ihr auf
ihn?
Hier versucht Jesus
zu erklären, dass er all denen ein guter Anleiter und Hüter sein
wird, die ihm nachlaufen und sich von ihm ganz anleiten lassen
hinsichtlich dem, was er gebietet, anstatt den eigenen Vorlieben oder
schlechten Vorbildern zu folgen. Aber auch diesmal begreifen die
Menschen es in keiner Weise und sagen deshalb, dass Jesus nicht weiß,
wovon er redet, und dass er von einem Dämon besessen sei. Dieses
Verhalten ist echt schäbig.
Nachdem wir nun
diese zwei Situationen begutachtet haben, in denen Jesus
unverschähmterweise die Unterstellung hören musste, er sei von
einem Dämon besessen, wollen wir uns kurz mit noch zwei anderen
Kleinigkeiten zum Thema Dämonen befassen.
Ihr wisst bestimmt,
dass sich der Ruf von Jesus ziemlich schnell verbreitete und dass
deswegen bald große Volksmengen an ihm hingen, die seiner Lehre
lauschten und über die Wunderzeichen staunten, die Gott in seiner
Nähe tat. Und es sieht ganz so aus, als hätte es einen einzelnen
Mann gegeben, der an Jesus glaubte, und wegen seinem Glaube begann er
einfach damit, allein durch die Gegend zu wandern und Dämonen aus
Menschen auszutreiben im Namen von Jesus Christus.
Nun wollten Johannes
und die anderen Apostel auf diesen Mann Gruppenzwang ausüben, indem
sie ihn überzeugen wollten, er müsse mit ihnen zusammen Jesus
nachfolgen, ansonsten wäre es nicht recht, dass er Dämonen
austreibt. Und es ist interessant, zu erfahren, wie Jesus darauf
reagierte, als es ihm erzählt wurde.
Man kann von diesem
Detail sowohl bei Markus als auch bei Lukas lesen. Im Evangelium des
Lukas steht darüber Folgendes in Kapitel 9, Vers 49 und 50:
Johannes aber
antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand, der in deinem Namen
die Dämonen austrieb, und wir wehrten es ihm, weil er dir nicht mit
uns nachfolgt.
Und Jesus sprach zu
ihm: Wehrt ihm nicht! Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
Die größte Ironie
in dieser Situation ist, dass Jesus in genau diesem Moment gerade
versucht hatte, den Aposteln begreiflich zu machen, wie kostbar ein
demütiges Herz im Reich Gottes ist. Und ausgerechnet in diesem
Moment macht Johannes eine derart protzige Bemerkung, was vermuten
lässt, dass er Jesus gar nicht richtig zuhörte. Die Reaktion von
Jesus ist aber wirklich bemerkenswert. Er sagt, man soll einem
solchen Mensch nicht wehren. Also mit anderen Worten: Es ist doch
egal, ob der Mensch zur Gruppe gehört, so lange er durch sein Tun
das Reich Gottes verherrlicht.
Und zuguterletzt
möchte ich noch die Tatsache erwähnen, dass eine Frau namens Maria
Magdalena, welche eine Dienerin von Jesus war, zuvor sieben Dämonen
in sich hatte, die Jesus austrieb. Von dieser Tatsache geben zwei
Evangelien Zeugnis. Im Evangelium des Lukas steht in Kapitel 8, Vers
1 bis 3:
Und es geschah
danach, dass er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog, wobei er
das Evangelium vom Reich Gottes verkündigte; und die Zwölf waren
mit ihm,
und auch etliche
Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren:
Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren,
und Johanna, die
Frau Chusas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele
andere, die ihm dienten mit ihrer Habe.
Hier erkennen wir in
Vers 2 das Zeugnis, dass von ihr sieben Dämonen ausgefahren waren,
und im Evangelium des Markus steht Folgendes in Kapitel 16, Vers 9:
Als er aber früh am
ersten Tag der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria
Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.
Diese Worte sprechen
deutlich für sich selbst.
Nach all diesen
nützlichen Entdeckungen wollen wir uns nun noch ein bisschen über
die Unterscheidung zwischen dem Heiligen Geist und bösen Geistern
unterhalten. Ich werde euch das Wichtigste zuerst sagen, nämlich
woran man einen Diener des Teufels erkennt, der falsch unter den Name
Jesus Christus auftritt, um Menschen mit Dämonen zu belasten.
Folgende Kennzeichen lassen sich bei diesen sprichwörtlichen Wölfen
im Schafspelz beobachten:
- ein Teufelsdiener
redet sehr, sehr viel davon, dass man nur glauben muss, so als könnte
man mit seinen eigenen Gedanken die Realität verändern oder als
würde Gott alles tun, was der Mensch verlangt
- ein Teufelsdiener
redet beim Beten mit einer aggressiven Stimme, besonders in dem
Moment, wenn er den Name Jesus ruft
- Menschen in der
Nähe des Teufelsdieners werden von Geistern ergriffen, ohne dass
zuerst für sie gebetet wurde
- Menschen, die von
den bösen Geistern überwältigt wurden, haben nach dem angeblichen
Empfang des Heiligen Geistes, wenn ihnen gesagt wird, dass sie den
Heiligen Geist nun haben, plötzlich an ihrem Körper Zuckungen wie
bei einem Mensch, der von Epilepsie geplagt ist
- Menschen, die von
bösen Geistern überwältigt werden, geben nachdem sie angeblich den
Heiligen Geist empfangen haben, Tiergeräusche von sich, oder
Geräusche, die ähnlich denen der Tiere sind
- ein Teufelsdiener
wird behaupten, dass Gott durch den Heiligen Geist Menschen ohne
Vorwarnung tötet, die um Heilung baten, um sie nach Hause zu holen
- Teufelsdiener
behaupten sehr oft, Gott würde uns finanziellen Segen und einen gut
bezahlten Arbeitsplatz schenken, sowie Anerkennung in der
Gesellschaft
- ein Teufelsdiener
verdreht beim Predigen das Wort Gottes in seiner Bedeutung mit leicht
durchschaubaren Fehlinterpretationen
- ein Teufelsdiener
stellt die Geisteswirkungen bei seinem Dienst sehr stark in den
Vordergrund, redet wenig von Buße und ermutigt niemals die Menschen
zu einem heiligen Lebenswandel, denn dadurch würde er das Wirken der
bösen Geister gefährden
- ein Teufelsdiener,
der falsch unter dem Name Jesus Christus auftritt, führt selbst ein
Leben außerhalb der Gebote Gottes, meistens verfügen diese Leute
auch über einen überdurchschnittlichen finanziellen Wohlstand
Diese Kennzeichen
sollten euch dabei helfen, zu erkennen, ob ihr einen Diener des Bösen
vor euch habt, der falsch unter dem Name Jesus Christus auftritt.
Denn es ist möglich, dass Diener des Satans den Name Jesus
aussprechen, und viele von denen kennen die Bibel deutlich besser als
moderne Christen, obwohl sie falsch über die Bibel predigen. Das
echte Wirken des Heiligen Geistes erkennt man aber daran, dass es nur
beim Beten geschieht, aber nicht ohne Gebet, und dass es sanftmütig
verläuft, und dass die Menschen nach der Austreibung wirklich frei
sind und das auch merken, also dass ein deutlicher Unterschied zum
vorherigen Zustand wahrgenommen wird, und zwar im positiven Sinne,
denn sie haben tiefen Frieden und Leichtigkeit. Es kann auch manchmal
passieren beim Wirken des echten Heiligen Geistes, dass Menschen
unter der Kraft des Geistes umfallen, und es ist egal, in welche
Richtung sie dabei fallen. Wenn viel in dem Körper geheilt werden
muss, oder wenn besonders starke Arten von Dämonen herausgeholt
werden müssen, dann tut Jesus das manchmal auf diese Art, dass er
die geplagten Menschen unter der Kraft des Heiligen Geistes umfallen
lässt, und diese können sich dann für kurze Zeit auch nicht mehr
bewegen, bis sie geheilt und gereinigt sind, danach aber werden sie
wieder im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten
sein. Und sie werden sich deutlich besser fühlen als vorher. Wenn
aber dies geschehen ist, so muss der Mensch beginnend ab diesem Tag
regelmäßig beten, und für alle noch nicht bereuten Sünden einzeln
Jesus um Vergebung bitten, und möglichst gar nicht mehr sündigen.
Denn ansonsten bleibt die geschenkte Freiheit nur eine kurze Zeit
bestehen, da die bösen Geister versuchen werden, zurückzukommen.
Und sie können nicht in den Körper eindringen, wenn der Körper
rein bleibt, inklusive der Gesinnung des Menschen. Ist aber der
Mensch wieder durch Sünde verunreinigt, dann kommen Dämonen
erfolgreich zurück und bleiben.
Wenn aber jemand
Dämonen austreibt oder Wunder tut, dann darf er niemals meinen, er
würde allein dadurch in das Reich Gottes eingehen. Denn Werke retten
uns nicht, sondern egal wie groß auch unsere Werke sind, die wir als
pure Selbstverständlichkeit leisten: Wir müssen uns selbst reinigen
von unserer eigenen Sünde. Und wenn jemand sich weigert, von der
Sünde abzulassen und glaubt, seine Werke, die er im Namen unseres
Herrn Jesus Christus tut, würden ihn rechtfertigen, dann wird mit
diesem Mensch genau das passieren, was Jesus gepredigt hat im
Evangelium des Matthäus, Kapitel 7, Vers 22 und 23. Folgendes lesen
wir dort:
Viele werden an
jenem Tag zu mir sagen: Herr! Herr, haben wir nicht in deinem Namen
geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem
Namen viele Wundertaten vollbracht?
Und dann werde ich
ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr
Gesetzlosen!
Darum achtet darauf,
dass ihr tut, was Jesus euch als Dienst aufträgt, damit ihr treue
Diener sein könnt, aber achtet noch stärker darauf, dass euer Herz
ganz rein wird von Sünde, wie geläutertes Gold, wo keine
Verunreinigung mehr gefunden wird.
Genau so hat Jesus
ja auch den siebzig Jüngern, die in seinem Namen Dämonen austreiben
konnten, gesagt, dass sie sich nicht darüber freuen sollen, wie
ihnen die Dämonen unterliegen, sondern viel mehr sollen sie sich
freuen, wenn ihre Namen im Himmel aufgeschrieben sind. Denn es ist
wichtiger, in den Himmel zu kommen, als das Treiben auf der Erde zu
bestaunen.
Wenn ihr aber
aufrichtig betet und Dämonen austreibt, aber eure Mitmenschen
bekommen Angst und meinen, ihr würdet vom Satan sein, obwohl ihr
aufrichtig handelt, dann bleibt geduldig und verwundert euch nicht.
Denn wenn unser Meister Jesus beschuldigt wurde, von Beelzebul
besessen zu sein, dann muss leider damit gerechnet werden, dass den
Dienern von Jesus das Gleiche passieren wird. Konzentriert ihr euch
immer darauf, was aus der Person wird, für die ihr betet! Denn wenn
diese hinterher frei und unbeschwert ist, dann kann euer Tun
unmöglich vom Satan sein.
Das war soweit alles
aus den Evangelien zum Thema Dämonen. Es gibt auch noch eine
Erzählung in der Apostelgeschichte in Kapitel 16, wie Paulus einen
Wahrsagegeist ausgetrieben hat, und es wird auch an anderen Stellen
sehr kurz angemerkt, wie die Dämonen machtlos waren vor den treu
handelnden Jüngern, aber das können wir uns sparen.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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