Text zu "Bibellehre - Jesus treibt Dämonen aus in der Bibel"

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=Kf8ef3XhAaw

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

In diesem Video wollen wir uns ausgiebig mit den Dämonenaustreibungen auseinandersetzen, die Jesus gewirkt hat, und auch mit dem Thema Dämonen insgesamt. Denn Dämonen sind böse Geister, die aus der Zeit vor der Sintflut stammen, und mit diesen hat die Menschheit nicht nur damals Probleme gehabt, sondern auch wir heutzutage müssen uns damit herumärgern, sobald wir einen echten Dienst für Jesus tun wollen oder jemanden dabei beobachten, der es tut. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass es diese Probleme gibt, denn Paulus hat in seinem Brief an die Epheser eine Wahrheit beschrieben, die so lange gültig bleibt, bis die Erde neu gemacht wird. Er schrieb in Kapitel 6, Vers 11 und 12:

Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels;
denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen.

Wir befinden uns geistig gesehen in einem stillen Kampf gegen bösartige Geistmächte, ob wir nun wollen oder nicht. Aus unserer eigenen Kraft können wir diese nicht besiegen, aber Jesus besiegt sie in der Vollmacht Gottes für uns, wenn wir gerecht leben. Wir leben in Sieg, so lange wir einen Lebenswandel haben, der den Geboten würdig ist. Eine andere Sache darf der Teufel aber leider immer wieder tun, und zwar das, was in Vers 16 angedeutet wird, wo Paulus schreibt:

Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt.

Der Teufel darf uns immer wieder mit feurigen Pfeilen angreifen. Und diese Pfeile fliegen ständig, egal wie sehr man sich rein hält. Es wird im Leben nicht aufhören. Die feurigen Pfeile sind ein Sinnbild für idiotische Gedanken, welche uns zur Sünde motivieren sollen. Der Teufel darf sie auf uns schießen. Deswegen müssen wir in unserem Herzen allezeit die sinnlosen Gedanken abweisen und nichts Sinnloses tun, selbst wenn wir mal sinnlose Gedanken haben. Wenn wir nämlich die sinnlosen Gedanken abweisen, bleiben wir rein und die feurigen Pfeile verfehlen ihren Zweck, obwohl sie uns trafen. Dadurch bleiben wir für die Dämonen unantastbar, die der Satan zu uns senden will. Wenn wir aber durch aufgekommene idiotische Gedanken anfangen, zu sündigen, dann bekommt der Satan Anrechte und darf uns Geister schicken, was er auch tun wird. In so einem Fall sind wir im geistigen Kampf Verlierer. Wer aber Buße tut, bei dem wird Befreiung von den bösen Geistern möglich. Und um besser zu lernen, was bei Befreiungen von Dämonen wichtig ist, werden wir dazu heute die Bibel durchforschen und auf Jesus schauen.
Am allerwichtigsten ist aber die Tatsache, dass wir nicht den Zeichen und Wundern nachjagen dürfen, denn das ist nicht die Gerechtigkeit Gottes. Und Jesus hat auch nicht gesagt, wir sollen jeden Mensch befreien und heilen und das Evangelium wird hin und wieder als bestätigende Ergänzung aufkommen, sondern genau andersrum hat Jesus es gesagt. Der gesamten Schöpfung muss das Evangelium verkündigt werden. Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet. Und hin und wieder werden begleitend Zeichen auftreten, zu welchen auch Austreibungen von bösen Geistern im Namen von Jesus Christus gehören. Diese sind eine Nebensache, welche die Wahrhaftigkeit des Evangeliums bestätigen sollen.

Und bevor wir uns die ganzen Beispiele von Austreibungen ansehen, müssen wir uns zuerst mal mit der Tatsache beschäftigen, dass die Dämonenaustreibungen nichts für ungefestigte Gläubige sind, und auch nichts für schwache Nerven. Denn alle Beobachter, die ungefestigt sind oder schwache Nerven haben, werden manchmal davon Angst bekommen, wenn sie Austreibungen sehen. Dann werden sie sich einreden lassen, man würde Dämonen benutzen, um Dämonen auszutreiben. Genau das gleiche Problem hatte Jesus damals auch. Ihm wurde unterstellt, er würde die Kraft eines mächtigen Fürsten aus dem Reich des Satans benutzen bei den Austreibungen. Das ist nicht die Wahrheit, aber die Autoritätspersonen aus der Religion behaupteten es. Darüber ist in drei von vier Evangelien etwas aufgeschrieben, und falls es euch besonders interessiert, könnt ihr ja mal alle drei Texte lesen und miteinander abgleichen. Für das heutige Video lassen wir uns aber daran genügen, die Erzählung aus dem Evangelium des Matthäus durchzulesen.

Folgendes steht geschrieben in den Versen 22 bis 32 von Kapitel 12:

Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, sodass der Blinde und Stumme sowohl redete als auch sah.
Und die Volksmenge staunte und sprach: Ist dieser nicht etwa der Sohn Davids?
Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!
Da aber Jesus ihre Gedanken kannte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und keine Stadt, kein Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann bestehen.
Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so ist er mit sich selbst uneins. Wie kann dann sein Reich bestehen?
Und wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.
Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen!
Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken bindet? Erst dann kann er sein Haus berauben.
Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!
Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden.
Und wer ein Wort redet gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen.

Es ist fast schon erschreckend, wie Jesus sagt, dass man das offensichtliche Wirken des Heiligen Geistes nicht lästern darf, weil man sonst keine Vergebung empfängt für die Lästerung des Heiligen Geistes. Jesus vergleicht in seiner Rede eine Dämonenaustreibung mit dem Ausrauben eines Hauses, das von einem Starken bewacht wird. Jemand, der noch stärker ist, kommt über ihn, sodass nichtmal die Waffenrüstung dem Starken etwas nützt, denn so ist es im Evangelium des Lukas angedeutet. Und es handelt sich hierbei wahrscheinlich um ein Sinnbild für die Anrechte, die Dämonen an dem Besessenen haben. So lange diese Anrechte nicht zerbrechen, ist es wie wenn die Dämonen eine Waffenrüstung haben. Aber Jesus hat laut dem gerade gelesenen Text auch die interessante Bemerkung gemacht, dass zuerst der Starke gebunden werden muss. Und wenn er gebunden ist, dann kann sein Haus beraubt werden. Das ist ein interessanter Spruch hinsichtlich Dämonenaustreibungen.
Es hat damals auch schon Menschen gegeben unter den Juden, die sich darin geübt haben, Menschen von Dämonen zu befreien, denn sonst würde Jesus die Pharisäer nicht fragen, wodurch dann ihre eigenen Söhne böse Geister austreiben. Leider erhalten wir dazu aber in der gesamten Bibel keine genaueren Details. Es gibt lediglich die Erzählung aus der Apostelgeschichte, wo sogenannte jüdische Beschwörer, die keine gläubigen Jesus-Jünger sind, einen bösen Geist austreiben wollen und das geht völlig nach hinten los. Es steht aber auch im Gesetz von Moses geschrieben, dass es eigentlich gar keine Beschwörer in Israel geben soll.

Das Hauptargument von Jesus besteht in seiner Rede aber darin, dass das Reich des Bösen sich nicht selbst bekämpft.
Zu der Zeit, als Jesus diese Worte redete, war seine ganze Erklärung wahrhaftig. Damals hatte der Satan noch keine Ahnung, wie die Heilungen und Austreibungen durch den Geist Gottes überhaupt aussehen. Also wie hätte der Satan selber so etwas bewerkstelligen können? Es konnte nichts Anderes sein als die Offenbarung des Reiches Gottes, wenn Menschen geheilt und Dämonen durch Worte vom Geist Gottes ausgetrieben wurden. Darum war es zur damaligen Zeit unsinnig, zu behaupten, diese mächtigen Geisteswirkungen hätten etwas mit dem Reich des Bösen zu tun. Die Pharisäer und Schriftgelehrten, welche in ihren Herzen voller Neid, Bitterkeit und Niedertracht waren, wollten Jesus einfach nur verlästern, sodass das Volk ihn verachten würde. Das war ihr einziges Ziel, und deswegen haben sie auch derartige Worte über ihn geredet.

Heutzutage ist es so, dass der Satan schon viele Jahrhunderte Zeit hatte, um das Wirken des Reiches Gottes zu beobachten. Und ihm untersteht immernoch die Erde mit aller Sündhaftigkeit. Denn das Reich Gottes, in welchem Jesus König ist, ist ein heiliges Reich. Und wer sich nicht selber heiligen will, der fällt bald wieder unter die Herrschaft des Satans dank der Sünde, egal ob er an Jesus glaubt, und sogar wenn jemand schon korrekt getauft wurde, so ist der Mensch dennoch nicht immun gegen die verderbliche Kraft des Bösen, wenn er sündigt.
Weil aber der Satan schon so lange das Wirken des Heiligen Geistes beobachtet hat, und möglichst viele Menschen verführen will, gibt es heutzutage leider Geisteswirkungen, die ähnlich dem Wirken des Heiligen Geistes aussehen, aber eigentlich vom Reich des Bösen ausgehen. Durch diese Geisteswirkungen werden die Menschen mit noch mehr Dämonen gefüllt als vorher. Es gibt sogar Menschen, die den Name Jesus ausrufen und viel von Jesus reden, aber trotz dieses Umstandes dem Satan dienen und Menschen mit Dämonen belasten. Denn das ist von Anfang an der Befehl dieser Leute, dass sie hingehen und falsch beten und lauwarm predigen sollen unter dem Name Jesus Christus, um dafür zu sorgen, dass die Menschen sich für Dämonen öffnen, und dann werden diese Menschen, für die gebetet wird, von Dämonen überwältigt. Dieses ganze Problem ist uns bereits vorher von Jesus angekündigt worden, denn Jesus hat in seiner Endzeitrede davor gewarnt. Wir lesen zum Beispiel Folgendes in Kapitel 24 vom Evangelium des Matthäus in Vers 24:

Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.

Diese Warnung trifft teilweise auf unsere heutige Zeit zu. Es gibt sowohl Geisteswirkungen, die wirklich Jesus bewerkstelligt, als auch Geisteswirkungen, die von Dämonen ausgehen. Aus diesem Grund werden wir uns gegen Ende des Videos noch darüber unterhalten, wodurch man die Wirkung des Heiligen Geistes von der Wirkung böser Geister unterscheidet. Ich gehe aber in meinem Optimismus davon aus, dass dieses Video nur von Menschen angeschaut wird, die mit aufrichtiger Absicht etwas über Austreibungen lernen wollen. Darum werden wir uns gleich anschauen, wie Jesus das damals gemacht hat, um aus den Berichten der Bibel etwas Nützliches zu lernen. Zuerst müssen wir uns aber noch eine zeitlos gültige Warnung anschauen, und zwar die Warnung davor, dass mit zweifelloser Sicherheit ein ausgetriebener Dämon versuchen wird, wieder in den Körper zurückzukehren, von dem er ausgetrieben wurde. Darüber hat Jesus geredet, und sowohl Matthäus als auch Lukas berichten darüber. Für das heutige Video lesen wir den Text vom Evangelium des Lukas. Es steht geschrieben in Kapitel 11, Vers 24 bis 26:

Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Gegenden und sucht Ruhe. Und da er sie nicht findet, spricht er: Ich will zurückkehren in mein Haus, aus dem ich weggegangen bin.
Und wenn er kommt, findet er es gesäubert und geschmückt.
Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die bösartiger sind als er selbst, und sie ziehen ein und wohnen dort, und es wird der letzte Zustand dieses Menschen schlimmer als der erste.

Dieser Verlauf ist leider normal. Ein böser Geist wird nicht wissen, wo er hin soll, nachdem er ausgetrieben wurde. Er hatte den Körper des besessenen Menschen als sein Heim betrachtet, als den Tempel, der ihm gehört. Und er hat sich den Tempel so verdorben, dass er sich darin wohlfühlt, denn böse Geister fühlen sich im Verderben wohl, aber in Sündlosigkeit überhaupt nicht. Und wenn der Geist ausgetrieben wurde aus seiner Wohnung, also aus dem Körper des Besessenen, dann schwirrt er ziellos durch die Gegend, bis es ihm zu viel wird und er wieder zurück in einen Körper will. Denn die bösen Geister fühlen sich sehr unwohl, wenn sie in der Gegend herumschwirren, aber wenn sie in einem Körper sind, den sie verderben können, fühlen sie sich wohl. Das Problem ist nur: Wenn der Dämon zu dem Mensch zurückkommt, in den er sich schonmal eingeschlichen hatte, dann ist dieser Mensch durch den Heiligen Geist gereinigt worden. Darin gibt es jetzt deutlich weniger Sünde und auch weniger Krankheit und Schmerz und Elend. Und wegen der größeren Reinheit ist es dem Geist ein Anstoß, darin zu wohnen. Wenn nun der böse Geist ganz alleine zurück in den Körper fahren würde, dann würde es ihn viel Mühe kosten, den Körper wieder so sehr zu verderben, dass er sich darin wohlfühlt. Deswegen geht der Dämon hin und sucht andere Dämonen. Und sie kommen mit ihm und schleichen sich alle zusammen in den Mensch ein, der schonmal befreit worden war, weil mehrere Dämonen sehr schnell Verderben anrichten können. Deutlich schneller als ein einzelner.
Und das ist der Grund, warum man dem Mensch unbedingt ans Herz legen muss, rein zu bleiben. Denn wenn der Mensch sich weigert, sich selbst von Sünde unbefleckt zu bewahren, nachdem er befreit wurde, so wird der Mensch schlimmer von bösen Geistern überwältigt, als es am Anfang war. Und genau so, wie man den Menschen nicht die Lüge einreden darf, dass ein einfaches Übergabegebet ausreicht, um gerettet zu sein, oder nach der Taufe wären alle Sünden egal, so darf man auch nicht die Lüge erzählen, dass eine Befreiung bedingungslos anhalten würde. Und wenn man Dämonen aus einem Mensch ausgetrieben hat, der in seinem Herzen Jesus nicht ernstnimmt, dann hat man ihm damit keinen Gefallen getan, sondern den Grundstein für ein noch schlimmeres Verderben gelegt. Denn der Dämon, der ausgetrieben wurde, wird immer zuerst versuchen, in den Mensch einzufahren, in dem er schonmal war, weil er die Schwächen dieses Menschen kennt.

Mit dieser Wahrheit im Hinterkopf schauen wir uns nun mal eine erste Situation an, in der Jesus einen bösen Geist austrieb. Es handelt sich um die Austreibung eines Dämons in der Synagoge von Kapernaum. Davon liest man entweder im Evangelium des Markus oder im Evangelium des Lukas. Beide Erzählungen sind in Ordnung, aber wir wählen für das heutige Video die Erzählung von Markus. Es steht geschrieben in Kapitel 1, Vers 21 bis 28:

Und sie begaben sich nach Kapernaum; und er ging am Sabbat sogleich in die Synagoge und lehrte.
Und sie erstaunten über seine Lehre. Denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.
Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist, der schrie
und sprach: Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!
Aber Jesus befahl ihm und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!
Da zerrte ihn der unreine Geist hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.
Und sie erstaunten alle, sodass sie sich untereinander fragten und sprachen: Was ist das? Was für eine neue Lehre ist dies? Mit Vollmacht gebietet er auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm!
Und das Gerücht von ihm verbreitete sich sogleich in das ganze umliegende Gebiet von Galiläa.

In diese Situation kann man sich ruhig mal hinein vertiefen. Jesus ist gerade erst nach Kapernaum gezogen. Vorher hatte er in Nazareth gewohnt. Und er geht das erste Mal am Sabbat in die dortige Synagoge und fängt an, die Juden zu belehren. Und die Menge sitzt da und hört ihm betroffen zu, während er redet. Und auf einmal manifestiert sich ein unreiner Geist in einem der Zuhörer aus der Menge, und der Geist fängt an, Jesus anzuschreien und ihn mit Worten anzugreifen. Scheinbar hat der Geist sich durch die bloße Rede von Jesus bereits bedroht gefühlt. Und die Menschen, die daneben sitzen, werden sich wohl darüber wundern, was für komische Worte der Dämon zu Jesus sagt. Und Jesus antwortet: Verstumme und fahre aus von ihm!
Offensichtlich erteilt Jesus dem Geist zwei Befehle. Er befiehlt dem Geist, zu verstummen, und er befiehlt dem Geist, auszufahren. Jesus lässt sich also nicht auf stundenlange Diskussionen mit dem Geist ein, sondern er sagt sofort klar und deutlich, was Sache ist. Und auch, wenn der böse Geist sich darüber ärgert, ausgetrieben zu werden, so kann er dem Wort von Jesus nicht widerstehen. Vermutlich deshalb, weil die Kraft Gottes in denen vollkommen wird, die die Gebote wirklich beherzigen und sich rein halten.
Dem bösen Geist bleibt nichts Anderes übrig, als auszufahren, obwohl er lieber in dem Körper bleiben würde, darum fängt er an zu schreien und zerrt den Besessenen hin und her, um seinen Unmut zu veranschaulichen, aber letztlich fährt er doch aus und der Besessene wurde befreit.
Die Menschen, die daneben saßen, staunten logischerweise sehr, denn sie hatten ohne Vorwarnung das erste Mal in ihrem Leben eine Dämonenaustreibung durch den Heiligen Geist erlebt. Das muss für diese Menschen ganz schön erschreckend gewesen sein.

Und weil Jesus keine große Verunsicherung in der Synagoge aufkommen lassen wollte, verließ er sie, und er ging in das Haus von Simon Petrus. Auch dort gab es ein Problem, welches stark nach einer dämonischen Belastung klingt. Denn die Schwiegermutter von Petrus hatte einen Krankheitsgeist, der Fieber verursachte. Von dieser Situation können wir bei Matthäus, bei Markus und bei Lukas lesen. Wir schauen uns zuerst mal kurz die Erzählung aus dem Evangelium des Matthäus an, wo geschrieben steht in Kapitel 8, Vers 14 bis 17:

Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, dass dessen Schwiegermutter daniederlag und Fieber hatte.
Und er rührte ihre Hand an; und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente ihnen.
Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister aus mit einem Wort und heilte alle Kranken,
damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht: »Er hat unsere Gebrechen weggenommen und unsere Krankheiten getragen«.

Bei diesem Text erkennt man nicht sonderlich gut an der Formulierung, dass das Fieber durch einen Krankheitsgeist kam, aber zumindest entdecken wir hier die interessante Anmerkung, dass am Abend viele Besessene zu ihm gebracht wurden, und Jesus trieb alle Dämonen aus mit einem Wort. Das heißt: Er hat sich auch diesmal nicht auf schräge Diskussionen oder Kaffeekränzchen mit den bösen Geistern eingelassen, sondern er befahl, und sie mussten gehorchen.

Aufschlussreicher formuliert ist die Erzählung aber im Evangelium des Lukas, wo wir lesen in Kapitel 4, Vers 38 bis 41:

Und er stand auf und ging aus der Synagoge in das Haus des Simon. Simons Schwiegermutter aber war von einem heftigen Fieber befallen, und sie baten ihn für sie.
Und er trat zu ihr, neigte sich über sie und befahl dem Fieber, und es verließ sie. Und sogleich stand sie auf und diente ihnen.
Als aber die Sonne unterging, brachten alle, die Kranke hatten mit mancherlei Gebrechen, sie zu ihm, und er legte einem jeden von ihnen die Hände auf und heilte sie.
Es fuhren auch Dämonen aus von vielen, indem sie schrien und sprachen: Du bist der Christus, der Sohn Gottes! Und er befahl ihnen und ließ sie nicht reden, weil sie wussten, dass er der Christus war.

Hier merkt man an den Formulierungen, dass die Schwiegermutter befallen war, und dass Jesus dem Fieber den Befehl erteilte, es soll sie verlassen. Das sind ziemlich starke Anzeichen, dass es sich wohl um eine geistige Belastung gehandelt haben muss. Also wie schon gesagt um einen Krankheitsgeist, der Fieber verursacht.
Wir sehen auch an Vers 41, dass die Dämonen geschrien haben, und sie nannten Jesus den Sohn Gottes, weil sie es erkennen konnten, dass Jesus der Sohn Gottes ist, und das machte ihnen Angst. Jesus aber wollte, dass sie schweigen. Denn die Menschen wussten nicht, dass Jesus wirklich der Sohn Gottes ist, sondern sie wunderten sich die ganze Zeit über ihn und befragten einander darüber, was es wohl mit diesem Jesus auf sich hat. Dieser Zustand war sowohl von Gott als auch von Jesus gewollt, damit nur die jenigen das Heil Gottes erkennen, die ein aufrichtiges Herz haben und sich nicht von zweifelhaftem Geschwätz ihrer Mitmenschen hinfortreißen lassen.
Ebenso lesen wir in Vers 40 davon, dass viele andere Kranke zu ihm gebracht werden, und diesen hat er die Hände aufgelegt. Somit sollten wir daraus lernen, dass es beim Beten für andere Menschen nützlich sein kann, ihnen die Hände aufzulegen.

Jedenfalls gibt es auch eine andere Situation, in der ein schlimmes Fieber von einem Mensch ausgefahren ist, also sozusagen auch hier wieder ein Geist der Krankheit, der Fieber verursacht. Und diesmal hatte der böse Geist das Fieber sogar auf ein tödliches Niveau gebracht. Wir lesen von dieser Situation nur im Evangelium des Johannes, wo Folgendes geschrieben steht in Kapitel 4, Vers 46 bis 53:

Jesus kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und da gab es einen königlichen Beamten, dessen Sohn lag krank in Kapernaum.
Als dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, ging er zu ihm und bat ihn, er möchte herabkommen und seinen Sohn gesund machen; denn er lag im Sterben.
Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht!
Der königliche Beamte spricht zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!
Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Und der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sprach, und ging hin.
Als er aber noch unterwegs war, kamen ihm seine Knechte entgegen und berichteten ihm und sprachen: Dein Sohn lebt!
Nun erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber.
Da erkannte der Vater, dass es eben in der Stunde geschehen war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er glaubte samt seinem ganzen Haus.

An Vers 48 erkennen wir, dass Jesus sich über Menschen ärgert, die immer zuerst Wunderzeichen sehen müssen, bevor sie überhaupt für den Glaube offen werden.
Es wird aber auch hier gesagt, dass das Fieber den todkranken Sohn verlassen hat, also es ist gewissermaßen ausgefahren. Sehr bemerkenswert ist hierbei, dass Jesus nichtmal hingegangen ist, um den Sohn anzurühren oder zu ihm zu sprechen. Jesus war weit weg von dem Sohn. Und er hat um der Bitte des königlichen Beamten willen gebetet und dann zu ihm gesagt, er soll nach Hause gehen. Und in dem Moment, wo Jesus für die Heilung bzw. die Befreiung des Sohnes betete, erhörte ihn Gott, und die Heilung geschah an dem Sohn, der zu Hause lag. Hier geschah also eine Austreibung aus der Ferne.

Auch eine andere Situation gab es, wo eine Dämonenaustreibung geschah, ohne dass Jesus vor Ort war. Denn eine Frau, die nicht jüdisch war, kam zu Jesus und bat um die Befreiung ihrer besessenen Tochter. Weil sie aber nicht zu Israel gehörte, war Jesus zunächst zögerlich, denn Jesus kam zuerst wegen Israel und besonders wegen Juda, aber die Heiden sind ihm erst nach der Auferstehung als Erbe zuteil geworden.

Im Evangelium des Matthäus wird gesagt, dass die Frau von Kanaan kam, und bei Markus wird erzählt, dass sie von Griechenland kam, aus der Stadt Syrophönizien. Wie auch immer es nun sein mag: Auf jeden Fall war ihre Tochter allein zu Hause, und sie kam zu Jesus, um ihn um Hilfe zu bitten. Wir schauen uns jetzt mal an, was im Evangelium des Matthäus darüber geschrieben steht. Folgendes lesen wir in den Versen 21 bis 28:

Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegend von Tyrus und Zidon zurück.
Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus jener Gegend, rief ihn an und sprach: Erbarme dich über mich, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist schlimm besessen!
Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Da traten seine Jünger herzu, baten ihn und sprachen: Fertige sie ab, denn sie schreit uns nach!
Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Da kam sie, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
Er aber antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden vorwirft.
Sie aber sprach: Ja, Herr; und doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen!
Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Frau, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.

An diesem Text merken wir, dass Jesus zuerst sehr unfreundliche Worte über die Frau redete. Die Frau machte ihm aber keine Vorwürfe und sagte auch nicht sowas wie: „Du musst echt an deiner Liebe arbeiten! Wie kannst du nur derart schlecht über mich reden?“
sondern sie übte sich in umso größerer Demut, und deswegen ließ Jesus sich dazu bewegen, ihr tatsächlich zu helfen, obwohl er es am Anfang für eine schlechte Idee hielt, da sie nicht zu Israel gehörte. Und wir lesen deutlich, dass sie nach Hause ging und dann der Dämon aus der Tochter ausgefahren war. Trotz der Entfernung konnte also die Befreiung geschehen, ganz ohne die direkte Anwesenheit Jesu. Denn auch diesmal hatte Jesus zu Gott gebetet und Gott befreite das Mädchen, ohne dass Jesus daneben stehen musste.
Denn es geht aus Kapitel 11 des Johannesevangeliums hervor, dass Jesus immer zu Gott betete und allezeit erhört wurde.

Als nächstes wollen wir uns mit einem der zwei heftigsten Ereignisse auseinandersetzen, die hinsichtlich Dämonenaustreibungen in Jesu Leben geschahen. Wir lesen sowohl bei Matthäus als auch bei Markus und Lukas Erzählungen über eine außergewöhnliche Dämonenaustreibung im Gebiet der Gadarener, wo viele böse Geister ausgetrieben wurden und in eine Schweineherde fuhren, die sich danach in den See stürzte und ertrank. Im Evangelium des Matthäus wird verwunderlicherweise von zwei Besessenen geredet, so als sei zu dem einen, der an diesem Tag tatsächlich da war, noch ein zweiter hinzu erfunden worden. Bei Markus und Lukas steht es aber besser aufgeschrieben, denn die Erzählung von Matthäus ist außerdem auch viel zu kurz gehalten.
Wir werden uns im Rahmen des heutigen Videos die Erzählung durchlesen, wie sie im Evangelium des Markus geschrieben steht. In Kapitel 5, Vers 1 bis 20 lesen wir:

Und sie kamen ans andere Ufer des Sees in das Gebiet der Gadarener.
Und als er aus dem Schiff gestiegen war, lief ihm sogleich aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen,
der seine Wohnung in den Gräbern hatte. Und selbst mit Ketten konnte niemand ihn binden,
denn schon oft war er mit Fußfesseln und Ketten gebunden worden, aber die Ketten wurden von ihm zerrissen und die Fußfesseln zerrieben; und niemand konnte ihn bändigen.
Und er war allezeit, Tag und Nacht, auf den Bergen und in den Gräbern, schrie und schlug sich selbst mit Steinen.
Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder,
schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich mit dir zu tun? Ich beschwöre dich bei Gott, dass du mich nicht quälst!
Denn Er sprach zu ihm: Fahre aus dem Menschen aus, du unreiner Geist!
Und er fragte ihn: Was ist dein Name? Und er antwortete und sprach: Legion ist mein Name; denn wir sind viele!
Und er bat ihn sehr, sie nicht aus dem Land zu verweisen.
Es war aber dort an den Bergen eine große Herde Schweine zur Weide.
Und die Dämonen baten ihn alle und sprachen: Schicke uns in die Schweine, damit wir in sie fahren!
Und sogleich erlaubte es ihnen Jesus. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See. Es waren aber etwa 2000, und sie ertranken im See.
Die Schweinehirten aber flohen und verkündeten es in der Stadt und auf dem Land. Und sie gingen hinaus, um zu sehen, was da geschehen war.
Und sie kamen zu Jesus und sahen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, dasitzen, bekleidet und vernünftig; und sie fürchteten sich.
Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen war, und von den Schweinen.
Da begannen sie ihn zu bitten, er möge aus ihrem Gebiet weggehen.
Und als er in das Schiff trat, bat ihn der besessen Gewesene, dass er bei ihm bleiben dürfe.
Aber Jesus ließ es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Geh in dein Haus, zu den Deinen, und verkündige ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan und wie er sich über dich erbarmt hat!
Und er ging hin und fing an, im Gebiet der Zehn Städte zu verkündigen, welch große Dinge Jesus an ihm getan hatte; und jedermann verwunderte sich.

Hierbei haben wir also einen Fall, den man heutzutage mit einer psychischen Erkrankung abstempeln würde, woraufhin der Mensch in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden würde, um dort mit Beruhigungsmitteln und sämtlichen anderen Arten von Drogen betäubt zu werden.
Früher aber wussten die Leute besser darüber Bescheid, was mit solchen Leuten los ist.
Man kann sich auch ganz allgemein mal in die Situation hinein vertiefen. Jeder Mensch hatte Angst, zu den Gräbern zu gehen. Denn alle wussten, dass der Besessene dort haust, der Schreie von sich gibt und sich selbst mit Steinen schlägt. Und wenn jemand den Gräbern zu nahe kam, würde der Besessene angerannt kommen, um sich auf ihn zu stürzen. Der Besessene hatte so große Kraft, dass er bisher alle Ketten zerreißen konnte, mit welchen die ortsansässigen Menschen versucht hatten, ihn zu binden. Es hat sich also um enorme körperliche Kräfte gehandelt, was den Gedanke noch viel gruseliger machte, dem Besessenen zu begegnen. Denn wie würde man gegen einen solchen im Kampf bestehen wollen? Und so wohnte der Besessene in den Gräbern, und die Menschen in der nahegelegenen Stadt mieden ihn. Und auch die Hirten der großen Schweineherde waren gewiss nervös, wenn sie ihre Herde hüteten in der Nähe der Gräber.
Und als sie wie jeden Morgen hingehen, um die Schweine zu hüten, und wahrscheinlich in der Ferne schonwieder die Schreie des Besessenen hören, wie sie es ja schon gewohnt sind, da kommt auf einmal Jesus daher. Und der Besessene kommt auf Jesus zugerannt. Und wie nun Jesus diesen hochgradig gefährlichen Mann angerannt kommen sieht, spricht Jesus zu dem Mann: „Fahre aus dem Menschen aus, du unreiner Geist!“
Ein durchschnittlicher Mensch würde in dieser Lage wohl kaum so etwas sagen, sondern viel eher Angst bekommen. Und wie reagiert der Mann? Er kann nicht selbst reagieren, sondern die Geister in dem Mann reagieren, indem sie sich niederwerfen vor Jesus. Und dann versucht der böse Geist, der redet, Jesus eine Falle zu stellen. Denn Jesus hatte von sich selbst das Zeugnis gegeben, dass er als Retter in die Welt gekommen ist, aber nicht als Verderber. Der Geist aber sagte, Jesus solle ihn nicht quälen und ihn nicht in den Abgrund schicken. Dadurch wollte er Jesus auf dumme Gedanken bringen. Denn wenn Jesus das getan hätte, dann hätte er gegen seine eigene Lehre verstoßen. Er hatte nämlich gelehrt, dass einem selbst mit dem selben Maß zugemessen wird, wie man anderen zumisst. Und Jesus hatte in diesen Tagen noch kein Richteramt, denn er war nur ein im Fleisch wandelndes Wesen. Hätte nun Jesus den Geist in den Abgrund geschickt, dann wäre es gerecht, dass auch er selber in den Abgrund geschickt werden muss. Denn es würde bei ihm das selbe Maß angesetzt werden, mit welchem er zuvor angesetzt hatte bei dem bösen Geist. Weil aber Jesus schlauer ist als der böse Geist, lässt Jesus sich nicht zu einer Dummheit reizen, sondern er fragt den Geist nach seinem Name. Und als der Geist sich und seinen Anhang als Legion bezeichnet und Jesus sie schließlich austreibt, fahren sie in die Schweineherde, und alle Schweine geraten in Bewegung und stürzen sich in den See, wo sie ertrinken. Kann sich irgendjemand vorstellen, wie das ausgesehen haben muss? Wenn eine derart große Schweineherde sich plötzlich in den See stürzt und ihre leblosen Körper dann im Wasser umhertreiben? Für die Hirten ist das logischerweise zu viel gewesen. Deswegen flohen sie in die nahegelegene Stadt und erzählten den Stadtbewohnern, was sie gesehen hatten. Und viele wollten es mit eigenen Augen sehen, darum gingen sie zu der Weide hinaus. Und alle, die zu der Weide kamen, sahen den hochgefährlichen Besessenen, den sie alle kannten, wie er bekleidet und vernünftig vor Jesus saß. Was mag ihnen wohl in diesem Augenblick durch den Kopf gegangen sein?
Auf jeden Fall merkt man, dass sie die ganze Sache sehr gruselig fanden. Das alles war ihnen nicht geheuer, deshalb baten sie Jesus, von ihnen wegzugehen. Diese ganze Situation hatte diese Menschen merklich an ihre Grenzen gebracht, denn sowas hatten sie noch nie erlebt und auch nicht gehört.
Ganz allgemein lernen wir aber aus dieser Situation, dass man als echter Diener von Jesus, der Dämonen austreibt, den Dämonen kurze und klare Befehle erteilen muss, wenn sie widerspenstig sind. Es kann eventuell auch helfen, den jenigen Dämon, der redet, nach seinem Name zu fragen, um ihm dann persönlich zu gebieten, dass er ausfahren muss. Aber das ist nicht unbedingt notwendig, es ist eher alternativ.
Man merkt bereits an diesem Ereignis, dass nicht nur ein einzelner Dämon in einem Mensch sein kann, sondern auch mehrere, sogar ganze Legionen. Und es waren in diesem Fall genug Dämonen, um 2000 Schweine unter Kontrolle zu kriegen. Das ist ziemlich furchteinflößend. Jesus hatte aber überhaupt keine Angst. Die Dämonen in dem Mann kamen vermutlich nur aus diesem Grund auf Jesus zu, weil sie meinten, sie könnten ihm Angst einjagen, aber Jesus blieb völlig furchtlos. Und eben diese Furchtlosigkeit sollte man auch selbst bewahren, wenn man sich mit Dämonen herumärgern will.

Das zweite heftige Ereignis ist die Befreiung eines mondsüchtigen Kindes. Dabei handelt es sich um einen Knabe, der von einer äußerst mächtigen Dämonenart besessen war, wie wir gleich merken werden. Von dieser Befreiung wird auch in drei Evangelien berichtet, aber eigentlich ist nur der Bericht im Evangelium des Markus wirklich gut aufgeschrieben. Darum werden wir hauptsächlich diesen lesen. In Kapitel 9 steht Folgendes in den Versen 17 bis 29:

Und einer aus der Menge antwortete und sprach: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der hat einen sprachlosen Geist;
und wo immer der ihn ergreift, da wirft er ihn nieder, und er schäumt und knirscht mit seinen Zähnen und wird starr. Und ich habe deinen Jüngern gesagt, sie sollten ihn austreiben; aber sie konnten es nicht!
Er aber antwortete ihm und sprach: O du ungläubiges Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir!
Und sie brachten ihn zu ihm. Und sobald der Geist ihn sah, zerrte er ihn, und er fiel auf die Erde, wälzte sich und schäumte.
Und er fragte seinen Vater: Wie lange geht es ihm schon so? Er sprach: Von Kindheit an;
und er hat ihn oft ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen; doch wenn du etwas kannst, so erbarme dich über uns und hilf uns!
Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du glauben kannst – alles ist möglich dem, der glaubt!
Und sogleich rief der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!
Da nun Jesus eine Volksmenge herbeilaufen sah, befahl er dem unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre aus von ihm und fahre nicht mehr in ihn hinein!
Da schrie er und zerrte ihn heftig und fuhr aus; und er wurde wie tot, sodass viele sagten: Er ist tot!
Aber Jesus ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf.
Und als er in ein Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren außer durch Gebet und Fasten.

An Vers 29 merken wir eindeutig, dass es teilweise sehr mächtige Arten von Dämonen gibt, die durch nichts Anderes ausfahren außer durch Gebet und Fasten. Im Zusammenhang damit können wir uns auch mal anschauen, wie dieser Teil im Evangelium des Matthäus berichtet wird. Es steht geschrieben in Kapitel 17, Vers 19 bis 21:

Da traten die Jünger allein zu Jesus und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Unglaubens willen! Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Berg sprechen: Hebe dich weg von hier dorthin!, und er würde sich hinwegheben; und nichts würde euch unmöglich sein.
Aber diese Art fährt nicht aus außer durch Gebet und Fasten.

Dieser Teil ist auf eine bestimmte Art sehr wertvoll. Denn wir können durch diese Worte ein besseres Verständnis dafür entwickeln, was mit echtem Glaube gemäß Gottes Definition gemeint ist. Die Menschen denken immer, Glaube würde bedeuten, dass man nur ganz fest von einer Sache überzeugt sein muss und dann klappt sie auch, weil die Gedanken das Leben bestimmen würden. Und es ist zwar richtig, das zum Glauben auch dazu gehört, keine Angst zu haben und keinen Zweifel in sein Herz zu lassen, aber man darf nicht den Fehler machen, zu denken, dass es nur mit Überzeugung allein zu tun hat. Diesen Fehler hatte ich auch selbst am Anfang gemacht und damit das Wort Glaube nicht genau genug definiert. Denn es ist zwar wichtig, dass man nicht zweifelt, aber woran genau darf man denn nicht zweifeln? Soll man etwa so verrückt sein, niemals daran zu zweifeln, dass man alles tun kann, was einem in den Sinn kommt? Ganz sicher nicht! Das wäre kein Glaube, der aus Gott kommt, sondern Glaube, der aus der Sünde kommt. Echter Glaube bedeutet, dass man aus Überzeugung die Werke des Glaubens tut, aus dem Glaube heraus. Und Jesus nennt an dieser Stelle zwei Werke des Glaubens. Denn ungeheucheltes Fasten ist ein Werk des Glaubens. Und ungeheucheltes Beten ist ebenfalls ein Werk des Glaubens. Und die Jünger von Jesus hatten keinen Glauben, weil sie keine Werke des Glaubens taten. Denn sie fasteten überhaupt nicht, wie man es zum Beispiel in Kapitel 9 in Vers 14 erfährt. Und die Jünger beteten sehr wenig, denn als sie zum Beispiel mit Jesus auf dem Berg waren und Jesus verklärt wurde, da waren sie eigentlich hinaufgestiegen, um zu beten. Und wir lesen im Evangelium des Lukas in Kapitel 9, dass sie während dem Beten einschliefen. Jesus hingegen verbrachte ganze Nächte hindurch im Gebet, und er hatte zum Beispiel während seiner Wüstenwanderung 40 Tage am Stück gefastet, was allerdings ohne die Erfüllung mit dem Heiligen Geist nicht geklappt hätte. Diese Werke geben Zeugnis von seinem Glaube, das Verhalten der Apostel gab jedoch Zeugnis davon, dass sie keinen Glaube haben, nichtmal so groß wie ein Senfkorn. Wenn aber jemand im Glaube wandelt, so werden auch großartigere Dinge durch diesen Mensch gewirkt werden als durch einen, der durch seinen Lebenswandel zeigt, dass ihm der echte biblische Glaube fehlt. Und als Jesus zum Beispiel gefragt wurde, warum seine Jünger nicht fasten, da nahm er sie zwar in Schutz, weil sie wohl noch nicht so weit waren, aber gleichzeitig schien er sich ein wenig darüber zu ärgern. Denn er gab ja nach der Befreiung des mondsüchtigen Knaben seinen Aposteln das Zeugnis, dass ihr Glaube nichtmal so groß wie ein Senfkorn ist. Und wenn ein Mensch daran zweifelt, dass beispielsweise ungeheucheltes Beten und ungeheucheltes Fasten zum Glaube dazugehört, dann kann dieser Mensch folglich auch keinen echten Glaube aufbauen, sondern sein Glaube bleibt kleiner als ein Senfkorn. Genau so schlimm ist es aber bei Menschen, die nur Fasten oder Beten, um ihre Mitmenschen zu beeindrucken, denn dies ist Heuchelei, die vor Gott nichts nützt, und auch solche haben, obwohl sie die Werke tun, keinen Glaube.

Vielleicht erinnert ihr euch aber auch an das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner, wo der Pharisäer sich selbst lobt, weil er fastet und den Zehnten bezahlt, während er andere Menschen verachtet. Der Zöllner aber erkennt, dass er schlimm dran ist und bittet um Gnade hinsichtlich seines bisherigen Wandels, und Jesus sagt, dass der Zöllner besser gebetet hat als der Pharisäer. Das hat Jesus nicht gesagt, weil es falsch sei, zu fasten oder den Zehnten zu bezahlen. Im Gegenteil. Wenn man an zwei ausgewählten Tagen in der Woche freiwillig fastet, aber nicht am Sabbat, dann zeugt das von Glaube. Der Fehler des Pharisäers lag nicht dabei, dass er gefastet hatte und den Zehnten zahlte, sondern der Fehler des Pharisäers war, dass er allein wegen diesen zwei Werken meinte, er sei vollkommen gerecht. Das ist sein Fehler, denn zu vollkommener Gerechtigkeit gehört nicht nur bewusstes, vernunftgeleitetes Fasten und das Bezahlen des Zehnten an eine Gott wohlgefällige Vereinigung, sondern auch wenn diese Dinge gut sind, so sind solche Werte wie Demut, Barmherzigkeit, Friedfertigkeit und Aufrichtigkeit deutlich wichtiger, und daran mangelte es dem Pharisäer. Und wer das Größere nicht hat, der braucht sich auf das Kleinere nichts einzubilden.

Bevor wir aber die Situation der Befreiung etwas genauer beleuchten, möchte ich euch mal kurz einige Zitate zeigen, welche belegen, dass Jesus einen sehr, sehr großen Glaube hatte. Die folgenden vier Zitate sind es, die dies bezeugen:

Es geschah aber in jenen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten; und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott. (Lk 6,12)

Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin. (Joh 15,10)

Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.
Und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist. Darum, was ich rede, das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat. (Joh 12,49-50)

Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm. (Joh 7,18)

Das erste Zitat bezeugt, dass Jesus so viel wie nur möglich den Kontakt zu Gott gesucht hat, und zwar durch Beten. Das zweite Zitat bezeugt, dass Jesus die Gebote Gottes allezeit eingehalten hat. Das dritte Zitat bezeugt, dass Jesus nicht die Worte geredet hat, die er aus seinem eigenen Herzen heraus am liebsten gesagt hätte, sondern immer das, was Gott gebietet. In gleicher Weise war es mit seinen Werken, denn Jesus redete nicht nur ausschließlich das, was Gott wollte, sondern Jesus tat auch immer nur das, was Gott ihm befahl. Und das vierte Zitat bezeugt, dass Jesus sich in keiner Weise um seine eigene Ehre kümmerte, weil er allezeit nur wollte, dass Gott Ehre empfängt, aus reinem Herzen. Dies sind wichtige Werke des Glaubens, und dadurch war der Glaube von Jesus riesig.
Man darf aber auch nicht den Aspekt außer Acht lassen, dass Jesus seinen Aposteln persönlich die Vollmacht übertragen hatte, Dämonen auszutreiben. Wenn die Apostel einmal diese Vollmacht bekommen haben, dann sollten sie diese auch benutzen und nicht daran zweifeln. Denn wozu soll denn eine Vollmacht gut sein, die man nicht benutzt, sobald man sie empfangen hat?

Lasst uns nun aber mal einen genaueren Blick auf die Befreiung des besessenen Kindes richten! Der Vater hat um die Befreiung gebeten, aber auch dieser hatte keinen Glaube. Er machte aber zumindest einen bereitwilligen Eindruck, darum wollte Jesus helfen. Und der Geist riss den Knabe nieder, als er Jesus sah. Er wollte also Jesus zeigen, dass er nicht vorhat, den Knabe einfach loszulassen. Aber Jesus ließ sich davon nicht beeindrucken. Und als Jesus dem Geist befahl, auszufahren, fing der Geist an, zu schreien. Und er zerrte den Knabe heftig hin und her, musste aber letztlich doch ausfahren.
Desweiteren lesen wir davon, dass der Knabe nach der Austreibung da lag, als wäre er tot. Hier lernen wir von Jesus: Aufgeben wäre das Schlimmste, was man tun kann. Stattdessen muss man so lange dran bleiben, bis alles wieder gut ist, wenn die Sache einmal angefangen hat. Und wenn der Mensch den Anschein macht, er wäre gestorben, dann ergreift man eben seine Hand und betet für seine Wiederbelebung. Man muss allezeit die Absicht verfolgen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, und man darf Menschen, für die man gebetet hat, nicht einfach dem Tod überlassen. Jesus hat das Leben in sich selbst, denn Gott hat es ihm verliehen.
Ich frage mich aber auch, wie der Junge von einer derart mächtigen Dämonenart besessen sein konnte. Da muss ja etwas richtig Finsteres in der Familie geschehen sein. Aber die Bibel gibt darüber keinerlei Aufschluss.

Als nächstes schauen wir uns eine Situation an, in welcher ein Dämon, nämlich ein sogenannter Geist der Krankheit, einer Frau einen schlimmen körperlichen Zustand beschert hatte. Wir lesen darüber Folgendes im Evangelium des Lukas, Kapitel 13, Vers 10 bis 13:

Er lehrte aber in einer der Synagogen am Sabbat.
Und siehe, da war eine Frau, die seit 18 Jahren einen Geist der Krankheit hatte, und sie war verkrümmt und konnte sich gar nicht aufrichten.
Als nun Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit!
Und er legte ihr die Hände auf, und sie wurde sogleich wieder gerade und pries Gott.

Die Frau hat Gott gepriesen, als sie geheilt war. Das ist ein wichtiges und sehr erfreuliches Detail. Unser Vater im Himmel verdient großen Dank und ein aufrichtiges Lob von jedem einzelnen Mensch, den er heil oder frei werden ließ, denn theoretisch verdienen wir Menschen das gar nicht. Wir lesen hier aber spezifisch davon, dass diese Frau einen Geist der Krankheit hatte, also einen dämonischen Geist. Und sie war sehr verkrümmt, sodass sie sich gar nicht aufrichten konnte. Das war wohl ein sehr elendiger und bedauerlicher Anblick, und es war bestimmt sehr schwierig für sie, in so einer Verfassung den Alltag zu bewältigen. Deswegen hatte Jesus auch so großes Mitleid mit ihrer Verfassung und legte ihr die Hände auf. Und der Geist fuhr diesmal aus, ohne Widerstand zu leisten. Vermutlich war es eher eine von den schwachen Dämonen arten, die sofort verschwinden, wenn sich etwas Heiliges nähert.
Es stellt sich aber auch ein wenig die Frage, warum der Satan ein so großes Anrecht an der Frau hatte, dass er ihr einen bösen Geist anhaften durfte, welcher sie so übel zurichtete. Sowas geschieht eigentlich nur, wenn man Sünden verübte, die ein wirklich schlimmer Gräuel für Gott sind, wie zum Beispiel Götzendienst, Zauberei, Wahrsagerei oder Geisterbefragung, oder Unzucht, oder andere Dinge, die mir gerade nicht einfallen, aber die auch ein übler Gräuel für Gott sind. Und wenn das nicht der Fall ist, dann kann es eigentlich nur daran liegen, dass eine Art Generationsfluch auf dieser Person liegt und sie durch die Missetaten ihrer Eltern auch selbst in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber auch in so einem Fall ist der Name Jesus mächtig genug, um jedem Mensch Freiheit zu schenken, der die Sünde verweigert. Jesus hat auch in Vers 16 die Bemerkung gemacht, dass diese Frau, eine Tochter Abrahams, schon 18 Jahre vom Satan gebunden war. Das deutet ziemlich stark an, dass der Teufel an der obersten Spitze seines Reiches buchstäblich Macht über Besessene hat und sie wie Gefangene hält.

Eine weitere Austreibung wird im neunten Kapitel vom Evangelium des Matthäus berichtet, jedoch diesmal ohne genauere Details. Es steht geschrieben in den Versen 32 bis 34:

Als sie aber hinausgingen, siehe, da brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und besessen war.
Und nachdem der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und die Volksmenge verwunderte sich und sprach: So etwas ist noch nie in Israel gesehen worden!
Die Pharisäer aber sagten: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus!

Interessant ist hier wohl die Bemerkung, dass so etwas vorher noch nie in Israel gesehen worden war. Auch das zeigt wieder, dass Menschen erschrecken können, wenn sie Austreibungen beobachten. Und die Pharisäer, die einen Hass gegen Jesus hegten, nahmen das ein weiteres Mal zum Anlass, um zu behaupten, Jesus wäre selber von dem Dämonenfürst Beelzebul besessen und nur deshalb würden Dämonen seine Befehle befolgen. Und es gab sogar andere Situationen, in denen die Menschen Jesus unterstellten, dass dieser von einem Dämon besessen ist. Aber nicht wegen Austreibungen, sondern weil Jesus Worte redete, die die Menschen nicht verstanden. Allein weil sie zu stumpfsinnig sind, um zu erkennen, was Jesus ihnen sagen will, geben sie ihm für alles die Schuld und meinen, Jesus wäre dämonisch besessen und redet deshalb in Gleichnissen. Dieses peinliche Verhaltensmuster lässt sich leider bis zum heutigen Tag in der Menschheit wiederfinden, und wir schauen uns mal kurz die zwei Stellen aus dem Evangelium des Johannes an, wo das passierte. Es steht geschrieben in Kapitel 8, Vers 46 bis 48:

Wer unter euch kann mich einer Sünde beschuldigen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?
Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.
Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast?

Samariter waren Menschen, die den jüdischen Glaube nicht annehmen wollten, wie er sich gehört, und deswegen waren sie bei den Juden verachtet. Jesus nun, der in dieser Situation versucht hat, den Menschen zu erklären, dass sie frei von der Sünde werden müssen, weil sie momentan sündig wandeln, wurde deshalb von den Menschen beschimpft und sie unterstellen ihm, dass er einen Dämon hat. Das ist eine sehr erschreckende Frechheit, dass die Menschen dem Sohn Gottes unterstellen, er wäre von einem Dämon besessen.

Ähnliches passiert in einer anderen Situation, die in Kapitel 10 beschrieben wird. Dort lesen wir in den Versen 14 bis 20:

Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt,
gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.
Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme.
Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.
Da entstand wiederum eine Spaltung unter den Juden um dieser Worte willen;
und viele von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen, weshalb hört ihr auf ihn?

Hier versucht Jesus zu erklären, dass er all denen ein guter Anleiter und Hüter sein wird, die ihm nachlaufen und sich von ihm ganz anleiten lassen hinsichtlich dem, was er gebietet, anstatt den eigenen Vorlieben oder schlechten Vorbildern zu folgen. Aber auch diesmal begreifen die Menschen es in keiner Weise und sagen deshalb, dass Jesus nicht weiß, wovon er redet, und dass er von einem Dämon besessen sei. Dieses Verhalten ist echt schäbig.

Nachdem wir nun diese zwei Situationen begutachtet haben, in denen Jesus unverschähmterweise die Unterstellung hören musste, er sei von einem Dämon besessen, wollen wir uns kurz mit noch zwei anderen Kleinigkeiten zum Thema Dämonen befassen.
Ihr wisst bestimmt, dass sich der Ruf von Jesus ziemlich schnell verbreitete und dass deswegen bald große Volksmengen an ihm hingen, die seiner Lehre lauschten und über die Wunderzeichen staunten, die Gott in seiner Nähe tat. Und es sieht ganz so aus, als hätte es einen einzelnen Mann gegeben, der an Jesus glaubte, und wegen seinem Glaube begann er einfach damit, allein durch die Gegend zu wandern und Dämonen aus Menschen auszutreiben im Namen von Jesus Christus.
Nun wollten Johannes und die anderen Apostel auf diesen Mann Gruppenzwang ausüben, indem sie ihn überzeugen wollten, er müsse mit ihnen zusammen Jesus nachfolgen, ansonsten wäre es nicht recht, dass er Dämonen austreibt. Und es ist interessant, zu erfahren, wie Jesus darauf reagierte, als es ihm erzählt wurde.
Man kann von diesem Detail sowohl bei Markus als auch bei Lukas lesen. Im Evangelium des Lukas steht darüber Folgendes in Kapitel 9, Vers 49 und 50:

Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand, der in deinem Namen die Dämonen austrieb, und wir wehrten es ihm, weil er dir nicht mit uns nachfolgt.
Und Jesus sprach zu ihm: Wehrt ihm nicht! Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

Die größte Ironie in dieser Situation ist, dass Jesus in genau diesem Moment gerade versucht hatte, den Aposteln begreiflich zu machen, wie kostbar ein demütiges Herz im Reich Gottes ist. Und ausgerechnet in diesem Moment macht Johannes eine derart protzige Bemerkung, was vermuten lässt, dass er Jesus gar nicht richtig zuhörte. Die Reaktion von Jesus ist aber wirklich bemerkenswert. Er sagt, man soll einem solchen Mensch nicht wehren. Also mit anderen Worten: Es ist doch egal, ob der Mensch zur Gruppe gehört, so lange er durch sein Tun das Reich Gottes verherrlicht.

Und zuguterletzt möchte ich noch die Tatsache erwähnen, dass eine Frau namens Maria Magdalena, welche eine Dienerin von Jesus war, zuvor sieben Dämonen in sich hatte, die Jesus austrieb. Von dieser Tatsache geben zwei Evangelien Zeugnis. Im Evangelium des Lukas steht in Kapitel 8, Vers 1 bis 3:

Und es geschah danach, dass er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog, wobei er das Evangelium vom Reich Gottes verkündigte; und die Zwölf waren mit ihm,
und auch etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren,
und Johanna, die Frau Chusas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihm dienten mit ihrer Habe.

Hier erkennen wir in Vers 2 das Zeugnis, dass von ihr sieben Dämonen ausgefahren waren, und im Evangelium des Markus steht Folgendes in Kapitel 16, Vers 9:

Als er aber früh am ersten Tag der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.

Diese Worte sprechen deutlich für sich selbst.

Nach all diesen nützlichen Entdeckungen wollen wir uns nun noch ein bisschen über die Unterscheidung zwischen dem Heiligen Geist und bösen Geistern unterhalten. Ich werde euch das Wichtigste zuerst sagen, nämlich woran man einen Diener des Teufels erkennt, der falsch unter den Name Jesus Christus auftritt, um Menschen mit Dämonen zu belasten. Folgende Kennzeichen lassen sich bei diesen sprichwörtlichen Wölfen im Schafspelz beobachten:

- ein Teufelsdiener redet sehr, sehr viel davon, dass man nur glauben muss, so als könnte man mit seinen eigenen Gedanken die Realität verändern oder als würde Gott alles tun, was der Mensch verlangt
- ein Teufelsdiener redet beim Beten mit einer aggressiven Stimme, besonders in dem Moment, wenn er den Name Jesus ruft
- Menschen in der Nähe des Teufelsdieners werden von Geistern ergriffen, ohne dass zuerst für sie gebetet wurde
- Menschen, die von den bösen Geistern überwältigt wurden, haben nach dem angeblichen Empfang des Heiligen Geistes, wenn ihnen gesagt wird, dass sie den Heiligen Geist nun haben, plötzlich an ihrem Körper Zuckungen wie bei einem Mensch, der von Epilepsie geplagt ist
- Menschen, die von bösen Geistern überwältigt werden, geben nachdem sie angeblich den Heiligen Geist empfangen haben, Tiergeräusche von sich, oder Geräusche, die ähnlich denen der Tiere sind
- ein Teufelsdiener wird behaupten, dass Gott durch den Heiligen Geist Menschen ohne Vorwarnung tötet, die um Heilung baten, um sie nach Hause zu holen
- Teufelsdiener behaupten sehr oft, Gott würde uns finanziellen Segen und einen gut bezahlten Arbeitsplatz schenken, sowie Anerkennung in der Gesellschaft
- ein Teufelsdiener verdreht beim Predigen das Wort Gottes in seiner Bedeutung mit leicht durchschaubaren Fehlinterpretationen
- ein Teufelsdiener stellt die Geisteswirkungen bei seinem Dienst sehr stark in den Vordergrund, redet wenig von Buße und ermutigt niemals die Menschen zu einem heiligen Lebenswandel, denn dadurch würde er das Wirken der bösen Geister gefährden
- ein Teufelsdiener, der falsch unter dem Name Jesus Christus auftritt, führt selbst ein Leben außerhalb der Gebote Gottes, meistens verfügen diese Leute auch über einen überdurchschnittlichen finanziellen Wohlstand

Diese Kennzeichen sollten euch dabei helfen, zu erkennen, ob ihr einen Diener des Bösen vor euch habt, der falsch unter dem Name Jesus Christus auftritt. Denn es ist möglich, dass Diener des Satans den Name Jesus aussprechen, und viele von denen kennen die Bibel deutlich besser als moderne Christen, obwohl sie falsch über die Bibel predigen. Das echte Wirken des Heiligen Geistes erkennt man aber daran, dass es nur beim Beten geschieht, aber nicht ohne Gebet, und dass es sanftmütig verläuft, und dass die Menschen nach der Austreibung wirklich frei sind und das auch merken, also dass ein deutlicher Unterschied zum vorherigen Zustand wahrgenommen wird, und zwar im positiven Sinne, denn sie haben tiefen Frieden und Leichtigkeit. Es kann auch manchmal passieren beim Wirken des echten Heiligen Geistes, dass Menschen unter der Kraft des Geistes umfallen, und es ist egal, in welche Richtung sie dabei fallen. Wenn viel in dem Körper geheilt werden muss, oder wenn besonders starke Arten von Dämonen herausgeholt werden müssen, dann tut Jesus das manchmal auf diese Art, dass er die geplagten Menschen unter der Kraft des Heiligen Geistes umfallen lässt, und diese können sich dann für kurze Zeit auch nicht mehr bewegen, bis sie geheilt und gereinigt sind, danach aber werden sie wieder im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten sein. Und sie werden sich deutlich besser fühlen als vorher. Wenn aber dies geschehen ist, so muss der Mensch beginnend ab diesem Tag regelmäßig beten, und für alle noch nicht bereuten Sünden einzeln Jesus um Vergebung bitten, und möglichst gar nicht mehr sündigen. Denn ansonsten bleibt die geschenkte Freiheit nur eine kurze Zeit bestehen, da die bösen Geister versuchen werden, zurückzukommen. Und sie können nicht in den Körper eindringen, wenn der Körper rein bleibt, inklusive der Gesinnung des Menschen. Ist aber der Mensch wieder durch Sünde verunreinigt, dann kommen Dämonen erfolgreich zurück und bleiben.

Wenn aber jemand Dämonen austreibt oder Wunder tut, dann darf er niemals meinen, er würde allein dadurch in das Reich Gottes eingehen. Denn Werke retten uns nicht, sondern egal wie groß auch unsere Werke sind, die wir als pure Selbstverständlichkeit leisten: Wir müssen uns selbst reinigen von unserer eigenen Sünde. Und wenn jemand sich weigert, von der Sünde abzulassen und glaubt, seine Werke, die er im Namen unseres Herrn Jesus Christus tut, würden ihn rechtfertigen, dann wird mit diesem Mensch genau das passieren, was Jesus gepredigt hat im Evangelium des Matthäus, Kapitel 7, Vers 22 und 23. Folgendes lesen wir dort:

Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr! Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?
Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!

Darum achtet darauf, dass ihr tut, was Jesus euch als Dienst aufträgt, damit ihr treue Diener sein könnt, aber achtet noch stärker darauf, dass euer Herz ganz rein wird von Sünde, wie geläutertes Gold, wo keine Verunreinigung mehr gefunden wird.
Genau so hat Jesus ja auch den siebzig Jüngern, die in seinem Namen Dämonen austreiben konnten, gesagt, dass sie sich nicht darüber freuen sollen, wie ihnen die Dämonen unterliegen, sondern viel mehr sollen sie sich freuen, wenn ihre Namen im Himmel aufgeschrieben sind. Denn es ist wichtiger, in den Himmel zu kommen, als das Treiben auf der Erde zu bestaunen.
Wenn ihr aber aufrichtig betet und Dämonen austreibt, aber eure Mitmenschen bekommen Angst und meinen, ihr würdet vom Satan sein, obwohl ihr aufrichtig handelt, dann bleibt geduldig und verwundert euch nicht. Denn wenn unser Meister Jesus beschuldigt wurde, von Beelzebul besessen zu sein, dann muss leider damit gerechnet werden, dass den Dienern von Jesus das Gleiche passieren wird. Konzentriert ihr euch immer darauf, was aus der Person wird, für die ihr betet! Denn wenn diese hinterher frei und unbeschwert ist, dann kann euer Tun unmöglich vom Satan sein.

Das war soweit alles aus den Evangelien zum Thema Dämonen. Es gibt auch noch eine Erzählung in der Apostelgeschichte in Kapitel 16, wie Paulus einen Wahrsagegeist ausgetrieben hat, und es wird auch an anderen Stellen sehr kurz angemerkt, wie die Dämonen machtlos waren vor den treu handelnden Jüngern, aber das können wir uns sparen.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Text zu "Bemerkenswerte Zitate vom Buch Henoch"

Text zu "Das Buch Henoch - Die gefallenen Engel und die Nephilim"

Text zu "Bibellehre - Die Jahre der Könige von Juda"