Text zu "Bibellehre - Das Buch des Predigers"
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Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
In diesem Video
werden wir uns mit dem Buch des Predigers beschäftigen, welches auf
seine eigene Art sehr wertvoll ist. Und zwar nicht, weil jedes Wort
darin wahr und von göttlicher Weisheit erfüllt sei, sondern weil
die Worte dieses Buches eine höhere Wahrheit aufzeigen, die man nur
erkennt, wenn man den Hintergrund dieses Buches gedanklich erfassen
kann.
Um zu begreifen,
warum die Worte dieses Buches keine göttlich korrekte Wahrheit sind,
aber Gott uns trotzdem dadurch die Wahrheit auf eine einzigartige
Weise vermittelt, muss man sich zuerst mal eine wichtige Frage
stellen. Und diese Frage lautet:
Wodurch bekommt man
eigentlich das große, absolute Glück im Leben?
Manche Menschen
schwelgen in Gedanken darüber, was sie in ihrem Leben alles
bräuchten, um wirklich glücklich zu sein und nie wieder unglücklich
zu werden. Einige würden sagen, dass dabei Frieden ausreichend ist.
Andere würden sagen, dass sie ein lustvolles Leben und am liebsten
mehrere anregende Liebesbeziehungen bräuchten, um wirklich glücklich
zu sein. Wieder andere würden sich an Macht erbauen wollen und als
ein König über ein ganzes Land regieren, vielleicht sogar über die
ganze Welt. Manche andere Leute würden besonders gerne beliebt bei
den Menschen sein und gar keine Feinde haben, sondern berühmt sein
und von allen bewundert werden. Wieder andere brauchen Derartiges
überhaupt nicht und suchen einfach nur nach möglichst viel
Familienglück, und so lange jeder in der Familie gesund und munter
ist, freuen sie sich. Einige andere aber stellen all dies hinten an
und erbauen sich an Wissen, sie erforschen gerne Dinge und wollen
Weisheit erlangen, sie können nie genug Neues erfahren und nie tief
genug graben, um Dinge zu durchschauen. Deswegen wäre ein besonders
großes Maß an Wissen und Weisheit für diese Leute am wichtigsten.
Und es gibt auch reichlich Leute, die denken, dass Geld glücklich
macht, weil man großen Reichtum braucht, um die ganze Welt mit allem
entdecken zu können, was sie zu bieten hat, um alles mal
auszuprobieren. Alle Speisen essen, alle Länder sehen, allen Arten
von Menschen begegnen, alle Beschäftigungen mit Erfolg absolvieren
und ein Sieger sein, großartige Städte bereisen und auch selbst
prunkvolle Häuser bauen, und komplexe Geräte und sonstiges, was ein
Mensch sich einfallen lassen kann. Vielleicht würde man das große
Glück bekommen und in endloser Freude bleiben, wenn man genug
Reichtum hätte, um sich all dies leisten zu können. Oder vielleicht
kommt das große Lebensglück auch einfach dadurch, dass man immer
wieder spannende Dinge erlebt, sieht oder hört.
Um die große
Offenbarung hinter dem Buch des Predigers begreifen zu können,
müssen wir zuerst erkennen, dass es in unserer Welt schonmal einen
Mann gab, der all dies hatte. Und zwar den König Salomo. Dieser
hatte unermesslichen Reichtum, welcher immer größer wurde. Er wurde
immer wieder mit den verschiedensten Dingen beschenkt. Und er hatte
großes Wissen und vortreffliche Weisheit, wie es seinesgleichen
nicht gab auf der gesamten Erde. Ihm ist nichts verwehrt gewesen.
Alles, was es auf Erden irgendwie zu genießen gab, das genoss er.
Und er hatte insgesamt mindestens 1000 Frauen geheiratet. Er hatte
also übertrieben viel Erfahrung mit dem, was die Menschen als
Verliebtsein bezeichnen, und er hat die Gedanken des Verliebtseins ja
auch in seinem Hohelied niedergeschrieben, wodurch bewiesen wird,
dass er mit der sogenannten Liebe bestens vertraut war. Und an der
Befriedigung von Lust mangelte es ihm mit seinen tausend Frauen also
auch ganz sicher nicht, sondern er konnte sich völlig mit Liebe
berauschen so viel er wollte. Alles, was ein Mann, der kein
Psychopath ist, sich jemals in seinem Leben wünschen könnte, das
hatte Salomo gehabt. Und zwar restlos. Es gab nichts auf Erden, was
ihm verwehrt war.
Er hat ja sogar das
Okkulte erforscht, denn seine Frauen verleiteten ihn zu
Götzendiensten und allem, was damit einhergeht. Also auch mit
übernatürlichen Dingen, die für ungefestigte Menschen sehr
spannend sind, hatte er Erfahrungen gemacht.
Als aber Salomo alt
geworden war, da schrieb er das Buch des Predigers. Und was dieser
Mann aufgeschrieben hat, der ein vollkommen luxuriöses Leben führte
und dem es an gar nichts mangelte, das wollen wir jetzt herausfinden,
um zu sehen, ob Salomo das große Glück gefunden hat. Denn wenn es
überhaupt einen Mensch gab, der alles besaß, was glücklich machen
soll, dann wohl Salomo. Demnach müsste in seinem Buch nun eine große
Lobeshymne auf das Leben stehen. Denn ihm stand alles offen und ihm
waren bei allem, was in dieser Welt ist, keine Grenzen gesetzt. Somit
werden wir jetzt wohl eine Beschreibung davon hören, wie wunderbar
es sich anfühlt und was für eine riesige Freude es ist, das ganz
große Lebensglück zu genießen ohne Ende.
Folgendes hat Salomo
aufgeschrieben in Kapitel 1, Vers 1 bis 8:
Die Worte des
Predigers, des Sohnes Davids, des Königs in Jerusalem:
O Nichtigkeit der
Nichtigkeiten!, spricht der Prediger. O Nichtigkeit der
Nichtigkeiten! Alles ist nichtig!
Was bleibt dem
Menschen von all seiner Mühe, womit er sich abmüht unter der Sonne?
Ein Geschlecht geht
und ein anderes Geschlecht kommt; die Erde aber bleibt ewiglich!
Die Sonne geht auf,
und die Sonne geht unter; und sie eilt an ihren Ort, wo sie wieder
aufgehen soll.
Der Wind weht gegen
Süden und wendet sich nach Norden; es weht und wendet sich der Wind,
und zu seinen Wendungen kehrt der Wind wieder zurück.
Alle Flüsse laufen
ins Meer, und das Meer wird doch nicht voll; an den Ort, wohin die
Flüsse einmal laufen, laufen sie immer wieder.
Alle Worte sind
unzulänglich, der Mensch kann es nicht in Worten ausdrücken; das
Auge sieht sich nicht satt, und das Ohr hört nie genug.
Sonderlich glücklich
klingen diese Worte nicht gerade, oder? Nachdem Salomo mit fast
unvorstellbarem Überfluss ausgestattet war und in vielerlei Hinsicht
reich war in dieser Welt, sagt er trotzdem: Alles ist nichtig.
Das ist das Ergebnis
seines Reichtums, seiner Frauen, seiner Weisheit und seiner
großartigen Leistungen in der Welt. Es sind die Gedanken, die ihm
aufkommen, nachdem er alles erlangt und ausprobiert hat, wovon die
Menschen sonst nur träumen. Und alles, was er durch hat, während er
sich besonders durch seine Frauen von Gott entfremdete, hat ihn auch
stark in weltliches Denken abdriften lassen. Er ist längst nicht
mehr so sehr mit dem Geist Gottes erfüllt, wie er einmal war, und er
scheint teils in Verzweiflung zu schreiben.
Er äußert übrigens
auch einen Trugschluss, denn er behauptet, dass die Erde ewig bleiben
würde, aber wir wissen dank der Offenbarung, dass dies überhaupt
nicht stimmt. Und wenn die jetzige Erde ewig bleiben würde mit all
dem Verderben, in dem sie sich befindet, dann wäre das auch höchst
bedauerlich.
Ein ziemlich
bemerkenswerter Spruch steht aber im nächsten Vers. Wir lesen
folgende Worte in Vers 9:
Was einst gewesen
ist, das wird wieder sein, und was einst geschehen ist, das wird
wieder geschehen. Und es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Diese Aussage ist
außergewöhnlich. Wenn man davon ausgeht, dass es stimmt, dann hat
es alles bereits in sehr alten Zeiten schon mal gegeben. Auch Autos
und Computer und Flugzeuge und dergleichen. Ich bin mir nicht sicher,
ob man das wirklich glauben sollte, aber es ist ein interessanter
Gedanke. In den Versen 10 und 11 schreibt Salomo dazugehörig
Folgendes:
Kann man von
irgendetwas sagen: »Siehe, das ist neu«? Längst schon war es in
unbekannten Zeiten, die vor uns gewesen sind!
Man gedenkt eben an
das Frühere nicht mehr, und auch an das Spätere, das noch kommen
soll, wird man nicht mehr gedenken bei denen, die noch später kommen
werden.
Hier betont er auch,
wie in dieser Welt alles in Vergessenheit gerät, besonders so, wie
es wirklich im Original gewesen ist. Denn an vieles, was war,
erinnert man sich heute gar nicht mehr, und viele Dinge passieren,
ohne dass jemals die Menschheit insgesamt darauf aufmerksam wird. Und
alles, wovon gesagt wird, dass es über viele Jahrzehnte und
Jahrhunderte hindurch bewahrt wurde, das muss nicht zwangsläufig
genau so sein, wie es am Anfang war. Darum hat sozusagen jeder
Zeitraum seine eigenen Besonderheiten, aber es wird für diese Welt
nichtig in der Zukunft sein und es galt gar nichts in der
Vergangenheit.
Salomo schreibt
weiterhin in den Versen 12 bis 14:
Ich, der Prediger,
war König über Israel in Jerusalem.
Ich richtete mein
Herz darauf, mit Weisheit alles zu erforschen und zu ergründen, was
unter dem Himmel getan wird. Das ist ein mühseliges Geschäft, das
Gott den Menschenkindern gegeben hat, damit sie sich mit ihm plagen
sollen.
Ich beobachtete alle
Werke, die getan werden unter der Sonne, und siehe, es war alles
nichtig und ein Haschen nach Wind!
Wenn hier Salomo
alles nichtig nennt, dann bezieht er sich dabei hauptsächlich auf
Beständigkeit, auf dauerhaften Nutzen. Denn die Dinge in der Welt
dienen alle nur einem Augenblick, und manche einer längeren Zeit,
aber danach wird es sich immer anfühlen, als wären sie mittlerweile
belanglos. Wenn man sich den Lohn erarbeitet hat, um sich einen
ganzen Tag lang ernähren zu können, so nützt es am zweiten Tag
nichts mehr. Wenn man aber Vorräte für viele Tage angelegt hat, und
sie verderben, oder werden zerstört oder geraubt, so hat man auch
davon keinen Nutzen, und es erweist sich als nichtig. Wenn man ein
schwieriges Handwerk erlernt hat, aber es ist keiner mehr da, der das
Handwerk benötigt, so ist das Gelernte nichts mehr wert. Und wenn
man mit eigener Kraft Dinge bauen kann, so ist das alles nichts mehr
wert, wenn man alt und gebrechlich geworden ist, denn man kann es
dann nicht mehr tun. Darum erkennt Salomo, dass alle Werke, die man
um seines Lebens in der Welt willen tut, auf Nichtigkeit
hinauslaufen.
In den Versen 15 bis
17 schreibt er:
Krumme Sachen kann
man nicht gerade machen, und die, welche fehlen, kann man nicht
zählen.
Da redete ich mit
meinem Herzen und sprach: Siehe, nun habe ich mir mehr und größere
Weisheit angeeignet als alle, die vor mir über Jerusalem herrschten,
und mein Herz hat viel Weisheit und Wissenschaft gesehen;
und ich richtete
mein Herz darauf, die Weisheit zu erkennen, und zu erkennen, was
Tollheit und Unverstand sei; aber ich habe auch das als ein Haschen
nach Wind erkannt.
Hier wird es noch
ernüchternder. Salomo sagt, dass er sogar das Erkennen der Dinge mit
Weisheit als eine Nichtigkeit betrachtet. Der arme Kerl wusste leider
nichts von Jesus, denn Jesus war in diesen Tagen noch nicht auf der
Erde gewesen. Und die Weisheit, welche Salomo bekommen hatte, zu
welcher aber die Weisheit von Jesus nicht hinzugefügt war, brachte
ihn letztlich zu dem Schluss, dass sogar diese Weisheit an sich
nichtig ist. Das ist schwere Kost.
Bemerkenswert ist
auch die Andeutung in Vers 15, die lautet: Die Sachen, welche fehlen,
kann man nicht zählen. Also mit anderen Worten: Egal, welchen
Zustand ein Mensch innerhalb dieser Welt erreicht: Es gibt immer
irgendwas, das dem Mensch fehlt, so lange er in dieser Welt sein
Glück sucht. Es ist immer mindestens eine Lücke da, die nicht
gefüllt wird. Man kann viele unterschiedliche Dinge tun, aber so
viel diese Dinge sein mögen, so viel Mangel erkennt man auch dabei,
weil es immer noch mehr und noch besser sein könnte als es ist in
dieser Welt. Und darum beschreibt Salomo alles als ein Haschen nach
Wind. Denn man kann Wind nicht festhalten. Egal, wie oft man es
versucht: Der Wind entgleitet immer den eigenen Händen. Wenn einer
versucht, den Wind mit seiner Hand festzuhalten, und sich vornehmen
würde, das so lange zu probieren, bis es klappt, dann würde er
letztlich bei dem Versuch sterben, weil es bis zum Ende seines Lebens
nicht klappt.
Und im letzten Vers
vom ersten Kapitel sagt Salomo:
Denn wo viel
Weisheit ist, da ist auch viel Enttäuschung, und wer sein Wissen
mehrt, der mehrt seinen Schmerz.
Dieser Spruch hat
damit zu tun, dass man immer bedrückter wird im Herzen, je mehr man
sich in die Zustände dieser Welt hinein denkt, in der wir leben. Man
erlebt so viele Dinge, die Hoffnung erwecken sollen, aber letztlich
wird man trotzdem enttäuscht. Man sieht so viel, was nach außen hin
positiv anmutet, aber wenn man es genau untersucht, entdeckt man eine
Betrügerei nach der anderen. Und dann ist man sehr betrübt, weil
man weiß, was wirklich abgeht. Und man bekommt auch immer wieder von
Menschen Versprechungen gemacht, von vielen, aber die Anzahl derer,
die ihr Wort halten, ist sehr klein. Ebenso stößt man auf Dinge,
die heilen sollen, aber am Ende wird man davon krank. Und so weiß
man mit der Zeit immer besser, worauf alles hinausläuft und dass es
kaum etwas gibt, auf das man sich verlassen kann, außer darauf, dass
alles ein Ende hat. Je mehr Dinge man untersucht, um zu wissen was
dahintersteckt, desto mehr findet man nicht nur Gutes, sondern auch
Böses, und dieses Wissen bereitet dem Herzen viel Schmerz.
Als nun Salomo
merkte, dass seine Weisheit ihn nicht glücklich macht, sondern ihn
viel mehr bekümmert aufgrund all des Schlechten, was er in dieser
Welt feststellt, da meinte er, er würde sein Glück in einem
primitiven und gottlosen Lebensstil finden, ähnlich wie die Leute,
die nicht sonderlich über alles nachdenken.
Demgemäß schreibt
er in Kapitel 2, Vers 1 bis 11:
Ich dachte in meinem
Herzen: Auf, ich will es mit der Freude versuchen und das Gute
genießen! Aber siehe, auch das ist nichtig!
Vom Lachen sprach
ich: Es ist töricht! Und von der Freude: Was bringt sie?
Ich nahm mir in
meinem Herzen vor, meinen Leib mit Wein zu verwöhnen, doch so, dass
mein Herz in Weisheit die Leitung behielte, und mich an die Torheit
zu halten, bis ich sähe, was für die Menschenkinder gut zu tun sei
in ihren gezählten Lebens-tagen unter dem Himmel.
Ich führte große
Unternehmungen durch; ich baute mir Häuser, pflanzte mir Weinberge.
Ich schuf mir Gärten
und Parkanlagen und pflanzte darin Fruchtbäume jeder Art.
Ich legte mir
Wasserteiche an, um daraus den sprossenden Baumwald zu tränken.
Ich kaufte Knechte
und Mägde und hatte auch Gesinde, das in meinem eigenen Haus geboren
war; so hatte ich auch größere Rinder- und Schafherden als alle,
die vor mir in Jerusalem gewesen waren.
Ich sammelte mir
auch Silber und Gold, Schätze der Könige und Länder; ich
verschaffte mir Sänger und Sängerinnen und was zur Wollust der
Menschensöhne dient: Frauen über Frauen.
Und ich wurde größer
und reicher als alle, die vor mir in Jerusalem gewesen waren; auch
blieb meine Weisheit bei mir.
Und ich versagte
meinen Augen nichts von allem, was sie begehrten; ich hielt mein Herz
von keiner Freude zurück; denn mein Herz schöpfte Freude aus all
meiner Mühe, und das war mein Teil von aller meiner Mühe.
Als ich mich aber
umsah - nach all meinen Werken, die meine Hände gemacht hatten, und
nach der Mühe, die ich mir gegeben hatte, um sie zu vollbringen,
siehe, da war alles nichtig und ein Haschen nach Wind, und nichts
Bleibendes unter der Sonne!
Durch diese
Erzählung bekommen wir einen ziemlich guten Eindruck darüber,
welche weltlichen Werke Salomo ausprobierte, um glücklich zu werden,
denn aufgrund seiner Macht und seines Reichtums stand ihm absolut
alles offen. Er berauschte sich mit Alkohol, aber es half nicht. Er
baute großartige Gebäude und Gärten, sogar ganze Parks, und er
betrieb Landwirtschaft, aber es half nicht. Er sammelte Menschen um
sich und leitete sie an, aber es half nicht. Er vergrößerte seinen
Besitz, sodass er damit jeden anderen Mensch auf Erden übertraf, und
er sammelte kostbare Schätze auf Erden, das Begehrteste, was ein
Mensch sich in dieser Welt erträumen kann, aber es half nicht. Er
ergötzte sich an Gesang und Kunst, und er ergötzte sich besonders
an körperlicher Liebe in sehr ausgedehntem Maß, ohne Zügel, aber
es half nicht. Er sättigte seine Augenlust, indem er sich alles aus
der Welt vor die Augen kommen ließ, was nur irgendwie in der Welt zu
finden ist, aber es half nicht. Am Ende blieb nur eines zurück.
Nämlich die Reue darüber, dass er sich überhaupt so sehr abgemüht
hatte. Das war der Ausgang seiner grenzenlosen Suche nach dem großen
Glück in der Welt und dem Sinn des Erdenlebens durch allerlei
Freude.
Und Salomo erkannte
es als ein Haschen nach Wind. Nichts davon war zuverlässig oder
hatte eine dauerhafte Wirkung auf ihn.
In den Versen 12 bis
16 heißt es weiter:
Und ich wandte mich
zur Betrachtung der Weisheit, der Tollheit und der Torheit. Denn was
wird der Mensch tun, der nach dem König kommt? Das, was man längst
getan hat!
Und ich habe
eingesehen, dass die Weisheit einen so großen Vorzug vor der Torheit
hat wie das Licht vor der Finsternis.
Der Weise hat seine
Augen im Kopf; der Tor aber wandelt in der Finsternis. Zugleich
erkannte ich jedoch, dass ihnen allen das gleiche Geschick
widerfährt.
Da sprach ich in
meinem Herzen: Wenn mir doch das gleiche Geschick widerfährt wie dem
Toren, warum bin ich denn so überaus weise geworden? Und ich sprach
in meinem Herzen: Auch das ist nichtig!
Denn dem Weisen wird
ebenso wenig wie dem Toren ein ewiges Andenken zuteil, weil in den
künftigen Tagen längst alles vergessen sein wird. Und wie stirbt
doch der Weise samt dem Toren dahin!
Hier erkennt Salomo,
dass Weisheit letztlich doch besser ist als Torheit, weil sie vor
mancherlei Schaden bewahrt, aber abgesehen davon hat es in dieser
Welt keine Geltung, denn wenn ein Mensch stirbt, so stirbt auch sein
erarbeiteter Ruhm mit der Zeit aus, und er selber hat auch gar nichts
mehr davon. Denn wenn ein Mensch im Totenreich hockt, was nützt es
ihm dann, dass einige auf der Erde über seine früheren Taten reden?
Und letztlich passieren ja jedem Mensch im Leben ärgerliche Dinge,
sowohl den Weisen als auch den Toren. Denn weder Weisheit noch
Torheit können vor unverhofften dramatischen Ereignissen schützen.
Und wenn ein Mensch in eine schwere Lebenskrise kommt, so nützt es
ihm nichts, wenn er sich an Weisheit oder an Torheit hielt, denn das
Schaden ist dann da, und es muss irgendwie damit umgegangen werden.
Somit äußert
Salomo in Vers 17:
Da hasste ich das
Leben; denn mir missfiel das Tun, das unter der Sonne geschieht; denn
es ist alles nichtig und ein Haschen nach Wind.
Das muss man sich
mal vor Augen halten! Der Mann, der alles hatte, der so unermesslich
reich war, dass er sich alles leisten konnte, egal was, und dessen
Weisheit alle anderen Menschen seiner Zeit übertraf, und den die
Menschen bewunderten und liebten wie kaum einen anderen, dieser
jenige sagt, dass er anfing, das Leben zu hassen.
Das ist ziemlich
unbegreiflich, oder? Ausgerechnet so einer hätte doch überhaupt
keinen nachvollziehbaren Grund, das Leben zu hassen, und doch hat er
es getan. Und warum? Weil er dadurch, dass er alles in der Welt haben
konnte, nur umso stärker erkannte, wie nichtig alles in der Welt
eigentlich ist. All die Dinge, für die sich Menschen ihr Leben lang
abmühen, die nützen am Ende ja doch nichts.
Salomo geht in den
Folgeversen auch ein wenig näher darauf ein, indem er Folgendes
schreibt von Vers 18 bis 23:
Ich hasste auch alle
meine Arbeit, womit ich mich abgemüht hatte unter der Sonne, weil
ich sie dem Menschen überlassen muss, der nach mir kommt.
Und wer weiß, ob
der weise sein wird oder ein Narr? Und doch wird er über all das
Macht bekommen, was ich mit Mühe und Weisheit erarbeitet habe unter
der Sonne. Auch das ist nichtig!
Da wandte ich mich
ab und überließ mein Herz der Verzweiflung über all die Mühe,
womit ich mich abgemüht hatte unter der Sonne.
Denn das Vermögen,
das einer sich erworben hat mit Weisheit, Verstand und Geschick, das
muss er einem anderen als Erbteil abgeben, der sich nicht darum
bemüht hat. Auch das ist nichtig und ein großes Unglück!
Denn was hat der
Mensch von all seiner Mühe und dem Trachten seines Herzens, womit er
sich abmüht unter der Sonne?
Denn er plagt sich
jeden Tag mit Kummer und Ärger; sogar in der Nacht hat sein Herz
keine Ruhe. Auch das ist nichtig!
In diesem Teil
ärgert sich Salomo also besonders darüber, dass ein großes Erbe
einen Nachfolger zufallen wird, von welchem er nicht weiß, ob dieser
es wert sein wird. Und dem fällt dann alles mühelos in den Schoß,
während Salomo sich gewissermaßen abmühte.
Zuerst hat er sich
also viel davon versprochen, etwas Großartiges aufzubauen und vieles
zu erarbeiten, was er in seinem eigenen Denken als erstaunliche
Errungenschaften beschreibt. Jetzt aber, wo er es erreicht hat und
mit dem Gedanke leben muss, dass ein anderer es bekommen wird, da
ärgert er sich über alles, was er mit großer Mühe geleistet hat.
Zuerst meinte er, es würde ihn glücklich machen, jetzt aber ist es
ihm ein Anstoß.
Was für ein
Durcheinander! Aber genau so wird es auch jedem anderen Mensch gehen,
der Großes aufgebaut hat in dieser Welt. Er wird selbst alt werden
und muss es einem anderen hinterlassen, der höchstwahrscheinlich
unwürdig damit umgehen wird. Dann werden sich all die schweren Jahre
und all die harte Arbeit als nichtiger Hauch erweisen.
Jedenfalls äußert
Salomo folgende Gedankengänge in den letzten drei Versen des zweiten
Kapitels:
Ist es dann nicht
besser für den Menschen, dass er esse und trinke und seine Seele
Gutes genießen lasse in seiner Mühsal? Doch habe ich gesehen, dass
auch das von der Hand Gottes abhängt.
Denn: »Wer kann
essen und wer kann genießen ohne mich?«
Denn dem Menschen,
der vor Ihm wohlgefällig ist, gibt Er Weisheit und Erkenntnis und
Freude; aber dem Sünder gibt er die Plage, zu sammeln und
zusammenzuscharren, um es dem abzugeben, der Gott wohlgefällig ist.
Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind.
Hier redet Salomo
Unsinn, und es ist eine der Stellen, die offenbaren, wie weit er
schon von Gott entfernt war in den Tagen, als er dieses Buch schrieb.
Denn er behauptet, dass immer nur die Sünder die Plagen abbekommen
und Arbeit leisten, sodass ein Mensch, den Gott mag, sich daran
bereichert und freut. Das ist falsch, denn genau das Gegenteil
passiert schon seit Jahrtausenden. Die, welche nicht nach Gottes Wort
wandeln, sondern sündigen, haben die Macht und beuten Menschen aus,
welche den Geboten möglichst gehorsam sein wollen. Und Salomo
schreibt sogar an anderen Stellen des Buches, dass er diese
Ungerechtigkeit mit eigenen Augen gesehen hat, darum ist es sehr
unsinnig, dass er hier so einen Quatsch zum Ausdruck bringt.
Er kommt aber gemäß
Vers 24 auch zu der Vermutung, nachdem er den nichtigen Ausgang aller
Anstrengungen erkannt hat, dass es innerhalb der Welt, wenn man Gott
außen vor lässt, wohl nicht wirklich irgendwas Besseres gibt für
die, die nicht mit Gott wandeln, als dass sie etwas genießen können
in der Welt. Mehr als der Versuch, sich an irgendwas zu erfreuen und
Momente der Freude und des Genusses zu haben, bleibt den Gottlosen
nicht übrig. Und dieses Genießen von kleinen Freuden und angenehmen
Momenten steht sowohl den Reichen als auch den Elenden offen. Somit
gibt es hinsichtlich des Versuchs, in dieser Welt Glück zu finden,
für jeden Mensch nur das selbe Schema, nämlich das zu genießen,
woran man sich überhaupt einen Augenblick erfreuen kann, und sich
selbst nicht überflüssig zu stressen. Dadurch wird es irrelevant,
ob ein Mensch reich oder arm ist. Salomo erkennt also gewissermaßen,
dass es in der Welt das große Glück nicht gibt, und dass alles
Jagen nach dem großen Glück eine völlig törichte Unternehmung
ist. Wer gar nicht erst nach dem großen Glück jagt, sondern
einzelne Momente der Freude und genug Versorgung hat, dem geht es
besser als einem, der das große Glück finden will. Denn wer nach
dem großen Glück jagt, der jagt umsonst, und alle seine
Anstrengungen enden mit der Erkenntnis, dass nichts übrig bleibt.
Nun ist aber das
Motto, dass ein Mensch in einfachen Freuden den Sinn seiner Existenz
sehen soll, um von dem Leben in der Welt überhaupt etwas Gutes zu
haben, eine ziemlich gottlose Ansicht. Denn wenn ein Mensch eine
Sünde tut, die ihm gefällt, so wird es dem Mensch im Gericht Gottes
zum Verhängnis. Und Salomo betont zwar an einigen Stellen des
Briefes, dass Gott über alles richten wird, aber gleichzeitig
berücksichtigt er selber diese Tatsache gar nicht bei einigen seiner
Ausführungen. Besonders schrecklich ist seine Aussage aus Kapitel 7,
Vers 16, wo er schreibt:
Sei nicht allzu
gerecht und erzeige dich nicht übermäßig weise! Warum willst du
dich selbst verderben?
Aus göttlicher
Sicht ist diese Aussage eine üble Schande. Denn man kann, wenn man
Gott zuliebe wandelt, niemals gerecht genug sein, und je mehr man es
versucht, desto besser ist es. Und zwar ungeachtet der unerträglichen
Reaktionen der Menschen, die nicht glauben. Aber Salomo hat wie
gesagt seine Liebe zu Gott ja schon längst verloren gehabt in diesen
Tagen und hat sich von seinen Frauen zu Götzendiensten verleiten
lassen. Deswegen schreibt er, obwohl er genau weiß, dass Gott alles
richten wird am Ende, trotzdem einen solchen Unsinn. Wie ein Mensch,
der unfähig ist, seine eigenen Worte zu berücksichtigen. Salomo
schreibt seine Worte nämlich nicht Gott zuliebe, sondern wegen den
Menschen. Er sagt, dass man sich nicht allzu gerecht erzeigen soll,
weil es davor schützen soll, dass die Leute an der zu großen
Gerechtigkeit Anstoß nehmen. Denn die allermeisten Menschen wollen
selber nicht gerecht sein, deswegen freuen sie sich auch nicht über
Gemeinschaft mit einem Gerechten. Wer aber Gott entfremdet ist, dem
bleibt in seiner Armseligkeit ja nichts Anderes übrig, als bei den
Menschen in dieser Welt all die Geborgenheit zu suchen, die er von
Gott nicht will. Und genau diese Geborgenheit gibt es bei den
Menschen gar nicht - es ist schonwieder eine Suche ohne Ende, ohne
Erfolg, genau wie die Suche nach dem großen Lebensglück. Und doch
weiß sich ein Mensch nicht anders zu helfen als mit dieser
vergeblichen Suche. So ist es bei jedem, wenn er Gott verachtet, und
genau damit war letztlich auch Salomo geplagt in seinen alten Tagen,
weil er Gott erzürnt hatte.
Je mehr ein Mensch
Gott nicht lieben will, desto mehr neigt der Mensch dazu, innerhalb
der Welt einen Sinn zu suchen. Das passiert nicht nur durch das
Beiseitelassen der Wahrheit Gottes, sondern auch dadurch, dass
Menschen sich ihre eigenen Ideen erschaffen, wie Gott sein soll, oder
indem sie neue Götter erfinden. Aber bei all dem achten sie
besonders stark auf das irdische Leben und erhoffen sich davon große
Offenbarungen, obwohl es keine großen Offenbarungen des Lebens in
dieser gefallenen Welt geben wird.
Das Leben ist so,
wie es nunmal ist, und es bleiben gewisse Dinge keinem Mensch
erspart, unabhängig davon, ob sie glücklich machen. Darauf spielt
Salomo in Kapitel 3 an, wo geschrieben steht in Vers 1:
Alles hat seine
bestimmte Stunde,
und jedes Vorhaben
unter dem Himmel hat seine Zeit.
Salomo zählt dann
auch vieles auf, was im Leben auf der Erde geschieht. Er redet von
Geboren werden und sterben, bauen und zerstören, weinen und lachen,
aufbewahren und wegwerfen, schweigen und reden, und vieles mehr.
Alles hat seine Zeit in dieser Welt. So einfach ist das Leben, und
Salomo schreibt schließlich in den Versen 16 bis 20:
Und weiter sah ich
unter der Sonne: An der Stätte des Gerichts, da herrschte
Ungerechtigkeit; ja, Ungerechtigkeit herrschte an der Stätte des
Rechts.
Da sprach ich in
meinem Herzen: Gott wird den Gerechten wie den Gottlosen richten;
denn er hat dort eine Zeit bestimmt für jedes Vorhaben und für
jedes Werk!
Ich sprach in meinem
Herzen: Es geschieht wegen der Menschenkinder, damit Gott sie prüfe
und damit sie einsehen, dass sie an und für sich wie das Vieh sind.
Denn das Geschick
der Menschenkinder und das Geschick des Viehs ist ein und dasselbe:
Die einen sterben so gut wie die anderen, und sie haben alle
denselben Odem, und der Mensch hat dem Vieh nichts voraus; denn es
ist alles nichtig.
Alle gehen an
denselben Ort: Alles ist aus dem Staub geworden, und alles kehrt auch
wieder zum Staub zurück.
Das sind harte
Worte. Salomo meint, dass das Leben der Menschen in der Welt nicht
großartiger ist als das Leben der Tiere in der Welt. Und er betont
in Vers 16 auch die Ungerechtigkeit auf Erden, die ihm auffiel.
Wohlgemerkt ausgerechnet in weltlichen Gerichtsgebäuden.
Ohne das
Bewusstsein, dass Gott denen etwas Besseres bereithält, die ihn
wirklich lieben, könnte man an solchen Gedanken und Beobachtungen
echt verzweifeln. Denn wer den Ratschluss Gottes nicht kennt, dem
wird absolut alles sinnlos vorkommen, je mehr er sich in das
hineindenkt, was er erlebt und was er sehen kann.
Und wenn ihr meint,
dass am Ende von Kapitel 3 die zweifelhaften Erkenntnisse von Salomo
ihren Höhepunkt erreicht hätten, dann passt mal auf, was in Kapitel
4 steht! Dort lesen wir in den Versen 1 bis 4:
Und so wandte ich
mich um und sah alle Bedrückungen, die verübt werden unter der
Sonne; und siehe, da flossen Tränen von Unterdrückten, die keinen
Tröster hatten; und weil die Hand ihrer Unterdrücker so stark war,
konnte sie niemand trösten.
Da pries ich die
Toten, die längst gestorben sind, glücklicher als die Lebenden, die
jetzt noch am Leben sind.
Aber besser als
beide ist der dran, der noch nicht geboren ist, weil er das böse
Treiben, das unter der Sonne geschieht, gar nicht gesehen hat.
Ich sah auch, dass
alle Mühe und alles Gelingen im Geschäft nur den Neid des einen
gegen den anderen weckt. Auch das ist nichtig und ein Haschen nach
Wind!
Das sind heftige
Worte, oder? Unter Berücksichtigung all des Bösen, das auf Erden
geschieht, besonders aber zu damaligen Zeiten, preist Salomo die
jenigen glückselig, die nicht mehr auf der Erde sind, und noch
glücklicher sollten sich laut diesen Worten die schätzen, welche
gar nicht erst geboren wurden. Das sind wirklich krasse
Gedankengänge, die Salomo aufgrund seiner Beobachtungen äußert.
Und er erkannte auch, dass ein Mensch von anderen beneidet wird, wenn
er Erfolg hat, und dass dadurch dann umso mehr Probleme entstehen.
Und somit ist jede Art von Erfolg auch ein Haschen nach Wind,denn man
hat nicht das Gute davon, das man sich erhoffte. Und an alten Ruhm
gedenkt man ziemlich selten. Ein Mensch hat nur so lange Ruhm, wie er
immer wieder aktuell etwas Neues leistet. Wird er aber nachlässig,
so ist das bisher Erreichte nicht mehr gut genug für die Menschen.
Somit ist es letztlich alles nichtig, und zwar von Anfang an, denn
man wird davon in dieser Welt nicht das haben, was man für
begehrenswert hält, und alles, was man bekommt, ist nicht von Dauer
in der Welt.
Jedenfalls habe ich
ja vorhin schon gesagt, dass gottlosen Menschen nichts Anderes übrig
bleibt, als sich auf andere Menschen zu konzentrieren und auf andere
Menschen ihre Hoffnung zu setzen, wenn sie von Gott entfremdet sind,
und genau das ist es, was Salomo in den Folgeversen in seinem Kopf
hat. Auch er selbst ist in das Denken abgedriftet, dass Menschen froh
sein sollen, einander zu haben.
Wir lesen aber auch
in Kapitel 5 Worte, die fast schon ein bisschen im Widerspruch zu dem
vielen weltlichen Denken stehen, das wir bisher bemerkt haben. Es
steht geschrieben in den Versen 1 bis 6:
Übereile dich nicht
mit deinem Mund, und lass dein Herz keine unbesonnenen Worte vor Gott
aussprechen; denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde; darum
sollst du nicht viele Worte machen!
Denn Träume kommen
von viel Geschäftigkeit, und dummes Geschwätz vom vielen Reden.
Wenn du Gott ein
Gelübde ablegst, so versäume nicht, es zu erfüllen; denn er hat
kein Wohlgefallen an den Toren; was du gelobt hast, das sollst du
auch erfüllen!
Es ist besser, dass
du nichts gelobst, als dass du etwas gelobst und es nicht erfüllst.
Lass dich durch
deinen Mund nicht zur Sünde verführen, und sage nicht vor dem
Boten: »Es war ein Versehen!« Warum soll Gott über deine Äußerung
erzürnen und das Werk deiner Hände verderben?
Denn wo man viel
träumt, da werden auch viel nichtige Worte gemacht. Du aber fürchte
Gott!
Hier wird man nun
also als Leser zu Gottesfurcht aufgerufen, auch wenn der Autor diese
längst verloren hatte. Besonders interessant ist die Aussage, dass
viele Träume von viel Geschäftigkeit kommen. Aber wenn jemand zu
sehr auf Träume achtet, folgt darauf eine umso größere Menge an
nichtigen Worten. Ich persönlich gehe sehr stark davon aus, dass
Salomo mit dieser Aussage richtig liegt.
Eine andere Aussage,
die man sich mal vor Augen halten sollte, liest man in den Versen 9
und 10. Dort steht Folgendes:
Wer Geld liebt,
bekommt vom Geld nicht genug, und wer Reichtum liebt, nicht vom
Gewinn. Auch das ist nichtig!
Wo viele Güter
sind, da sind auch viele, die davon zehren, und was hat ihr Besitzer
mehr davon als eine Augenweide?
Wir haben ja beim
Stöbern in Kapitel 1 die zutreffende Aussage gelesen, dass die Augen
und die Ohren der Menschen unersättlich sind. Wenn man das
berücksichtigt, dann erkennt man auch, warum aller Reichtum nichtig
ist. Egal wie großartig der eigene Besitz ist, der Schmarotzer
anziehen wird, so wird sich das Auge nicht sattsehen können an den
wunderbaren Besitztümern. Und egal, wie viele verschiedene Theorien
und Legenden jemand hört, der nach Wissen giert: Sein Ohr hört sich
niemals satt. Denn der Hunger, unter dem gierige Menschen leiden, ist
immer unstillbar. Darum ist der, welcher danach hungert, nicht mehr
gierig zu sein, deutlich schlauer als einer, der jede Gier zu
befriedigen versucht.
Eine weitere
bemerkenswerte Beobachtung steht in Vers 11, wo Salomo schrieb:
Süß ist der Schlaf
des Arbeiters, ob er nun wenig oder viel isst; aber den Reichen lässt
seine Übersättigung nicht schlafen.
Dieses Detail zum
Thema Schlaf kann durchaus zutreffen. Wenn man etwas geleistet hat,
schläft man leichter ein, als wenn man faul war. Für das ewige
Leben hat das zwar keine Relevanz, aber es weiß ja doch jeder Mensch
innerhalb dieser Welt einen guten Schlaf zu schätzen. Allerdings
nützt das Arbeiten nichts, wenn es mit Sorgen verbunden ist, denn
die Sorgen des Menschen verderben immer seinen Schlaf, egal ob er
tüchtig oder faul ist.
Salomo schreibt im
Rest des Kapitels hauptsächlich, dass jede Freude von Gott gewährt
sei. Das klingt ein wenig so, als würde er Gott unterstellen wollen,
dass Gott den Menschen die Freude absichtlich im Vorfeld geraubt hat,
es sei denn, er erbarmt sich und schenkt sie. Also Salomo unterstellt
unserem Vater im Himmel auf eine unterschwellige Art eine
grundlegende Unbarmherzigkeit, was ein weiteres Mal zeigt, dass
Salomo in diesen Tagen wirklich von Gott entfremdet war und nur mit
seinem Mund über Gottesfurcht redete, aber sie nicht im Herzen
hatte. Denn wer Gottesfurcht hat, der stellt keine Theorien auf,
welche Gott auf unterschwellige Weise wie einen Übeltäter dastehen
lassen. Gott hat von Anfang an den Menschen die Möglichkeit
eröffnet, dass sie an etwas Freude haben können. Es ist nicht
nötig, dass er immer zuerst seine Hand ausstreckt, so als hätte er
die Schöpfung absichtlich ohne Freude gemacht. Wer das über Gott
denkt, dass Gott jedes Mal aktiv werden muss, bevor ein Mensch sich
freuen kann, der kennt Gott nicht.
Ganz allgemein zeugt
der Gedanke von Unverständnis, dass der Mensch nichts Besseres
finden kann als eine Freude im Leben und den Genuss der Früchte
seiner Anstrengungen. Denn davon redet Salomo auch wieder in Kapitel
6, dass es nichts Besseres geben würde als dies, inmitten der
Nichtigkeit in der Welt, und Salomo bedenkt nicht, dass Gott viel
größer und wunderbarer ist als die Welt, sondern fokussiert sich in
seinen Lehren und Erzählungen eigentlich nur auf das Leben in der
Welt allein.
Ich muss dabei die
ganze Zeit an das Zitat von Jesus denken, welches lautet:
Wer sein Leben
findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um
meinetwillen, der wird es finden!
Damit meint Jesus
nämlich, dass man nicht in dieser Welt sein Leben suchen soll. Denn
jeder, der in dieser Welt sein Lebensglück findet, der kann das
wahre Leben gar nicht erkennen.
Salomo hätte
theoretisch auch auf den Gedanke kommen können, dass jedes Suchen
innerhalb dieser Welt vergeblich ist, es sei groß oder klein. Aber
seine Weisheit reichte nicht aus, um so weit zu kommen. Salomo kannte
trotz aller Weisheit auch nicht die Ursache von allem Verderben in
der Welt, aber wir als informierte Christen haben eine ungefähre
Ahnung. Denn wir wissen, dass es den Satan gibt, welcher die
Gerechtigkeit Gottes ausnutzen will, um uns für jeden Fehltritt
anzuklagen, denn sein Begehren ist die Zerstörung von allem, was
ist. Und er ist nicht allein, sondern hat über 33 Millionen Diener,
wodurch die Sache echt ungemütlich wird.
Wenn aber jemand
diesen Zustand liebt, wie sollte es für so einen Mensch Hoffnung
geben? Salomo wusste zwar nichts von diesem Zustand, aber er hat mit
der Zeit schon gemerkt, dass in dieser Welt etwas absolut nicht in
Ordnung ist. Demgemäß schrieb er in Kapitel 7 in den Versen 1 bis
4:
Ein guter Name ist
besser als wohlriechendes Salböl, und der Tag des Todes ist besser
als der Tag der Geburt.
Besser, man geht in
das Haus der Trauer als in das Haus des Festgelages; denn dort ist
das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmt es zu Herzen.
Kummer ist besser
als Lachen; denn wenn das Angesicht traurig ist, so wird das Herz
gebessert.
Das Herz der Weisen
ist im Haus der Trauer; aber das Herz der Narren im Haus der
Lustigkeit.
Es zeugt zwar
nichtmal ansatzweise von Weisheit, wenn Salomo behauptet, ein guter
Name sei wertvoll, denn Jesus hat offenbart, dass alles ein Gräuel
ist, was bei den Menschen hohes Ansehen genießt, aber die anderen
Worte aus den Versen sind sehr bemerkenswert. Wenn Salomo sagt, dass
der Tag des Todes besser ist als die Geburt, sollten sich davon zwar
maximal die jenigen angesprochen fühlen, die zu Jesus gehören und
ihr Herz von aller Sünde gereinigt haben - wenn aber Salomo sagt,
dass es besser ist, in ein Haus der Trauer zu gehen als in ein Haus
des Festgelages, so liegt er damit richtig. Denn die Trauernden sind
glückselig, wenn sie aufrichtig trauern. Darum ist auch wirklich
Kummer besser als Lachen, denn das Herz wird tatsächlich reiner von
Kummer als vom Lachen. Auch da hat Salomo Recht. Leider gibt es aber
auch reichlich Menschen, die aus selbstsüchtigen Gründen Kummer
haben. Und deren Herz wird dann nicht rein, sondern verbittert. Denn
das Herz wird gereinigt durch selbstlosen Kummer, durch Kummer aus
dem Grund, dass andere Menschen leiden müssen oder dass allgemein
die Schöpfung total hinüber ist. Aber wer Kummer hat, weil er
selbst mit einer bestimmten Person nicht Unzucht treiben darf, oder
weil ihm sein eigenes Haus nicht mehr gefällt oder sonstiges, der
braucht sich in keiner Weise angesprochen zu fühlen von der
Weisheit, dass Kummer das Herz bessert und Trauernde glückselig
sind. Das garantiere ich euch.
Es gibt aber auch
eine weitere Aufforderung von Salomo, welche bis zum heutigen Tag auf
die Menschen angewendet werden kann, die an Alter zugenommen haben.
Wir lesen in Vers 10:
Sprich nicht: »Wie
kommt es, dass die früheren Tage besser waren als diese?« Denn
nicht aus Weisheit fragst du so!
Ich habe nicht
mitgezählt, wie oft ich ältere Leute schon sagen hörte: „Früher,
zu meiner Zeit, war alles besser!“
Salomo aber sagt,
dass dieses Motto überhaupt nichts mit Weisheit zu tun hat. Und das
stimmt auch, denn die Wahrnehmung eines jungen Menschen ist immer
besser als die eines alten. Wenn die alten Leute heute Kinder wären,
so würden sie die jetzige Zeit liebgewinnen. Weil sie aber zu einer
anderen Zeit Kinder waren, haben sie eine andere Zeit liebgewonnen
und beschweren sich nun, weil es nicht mehr ist wie in ihren
Kindheitstagen. Denn die Dinge sind früher nicht wirklich besser
gewesen, aber wer früher jung war, konnte sich besonders leicht mit
den Dingen anfreunden, die zu seiner Zeit gerade aktuell waren. Darum
ist es im Grunde alles nur eine Frage des geistigen Zustandes, ob ein
Mensch eine Zeit liebgewinnt oder nicht. Wer aber Jesus nachfolgt,
der gewinnt überhaupt keine Zeit lieb, da die Welt allezeit im Bösen
ist.
Salomo schreibt auch
in den letzten Versen des Kapitels, dass er alles prüfte, um zu
einem Endergebnis zu kommen, aber es nützte ihm nichts.
In Kapitel 8 erkennt
Salomo ein weiteres Mal, wie viel Ungerechtigkeit es im Leben gibt
und sagt diesbezüglich auch in Vers 14:
Es ist eine
Nichtigkeit, die auf Erden geschieht, dass es Gerechte gibt, denen es
nach dem Tun der Gottlosen ergeht, und Gottlose, denen es nach dem
Tun der Gerechten ergeht. Ich habe gesagt, dass auch das nichtig ist.
Hier ist also eine
von mehreren Stellen, wo Salomo betont, dass die Gottlosen Gutes
bekommen, was sie nicht verdienen, und Gerechte Schlechtes, welches
diese auch nicht verdienen.
Jedenfalls redet
Salomo in Kapitel 9 schonwieder von dem weltlichen Denken, dass es
wohl das Beste sein muss, möglichst viel Freude zu haben vor dem
Tod, weil man dann im Tod gar nichts mehr von dem mitbekommt, was auf
der Erde abläuft. Hier lässt er also auch Gott außen vor, obwohl
er in Kapitel 8 wieder geheuchelt zu Gottesfurcht aufgerufen hat.
Naja, was will man machen?
Gottesfurcht nützt
nicht denen etwas, die davon reden, sondern nur denen, die in ihr
Leben, so viel steht fest. Gegen Ende von Kapitel 9 redet Salomo auch
davon, dass im Krieg die Weisheit gefährlicher sein kann als starke
Waffen. Da wir uns aber nicht für Krieg interessieren, brauchen wir
uns auch nicht mit solchen Gedankenspielen zu belasten.
In Kapitel 10 stehen
nur einige unnütze Worte über Könige und Knechte. Auch in Kapitel
11 stehen zum Großteil Worte, die wie belanglose Schwafelei klingen.
Das letzte Kapitel des Buches ist Kapitel 12, und dort wird man
zuerst ermahnt, die guten Tage zu erkennen, bevor sie zu Ende sind,
danach preist Salomo seine eigene Weisheit und zum Abschluss liest
man Folgendes in den Versen 12 bis 14:
Und über diese
hinaus, lass dich warnen, mein Sohn! Des vielen Büchermachens ist
kein Ende, und viel Studieren ermüdet den Leib.
Lasst uns die Summe
aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das
macht den ganzen Menschen aus.
Denn Gott wird jedes
Werk vor ein Gericht bringen, samt allem Verborgenen, es sei gut oder
böse.
Während also Salomo
in Kapitel 7 törichterweise geschrieben hat, man solle nicht zu
gerecht sein, so ermahnt er immerhin zum Abschluss seiner
durchwachsenen Predigt, dass man Gott fürchten und seine Gebote
halten soll.
Das ist ein guter
Rat.
Und da wir nun eine
Menge aus dem Buch des Predigers angeschaut haben, soll es an dieser
Stelle auch genug sein.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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