Text zu "Bibellehre - Das Buch des Predigers"

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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

In diesem Video werden wir uns mit dem Buch des Predigers beschäftigen, welches auf seine eigene Art sehr wertvoll ist. Und zwar nicht, weil jedes Wort darin wahr und von göttlicher Weisheit erfüllt sei, sondern weil die Worte dieses Buches eine höhere Wahrheit aufzeigen, die man nur erkennt, wenn man den Hintergrund dieses Buches gedanklich erfassen kann.

Um zu begreifen, warum die Worte dieses Buches keine göttlich korrekte Wahrheit sind, aber Gott uns trotzdem dadurch die Wahrheit auf eine einzigartige Weise vermittelt, muss man sich zuerst mal eine wichtige Frage stellen. Und diese Frage lautet:

Wodurch bekommt man eigentlich das große, absolute Glück im Leben?

Manche Menschen schwelgen in Gedanken darüber, was sie in ihrem Leben alles bräuchten, um wirklich glücklich zu sein und nie wieder unglücklich zu werden. Einige würden sagen, dass dabei Frieden ausreichend ist. Andere würden sagen, dass sie ein lustvolles Leben und am liebsten mehrere anregende Liebesbeziehungen bräuchten, um wirklich glücklich zu sein. Wieder andere würden sich an Macht erbauen wollen und als ein König über ein ganzes Land regieren, vielleicht sogar über die ganze Welt. Manche andere Leute würden besonders gerne beliebt bei den Menschen sein und gar keine Feinde haben, sondern berühmt sein und von allen bewundert werden. Wieder andere brauchen Derartiges überhaupt nicht und suchen einfach nur nach möglichst viel Familienglück, und so lange jeder in der Familie gesund und munter ist, freuen sie sich. Einige andere aber stellen all dies hinten an und erbauen sich an Wissen, sie erforschen gerne Dinge und wollen Weisheit erlangen, sie können nie genug Neues erfahren und nie tief genug graben, um Dinge zu durchschauen. Deswegen wäre ein besonders großes Maß an Wissen und Weisheit für diese Leute am wichtigsten. Und es gibt auch reichlich Leute, die denken, dass Geld glücklich macht, weil man großen Reichtum braucht, um die ganze Welt mit allem entdecken zu können, was sie zu bieten hat, um alles mal auszuprobieren. Alle Speisen essen, alle Länder sehen, allen Arten von Menschen begegnen, alle Beschäftigungen mit Erfolg absolvieren und ein Sieger sein, großartige Städte bereisen und auch selbst prunkvolle Häuser bauen, und komplexe Geräte und sonstiges, was ein Mensch sich einfallen lassen kann. Vielleicht würde man das große Glück bekommen und in endloser Freude bleiben, wenn man genug Reichtum hätte, um sich all dies leisten zu können. Oder vielleicht kommt das große Lebensglück auch einfach dadurch, dass man immer wieder spannende Dinge erlebt, sieht oder hört.

Um die große Offenbarung hinter dem Buch des Predigers begreifen zu können, müssen wir zuerst erkennen, dass es in unserer Welt schonmal einen Mann gab, der all dies hatte. Und zwar den König Salomo. Dieser hatte unermesslichen Reichtum, welcher immer größer wurde. Er wurde immer wieder mit den verschiedensten Dingen beschenkt. Und er hatte großes Wissen und vortreffliche Weisheit, wie es seinesgleichen nicht gab auf der gesamten Erde. Ihm ist nichts verwehrt gewesen. Alles, was es auf Erden irgendwie zu genießen gab, das genoss er. Und er hatte insgesamt mindestens 1000 Frauen geheiratet. Er hatte also übertrieben viel Erfahrung mit dem, was die Menschen als Verliebtsein bezeichnen, und er hat die Gedanken des Verliebtseins ja auch in seinem Hohelied niedergeschrieben, wodurch bewiesen wird, dass er mit der sogenannten Liebe bestens vertraut war. Und an der Befriedigung von Lust mangelte es ihm mit seinen tausend Frauen also auch ganz sicher nicht, sondern er konnte sich völlig mit Liebe berauschen so viel er wollte. Alles, was ein Mann, der kein Psychopath ist, sich jemals in seinem Leben wünschen könnte, das hatte Salomo gehabt. Und zwar restlos. Es gab nichts auf Erden, was ihm verwehrt war.
Er hat ja sogar das Okkulte erforscht, denn seine Frauen verleiteten ihn zu Götzendiensten und allem, was damit einhergeht. Also auch mit übernatürlichen Dingen, die für ungefestigte Menschen sehr spannend sind, hatte er Erfahrungen gemacht.
Als aber Salomo alt geworden war, da schrieb er das Buch des Predigers. Und was dieser Mann aufgeschrieben hat, der ein vollkommen luxuriöses Leben führte und dem es an gar nichts mangelte, das wollen wir jetzt herausfinden, um zu sehen, ob Salomo das große Glück gefunden hat. Denn wenn es überhaupt einen Mensch gab, der alles besaß, was glücklich machen soll, dann wohl Salomo. Demnach müsste in seinem Buch nun eine große Lobeshymne auf das Leben stehen. Denn ihm stand alles offen und ihm waren bei allem, was in dieser Welt ist, keine Grenzen gesetzt. Somit werden wir jetzt wohl eine Beschreibung davon hören, wie wunderbar es sich anfühlt und was für eine riesige Freude es ist, das ganz große Lebensglück zu genießen ohne Ende.

Folgendes hat Salomo aufgeschrieben in Kapitel 1, Vers 1 bis 8:

Die Worte des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs in Jerusalem:
O Nichtigkeit der Nichtigkeiten!, spricht der Prediger. O Nichtigkeit der Nichtigkeiten! Alles ist nichtig!
Was bleibt dem Menschen von all seiner Mühe, womit er sich abmüht unter der Sonne?
Ein Geschlecht geht und ein anderes Geschlecht kommt; die Erde aber bleibt ewiglich!
Die Sonne geht auf, und die Sonne geht unter; und sie eilt an ihren Ort, wo sie wieder aufgehen soll.
Der Wind weht gegen Süden und wendet sich nach Norden; es weht und wendet sich der Wind, und zu seinen Wendungen kehrt der Wind wieder zurück.
Alle Flüsse laufen ins Meer, und das Meer wird doch nicht voll; an den Ort, wohin die Flüsse einmal laufen, laufen sie immer wieder.
Alle Worte sind unzulänglich, der Mensch kann es nicht in Worten ausdrücken; das Auge sieht sich nicht satt, und das Ohr hört nie genug.

Sonderlich glücklich klingen diese Worte nicht gerade, oder? Nachdem Salomo mit fast unvorstellbarem Überfluss ausgestattet war und in vielerlei Hinsicht reich war in dieser Welt, sagt er trotzdem: Alles ist nichtig.
Das ist das Ergebnis seines Reichtums, seiner Frauen, seiner Weisheit und seiner großartigen Leistungen in der Welt. Es sind die Gedanken, die ihm aufkommen, nachdem er alles erlangt und ausprobiert hat, wovon die Menschen sonst nur träumen. Und alles, was er durch hat, während er sich besonders durch seine Frauen von Gott entfremdete, hat ihn auch stark in weltliches Denken abdriften lassen. Er ist längst nicht mehr so sehr mit dem Geist Gottes erfüllt, wie er einmal war, und er scheint teils in Verzweiflung zu schreiben.
Er äußert übrigens auch einen Trugschluss, denn er behauptet, dass die Erde ewig bleiben würde, aber wir wissen dank der Offenbarung, dass dies überhaupt nicht stimmt. Und wenn die jetzige Erde ewig bleiben würde mit all dem Verderben, in dem sie sich befindet, dann wäre das auch höchst bedauerlich.

Ein ziemlich bemerkenswerter Spruch steht aber im nächsten Vers. Wir lesen folgende Worte in Vers 9:

Was einst gewesen ist, das wird wieder sein, und was einst geschehen ist, das wird wieder geschehen. Und es gibt nichts Neues unter der Sonne.

Diese Aussage ist außergewöhnlich. Wenn man davon ausgeht, dass es stimmt, dann hat es alles bereits in sehr alten Zeiten schon mal gegeben. Auch Autos und Computer und Flugzeuge und dergleichen. Ich bin mir nicht sicher, ob man das wirklich glauben sollte, aber es ist ein interessanter Gedanke. In den Versen 10 und 11 schreibt Salomo dazugehörig Folgendes:

Kann man von irgendetwas sagen: »Siehe, das ist neu«? Längst schon war es in unbekannten Zeiten, die vor uns gewesen sind!
Man gedenkt eben an das Frühere nicht mehr, und auch an das Spätere, das noch kommen soll, wird man nicht mehr gedenken bei denen, die noch später kommen werden.

Hier betont er auch, wie in dieser Welt alles in Vergessenheit gerät, besonders so, wie es wirklich im Original gewesen ist. Denn an vieles, was war, erinnert man sich heute gar nicht mehr, und viele Dinge passieren, ohne dass jemals die Menschheit insgesamt darauf aufmerksam wird. Und alles, wovon gesagt wird, dass es über viele Jahrzehnte und Jahrhunderte hindurch bewahrt wurde, das muss nicht zwangsläufig genau so sein, wie es am Anfang war. Darum hat sozusagen jeder Zeitraum seine eigenen Besonderheiten, aber es wird für diese Welt nichtig in der Zukunft sein und es galt gar nichts in der Vergangenheit.

Salomo schreibt weiterhin in den Versen 12 bis 14:

Ich, der Prediger, war König über Israel in Jerusalem.
Ich richtete mein Herz darauf, mit Weisheit alles zu erforschen und zu ergründen, was unter dem Himmel getan wird. Das ist ein mühseliges Geschäft, das Gott den Menschenkindern gegeben hat, damit sie sich mit ihm plagen sollen.
Ich beobachtete alle Werke, die getan werden unter der Sonne, und siehe, es war alles nichtig und ein Haschen nach Wind!

Wenn hier Salomo alles nichtig nennt, dann bezieht er sich dabei hauptsächlich auf Beständigkeit, auf dauerhaften Nutzen. Denn die Dinge in der Welt dienen alle nur einem Augenblick, und manche einer längeren Zeit, aber danach wird es sich immer anfühlen, als wären sie mittlerweile belanglos. Wenn man sich den Lohn erarbeitet hat, um sich einen ganzen Tag lang ernähren zu können, so nützt es am zweiten Tag nichts mehr. Wenn man aber Vorräte für viele Tage angelegt hat, und sie verderben, oder werden zerstört oder geraubt, so hat man auch davon keinen Nutzen, und es erweist sich als nichtig. Wenn man ein schwieriges Handwerk erlernt hat, aber es ist keiner mehr da, der das Handwerk benötigt, so ist das Gelernte nichts mehr wert. Und wenn man mit eigener Kraft Dinge bauen kann, so ist das alles nichts mehr wert, wenn man alt und gebrechlich geworden ist, denn man kann es dann nicht mehr tun. Darum erkennt Salomo, dass alle Werke, die man um seines Lebens in der Welt willen tut, auf Nichtigkeit hinauslaufen.

In den Versen 15 bis 17 schreibt er:

Krumme Sachen kann man nicht gerade machen, und die, welche fehlen, kann man nicht zählen.
Da redete ich mit meinem Herzen und sprach: Siehe, nun habe ich mir mehr und größere Weisheit angeeignet als alle, die vor mir über Jerusalem herrschten, und mein Herz hat viel Weisheit und Wissenschaft gesehen;
und ich richtete mein Herz darauf, die Weisheit zu erkennen, und zu erkennen, was Tollheit und Unverstand sei; aber ich habe auch das als ein Haschen nach Wind erkannt.

Hier wird es noch ernüchternder. Salomo sagt, dass er sogar das Erkennen der Dinge mit Weisheit als eine Nichtigkeit betrachtet. Der arme Kerl wusste leider nichts von Jesus, denn Jesus war in diesen Tagen noch nicht auf der Erde gewesen. Und die Weisheit, welche Salomo bekommen hatte, zu welcher aber die Weisheit von Jesus nicht hinzugefügt war, brachte ihn letztlich zu dem Schluss, dass sogar diese Weisheit an sich nichtig ist. Das ist schwere Kost.
Bemerkenswert ist auch die Andeutung in Vers 15, die lautet: Die Sachen, welche fehlen, kann man nicht zählen. Also mit anderen Worten: Egal, welchen Zustand ein Mensch innerhalb dieser Welt erreicht: Es gibt immer irgendwas, das dem Mensch fehlt, so lange er in dieser Welt sein Glück sucht. Es ist immer mindestens eine Lücke da, die nicht gefüllt wird. Man kann viele unterschiedliche Dinge tun, aber so viel diese Dinge sein mögen, so viel Mangel erkennt man auch dabei, weil es immer noch mehr und noch besser sein könnte als es ist in dieser Welt. Und darum beschreibt Salomo alles als ein Haschen nach Wind. Denn man kann Wind nicht festhalten. Egal, wie oft man es versucht: Der Wind entgleitet immer den eigenen Händen. Wenn einer versucht, den Wind mit seiner Hand festzuhalten, und sich vornehmen würde, das so lange zu probieren, bis es klappt, dann würde er letztlich bei dem Versuch sterben, weil es bis zum Ende seines Lebens nicht klappt.

Und im letzten Vers vom ersten Kapitel sagt Salomo:

Denn wo viel Weisheit ist, da ist auch viel Enttäuschung, und wer sein Wissen mehrt, der mehrt seinen Schmerz.

Dieser Spruch hat damit zu tun, dass man immer bedrückter wird im Herzen, je mehr man sich in die Zustände dieser Welt hinein denkt, in der wir leben. Man erlebt so viele Dinge, die Hoffnung erwecken sollen, aber letztlich wird man trotzdem enttäuscht. Man sieht so viel, was nach außen hin positiv anmutet, aber wenn man es genau untersucht, entdeckt man eine Betrügerei nach der anderen. Und dann ist man sehr betrübt, weil man weiß, was wirklich abgeht. Und man bekommt auch immer wieder von Menschen Versprechungen gemacht, von vielen, aber die Anzahl derer, die ihr Wort halten, ist sehr klein. Ebenso stößt man auf Dinge, die heilen sollen, aber am Ende wird man davon krank. Und so weiß man mit der Zeit immer besser, worauf alles hinausläuft und dass es kaum etwas gibt, auf das man sich verlassen kann, außer darauf, dass alles ein Ende hat. Je mehr Dinge man untersucht, um zu wissen was dahintersteckt, desto mehr findet man nicht nur Gutes, sondern auch Böses, und dieses Wissen bereitet dem Herzen viel Schmerz.

Als nun Salomo merkte, dass seine Weisheit ihn nicht glücklich macht, sondern ihn viel mehr bekümmert aufgrund all des Schlechten, was er in dieser Welt feststellt, da meinte er, er würde sein Glück in einem primitiven und gottlosen Lebensstil finden, ähnlich wie die Leute, die nicht sonderlich über alles nachdenken.
Demgemäß schreibt er in Kapitel 2, Vers 1 bis 11:

Ich dachte in meinem Herzen: Auf, ich will es mit der Freude versuchen und das Gute genießen! Aber siehe, auch das ist nichtig!
Vom Lachen sprach ich: Es ist töricht! Und von der Freude: Was bringt sie?
Ich nahm mir in meinem Herzen vor, meinen Leib mit Wein zu verwöhnen, doch so, dass mein Herz in Weisheit die Leitung behielte, und mich an die Torheit zu halten, bis ich sähe, was für die Menschenkinder gut zu tun sei in ihren gezählten Lebens-tagen unter dem Himmel.
Ich führte große Unternehmungen durch; ich baute mir Häuser, pflanzte mir Weinberge.
Ich schuf mir Gärten und Parkanlagen und pflanzte darin Fruchtbäume jeder Art.
Ich legte mir Wasserteiche an, um daraus den sprossenden Baumwald zu tränken.
Ich kaufte Knechte und Mägde und hatte auch Gesinde, das in meinem eigenen Haus geboren war; so hatte ich auch größere Rinder- und Schafherden als alle, die vor mir in Jerusalem gewesen waren.
Ich sammelte mir auch Silber und Gold, Schätze der Könige und Länder; ich verschaffte mir Sänger und Sängerinnen und was zur Wollust der Menschensöhne dient: Frauen über Frauen.
Und ich wurde größer und reicher als alle, die vor mir in Jerusalem gewesen waren; auch blieb meine Weisheit bei mir.
Und ich versagte meinen Augen nichts von allem, was sie begehrten; ich hielt mein Herz von keiner Freude zurück; denn mein Herz schöpfte Freude aus all meiner Mühe, und das war mein Teil von aller meiner Mühe.
Als ich mich aber umsah - nach all meinen Werken, die meine Hände gemacht hatten, und nach der Mühe, die ich mir gegeben hatte, um sie zu vollbringen, siehe, da war alles nichtig und ein Haschen nach Wind, und nichts Bleibendes unter der Sonne!

Durch diese Erzählung bekommen wir einen ziemlich guten Eindruck darüber, welche weltlichen Werke Salomo ausprobierte, um glücklich zu werden, denn aufgrund seiner Macht und seines Reichtums stand ihm absolut alles offen. Er berauschte sich mit Alkohol, aber es half nicht. Er baute großartige Gebäude und Gärten, sogar ganze Parks, und er betrieb Landwirtschaft, aber es half nicht. Er sammelte Menschen um sich und leitete sie an, aber es half nicht. Er vergrößerte seinen Besitz, sodass er damit jeden anderen Mensch auf Erden übertraf, und er sammelte kostbare Schätze auf Erden, das Begehrteste, was ein Mensch sich in dieser Welt erträumen kann, aber es half nicht. Er ergötzte sich an Gesang und Kunst, und er ergötzte sich besonders an körperlicher Liebe in sehr ausgedehntem Maß, ohne Zügel, aber es half nicht. Er sättigte seine Augenlust, indem er sich alles aus der Welt vor die Augen kommen ließ, was nur irgendwie in der Welt zu finden ist, aber es half nicht. Am Ende blieb nur eines zurück. Nämlich die Reue darüber, dass er sich überhaupt so sehr abgemüht hatte. Das war der Ausgang seiner grenzenlosen Suche nach dem großen Glück in der Welt und dem Sinn des Erdenlebens durch allerlei Freude.
Und Salomo erkannte es als ein Haschen nach Wind. Nichts davon war zuverlässig oder hatte eine dauerhafte Wirkung auf ihn.

In den Versen 12 bis 16 heißt es weiter:

Und ich wandte mich zur Betrachtung der Weisheit, der Tollheit und der Torheit. Denn was wird der Mensch tun, der nach dem König kommt? Das, was man längst getan hat!
Und ich habe eingesehen, dass die Weisheit einen so großen Vorzug vor der Torheit hat wie das Licht vor der Finsternis.
Der Weise hat seine Augen im Kopf; der Tor aber wandelt in der Finsternis. Zugleich erkannte ich jedoch, dass ihnen allen das gleiche Geschick widerfährt.
Da sprach ich in meinem Herzen: Wenn mir doch das gleiche Geschick widerfährt wie dem Toren, warum bin ich denn so überaus weise geworden? Und ich sprach in meinem Herzen: Auch das ist nichtig!
Denn dem Weisen wird ebenso wenig wie dem Toren ein ewiges Andenken zuteil, weil in den künftigen Tagen längst alles vergessen sein wird. Und wie stirbt doch der Weise samt dem Toren dahin!

Hier erkennt Salomo, dass Weisheit letztlich doch besser ist als Torheit, weil sie vor mancherlei Schaden bewahrt, aber abgesehen davon hat es in dieser Welt keine Geltung, denn wenn ein Mensch stirbt, so stirbt auch sein erarbeiteter Ruhm mit der Zeit aus, und er selber hat auch gar nichts mehr davon. Denn wenn ein Mensch im Totenreich hockt, was nützt es ihm dann, dass einige auf der Erde über seine früheren Taten reden? Und letztlich passieren ja jedem Mensch im Leben ärgerliche Dinge, sowohl den Weisen als auch den Toren. Denn weder Weisheit noch Torheit können vor unverhofften dramatischen Ereignissen schützen. Und wenn ein Mensch in eine schwere Lebenskrise kommt, so nützt es ihm nichts, wenn er sich an Weisheit oder an Torheit hielt, denn das Schaden ist dann da, und es muss irgendwie damit umgegangen werden.

Somit äußert Salomo in Vers 17:

Da hasste ich das Leben; denn mir missfiel das Tun, das unter der Sonne geschieht; denn es ist alles nichtig und ein Haschen nach Wind.

Das muss man sich mal vor Augen halten! Der Mann, der alles hatte, der so unermesslich reich war, dass er sich alles leisten konnte, egal was, und dessen Weisheit alle anderen Menschen seiner Zeit übertraf, und den die Menschen bewunderten und liebten wie kaum einen anderen, dieser jenige sagt, dass er anfing, das Leben zu hassen.
Das ist ziemlich unbegreiflich, oder? Ausgerechnet so einer hätte doch überhaupt keinen nachvollziehbaren Grund, das Leben zu hassen, und doch hat er es getan. Und warum? Weil er dadurch, dass er alles in der Welt haben konnte, nur umso stärker erkannte, wie nichtig alles in der Welt eigentlich ist. All die Dinge, für die sich Menschen ihr Leben lang abmühen, die nützen am Ende ja doch nichts.

Salomo geht in den Folgeversen auch ein wenig näher darauf ein, indem er Folgendes schreibt von Vers 18 bis 23:

Ich hasste auch alle meine Arbeit, womit ich mich abgemüht hatte unter der Sonne, weil ich sie dem Menschen überlassen muss, der nach mir kommt.
Und wer weiß, ob der weise sein wird oder ein Narr? Und doch wird er über all das Macht bekommen, was ich mit Mühe und Weisheit erarbeitet habe unter der Sonne. Auch das ist nichtig!
Da wandte ich mich ab und überließ mein Herz der Verzweiflung über all die Mühe, womit ich mich abgemüht hatte unter der Sonne.
Denn das Vermögen, das einer sich erworben hat mit Weisheit, Verstand und Geschick, das muss er einem anderen als Erbteil abgeben, der sich nicht darum bemüht hat. Auch das ist nichtig und ein großes Unglück!
Denn was hat der Mensch von all seiner Mühe und dem Trachten seines Herzens, womit er sich abmüht unter der Sonne?
Denn er plagt sich jeden Tag mit Kummer und Ärger; sogar in der Nacht hat sein Herz keine Ruhe. Auch das ist nichtig!

In diesem Teil ärgert sich Salomo also besonders darüber, dass ein großes Erbe einen Nachfolger zufallen wird, von welchem er nicht weiß, ob dieser es wert sein wird. Und dem fällt dann alles mühelos in den Schoß, während Salomo sich gewissermaßen abmühte.
Zuerst hat er sich also viel davon versprochen, etwas Großartiges aufzubauen und vieles zu erarbeiten, was er in seinem eigenen Denken als erstaunliche Errungenschaften beschreibt. Jetzt aber, wo er es erreicht hat und mit dem Gedanke leben muss, dass ein anderer es bekommen wird, da ärgert er sich über alles, was er mit großer Mühe geleistet hat. Zuerst meinte er, es würde ihn glücklich machen, jetzt aber ist es ihm ein Anstoß.
Was für ein Durcheinander! Aber genau so wird es auch jedem anderen Mensch gehen, der Großes aufgebaut hat in dieser Welt. Er wird selbst alt werden und muss es einem anderen hinterlassen, der höchstwahrscheinlich unwürdig damit umgehen wird. Dann werden sich all die schweren Jahre und all die harte Arbeit als nichtiger Hauch erweisen.

Jedenfalls äußert Salomo folgende Gedankengänge in den letzten drei Versen des zweiten Kapitels:

Ist es dann nicht besser für den Menschen, dass er esse und trinke und seine Seele Gutes genießen lasse in seiner Mühsal? Doch habe ich gesehen, dass auch das von der Hand Gottes abhängt.
Denn: »Wer kann essen und wer kann genießen ohne mich?«
Denn dem Menschen, der vor Ihm wohlgefällig ist, gibt Er Weisheit und Erkenntnis und Freude; aber dem Sünder gibt er die Plage, zu sammeln und zusammenzuscharren, um es dem abzugeben, der Gott wohlgefällig ist. Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind.

Hier redet Salomo Unsinn, und es ist eine der Stellen, die offenbaren, wie weit er schon von Gott entfernt war in den Tagen, als er dieses Buch schrieb. Denn er behauptet, dass immer nur die Sünder die Plagen abbekommen und Arbeit leisten, sodass ein Mensch, den Gott mag, sich daran bereichert und freut. Das ist falsch, denn genau das Gegenteil passiert schon seit Jahrtausenden. Die, welche nicht nach Gottes Wort wandeln, sondern sündigen, haben die Macht und beuten Menschen aus, welche den Geboten möglichst gehorsam sein wollen. Und Salomo schreibt sogar an anderen Stellen des Buches, dass er diese Ungerechtigkeit mit eigenen Augen gesehen hat, darum ist es sehr unsinnig, dass er hier so einen Quatsch zum Ausdruck bringt.
Er kommt aber gemäß Vers 24 auch zu der Vermutung, nachdem er den nichtigen Ausgang aller Anstrengungen erkannt hat, dass es innerhalb der Welt, wenn man Gott außen vor lässt, wohl nicht wirklich irgendwas Besseres gibt für die, die nicht mit Gott wandeln, als dass sie etwas genießen können in der Welt. Mehr als der Versuch, sich an irgendwas zu erfreuen und Momente der Freude und des Genusses zu haben, bleibt den Gottlosen nicht übrig. Und dieses Genießen von kleinen Freuden und angenehmen Momenten steht sowohl den Reichen als auch den Elenden offen. Somit gibt es hinsichtlich des Versuchs, in dieser Welt Glück zu finden, für jeden Mensch nur das selbe Schema, nämlich das zu genießen, woran man sich überhaupt einen Augenblick erfreuen kann, und sich selbst nicht überflüssig zu stressen. Dadurch wird es irrelevant, ob ein Mensch reich oder arm ist. Salomo erkennt also gewissermaßen, dass es in der Welt das große Glück nicht gibt, und dass alles Jagen nach dem großen Glück eine völlig törichte Unternehmung ist. Wer gar nicht erst nach dem großen Glück jagt, sondern einzelne Momente der Freude und genug Versorgung hat, dem geht es besser als einem, der das große Glück finden will. Denn wer nach dem großen Glück jagt, der jagt umsonst, und alle seine Anstrengungen enden mit der Erkenntnis, dass nichts übrig bleibt.
Nun ist aber das Motto, dass ein Mensch in einfachen Freuden den Sinn seiner Existenz sehen soll, um von dem Leben in der Welt überhaupt etwas Gutes zu haben, eine ziemlich gottlose Ansicht. Denn wenn ein Mensch eine Sünde tut, die ihm gefällt, so wird es dem Mensch im Gericht Gottes zum Verhängnis. Und Salomo betont zwar an einigen Stellen des Briefes, dass Gott über alles richten wird, aber gleichzeitig berücksichtigt er selber diese Tatsache gar nicht bei einigen seiner Ausführungen. Besonders schrecklich ist seine Aussage aus Kapitel 7, Vers 16, wo er schreibt:

Sei nicht allzu gerecht und erzeige dich nicht übermäßig weise! Warum willst du dich selbst verderben?

Aus göttlicher Sicht ist diese Aussage eine üble Schande. Denn man kann, wenn man Gott zuliebe wandelt, niemals gerecht genug sein, und je mehr man es versucht, desto besser ist es. Und zwar ungeachtet der unerträglichen Reaktionen der Menschen, die nicht glauben. Aber Salomo hat wie gesagt seine Liebe zu Gott ja schon längst verloren gehabt in diesen Tagen und hat sich von seinen Frauen zu Götzendiensten verleiten lassen. Deswegen schreibt er, obwohl er genau weiß, dass Gott alles richten wird am Ende, trotzdem einen solchen Unsinn. Wie ein Mensch, der unfähig ist, seine eigenen Worte zu berücksichtigen. Salomo schreibt seine Worte nämlich nicht Gott zuliebe, sondern wegen den Menschen. Er sagt, dass man sich nicht allzu gerecht erzeigen soll, weil es davor schützen soll, dass die Leute an der zu großen Gerechtigkeit Anstoß nehmen. Denn die allermeisten Menschen wollen selber nicht gerecht sein, deswegen freuen sie sich auch nicht über Gemeinschaft mit einem Gerechten. Wer aber Gott entfremdet ist, dem bleibt in seiner Armseligkeit ja nichts Anderes übrig, als bei den Menschen in dieser Welt all die Geborgenheit zu suchen, die er von Gott nicht will. Und genau diese Geborgenheit gibt es bei den Menschen gar nicht - es ist schonwieder eine Suche ohne Ende, ohne Erfolg, genau wie die Suche nach dem großen Lebensglück. Und doch weiß sich ein Mensch nicht anders zu helfen als mit dieser vergeblichen Suche. So ist es bei jedem, wenn er Gott verachtet, und genau damit war letztlich auch Salomo geplagt in seinen alten Tagen, weil er Gott erzürnt hatte.

Je mehr ein Mensch Gott nicht lieben will, desto mehr neigt der Mensch dazu, innerhalb der Welt einen Sinn zu suchen. Das passiert nicht nur durch das Beiseitelassen der Wahrheit Gottes, sondern auch dadurch, dass Menschen sich ihre eigenen Ideen erschaffen, wie Gott sein soll, oder indem sie neue Götter erfinden. Aber bei all dem achten sie besonders stark auf das irdische Leben und erhoffen sich davon große Offenbarungen, obwohl es keine großen Offenbarungen des Lebens in dieser gefallenen Welt geben wird.
Das Leben ist so, wie es nunmal ist, und es bleiben gewisse Dinge keinem Mensch erspart, unabhängig davon, ob sie glücklich machen. Darauf spielt Salomo in Kapitel 3 an, wo geschrieben steht in Vers 1:

Alles hat seine bestimmte Stunde,
und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit.

Salomo zählt dann auch vieles auf, was im Leben auf der Erde geschieht. Er redet von Geboren werden und sterben, bauen und zerstören, weinen und lachen, aufbewahren und wegwerfen, schweigen und reden, und vieles mehr. Alles hat seine Zeit in dieser Welt. So einfach ist das Leben, und Salomo schreibt schließlich in den Versen 16 bis 20:

Und weiter sah ich unter der Sonne: An der Stätte des Gerichts, da herrschte Ungerechtigkeit; ja, Ungerechtigkeit herrschte an der Stätte des Rechts.
Da sprach ich in meinem Herzen: Gott wird den Gerechten wie den Gottlosen richten; denn er hat dort eine Zeit bestimmt für jedes Vorhaben und für jedes Werk!
Ich sprach in meinem Herzen: Es geschieht wegen der Menschenkinder, damit Gott sie prüfe und damit sie einsehen, dass sie an und für sich wie das Vieh sind.
Denn das Geschick der Menschenkinder und das Geschick des Viehs ist ein und dasselbe: Die einen sterben so gut wie die anderen, und sie haben alle denselben Odem, und der Mensch hat dem Vieh nichts voraus; denn es ist alles nichtig.
Alle gehen an denselben Ort: Alles ist aus dem Staub geworden, und alles kehrt auch wieder zum Staub zurück.

Das sind harte Worte. Salomo meint, dass das Leben der Menschen in der Welt nicht großartiger ist als das Leben der Tiere in der Welt. Und er betont in Vers 16 auch die Ungerechtigkeit auf Erden, die ihm auffiel. Wohlgemerkt ausgerechnet in weltlichen Gerichtsgebäuden.
Ohne das Bewusstsein, dass Gott denen etwas Besseres bereithält, die ihn wirklich lieben, könnte man an solchen Gedanken und Beobachtungen echt verzweifeln. Denn wer den Ratschluss Gottes nicht kennt, dem wird absolut alles sinnlos vorkommen, je mehr er sich in das hineindenkt, was er erlebt und was er sehen kann.

Und wenn ihr meint, dass am Ende von Kapitel 3 die zweifelhaften Erkenntnisse von Salomo ihren Höhepunkt erreicht hätten, dann passt mal auf, was in Kapitel 4 steht! Dort lesen wir in den Versen 1 bis 4:

Und so wandte ich mich um und sah alle Bedrückungen, die verübt werden unter der Sonne; und siehe, da flossen Tränen von Unterdrückten, die keinen Tröster hatten; und weil die Hand ihrer Unterdrücker so stark war, konnte sie niemand trösten.
Da pries ich die Toten, die längst gestorben sind, glücklicher als die Lebenden, die jetzt noch am Leben sind.
Aber besser als beide ist der dran, der noch nicht geboren ist, weil er das böse Treiben, das unter der Sonne geschieht, gar nicht gesehen hat.
Ich sah auch, dass alle Mühe und alles Gelingen im Geschäft nur den Neid des einen gegen den anderen weckt. Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind!

Das sind heftige Worte, oder? Unter Berücksichtigung all des Bösen, das auf Erden geschieht, besonders aber zu damaligen Zeiten, preist Salomo die jenigen glückselig, die nicht mehr auf der Erde sind, und noch glücklicher sollten sich laut diesen Worten die schätzen, welche gar nicht erst geboren wurden. Das sind wirklich krasse Gedankengänge, die Salomo aufgrund seiner Beobachtungen äußert. Und er erkannte auch, dass ein Mensch von anderen beneidet wird, wenn er Erfolg hat, und dass dadurch dann umso mehr Probleme entstehen. Und somit ist jede Art von Erfolg auch ein Haschen nach Wind,denn man hat nicht das Gute davon, das man sich erhoffte. Und an alten Ruhm gedenkt man ziemlich selten. Ein Mensch hat nur so lange Ruhm, wie er immer wieder aktuell etwas Neues leistet. Wird er aber nachlässig, so ist das bisher Erreichte nicht mehr gut genug für die Menschen. Somit ist es letztlich alles nichtig, und zwar von Anfang an, denn man wird davon in dieser Welt nicht das haben, was man für begehrenswert hält, und alles, was man bekommt, ist nicht von Dauer in der Welt.

Jedenfalls habe ich ja vorhin schon gesagt, dass gottlosen Menschen nichts Anderes übrig bleibt, als sich auf andere Menschen zu konzentrieren und auf andere Menschen ihre Hoffnung zu setzen, wenn sie von Gott entfremdet sind, und genau das ist es, was Salomo in den Folgeversen in seinem Kopf hat. Auch er selbst ist in das Denken abgedriftet, dass Menschen froh sein sollen, einander zu haben.

Wir lesen aber auch in Kapitel 5 Worte, die fast schon ein bisschen im Widerspruch zu dem vielen weltlichen Denken stehen, das wir bisher bemerkt haben. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 6:

Übereile dich nicht mit deinem Mund, und lass dein Herz keine unbesonnenen Worte vor Gott aussprechen; denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde; darum sollst du nicht viele Worte machen!
Denn Träume kommen von viel Geschäftigkeit, und dummes Geschwätz vom vielen Reden.
Wenn du Gott ein Gelübde ablegst, so versäume nicht, es zu erfüllen; denn er hat kein Wohlgefallen an den Toren; was du gelobt hast, das sollst du auch erfüllen!
Es ist besser, dass du nichts gelobst, als dass du etwas gelobst und es nicht erfüllst.
Lass dich durch deinen Mund nicht zur Sünde verführen, und sage nicht vor dem Boten: »Es war ein Versehen!« Warum soll Gott über deine Äußerung erzürnen und das Werk deiner Hände verderben?
Denn wo man viel träumt, da werden auch viel nichtige Worte gemacht. Du aber fürchte Gott!

Hier wird man nun also als Leser zu Gottesfurcht aufgerufen, auch wenn der Autor diese längst verloren hatte. Besonders interessant ist die Aussage, dass viele Träume von viel Geschäftigkeit kommen. Aber wenn jemand zu sehr auf Träume achtet, folgt darauf eine umso größere Menge an nichtigen Worten. Ich persönlich gehe sehr stark davon aus, dass Salomo mit dieser Aussage richtig liegt.

Eine andere Aussage, die man sich mal vor Augen halten sollte, liest man in den Versen 9 und 10. Dort steht Folgendes:

Wer Geld liebt, bekommt vom Geld nicht genug, und wer Reichtum liebt, nicht vom Gewinn. Auch das ist nichtig!
Wo viele Güter sind, da sind auch viele, die davon zehren, und was hat ihr Besitzer mehr davon als eine Augenweide?

Wir haben ja beim Stöbern in Kapitel 1 die zutreffende Aussage gelesen, dass die Augen und die Ohren der Menschen unersättlich sind. Wenn man das berücksichtigt, dann erkennt man auch, warum aller Reichtum nichtig ist. Egal wie großartig der eigene Besitz ist, der Schmarotzer anziehen wird, so wird sich das Auge nicht sattsehen können an den wunderbaren Besitztümern. Und egal, wie viele verschiedene Theorien und Legenden jemand hört, der nach Wissen giert: Sein Ohr hört sich niemals satt. Denn der Hunger, unter dem gierige Menschen leiden, ist immer unstillbar. Darum ist der, welcher danach hungert, nicht mehr gierig zu sein, deutlich schlauer als einer, der jede Gier zu befriedigen versucht.

Eine weitere bemerkenswerte Beobachtung steht in Vers 11, wo Salomo schrieb:

Süß ist der Schlaf des Arbeiters, ob er nun wenig oder viel isst; aber den Reichen lässt seine Übersättigung nicht schlafen.

Dieses Detail zum Thema Schlaf kann durchaus zutreffen. Wenn man etwas geleistet hat, schläft man leichter ein, als wenn man faul war. Für das ewige Leben hat das zwar keine Relevanz, aber es weiß ja doch jeder Mensch innerhalb dieser Welt einen guten Schlaf zu schätzen. Allerdings nützt das Arbeiten nichts, wenn es mit Sorgen verbunden ist, denn die Sorgen des Menschen verderben immer seinen Schlaf, egal ob er tüchtig oder faul ist.

Salomo schreibt im Rest des Kapitels hauptsächlich, dass jede Freude von Gott gewährt sei. Das klingt ein wenig so, als würde er Gott unterstellen wollen, dass Gott den Menschen die Freude absichtlich im Vorfeld geraubt hat, es sei denn, er erbarmt sich und schenkt sie. Also Salomo unterstellt unserem Vater im Himmel auf eine unterschwellige Art eine grundlegende Unbarmherzigkeit, was ein weiteres Mal zeigt, dass Salomo in diesen Tagen wirklich von Gott entfremdet war und nur mit seinem Mund über Gottesfurcht redete, aber sie nicht im Herzen hatte. Denn wer Gottesfurcht hat, der stellt keine Theorien auf, welche Gott auf unterschwellige Weise wie einen Übeltäter dastehen lassen. Gott hat von Anfang an den Menschen die Möglichkeit eröffnet, dass sie an etwas Freude haben können. Es ist nicht nötig, dass er immer zuerst seine Hand ausstreckt, so als hätte er die Schöpfung absichtlich ohne Freude gemacht. Wer das über Gott denkt, dass Gott jedes Mal aktiv werden muss, bevor ein Mensch sich freuen kann, der kennt Gott nicht.
Ganz allgemein zeugt der Gedanke von Unverständnis, dass der Mensch nichts Besseres finden kann als eine Freude im Leben und den Genuss der Früchte seiner Anstrengungen. Denn davon redet Salomo auch wieder in Kapitel 6, dass es nichts Besseres geben würde als dies, inmitten der Nichtigkeit in der Welt, und Salomo bedenkt nicht, dass Gott viel größer und wunderbarer ist als die Welt, sondern fokussiert sich in seinen Lehren und Erzählungen eigentlich nur auf das Leben in der Welt allein.

Ich muss dabei die ganze Zeit an das Zitat von Jesus denken, welches lautet:

Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden!

Damit meint Jesus nämlich, dass man nicht in dieser Welt sein Leben suchen soll. Denn jeder, der in dieser Welt sein Lebensglück findet, der kann das wahre Leben gar nicht erkennen.

Salomo hätte theoretisch auch auf den Gedanke kommen können, dass jedes Suchen innerhalb dieser Welt vergeblich ist, es sei groß oder klein. Aber seine Weisheit reichte nicht aus, um so weit zu kommen. Salomo kannte trotz aller Weisheit auch nicht die Ursache von allem Verderben in der Welt, aber wir als informierte Christen haben eine ungefähre Ahnung. Denn wir wissen, dass es den Satan gibt, welcher die Gerechtigkeit Gottes ausnutzen will, um uns für jeden Fehltritt anzuklagen, denn sein Begehren ist die Zerstörung von allem, was ist. Und er ist nicht allein, sondern hat über 33 Millionen Diener, wodurch die Sache echt ungemütlich wird.

Wenn aber jemand diesen Zustand liebt, wie sollte es für so einen Mensch Hoffnung geben? Salomo wusste zwar nichts von diesem Zustand, aber er hat mit der Zeit schon gemerkt, dass in dieser Welt etwas absolut nicht in Ordnung ist. Demgemäß schrieb er in Kapitel 7 in den Versen 1 bis 4:

Ein guter Name ist besser als wohlriechendes Salböl, und der Tag des Todes ist besser als der Tag der Geburt.
Besser, man geht in das Haus der Trauer als in das Haus des Festgelages; denn dort ist das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmt es zu Herzen.
Kummer ist besser als Lachen; denn wenn das Angesicht traurig ist, so wird das Herz gebessert.
Das Herz der Weisen ist im Haus der Trauer; aber das Herz der Narren im Haus der Lustigkeit.

Es zeugt zwar nichtmal ansatzweise von Weisheit, wenn Salomo behauptet, ein guter Name sei wertvoll, denn Jesus hat offenbart, dass alles ein Gräuel ist, was bei den Menschen hohes Ansehen genießt, aber die anderen Worte aus den Versen sind sehr bemerkenswert. Wenn Salomo sagt, dass der Tag des Todes besser ist als die Geburt, sollten sich davon zwar maximal die jenigen angesprochen fühlen, die zu Jesus gehören und ihr Herz von aller Sünde gereinigt haben - wenn aber Salomo sagt, dass es besser ist, in ein Haus der Trauer zu gehen als in ein Haus des Festgelages, so liegt er damit richtig. Denn die Trauernden sind glückselig, wenn sie aufrichtig trauern. Darum ist auch wirklich Kummer besser als Lachen, denn das Herz wird tatsächlich reiner von Kummer als vom Lachen. Auch da hat Salomo Recht. Leider gibt es aber auch reichlich Menschen, die aus selbstsüchtigen Gründen Kummer haben. Und deren Herz wird dann nicht rein, sondern verbittert. Denn das Herz wird gereinigt durch selbstlosen Kummer, durch Kummer aus dem Grund, dass andere Menschen leiden müssen oder dass allgemein die Schöpfung total hinüber ist. Aber wer Kummer hat, weil er selbst mit einer bestimmten Person nicht Unzucht treiben darf, oder weil ihm sein eigenes Haus nicht mehr gefällt oder sonstiges, der braucht sich in keiner Weise angesprochen zu fühlen von der Weisheit, dass Kummer das Herz bessert und Trauernde glückselig sind. Das garantiere ich euch.

Es gibt aber auch eine weitere Aufforderung von Salomo, welche bis zum heutigen Tag auf die Menschen angewendet werden kann, die an Alter zugenommen haben. Wir lesen in Vers 10:

Sprich nicht: »Wie kommt es, dass die früheren Tage besser waren als diese?« Denn nicht aus Weisheit fragst du so!

Ich habe nicht mitgezählt, wie oft ich ältere Leute schon sagen hörte: „Früher, zu meiner Zeit, war alles besser!“
Salomo aber sagt, dass dieses Motto überhaupt nichts mit Weisheit zu tun hat. Und das stimmt auch, denn die Wahrnehmung eines jungen Menschen ist immer besser als die eines alten. Wenn die alten Leute heute Kinder wären, so würden sie die jetzige Zeit liebgewinnen. Weil sie aber zu einer anderen Zeit Kinder waren, haben sie eine andere Zeit liebgewonnen und beschweren sich nun, weil es nicht mehr ist wie in ihren Kindheitstagen. Denn die Dinge sind früher nicht wirklich besser gewesen, aber wer früher jung war, konnte sich besonders leicht mit den Dingen anfreunden, die zu seiner Zeit gerade aktuell waren. Darum ist es im Grunde alles nur eine Frage des geistigen Zustandes, ob ein Mensch eine Zeit liebgewinnt oder nicht. Wer aber Jesus nachfolgt, der gewinnt überhaupt keine Zeit lieb, da die Welt allezeit im Bösen ist.

Salomo schreibt auch in den letzten Versen des Kapitels, dass er alles prüfte, um zu einem Endergebnis zu kommen, aber es nützte ihm nichts.
In Kapitel 8 erkennt Salomo ein weiteres Mal, wie viel Ungerechtigkeit es im Leben gibt und sagt diesbezüglich auch in Vers 14:

Es ist eine Nichtigkeit, die auf Erden geschieht, dass es Gerechte gibt, denen es nach dem Tun der Gottlosen ergeht, und Gottlose, denen es nach dem Tun der Gerechten ergeht. Ich habe gesagt, dass auch das nichtig ist.

Hier ist also eine von mehreren Stellen, wo Salomo betont, dass die Gottlosen Gutes bekommen, was sie nicht verdienen, und Gerechte Schlechtes, welches diese auch nicht verdienen.
Jedenfalls redet Salomo in Kapitel 9 schonwieder von dem weltlichen Denken, dass es wohl das Beste sein muss, möglichst viel Freude zu haben vor dem Tod, weil man dann im Tod gar nichts mehr von dem mitbekommt, was auf der Erde abläuft. Hier lässt er also auch Gott außen vor, obwohl er in Kapitel 8 wieder geheuchelt zu Gottesfurcht aufgerufen hat. Naja, was will man machen?
Gottesfurcht nützt nicht denen etwas, die davon reden, sondern nur denen, die in ihr Leben, so viel steht fest. Gegen Ende von Kapitel 9 redet Salomo auch davon, dass im Krieg die Weisheit gefährlicher sein kann als starke Waffen. Da wir uns aber nicht für Krieg interessieren, brauchen wir uns auch nicht mit solchen Gedankenspielen zu belasten.

In Kapitel 10 stehen nur einige unnütze Worte über Könige und Knechte. Auch in Kapitel 11 stehen zum Großteil Worte, die wie belanglose Schwafelei klingen. Das letzte Kapitel des Buches ist Kapitel 12, und dort wird man zuerst ermahnt, die guten Tage zu erkennen, bevor sie zu Ende sind, danach preist Salomo seine eigene Weisheit und zum Abschluss liest man Folgendes in den Versen 12 bis 14:

Und über diese hinaus, lass dich warnen, mein Sohn! Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und viel Studieren ermüdet den Leib.
Lasst uns die Summe aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das macht den ganzen Menschen aus.
Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen, samt allem Verborgenen, es sei gut oder böse.

Während also Salomo in Kapitel 7 törichterweise geschrieben hat, man solle nicht zu gerecht sein, so ermahnt er immerhin zum Abschluss seiner durchwachsenen Predigt, dass man Gott fürchten und seine Gebote halten soll.
Das ist ein guter Rat.

Und da wir nun eine Menge aus dem Buch des Predigers angeschaut haben, soll es an dieser Stelle auch genug sein.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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