Text zu "Jesus kennen (1) - Der Mann, der seine Feinde liebt"

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=tpEE9sD_sfQ

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In diesem Video soll aufgezeigt werden, inwiefern Jesus ein Mann war, der seinen Feinden mit Liebe begegnete und auch entsprechend auf sie reagierte. Denn es ist wichtig für uns, dass wir möglichst genau so wandeln sollen wie Jesus, deshalb müssen wir ihn gut kennen, und dazu soll dieses Video beitragen.

Die erste Situation, die von Jesu Feindliebe Zeugnis gibt, ist seine Begegnung mit der Frau aus Samaria. Bevor ich euch dazu einiges erkläre, lesen wir uns den hinsichtlich Feindliebe wichtigsten Vers aus der entsprechenden Erzählung durch. Es steht geschrieben im Evangelium des Johannes, Kapitel 4, Vers 9:

Nun spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie erbittest du als ein Jude von mir etwas zu trinken, da ich doch eine samaritische Frau bin? (Denn die Juden haben keinen Umgang mit den Samaritern.)

Jesus hatte die Frau nur gefragt, ob sie ihm ein bisschen von dem Wasser aus dem Brunnen gibt, und als Reaktion kommt eine derart freche Äußerung, dass sie ihm Vorwürfe macht, wie er, als ein Jude, sich erdreisten kann, sie um Wasser zu bitten. Das ist eine ziemlich üble Antwort, und noch dazu von einer Frau aus einem Volk, das Götzendienste leistet und daher theoretisch Verachtung verdient. Jesus hat besonders nach dieser Reaktion allen Grund, diese Frau zu verachten. Aber stattdessen bleibt Jesus ruhig. Er redet freundlich mit ihr. Er tadelt sie gar nicht erst wegen ihrer unverschähmten Antwort. Er bleibt im Frieden und in der Liebe gegenüber einer Person, die ihm Anlass zum Schimpfen und Schmähen gegeben hat. Und wer den Text kennt, der weiß auch, dass Jesus sich ihr gegenüber sogar als Messias zu erkennen gibt. Bereits daran ist die Feindliebe von Jesus ziemlich gut erkennbar. Es gibt sicherlich nur ganz wenige Menschen, die einer von der eigenen Gruppe verachteten Person, wobei die Person sich obendrein unverschämt benimmt, mit friedlichen und gutmütigen Worten begegnen. Jesus aber hat es getan.

Ein anderer Moment, in dem die Feindliebe von Jesus besonders gut sichtbar wird, ist bei seiner ersten Offenbarung seiner Identität in Jerusalem, wovon wir in Kapitel 5 des Johannesevangeliums lesen. Zuerst hatte Jesus an diesem Sabbat einen Gelähmten geheilt, der seit 38 Jahren geplagt war. Dieser Mann sollte seine Liegematte nach Hause tragen, und als er das tat, sahen es die Pharisäer und Schriftgelehrten und schimpften ihn aus, weil er durch das Tragen der Liegematte die Sabbatruhe entweihte. Da sagte der Geheilte, dass er das tut, weil Jesus es befohlen hat, und als Jesus ihm erneut begegnete, da ging der Geheilte zu den Obrigkeiten und machte sie auf Jesus aufmerksam. Deswegen wollten die Juden Jesus zu Tode steinigen, was laut der Thora korrekt sein würde, wenn tatsächlich eine ernstzunehmende Sabbatschändung passiert wäre. Allerdings ist das Heilen eines einzelnen schwer geplagten Menschen am Sabbat keine Entheiligung des Tages, so lange es zur Ehre Gottes geschieht. Und das versucht Jesus ihnen auch zu erklären, also dass Gott dieses Wunder wirkte, weil Gott sein Vater ist, und dass Jesus nur tut, was Gott ihm beibringt. Sie verstanden es aber nicht, sondern sie glaubten, Jesus wolle behaupten, er wäre selber Gott. Und weil sie ihn falsch verstanden hatten und meinten, dass Jesus sich selber als Gott bezeichnen wolle, wurden sie noch wütender und wollten ihn umso überzeugter zu Tode steinigen. Sie waren angetrieben von Zorn und Verachtung und haben sich daher wirklich wie erbitterte Feinde verhalten. Jesus aber reagiert auch diesmal auf dieses hochgradig feindselige Verhalten nicht mit Vergeltung, sondern mit Liebe. Er redet ordentlich mit ihnen. Er hat nichts Schlimmes zu ihnen gesagt. Er hätte zu ihnen in dieser Lage theoretisch sagen können: „Sagt mal, wie bescheuert seid ihr eigentlich? Ich betone extra, dass ich Gottes Sohn bin, und ihr glaubt, ich würde mich selbst zu Gott erklären wollen? Ihr macht euch lächerlich!“
Oder Jesus hätte ebenfalls sagen können: „Das ist wiedermal typisch für euch kleingläubige Narren, dass ihr euch nicht zu schade seid, Steine zu ergreifen und jemanden umbringen zu wollen, wenn irgendeine belanglose Kleinigkeit nicht nach eurem persönlichen Willen verläuft!“
Aber derartige Worte, die zur Situation passend gewesen wären, hat Jesus nicht gesprochen. Er versucht ihnen stattdessen in Ruhe zu erklären, dass er allezeit den Wille Gottes ausführt, wie Gott es gebietet. Und er sagt sogar zu denen, die schon Steine in der Hand halten, um ihn zu Tode zu steinigen, laut Vers 34:

Ich aber nehme das Zeugnis nicht von einem Menschen an, sondern ich sage das, damit ihr gerettet werdet.

Jesus redet zu dem Zweck, dass die Menschen, die ihn töten wollen, gerettet werden können. Erkennt ihr, was für eine tiefe und unvergleichliche Feindliebe das ist?
Die Menschen sehen in ihm einen Gotteslästerer aufgrund ihrer eigenen verdrehten Gedankengänge, und sie verabscheuen ihn und wollen ihn töten, und Jesus redet nicht zu ihnen, um sich selber zu schützen, sondern er redet sogar in dieser Lage zu ihnen, um sie zu retten. Das ist absolut erstaunlich. Das ist echte Feindliebe.

Es wurden aber die Pharisäer und Schriftgelehrten immer feindseliger gegen Jesus, je mehr Tage vergingen. Und Jesus konnte sich völlig darauf verlassen, dass, sobald Schriftgelehrte oder Pharisäer oder andere hoch angesehene Autoritäten des jüdischen Volkes zu ihm kommen, die dann immer negative Absichten verfolgen.
Abgesehen davon, dass der Pharisäer Nikodemus einmal mit gutmütiger Absicht allein und heimlich zu Jesus kam, wollten ansonsten die Pharisäer und Schriftgelehrten immer nur bei Jesus sein, um sich Fehler an ihm auszugucken und sein Verhalten zu bemängeln, um ihn mit Fangfragen zu unklugen Antworten zu reizen und um ihn vor dem Volk als Trottel hinzustellen. Deswegen war es für Jesus immer eine Last auf seinen Reisen, Pharisäer und Schriftgelehrte dabei zu haben in der Volksmenge. Aber die Feindliebe Jesu war so groß, dass er das trotzdem die ganze Zeit geduldet hat. Und wenn irgendein Pharisäer ihn zu einem Mahl einladen würde, so war von Anfang an klar, dass dies nur geschieht, weil die Pharisäer ihm auflauern wollten, ob er vielleicht irgendwas Falsches tut, was schlimm genug wäre, um ihn zu verklagen. Rein von der weltlichen Logik war es also auf ganzer Linie sinnlos, auch nur eine einzige Einladung in ein Haus eines Pharisäers anzunehmen. Aber weil Jesus das gesamte jüdische Volk vor seiner Verherrlichung lehren wollte, nahm er die Einladungen trotzdem an, um aus Liebe auch den jenigen die rettende Lehre vorzutragen, die von Anfang an überhaupt nicht die Absicht hatten, daran zu glauben. Auch das ist ein großes Anzeichen von Feindliebe. Denn manch anderer hätte sich vermutlich von vorn herein geweigert, den Pharisäern auch nur ein einziges Wort des Evangeliums zu erzählen, weil sie das aufgrund ihres Hochmuts, ihrer Widerspenstigkeit und ihrer Feindseligkeit überhaupt nicht verdienten. Jesus aber wandelte auch dabei in Feindliebe.

Als kleine Beispiele lesen wir mal kurz zwei Bibelstellen, die davon Zeugnis geben. In Kapitel 14 vom Evangelium des Lukas steht in Vers 1:

Und es begab sich, als er am Sabbat in das Haus eines Obersten der Pharisäer ging, um zu speisen, da beobachteten sie ihn.

Hier merkt man am besten, dass es immer Spannungen gab bei diesen vermeintlichen Mahlzeiten, denn es wird extra erwähnt. Auch in den Synagogen gab es angespannte Lagen, denn wir lesen im Evangelium des Matthäus, Kapitel 12, Vers 9 bis 14:

Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.
Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Darf man am Sabbat heilen?, damit sie ihn verklagen könnten.
Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat und, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht?
Wie viel mehr ist nun ein Mensch wert als ein Schaf! Darum darf man am Sabbat wohl Gutes tun.
Dann sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und sie wurde gesund wie die andere.
Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.

Nachdem sie also Jesus zuerst dumm dastehen lassen wollten und es ihrer Meinung nach auch geklappt hat, gingen sie hinaus, um zu beratschlagen, wie sie ihn umbringen könnten. Und trotz solcher Ereignisse war die Feindliebe von Jesus groß genug, um weiterhin Pharisäer in seiner Nähe zu dulden. Auch in dieser Lage, von der wir gerade gelesen haben, war Jesus nicht auf Vergeltung aus. Denn würden wir weiterlesen, dann würden wir erfahren, dass Jesus sich einfach zurückgezogen hat.

Ich habe ja auch in anderen Videos schon über den Verräter Judas Ischariot kurz geredet, denn dieser zählt eindeutig als ein Feind von Jesus, aber Jesus war sich nicht zu schade, ihm die Füße zu waschen, wie es an allen Aposteln geschah. Das wurde schon in anderen Videos angemerkt, und das wird auch heute wieder angemerkt. Denn das ist ultimative Feindliebe. Wie viele gewöhnliche Menschen hätten in dieser Lage nur den elf treuen Aposteln die Füße gewaschen? Den Verräter aber hätten sie beiseite gelassen. Und was macht Jesus? Jesus wäscht dem jenigen demütig die Füße, der für seinen Tod Verantwortung tragen wird. Das ist eine Veranschaulichung von Feindliebe, und wenn jemand es heutzutage nicht hinbekommen würde, seinem eigenen Feind etwas Gutes zu tun, so hat er keine Feindliebe, weil er sich selbst immernoch zu wichtig nimmt.

Wir wissen aber, dass Jesus natürlich umso stärker unter Druck geriet, je näher seine Gefangennahme kam. Und als in dieser Nacht im Garten Gethsemane die feindliche Truppe ankam, um Jesus festzunehmen, da hätte man vielleicht davon ausgehen können, dass diese Situation zu schwierig war, um immernoch Feindliebe zu behalten. Aber lasst uns mal lesen, von welchem Ereignis dabei berichtet wird laut dem Evangelium des Lukas. Es steht geschrieben in Kapitel 22, Vers 49 bis 51:

Als nun seine Begleiter sahen, was da geschehen sollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?
Und einer von ihnen schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab.
Da antwortete Jesus und sprach: Lasst ab davon! Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn.

Wie wir sehen, wollte einer der Apostel Jesus verteidigen, obwohl das in dieser Lage überflüssig war, und schlug einem Feind das rechte Ohr ab. Manch einer wäre in dieser Lage nicht sonderlich mitfühlend mit dem Knecht der feindlichen Schar gewesen. Es handelt sich schließlich um Leute, die gekommen waren, um Jesus gefangen zu nehmen. Was sollte es ihn kümmern, ob es denen gut oder schlecht geht? Und doch erweist Jesus auch hier wieder Feindliebe, indem er einem der Feinde, die ihn festnehmen, das Ohr heilt. Seine Feindliebe hat also auch in dieser Lage Bestand gehabt.

Und zuguterletzt ist schon mehrmals auf diesem Kanal darüber geredet worden, und es ist hoffentlich auch ganz allgemein für euch nichts Neues, dass Jesus sogar zu dem Zeitpunkt, als er am Kreuz hing und übelst misshandelt worden war, trotzdem immernoch die Nerven dazu hatte, für die Gnade Gottes zu beten, dass Gott doch denen vergeben soll, die ihn gekreuzigt haben und nun in völliger Ignoranz seiner Schmerzen nichts Besseres zu tun hatten, als darum zu losen, wer das Gewand von Jesus bekommen darf.

All diese Situationen geben Zeugnis von der Feindliebe, die Jesus ausgelebt hat, denn er wandelte überzeugt darin um Gottes Willen. Nicht weil die Feinde das verdient hatten, sondern allein weil es Gott wohlgefällig war, denn die Gedankengänge Gottes sind anders als die törichten und selbstgerechten Gedankengänge der Menschen. An all dem, worüber heute geredet wurde, unter Anderem, sollte man sich ein Vorbild nehmen, um Jesus wirklich nachzufolgen.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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