Text zu "Bibellehre - Abrahams Reisen und das Gericht über Sodom und Gomorra"

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In diesem Video werden wir uns mit den Dingen vertrautmachen, die im ersten Buch Mose über die Erlebnisse von Abraham geschrieben stehen.

Den Stammbaum von Abraham kann man im unteren Teil von Kapitel 11 nachvollziehen, aber das überspringen wir. Wichtig zu wissen ist eigentlich nur: Abraham wohnte lange Zeit an einem Ort namens Ur, aber nach vielen Jahren wollte er mit seinem Vater nach Kanaan auswandern. Da fanden sie unterwegs einen anderen Ort, der ihnen auch ziemlich gut gefiel. Dieser Ort hieß Haran, und dort siedelten sie sich eine Zeit lang an.

Das Erste was wir uns aus der Bibel über Abraham durch lesen, sind die Worte in Kapitel 12. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 7:

Der HERR aber hatte zu Abram gesprochen: Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde!
Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein.
Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde!
Da ging Abram, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot ging mit ihm. Abram aber war 75 Jahre alt, als er von Haran auszog.
Und Abram nahm seine Frau Sarai und Lot, den Sohn seines Bruders, samt all ihrer Habe, die sie erworben hatten, und den Seelen, die sie in Haran gewonnen hatten; und sie zogen aus, um ins Land Kanaan zu gehen; und sie kamen in das Land Kanaan.
Und Abram durchzog das Land bis zur Ortschaft Sichem, bis zur Terebinthe Mores. Damals aber waren die Kanaaniter im Land.
Da erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinem Samen will ich dieses Land geben! Und er baute dort dem HERRN, der ihm erschienen war, einen Altar.

Hier lesen wir sozusagen einige extrem kurz gehaltene Reiseberichte, aber es fallen auch einige andere Details auf. Abraham hatte damals noch einen anderen Name. Denn der Geburtsname von ihm lautete Abram. Das heißt übersetzt ungefähr: Der Vater ist erhaben.
Und Abram hatte auch eine Ehefrau, deren Name war Sarai. Das heißt übersetzt so etwas Ähnliches wie: Fürstliche Hausmagd.
Und es wird an dieser Stelle noch nicht erwähnt, aber die Frau von Abram hatte ein wunderschönes Aussehen, sodass sie deswegen sehr aus der Menge herausstach. Allerdings ist sie auch unfruchtbar gewesen und hatte kein Kind.
Ansonsten erfahren wir, dass Abram an dem Tag 75 Jahre alt war, als Gott ihm befahl, seinen erwählten Wohnsitz zu verlassen und durch das Land Kanaan zu reisen. Was die Bibel nicht erwähnt, ist, dass Abram schon seit seiner frühen Kindheit ein gottesfürchtiger Mensch war, während die allermeisten seiner Artgenossen stattdessen Götzenbildern dienten und nach eigener Moral lebten. Und weil Gott in Abram einen treuen Diener sah, gab er nicht nur an Abram einen Befehl, sondern gleichzeitig auch das besondere Versprechen aus Vers 2, dass er die segnen will, die Abram segnen, und die jenigen verflucht, die dem Abram fluchen. Allerdings wusste Abram natürlich, dass er wegen diesem erstaunlichen Versprechen nicht übermütig werden durfte und nicht einfach durch die Welt gehen konnte wie ein hochmütiger Protz, gegen den keiner etwas sagen darf. Stattdessen übte sich Abram in Demut und Geduld.

Weitere Reiseberichte ohne genauere Details stehen in den Versen 8 bis 10, wo wir Folgendes lesen:

Von da zog er weiter auf das Bergland östlich von Bethel und schlug sein Zelt so auf, dass er Bethel im Westen und Ai im Osten hatte. Und er baute dort dem HERRN einen Altar und rief den Namen des HERRN an.
Danach brach Abram auf und zog immer weiter nach Süden.
Da aber eine Hungersnot im Land herrschte, zog Abram nach Ägypten hinab, um sich dort aufzuhalten; denn die Hungersnot lastete schwer auf dem Land.

Abraham musste offensichtlich die Ländereien verlassen, zu welchen Gott ihn geschickt hatte, weil dort eine Hungersnot aufkam. Und er suchte in Ägypten Zuflucht mit allen seinen Begleitern, also mit den vielen Knechten und Mägden, die ihm dienten, und mit Lot, dem Sohn von Abrams verstorbenem Bruder, und mit Sarai.

Als nächstes lesen wir in den Versen 11 bis 16:

Und es geschah, als er sich Ägypten näherte, da sprach er zu seiner Frau Sarai: Sieh doch, ich weiß, dass du eine Frau von schöner Gestalt bist.
Wenn dich nun die Ägypter sehen, so werden sie sagen: Das ist seine Frau! Und sie werden mich töten und dich leben lassen.
So sage doch, du seist meine Schwester, damit es mir um deinetwillen gut geht und meine Seele am Leben bleibt um deinetwillen!
Und es geschah, als Abram nach Ägypten kam, da sahen die Ägypter, dass die Frau sehr schön war.
Und als die Fürsten des Pharao sie sahen, priesen sie sie vor dem Pharao. Da wurde die Frau in das Haus des Pharao gebracht.
Und es ging Abram gut um ihretwillen; und er bekam Schafe, Rinder und Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele.

Bei dieser Erzählung handelt es sich eigentlich um eine dramatische Angelegenheit, aber es klingt nicht danach. Es klingt so, als wäre Abram mal ganz nebenbei reich geworden und könnte sich seines Lebens freuen.
Man sollte aber bedenken, dass er seine Frau Sarai wirklich liebte und sie keineswegs verlieren wollte. Aber dann verlor er sie doch. Denn die Diener des Pharao kamen einfach an und nahmen sie mit. Und Abram hatte auch befürchtet, dass er heimlich ermordet werden würde, wenn rauskommt, dass sie seine Ehefrau ist, damit der Pharao die Frau nach dem heimlichen Mord rechtmäßig heiraten kann. Deswegen bat Abram, zu behaupten, Sarai wäre nur seine Schwester. Vorbildlich ist das in keiner Weise, da Abram in dieser Sache gelogen hat. Und wenn sein Vertrauen auf Gott groß genug gewesen wäre, dann hätte er von Anfang an zugegeben, dass Sarai seine Ehefrau ist, weil er davon ausgegangen wäre, dass Gott ihn vor dem Pharao beschützt. Aber dies tat Abram in dem Fall nicht und erzählte stattdessen eine Lüge. Und letztlich war eben das geschehen, wovon er vermutlich insgeheim hoffte, dass es nicht geschehen würde. Weil Sarai eine so außergewöhnlich schöne Frau war, wollte der Pharao sie in seine Finger kriegen und holte sie sich einfach. Und Abram wurde mit wertvollen Gaben vertröstet, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm das ohne seine Ehefrau sonderlich viel Freude brachte.

Gott kümmerte sich aber darum, dass Abram seine Ehefrau zurückbekommt, denn wir lesen in den Versen 17 bis 20:

Aber der HERR schlug den Pharao und sein Haus mit großen Plagen um Sarais, der Frau Abrams willen.
Da rief der Pharao den Abram und sprach: Was hast du mir da angetan! Warum hast du mir nicht mitgeteilt, dass sie deine Frau ist?
Warum hast du gesagt: »Sie ist meine Schwester«, sodass ich sie mir zur Frau nehmen wollte? Und nun siehe, da ist deine Frau; nimm sie und geh!
Und der Pharao bestimmte seinetwegen Männer, die ihm und seiner Frau und allem, was er hatte, das Geleit gaben.

Es steht zwar nicht geschrieben, dass Abram auf Gott vertraute und geduldig auf Gottes Eingreifen wartete, aber es scheint ganz so, als wäre genau dies geschehen. Theoretisch hätte Abram in diesen Tagen auch schwach im Glauben werden können, indem er sowas gesagt hätte wie: „O Gott, wie kannst du nur zulassen, dass mir meine Ehefrau geraubt wird? Hast du nicht versprochen, mich völlig zu segnen? Wo ist denn jetzt dein angeblicher Segen?“
Aber Abram hat nichts dergleichen gesprochen, sondern auf Gottes Eingreifen gewartet. Und schließlich wurde der Pharao von Gott bestraft, weil er Sarai hatte abholen lassen, um sie für sich zu behalten.
Daraufhin bekam Abram sie zurück und verließ friedlich das Land Ägypten, zusammen mit seinem ganzen Reichtum und allen Gefolgen.
Und auch Lot hatte großen Besitz angehäuft, sodass es vernünftig erschien, wenn Abram und Lot nicht länger zusammen bleiben. Denn die Knechte von Lot und die Knechte von Abram behinderten sich teilweise gegenseitig beim Arbeiten und gerieten an einander. Daher machte Abram den Vorschlag, sie sollten sich trennen und samt ihrem Besitz in unterschiedliche Richtungen weiterreisen. Welche Entscheidung diesbezüglich fiel, lesen wir in Kapitel 13 in den Versen 11 bis 13, wo geschrieben steht:

Darum erwählte sich Lot die ganze Jordanaue und zog gegen Osten. So trennte sich ein Bruder von dem anderen.
Abram wohnte im Land Kanaan, und Lot wohnte in den Städten der Aue, und er schlug sein Zelt auf bis nach Sodom hin.
Aber die Leute von Sodom waren sehr böse und sündigten schlimm gegen den HERRN.

Hierbei ist es ein wenig verunsichernd, dass Lot ausgerechnet an einem Ort wohnen wollte, wo unzählige böse Menschen leben. Ich kann euch nicht sagen, aus welchem Grund er eine solche Entscheidung traf, und die Bibel gibt darauf auch keine Antwort. Ich bin mir nicht sicher, ob Lot wusste, worauf er sich einlässt, wenn er in Sodom wohnen will, aber rein theoretisch hätte es doch unter den Menschen bekannt sein sollen, dass dies ein übler Ort ist.

Naja, lasst uns lieber mal schauen, welche Anweisung Abram als nächstes bekam! Es steht geschrieben in den Versen 14 bis 18:

Der HERR aber sprach zu Abram, nachdem sich Lot von ihm getrennt hatte: Hebe doch deine Augen auf und schaue von dem Ort, wo du wohnst, nach Norden, Süden, Osten und Westen!
Denn das ganze Land, das du siehst, will ich dir und deinem Samen geben auf ewig.
Und ich will deinen Samen machen wie den Staub auf der Erde. Wenn ein Mensch den Staub auf der Erde zählen kann, so soll man auch deinen Samen zählen können.
Mach dich auf, durchziehe das Land seiner Länge und Breite nach! Denn dir will ich es geben.
Da brach Abram auf, kam und wohnte bei den Terebinthen Mamres in Hebron und baute dort dem HERRN einen Altar.

Wir merken an diesem Bericht, dass Abram die vermutlich sehr angenehme Aufgabe bekam, das ganze Land zu bestaunen und zu durchwandern, welches eines Tages von einem Volk, das aus seinem eigenen Nachwuchs kommt, in Besitz genommen wird. Allerdings war Abram selbst nur ein Fremdling in diesem Land, und er musste auch dabei sich selbst hüten, damit er nicht etwa übermütig wird und durch die Gegend stolziert, als würde ihm dort alles gehören, sondern dass er sich anständig verhalten muss als ein Fremdling, dem jetzt im Moment noch überhaupt nichts gehört. Denn als ein gottesfürchtiger Mann war er stets dazu aufgerufen, auf Gottes Tun zu warten, also dass Gott nach seinem eigenen Wohlgefallen beginnt, die gegebenen Versprechen zu bewahrheiten.

Es geschah aber einige Zeit später, dass mehrere Könige von mächtigen Ländern sich verbündeten, um gegen die Könige der Länder Sodom und Gomorra zu kämpfen. Und sie fielen in die Länder ein und überwältigten alle Streitkräfte, raubten Beute und nahmen zahlreiche Menschen gefangen. Und unter denen die ausgeraubt und gefangen genommen wurden, war auch Lot. Und Abram hörte davon, dass dies geschehen war. Und obwohl die Streitkräfte der Feinde deutlich zu gefährlich waren, um gegen sie zu kämpfen, bewaffnete Abram seine Knechte und zog aus, um die ganze Beute zurückzuholen und die Gefangenen zu befreien. Und diese Aktion gelang ihm, sodass Abram die ganzen Gefangenen nach Sodom zurückbrachte. Und der König von Sodom wollte ihm die zurückgebrachten Güter als Belohnung überlassen, aber Abram weigerte sich, das alles anzunehmen, und er nahm nur ein paar Kleinigkeiten als Ausgleich dafür, dass die Zurückgeführten von seinen Gütern während der Reise gegessen und getrunken hatten, und eine Kleinigkeit für drei von seinen eigenen Dienern, aber nichts für sich selbst.
Und es sprach sich herum, was Abram getan hatte, wie er mit ein paar einfachen Knechten ausgezogen war, um die Gefangenen aus einer mächtigen Vereinigung von Königen zu befreien, und dass es durch Gottes Hilfe gelungen war. Darum kam auch ein besonderer Mann zu Abram, welcher sowohl ein König als auch ein Priester Gottes war.
Wir lesen darüber Folgendes in Kapitel 14 in den Versen 18 bis 20:

Aber Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten.
Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Allerhöchsten, dem Besitzer des Himmels und der Erde!
Und gelobt sei Gott, der Allerhöchste, der deine Feinde in deine Hand gegeben hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.

Offensichtlich war der Mann namens Melchisedek, welcher gleichzeitig König und Priester war, zu Abram gekommen, um ihn zu segnen. Und Abram wollte die Gelegenheit nutzen, um eine Gabe für Gott abzugeben, deswegen schenkte er Melchisedek zehn Prozent seines eigenen Besitzes.

Weiterhin lesen wir Folgendes in Kapitel 15, Vers 1 bis 7:

Nach diesen Begebenheiten geschah es, dass das Wort des HERRN an Abram in einer Offenbarung erging: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn!
Abram aber sprach: O Herr, HERR, was willst du mir geben, da ich doch kinderlos dahingehe? Und Erbe meines Hauses ist Elieser von Damaskus!
Und Abram sprach weiter: Siehe, du hast mir keinen Samen gegeben, und siehe, ein Knecht, der in meinem Haus geboren ist, soll mein Erbe sein!
Doch siehe, das Wort des HERRN erging an ihn: Dieser soll nicht dein Erbe sein, sondern der aus deinem Leib hervorgehen wird, der soll dein Erbe sein!
Und er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: So soll dein Same sein!
Und Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an.
Und Er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der dich von Ur in Chaldäa herausgeführt hat, um dir dieses Land zum Erbbesitz zu geben.

Aufgrund der Tatsache, dass seine Frau Sarai unfruchtbar war, hatte Abram keinen Sohn zu erwarten, sodass einer seiner Knechte alles erben würde. Und offensichtlich bedrückte dieser Umstand das Herz von Abram. Darum verspricht Gott ihm einen eigenen Sohn, und wiederholt noch einmal das Versprechen, ein ganzes Volk aus dem Nachwuchs von Abram zu erwecken. Es war aber Abram schon ziemlich alt, und seine Frau Sarai ebenso. Darum war es aus menschlicher Sicht sehr unwahrscheinlich, dass dieses Versprechen erfüllt werden könnte. Nun stand Abram vor der Wahl, ob er seinen gottesfürchtigen Wandel aufgibt und nicht mehr an Gott hängt, weil er so unrealistische Worte von ihm gehört hat, die biologisch betrachtet nahezu unmöglich sind, oder ob er weiterhin gottesfürchtig leben will wegen dem Versprechen, das Gott ihm gegeben hat, in der Erwartung, dass dieses Versprechen durch einen übernatürlichen Eingriff erfüllt wird. Und wir erkennen an Vers 6, dass Abram sich entschloss, gottesfürchtig zu bleiben und an dieses Versprechen zu glauben, wodurch ein weiteres Mal bestätigt wurde, dass er ein Gerechter ist.

Abram bat aber auch um ein Zeichen, und er sollte einige Tieropfer darbringen, danach aber fiel ein erschreckender Traum auf ihn. Und er sah seine Nachkommen, wie sie schwerste Bedrückung erleiden in einem Land, wo sie sich als Fremdlinge aufhalten. Und er erfuhr in dem Traum, dass diese Bedrückung mindestens 400 Jahre dauern wird, denn wir lesen in den Versen 13 bis 21:

Da sprach Er zu Abram: Du sollst mit Gewissheit wissen, dass dein Same ein Fremdling sein wird in einem Land, das ihm nicht gehört; und man wird sie dort zu Knechten machen und demütigen 400 Jahre lang.
Aber auch das Volk, dem sie dienen müssen, will ich richten; und danach sollen sie mit großer Habe ausziehen.
Und du sollst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in gutem Alter begraben werden.
Sie aber sollen in der vierten Generation wieder hierherkommen; denn das Maß der Sünden der Amoriter ist noch nicht voll.
Und es geschah, als die Sonne untergegangen und es finster geworden war – siehe, da war ein rauchender Glutofen und eine Feuerfackel, die zwischen den Stücken hindurchfuhr.
An jenem Tag machte der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen habe ich dieses Land gegeben, vom Strom Ägyptens bis an den großen Strom, den Euphrat:
die Keniter, die Kenisiter, die Kadmoniter,
die Hetiter, die Pheresiter, die Rephaiter,
die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgasiter und die Jebusiter.

Der Traum, der auf Abraham gefallen war, zeigte also sein künftiges Volk, welches existieren wird, wodurch ihm Gewissheit gegeben werden sollte.
Es scheint aber ganz so, als hätte Abram von dem Versprechen Gottes, dass ihm ein Sohn gegeben werden soll, seiner Frau Sarai nichts erzählt. Und seine Frau machte sich auch Gedanken darum, was nun daraus werden sollte, dass sie ihrem Mann keine Kinder gebären kann. In Kapitel 16 liest man, dass sie deswegen eine ihrer Dienerinnen hergab, damit Abram diese Dienerin heiratet und mit ihr einen Sohn zeugt. Und Abram machte alles so, wie Sarai es ersonnen hatte. Und der Name der Dienerin lautete Hagar. Als nun Hagar von Abram schwanger geworden war, machte sie sich über Sarai lustig und wurde deswegen so sehr von Sarai gedemütigt, dass sie fliehen wollte. Aber ein Engel Gottes befahl ihr, wieder zurück zum Haus Abrams zu gehen, als sie verzweifelt in der Wildnis war. Diesbezüglich lesen wir in Kapitel 16, Vers 8 bis 14:

Er sprach zu ihr: Hagar, du Magd der Sarai, wo kommst du her, und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin von meiner Herrin Sarai geflohen!
Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Kehre wieder zurück zu deiner Herrin und demütige dich unter ihre Hand!
Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Siehe, ich will deinen Samen so mehren, dass er vor großer Menge unzählbar sein soll.
Weiter sprach der Engel des HERRN zu ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Ismael geben, weil der HERR dein Jammern erhört hat.
Er wird ein wilder Mensch sein, seine Hand gegen jedermann und jedermanns Hand gegen ihn; und er wird allen seinen Brüdern trotzig gegenüberstehen.
Und sie nannte den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du bist »der Gott, der mich sieht«!, indem sie sprach: Habe ich hier nicht dem nachgesehen, der mich sieht?
Darum nannte sie den Brunnen einen »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht«. Siehe, er ist zwischen Kadesch und Bared.

Das nächste Ereignis, das über Abram erwähnenswert ist, steht in Kapitel 17, wo wir lesen in den Versen 1 bis 5:

Als nun Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Wandle vor mir und sei untadelig!
Und ich will meinen Bund schließen zwischen mir und dir und will dich über alle Maßen mehren!
Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach:
Siehe, ich bin der, welcher im Bund mit dir steht; und du sollst ein Vater vieler Völker werden.
Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich zum Vater vieler Völker gemacht.

Hier bekommt also Abram einen mehr oder weniger neuen Name. Er soll nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham. Das heißt übersetzt ungefähr: Vater der Volksmenge.
Und wir lesen hier, dass Abraham schon 99 Jahre alt war. Er hatte aber immernoch keinen Sohn mit seiner Ehefrau Sarai bekommen, sondern nur den Sohn, den er mit der Dienerin Hagar gezeugt hatte. Doch Abraham hielt natürlich weiter an den Versprechungen Gottes fest, die sich bisher noch nicht erfüllt haben, sondern einfach nur ständig wiederholt werden.

Ein aufkommendes Detail des Bundes, welchen Gott mit Abraham schließen will, erfahren wir in den Versen 10 bis 14:

Das ist aber mein Bund, den ihr bewahren sollt, zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden.
Und ihr sollt am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden. Das soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch.
Jedes Männliche von euren Nachkommen soll bei euch beschnitten werden, wenn es acht Tage alt ist, sei es im Haus geboren oder um Geld erkauft von irgendwelchen Fremden, die nicht von deinem Samen sind.
Was in deinem Haus geboren oder um Geld erkauft wird, soll unbedingt beschnitten werden. So soll mein Bund an eurem Fleisch sein, ein ewiger Bund.
Und ein unbeschnittener Mann, einer, der sich nicht beschneiden lässt am Fleisch seiner Vorhaut, dessen Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, weil er meinen Bund gebrochen hat!

Hier ist ersichtlich, dass alle, die vor Gott als Abrahams auserwählte nachkommen zählen sollen, beschnitten werden müssen, und Abraham musste auch diesen heftigen Befehl in die Tat umsetzen. Es wurde dadurch ein weiteres Mal auf die Probe gestellt, wie groß die Treue des Abraham gegenüber Gott wirklich ist.

Darüber hinaus lesen wir auch folgende Worte Gottes in den Versen 15 und 16:

Und Gott sprach weiter zu Abraham: Du sollst deine Frau Sarai nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein;
denn ich will sie segnen und will dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich will sie segnen, und sie soll zu Nationen werden, und Könige von Völkern sollen von ihr kommen!

Hier bekommt also auch die Ehefrau eine nicht gerade komplex wirkende Namensänderung, aber in der hebräischen Wurzel des Namens hat es schon eine Geltung. Sarai hat von nun an den Name Sarah, das heißt übersetzt: Fürstin.

In den Folgeversen lesen wir noch mehr Worte des Segens und der bevorstehenden Vermehrung über Abraham und seine Familie, und dann wird das Gebot der Beschneidung in die Tat umgesetzt. Diesbezüglich steht auch in den Versen 26 und 27:

Am selben Tag ließen sich Abraham und sein Sohn Ismael beschneiden;
und alles, was männlich war in seinem Haus, daheim geboren und von Fremdlingen um Geld erkauft, wurde mit ihm beschnitten.

Bereits diese Verse geben Zeugnis von der gehorsamen Ausführung des schmerzhaften Befehls, den Gott gegeben hatte.
In Kapitel 18 wird eine andere Begebenheit berichtet,die schwer zu verstehen ist. Gott hatte drei Engel ausgesandt, und das waren wahrscheinlich zwei Strafengel und ein Engel des Angesichts. Der Engel des Angesichts ist dazu da, alle Worte direkt weiterzusagen, die Gott spricht. Die Strafengel sind da, um ein Gericht auszuführen, das von Gott befohlen wurde. Diese drei Engel erschienen auf der Erde wie Männer, und sie waren unterwegs zur Stadt Sodom. Sie kamen aber an dem Ort vorbei, wo Abraham gerade wohnte. Und als er sie sah, da bemerkte er, dass es Engel Gottes sind, darum wollte er sie zu sich einladen.
Auf welche Art diese Begebenheiten in der Bibel aufgeschrieben sind, lesen wir beginnend ab Vers 1 von Kapitel 18. Es steht geschrieben:

Und der HERR erschien ihm bei den Terebinthen Mamres, während er am Eingang seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war.
Und er erhob seine Augen und schaute, siehe, da standen drei Männer ihm gegenüber. Und als er sie sah, eilte er ihnen entgegen vom Eingang seines Zeltes, beugte sich zur Erde nieder
und sprach: Mein Herr, habe ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so geh doch nicht vorüber an deinem Knecht!
Man soll ein wenig Wasser bringen, und wascht eure Füße; und lasst euch nieder unter dem Baum,
so will ich einen Bissen Brot bringen, dass ihr euer Herz stärkt; danach mögt ihr weiterziehen, denn darum seid ihr bei eurem Knecht vorbeigekommen. Sie sprachen: Tue, wie du gesagt hast!

Abraham sprach zu dem Engel des Angesichts, dass er Wasser und Brot bringen will, und die drei Engel ließen sich darauf ein.
In den Versen 6 bis 10 lesen wir weiter:

Und Abraham eilte in das Zelt zu Sara und sprach: Nimm rasch drei Maß Feinmehl, knete sie und backe Brotfladen!
Abraham aber lief zu den Rindern und holte ein zartes und gutes Kalb und gab es dem Knecht; der eilte und bereitete es zu.
Und er trug Butter und Milch auf und von dem Kalb, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor. Und er stand bei ihnen unter dem Baum; und sie aßen.
Da sprachen sie zu ihm: Wo ist deine Frau Sara? Er antwortete: Drinnen im Zelt.
Da sprach er: Gewiss will ich um diese Zeit im künftigen Jahr wieder zu dir kommen, und siehe, deine Frau Sara soll einen Sohn haben! Sara aber horchte am Eingang des Zeltes, der hinter ihm war.

Durch diesen Text soll erkennbar werden, dass alle drei Engel rasteten, und der Engel des Angesichts redete die Worte Gottes, die ankündigen, dass Sara trotz ihres hohen Alters einen Sohn empfangen wird. Dafür wird Gott sorgen, und bereits nächstes Jahr soll es geschehen.

Weiterhin steht in den Versen 11 bis 15:

Und Abraham und Sara waren alt und recht betagt, sodass es Sara nicht mehr nach der Weise der Frauen ging.
Darum lachte sie in ihrem Herzen und sprach: Nachdem ich verblüht bin, soll mir noch Wonne zuteilwerden! Dazu ist mein Herr ein alter Mann!
Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: »Sollte ich wirklich noch gebären, so alt ich bin?«
Sollte denn dem HERRN etwas zu wunderbar sein? Zur bestimmten Zeit will ich wieder zu dir kommen im nächsten Jahr, und Sara wird einen Sohn haben!
Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht!, denn sie fürchtete sich. Er aber sprach: Doch, du hast gelacht!

Gott schaut vom Himmel aus auf die ganze Situation und hat Sara lachen gehört, darum lässt er den Engel des Angesichts Worte sagen, die ein Tadel für Sara sind.
Es werden aber ansonsten keine Worte berichtet, die während diesem kleinen Mahl gesprochen wurden. Und als die Engel sich eine Weile zu Abraham gesellt hatten, wurde es Zeit, weiter nach Sodom zu reisen. Dementsprechend steht Folgendes geschrieben in den Versen 16 bis 22:

Da brachen die Männer auf und wandten sich nach Sodom. Und Abraham ging mit ihnen, um sie zu begleiten.
Da sprach der HERR: Sollte ich Abraham verbergen, was ich tun will?
Abraham soll doch gewiss zu einem großen und starken Volk werden, und alle Völker der Erde sollen in ihm gesegnet werden.
Denn ich habe ihn ersehen, dass er seinen Kindern und seinem Haus nach ihm gebiete, den Weg des HERRN zu bewahren, indem sie Gerechtigkeit und Recht üben, damit der HERR auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat.
Und der HERR sprach: Das Geschrei über Sodom und Gomorra ist groß, und ihre Sünde ist sehr schwer.
Darum will ich hinabsteigen und sehen, ob sie es wirklich ganz nach dem Geschrei über sie getrieben haben, das vor mich gekommen ist, oder ob nicht; ich will es wissen!
Und die Männer wandten ihr Angesicht von dort und gingen nach Sodom; aber Abraham blieb noch stehen vor dem HERRN.

Durch diese Verse soll uns verdeutlicht werden, dass Abraham zusammen mit allen drei Engeln Sodom entgegen lief, denn er begleitete sie ein Stück auf ihrem Weg. Und Gott sagte durch den Engel des Angesichts, dass er vorhat, Sodom zu sichten wegen der vielen Sünden, die vor ihm beklagt werden aus diesem Ort. Und schließlich gingen die zwei Strafengel weiter nach Sodom, aber der Engel des Angesichts blieb bei Abraham stehen.

Da nun also Abraham nur noch den einen Engel vor sich hatte, welcher von Gott als Sprecher benutzt wird, während die beiden Strafengel schon weitergegangen waren, redet Abraham noch weiter durch den Engel des Angesichts mit Gott, der vom Reich der Himmel aus alles überschaut. Wir lesen darüber Folgendes in den Versen 23 bis 28:

Und Abraham trat näher und sprach: Willst du auch den Gerechten mit dem Gottlosen weg raffen?
Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte in der Stadt; willst du die wegraffen und den Ort nicht verschonen um der fünfzig Gerechten willen, die darin sind?
Das sei ferne von dir, dass du eine solche Sache tust und den Gerechten tötest mit dem Gottlosen, dass der Gerechte sei wie der Gottlose. Das sei ferne von dir! Sollte der Richter der ganzen Erde nicht gerecht richten?
Der HERR sprach: Wenn ich fünfzig Gerechte in Sodom finde, in der Stadt, so will ich um ihretwillen den ganzen Ort verschonen!
Und Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe es gewagt, mit dem Herrn zu reden, obwohl ich nur Staub und Asche bin!
Vielleicht gibt es fünf weniger als fünfzig Gerechte darin; willst du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Wenn ich darin fünfundvierzig finde, so will ich sie nicht verderben!

An diesem Text erkennen wir, wie Abraham sich darum Sorgen macht, Gott könnte in einem Strafgericht die gerechten Menschen zusammen mit den Gottlosen töten, wenn nur ganz wenige Gerechte vorhanden sind. Das ist ein wenig verwunderlich, dass Abraham sowas erwartet. Er kennt Gott offensichtlich nicht gut genug, um zu wissen, dass Gott einen deutlichen Unterschied zwischen den Gerechten und den Ungerechten macht im Gericht. Jedenfalls vermutet Abraham, dass vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein könnten. Und Gott bestätigt, dass er, wenn dem so sein sollte, die gesamte Stadt und das ganze Land verschonen will. Da gerät Abraham in Zweifel und fragt sich, ob die Zahl 50 nicht vielleicht ein bisschen zu hoch geschätzt ist, und beginnt zu verhandeln, indem er sagt, dass es eventuell doch nur 45 Gerechte sein könnten. Da versichert Gott, dass er in diesem Fall die ganze Stadt verschonen würde wegen den 45 Gerechten. Und man merkt am weiteren Verlauf des Gesprächs, dass Abraham seine vermutete Anzahl immer weiter senkt, und Gott sagt jedes Mal, dass er in so einem Fall die ganze Stadt verschonen würde. Schließlich lesen wir Folgendes in den letzten beiden Versen des Kapitels:

Und er sprach: Ach, zürne nicht, mein Herr, dass ich nur noch diesmal rede: Vielleicht finden sich zehn darin. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen!
Und der HERR ging hinweg, als er mit Abraham ausgeredet hatte; Abraham aber kehrte wieder an seinen Ort zurück.

Hier bestätigt also Gott, dass er die gesamte Stadt verschonen würde, wenn lediglich zehn gerechte Menschen darin wären. Und danach geht Abraham nach Hause, und der Engel des Angesichts geht vermutlich den beiden Strafengeln nach, die schon nach Sodom voraus gegangen waren.
Was aber genau die beiden Strafengel erlebten, als sie in Sodom ankamen, darüber werden wir in Kapitel 19 informiert. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 3:

Und die zwei Engel kamen am Abend nach Sodom. Lot aber saß in Sodom unter dem Tor; und als er sie sah, stand er auf, ging ihnen entgegen und verneigte sich, das Angesicht zur Erde gewandt,
und sprach: Siehe, meine Herren! Kehrt ein in das Haus eures Knechtes und bleibt über Nacht und wascht eure Füße; so mögt ihr am Morgen früh aufstehen und euren Weg ziehen! Sie aber sprachen: Nein, sondern wir wollen im Freien übernachten!
Er aber drang sehr in sie. Da kehrten sie bei ihm ein und kamen in sein Haus. Und er bereitete ihnen ein Mahl und machte ungesäuerte Brotfladen; und sie aßen.

Bei diesem Text wäre es interessant zu wissen, ob der Mann Lot zum ersten Mal in seinem Leben Engel traf. Es ist denkbar, dass er noch nie zuvor Engeln begegnet war, aber er erkannte bei den zwei Männern, dass es Engel Gottes sind, und war natürlich völlig begeistert. Deswegen überredete er sie auch mit aller Kraft, dass sie zu ihm nach Hause kommen sollen. Das war für ihn bestimmt die größte Ehre, die er sich überhaupt vorstellen konnte, dass er Engel Gottes bei sich im Haus hat. Und die beiden Engel ließen sich dazu überreden. Leider hatte aber die restliche Bevölkerung von Sodom überhaupt keinen Respekt vor denen, die bei Lot zu Gast waren. Daher sollte es uns nicht überraschen, was wir als nächstes lesen. Es steht geschrieben in den Versen 4 bis 7:

Aber ehe sie sich hinlegten, umringten die Männer der Stadt das Haus, die Männer von Sodom, Jung und Alt, das ganze Volk aus allen Enden,
und riefen Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen sind? Bring sie heraus zu uns, damit wir uns über sie hermachen!
Da ging Lot zu ihnen hinaus an den Eingang und schloss die Tür hinter sich zu,
und sprach: Ach, meine Brüder, versündigt euch doch nicht!

Die Menschen von Sodom wollten sich also über die Engel hermachen. Was genau mit dem Wort [hermachen] gemeint sein soll, erkennen wir am besten, wenn wir uns folgendes Zitat aus dem Brief des Judas vor Augen halten. Es steht geschrieben in Vers 7:

wie Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die in gleicher Weise wie diese die Unzucht bis zum Äußersten trieben und anderem Fleisch nachgingen, nun als warnendes Beispiel dastehen, indem sie die Strafe eines ewigen Feuers zu erleiden haben.

Sodom und Gomorra waren also Orte, die sich besonders dadurch auszeichneten, dass dort die Unzucht bis zum Äußersten getrieben wurde. Das klingt hochgradig abstoßend, und Derartiges hatten die Menschen nun mit den beiden Engeln vor. Lot war offensichtlich der Meinung, dass er der jenige ist, der die Engel beschützen muss. Dieser Gedankengang ist höchst idiotisch, aber Lot hatte kein Urteilsvermögen in diesem Moment. Er meinte, er müsste einfach nur die Engel verteidigen und nichts Anderes würde zählen. Darum stellte er sich vor die Menge und glaubte, sie besänftigen zu können. Darüber lesen wir ab Vers 8:

Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt; die will ich zu euch hinausführen, damit ihr mit ihnen tut, wie es gut ist in euren Augen; nur diesen Männern tut nichts, denn sie sind doch unter den Schatten meines Daches gekommen!
Sie aber sprachen: Mach, dass du fortkommst! Und sie sagten: Der ist der einzige Fremdling hier und will den Richter spielen! Nun wollen wir’s mit dir noch schlimmer treiben als mit ihnen! Und sie drangen heftig auf den Mann Lot ein und machten sich daran, die Tür aufzubrechen.
Da streckten die Männer ihre Hände hinaus und zogen Lot zu sich hinein und schlossen die Tür zu.

Die in Vers 8 beschriebene Idee von Lot, was er tun wollte, um die Engel zu beschützen, ist ziemlich abscheulich und unüberlegt. Gott sendet wohl kaum Engel aus, ohne ihnen auch eine gewisse Vollmacht mitzugeben. Lot hätte einfach nur die Engel ihre Aufgabe erledigen lassen müssen. Aber stattdessen will er den Helden spielen, indem er seine eigenen Töchter einer unzüchtigen und gewalttätigen Menge an pöbelnden Monstern hingibt. Da muss man sich echt fragen, ob Lot überhaupt noch ganz dicht ist. Und seine Töchter können einem nur Leid tun bei einem derart durchgedrehten Vater. Jeder Mensch, der wenigstens halbwegs vernünftig ist, wird sich bei diesem erbärmlichen menschlichen Verhalten, das in keiner Weise von Gott befohlen war, echt an den Kopf greifen. Die Engel selbst aber merkten, dass die Sache aus den Fugen gerät und zogen Lot zurück ins Haus. Und da Lot nun damit aufhörte, sich wie ein Idiot zu benehmen, indem er sich als Held aufspielen wollte, hatten die Engel auch endlich den Handlungsfreiraum, den sie brauchten. Daher lesen wir in Vers 11:

Und sie schlugen die Männer vor der Haustür mit Blindheit, Klein und Groß, sodass sie müde wurden, die Tür zu suchen.

So einfach wurde die Situation gelöst. Die Engel hatten Vollmacht, Menschen erblinden zu lassen, und verursachten Blindheit bei dem unzüchtigen Pöbel vor der Tür, sodass diese nicht mehr fähig waren, ihre abartigen Vorhaben in die Tat umzusetzen. Lot hätte also gar nicht erst vor die Tür treten müssen, sondern er hätte von Anfang an zur Seite treten sollen, sodass die Engel reagieren können. Aber offensichtlich vertraute Lot auf sein eigenes Fleisch und seine eigene Klugheit.

Wie es weiterging, lesen wir in den Versen 12 bis 14. Es steht geschrieben:

Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du noch jemand hier, einen Schwiegersohn oder Söhne oder Töchter? Wer in der Stadt zu dir gehört, den führe hinaus aus diesem Ort!
Denn wir werden diesen Ort verderben, weil das Geschrei über sie groß ist vor dem HERRN; und der HERR hat uns gesandt, den Ort zu verderben!
Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter nehmen sollten, und sprach: Macht euch auf, geht hinaus aus diesem Ort; denn der HERR wird diese Stadt verderben! Aber er war in den Augen seiner Schwiegersöhne wie einer, der scherzt.

Auf Anweisung der Engel versuchte also Lot, seine Schwiegersöhne zu warnen, dass Sodom vernichtet werden wird. Aber die Schwiegersöhne hielten es für einen Witz und achteten nicht weiter darauf.

Was aber am nächsten Morgen geschah, als vermutlich der Engel des Angesichts wieder zu den zwei Strafengeln hinzugekommen war, lesen wir in den Versen 15 bis 22:

Als nun die Morgenröte aufging, drängten die Engel Lot und sprachen: Mache dich auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du nicht umkommst in der Bestrafung dieser Stadt!
Als er aber noch zögerte, ergriffen die Männer ihn und seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand, weil der HERR ihn verschonen wollte; und sie führten ihn hinaus und ließen ihn draußen vor der Stadt.
Und es geschah, als sie sie hinausgeführt hatten, da sprach einer: Rette deine Seele! Und schaue nicht zurück; steh auch nicht still in dieser ganzen Umgegend! Rette dich ins Bergland, damit du nicht weggerafft wirst!
Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, mein Herr!
Siehe doch, dein Knecht hat vor deinen Augen Gnade gefunden, und du hast mir große Barmherzigkeit erwiesen, dass du meine Seele am Leben erhalten hast. Aber auf das Bergland kann ich mich nicht retten; das Unglück könnte mich ereilen, sodass ich sterben müsste!
Siehe, jene Stadt dort ist so nahe, dass ich dahin fliehen könnte; und sie ist klein. Ach, lass mich dahin fliehen! Ist sie nicht klein? Nur dass meine Seele am Leben bleibt!
Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe dich auch in dieser Sache erhört, dass ich die Stadt nicht zerstöre, von der du geredet hast.
Eile, rette dich dorthin; denn ich kann nichts tun, bis du hineingekommen bist!
Daher wird die Stadt Zoar genannt.

Lot sollte also eigentlich auf das Bergland fliehen, wollte aber diese Anweisung nicht befolgen und bettelte darum, in eine nahegelegene Stadt fliehen zu dürfen. Und da Lot mit Abraham verwandt war, hatte Gott um Abrahams willen Geduld mit Lot und erlaubte es ihm. Und als Lot in diese Stadt geflohen war, da war in Sodom und der umliegenden Gegend kein einziger Mensch mehr übrig, der nach Gerechtigkeit strebte, sondern nur noch Sünder. Somit geschah Folgendes laut den Versen 24 bis 28:

Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen auf Sodom und Gomorra, vom HERRN, vom Himmel herab,
und er zerstörte die Städte und die ganze Umgebung und alle Einwohner der Städte und was auf dem Erdboden gewachsen war.
Und Lots Frau schaute zurück hinter seinem Rücken; da wurde sie zu einer Salzsäule.
Abraham aber begab sich früh am Morgen zu dem Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte.
Und er blickte hinab auf Sodom und Gomorra und auf das ganze Land jener Gegend und sah sich um, und siehe, ein Rauch ging auf von dem Land, wie der Rauch eines Schmelzofens.

Dies ist nun also die Beschreibung des Gerichts über Sodom und Gomorra. Das ganze Gebiet wurde eingeäschert, als ein Zeugnis für die Menschheit, bis zum heutigen Tag. Aber die Frau von Lot war so töricht, dem Ort hinterher zu trauern, obwohl es doch ein Ort voller Sünde und Abscheulichkeiten war. Darum starb sie auf eine beispiellose Weise, indem sie in eine Salzsäule verwandelt wurde, die in der Gegend herumsteht bis zum heutigen Tag.

Lot war aber mit seinen beiden Töchtern in die Stadt Zoar geflohen, und nicht in das Bergland, wie Gott es zuerst durch den Engel des Angesichts befohlen hatte. Wir lesen aber Folgendes in den Versen 30 bis 32:

Und Lot ging von Zoar hinauf und blieb mit seinen beiden Töchtern auf dem Bergland; denn er fürchtete sich, in Zoar zu bleiben; und er wohnte mit seinen Töchtern in einer Höhle.
Da sprach die Ältere zu der Jüngeren: Unser Vater ist alt, und es ist kein Mann mehr auf der Erde, der zu uns kommen könnte nach der Weise aller Welt.
So komm, wir wollen unserem Vater Wein zu trinken geben und bei ihm liegen, damit wir von unserem Vater Nachkommenschaft erhalten!

Wir lesen in Vers 30, dass Lot sich unwohl fühlte in der Stadt, in die er geflohen war, und deswegen floh er ins Bergland. Daran sieht man, dass er genau so gut auch gleich von Anfang an auf den Befehl Gottes hätte hören können, denn Gott wusste schon, warum er ihn ausgerechnet ins Bergland schickt. Ich weiß auch langsam wirklich nicht mehr, was ich von dieser Familie halten soll. Der Vater, also Lot, will einer gewalttätigen und unzüchtigen Menge seine beiden jungfräulichen Töchter hingeben, damit mit denen gemacht wird, was den Übeltätern gefällt, und die Töchter selbst haben bei einer kurzen Zeit in den Bergen eine so große Angst davor, keine Nachkommen zu erhalten, dass sie ihren eigenen Vater betrunken machen und sich von ihm schwängern lassen wollen. Was sind das bitte für kaputte Menschen, die sich so benehmen?
Die beiden Töchter haben ihren unzüchtigen Plan übrigens in die Tat umgesetzt und wurden von ihrem eigenen Vater schwanger, aber das werden wir uns jetzt ganz sicher nicht erst durchlesen!

In Kapitel 20 liest man davon, dass Abraham erneut seinen Wohnsitz wechselte und ins Land der Philister zog, und er ließ sich nieder zwischen Kadesch und Schur. Und da Abraham den König der Philister fürchtete, weil er meinte, dieser könnte ihm auch seine Ehefrau entführen, zog Abraham mit dem König der Philister die gleiche betrügerische Nummer ab, die er auch mit dem Pharao abgezogen hatte. Er behauptete, Sara wäre lediglich seine Schwester, und der König der Philister, nämlich Abimelech, wurde auf Sara aufmerksam und ließ sie holen, um sie zu heiraten. Da machte Gott die gesamte Familie von Abimelech unfruchtbar. Aber Gott erschien auch dem König Abimelech im Traum und tadelte ihn, dass er Sara hatte holen lassen, obwohl sie doch Abrahams Ehefrau ist. Da erschrak Abimelech und gab Sara zurück und beschwerte sich bei Abraham darüber, angelogen worden zu sein. Und Abraham betete zu Gott, dass dem König Abimelech vergeben werden soll. Da erhörte Gott das Gebet und nahm die Unfruchtbarkeit von der Familie des Abimelech hinweg, sodass alle gesund wurden.

In Kapitel 21 liest man zuerst davon, dass dem Abraham ein Sohn von Sara geboren wurde, nämlich Isaak, zu genau der Zeit, die Gott vorher angekündigt hatte.
Somit waren nun also zwei Söhne da. Einmal Ismael, den Abraham mit der Dienerin von Sara gezeugt hatte, und außerdem der neugeborene Isaak. Da sich Sara und Abraham über die Geburt von Isaak so sehr freuten, wurde vermutlich Ismael mit der Zeit eifersüchtig, und wir lesen diesbezüglich Folgendes in den Versen 9 bis 13:

Und Sarah sah, dass der Sohn der Hagar, der ägyptischen Magd, den sie dem Abraham geboren hatte, Mutwillen trieb.
Da sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak!
Dieses Wort missfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen.
Aber Gott sprach zu Abraham: Es soll dir nicht leidtun wegen des Knaben und wegen deiner Magd! Höre in allem, was Sara dir sagt, auf ihre Stimme! Denn in Isaak soll dir ein Same berufen werden.
Doch ich will auch den Sohn der Magd zu einem Volk machen, weil er dein Same ist.

Sara bestand also darauf, dass die Magd samt ihrem Sohn Ismael verstoßen werden muss, weil der Sohn Mutwillen trieb, und Gott befahl das Gleiche. Das ist ein schmerzhafter Befehl für Abraham, seinen älteren Sohn einfach zu verstoßen, und es wurde im Himmel darauf geachtet, ob er auch einem solchen Befehl gehorchen würde, wenn Gott es sagt. Es wird aber auch durch Vers 13 angedeutet, dass jeder Sohn, der von Abraham gezeugt wurde, zum Oberhaupt eines eigenen Volkes werden würde, egal ob er mit einer Hauptfrau oder einer Nebenfrau gezeugt werden würde. Denn damals war es leider üblich, dass ein Mann sich mehrere Frauen nehmen kann. Auch Ismael sollte zu einem Volksoberhaupt werden, aber nicht das Oberhaupt des von Gott auserwählten Volkes, denn dies war Isaak zugedacht.

Wie es aber mit Ismael und seiner Mutter weiterging, schauen wir uns vollständigkeitshalber auch mal an. Es steht geschrieben in den Versen 14 bis 21:

Da stand Abraham am Morgen früh auf und nahm Brot und einen Schlauch voll Wasser, gab es Hagar und legte es auf ihre Schulter; er gab ihr auch den Knaben und schickte sie fort. Und sie ging und irrte umher in der Wüste von Beerscheba.
Als nun das Wasser im Schlauch ausgegangen war, warf sie den Knaben unter einen Strauch,
und sie ging hin und setzte sich gegenüber, einen Bogenschuss weit entfernt; denn sie sprach: Ich kann das Sterben des Knaben nicht mit ansehen! Und sie saß ihm gegenüber, erhob ihre Stimme und weinte.
Da erhörte Gott die Stimme des Knaben, und der Engel Gottes rief der Hagar vom Himmel her zu und sprach zu ihr: Was ist mit dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat die Stimme des Knaben erhört, da, wo er liegt.
Steh auf, nimm den Knaben und halte ihn fest an deiner Hand, denn ich will ihn zu einem großen Volk machen!
Und Gott öffnete ihr die Augen, dass sie einen Wasserbrunnen sah. Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken.
Und Gott war mit dem Knaben; der wuchs heran und wohnte in der Wüste und wurde ein Bogenschütze.
Und er wohnte in der Wüste Paran, und seine Mutter nahm ihm eine Frau aus dem Land Ägypten.

Direkt nach der Abschiebung ging es also sehr unangenehm weiter, aber Gott erbarmte sich über Hagar und Ismael.

In den restlichen Versen des Kapitels erfährt man noch, dass der König Abimelech mit Abraham einen Bund schließen wollte, und es kam auch dazu.

Jedenfalls hing Abraham mit seinem Herzen sehr an Gott und suchte nach ihm mit aller Kraft. Und dies wurde im Himmel gesehen, aber es wurde auch gesehen, dass Abraham mit großer Liebe an seinem Sohn Isaak hing. Da wurde Gott dazu gereizt, auf die Probe zu stellen, wen von beiden Abraham am meisten liebt. Entweder Gott oder doch Isaak. Und was Gott deswegen zu Abraham sagte, erfahren wir in Kapitel 22. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 4:

Und es geschah nach diesen Begebenheiten, da prüfte Gott den Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich.
Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!
Da stand Abraham am Morgen früh auf und sattelte seinen Esel; und er nahm zwei Knechte mit sich und seinen Sohn Isaak; und er spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, den ihm Gott genannt hatte.
Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne.

Was wir hier lesen, ist sehr extrem. Abraham hat nichteinmal angefangen, zu diskutieren, sondern er hat sich sofort daran gemacht, den Befehl auszuführen, den er hörte. Es ist ein extrem heftiger Befehl, zu Abraham zu sagen, er solle seinen eigenen Sohn als Brandopfer darbringen. Hätte es zur Zeit von Abraham schon die Thora gegeben, dann hätte Abraham die Thora zitieren können, um sich zu weigern, diesen Befehl auszuführen, und Gott hätte nichts dagegen sagen können, da er ansonsten offenbar werden würde als jemand, der gegen sein eigenes Gesetz verstößt. Aber wie gesagt: Die Thora war in diesen Tagen noch nicht offenbart. Somit musste Abraham davon ausgehen, dass Gott diesen schrecklichen Befehl ernst meint und ging hin, um zu tun, was von ihm verlangt wurde. Derart bedingungslos gehorsam war Abraham.

Weiterhin steht geschrieben in den Versen 5 bis 8:

Da sprach Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und anbeten, und dann wollen wir wieder zu euch kommen.
Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand, und sie gingen beide miteinander.
Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Und er antwortete: Hier bin ich, mein Sohn! Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Lamm zum Brandopfer?
Und Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird für ein Lamm zum Brandopfer sorgen! Und sie gingen beide miteinander.

Durch diese Worte kann man merken, wie dem Sohn langsam unwohl wurde. Isaak war nur ein Kind. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie der sich dabei gefühlt haben muss, als sein Vater sich plötzlich so eigenartig benahm. Oder als Isaak dann gebunden wurde und auf dem Holz lag – könnt ihr euch vorstellen, was für ein Horror das für ihn gewesen sein muss? Ich glaube nicht, dass irgendwer das einfach so aushält, und Isaak hatte in diesen Tagen auch kein Vertrauen auf Gott, denn er war ja nur ein Kind und wusste von nichts. Da kann man eigentlich nur Mitleid mit dem Kleinen haben.

Wie die Sache schließlich endete, lesen wir in den Versen 9 bis 14, wo geschrieben steht:

Und als sie an den Ort kamen, den Gott ihm genannt hatte, baute Abraham dort einen Altar und schichtete das Holz darauf; und er band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz.
Und Abraham streckte seine Hand aus und fasste das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sprach: Abraham! Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich!
Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm gar nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen!
Da erhob Abraham seine Augen und schaute, und siehe, da war hinter ihm ein Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Und Abraham ging hin und nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar anstelle seines Sohnes.
Und Abraham nannte den Ort: »Der HERR wird dafür sorgen«, sodass man noch heute sagt: Auf dem Berg wird der HERR dafür sorgen!

Wie man sieht, hat Gott also die Ausführung des Befehls selbst verhindert, weil Gott überhaupt nicht wollte, dass Isaak stirbt. Es war von Anfang an nur ein Test. Und außerdem ist dieses Ereignis auch ein Sinnbild darauf, was Gott selbst eines Tages tun würde. Denn während es von Abraham nicht erwartet wurde, seinen einzigen Sohn zu opfern um des Planes Gottes willen, so hat doch Gott dies mit seinem eigenen Sohn getan. Denn Gott hat Jesus, seinen einzigen und makellosen Sohn hergegeben, um die zu retten, die frei von der Sünde sein wollen.

In Kapitel 23 erfahren wir, dass Sara im Alter von 127 Jahren starb. Und Abraham wollte ein Grab kaufen im Land Kanaan. Und obwohl Gott ihm versprochen hatte, dass seinen auserwählten Nachkommen dieses Land komplett gehören sollte, verhielt sich Abraham nicht ungebührlich gegen die gerade dort lebenden Menschen, sondern er bestand darauf, den vollen Kaufpreis zu bezahlen, der für das angebotene Grab feststand, nämlich 400 Schekel Silber. Und danach wurde Sara begraben.

Zu einem späteren Zeitpunkt wollte Abraham eine Frau für seinen Sohn Isaak finden, aber keine von fremden Völkern, sondern eine, die aus seiner eigenen Blutlinie stammt. Deswegen schickte Abraham einen Knecht an den Ort, wo Verwandte von Abraham wohnten. Der Knecht aber wusste überhaupt nicht, wie genau er nun die richtige Frau finden sollte, und er betete zu Gott, dass er die richtige Frau finden möge und bat um ein Zeichen. Und das Zeichen sollte darin bestehen, dass die richtige Frau zu ihm kommen würde, während er am Wasserbrunnen wartet, um ihm anzubieten, seine Kamele zu tränken. Und so geschah es dann tatsächlich. Dadurch fand der Knecht die Frau Rebekka, welche die von Gott vorgesehene Frau war. Und der Knecht führte sie, nachdem mit den Eltern alles abgeklärt worden war, zu Isaak, und Isaak gewann sie lieb.

Nachdem also Abraham auf diese Weise seinem Sohn eine geeignete Ehefrau beschafft hatte, lesen wir schließlich in Kapitel 25 von seinem Tod. Es steht geschrieben in den Versen 7 bis 11:

Dies ist die Zahl der Lebensjahre Abrahams, die er gelebt hat: 175 Jahre.
Und Abraham verschied und starb in gutem Alter, alt und lebenssatt, und wurde zu seinem Volk versammelt.
Und seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle Machpelah auf dem Acker des Ephron, des Sohnes Zoars, des Hetiters, Mamre gegenüber,
in dem Acker, den Abraham von den Hetitern gekauft hatte. Dort wurden Abraham und seine Frau Sara begraben.
Und es geschah nach dem Tod Abrahams, da segnete Gott seinen Sohn Isaak. Und Isaak wohnte bei dem »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht«.

In den Versen davor liest man übrigens davon, dass Abraham mehrere Frauen hatte nach dem Tod von Sara, mit denen er Nachkommen zeugte, doch damit wollen wir uns nicht belasten. Durch den gerade gelesenen Text erfahren wir, dass Abraham 175 Jahre alt wurde, was offensichtlich für die Zeit nach der Sintflut schon ein sehr gutes Alter war. Und er wurde an dem selben Ort begraben, wo auch Sara begraben wurde.

Was aber auch noch erwähnenswert ist, obwohl es nicht im ersten Buch Mose auffindbar ist, sondern im Buch des Propheten Jesaja, ist die Tatsache, dass Gott den Mann Abraham sogar als Freund betrachtete aufgrund der großen Treue. Einen solchen Titel hat außer Abraham niemand in der Bibel bekommen.

All diese Dinge gibt es über Abrahams Leben und seine Wanderungen in der Bibel zu lernen, und nachdem wir uns dies alles vor Augen gehalten haben, endet nun das heutige Video.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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