Text zu "Bibellehre - Ein Blick auf den Philemon-Brief"
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=G0GJf4T6ltI
Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Im heutigen Video
beschäftigen wir uns mit dem Brief, den Paulus an einen gläubigen
Mann namens Philemon geschrieben hat. Dieser Brief ist so kurz, dass
er in ein einziges Kapitel eingeteilt wurde. Ich lese nun den ganzen
Brief vor, und dann werde ich sagen, aus welchem Grund dieser Brief
in der Bibel einen eigenen Platz verdient.
Es steht
geschrieben:
Paulus, ein
Gefangener Christi Jesu, und Timotheus, der Bruder, an Philemon,
unseren geliebten Mitarbeiter,
und an die geliebte
Appia, und Archippus, unseren Mitstreiter, und an die Gemeinde in
deinem Haus:
Gnade sei mit euch
und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
Ich danke meinem
Gott und gedenke allezeit an dich in meinen Gebeten,
weil ich von deinem
Glauben höre, den du an den Herrn Jesus hast, und von deiner Liebe
gegenüber allen Heiligen,
damit deine
Gemeinschaft im Hinblick auf den Glauben für Christus Jesus wirksam
werde durch die Erkenntnis all des Guten, das in euch ist.
Denn wir haben viel
Freude und Trost um deiner Liebe willen; denn die Herzen der Heiligen
sind durch dich erquickt worden, lieber Bruder.
Darum, obwohl ich in
Christus volle Freiheit hätte, dir zu gebieten, was sich geziemt,
so will ich doch, um
der Liebe willen, vielmehr eine Bitte aussprechen, in dem Zustand, in
dem ich bin, nämlich als der alte Paulus, und jetzt auch ein
Gefangener Jesu Christi.
Ich bitte dich für
mein Kind, das ich in meinen Fesseln gezeugt habe, Onesimus,
der dir einst unnütz
war, jetzt aber dir und mir nützlich ist. Ich sende ihn hiermit
zurück;
du aber nimm ihn auf
wie mein eigenes Herz!
Ich wollte ihn bei
mir behalten, damit er mir an deiner Stelle diene in den Fesseln, die
ich um des Evangeliums willen trage;
aber ohne deine
Zustimmung wollte ich nichts tun, damit deine Wohltat nicht gleichsam
erzwungen, sondern freiwillig sei.
Denn vielleicht ist
er darum auf eine kurze Zeit von dir getrennt worden, damit du ihn
auf ewig besitzen sollst,
nicht mehr als einen
Sklaven, sondern, was besser ist als ein Sklave, als einen geliebten
Bruder, besonders für mich, wie viel mehr aber für dich, sowohl im
Fleisch als auch im Herrn.
Wenn du mich nun für
einen hältst, der Gemeinschaft mit dir hat, so nimm ihn auf wie mich
selbst.
Wenn er dir aber
Schaden zugefügt hat oder etwas schuldig ist, so stelle das mir in
Rechnung.
Ich, Paulus,
schreibe es eigenhändig: Ich will es erstatten! Ich will ja nicht
davon reden, dass du auch dich selbst mir schuldig bist.
Ja, Bruder, lass
mich von dir Nutzen haben im Herrn! Erquicke mein Herz im Herrn!
Im Vertrauen auf
deinen Gehorsam schreibe ich dir, weil ich weiß, dass du noch mehr
tun wirst, als ich dir sage.
Zugleich aber
bereite mir auch eine Herberge, denn ich hoffe, dass ich euch
geschenkt werde durch eure Gebete.
Es grüßen dich
Epaphras, mein Mitgefangener in Christus Jesus,
Markus, Aristarchus,
Demas, Lukas, meine Mitarbeiter.
Die Gnade unseres
Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist! Amen.
Zuerst wird der Mann
Philemon dafür gelobt, dass er Liebe zu den sogenannten Heiligen hat
- was auch immer dies nun bedeuten mag.
Und danach redet
Paulus von einem gezeugten Kind. Wichtig zu wissen ist, dass dies
eine geistliche Rede ist. Denn Paulus hat nicht durch
Geschlechtsverkehr mit einer Frau einen Sohn gezeugt, sondern Paulus
redet hier von einem Mann, der ein Sklave ist und zuerst ungläubig
war, aber er kam zu Paulus, und durch die Verkündigung von Paulus
ist der Sklave gläubig an Jesus Christus geworden. Da nun Paulus
derjenige war, der ihm das Evangelium verkündigte, betrachtet Paulus
ihn deshalb im übertragenen Sinn als seinen Sohn. Und wir erfahren
ja auch, dass der Name dieses Sklaven Onesimus lautet.
Jedenfalls bittet
Paulus in einem manipulativ formulierten Schreibstil, was fast schon
unverschämt und doppelzüngig wirkt, dass der Sklave wieder bei
Philemon aufgenommen werden soll. Denn er war zuerst bei Philemon,
aber konnte ihm nicht viel nützen, vermutlich weil er gewissermaßen
faul war. Da wurde er Paulus mitgegeben, um zu sehen, ob er Paulus
nützlich sein könnte. Nun kommt aber die Zeit, in der Paulus ihn
auch nicht mehr haben will und ihn zurück schickt. Aber natürlich
kann Paulus nicht einfach sagen, dass er keinen Bedarf mehr hat für
diesen unnützen Sklave, denn das wäre ja unverschämt, darum
plappert er irgendwas von Liebe und Gehorsam, damit die Sache nicht
nach außen hin den Anschein macht, eine einfache Abschiebung zu
sein, mit welcher sich Philemon gefälligst zufrieden zu geben hat.
Denn so ist es zwar, aber es soll natürlich schön verpackt werden,
damit es nicht allzu sehr auffällt.
Ich muss aber
betonen, dass dieser Brief nicht vordergründig bewahrt wurde, um
Zeugnis von der unterschwelligen Heuchelei des Paulus zu geben,
sondern aus einem anderen Grund. Der eigentliche Grund, warum dieser
Brief in der Bibel gut aufgehoben ist, ist folgender.
Sklavenhhaltung war
früher ganz normal. Auch nach der Auferstehung von Jesus immernoch.
Aber in diesem Brief, den wir hier lesen, sagt Paulus über einen
Sklave, dass er genau so behandelt werden soll wie ein Bruder im
Glauben. Das bedeutet: Dieser Brief gibt ein starkes Zeugnis davon,
wie falsch es wäre, wenn man als Christ irgendwen wie einen Sklave
behandelt, da ja jeder zu einem Kind Gottes werden soll, wenn er die
Nachfolge beginnt. Und dabei ist es egal, ob er früher mal ein
Sklave war oder ein weltlich betrachtet freier Mann. Und deswegen,
weil die Ablehnung von Sklaverei, welche damals immernoch normal war,
durch diesen Brief gefördert wird, ist dieser Brief ein gutes
Schriftstück für die Bibel und sollte darin nicht fehlen, auch wenn
er nur kurz ist und abgesehen von den gerade beschriebenen Details
ziemlich belanglos wirkt.
Und nachdem ich dies
erklärt habe, ist bereits alles wirklich Wichtige über diesen Brief
gesagt worden.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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