Text zu "Ein Blick auf den 1. Brief des Petrus"

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In diesem Video wollen wir uns mit den gehaltvollen Stellen aus dem ersten Brief des Petrus beschäftigen, die uns auch auf unserem eigenen Weg mit Jesus nützen können.

Die ersten Verse, die wir uns heute anschauen, sind die Verse 3 bis 5 von Kapitel 1. Es steht geschrieben:

Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten,
zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns,
die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit.

Dass die Menschen wiedergeboren wurden, ist sehr tollpatschig formuliert. Sie sind viel mehr auferweckt worden zu einem lebendigen Glaube. Wiedergeboren würde bedeuten, dass sie vorher schonmal gelebt hätten, haben sie aber nicht.
Bemerkenswert ist hingegen auf jeden Fall die Beschreibung, dass für uns ein unbeflecktes und unverwelkliches Erbe aufbewahrt wird im Himmel. Denn diese Worte zeigen uns deutlich, worauf wir uns konzentrieren sollen. Wir sollen überhaupt nicht mehr auf die von Verderben beherrschte Welt schauen, in der wir uns jetzt gerade befinden und die verdorben bleiben wird bis zum letzten Tag. Stattdessen sollen wir voller Vorfreude darauf sein, dass wir diese Welt irgendwann ganz hinter uns lassen können und das bekommen werden, was uns unser Vater im Himmel erben lässt, weil wir zu seinem Sohn gehören und ihm geglaubt haben.

Weiterhin heißt es in den Versen 6 und 7:

Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen,
damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.

Echter, reinherziger Glaube ist kostbarer als alles Gold dieser Erde. Versteht ihr das? Wenn ihr lauwarme Gläubige seid, dann nützt es nichts. Aber wenn ihr wirklich Glaube habt, dann seid ihr übertrieben reich, selbst wenn ihr auf der Straße sitzt und nicht wisst, wohin ihr als nächstes gehen sollt. Wer in Jesus ist, der ist wirklich reich. Wer aber in seinem eigenen Ego ist, oder in der weltlichen, nichtigen Hoffnung auf Heil in dieser Welt, der ist arm dran, selbst wenn er Traumhäuser und eine hervorragende Familie und üppige Geldanlagen besitzt. Petrus betont auch, dass wir uns jubelnd freuen werden, wenn Jesus als lebendiger Herrscher in Herrlichkeit wiederkommt. Das wird die Zeit sein, in der wir jubeln. Dem entsprechend haben wir jetzt noch keinen Grund zum jubeln, wir sollen uns jetzt noch gar nicht freuen. Besonders nicht, da es allerlei Anfechtungen geben kann und auch geben wird, die unseren Glaube zunichte machen sollen.
Wie viele sind unter euch, die sich darüber im Klaren sind, dass die Zeit zum Jubeln nicht heute ist, sondern dass wir dazu erst Anlass haben, wenn Jesus wiederkommt?

Petrus schreibt außerdem in den Versen 8 und 9:

Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude,
wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!

Ich hoffe doch sehr, dass ihr dies annehmen könnt, wenn ihr an Jesus Interesse habt. Das Endziel unseres Glaubens ist kein schönes Leben in der Welt, auch nicht ein stets heiler Körper oder gar solcher Blödsinn wie finanzieller Segen, sondern das Endziel des wahren Glaubens, der nicht mit Lügen vermischt wurde, ist die Errettung unserer Seelen. Es geht um eure Seele. Und um nichts Anderes. Und es ist eine Herausforderung, an Jesus zu glauben, wenn man ihn selbst noch nie gesehen hat. Das versucht auch Petrus in Vers 8 rüberzubringen. Wenn aber jemand Jesus sehen durfte und immernoch nicht alles glaubt, was Jesus sagte und lehrte, was meint ihr wohl, was mit der Seele eines solchen Menschen passieren wird?
Ich sage euch: So jemand wird umso schlimmere Strafe erleiden, wenn er in der Sünde bleibt, oder wenn er nur eine Zeit lang Jesus liebte und dann doch wieder in die Sünde zurückging.
Petrus ermutigt aus diesem Grund auch nicht die Heuchler, sondern Petrus ermutigt die, welche fest im Glaube stehen und leben. Denn wer im echten Glaube lebt, dessen Ende wird wahrhaftig herrlich sein.

Und damit der Glaube derer, denen Petrus berechtigte Hoffnung macht, sogar noch größer werden kann, gibt er ihnen folgende Empfehlung in den Versen 14 bis 16:

Als gehorsame Kinder passt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet,
sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.
Denn es steht geschrieben: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!«

Hier sehen wir eindeutig, wie der Plan lautet. Die Begierden ablegen und Heiligkeit anstreben - das ist es, was von Glaube zeugt. Und auch in Vers 17 steht eine bemerkenswerte Aufforderung, denn dort lesen wir:

Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk jedes Einzelnen, so führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet.

Offensichtlich werden die aufrichtigen Gläubigen nicht nur indirekt dazu aufgerufen, dass sie sich in ihrem Leben so verhalten sollen, als wären sie Fremdlinge in der Welt, sondern auch die Ehrfurcht vor Gott wird hier wärmstens empfohlen. Man muss auch bedenken, dass Gott kein Ansehen der Person kennt, wenn es darum geht, die Taten oder Herzen der Menschen einzuschätzen. Da wir, wenn wir wirklich glauben, Gottes Kinder sind, sollten wir uns auch daran ein Beispiel nehmen, indem wir niemanden tadeln, nur weil er ein unbeliebter Mensch ist, und auch nicht das Fehlverhalten eines anderen gutheißen um seines hohen Ranges willen. Denn das wäre das Ansehen der Person.

Auch in den Versen 18 bis 21 finden wir lesenswerte Worte, denn es steht geschrieben:

Denn ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel,
sondern mit dem kostbaren Blut des Christus als eines makellosen und unbefleckten Lammes.
Er war zuvor ersehen vor Grundlegung der Welt, aber wurde offenbar gemacht in den letzten Zeiten um euretwillen,
die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott gerichtet seien.

Ist es nicht interessant, wie Petrus hier über Jesus redet? Seine Worte sind zutreffend. Jesus war schon zu seinem Werk erwählt, bevor die Erde gemacht wurde, und er hat damals auch schon gelebt. Aber er wurde verborgen gehalten, er wurde nicht offenbar gemacht. Erst an dem Tag, als er in die Welt geboren wurde, da konnten die Menschen es merken, auch wenn sie es nicht gemerkt haben, dass es einen Erlöser gibt, der vorher von Gott verborgen gehalten wurde.
Es fällt auch auf, dass Petrus hier den Wandel als nichtig bezeichnet, den die Väter überliefert haben. Es ist fraglich, ob er damit das Gesetz von Moses meint, oder ob er vielleicht vielmehr die Talmud meint, also das von Pharisäern erfundene Schriftwerk, welches Gott nie befohlen hatte. Die Ausübung der Gebote aus der Überlieferung der Pharisäer ist nämlich vor Gott völlig bedeutungslos.

Auch in Kapitel 2 gibt es etwas Bemerkenswertes zu lesen, denn es steht geschrieben in den ersten drei Versen:

So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle Verleumdungen,
und seid als neugeborene Kindlein begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst,
wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist.

Diese Verse an sich sind eine hervorragende Offenbarung darüber, was es bedeutet, ein Kind Gottes zu sein. Man muss alles ablegen, was ein Kind Gottes niemals festhalten würde, nämlich alle Heuchelei, was für die Menschen wohl die größte Herausforderung darstellt, und außerdem allen Neid, alle Bosheit und die Neigung dazu, irgendwen zu verleumden, egal aus welchem Anlass. Verleumden bedeutet ja, dass man über jemanden Böses erzählt, das er gar nicht tut oder an sich hat. Es geht gewissermaßen mit Neid und Bosheit einher, aber ein Kind Gottes will sowas nicht machen. Und ebenso will ein Kind Gottes am liebsten immer nur unverfälschte Worte hören, aber wenn es laues Geschwafel oder verdrehte Verrücktheiten hören muss, so ist es ihm ein Anstoß. Nur unverfälschte Worte hält ein Kind Gottes im Herzen fest. Und die Motivation dazu kommt aus der Gewissheit, dass unser Herr Jesus freundlich ist, und er selbst ist ja auch der Sohn Gottes von Anfang an, darum sollen wir uns an ihm möglichst orientieren.

Als nächstes lesen wir uns mal einen etwas längeren Abschnitt durch. Es steht geschrieben in den Versen 11 bis 17:

Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge: Enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten;
und führt einen guten Wandel unter den Heiden, damit sie da, wo sie euch als Übeltäter verleumden, doch aufgrund der guten Werke, die sie gesehen haben, Gott preisen am Tag der Untersuchung.
Ordnet euch deshalb aller menschlichen Ordnung unter um des Herrn willen, es sei dem König als dem Oberhaupt
oder den Statthaltern als seinen Gesandten zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun.
Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt;
als Freie, und nicht als solche, die die Freiheit als Deckmantel für die Bosheit benutzen, sondern als Knechte Gottes.
Erweist jedermann Achtung, liebt die Bruderschaft, fürchtet Gott, ehrt den König!

In Vers 11 werden wir ein weiteres Mal dazu aufgerufen, uns als Gäste und Fremdlinge zu betrachten in dieser Welt. Also wie Leute, denen hier nichts gehört, da sie nur zu Besuch da sind und eigentlich woanders wohnen. Allerdings muss man, so lange man irgendwo zu Besuch ist, natürlich auch die fremden Hausregeln beachten und darf nicht unverschämt sein gegen die Verwalter dieser Orte. Sonst wäre man ja ein schändlicher Gast. Aus diesem Grund, so lange wir nicht zur Sünde gezwungen sind, sollen wir den jenigen Leuten in einem Volk den notwendigen Respekt erweisen, die in einer verwaltenden Position sind. Obwohl wir streng genommen nicht ihnen unterstehen, sondern Jesus Christus, sollen wir trotzdem ihre Regeln billigen und nicht sinnlos rebellieren gegen die Könige in der Welt, in der wir nur einfache Gäste sind. Vers 15 sagt auch, dass wir dauerhaft Gutes tun sollen, damit jeder, der uns verleumden will, keinen Erfolg dabei verzeichnen kann, weil wir uns nichts zu Schulden kommen ließen.

Und wenn es geschieht, dass wir trotzdem Unrecht erleiden, so müssen wir es geduldig ertragen, denn es steht geschrieben in den Versen 20 bis 23:

Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr geduldig Schläge ertragt, weil ihr gesündigt habt? Wenn ihr aber für Gutestun leidet und es geduldig ertragt, das ist Gnade bei Gott.
Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt.
»Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden«;
als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet.

Hierbei muss ich betonen, dass diese Forderung genau so schwer ist, wie sie auch wahrhaftig ist. Man braucht ein gefestigtes Herz und eine hohe Konzentration auf das Reich Gottes, wenn man wirklich allezeit fähig sein will, Unrecht zu leiden, ohne zu vergelten. Aber es ist dennoch aus himmlischer Sicht immer der beste Weg für uns. Jesus hat es auch so gemacht, und er ist das heilige Lamm Gottes, der Messias, der von Gott über alles erhoben wurde. Und auch wir werden von Menschen zwar ausgelacht, im Reich Gottes aber gewürdigt, wenn wir so sehr in der Liebe sind, dass wir niemals schmähen, nachdem wir geschmäht wurden, und niemandem drohen, selbst wenn wir zu leiden haben. Daher sind diese Worte sehr erinnerungswürdig.

In Kapitel 3 lesen wir auch Worte in den Versen 1 bis 4, die etwas wertvolles zum Ausdruck bringen. Es steht geschrieben:

Gleicherweise sollen auch die Frauen sich ihren eigenen Männern unterordnen, damit, wenn auch etliche sich weigern, dem Wort zu glauben, sie durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden,
wenn sie euren in Furcht keuschen Wandel ansehen.
Euer Schmuck soll nicht der äußerliche sein, Haarflechten und Anlegen von Goldgeschmeide oder Kleidung,
sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck eines sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist.

Durch diesen Text sollen sich zuerst Frauen angesprochen fühlen, die an Jesus glauben, aber mit einem ungläubigen Mann verheiratet sind. Der Mann kann wenn überhaupt gewonnen werden, wenn die Frau einen keuschen Wandel lebt, damit es den Mann irgendwann beeindruckt. Die Beschreibung, dass ein stiller Geist sehr kostbar ist, ist aber nicht nur auf Ehefrauen anwendbar, sondern im Grunde auf alle Menschen. Gott liebt ein bedachtes und stilles Wesen immer. Jedenfalls sollte den Frauen durch diese Verse klar werden, dass es nicht gut ist, wenn sie ihren Mann immer verurteilen oder ihn von morgens bis abends mit Bibelversen bombardieren, weil er nicht gläubig werden will. Das ist nicht das, was die Bibel rät, und es wird allgemein auch gar nicht helfen. Je mehr man zu einem Mensch von einer Sache redet, die er verachtet, desto größer wird bei ihm der Widerstand. Das ist immer so.

Petrus zitiert auch Worte aus einem Psalm in diesem Kapitel, was wir merken werden, wenn wir uns die Verse 9 bis 12 anschauen. Dort steht:

Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben.
Denn »wem das Leben lieb ist und wer gute Tage sehen will, der bewahre seine Zunge vor Bösem und seine Lippen, dass sie nicht Trug reden;
er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche den Frieden und jage ihm nach!
Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Flehen; das Angesicht des Herrn aber ist gegen die gerichtet, die Böses tun.«

Einige Worte aus dem Psalm 34, welcher ein lehrreicher und wirklich bemerkenswerter Psalm ist, werden hier offensichtlich auch von Paulus benutzt, denn es ist um Gottes willen immer eine gute Idee, diese Worte in die Tat umzusetzen. Auf die eigenen Lippen muss man Acht haben, um nichts Zerstörerisches und nichts Betrügerisches zu reden, und man muss abweichen von allem, was in Gottes Augen böse ist, um dem Frieden nachzujagen mit allen Gedanken. Das ist es, was sich für das eigene Herz letztlich am meisten lohnt. Wir wollen aber nicht übersehen, dass auch in Vers 9 nochmal in aller Deutlichkeit empfohlen wird, keine Vergeltung zu üben für das Böse, das wir erleiden, denn würden wir das tun, wären wir keine echten Diener von Jesus Christus. Darüber hinaus sollten wir uns offensichtlich niemals zu schade sein, um Segen auszusprechen über andere.

Passend dazu lesen wir auch in den Versen 14 bis 17:

Doch wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr! Ihr Drohen aber fürchtet nicht und lasst euch nicht beunruhigen;
sondern heiligt vielmehr Gott, den HERRN, in euren Herzen! Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und zwar mit Sanftmut und Ehrerbietung;
und bewahrt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zuschanden werden in dem, worin sie euch als Übeltäter verleumden mögen.
Denn es ist besser, dass ihr für Gutestun leidet, wenn das der Wille Gottes sein sollte, als für Bösestun.

Man kann allgemein an dem ersten Petrusbrief zweifellos erkennen, dass die wahre Nachfolge auch mit Leidensbereitschaft einhergeht. Petrus sagt, dass es besser für uns ist, wenn wir nicht nur Gutes tun, sondern inmitten dessen sogar auch noch wie Dreck behandelt werden von den Bösen. Wenn wir aber für Böses tun leiden würden, dann wäre es ja nur eine verdiente Strafe. Darauf kann sich keiner etwas einbilden. Und selbst wenn wir für Gutes tun leiden, sollen wir sogar allezeit bereit sein, ein Zeugnis auszusprechen von der Hoffnung auf Jesus Christus. Es ist unsere Verantwortung als Jesus-Nachfolger, allezeit in Sanftmut zu bleiben, auch wenn wir noch so sehr verachtet sind. Das ist die wahre Nachfolge, die ihm Himmel Wert hat.

Auch der Text in den nächsten Versen hat bedeutsame Inhalte. Wir lesen in den Versen 18 bis 22:

Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte; und er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht durch den Geist,
in welchem er auch hinging und den Geistern im Gefängnis verkündigte,
die vor Zeiten sich weigerten zu glauben, als Gottes Langmut einstmals zuwartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in der wenige, nämlich acht Seelen, hindurchgerettet wurden durch das Wasser,
welches jetzt auch uns in einem bildlichen Sinn rettet in der Taufe, die nicht ein Abtun der Unreinheit des Fleisches ist, sondern das Zeugnis eines guten Gewissens vor Gott durch die Auferstehung Jesu Christi.
Dieser ist seit seiner Himmelfahrt zur Rechten Gottes; und Engel und Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.

Zuerst betont Petrus erneut, dass Jesus für uns gelitten hat. Dann driftet er in die Vergangenheit ab, zu den Tagen vor der Sintflut, als die gefallenen Engel das Urteil erhielten, in die Finsternis eingesperrt werden zu müssen. Dies lernt man ausschließlich vom Buch Henoch, aber in der Bibel ist diese Geschichte nicht auffindbar. Dann aber benutzt Petrus die Gelegenheit, wo er gerade von Wasser redet, um zu bezeugen, wie wichtig die echte Taufe im Wasser ist. Denn Petrus sagt, dass die Taufe uns rettet. Daraus kann man automatisch schließen, dass man nicht gerettet ist, solange man sich nicht korrekt taufen lässt, sollte man auch nur eine einzige Sünde im Leben getan haben oder aus einem gottlosen Elternhaus kommen. Und ihr wisst selbst, dass normalerweise kein Mensch, selbst wenn er gerechte Eltern haben sollte, ein Leben lang ohne Sünde bleibt.
Allerdings ist nach der Taufe der Mensch nicht sofort ein völlig reines Wesen. Er braucht zwar die Taufe, aber das ist nicht der Abschluss, sondern der Mensch wird danach immernoch von den Lüsten seines Fleisches in Versuchung geraten, zurück in die Sünde zu fallen. Daher ist die Taufe allein, auch wenn sie unerlässlich ist, noch keine Sicherheit, dass Jesus sich zu uns bekennt vor Gott. Und es wird ja auch im letzten Vers dieses Kapitels extra nochmal betont, dass Jesus neben Gott sitzt, und dass Gott ihm große Macht verliehen hat, denn Jesus hat alle Gewalten und Mächte unter sich, die in der Schöpfung existieren, und nur Gott ist größer, sonst niemand.

Wenn wir in Kapitel 4 weiterlesen, sehen wir bereits in den ersten drei Versen eine sehr wichtige Ermahnung. Es steht geschrieben:

Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat mit der Sünde abgeschlossen,
um die noch verbleibende Zeit im Fleisch nicht mehr den Lüsten der Menschen zu leben, sondern dem Willen Gottes.
Denn es ist für uns genug, dass wir die vergangene Zeit des Lebens nach dem Willen der Heiden zugebracht haben, indem wir uns gehen ließen in Ausschweifungen, Begierden, Trunksucht, Belustigungen, Trinkgelagen und frevelhaftem Götzendienst.

Hierbei finden manche vielleicht das Zitat seltsam, wenn Petrus sagt: Wer im Fleisch gelitten hat, der hat mit der Sünde abgeschlossen. Aber das Leiden, das hier gemeint ist, besteht darin, dass man leidet, weil man der eigenen Lust nicht mehr nachgibt, sondern die eigene Lust aushungern lässt. Das ist ein gewisses Leiden, verschafft uns aber eine desto größere Glaubensstärke, wenn wir es erdulden. Eine solche Herrlichkeit bekommen die, die sich an dieses Zitat erinnern. Wer hingegen die ganzen geistlosen Befleckungen verübt, die ein Kind Gottes nicht mehr will, nämlich Belustigungen, Ausschweifungen, Leben in Begierden und vielleicht sogar Götzendiensten, der wird nie und nimmer die Herrlichkeit erlangen, die den echten Glaube festigt, denn er tut ja die Werke der Finsternis. Alles, was Petrus hier aufzählt, sind wahrhaftig finstere Tätigkeiten, die das reine Licht in euch auslöschen, das Jesus in eure Herzen geben will.

Und viele Menschen trauen sich nicht, einen solchen Lebensstil zu haben, bei dem man auf alles verzichtet, was geistlich bewertet Finsternis ist. Einmal trauen sie sich nicht, weil sie das Leiden fürchten, das durch den Verzicht kommen könnte, da es ihnen in ihrem Inneren zu schwer ist, das Verzichten dauerhaft zu halten, und auf der anderen Seite haben sie auch Angst davor, dass Freunde und Familienmitglieder sie komisch anschauen könnten, wenn sie nun plötzlich nicht mehr dasselbe tun, was die ganzen Ungläubigen und die Glaubensheuchler alle tun. Petrus weiß das auch, deswegen schreibt er Folgendes in Vers 4 und 5:

Das befremdet sie, dass ihr nicht mitlauft in denselben heillosen Schlamm, und darum lästern sie;
sie werden aber dem Rechenschaft geben müssen, der bereit ist, die Lebendigen und die Toten zu richten.

Hier erwähnt Petrus also, dass die Menschen befremdet sein werden, wenn man sich nicht mehr mit ihnen zusammen im heillosen Schlamm suhlt, denn auch er selbst kennt das theoretisch unzumutbare Verhalten der Spötter, die erst am Ende bekommen, was sie verdienen.

Weiterhin sagt Petrus in Vers 6 und 7:

Denn dazu ist auch Toten das Evangelium verkündigt worden, dass sie gerichtet würden im Fleisch den Menschen gemäß, aber Gott gemäß lebten im Geist.
Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.

Durch Vers 6 erhalten wir die Offenbarung, dass Jesus nach seinem Tod am Kreuz im Totenreich war und die Gelegenheit genutzt hat, um auch den Seelen der Verstorbenen das Evangelium zu predigen, bevor letztlich die Auferstehung von Jesus geschah am dritten Tag. Wir erkennen außerdem an Vers 7, dass auch Petrus damals in den Tagen, als er lebte, ziemlich überzeugt davon gewesen ist, es wäre das Ende aller Dinge sehr nahe. Und doch wissen wir, dass es danach noch eine sehr lange Zeit weiterging, bis zum heutigen Tag.

Es scheint aber wirklich so zu sein, dass in diesen Tagen, als Petrus seinen ersten Brief schrieb, die Christen schlimme Bedrängungen erlebten, sowohl von außen als auch teils innerhalb der Gemeinde. Deswegen versucht Petrus noch ein Weiteres Mal, die leidtragenden Leser zu ermutigen, und wir lesen demgemäß in den Versen 12 bis 14:

Geliebte, lasst euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges;
sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt.
Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen! Denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber verherrlicht.

Hier redet Petrus davon, dass sozusagen eine Feuerprobe unter ihnen entstanden ist. Sie sollen aber versuchen, das als Grund zur Freude zu interpretieren, denn je größer das Leiden ist, das man um des Namens Jesus willen erduldete, ohne abzufallen, desto größer ist auch der berechtigte Jubel, wenn endlich Jesus in seiner Herrlichkeit vom Himmel her kommen wird, um alles Böse zu entfernen und sein eigenes Reich aufzubauen. Dann werden diejenigen, welche in der Welt verachtet waren, zu den Großen gehören, und alle Machthaber aus der bösen Weltzeit werden völlig zuschanden.

Petrus stellt aber auch in den Versen 17 und 18 zwei interessante Fragen. Wir lesen Folgendes:

Denn die Zeit ist da, dass das Gericht beginnt beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, wie wird das Ende derer sein, die sich weigern, dem Evangelium Gottes zu glauben?
Und wenn der Gerechte nur mit Not gerettet wird, wo wird sich der Gottlose und Sünder wiederfinden?

In diesen Versen sehen wir die interessante Bemerkung, dass zuerst bei denen das Gericht beginnt, die Gott angehören. Und es wird sogar gesagt, dass selbst die Gerechten nur mit Not gerettet werden. Daher sollte klar sein, dass jeder Gottlose, und jeder, der zwar von Gott redet aber dennoch sündigt, überhaupt kein Gutes Ende zu erwarten hat. Denn dies ist es, worauf Petrus mit seinen zwei Fragen anspielt.

Sehr bemerkenswert, aber in gleicher Weise von den betreffenden Menschen verschmäht, ist die Ermahnung von Petrus an alle Ältesten in Kapitel 5. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 4:

Die Ältesten, die unter euch sind, ermahne ich als Mitältester und Zeuge der Leiden des Christus, aber auch als Teilhaber der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll:
Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern mit Hingabe,
nicht als solche, die über das ihnen Zugewiesene herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid!
Dann werdet ihr auch, wenn der oberste Hirte offenbar wird, den unverwelklichen Ehrenkranz empfangen.

Hier werden die Ältesten im übertragenen Sinne mit Hirten verglichen. Der oberste Hirte ist aber immer Jesus Christus. Wir erkennen an diesem Text, dass jeder Älteste dazu aufgerufen wird, mit Hingabe und ungezwungen die Gemeinde zu leiten, niemals nach Gewinn strebend und als gute Vorbilder in allem,was die Nachfolge Jesu bedeutet. Jeder Älteste, der das nicht ernst nimmt, ist verwerflich und wird auch am Ende von dem obersten Hirte verworfen werden. Wer es aber hält, auf den wartet ein geistlicher Ehrenkranz.

Ein paar andere besonders wichtige Bemerkungen für alle Gläubigen macht Petrus in den Versen 7 bis 9, wo wir lesen:

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann!
Dem widersteht fest im Glauben, in dem Wissen, dass sich die gleichen Leiden erfüllen an eurer Bruderschaft, die in der Welt ist.

Vers 7 ruft dazu auf, dass wir unsere Sorgen auf Gott werfen sollen, oder auch auf Jesus, damit wir sie nicht selber tragen müssen. Und Vers 8 betont, dass der Teufel mit unersättlichem Hungern auf der Suche nach allen Menschen ist, die er verschlingen kann. Darum müssen wir allen Versuchungen zur Sünde widerstehen, denn wer die Sünde nicht verweigert, der wird verschlungen. Und wir sollen nicht meinen, dass wir nur ganz allein mit diesen Ärgernissen fertigwerden müssen, denn es muss jeder Jesus-Nachfolger derartiges verkraften, egal wo auch immer in der Welt man lebt. Im Grunde sind sogar die Menschen in friedlichen Ländern schlimmer dran als die in den Elendsländern. Denn wer immer alles hat, was er wünscht, der wird bequem und unachtsam und sündigt desto leichter, ohne sich etwas dabei zu denken, weil er das Gefühl hat, nicht auf den Beistand Gottes angewiesen zu sein. Wer aber in einer schwierigen Lage lebt, dem wird es ein bisschen leichter fallen, zu erkennen, dass er nicht einfach Gottes Wille ignorieren kann, nachdem er zum Glaube gefunden hat.

Das Letzte, was ich im Rahmen des heutigen Videos mal noch zeigen will, ist ein Teil der Abschiedsformel, die Petrus schrieb. Wir lesen in den Versen 12 bis 14:

Durch Silvanus, der euch wie ich überzeugt bin ein treuer Bruder ist, habe ich euch in Kürze geschrieben, um euch zu ermahnen und zu bezeugen, dass dies die wahre Gnade Gottes ist, in der ihr steht.
Es grüßt euch die Mitauserwählte in Babylon und Markus, mein Sohn. Grüßt einander mit dem Kuss der Liebe!
Friede sei mit euch allen, die in Christus Jesus sind! Amen.

Menschen mit einem Kuss zu begrüßen, und zwar mit einem einfachen Kuss auf die Wange, ist in Israel Sitte. Das ist bei denen ganz normal. Wir sind aber nicht gezwungen, uns daran ein Beispiel zu nehmen. An Vers 12 merkt man, dass Petrus diesen Brief nicht selbst schrieb, sondern ihn diktiert hat, und ein Glaubensbruder namens Silvanus hat es aufgeschrieben. Wir lesen aber auch davon, dass Petrus in Babylon gelandet war in diesen Tagen. Das ist schon ein bisschen seltsam, dass er ausgerechnet an diesem Ort war, aber ich will hier nun auch keine unnötige Schwarzmalerei betreiben.

Wir haben uns jetzt viel Gutes aus dem ersten Brief des Petrus angeschaut, und somit ist das heutige Video bei seinem Ende angekommen.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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