Text zu "Bibellehre - Die Zeit der Richter Israels"

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In diesem Video befassen wir uns im Schnelldurchlauf mit dem abartigsten, verstörendsten und unzumutbarsten Buch der gesamten Bibel, nämlich mit dem Buch der Richter.
Dieses Buch beschreibt die Jahre nach der Eroberung der versprochenen Länder, und es herrschten in diesen Zeiten äußerst unliebsame Zustände, wie wir noch merken werden. Gott hatte sich eigentlich erhofft, dass die Israeliten sich die ganze Zeit an ihn klammern und sein Wort halten, aber selbstverständlich taten sie das nicht, sondern scherten sich einen Dreck um den Wille Gottes, wie es ja die Menschen schon immer gemacht haben, bis zum heutigen Tag.

Wenn man Kapitel 1 liest, erfährt man erstmal mit genauen Details, in welchen Ländern die Israeliten einfach mit den bösen Menschen zusammen wohnten, obwohl sie die bösen Menschen eigentlich vertreiben mussten. Und Gott ließ deswegen Worte durch einen Engel ausrichten, die wir in Kapitel 2 finden. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 5:

Und der Engel des HERRN kam von Gilgal herauf nach Bochim und sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und euch in das Land gebracht, das ich euren Vätern zugeschworen habe; und ich sagte: Ich will meinen Bund mit euch nicht aufheben ewiglich!
Ihr aber sollt mit den Einwohnern dieses Landes keinen Bund machen, sondern ihre Altäre niederreißen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht! Warum habt ihr das getan?
So habe ich nun auch gesagt: Ich will sie nicht vor euch vertreiben, damit sie euch zu Fangnetzen und ihre Götter euch zum Fallstrick werden!
Als nun der Engel des HERRN diese Worte zu allen Kindern Israels redete, da erhob das Volk seine Stimme und weinte.
Daher nannten sie den Ort Bochim; und sie brachten dort dem HERRN Opfer dar.

Hier sehen wir nun also, wie Gott sich darüber beschwert, dass die Israeliten nicht so an den alten Bewohnern des Landes gehandelt haben, wie es befohlen war, nämlich dass sämtliche Altäre und Götzenbilder vernichtet werden müssen.
Und die Zuhörer fingen an zu weinen. Wenn aber jetzt jemand glaubt, dass dadurch alles wieder gut wurde, dann ist er im Irrtum. Denn obwohl die Israeliten heulten, haben sie hinterher trotzdem wieder Böses getan und haben nichts an ihrem Verhalten geändert. Und da muss man sich wirklich mal fragen: Was nützt es denn bitte, wenn Menschen in Tränen ausbrechen, aber danach sündigen sie einfach weiter? Wenn irgendjemand glaubt, dass dieses geistlose Verhalten irgendwas mit Buße zu tun hat, so liegt er daneben. Jeder Mensch beginnt mal kurz zu weinen, wenn er emotional erschüttert wurde. Die wahre Buße besteht aber nicht darin, dass man nur mal anfängt zu flennen, sondern darin, dass man sich besser benimmt als zu vor und den gesamten eigenen Lebenswandel verändert, indem man ihn nach Gottes Wille ausrichtet.
Dies geschah aber trotz dem Geheule nicht in Israel, denn wir lesen folgendes ab Vers 6:

Als nämlich Josua das Volk entlassen hatte, zogen die Kinder Israels jeder in sein Erbteil, um das Land in Besitz zu nehmen.
Und das Volk diente dem HERRN, solange Josua lebte und solange die Ältesten da waren, die Josua überlebten, welche alle die großen Werke des HERRN gesehen hatten, die er an Israel getan hatte.
Als aber Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, im Alter von 110 Jahren gestorben war,
da begruben sie ihn im Gebiet seines Erbteils, in Timnat-Heres, auf dem Bergland Ephraim, nördlich vom Berg Gaasch.
Und als auch jene ganze Generation zu ihren Vätern versammelt war, kam eine andere Generation nach ihnen auf, die den HERRN nicht kannte, noch die Werke, die er an Israel getan hatte.
Da taten die Kinder Israels, was böse war in den Augen des HERRN, und sie dienten den Baalen;
und sie verließen den HERRN, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und folgten anderen Göttern nach, von den Göttern der Völker, die um sie her wohnten, und beteten sie an und erzürnten den HERRN;
denn sie verließen den HERRN und dienten dem Baal und den Astarten.
Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel, und er gab sie in die Hand von Räubern, die sie beraubten; und er verkaufte sie in die Hand ihrer Feinde ringsum, sodass sie vor ihren Feinden nicht mehr bestehen konnten.
Überall, wohin sie zogen, war die Hand des HERRN gegen sie zum Unheil, wie der HERR es ihnen gesagt und wie der HERR es ihnen geschworen hatte; so wurden sie hart bedrängt.
Doch erweckte der HERR Richter, die sie aus den Händen derer retteten, die sie beraubten.
Aber auch ihren Richtern gehorchten sie nicht, sondern sie hurten mit anderen Göttern und beteten sie an und wichen bald ab von dem Weg, auf dem ihre Väter im Gehorsam gegen die Gebote des HERRN gegangen waren; sie handelten nicht ebenso.
Wenn aber der HERR ihnen Richter erweckte, so war der HERR mit dem Richter und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der HERR hatte Mitleid wegen ihrer Wehklage über ihre Bedränger und Unterdrücker.
Wenn aber der Richter starb, so handelten sie wiederum verderblich, mehr als ihre Väter, indem sie anderen Göttern nachfolgten, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; sie ließen nicht ab von ihrem Treiben und ihrem halsstarrigen Wandel.

Durch diese Worte ist bereits das Wichtigste über den Inhalt des Buches der Richter gesagt. Aber trotzdem befassen wir uns heute grob mit noch ein paar anderen Dingen, die zu diesen Zeiten geschahen, als Gott von Zeit zu Zeit Richter erweckte in Israel.

Um noch einmal als Kurzfassung die Dinge vor Augen zu haben, welche die Israeliten taten, obwohl es vor Gott eine große Schande war, lesen wir ergänzend in Kapitel 3 die Verse 5 bis 7. Dort steht:

Als nun die Söhne Israels mitten unter den Kanaanitern, Hetitern, Amoritern, Pheresitern, Hewitern und Jebusitern wohnten,
da nahmen sie deren Töchter zu Frauen und gaben ihre Töchter deren Söhnen und dienten ihren Göttern.
Und die Kinder Israels taten, was böse war in den Augen des HERRN, und sie vergaßen den HERRN, ihren Gott, und dienten den Baalen und Aschehren.

Wie man sieht,verließen die Kinder Israels auf diese Weise ihren Gott, welcher zufällig der einzige echte Gott ist, da er allein die Himmel und die Erde erschaffen hat samt allem, was darin ist. Und weil Gott wütend war, beschützte und unterstützte er sie nicht mehr im Krieg. Dadurch fielen sie zuerst dem König der Aramäer in die Hand, und wurden acht Jahre lang von ihm versklavt. Und in dieser Zeit begannen sie, zu dem echten Gott zu rufen. Da erweckte er einen Mann zum Richter, der Otniel hieß. Dieser befreite Israel im Krieg von den Unterdrückern, und sie hatten 40 Jahre Ruhe.
Danach versündigten sich die Israeliten wieder und wurden 18 Jahre lang vom König der Moabiter unterdrückt. Und sie beteten zu Gott, und er ließ sich von ihnen erbitten und erweckte einen Mann namens Ehud zum Richter. Dieser ermordete mit List den König der Moabiter, nämlich Eglon, und befreite danach im Krieg Israel aus der Unterdrückung. Und danach hatten sie 80 Jahre lang Ruhe.
Dann aber taten die Israeliten wieder Böses und wurden vom König der Kanaaniter 20 Jahre lang unterdrückt.
Und sie schrien zu dem echten Gott, und als er sie erhörte, macht er eine Frau namens Debora zur Richterin.
Und es steht einiges geschrieben über die Kriege, welche sie anführte, und auch ein Liedtext von ihr mit gewaltverherrlichendem Inhalt in Kapitel 5, aber das werden wir uns nicht zumuten.
Danach hatte Israel 40 Jahre lang Ruhe.
Und es geschah schonwieder, dass die Israeliten Böses taten, deshalb wurden sie sehr stark von dem König der Midianiter bedrängt. Und es wurde so schlimm für sie, dass sie ihn Höhlen flüchten mussten, um dort zu wohnen. Und immer, wenn sie Nahrung anbauen wollten, kamen die Feinde und vernichteten alles, was gewachsen war, und auch die Weidentiere wurden getötet. Da beteten die Israeliten mit aller Kraft zu Gott, und Gott machte einen Mann namens Gideon zum Richter. Über diesen steht ab der unteren Hälfte von Kapitel 6 auch einiges geschrieben. Er war ein einfacher Ackerbauer, und er war der jüngste Sohn in seiner Familie. Diesem begegnete ein Engel Gottes, um ihn zum Richter zu berufen. Und der Engel tat auch Zeichen, um zu beweisen, dass es ernst gemeint war. Bevor es aber losging, bekam Gideon von Gott den Auftrag, die Götzenbilder bei seinem Wohnort zu zerstören. Und das tat er auch. Und die Ortsansässigen waren davon entsetzt, aber der Vater von Gideon sagte: Wenn die Götzenbilder echte Götter sind, dann haben sie es nicht nötig, dass Menschen für sie kämpfen, sondern die Götzenbilder sollen selbst Rache nehmen an Gideon. Und von diesem Spruch ließen sich die Leute beeindrucken, und deswegen blieb Gideon am Leben und erhielt keine Strafe, obwohl er die Götzenbilder zerstört hatte.
Danach hatte Gideon ungefähr 32.000 Kämpfer um sich versammelt, um gegen die Midianiter bestehen zu können. Aber Gott sagte, dass dies zu viele sind, denn die Israeliten sollten nicht meinen, dass sie aus ihrer eigenen Kraft gewinnen würden. Deswegen wurden am Ende nur 300 Männer ausgewählt, und mit diesen zusammen besiegte Gideon die Midianiter. Diese verloren in jenen Tagen etwa 120.000 Krieger.
Danach hatte Israel 40 Jahre lang Ruhe. Und nach diesen 40 Jahren gab es noch zwei weitere von Gott erwählte Richter in Israel, der eine war 23 Jahre im Amt, der andere 22 Jahre.
Und schließlich wandten sich die Israeliten schonwieder von Gott ab und taten Böses. Darüber lesen wir Folgendes in Kapitel 10, Vers 6 bis 16:

Aber die Kinder Israels taten wieder, was in den Augen des HERRN böse war, und dienten den Baalen und Astarten und den Göttern der Aramäer und den Göttern der Zidonier und den Göttern der Moabiter und den Göttern der Ammoniter und den Göttern der Philister; und sie verließen den HERRN und dienten ihm nicht.
Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie unter die Hand der Philister und der Ammoniter.
Und diese zerschlugen und unterdrückten die Kinder Israels in jenem Jahr und danach 18 Jahre lang, alle Kinder Israels jenseits des Jordan im Land der Amoriter, in Gilead.
Dazu zogen die Ammoniter über den Jordan und kämpften auch gegen Juda und gegen Benjamin und gegen das Haus Ephraim, sodass Israel sehr in Bedrängnis kam.
Da schrien die Kinder Israels zum HERRN und sprachen: Wir haben an dir gesündigt, denn wir haben unseren Gott verlassen und den Baalen gedient!
Aber der HERR sprach zu den Kindern Israels: Habe ich euch nicht von den Ägyptern, von den Amoritern, von den Ammonitern und von den Philistern errettet?
Und als die Zidonier, die Amalekiter und die Maoniter euch unterdrückten, habe ich euch nicht aus ihren Händen errettet, als ihr zu mir geschrien habt?
Dennoch habt ihr mich verlassen und anderen Göttern gedient; darum will ich euch nicht mehr retten!
Geht hin und schreit zu den Göttern, die ihr erwählt habt; die sollen euch retten zur Zeit eurer Not!
Aber die Kinder Israels sprachen zum HERRN: Wir haben gesündigt. Mache du mit uns, was dir gefällt; nur errette uns noch dieses Mal!
Und sie taten die fremden Götter von sich und dienten dem HERRN. Da wurde er unwillig über das Elend Israels.

Hier sehen wir, dass Gott eigentlich gar keine Nerven mehr hat für die immer wieder auftretende Schande in Israel. Aber da die Israeliten eigenständig die Götzenbilder entfernten und begannen, ihm zu dienen, ließ er sich letztlich doch noch davon überzeugen, zu helfen.
Es hatte aber einen Mann namens Jephtah gegeben, der war von einem Israeliten und einer Hure gezeugt worden, deshalb hatte man ihn verstoßen, und er war der Anführer einer Räuberbande geworden. Zu diesem mussten nun die Israeliten hingehen und ihn betteln, dass er Israel anführen soll im Kampf gegen die Feinde. Und Jephtah sträubte sich zuerst sehr dagegen, ließ sich aber letztlich doch dazu bewegen.
Jedenfalls richtete Jephtah das Volk Israel 6 Jahre lang. Und danach kamen noch drei weitere Richter auf, und dadurch hatten die Israeliten insgesamt 25 Jahre lang Richter im Land.

Und die Israeliten taten wieder Böses, deshalb wurden sie 40 Jahre lang von den Philistern bedrängt, und die Bedrängnis wurde immer schlimmer. Und dann wollte Gott den Israeliten ein kleines bisschen Erleichterung verschaffen, aber keine vollständige Rettung. Darum wollte er einen neuen Richter erwecken, und sein Name sollte Simson sein. Dieser Mensch wurde aber durch ein Wunder geboren, denn man liest in Kapitel 13 davon, dass ein Engel Gottes zu einer unfruchtbaren Frau ging und ihr ankündigte, dass sie ein Kind empfangen soll. Dieses wird als ein für Gott geweihter Nasiräer leben, was bedeutet, dass er sein Leben lang keinen Wein trinken und sich nicht die Haare schneiden darf. Das ist Simson, und auf diesen kam Gottes Geist, wie es bei jedem Richter geschehen war. Es geschahen dann aber sehr abgedrehte Sachen, denn Simson bekam übernatürliche Körperkraft.
Simson nahm sich dann eine Frau aus dem herrschenden Volk der Philister, aber er tat dies nur, um nach Gelegenheiten zu suchen, wie er Streit zwischen sich und den Philistern provozieren könnte. Und es kam mehrmals zu Streitereien, welche in üblen Gewaltakten ausarteten, und dabei tötete Simson immer einige Philister. Und es wurde ihm auch seine Frau weggenommen, was Simson wiederum zum Anlass nahm, um einige Philister umzubringen. Vorher aber hatte er ihre Weizenfelder in Brand gesteckt.
Danach sollten einige Israeliten von Juda den Simson binden, um ihn den Philistern auszuliefern. Und es geschah so, aber als er vor den Philistern stand, zerriss er seine eigenen Fesseln und erschlug tausend Philister.
Und weil er danach großen Durst hatte, ließ Gott für ihn laut Kapitel 15 Wasser aus einer Felsspaltung entspringen.
Danach ging Simson zu einer Prostituierten, um ihre Dienste in Anspruch zu nehmen, und seine Feinde lauerten ihm auf, konnten ihn aber auch diesmal nicht überwältigen.
Und als dies geschehen war, verliebte sich Simson in eine Frau, und seine Feinde wollten die Frau benutzen, um das Geheimnis in Erfahrung zu bringen, woher Simsons außergewöhnliche Kraft kommt.

Darüber lesen wir Folgendes in Kapitel 16, Vers 4 bis 21:

Danach aber gewann er eine Frau lieb am Bach Sorek, die hieß Delila.
Da kamen die Fürsten der Philister hinauf und sprachen zu ihr: Überrede ihn und sieh, worin seine große Kraft besteht und wodurch wir ihn überwinden können, damit wir ihn binden und bezwingen, so wollen wir dir jeder 1100 Silberlinge geben!
Da sprach Delila zu Simson: Verrate mir doch, worin deine große Kraft besteht und womit man dich binden kann, um dich zu bezwingen!
Simson aber sprach zu ihr: Wenn man mich mit sieben frischen Sehnen binden würde, die noch nicht vertrocknet sind, so würde ich schwach und wie jeder andere Mensch!
Da brachten die Fürsten der Philister sieben frische Sehnen zu ihr hinauf, die noch nicht vertrocknet waren; und sie band ihn damit.
Man lauerte aber auf ihn, bei ihr in der Kammer. Und sie sprach zu ihm: Philister über dir Simson! Er aber zerriss die Sehnen, wie man Flachsfaden zerreißt, wenn er Feuer gerochen hat. So wurde nicht offenbar, worin seine Kraft lag.
Da sprach Delila zu Simson: Siehe, du hast mich betrogen und mir Lügen vorgeschwatzt! Nun verrate mir doch, womit man dich binden kann!
Da antwortete er ihr: Wenn man mich fest binden würde mit neuen Stricken, mit denen nie eine Arbeit getan worden ist, so würde ich schwach und wie jeder andere Mensch!
Da nahm Delila neue Stricke und band ihn damit und sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Und man lauerte ihm auf in der Kammer; er aber riss sie von seinen Armen wie einen Faden.
Da sprach Delila zu Simson: Bisher hast du mich betrogen und mir Lügen vorgeschwatzt! Sage mir doch, womit man dich binden kann! Er antwortete ihr: Wenn du die sieben Haarflechten meines Hauptes mit Kettenfäden zusammenflechten würdest!
Da heftete sie diese an einen Pflock und sprach zu ihm: Philister über dir Simson! Er aber wachte von seinem Schlaf auf und riss den Webepflock samt den Kettenfäden heraus.
Da sprach sie zu ihm: Wie kannst du sagen, du hättest mich lieb, während dein Herz doch nicht mit mir ist? Dreimal hast du mich nun betrogen und mir nicht verraten, worin deine große Kraft besteht!
Als sie ihn aber alle Tage mit ihren Worten nötigte und in ihn drang, da wurde seine Seele zum Sterben matt.
Da verriet er ihr alles, was in seinem Herzen war, und sprach zu ihr: Es ist kein Schermesser auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Nasiräer Gottes von Mutterleib an. Wenn ich nun geschoren würde, so wiche meine Kraft von mir, und ich würde schwach und wie alle anderen Menschen!
Als nun Delila sah, dass er ihr sein ganzes Herz geoffenbart hatte, sandte sie hin und ließ die Fürsten der Philister rufen und ihnen sagen: Kommt noch einmal herauf; denn er hat mir sein ganzes Herz geoffenbart! Da kamen die Fürsten der Philister wieder zu ihr hinauf mit dem Geld in ihrer Hand.
Und sie ließ ihn auf ihrem Schoß einschlafen und rief einen Mann, der schor ihm die sieben Haarflechten seines Hauptes ab; und sie begann, ihn zu bezwingen, und seine Kraft wich von ihm.
Da sprach sie zu ihm: Philister über dir, Simson! Als er nun von seinem Schlaf erwachte, dachte er: Ich komme davon wie immer und brauche mich nur freizuschütteln! Er wusste aber nicht, dass der HERR von ihm gewichen war.
Aber die Philister nahmen ihn fest und stachen ihm die Augen aus; und sie führten ihn nach Gaza hinab und banden ihn mit zwei ehernen Ketten; und er musste im Gefängnis die Mühle drehen.

Die Frau von Simson ließ also nicht locker, ihn auszuhorchen und Simsons Liebe zu ihr zu missbrauchen, um Simsons Geheimnisse auszukundschaften.
Und offensichtlich ließ sich Simson, nachdem er seine Frau mehrmals angelogen hatte, letztlich dazu bewegen, sein Geheimnis zu verraten und wurde von seinen Feinden überwältigt.

Wie die Sache endete, als Simson als Gefangener im Land der Philister war, lesen wir in den Folgeversen. Es steht geschrieben in den Versen 22 bis 30:

Aber das Haar seines Hauptes fing wieder an zu wachsen, sobald es geschoren worden war.
Als nun die Fürsten der Philister sich versammelten, um ihrem Gott Dagon ein großes Opfer zu bringen und ein Freudenfest zu feiern, sprachen sie: »Unser Gott hat den Simson, unseren Feind, in unsere Hand gegeben!«
Und als das Volk ihn sah, lobten sie ihren Gott; denn sie sprachen: »Unser Gott hat unseren Feind in unsere Hand gegeben, ja, den Verwüster unseres Landes, ja den, der so viele der Unseren erschlagen hat!«
Als nun ihr Herz guter Dinge war, sprachen sie: Ruft den Simson, damit er vor uns spiele! Da riefen sie den Simson aus dem Gefängnis, und er spielte vor ihnen. Und sie stellten ihn zwischen die Säulen.
Simson aber sprach zu dem Burschen, der ihn an der Hand hielt: Lass mich los, damit ich die Säulen, auf denen das Haus ruht, anrühren und mich daran lehnen kann!
Das Haus aber war voll von Männern und Frauen. Auch waren alle Fürsten der Philister dort und auf dem Dach etwa 3000 Männer und Frauen, die zusahen, wie Simson spielte.
Simson aber rief den HERRN an und sprach: Mein Herr, HERR, gedenke doch an mich und stärke mich doch, o Gott, nur diesmal noch, damit ich mich an den Philistern mit einem Mal für meine beiden Augen rächen kann!
Und Simson umfasste die beiden Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, die eine mit seiner rechten und die andere mit seiner linken Hand, und stemmte sich gegen sie.
Und Simson sprach: Meine Seele sterbe mit den Philistern! Dann neigte er sich mit seiner ganzen Kraft. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war, sodass die Zahl der Toten, die er in seinem Sterben tötete, größer war als die Zahl derer, die er während seines Lebens getötet hatte.

Ich kann euch nun wirklich nicht erklären, was Gott daran so toll fand, einen derart gewalttätigen Mann zu unterstützen. Die Zeiten, in denen Israel manchmal Richter hatte und manchmal unterdrückt war, waren Zeiten der Unordnung und der völligen Anspruchslosigkeit. Deswegen lesen wir über die Jahre und Jahrzehnte der Richter auch Folgendes in Kapitel 17, Vers 6:

Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel; jeder tat, was recht war in seinen Augen.

Das ist der unerhörte Zustand, welcher sich eingebürgert hatte. Jeder lebte nach seiner eigenen Moral, jeder tat, was Recht war in seinen eigenen Augen. Da es schon immer reichlich selbstsüchtige, unverschämte und teilweise auch regelrecht bösartige Menschen auf der Erde gab, und solche auch immer geben wird, liegt wohl auf der Hand, dass man zu diesen Zeiten überhaupt nichts Gutes zu erwarten hatte.

Und man liest in den weiteren Kapiteln nur noch davon, dass ein Mann namens Micha sich einen eigenen Tempel inklusive Götzenbildern gebaut hatte, aber dann kamen Leute vom Stamm Dan, die sich eine neue Stadt erobern wollten, nahmen ihm all seinen Besitz weg und zogen weiter. Und sie eroberten blutig eine Stadt, in der friedliche Leute gewohnt hatten, brannten die Stadt nieder und bauten sie wieder auf, um darin zu wohnen.
Dieser Verlauf an sich ist schon eine Zumutung und hat überhaupt nichts Positives an sich. aber die abartigste Geschichte von allen steht am Ende des Buches, in den letzten paar Kapiteln, wo ein Mann von Übeltätern aus dem Stamm Benjamin bedrängt wird und seine Nebenfrau hergibt, um sie von ihnen misshandeln zu lassen. Dieses ganze Zeug ist absolut kranker Mist, ein hochgradig abscheuliches Übel, und man kann froh sein, wenn man sich nicht damit belasten muss.

Und das soll reichen an Worten über den Inhalt vom Buch der Richter.
Nach dem Buch der Richter folgt aber in der Bibel das Buch Rut. Und bei diesem Buch geht es eigentlich nur um eine Moabiterin, die sich entschließt, fest zu Israel dazugehören zu wollen. Und es geschieht letztlich, dass sie einen angesehenen Mann des Volkes heiratet. Das ist soweit alles, und deswegen besteht keine Notwendigkeit, zu diesem Buch ein extra Video zu machen.

Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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