Text zu "Bibellehre - Die Zeit der Richter Israels"
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Hallo Leute und
willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
In diesem Video
befassen wir uns im Schnelldurchlauf mit dem abartigsten,
verstörendsten und unzumutbarsten Buch der gesamten Bibel, nämlich
mit dem Buch der Richter.
Dieses Buch
beschreibt die Jahre nach der Eroberung der versprochenen Länder,
und es herrschten in diesen Zeiten äußerst unliebsame Zustände,
wie wir noch merken werden. Gott hatte sich eigentlich erhofft, dass
die Israeliten sich die ganze Zeit an ihn klammern und sein Wort
halten, aber selbstverständlich taten sie das nicht, sondern
scherten sich einen Dreck um den Wille Gottes, wie es ja die Menschen
schon immer gemacht haben, bis zum heutigen Tag.
Wenn man Kapitel 1
liest, erfährt man erstmal mit genauen Details, in welchen Ländern
die Israeliten einfach mit den bösen Menschen zusammen wohnten,
obwohl sie die bösen Menschen eigentlich vertreiben mussten. Und
Gott ließ deswegen Worte durch einen Engel ausrichten, die wir in
Kapitel 2 finden. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 5:
Und der Engel des
HERRN kam von Gilgal herauf nach Bochim und sprach: Ich habe euch aus
Ägypten heraufgeführt und euch in das Land gebracht, das ich euren
Vätern zugeschworen habe; und ich sagte: Ich will meinen Bund mit
euch nicht aufheben ewiglich!
Ihr aber sollt mit
den Einwohnern dieses Landes keinen Bund machen, sondern ihre Altäre
niederreißen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht! Warum habt
ihr das getan?
So habe ich nun auch
gesagt: Ich will sie nicht vor euch vertreiben, damit sie euch zu
Fangnetzen und ihre Götter euch zum Fallstrick werden!
Als nun der Engel
des HERRN diese Worte zu allen Kindern Israels redete, da erhob das
Volk seine Stimme und weinte.
Daher nannten sie
den Ort Bochim; und sie brachten dort dem HERRN Opfer dar.
Hier sehen wir nun
also, wie Gott sich darüber beschwert, dass die Israeliten nicht so
an den alten Bewohnern des Landes gehandelt haben, wie es befohlen
war, nämlich dass sämtliche Altäre und Götzenbilder vernichtet
werden müssen.
Und die Zuhörer
fingen an zu weinen. Wenn aber jetzt jemand glaubt, dass dadurch
alles wieder gut wurde, dann ist er im Irrtum. Denn obwohl die
Israeliten heulten, haben sie hinterher trotzdem wieder Böses getan
und haben nichts an ihrem Verhalten geändert. Und da muss man sich
wirklich mal fragen: Was nützt es denn bitte, wenn Menschen in
Tränen ausbrechen, aber danach sündigen sie einfach weiter? Wenn
irgendjemand glaubt, dass dieses geistlose Verhalten irgendwas mit
Buße zu tun hat, so liegt er daneben. Jeder Mensch beginnt mal kurz
zu weinen, wenn er emotional erschüttert wurde. Die wahre Buße
besteht aber nicht darin, dass man nur mal anfängt zu flennen,
sondern darin, dass man sich besser benimmt als zu vor und den
gesamten eigenen Lebenswandel verändert, indem man ihn nach Gottes
Wille ausrichtet.
Dies geschah aber
trotz dem Geheule nicht in Israel, denn wir lesen folgendes ab Vers
6:
Als nämlich Josua
das Volk entlassen hatte, zogen die Kinder Israels jeder in sein
Erbteil, um das Land in Besitz zu nehmen.
Und das Volk diente
dem HERRN, solange Josua lebte und solange die Ältesten da waren,
die Josua überlebten, welche alle die großen Werke des HERRN
gesehen hatten, die er an Israel getan hatte.
Als aber Josua, der
Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, im Alter von 110 Jahren gestorben
war,
da begruben sie ihn
im Gebiet seines Erbteils, in Timnat-Heres, auf dem Bergland Ephraim,
nördlich vom Berg Gaasch.
Und als auch jene
ganze Generation zu ihren Vätern versammelt war, kam eine andere
Generation nach ihnen auf, die den HERRN nicht kannte, noch die
Werke, die er an Israel getan hatte.
Da taten die Kinder
Israels, was böse war in den Augen des HERRN, und sie dienten den
Baalen;
und sie verließen
den HERRN, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten
herausgeführt hatte, und folgten anderen Göttern nach, von den
Göttern der Völker, die um sie her wohnten, und beteten sie an und
erzürnten den HERRN;
denn sie verließen
den HERRN und dienten dem Baal und den Astarten.
Da entbrannte der
Zorn des HERRN über Israel, und er gab sie in die Hand von Räubern,
die sie beraubten; und er verkaufte sie in die Hand ihrer Feinde
ringsum, sodass sie vor ihren Feinden nicht mehr bestehen konnten.
Überall, wohin sie
zogen, war die Hand des HERRN gegen sie zum Unheil, wie der HERR es
ihnen gesagt und wie der HERR es ihnen geschworen hatte; so wurden
sie hart bedrängt.
Doch erweckte der
HERR Richter, die sie aus den Händen derer retteten, die sie
beraubten.
Aber auch ihren
Richtern gehorchten sie nicht, sondern sie hurten mit anderen Göttern
und beteten sie an und wichen bald ab von dem Weg, auf dem ihre Väter
im Gehorsam gegen die Gebote des HERRN gegangen waren; sie handelten
nicht ebenso.
Wenn aber der HERR
ihnen Richter erweckte, so war der HERR mit dem Richter und errettete
sie aus der Hand ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der
HERR hatte Mitleid wegen ihrer Wehklage über ihre Bedränger und
Unterdrücker.
Wenn aber der
Richter starb, so handelten sie wiederum verderblich, mehr als ihre
Väter, indem sie anderen Göttern nachfolgten, um ihnen zu dienen
und sie anzubeten; sie ließen nicht ab von ihrem Treiben und ihrem
halsstarrigen Wandel.
Durch diese Worte
ist bereits das Wichtigste über den Inhalt des Buches der Richter
gesagt. Aber trotzdem befassen wir uns heute grob mit noch ein paar
anderen Dingen, die zu diesen Zeiten geschahen, als Gott von Zeit zu
Zeit Richter erweckte in Israel.
Um noch einmal als
Kurzfassung die Dinge vor Augen zu haben, welche die Israeliten
taten, obwohl es vor Gott eine große Schande war, lesen wir
ergänzend in Kapitel 3 die Verse 5 bis 7. Dort steht:
Als nun die Söhne
Israels mitten unter den Kanaanitern, Hetitern, Amoritern,
Pheresitern, Hewitern und Jebusitern wohnten,
da nahmen sie deren
Töchter zu Frauen und gaben ihre Töchter deren Söhnen und dienten
ihren Göttern.
Und die Kinder
Israels taten, was böse war in den Augen des HERRN, und sie vergaßen
den HERRN, ihren Gott, und dienten den Baalen und Aschehren.
Wie man
sieht,verließen die Kinder Israels auf diese Weise ihren Gott,
welcher zufällig der einzige echte Gott ist, da er allein die Himmel
und die Erde erschaffen hat samt allem, was darin ist. Und weil Gott
wütend war, beschützte und unterstützte er sie nicht mehr im
Krieg. Dadurch fielen sie zuerst dem König der Aramäer in die Hand,
und wurden acht Jahre lang von ihm versklavt. Und in dieser Zeit
begannen sie, zu dem echten Gott zu rufen. Da erweckte er einen Mann
zum Richter, der Otniel hieß. Dieser befreite Israel im Krieg von
den Unterdrückern, und sie hatten 40 Jahre Ruhe.
Danach versündigten
sich die Israeliten wieder und wurden 18 Jahre lang vom König der
Moabiter unterdrückt. Und sie beteten zu Gott, und er ließ sich von
ihnen erbitten und erweckte einen Mann namens Ehud zum Richter.
Dieser ermordete mit List den König der Moabiter, nämlich Eglon,
und befreite danach im Krieg Israel aus der Unterdrückung. Und
danach hatten sie 80 Jahre lang Ruhe.
Dann aber taten die
Israeliten wieder Böses und wurden vom König der Kanaaniter 20
Jahre lang unterdrückt.
Und sie schrien zu
dem echten Gott, und als er sie erhörte, macht er eine Frau namens
Debora zur Richterin.
Und es steht einiges
geschrieben über die Kriege, welche sie anführte, und auch ein
Liedtext von ihr mit gewaltverherrlichendem Inhalt in Kapitel 5, aber
das werden wir uns nicht zumuten.
Danach hatte Israel
40 Jahre lang Ruhe.
Und es geschah
schonwieder, dass die Israeliten Böses taten, deshalb wurden sie
sehr stark von dem König der Midianiter bedrängt. Und es wurde so
schlimm für sie, dass sie ihn Höhlen flüchten mussten, um dort zu
wohnen. Und immer, wenn sie Nahrung anbauen wollten, kamen die Feinde
und vernichteten alles, was gewachsen war, und auch die Weidentiere
wurden getötet. Da beteten die Israeliten mit aller Kraft zu Gott,
und Gott machte einen Mann namens Gideon zum Richter. Über diesen
steht ab der unteren Hälfte von Kapitel 6 auch einiges geschrieben.
Er war ein einfacher Ackerbauer, und er war der jüngste Sohn in
seiner Familie. Diesem begegnete ein Engel Gottes, um ihn zum Richter
zu berufen. Und der Engel tat auch Zeichen, um zu beweisen, dass es
ernst gemeint war. Bevor es aber losging, bekam Gideon von Gott den
Auftrag, die Götzenbilder bei seinem Wohnort zu zerstören. Und das
tat er auch. Und die Ortsansässigen waren davon entsetzt, aber der
Vater von Gideon sagte: Wenn die Götzenbilder echte Götter sind,
dann haben sie es nicht nötig, dass Menschen für sie kämpfen,
sondern die Götzenbilder sollen selbst Rache nehmen an Gideon. Und
von diesem Spruch ließen sich die Leute beeindrucken, und deswegen
blieb Gideon am Leben und erhielt keine Strafe, obwohl er die
Götzenbilder zerstört hatte.
Danach hatte Gideon
ungefähr 32.000 Kämpfer um sich versammelt, um gegen die Midianiter
bestehen zu können. Aber Gott sagte, dass dies zu viele sind, denn
die Israeliten sollten nicht meinen, dass sie aus ihrer eigenen Kraft
gewinnen würden. Deswegen wurden am Ende nur 300 Männer ausgewählt,
und mit diesen zusammen besiegte Gideon die Midianiter. Diese
verloren in jenen Tagen etwa 120.000 Krieger.
Danach hatte Israel
40 Jahre lang Ruhe. Und nach diesen 40 Jahren gab es noch zwei
weitere von Gott erwählte Richter in Israel, der eine war 23 Jahre
im Amt, der andere 22 Jahre.
Und schließlich
wandten sich die Israeliten schonwieder von Gott ab und taten Böses.
Darüber lesen wir Folgendes in Kapitel 10, Vers 6 bis 16:
Aber die Kinder
Israels taten wieder, was in den Augen des HERRN böse war, und
dienten den Baalen und Astarten und den Göttern der Aramäer und den
Göttern der Zidonier und den Göttern der Moabiter und den Göttern
der Ammoniter und den Göttern der Philister; und sie verließen den
HERRN und dienten ihm nicht.
Da entbrannte der
Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie unter die Hand der
Philister und der Ammoniter.
Und diese
zerschlugen und unterdrückten die Kinder Israels in jenem Jahr und
danach 18 Jahre lang, alle Kinder Israels jenseits des Jordan im Land
der Amoriter, in Gilead.
Dazu zogen die
Ammoniter über den Jordan und kämpften auch gegen Juda und gegen
Benjamin und gegen das Haus Ephraim, sodass Israel sehr in Bedrängnis
kam.
Da schrien die
Kinder Israels zum HERRN und sprachen: Wir haben an dir gesündigt,
denn wir haben unseren Gott verlassen und den Baalen gedient!
Aber der HERR sprach
zu den Kindern Israels: Habe ich euch nicht von den Ägyptern, von
den Amoritern, von den Ammonitern und von den Philistern errettet?
Und als die
Zidonier, die Amalekiter und die Maoniter euch unterdrückten, habe
ich euch nicht aus ihren Händen errettet, als ihr zu mir geschrien
habt?
Dennoch habt ihr
mich verlassen und anderen Göttern gedient; darum will ich euch
nicht mehr retten!
Geht hin und schreit
zu den Göttern, die ihr erwählt habt; die sollen euch retten zur
Zeit eurer Not!
Aber die Kinder
Israels sprachen zum HERRN: Wir haben gesündigt. Mache du mit uns,
was dir gefällt; nur errette uns noch dieses Mal!
Und sie taten die
fremden Götter von sich und dienten dem HERRN. Da wurde er unwillig
über das Elend Israels.
Hier sehen wir, dass
Gott eigentlich gar keine Nerven mehr hat für die immer wieder
auftretende Schande in Israel. Aber da die Israeliten eigenständig
die Götzenbilder entfernten und begannen, ihm zu dienen, ließ er
sich letztlich doch noch davon überzeugen, zu helfen.
Es hatte aber einen
Mann namens Jephtah gegeben, der war von einem Israeliten und einer
Hure gezeugt worden, deshalb hatte man ihn verstoßen, und er war der
Anführer einer Räuberbande geworden. Zu diesem mussten nun die
Israeliten hingehen und ihn betteln, dass er Israel anführen soll im
Kampf gegen die Feinde. Und Jephtah sträubte sich zuerst sehr
dagegen, ließ sich aber letztlich doch dazu bewegen.
Jedenfalls richtete
Jephtah das Volk Israel 6 Jahre lang. Und danach kamen noch drei
weitere Richter auf, und dadurch hatten die Israeliten insgesamt 25
Jahre lang Richter im Land.
Und die Israeliten
taten wieder Böses, deshalb wurden sie 40 Jahre lang von den
Philistern bedrängt, und die Bedrängnis wurde immer schlimmer. Und
dann wollte Gott den Israeliten ein kleines bisschen Erleichterung
verschaffen, aber keine vollständige Rettung. Darum wollte er einen
neuen Richter erwecken, und sein Name sollte Simson sein. Dieser
Mensch wurde aber durch ein Wunder geboren, denn man liest in Kapitel
13 davon, dass ein Engel Gottes zu einer unfruchtbaren Frau ging und
ihr ankündigte, dass sie ein Kind empfangen soll. Dieses wird als
ein für Gott geweihter Nasiräer leben, was bedeutet, dass er sein
Leben lang keinen Wein trinken und sich nicht die Haare schneiden
darf. Das ist Simson, und auf diesen kam Gottes Geist, wie es bei
jedem Richter geschehen war. Es geschahen dann aber sehr abgedrehte
Sachen, denn Simson bekam übernatürliche Körperkraft.
Simson nahm sich
dann eine Frau aus dem herrschenden Volk der Philister, aber er tat
dies nur, um nach Gelegenheiten zu suchen, wie er Streit zwischen
sich und den Philistern provozieren könnte. Und es kam mehrmals zu
Streitereien, welche in üblen Gewaltakten ausarteten, und dabei
tötete Simson immer einige Philister. Und es wurde ihm auch seine
Frau weggenommen, was Simson wiederum zum Anlass nahm, um einige
Philister umzubringen. Vorher aber hatte er ihre Weizenfelder in
Brand gesteckt.
Danach sollten
einige Israeliten von Juda den Simson binden, um ihn den Philistern
auszuliefern. Und es geschah so, aber als er vor den Philistern
stand, zerriss er seine eigenen Fesseln und erschlug tausend
Philister.
Und weil er danach
großen Durst hatte, ließ Gott für ihn laut Kapitel 15 Wasser aus
einer Felsspaltung entspringen.
Danach ging Simson
zu einer Prostituierten, um ihre Dienste in Anspruch zu nehmen, und
seine Feinde lauerten ihm auf, konnten ihn aber auch diesmal nicht
überwältigen.
Und als dies
geschehen war, verliebte sich Simson in eine Frau, und seine Feinde
wollten die Frau benutzen, um das Geheimnis in Erfahrung zu bringen,
woher Simsons außergewöhnliche Kraft kommt.
Darüber lesen wir
Folgendes in Kapitel 16, Vers 4 bis 21:
Danach aber gewann
er eine Frau lieb am Bach Sorek, die hieß Delila.
Da kamen die Fürsten
der Philister hinauf und sprachen zu ihr: Überrede ihn und sieh,
worin seine große Kraft besteht und wodurch wir ihn überwinden
können, damit wir ihn binden und bezwingen, so wollen wir dir jeder
1100 Silberlinge geben!
Da sprach Delila zu
Simson: Verrate mir doch, worin deine große Kraft besteht und womit
man dich binden kann, um dich zu bezwingen!
Simson aber sprach
zu ihr: Wenn man mich mit sieben frischen Sehnen binden würde, die
noch nicht vertrocknet sind, so würde ich schwach und wie jeder
andere Mensch!
Da brachten die
Fürsten der Philister sieben frische Sehnen zu ihr hinauf, die noch
nicht vertrocknet waren; und sie band ihn damit.
Man lauerte aber auf
ihn, bei ihr in der Kammer. Und sie sprach zu ihm: Philister über
dir Simson! Er aber zerriss die Sehnen, wie man Flachsfaden zerreißt,
wenn er Feuer gerochen hat. So wurde nicht offenbar, worin seine
Kraft lag.
Da sprach Delila zu
Simson: Siehe, du hast mich betrogen und mir Lügen vorgeschwatzt!
Nun verrate mir doch, womit man dich binden kann!
Da antwortete er
ihr: Wenn man mich fest binden würde mit neuen Stricken, mit denen
nie eine Arbeit getan worden ist, so würde ich schwach und wie jeder
andere Mensch!
Da nahm Delila neue
Stricke und band ihn damit und sprach zu ihm: Philister über dir,
Simson! Und man lauerte ihm auf in der Kammer; er aber riss sie von
seinen Armen wie einen Faden.
Da sprach Delila zu
Simson: Bisher hast du mich betrogen und mir Lügen vorgeschwatzt!
Sage mir doch, womit man dich binden kann! Er antwortete ihr: Wenn du
die sieben Haarflechten meines Hauptes mit Kettenfäden
zusammenflechten würdest!
Da heftete sie diese
an einen Pflock und sprach zu ihm: Philister über dir Simson! Er
aber wachte von seinem Schlaf auf und riss den Webepflock samt den
Kettenfäden heraus.
Da sprach sie zu
ihm: Wie kannst du sagen, du hättest mich lieb, während dein Herz
doch nicht mit mir ist? Dreimal hast du mich nun betrogen und mir
nicht verraten, worin deine große Kraft besteht!
Als sie ihn aber
alle Tage mit ihren Worten nötigte und in ihn drang, da wurde seine
Seele zum Sterben matt.
Da verriet er ihr
alles, was in seinem Herzen war, und sprach zu ihr: Es ist kein
Schermesser auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Nasiräer
Gottes von Mutterleib an. Wenn ich nun geschoren würde, so wiche
meine Kraft von mir, und ich würde schwach und wie alle anderen
Menschen!
Als nun Delila sah,
dass er ihr sein ganzes Herz geoffenbart hatte, sandte sie hin und
ließ die Fürsten der Philister rufen und ihnen sagen: Kommt noch
einmal herauf; denn er hat mir sein ganzes Herz geoffenbart! Da kamen
die Fürsten der Philister wieder zu ihr hinauf mit dem Geld in ihrer
Hand.
Und sie ließ ihn
auf ihrem Schoß einschlafen und rief einen Mann, der schor ihm die
sieben Haarflechten seines Hauptes ab; und sie begann, ihn zu
bezwingen, und seine Kraft wich von ihm.
Da sprach sie zu
ihm: Philister über dir, Simson! Als er nun von seinem Schlaf
erwachte, dachte er: Ich komme davon wie immer und brauche mich nur
freizuschütteln! Er wusste aber nicht, dass der HERR von ihm
gewichen war.
Aber die Philister
nahmen ihn fest und stachen ihm die Augen aus; und sie führten ihn
nach Gaza hinab und banden ihn mit zwei ehernen Ketten; und er musste
im Gefängnis die Mühle drehen.
Die Frau von Simson
ließ also nicht locker, ihn auszuhorchen und Simsons Liebe zu ihr zu
missbrauchen, um Simsons Geheimnisse auszukundschaften.
Und offensichtlich
ließ sich Simson, nachdem er seine Frau mehrmals angelogen hatte,
letztlich dazu bewegen, sein Geheimnis zu verraten und wurde von
seinen Feinden überwältigt.
Wie die Sache
endete, als Simson als Gefangener im Land der Philister war, lesen
wir in den Folgeversen. Es steht geschrieben in den Versen 22 bis 30:
Aber das Haar seines
Hauptes fing wieder an zu wachsen, sobald es geschoren worden war.
Als nun die Fürsten
der Philister sich versammelten, um ihrem Gott Dagon ein großes
Opfer zu bringen und ein Freudenfest zu feiern, sprachen sie: »Unser
Gott hat den Simson, unseren Feind, in unsere Hand gegeben!«
Und als das Volk ihn
sah, lobten sie ihren Gott; denn sie sprachen: »Unser Gott hat
unseren Feind in unsere Hand gegeben, ja, den Verwüster unseres
Landes, ja den, der so viele der Unseren erschlagen hat!«
Als nun ihr Herz
guter Dinge war, sprachen sie: Ruft den Simson, damit er vor uns
spiele! Da riefen sie den Simson aus dem Gefängnis, und er spielte
vor ihnen. Und sie stellten ihn zwischen die Säulen.
Simson aber sprach
zu dem Burschen, der ihn an der Hand hielt: Lass mich los, damit ich
die Säulen, auf denen das Haus ruht, anrühren und mich daran lehnen
kann!
Das Haus aber war
voll von Männern und Frauen. Auch waren alle Fürsten der Philister
dort und auf dem Dach etwa 3000 Männer und Frauen, die zusahen, wie
Simson spielte.
Simson aber rief den
HERRN an und sprach: Mein Herr, HERR, gedenke doch an mich und stärke
mich doch, o Gott, nur diesmal noch, damit ich mich an den Philistern
mit einem Mal für meine beiden Augen rächen kann!
Und Simson umfasste
die beiden Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, die eine mit
seiner rechten und die andere mit seiner linken Hand, und stemmte
sich gegen sie.
Und Simson sprach:
Meine Seele sterbe mit den Philistern! Dann neigte er sich mit seiner
ganzen Kraft. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk,
das darin war, sodass die Zahl der Toten, die er in seinem Sterben
tötete, größer war als die Zahl derer, die er während seines
Lebens getötet hatte.
Ich kann euch nun
wirklich nicht erklären, was Gott daran so toll fand, einen derart
gewalttätigen Mann zu unterstützen. Die Zeiten, in denen Israel
manchmal Richter hatte und manchmal unterdrückt war, waren Zeiten
der Unordnung und der völligen Anspruchslosigkeit. Deswegen lesen
wir über die Jahre und Jahrzehnte der Richter auch Folgendes in
Kapitel 17, Vers 6:
Zu jener Zeit gab es
keinen König in Israel; jeder tat, was recht war in seinen Augen.
Das ist der
unerhörte Zustand, welcher sich eingebürgert hatte. Jeder lebte
nach seiner eigenen Moral, jeder tat, was Recht war in seinen eigenen
Augen. Da es schon immer reichlich selbstsüchtige, unverschämte und
teilweise auch regelrecht bösartige Menschen auf der Erde gab, und
solche auch immer geben wird, liegt wohl auf der Hand, dass man zu
diesen Zeiten überhaupt nichts Gutes zu erwarten hatte.
Und man liest in den
weiteren Kapiteln nur noch davon, dass ein Mann namens Micha sich
einen eigenen Tempel inklusive Götzenbildern gebaut hatte, aber dann
kamen Leute vom Stamm Dan, die sich eine neue Stadt erobern wollten,
nahmen ihm all seinen Besitz weg und zogen weiter. Und sie eroberten
blutig eine Stadt, in der friedliche Leute gewohnt hatten, brannten
die Stadt nieder und bauten sie wieder auf, um darin zu wohnen.
Dieser Verlauf an
sich ist schon eine Zumutung und hat überhaupt nichts Positives an
sich. aber die abartigste Geschichte von allen steht am Ende des
Buches, in den letzten paar Kapiteln, wo ein Mann von Übeltätern
aus dem Stamm Benjamin bedrängt wird und seine Nebenfrau hergibt, um
sie von ihnen misshandeln zu lassen. Dieses ganze Zeug ist absolut
kranker Mist, ein hochgradig abscheuliches Übel, und man kann froh
sein, wenn man sich nicht damit belasten muss.
Und das soll reichen
an Worten über den Inhalt vom Buch der Richter.
Nach dem Buch der
Richter folgt aber in der Bibel das Buch Rut. Und bei diesem Buch
geht es eigentlich nur um eine Moabiterin, die sich entschließt,
fest zu Israel dazugehören zu wollen. Und es geschieht letztlich,
dass sie einen angesehenen Mann des Volkes heiratet. Das ist soweit
alles, und deswegen besteht keine Notwendigkeit, zu diesem Buch ein
extra Video zu machen.
Danke für's Zuhören
und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus
Christus mit euch sein!
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