Text zu "Die Bergpredigt von Jesus (Teil 1 von 3)"
Link zum Video: https://youtu.be/3KMHQ6BopsI
Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Wenn ein Mensch anfängt, sich mit der Bibel zu beschäftigen, und gleich zu Beginn besonders wichtige Worte hören will, dann gibt es keine bessere Idee, als sich zuerst in die Bergpredigt von Jesus hineinzuvertiefen. Das ist die wichtigste Rede, die von ihm überliefert wurde, und es werden darin sehr viele bedeutsame Dinge erklärt, die man kennen und verstehen muss, um den richtigen Weg zu gehen. Es ist ganz allgemein das Beste, sich zuerst mal mit den Worten von Jesus zu beschäftigen, sofern man noch frisch im Glauben ist oder überhaupt erstmal hören will, worum es denn gehen würde, wenn man anfangen wöllte, Gott und Jesus ernstzunehmen. Deswegen beschäftigen wir uns im heutigen Video mit dem ersten Teil der Bergpredigt. Dieser Sache sind drei Kapitel im Evangelium des Matthäus gewidmet, und wir schauen heute auf die Worte von Kapitel 5. Die Belehrung von Jesus beginnt ab Vers 3 mit den Seligpreisungen. Und ein Mensch, auf den die Seligpreisungen zutreffen, weil er wirklich dementsprechend lebt, der hat ganz besonders große Chancen auf ewiges Heil, darum sollte man diesen Versen eine besonders hohe Aufmerksamkeit schenken. Denn ganz am Ende der Weltzeit muss ohnehin ein Urteil über die Ewigkeit jedes Einzelnen gesprochen werden, und da ist es besser, wenn das Urteil in ewigem Heil besteht, und nicht in ewigem Leiden im Feuer- und Schwefelsee.
In Vers 3 lesen wir folgende Worte von Jesus: Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel!
Manche Leute sind überzeugt, dass hiermit Menschen gemeint sind, die materielle Armut ertragen, während sie im heiligen Geist wandeln und die durch ihn gewirkten Impulse zur Heiligung nicht ignorieren. Aber eigentlich ist es naheliegender, dass dieser Vers Menschen meint, die in ihrem Leben keinen ermutigenden und tröstlichen Beistand haben, aber trotzdem nicht aufgeben. Geistlich reich ist ein Mensch, wenn er viel positive Zurede bekommt und wenn er einen starken Glaube bewahren kann, weil dieser nur wenig auf die Probe gestellt wird. Wenn aber Menschen, die an Gott und Jesus glauben, schwere Zeiten durchleben müssen und Gott greift aus welchem Grund auch immer lange nicht ein, und außerdem hat kein Mensch in ihrem Umfeld Verständnis für ihre schwere Situation und wie sehr es ihnen zu schaffen macht, dann sind diese Menschen geistlich arm. Weil sie mit ihrem Kummer und mit ihrem Schmerz ganz alleine da stehen. Aber Gott sieht alles und er lässt schwierige Zeiten nur geschehen, um zu sehen, wie ernst dem Mensch der Glaube wirklich ist. Wenn man eines Tages vor Gott stehen wird, so ist es denkbar, dass er auch sagen wird: „Ich erinnere mich an diese Zeit, als du das Gefühl hattest, ganz alleine zu sein und keinen Halt zu haben, aber du hast trotzdem durchgehalten. Und das hast du sehr gut gemacht!“
In Vers 4 lesen wir: Glückselig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden!
Warum trauernde Menschen glückselig gesprochen sind, lässt sich auch relativ leicht erklären: Trauer tut im Inneren weh. Und wer sowas erträgt, dem wird es angerechnet. Vor allem, wenn man einen geliebten Mensch verloren hat und dann in Trauer lebt. Offensichtlich erwartet Gott nicht von uns, dass wir mit einem breiten Lächeln und einem lauten Lachen durch die Welt toben, sofern wir traurig sind. Im Gegenteil. Es werden die glückselig gesprochen, die ihre Traurigkeit nicht verstecken. Eben diese Traurigkeit kann einem Mensch auch dabei helfen, einzusehen, dass diese Welt kein sonderlich toller Ort ist, weil hier eben alles vorbei geht und verdirbt, während es in der Ewigkeit in Gottes Reich nicht so sein wird.
Man kann übrigens auch aus anderen Gründen trauern, als wegen dem Tod eines geliebten Menschen. Vielleicht trauert man, weil man einen Mensch kennt, der ganz besonders schweres Leid zu tragen hat und den man nicht daraus befreien kann, obwohl man gerne würde. Oder vielleicht betrauert man die Tatsache, dass viele unsagbar grausame Dinge auf dieser Welt geschehen, die so schrecklich sind, dass man sie gar nicht erst aussprechen sollte. Und die jenigen, die es ändern können, ändern es nicht, sondern beteiligen sich daran. Dieser Zustand ist wirklich zum Heulen. Und auch wenn das Trauern wegen solchen Zuständen auf der Erde nichts ändert, so ist es wenigstens eine geringe Form der Einsicht, dass sowas überhaupt nicht toll ist. Wenn man ein liebevolles Wesen sein will, gehört auch dazu, dass man Mitleid empfinden kann bei dem Elend, von dem man nicht persönlich betroffen ist. Und je größer die Anteilnahme daran ist, dass auch Gott betrübt ist von den Dingen, die gegen seine Gebote passieren, desto glückseliger wird man vor Gott durch diese Art der Trauer.
Im fünften Vers dieses Kapitels lesen wir: Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben!
Sanftmütig ist ein Mensch, wenn er mit allem vorsichtig umgeht, was er anrührt und wenn er besonders stark darauf achtet, keine Schmerzen zu verursachen. Da es im großen Rahmen, aber auch im kleinen Rahmen im einfachen Alltag viel zu viel Rücksichtslosigkeit und teils auch Zerstörung gibt, liegt wohl auf der Hand, warum sanftmütige Menschen selig gesprochen werden. Eben gerade in einer Welt, in der alles kaputt gehen kann, muss man sanftmütig sein, um es möglichst lange zu bewahren.
Es steht im sechsten Vers geschrieben: Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden!
Diese Stelle ist ein wenig knifflig, weil das Wort Gerechtigkeit zwei Bedeutungen haben kann. Im Sinne der Bibel zählt ein Mensch so lange als gerecht, wie er sich an alle Gebote Gottes hält und sein Leben danach ausrichtet. Das heißt: Danach dürsten, im Sinne der Bibel gerecht zu sein, sieht in der Praxis so aus, dass man niemals nachlässig wird, sondern immer wieder neu versucht, sich an die Gebote zu gewöhnen und sie wirklich anzuwenden. Man wird oftmals scheitern und in die Sünde fallen, wenn man am Anfang steht, aber man muss danach hungern und dürsten, es in Zukunft besser hinzukriegen. Denn wer niemals diesen Hunger danach verliert, gerecht im Sinne der Gebote leben zu können, der ist glückselig, weil Gott das ehrliche Bemühen bereits sehr wertschätzt, und Jesus schätzt es auch.
Auf eine etwas weltlichere Weise bedeutet Gerechtigkeit, dass jeder die Strafe für seine Schandtaten bekommt, die seine Schandtat wert ist und dass die Menschen, die Gutes getan haben, auch das Gute empfangen, was ihre Taten wert sind. Man braucht gewiss gar nicht erst darüber zu diskutieren, ob es diese Gerechtigkeit hier auf Erden gibt, bei der jeder das erntet, was seine Taten wert sind. Es ist ganz gewiss nicht so. Man muss in dieser Welt zu sehr fragwürdigen Kreisen gehören, um Erfolg zu haben. Und wer dazu gehört, der bekommt mit wenig Anstrengung großen Lohn, während ein Außenseiter sich halb zu Tode schuften kann und dann trotzdem nur einen geringen Lohn erhält. Ebenso werden bei weitem nicht alle Verbrechen bestraft, die auf unserer Welt geschehen, sondern es werden nur die Verbrechen derer bestraft, die nicht zu irgendeiner Geheimgesellschaft oder einem etablierten Verbrechersyndikat gehören. Das hat mit ausgleichender Gerechtigkeit rein gar nichts zu tun. Und da könnte man schon anfangen, sich sehnlichst zu wünschen, dass alle Mistkerle dieser Erde ihre verdiente Strafe endlich mal kriegen, während sie bisher immer ungeschoren davonkamen. Und auch das kann durchaus mit dem Dürsten nach Gerechtigkeit gemeint sein, welches glückselig macht, denn Gott selbst ist vollkommen gerecht und sieht es gerne, wenn die Menschen darauf hoffen, dass eines Tages von ihm eine ausgleichende Gerechtigkeit vollzogen wird an allen Übeltätern, die ihr Leben lang nicht ablassen wollten von ihrem schändlichen Wandel, egal wie viel man sie ermahnt und für sie gebetet hat.
In Vers sieben lesen wir: Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!
Um Barmherzigkeit möglichst ausführlich zu definieren, gibt es noch ein extra Video. Für den Moment versuche ich aber mal ohne weitere Grundlagen spontan zu erklären, was mit Barmherzigkeit gemeint ist: Barmherzigkeit bedeutet in erster Linie, dass man anderen ihre blöden Entscheidungen nicht übel nimmt, sondern ihnen weiterhin freundlich gesonnen bleibt und dass man hilfsbereit ist, auch wenn ein Mensch dies eigentlich nicht verdient hätte, dass man so mit ihm umgeht. Denn wer barmherzig ist, der sieht darüber hinweg und wendet sich trotzdem mit vergebungsvoller Haltung im Herzen seinen Mitmenschen zu.
Wenn wir uns Vers 8 anschauen, lesen wir: Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!
Nun müssen wir erstmal darüber reden, was mit einem reinen Herz eigentlich gemeint ist. Entsprechend der Bibel geht man davon aus, dass ein Mensch nicht in seinem Kopf, sondern in seinem Herz die endgültige Entscheidung trifft, was er tut, oder was er nicht tut sondern bleiben lässt. Und so abwegig ist das gar nicht.
Man muss schon sagen: Selbst, wenn man eine Sache logisch durchdenkt, so versucht man es trotzdem mit dem inneren Gefühl abzustimmen, das man hat. Eine Sache, die man tun soll, oder die man sich in Gedanken ausmalt, kann absolut logisch und sinnig klingen. Aber wenn man trotzdem irgendwie ein komisches Gefühl dabei hat und einem letztlich trotz aller scheinbaren Logik unwohl dabei ist, dann tut man es normalerweise ja doch nicht. Also hat man in dem Moment auf das eigene Herz gehört. Genau so kommt es aber auch vor, dass Menschen wissen, dass sie etwas unlogisches tun, aber aus irgendeinem Grund fühlt es sich trotzdem sinnvoll an, in dem Moment, wo sie es tun. Also haben sie da praktisch auch in ihrem Herz entschieden. Und da kommen wir der Definition des reinen Herzens schon näher. Ein reines Herz hat ein Mensch nämlich dann, wenn er keine Gefühle in sich haben will, die ihn zu schlechtem Handeln treiben, sondern wenn seine Gefühle ihn nahezu immer dazu motivieren, das zu tun, was moralisch und laut Bibellehre richtig ist. Wenn man zum Beispiel in einer Situation ist, in der es lustig wäre, eine Lüge zu erzählen, weil man sehr darüber lachen könnte zu erleben, wie andere Menschen das tatsächlich glauben und vielleicht sogar anderen weiter erzählen, so würde da ein Mensch mit einem reinen Herz doch nicht lügen, weil es sich mies anfühlen würde, wenn ihm hinterher klar wird: „Ich habe gelogen!“
Oder wenn er gedankenlos handelt und drauf und dran ist, sich zu verfehlen, aber dann im letzten Moment doch noch realisiert, was er hier eigentlich gerade tun will, dann lässt er es bleiben und vollendet die sündige Tat nicht, weil es ihm in seinem Herzen ein bitterer Anstoß wäre, falsch zu handeln, sobald er die Verkehrtheit des eigenen Vorhabens erkennt. Ein Mensch mit reinem Herz will nichts Verderbliches tun und sich auch nicht daran beteiligen, wenn andere schändlich handeln, sondern sie höchstens zurechtweisen.
Der neunte Vers besagt: Glückselig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen!
Friedfertig ist ein Mensch, wenn er niemals selber anfängt, zu streiten oder sich zu prügeln oder sonst in irgendeiner Weise gewalttätig zu werden, egal ob mit dem Körper oder durch niederträchtige Worte. Und ebenso zeichnet sich ein friedfertiger Mensch dadurch aus, dass er sich von seiner Umgebung Frieden wünscht, also ein angstfreies Zusammensein ohne jegliche Gewalt oder Anfeindung oder Streit oder Verspottung oder sonstiges Anderes, was damit zu tun hat, dass Menschen versuchen, andere Menschen zu verletzen oder zu entwürdigen. Logischerweise zählen friedfertige Menschen als glückselig, denn das Reich der Himmel besteht in vollkommenem Frieden.
Im zehnten Vers steht geschrieben: Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel!
In diesem Vers ist wohl eher die Gerechtigkeit gemeint, die man daran merkt, dass ein Mensch die Lehre der Bibel einhält, in diesem Fall aber vor allem die Lehre von Jesus. Wenn es passieren sollte, dass man Bedrängung von Menschen oder sogar strafrechtliche Verfolgung durch die Landesregierung oder sonstige Obrigkeiten erleidet, weil man die Dinge einhalten will, die Jesus lehrte und weil man sich zu ihm bekennt, aber man lässt sich davon nicht einschüchtern und macht trotzdem weiter, dann gilt man auch dadurch als glückselig. Denn es kann durchaus passieren, wenn wir Gebote einhalten, die von der Gesellschaft gar nicht respektiert werden, dass wir dann soziale Spannungen bis hin zu ernsthaften Verfolgungen erleben. Aber das müssen wir aushalten, wenn wir Jesus wirklich nachfolgen wollen.
Und in den Tagen, als Jesus diesen Teil seiner Lehre verkündigte, die im Ursprung von Gott aufgestellt wurde, da hatten diese Worte ein ganz besonderes Gewicht. Er sprach diese Worte nämlich zuerst zu jüdischen Menschen und belehrte die Juden anders über das von Moses überlieferte Gesetz, als es Tradition war. Und wenn sie nun einhalten würden, was Jesus um Gottes willen wahrheitsgemäß lehrte, dann würden sie da zwangsläufig Stress bekommen mit den religiösen Leitern ihrer Heimat, also mit den Schriftgelehrten und Pharisäern, welche enorm einflussreich und hoch angesehen waren. Die haben nämlich nach eigener Klugheit das Gesetz mit zusätzlichen Bestimmungen verändert und manche Bestimmungen sogar regelrecht auf den Kopf gestellt, ohne dass es auch nur im Entferntesten von Gott angewiesen war. Wenn aber ein jüdischer Mensch sich dagegen stellen würde, so würde er viel Verachtung und auch Verfolgung erleben. Aber die Worte von Jesus sind in jedem Fall wichtiger als die Worte der Schriftgelehrten. Denn Jesus ist der angekündigte Messias, von dem gesagt wurde, dass man auf ihn hören muss und der zwar die Wahrheit sagt, aber sinnloserweise von den Menschen verworfen wird. Das kann man anhand von Prophezeiungen nachvollziehen, die im Alten Testament stehen, zum Beispiel im fünften Buch Mose in Kapitel 18, Vers 15 bis 19 und im ganzen Kapitel 53 vom Buch des Propheten Jesaja, wo das bevorstehende Leiden und der Tod des Messias, aber auch seine Erhöhung nach dem Leiden geweissagt wird.
Da wir uns aber immernoch in der Bergpredigt befinden, machen wir nun mal mit den Versen 11 und 12 weiter. Dort lesen wir:
Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.
Diese Verse sprechen für sich selbst und ich denke, sie sollen auch gleichzeitig eine Warnung dafür sein, dass man es auf dieser unbarmherzigen und verlogenen Welt als echter Jesus-Nachfolger nicht leicht haben wird. Für Menschen, die nicht an Jesus glauben, sieht ein echter Gläubiger bestimmt wie ein Sonderling aus, der unfähig ist, sich anzupassen. Auf den Gedanke, dass es idiotisch ist, sich an eine Welt anzupassen, die nur aus Spott, Lüge, Hinterhältigkeit und Selbstsucht besteht, kommen solche Leute gar nicht. Und Menschen neigen oft dazu, alles zu schmähen, was ihrem Weltbild entgegensteht. Besonders in der heutigen Zeit wird es immer ungewöhnlicher, die Worte von Jesus wirklich zu leben, anstatt nur mal kurz darüber zu lesen und dann wieder da zu sitzen, um sich fast pausenlos Hartz 4 Unterschichten-Unterhaltung im Fernsehen oder online anzuschauen, wie es manche Leute leider zu tun pflegen. Da wird ein echter Jesus-Nachfolger aus der Rolle fallen und Schmähungen sind praktisch vorprogrammiert, aber da muss man durch. Man muss sich immer vor Augen halten, wen man fürchten sollte. Sollte man sich davor fürchten, dass die eigenen Bekannten schlecht von einem denken, oder sollte man sich davor fürchten, dass Gott schlecht von einem denkt? Ich glaube, die Antwort liegt auf der Hand! Gott ist größer als unsere Bekannten und Gott will, dass wir Jesus nachfolgen, darum ist es ratsam, ihn ernster zu nehmen als die Menschen, die uns verachten und verlästern, wie es früher auch mit Gottes echten Propheten getan wurde.
Als nächstes lesen wir in Vers 13:
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als dass es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten wird.
Dieser Vers ist ein Gleichnis. Die Jünger von Jesus werden mit Salz gleichgesetzt, das salzig bleiben muss. Genau so, wie Salz nur als Gewürz dient, wenn es auch salzig ist, so nützt ein gläubiger Mensch nur so lange etwas, wie er seinen Glaube ernst nimmt und das Wort in sich behält. Wenn man einen gläubigen Mensch als Salz sieht, dann ist dieser Mensch so lange frisch, wie er zumindest die wichtigsten Verse der Bibel auswendig kennt und jederzeit anderen davon erzählen kann, sollte mal jemand danach fragen. Man ist nicht gezwungen, jeden Mensch zu bekehren, den man trifft, aber man sollte selber wissen, woran man eigentlich glaubt. Wenn man sich selbst als gläubigen Mensch betrachtet, aber man kennt die Lehre von Jesus nicht, was soll dann der Glaube nützen? Man ist dann wie Salz, das nach gar nichts mehr schmeckt und seinen Zweck verfehlt. Die Menschen, die an Jesus glauben, sollen dadurch Salz sein, dass sie anders reden als Ungläubige oder Heuchler. Ihre Worte sollen die Wahrheit bezeugen, die aus Gott ist, und zwar am besten in einer Weise, die auch wirklich ins Herz der Zuhörer fallen kann, weil es nicht das gleiche lasche Gefasel ist, dass man immer von religiösen Plappermäulern erdulden muss, sondern verständige und leicht erfassbare Worte.
In den Versen 14 bis 16 gibt es ein weiteres Gleichnis. Es steht geschrieben:
Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Jesus hat sich während seiner Zeit in dieser Welt mehrmals als das Licht der Welt bezeichnet. Denn seine Barmherzigkeit war groß, und seine Taten waren gut. Dadurch dass er in fast jedem Augenblick seines Lebens sanftmütig und hilfsbereit war, strahlte er im übertragenen Sinne wie ein helles Licht und machte die Welt zu einem besseren Ort. Nun ist Jesus aber nicht mehr dauerhaft auf der Erde, sondern wohnt wieder bei Gott im Himmel. Und wir Jesus-Nachfolger sind die jenigen, die nun das Licht der Welt sein sollen, stellvertretend für ihn, weil wir dadurch von ihm Zeugnis geben. In diesem Gleichnis steht das Licht für alles Positive, was die Lehre von Jesus beinhaltet. Geduld, Ehrlichkeit, Friedfertigkeit, Vergebung, Liebe zu Gott, Weisheit und Erbarmen mit den Schwachen. Wenn wir all das im Alltag ausleben können, und zwar aus fester Überzeugung heraus, ohne Belohnungen zu erwarten, dann sind wir ein Vorbild für alle anderen. Und zwar ein Gott wohlgefälliges Vorbild, das sich positiv auf andere auswirken kann. Die Dankbarkeit aber gebührt allein Gott. Und falls wir das hinbekommen, wirklich im Leben so ähnlich wie Jesus aufzutreten, wird es wahrscheinlich auch passieren, dass einige von den Menschen, die uns erleben, mehr auf uns blicken als zuvor und vielleicht auch zu uns ankommen, weil sie mehr erfahren wollen. Darüber sollten wir uns dann nicht verwundern, denn es wird ja kein Licht dazu angezündet, dass man es unter einem Eimer versteckt, sondern eben gerade deshalb, weil andere es sehen sollen und weil das Licht ihnen leuchten soll. Somit kann es sein, dass wir dann wie eine Art Leitfiguren wahrgenommen werden, wenn wir wirklich auftreten wie Jesus, und diese Verantwortung müssen wir dann auch so lange ernstnehmen, wie die Menschen ehrliches Interesse bekunden und den Wille zur Umsetzung dessen haben, was sie lernen. Erst wenn wir bemerken, dass die Menschen kein ehrliches Interesse mehr haben und nur noch Interesse vortäuschen oder dass sie absolut gar nichts von dem anwenden, was sie lernen konnten, dann gleichen sie Menschen, die sich absichtlich von dem Licht abkehren und zurück in die Finsternis laufen. Dann müssen wir ihnen nicht hinterher rennen. Wir sind nur in der Verantwortung, selbst möglichst immer richtig zu wandeln, dem Vorbild von Jesus entsprechend, und alle Menschen anzunehmen, die deswegen herbeikommen, so lange sie nicht heucheln.
Und wir erreichen es auch dadurch, selbst ein wahrhaftiges Licht zu sein, dass wir eine gewisse Freiheit gewähren. Nämlich die Freiheit, die darin besteht, dass ein fröhlicher Mensch fröhlich sein darf, dass ein trauriger Mensch weinen darf, dass ein frustrierter Mensch über das schimpfen darf, was ihn frustriert, und dass ein unwissender Mensch lernen und Fragen stellen darf. All dies soll möglich sein, und kein einziger soll verspottet oder verklagt werden, wenn er so redet, wie er es auf dem Herzen hat. Die Trauernden sollen nicht von ihren Mitmenschen bedrängt werden, die Frohen nicht beschimpft werden, die Frustrierten dürfen nicht verurteilt werden, als sei es eine Schande, dass sie ihren Gefühlen Ausdruck verleihen, und die Unwissenden dürfen nicht geschmäht werden, weil man sie für dumm hält, sondern genau so wie Jesus sich mit den Frohen freute und mit den Traurigen trauerte, und wie er den Unwissenden alles in Ruhe erklärte, was sie wissen wollten, so sollten wir es ebenfalls tun. Denn durch dieses Verhalten gab es in der Nähe von Jesus diese besondere Atmosphäre, bei der man frei von Angst und frei von Erniedrigung und frei von Streit und sinnloser Verurteilung und frei von sinnlosen Zwängen einfach nur dazu lernen konnte. Auch dadurch ist man das Licht der Welt, wenn man eine solche Atmosphäre fördert.
Machen wir nun mal weiter im Text! In den Versen 17 bis 19 stehen folgende Worte von Jesus:
Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.
Diese Verse sollten uns allen ins Herz fallen. Gott hatte schon vor Jahrtausenden einen besonderen Bund mit Israel, und er hat ihnen das Gesetz gegeben, welches Moses überliefert hat, weil alle Menschen von Israel es einhalten sollen. Wenn ein Mensch sich selber nicht zu Israel zugehörig sieht, dann interessiert ihn natürlich auch das Gesetz nicht, wer sich aber als zu Israel zugehörig erkennt, für den hat das Gesetz Geltung. Und auch, wenn Menschen sich selbst als heidnische Christen betrachten wollen und deswegen allein die Belehrungen von Jesus über Nächstenliebe und Gottesfurcht beachten wollen, das Gesetz aber nicht auf sich selbst anwenden, so ist trotzdem absolut jeder Mensch in der Pflicht, wenn er vom wahren Glaube redet, sich zu der Tatsache zu bekennen, dass das Gesetz so lange gültig ist, wie es Himmel und Erde gibt. Jesus will kein einziges Strichlein des Gesetzes auflösen und hat auch die Prophetenbücher als gültig anerkannt. Dazu muss man als Jesus-Nachfolger stehen. Wer behauptet, das Gesetz sei ungültig, der ist ein Lügner und redet dadurch gegen Jesus. Das ganze Gesetz, welches Moses überlieferte, wird niemals seine Gültigkeit verlieren, und das Gesetz ist für Israel gültig, und dazu müssen wir uns immer bekennen, damit wir Menschen sind, die die Wahrheit reden. Und es darf kein Mensch eigenmächtig irgendwelche Inhalte des Gesetzes als aufgelöst bzw. ungültig bezeichnen, denn dadurch würde er sich schwer versündigen.
In Vers 20 lesen wir:
Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!
Demnach sind also die Oberhäupter der Gotteshäuser damals Heuchler gewesen, die zwar sagen, was das Gesetz lehrt, aber es selber nicht einhalten. Tja. Da stellt sich doch irgendwie die Frage, ob das bei den heutigen kirchlichen Leitern auch zutreffen könnte. Ob dieser Zustand heute immernoch so ärgerlich ist wie damals.
Wenn man jedoch die Leitfiguren aus der eigenen Gemeinde dabei beobachtet, wie sie gegen das Wort handeln und sich anders verhalten als geboten, so ist das noch lange kein Grund, zu sagen: „Ach, wenn die sich nicht daran halten, dann muss ich mich wohl auch nicht daran halten. Denn die haben mehr Ansehen als ich und wissen mehr, aber nichtmal die nehmen das Wort ernst.“
So ticken nämlich die meisten Menschen, dass sie sagen: „Wenn andere die Regeln nicht einhalten, dann ich schon gar nicht!“
Aber glaubt ihr etwa allen Ernstes, dass man mit so einer Einstellung vor der Hölle gerettet werden kann? Indem man die eigene Bösartigkeit schönredet, weil die anderen ja auch böse sind? Ganz sicher kommt man dadurch nicht in das Reich Gottes, wo ewiges Heil sicher ist. Die Welt ist böse, aber als Jesus-Nachfolger beteiligt man sich nicht daran und fischt auch nicht nach billigen Ausreden, sondern man wendet Gottes Wort richtig an und stellt sich unerschütterlich darunter, auch wenn man der einzige unter hundert Menschen ist, der es einhält. Und es ist übrigens gar nicht allzu schwer, eine größere Gerechtigkeit zu haben als die Pharisäer. Denn die Pharisäer haben Menschengebote befolgt, welche in ihren älteren Generationen nach menschlicher Willkür erfunden wurden. Aber Gottes Gebote in der echten Bedeutung haben sie nicht befolgt. Und wenn ein Mensch, der von den Schriften fast gar nichts weiß, allein schon die Gebote in richtiger Weise, also nach Gottes Definition einhält, dass man nicht töten, nicht ehebrechen und nicht stehlen soll, dann hat ein solcher Mensch bereits dadurch eine größere Gerechtigkeit als die Pharisäer. Denn die Pharisäer interessieren sich nicht für Gottes Wille, sondern sie halten sich selbst für klug. Wer aber Gottes Wille auch nur im Kleinen richtig anwendet, der ist dadurch schon größer als sämtliche Schriftgelehrte aus allen Religionen, die es in dieser Welt gibt.
In den Versen 21 und 22 steht geschrieben:
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht töten!«, wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder ohne Ursache zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!, der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr!, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.
Um eine Frage gleich zu Beginn zu klären: Das Worte „Raka!“ heißt auf deutsch sowas wie „Taugenichts“, und es ist ein Begriff mit einer sehr entwürdigenden Qualität. Also, um es mal etwas auf die Spitze zu treiben: Egal, wie leer dein Nächster im Kopf auch zu sein scheint und egal wie faul er auf dich wirkt:
Wenn du solche Sachen zu ihm sagst wie „Du bist noch dümmer als fünf Meter Feldweg.“ oder „Du bist zu absolut gar nichts zu gebrauchen, was kannst du überhaupt?!“ dann zählen solche Aussagen als schwere Sünden. Man muss sich dementsprechend im Griff haben, dass man sich solche Äußerungen verkneift, auch wenn ein Mensch sich so sehr dementsprechend benimmt, dass man sich schon fast gezwungen fühlt, sowas zu sagen. Es mag ein wenig extrem klingen, aber Jesus sagt hier praktisch: Wenn du sehr beleidigende Dinge zu deinem Nächsten sagst, dann ist das so schlimm wie wenn du jemanden umbringst.
Wer weiß, ob da nicht vielleicht auch etwas dran ist? Es soll ja schon Menschen gegeben haben, die dadurch in den Selbstmord getrieben wurden, dass sie sich Tag für Tag nur entwürdigende Worte von ihren Mitmenschen anhören mussten. Also wird das schon Sinn machen, was Jesus hier verkündet.
Als nächstes lesen wir in den Versen 23 bis 26:
Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe! Sei deinem Widersacher bald geneigt, während du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit der Widersacher dich nicht etwa dem Richter ausliefert und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und du ins Gefängnis geworfen wirst. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Groschen bezahlt hast!
Jesus ermahnt uns hier also zu Versöhnlichkeit und Vergebung. Es ist egal, ob man sich im Recht fühlt oder nicht:
Wenn zwei Menschen sich im Streit gegenseitig hochschaukeln, dann eskaliert die Sache irgendwann. Es ist besser, sich zu versöhnen, auch wenn man dadurch das Gefühl hat, den Kürzeren zu ziehen.
Interessant ist auch, dass Jesus meint, man solle keine Opfergabe zum Altar bringen, so lange man einen Groll gegen jemanden hegt oder solange jemand sauer auf einen selbst ist, sondern man soll sich vorher mit dieser Person versöhnen. Wir selbst werden wohl überhaupt keinen Altar haben, zu dem wir Opfergaben für Gott den Höchsten bringen. Wie steht es aber mit dem Gebet? Denkt ihr, es ist in Ordnung, zu Gott zu beten, wenn man einen Groll gegen jemanden hegt? Ich denke, man kann diesen Teil genau so gut auf das Beten zu unserem Vater im Himmel beziehen. Dass man nicht zu Gott beten sollte, solange noch irgendwo Versöhnung fehlt. Man sollte Gott immer möglichst rein gegenübertreten. Und schon gar nicht sollte man Gott darum bitten, dass irgendeinem Mensch Leid zugefügt wird. Das wäre schrecklich, denn der Heilige Israels hat absolut keine Freude daran, wenn Menschen zu Schaden kommen.
Schauen wir uns mal die nächsten Verse an! In Vers 27 und 28 lesen wir:
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen!«
Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Diese Verse sind wichtig und wahrhaftig. Wenn ein verheirateter Mann anderen Frauen hinterher gafft, um sich an ihrer Schönheit zu ergötzen und sich vielleicht sogar in Gedanken vorstellt, wie es wäre, mit denen im Bett zu landen, dann ist das wohl der beste Beweis, dass er seine Frau gar nicht liebt und dass ihm Treue auch nicht sonderlich wichtig ist. Ebenso ist es bei verheirateten Frauen, die Männern hinterher gaffen. Und wenn ein Mensch nichtmal die eigene Ehe ernst nimmt, wie soll er dann das Wort Gottes annehmen, für welches ein Mensch noch mehr von seinem eigenen Ego und seinen Trieben abweichen muss, als es schon bei einer Ehe nötig wird?
Man erkennt in diesen Versen, an welcher Stelle nach Gottes Wertmaßstäben bereits Ehebruch losgeht, obwohl man ja niemals Ehebruch begehen darf, denn es ist vor Gott eine schwere Sünde.
Lesen wir am besten mal weiter! In den Versen 29 und 30 steht:
Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Diese Worte klingen ziemlich extrem. Jesus will mit diesen Worten vordergründig zum Ausdruck bringen, wie grausam die Existenz in der Hölle ist. Würde einer sich selbst ein Glied verstümmeln, damit er es nicht mehr zum Sündigen benutzen kann, dann wäre das ein geringerer Schaden, als zu sündigen und deshalb in den ewigen Feuer- und Schwefelsee zu fallen. Wenn sich einer die Augen ausreißen würde, um nicht mehr lüsternd auf schöne Menschen blicken zu können, dann wäre das ein heftiger körperlicher Schaden, aber die Sündenschuld, die man durch Ehebruch auf sich bringt, ist sogar noch schlimmer als dieser Horror, wenn man das ewige Urteil Gottes bedenkt. Man beachte auch, wie Jesus hier sagt, dass man dies an sich selbst täte. Es wäre also falsch, wenn ein anderer dir deine Hand abhackt, weil er davon ausging, du warst kurz davor, zu sündigen. Das wäre in keiner Weise angemessen.
Als nächstes steht in den Versen 31 und 32:
Es ist auch gesagt: »Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief«.
Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.
Als Unzucht zählt wohl jede sexuelle Handlung zwischen Menschen, die etwas Anderes ist als das bei einander liegen eines Mannes und seiner geheirateten Frau. Eben deshalb haben die Männer seit jeher Frauen geheiratet, um dann bei ihnen zu liegen und Familien zu gründen, allerdings haben sie natürlich auch eine entsprechende Fürsorgepflicht gegenüber der geheirateten Frau und allen Kindern, die daraus entstehen. Also: Wenn ein Mann bei einer Frau liegt, die er geheiratet hat, ist Geschlechtsverkehr okay. Jeder andere geschlechtliche Kontakt wäre Unzucht.
Wenn Unzucht geschieht, dann ist es sehr ratsam, sich scheiden zu lassen, aber ansonsten erklärt Jesus offensichtlich, dass auch eine Scheidung als Ehebruch zählt. Man muss also zu jedem gläubigen Mensch sagen, der nicht verheiratet ist: „Denke extrem gut darüber nach, wen du heiratest! Denn mit dieser Person wirst du dann wahrscheinlich den Rest deines Lebens verbringen.“ Somit sollte man unter absolut keinen Umständen eine Person heiraten, von der man sich genervt fühlt oder von der man schlecht behandelt wird.
In den Versen 33 bis 36 lesen wir Folgendes:
Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem HERRN deine Schwüre halten«. Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
Man soll also keinen Eid schwören, schon gar nicht auf irgendwas Anderes als Gottes Name. Jedes Schwören komplett zu unterlassen, ist aber die beste Alternative. Und das macht auch Sinn, denn wie steht ein Mensch denn da, nachdem er zwar einen Eid schwor, aber ihn nicht einhalten konnte? Die Schmach, die diesen Mensch trifft, wird einfach nur frustrierend und beschämend sein. Man kann jederzeit über Dinge sprechen, die man gerne tun will und die man versuchen wird. Aber zu schwören, dass eine Sache geschieht, ist eine äußerst unkluge Entscheidung, denn man weiß nie, ob Gott vielleicht doch einen anderen Plan haben wird.
In Vers 37 lesen wir: Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.
Das ist beim ersten Mal Lesen vielleicht nicht ganz klar zu verstehen. Aber ausgesagt wird hier: Wenn du auf etwas mit „Ja!“ geantwortet hast, dann bleibe auch dabei. Und wenn du auf etwas mit „Nein!“ geantwortet hast, dann bleibe ebenso dabei. Lasse dich nicht gegen dein besseres Wissen zu Unsinn überreden und stehe zu deinem Wort, anstatt ständig zwischen Ja und Nein zu wechseln!
Als nächstes lesen wir in den Versen 38 bis 41:
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Auge um Auge und Zahn um Zahn!«
Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, so biete ihm auch die andere dar;
und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Hemd nehmen will, dem lass auch den Mantel;
und wenn dich jemand nötigt, eine Meile weit zu gehen, so geh mit ihm zwei.
Diese Worte sprach Jesus, um uns zu verdeutlichen, dass wir komplett darauf verzichten sollten, Vergeltung zu üben für erlittenen Schaden. Obwohl Gottes Gesetz uns das Recht dazu einräumt, Vergeltung einzufordern, so sollen wir die Sache freiwillig auf sich beruhen lassen. Wir sollen sogar, wenn wir nur kleine, eigentlich unbedeutende Entwürdigungen erleiden, das gar nicht erst für voll nehmen und es einfach geschehen lassen. Wenn uns jemand eine Ohrfeige gibt, dann ist das zwar entwürdigend, braucht uns aber nicht zu interessieren. Wir könnten genau so gut die andere Backe auch noch hinhalten, denn nach vollständiger Buße wird uns eine Ohrfeige in keiner Weise unsere Reinheit wegnehmen. Auch wenn uns jemand durch einen Gerichtsprozess etwas als sogenannten Schadensersatz abnehmen will, was uns wichtig ist, so sollten wir es dennoch abgeben und vielleicht sogar etwas obendrauf legen, denn unser weltlicher Besitz bemisst nicht unseren Wert als Menschen und wir können nichts davon mitnehmen, wenn wir diese Welt verlassen. Und wenn uns jemand dazu drängen will, ihm Dinge hinterherzutragen, so handeln wir gut, wenn wir ihm diesen Dienst erweisen und vielleicht sogar das Doppelte leisten. Denn all diese Dinge, wenn wir sie tun, können uns in gar keiner Weise mit Sündenschuld besudeln, sondern beweisen unsere Barmherzigkeit.
Ganz anders ist der Fall, wenn jemand etwas mit uns tun will, wodurch wir auch selber vor Gott als Sünder zählen würden. Wenn zum Beispiel ein Mensch Zaubermittel an uns ausprobieren will und vorhat, sie zwangsweise in unseren Körper zu injizieren, dann müssen wir aus der Situation fliehen und dürfen auf gar keinen Fall zustimmen, sondern müssen in unerschütterlicher Bestimmtheit ablehnen und uns deutlich dagegen aussprechen. Denn sobald ein anderer ein Zaubermittel an uns ausprobiert und wir es dann an uns oder in uns haben, zählen auch wir selber vor Gott als Zauberer und sind dadurch mit schwerer Sünde belastet. Oder wenn eine kräftige Person uns zu Unzucht benutzen wollen würde, auch dann müssten wir fliehen und uns mit aller Kraft unserer Worte dagegen aussprechen und dürften nicht einfach zulassen, dass es passiert. Denn nach Gottes Maßstäben zählen beide Menschen als Unzüchtige, die an dem Prozess beteiligt waren, sobald es passierte, auch wenn eine von beiden Personen letztlich gar keine Lust und keine Freude an dem Vorgang hatte. Es darf gar nicht erst zu solch einem Kontakt kommen, sondern man muss dem entrinnen, wenn man erkennt, dass es mit einem gemacht werden soll. Denn würde man es zulassen, hätte man auch selber die Sündenschuld für Unzucht auf sich, auch wenn man sagt, man wollte es gar nicht, sondern hat nur geschwiegen und es unangenehm gefunden. Die Meinung zu der Sache ist unbedeutend. Maßgeblich ist, ob es passierte, und wenn Ja, dann hat man auf sich Schuld. Es ist wichtig, immer die Stimme dagegen zu erheben, wenn andere etwas mit uns tun wollen, was nicht nur sie mit Sündenschuld belastet, sondern ebenso uns selbst.
Aber unbedeutende Kleinigkeiten wie Ohrfeigen und Belastungen mit einfacher dienstbarer Arbeit sollten wir unbeeindruckt hinnehmen. Und wir dürfen niemals irgendwelche privaten Rachefeldzüge starten. Dies ist ein wichtiger Gedanke von Jesus hinter den Worten dieser Verse, dass man davon ablassen soll, sich um Vergeltung zu bemühen. Und der Gedanke hinter dem Gebot, bei erlittener Schmach das Unrecht einfach zuzulassen, lautet wahrscheinlich: Wenn ein Mensch anderen Menschen schadet oder andere Menschen unterdrückt, dann schadet er damit nur sich selbst, denn er wird sich vor Gott für jede unbarmherzige Tat rechtfertigen müssen. Und eben weil solche Menschen keine Vergebung finden, die ihr Leben lang andere schlagen, bestehlen oder unterdrücken, deshalb sollte es einem vom Prinzip her sogar leidtun, was mit diesen Menschen geschehen wird. Denn wir leiden durch solche Leute hier auf der Erde, aber die Erde vergeht. Und die Übeltäter leiden dann für ihre Unbarmherzigkeit in der Hölle, im ewigen Feuer-und Schwefelsee, in unvergänglicher Qual. Sie selber haben also einen größeren Schaden zu erwarten als wir.
Laut Vers 42 hat Jesus folgendes gesagt:
Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will!
Durch diesen Vers sind wir also aufgefordert, Almosen auszuteilen an die Notleidenden, die zu uns kommen und uns um etwas bitten. Sobald es passiert, dass einer etwas erbittet, sind wir als Jesus-Nachfolger in der Gewissenspflicht, auch etwas zu geben, wenn wir irgendwas haben, was hilft. Allerdings bezieht sich diese Anweisung vordergründig darauf, das Elend vor der eigenen Haustür zu bekämpfen. Wenn man hingegen denen Geld oder sonstige Gaben schenkt, die sowieso schon zu viel haben, so ist das kein Segen. Und wenn man an sehr große Organisationen Geld gibt, die angeblich Hilfsorganisationen im Ausland sind, aber bei denen man keine Gewissheit hat, in wessen Tasche das Geld am Ende landet, dann handelt man auch da klug, wenn man zwielichtige Machenschaften keineswegs unterstützt. Ein Jesus-Nachfolger wird durch das Wirken des Heiligen Geistes normalerweise schon darüber aufgeklärt, ob eine vertretene Organisation wirklich Gutes tut oder ob sie die Menschen nur täuscht. Und die Gutes Tuenden, wenn sie bitten, unterstützt man genau so wie die wirklich Armen, aber die Betrüger schickt man leer fort. Das Geben, das Jesus befiehlt, ist hauptsächlich ein Geben, bei dem man einem Mensch persönlich gegenüber steht, der unweigerlich Not hat, und man drückt ihm die Gabe persönlich in die Hand, damit er seinen Mangel ausgleichen kann. Zu dieser Art Geben soll man immer bereit sein, ganz kompromisslos und ohne faule Ausreden, egal ob man etwas als Geschenk gibt oder ob man etwas nur ausborgen soll und versprochen bekommt, dass man es später zurückerhält. Das Geben im Sinne der Lehre von Jesus ist aber hauptsächlich auf Selbstlosigkeit ausgerichtet. Das heißt: Man gibt, ohne eine ausgleichende Gabe zu erwarten. Man hilft, ohne hinterher zu fordern, dass eine Wiedergutmachung von den Menschen zu erfolgen hat.
Als nächstes redet Jesus über Feindliebe, denn es steht geschrieben in den Versen 43 bis 45:
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen,
damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.
Man kann aus Vers 43 erkennen, dass die Schriftgelehrten unter dem Volk die Redensart verbreitet haben, man solle nur die Menschen lieben, die einem nahestehen, aber die Feinde mit Hass behandeln. Und dadurch schänden sie das Gesetz Gottes, weil bereits im Gesetz an einer Stelle ganz klar zur Feindliebe aufgerufen wird. Jesus aber sagt den Menschen die richtigen Worte. Aufgrund der Tatsache, dass Gott, welcher ständig nur von den Menschen ins Angesicht beleidigt wird, trotzdem immernoch die Sonne scheinen und den Regen fallen lässt, weil er weiß, dass sie es unbedingt brauchen, sollen auch wir eine grundsätzlich barmherzige Grundeinstellung gegenüber unseren persönlichen Feinden haben, die dieser Moral Gottes gleichbedeutend ist. Wenn jemand unser Feind ist und mit niederträchtigen Gedanken auf uns schaut, sollen wir als Jesus-Nachfolger trotzdem immernoch Menschen sein, die auf das grundsätzlich notwendige Wohlergehen dieser Person bedacht sind und hoffen, dass ihm kein schlimmer Schaden entsteht aus seinem Verhalten. Wenn Menschen immer nur gegen uns sind, aber dann zu uns ankommen und von uns gesegnet werden wollen, so sollen wir die persönliche Feindschaft nicht bedenken und trotzdem Segen über sie sprechen. Wir sollen auch hungernden Feinden Speise geben und durstigen Feinden Getränk schenken. Wenn Menschen uns beleidigen, oder wenn wir vor Verfolgern fliehen, so sollen wir sogar für derartige Menschen im Gebet eine Fürbitte vor Gott einlegen, dass sie doch die Schändlichkeit ihres Verhaltens erkennen mögen und dass Jesus ihnen begegnen soll, damit sie ihr Tun bereuen und umkehren von ihrem Weg, der ihnen selbst am Ende den größten Schaden einbringt, und sie sollen stattdessen in der Wahrheit wachsen und gerettet werden, sofern sich Gott diese Bitte gefallen lässt. Denn jeder, der die Nachfolger Jesu verfolgt, obwohl nur diese die Wahrheit reden können, welche die Menschenseele vor ewiger Qual rettet, der zieht sich damit massivsten Zorn Gottes zu, weil er durch böses Handeln das gute Werk aufhält, das der Rettung der Menschen dient. Denn Gott hat am Leben und an der Rettung von Menschen größeres Interesse als an ihrem Verderben. Darum zürnt er über jeden, der die zur Rettung arbeitenden Menschen verfolgt. Und wenn man da keine Fürbitte einlegt, wird den Schuldigen der volle Zorn eines Tages treffen, in sehr übler Weise.
In den letzten drei Versen des Kapitels weist Jesus noch deutlich darauf hin, dass wir keine Gunst von Gott zu erwarten haben, wenn wir nur diejenigen Menschen gut behandeln, die wir mögen oder die zur eigenen Gruppe gehören, denn das machen alle Menschen so mit ihresgleichen, auch wenn es sich um gottlose Gruppen handelt. Darum ist es nichts Gutes, sondern man soll sich auch den harmlosen Fremden in Gnade zuwenden, mit denen man gar nichts zu schaffen hat, und soll sie wenigstens grüßen, wenn man sie trifft. Gleiches gilt für uns bei Menschen, die sich uns gegenüber schonmal unbeliebt gemacht haben. Darum heißt es in den Versen 46 bis 48:
Denn wenn ihr die liebt die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe?
Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso?
Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!
In Vers 48 wird sogar noch gesagt, dass wir in barmherzigem Handeln, was auch die Feindliebe mit einschließt, vollkommen werden sollen. Das ist ein hohes Ziel. Aber man darf nicht den Fakt aus den eigenen Gedanken verlieren, dass Jesus in seiner Belehrung auf Nächstenliebe ganz besonders großen Wert legt, wie man sieht.
Übrigens ist eines besonders bemerkenswert: Rein theoretisch ist es völlig belanglos, ob wir überhaupt zwischen Freund und Feind unterscheiden. Denn nicht nur unsere Feinde werden uns im Leben wehtun, sondern auch bei unseren Freunden wird es Zeiten geben, in denen wir durch sie leiden. Freunde können dir manchmal viel heftiger wehtun als deine Feinde, weil sie dich kennen und weil sie dadurch wissen, was dir die größten Schmerzen bereitet. Wenn nun also ein Freund anfängt, einen Groll gegen dich zu hegen, kann er ein schlimmerer Feind sein als jemand, mit dem du nie persönlichen Kontakt pflegen wolltest.
Vielleicht wird durch diese Worte etwas klarer, warum es sinnvoll ist, auch den Menschen mit Liebe zu begegnen, die man bewusst zu den eigenen Feinden zählt.
Und nun sind wir am Ende von Kapitel 5 im Evangelium des Matthäus angelangt und haben somit den ersten Teil der Bergpredigt von Jesus erfolgreich durchgearbeitet.
Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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