Text zu "Die Bergpredigt von Jesus (Teil 2 von 3)"
Link zum Video: https://youtu.be/yHt4peqDuKA
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Nachdem wir uns schon in einem Video den ersten Teil der Bergpredigt von Jesus angeschaut haben, wie er in Kapitel 5 vom Evangelium des Matthäus berichtet wird, kümmern wir uns nun um den zweiten Teil dieser wichtigen Rede von Jesus, wie es in Kapitel 6 lesbar ist.
In den Versen 1 bis 4 entdecken wir folgende Worte:
Habt Acht, dass ihr eure Almosen nicht vor den Leuten gebt, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.
Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen.
Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut,
damit dein Almosen im Verborgenen ist. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, er wird es dir öffentlich vergelten.
Ich denke, die Botschaft daraus ist soweit klar: Almosen sind Spenden, die man bedürftigen Menschen schenkt. Dazu wurde man ja bereits in Kapitel 5 an einer Stelle aufgerufen. Wenn man dies tut, so sollte man das nicht überall rum erzählen, um sich selbst als Held zu präsentieren. Man kann das zwar, sollte es aber nicht. Denn was soll Gott davon halten, wenn man Geld spendet, um vor den Leuten gut da zu stehen und von ihnen bewundert zu werden? Man sucht dadurch die Ehre von Menschen. Und wer die Ehre von Menschen sucht, der wird sie früher oder später auch kriegen. Aber was nützt es euch vor Gott, wenn Menschen euch für jemand Besonderen halten? Was glaubt ihr wohl, wovon Gott mehr beeindruckt ist? Davon, dass ihr euer Geld und eure Energie aufwendet, um Menschen zu beeindrucken, oder davon, dass ihr euer Geld und eure Energie aufwendet, um Gott zu beeindrucken? Gott sieht alles, was ihr tut. Und wenn Jesus sagt, dass beim Almosen geben eure linke Hand nicht wissen soll, was eure rechte Hand tut, dann ist das natürlich auch richtig so. Denn wenn ihr meinetwegen zehn Menschen Geld schenkt, die selber arm sind und einige Tage später erinnert ihr euch gar nicht mehr daran, wem ihr alles Geld gegeben habt und eure Bekannten wissen auch nichts davon, dann ist es gut so. Denn wenn man sich selber nicht mehr an die eigene Wohltat erinnert, dann wird man auch nicht überheblich. Und wenn andere nichts davon mitbekommen, dann wird man von ihnen auch nicht unnötig gepriesen. Gott aber sieht es und merkt sich alles und er kennt jeden einzelnen Mensch, dem ihr je geholfen habt. Und wenn ihr nicht geholfen habt, um euer eigenes Ego zu erbauen oder um Augenzeugen zu beeindrucken, dann wird Gott erkennen, dass die Spende wirklich in Jesu Namen und zum Wohlgefallen Gottes geschah.
Also: Wenn ihr etwas verschenkt, dann legt es nicht darauf an, dass andere es merken. Wenn es trotzdem rauskam und die Menschen darüber reden, dann ist es nicht schlimm. Es war ja nicht eure Absicht und ihr könnt dann schon dazu stehen, wenn euch jemand fragt: „Hey sag mal, stimmt das eigentlich, dass du gestern einem Obdachlosen zwanzig Euro geschenkt hast?“. Da wir nicht lügen sollen, ist das dann schon richtig, es zuzugeben, sollte es so geschehen sein. Aber man sollte die Sache nicht unnötig aufspielen und sich nicht von anderen dafür bewundern lassen, sondern eher sagen: „Ich habe nur getan, was ich für richtig hielt, aber ich will deswegen nicht geehrt werden.“
So ähnlich wie mit den Almosen verhält es sich auch mit den Gebeten. Deshalb lesen wir in den Versen 5 und 6:
Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen.
Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.
Lasst diese Worte bitte in eure Herzen fallen! Wir sollen nicht sein wie die Heuchler. Das ist sehr bedeutsam. Wenn ein Mensch in der Gesellschaft anderer Menschen betet, könnte Gott durchaus fragen: „Sag mal, für wen machst du das hier eigentlich? Machst du das für mich oder machst du das für deine Freunde, um dich mit ihnen verbunden zu fühlen?“
Wie Jesus gesagt hat, sollen wir am besten beten, wenn wir ganz alleine sind. Denn dann wird Gott schon merken, dass wir nur wegen ihm allein im Gebet verharren und nicht weil wir ein Gemeinschaftsgefühl mit Menschen begehren oder ihre Bewunderung suchen!
Wenn ein Mensch dir unterstellt, du würdest nie beten, obwohl du es doch tust, nur eben ganz alleine, dann ist das ein klares Anzeichen dafür, dass du alles richtig machst. Denn man betet zu Gott und man betet für Gott. Und man sollte nicht beten, um Menschen irgendwas zu beweisen.
In den Versen 7 und 8 heißt es weiter:
Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.
Das sind ziemlich interessante Verse, nicht wahr? Das heißt nämlich: Wenn wir eine Sache unbedingt brauchen, aber wir bitten Gott nicht darum, dann wird er sie uns trotzdem geben, denn er kennt unsere Situation und er kennt sowohl das, was wir wirklich brauchen als auch das, was wir nicht wirklich brauchen. Auch der Aufruf, im Gebet nicht viel zu plappern, ist wichtig. Gott wird ein Gebet nicht ernst nehmen, wenn man einen Haufen Worte zu ihm spricht, mit denen man eigentlich gar nichts ausdrückt. Plappern bedeutet aber auch, dass man Worte redet, mit denen man sich selber oder die eigenen Äußerungen erheben will, denn dies bringt Gott überhaupt nichts, wenn ein Mensch solche unnützen Worte beim Beten spricht.
Also, kurzgefasst: Alles, was ihr wirklich gerne zu Gott sagen wollt, das solltet ihr im Gebet sagen. Aber Dinge, bei denen ihr euch denkt:
„Das ist eigentlich egal!“ oder „Eigentlich habe ich gar keine Lust, das zu sagen!“, solche Dinge solltet ihr im Gebet weglassen.
Ein Gebet ist übrigens wie ein weitesgehend einseitiges Gespräch. Ihr sprecht in euren Gedanken und Gott hört zu, wie wohl auch Jesus zuhört, denn ihm ist von Gott die größte Macht gegeben im Himmel und auf Erden, welche er dann einsetzt, wenn wir uns von Herzen für ihn entscheiden. Es ist aber beim Beten so, dass ihr für gewöhnlich nicht sofort eine Antwort bekommen werdet, als würdet ihr neben einem normalen Mensch sitzen und mit ihm ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht führen. Antworten auf Gebete können sich ein wenig hinauszögern, sodass man abwarten muss.
Wenn euch aber ein Geistwesen begegnen sollte, das angeblich über Gott oder über Gottes Wille zu euch sprechen will, dann ist dabei Vorsicht geboten. Fordert in diesem Moment das Bekenntnis, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, wie es im ersten Brief des Johannes in Kapitel 4 erwähnt wird! Denn laut Johannes ist jedes Geistwesen, das unfähig ist, ein solches Bekenntnis zu sprechen, ganz sicher nicht im Willen Gottes. Das Gleiche trifft übrigens auch auf Menschen zu, die als Propheten oder Lehrer auftreten. Man muss möglichst viel prüfen, denn auch die Geister und Engel, die dem Satan dienen, verkleiden sich ganz gerne mal als Diener der Gerechtigkeit.
Von Vers 9 bis Vers 13 steht der Vaterunser-Gebetstext, mit welchem Jesus uns ein grobes Fundament für das richtige Beten aufzeigt. Schauen wir ihn uns mal an! Es steht geschrieben:
Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten: Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.
Gib uns heute unser tägliches Brot.
Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.
Wenn man diesen Text versteht und im Gebet ernst meint, dann reicht das theoretisch schon aus. Es fällt auch besonders auf, dass man sich in diesem Text vor Gott in einer gesunden, gottesfürchtigen Demut kleinmacht. Gott der Höchste, der heilige Schöpfer ist unser Vater im Himmel, wenn wir Jesus nachfolgen. Jesus ist der Sohn Gottes des Höchsten, und Jesus wurde zum König über alle Könige erhoben wegen dem, was er durchgestanden hat. Aber Gott selbst ist derjenige, dem das Königreich im Himmel an oberster Stelle gehört und dieses wird ja laut Offenbarung eines Tages vom Himmel auf die Erde herabkommen, als das neue Jerusalem, und dann werden Jesus und sogar Gott der Schöpfer persönlich bei uns wohnen.
Da dies der ideale Zustand sein wird und man Gott unendlich dankbar für dieses Versprechen sein sollte und dafür, dass durch seinen Plan zweifelsfrei bewiesen sein wird, dass das Gute sinnvoll und das Böse sinnlos ist, eben gerade deshalb beginnt der Gebetstext mit „Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name! Dein Reich komme!“. Diese Worte spiegeln eben das wider, was ich gerade erwähnt habe. Weiter geht es mit dem Teil „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden!“. Hierbei äußert man sich zustimmend zu Gottes Entscheidungen, die er trifft in seiner Weisheit. Denn wie einige vielleicht schon wissen, hat Luzifer, also der Teufel, welcher auch als der Satan bezeichnet wird, damals versucht, Gott vom Thron zu stoßen und wurde deshalb aus dem Reich Gottes im Himmel über allen Himmeln verbannt. Und das ist besser so, denn Luzifer hätte bestimmt üble Dinge angerichtet, wäre er zu Gott geworden. Leider ist ihm, also dem Teufel, aber die ganze Erde überlassen, und die Macht des Teufels beruht auf der Sünde, während bei Gott keine Sünde sein darf. Die Taten des Fürsten dieser Welt kommen aber aus einer ziemlich üblen Verderbenslust, während Gottes Entscheidungen aus einem makellosen Gerechtigkeitsempfinden entspringen. Deshalb ist es gut so, dass Gottes Wille im Himmel geschieht und eines Tages auch restlos auf der Erde geschehen wird, und dass man Gottes Wille zustimmt.
Der Nächste Teil ist leicht verständlich: Man bittet darum, dass Gott einem die tägliche Nahrung zukommen lässt und es nicht zulässt, dass irgendwer dies verhindert. Essen und trinken müssen wir ja schließlich alle irgendwann.
Der nächste Teil heißt „Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern.“
Man könnte das Wort Schulden eigentlich auch durch „Sünden“ ersetzen, denn wer im Glaube heranwächst, der wird noch den einen oder anderen Moment haben, wo er sich trotz ehrlicher Bemühung doch versündigte. Bei diesen Dingen muss man aber immer wieder um Vergebung bitten. Jede Sünde, die man nicht mutwillig getan hat, kann ohne größere Umschweife vergeben werden. Ich denke aber oft darüber nach, wie Gott das wohl sieht, wenn man absichtlich sündigt, weil man sich denkt „Ach, Gott vergibt mir doch sowieso!“
Ich wette, das verärgert ihn sehr. Auch wenn man auf Vergebung hoffen darf, ist das kein Freifahrtschein zum Sündigen. Man sollte immer darauf bedacht sein, unseren Vater im Himmel gar nicht erst zornig zu machen. Im Gebetstext heißt es weiterhin: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen!“
Dieser Teil klingt ein wenig seltsam. Eigentlich ist der Teufel ja der Versucher. Gott hat kein Interesse daran, dass wir der Versuchung erliegen und falsch handeln. Der Teufel ist der jenige, der uns verderben will. Und doch sollen wir beten, dass Gott uns nicht in Versuchung führt. Wenn man diesen Teil des Gebetes etwas klarer verständlich formulieren will, so muss man sagen: „Bitte lege uns heute keine schwere Prüfung unseres Glaubens auf!“. Wir geraten in Versuchung, wenn Gott es zulassen will, aber er lässt das nicht zu, weil er uns scheitern sehen will, sondern weil er sehen will, wir wir die Versuchung überwinden und darüber triumphieren. Und der Böse, aus dessen Herrschaft wir erlöst werden müssen, ist Luzifer, der Fürst dieser Welt. Ihm ist die Erde übergeben und er beziehungsweise seine Diener stellen uns jede Menge Dinge vor die Nase, die uns als gut eingeredet werden, obwohl sie schlecht für uns sind. Das ist die Realität.
Fakt ist jedenfalls, dass der Satan auch eine gewisse Macht hier auf Erden hat, weil ihm seine gefallenen Engel und dämonische Geister und auch so einige reiche und berühmte Menschen dienen. Nur Gott ist mächtig genug und nur Gott kann die dazu nötige Macht vergeben, um den Satan aufzuhalten und in Fesseln zu legen. Und weil wir anerkennen sollen, dass die Macht Gottes des Höchsten absolut ist, eben aus jenem Grund endet der Gebetstext mit „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.“
Wer also dieses Wissen über den Gebetstext hat und dem zustimmt und dieses Gebet mit herzlicher Überzeugung spricht, der hat im Grunde schon genug gebetet. Aber man kann wie schon erwähnt auch alles sagen, was einem auf dem Herzen lastet, egal ob Lob, oder Dank, oder Wehklage über die Zumutungen dieser Weltzeit.
Und nun kommen zwei sehr wichtige Verse aus der Bergpredigt, die so wichtig sind, dass man sie sich theoretisch auf ein T-Shirt drucken könnte. Vers 14 und 15 besagen:
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.
Das Thema Vergebung ist das allerbedeutsamste Fundament in der Belehrung von Jesus. Wir brauchen dringend Vergebung von Gott für all das, womit wir uns bis heute gegen ihn verfehlt haben. Möglich ist das aber nur, wenn wir selber in jeder Hinsicht Vergebung üben. Man hat auch ganz allgemein keinen wirklichen Vorteil davon, wenn man in Unvergebenheit lebt. Alte Freundschaften, die vielleicht zugrunde gegangen sind, können nur dann wiederhergestellt werden, wenn Vergebung geschieht. Und oft ist es viel schöner, miteinander auszukommen, als gegeneinander aufzutreten, besonders zwischen alten Freunden.
Wenn man sich aber dazu entschieden hat, einem Übeltäter niemals vergeben zu wollen, dann ist man in Gedanken von Hass geplagt und wird gedanklich dazu genötigt, die Situation noch weiter zu spinnen. Es steigen dann bedrückende und finstere Gedanken auf, von Zeit zu Zeit, die dem Mensch einreden, dass es zu wenig ist, einfach nur Vergebung zu verweigern und dass man am besten irgendwas tun sollte, um den Übeltäter selbst zu bestrafen. Ähnlich ist es mit Angst und sonstigen emotionalen Belastungen. Wenn man einem Mensch nicht seine Gräueltat vergibt, dann neigt man häufiger dazu, sich an die Gräueltat zu erinnern und wie schlimm man sich gefühlt hat, als es einem angetan wurde. Dann leidet man an dieser Erinnerung. Und dieses Leiden kommt immer wieder neu auf, weil man durch seine Unvergebenheit gedanklich an die Erinnerung gebunden ist. Man wird diese Belastung durch die schmerzhafte Erinnerung nicht los, so lange man in Bitterkeit und Unvergebenheit verharrt. Weder durch Alkohol noch durch zügellose Ausschweifungen oder sonstwas Anderes werden diese schmerzhaften Erinnerungen ihre Kraft verlieren, sondern einzig und allein durch Vergebung kann man sich so sehr davon lösen, wie es überhaupt möglich ist. Denn egal, ob ein Mensch nun Jesus nachfolgen will oder ob er das ablehnt – es ist in beiden Fällen so, dass der Mensch eine eigene Gedankenwelt hat und dass sich in seinem Kopf viele Gedanken regen.
Welche Gedanken das aber sind, hängt zu einem beachtlichen Teil davon ab, welche Entscheidungen man trifft und welche Werte man hat. Es gibt zwar gleichzeitig auch einige sinnlose Gedanken, die immer wieder aufkommen, egal was man tut, und die man sein ganzes Leben lang nicht loswerden wird, aber das sind eher wenige. Und die jenigen Gedanken, die als Erinnerungen immer mal wieder aufflammen, die haben alle eine gewisse Kraft. Wie groß oder klein diese Kraft aber ist, das hängt davon ab, wie man selbst es bewertet. Wenn man zum Beispiel die Erinnerung an ein sehr schlimmes Ereignis mit Unvergebenheit und Bitterkeit und Hass bewertet, dann wird die eigene Stimmung dadurch ganz besonders finster und abwegig. Die Erinnerung hat dann eine finstere Kraft, die groß ist. Wenn man aber die selbe Erinnerung mit Gnade und Vergebung und Gedanken der Freiheit bewertet, dann leidet man deutlich weniger darunter, und die eigene Stimmung wird nichtmal halb so finster dadurch. Die zermürbende Kraft der Erinnerung ist dann eher klein. Das bedeutet: Unabhängig davon, ob du Jesus nachfolgst oder nicht: Die Entscheidung, zu vergeben, kann dir ein ganz neues Lebensgefühl verleihen, wenn du es ernsthaft tust.
Und wenn jetzt ein Zuhörer oder eine Zuhörerin zu mir sagen würde: „Ich weiß nicht, wie das gehen soll. Was ich erlitten habe, ist sowas von heftig! Wie soll ich das denn vergeben können?“
Dann sage ich dazu mal Folgendes: Eigentlich ist das gar nicht weiter schwer. Du musst einfach nur loslassen. Bedenke, dass niemand dich zwingt, den gleichen Schmerz nochmal zu erleiden, den du erlitten hast. Denn wenn du von einem Mensch etwas sehr Heftiges erlitten hast, und du weißt von ihm, dass er solche Dinge heutzutage immernoch tut, dann darfst und sollst du dich von ihm fernhalten. Außer wenn du ihn hilflos am Boden sehen würdest. Dann müsstest du wenigstens die geringste Hilfe leisten, die nötig ist, sodass er nicht völlig zugrunde geht. Und das würdest du dann nicht deshalb tun, weil er es wert ist, sondern weil du besser lebst als er lebt, denn du machst alles richtig, indem du Barmherzigkeit übst, und er macht alles falsch durch seinen bösen Weg. Aber es lohnt sich nicht, sich darauf zu konzentrieren, wie falsch doch sein Leben läuft, denn Jesus ist der eingesetzte Richter. Jesus wird sich schon darum kümmern, deshalb geht dich das Urteil über diesen Mensch nichts mehr an. Und darin besteht die Vergebung. Man muss nicht sofort hingehen und sich mit seinem Schänder anfreunden. Man muss einfach nur sagen: „Ich vergebe ihm, was er getan hat und will nicht mehr daran denken, weil mein Leben ab jetzt nicht mehr aus Bitterkeit oder Rachsucht besteht, sondern aus Liebe und Gnade.“
Denn du sollst wachsen in den guten Dingen, nicht in den schlechten. Habe keine Gemeinschaft mit den Bösen, sondern bewahre dich selbst unbefleckt von der Welt, aber übe Barmherzigkeit wo immer dir dazu eine Gelegenheit aufkommt, die deiner Kraft entspricht!
Und auch, wenn das jetzt vielleicht schwer zu glauben ist, so sollst du wissen: Der Mensch der dich geschändet hat, ist selber auch nur ein armseliges Würstchen. Der hat in seinem Leben wahrscheinlich selbst sehr viel Schlimmes erlitten und nie Liebe kennengelernt, und er fühlt sich in seinem Inneren wahrscheinlich sogar noch schlimmer, als du dich in deinem Inneren gefühlt hast, bevor du Vergebung ausgesprochen hast. Es ist genug, dass dieser Mensch unter sich selbst leidet. Er muss nicht zusätzlich dazu auch noch unter dir leiden. Und wir sollen uns auch gar nicht am Leiden anderer in irgendeiner Weise ergötzen, sondern höchstens Mitleid haben.
Darum sollte in deinem Herzen Vergebung geschehen, und du solltest dich dadurch von dieser Sache lösen, indem du dem Übeltäter seine Schuld nicht zurechnest, denn dadurch wirst du selbst freier. Vergebung im Herzen ist unverzichtbar, und eben diese ist es auch, die ein Gläubiger im Gebet ausüben soll. Es gibt auch noch die mündliche Vergebung, also dass der Mensch zu dir kommt und dich bittet, dass du ihm vergeben sollst, und du sprichst es ihm gegenüber aus. In diesem Augenblick solltest du bereits im Vorfeld schon in deinem Herzen Vergebung und Gnade beschlossen haben, sodass du es dem Mensch einfach nur noch sagen musst, dass du ihm vergibst, ohne groß zu zögern. Und die mündliche Vergebung ist auch gar nicht das Entscheidende. Es kann sein, dass du einem Übeltäter in deinem Herzen vergibst, den du dein Leben lang nicht wiedersehen wirst. Deswegen ist die Vergebung in deinem eigenen Herzen so wichtig, und die mündliche Vergebung ist nur die mögliche Krönung des Ganzen. Wenn sie erbeten wird, soll sie auf jeden Fall geschehen, aber wenn sie niemals erbeten wurde, dann ist das kein Problem, so lange du in deinem eigenen Herzen vergeben hast.
Und unseren Mitmenschen aus dem Alltag sollten wir jeden Tag mit der Bereitschaft zur Vergebung begegnen. Ich persönlich mache es so, dass ich sogar die Menschen die ich kenne jeden Tag so betrachte, als würde ich sie zum ersten Mal in meinem Leben treffen. Als hätten sie noch nie irgendwas falsches an mir getan. Man sollte nicht nachtragend sein, denn damit zerstört man auch sich selbst, wenn man einen Groll gegen einen Mensch behält. Man sollte die Meinung über einen Mensch immer wieder auf null zurücksetzen, wenn dieser am Tag vorher irgendwas Dummes gesagt oder getan hat.
Denkt bei all dem bitte daran, dass es Gott auch ganz schön auf die Nerven gehen muss, wenn wir eine Sache schon zehnmal falsch gemacht haben, jedes Mal um Vergebung baten, und dann ist es ein elftes Mal passiert und wir bitten schonwieder um Vergebung. Freuen kann sich Gott über derartige Verläufe nicht wirklich, aber er vergibt trotzdem, wenn es uns leidtut. Und wenn wir so viel Vergebung von ihm erwarten, dann ist es wirklich nur gerecht und fair ihm gegenüber, wenn wir auch selber mit der gleichen unermüdlichen Bereitschaft den Menschen vergeben, die sich an uns verfehlen. Man vergibt im Gedenken an die Gnade, die unser Vater uns immer schenkt, wenn wir ihn erneut in Jesu Namen um Vergebung bitten. Man entscheidet allgemein nicht mehr selbst darüber, wer Vergebung bekommt, sondern man sagt: „Jesus, du willst, dass ich allen alles vergebe, deswegen tue ich das auch, und ich gebe es an dich ab, sodass du eine gerechte Entscheidung deswegen triffst, ob auch du vergeben willst.“
Man darf nicht selber darüber entscheiden, ob Vergebung geschieht. Man darf nicht sagen: „Ich kenne jemanden, der mir so heftigen Schaden zugefügt hat, dass ich dem niemals Vergebung zugestehe!“
Und genau so darf man nicht sagen: „Ich kann mir selbst nicht vergeben!“
Dadurch nimmt man Jesus das Richteramt weg, und man trifft Entscheidungen, bei denen es einem gar nicht zusteht, dass man sie trifft. Jesus ist der Richter. Ob jemandem endgültig vergeben wird, das entscheidet er in der Vollmacht Gottes. Wir nicht. Wir selbst üben einfach nur Vergebung, weil es unsere Aufgabe ist. Es ist unsere Aufgabe, Vergebung auszusprechen, und es wäre Hochmut, wenn wir eine Entscheidung treffen, die uns nicht zusteht, zum Beispiel ob Vergebung geschehen soll. Und hochmütige Leute, die über den Kopf von Jesus hinweg entscheiden wollen, was richtig und was falsch ist, die sind ganz sicher nicht seine Nachfolger, und zu solchen wird er sich nicht bekennen.
Unsere Aufgabe besteht nicht darin, dass wir uns selbst zum Maß aller Dinge machen. Und wir sollen auch nicht uns selbst lieben. Menschen, die sich selbst lieben, gehen verloren. Den Nächsten zu lieben wie sich selbst bedeutet, dass man an anderen das Gute tut, was man, wenn man in ihrer Situation wäre, sich in dieser Lage selbst von den eigenen Mitmenschen wünschen würde.
In den Versen 16 bis 18 steht geschrieben:
Wenn ihr aber fastet, sollt ihr nicht finster dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, damit es von den Leuten bemerkt wird, dass sie fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen. Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, damit es nicht von den Leuten bemerkt wird, dass du fastest, sondern von deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.
Vom Prinzip her verhält es sich also mit dem Fasten genau wie mit dem Beten und Almosengeben: Man soll es nicht tun, um andere Gläubige zu beeindrucken, sodass sie sagen:
„Oh, dieser Mensch fastet, er ist einer der treusten unter uns!“, sondern man soll es nur für Gott tun und es sich von den Menschen am besten gar nicht erst anmerken lassen. Darüber hinaus wird das Thema Fasten jetzt nicht weiter vertieft, sondern es gibt dafür ein extra Video, falls jemand zu diesem komplett freiwilligen Glaubenswerk nähere Informationen haben will.
Machen wir aber am besten mal mit den Versen 19 bis 21 weiter! In diesen steht geschrieben:
Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
Dieses Gebot wird für viele vermutlich schwer einzuhalten sein, denn es ist ganz genau so, wie Jesus es sagt: Wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Wenn ihr auf der Erde Dinge gesammelt habt, die euch wertvoll sind, dann denkt ihr an diese Dinge besonders viel und bewacht sie und wollt sie meistens auch vergrößern. Euer Herz ist dann bei den Dingen dieser Welt. Aber alles auf der Erde vergeht. Und wenn man alles auf der Erde in sein Herz geschlossen hat, dann ist das eigene Herz ja schon so ziemlich voll. Bleibt dann überhaupt noch Zeit und Raum für euch, dass ihr euch danach sehnen könnt, bei Gott und Jesus zu sein? Oder nehmen eure Schätze auf Erden euer ganzes Leben in Anspruch und ihr habt gar keine Zeit, euch überhaupt mit Jesus auseinander zu setzen?
Schätze auf Erden sind wohl in erster Linie finanzielle Ersparnisse und Gegenstände, die viel Geld wert sind. Deswegen sammelt man auch vordergründig einen Schatz im Himmel, indem man die eigenen Schätze, die eigentlich nur Luxus darstellen, verkauft und das Geld daraus dann denen gibt, die sich nichtmal das nötigste leisten können, sondern die Hunger leiden oder in zerlumpten Klamotten rumlaufen müssen, obwohl sie lieber ordentliche Klamotten anhaben würden. Jeder Mensch, der Geld, das er nicht dringend selber braucht, aufwendet um weniger Begünstigten zu helfen, und jeder Mensch, der seine Zeit und Energie darin investiert, anderen zu helfen oder ihnen wahrheitsgemäß von Jesus zu erzählen, wenn diese es hören wollen, der wird dadurch wohl höchstwahrscheinlich Schätze im Himmel sammeln. Und wie Jesus uns hier begreiflich zu machen versucht, ist es immer besser, die eigenen Reichtümer zugunsten Notleidender aufzuwenden, anstatt sie für sich zu behalten oder ein Luxusleben zu führen.
Als nächstes kommen zwei Verse, die fast wie ein Gleichnis wirken. In den Versen 22 und 23 steht geschrieben:
Das Auge ist die Leuchte des Leibes. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge verdorben ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
Aber jetzt betrachten wir die Sache mal ganz nüchtern und ohne ein Gleichnis zu vermuten: Würdet ihr nicht auch zustimmen, dass einigen Menschen ihr Wesen förmlich ins Gesicht geschrieben steht? Es gibt zwar Menschen, die böse sind und sich trotzdem eine Ausstrahlung antrainieren, die sehr positiv wirkt, aber viel häufiger gibt es Menschen, aus deren Gesicht man bei ganz genauem Hinsehen schon abschätzen kann, wie ihre Wesenszüge aussehen. Manchen steht es ins Gesicht geschrieben, wenn sie gierig sind. Manchen steht ihr Hochmut ins Gesicht geschrieben. Manchen steht ihre Unehrlichkeit ins Gesicht geschrieben. Manchen steht ihre Faulheit ins Gesicht geschrieben. Manchen steht ihre Angst ins Gesicht geschrieben. Manchmal muss man einem Mensch nur in die Augen schauen und gewinnt allein dadurch einen Eindruck, ob er eher zu den Guten oder eher zu den Bösen gehört. Das wird es wohl sein, was Jesus hier meint. Er macht wohl darauf aufmerksam, dass man euch solche Eigenschaften wie Habsucht und Selbstverliebtheit ansehen wird, sofern jemand einen prüfenden Blick auf euch wirft, und dass die Augen von Menschen mit guten Absichten und gottesfürchtigen Herzen gewissermaßen strahlen, während die Augen von bösen Menschen vergleichsweise finster auf den Betrachter wirken. Aber ich möchte basierend auf meinen persönlichen Erinnerungen hier hinzufügen, dass man auch anhand dieser Erkennungszeichen getäuscht werden kann. Denn es gibt Menschen mit schönen Augen, die trotzdem ein verdorbenes Herz haben.
In Vers 24 steht geschrieben:
Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!
Zunächst muss wohl erstmal erklärt werden, was mit dem Mammon gemeint ist. Der Mammon ist sozusagen ein Götze des Reichtums, des Überflusses und des Luxus. Man kann ihn auch als vergöttlichte Habsucht beschreiben. Wenn er ein sprechendes Wesen wäre, würde er sagen: „Ziehe hinaus in die Welt und verdiene so viel Geld wie du nur kannst! Kaufe die nobelsten Dinge und die prunkvollsten Gebäude und gib niemals Geld aus, wenn du es nicht vielfach zurückerhalten wirst!“ Da aber Jesus uns sagt, dass Almosengeben wichtig ist und dass wir keine Schätze auf Erden sammeln sollen, widerspricht seine Lehre diesem Gedankengut, das vom Mammon käme. Man kann also nur entweder das eine oder das andere haben. Entweder man strebt nicht nach Reichtum, sondern bestreitet seinen Lebensunterhalt auf genügsame Weise, während man alles den Benachteiligten gibt, was man nicht dringend braucht. Dadurch würde man dem Mammon nicht gerecht werden, aber man würde der Lehre von Jesus gerecht werden. Oder aber man ist ein Mensch, der in Reichtum schwelgt und immer danach strebt, seinen Reichtum sogar noch zu vergrößern. Dann wird man dem Mammon gerecht und dient ihm sozusagen, aber man verstößt gegen die Lehre von Jesus. Und wenn man in seinem Leben ständig Dinge tut, die gegen das Gebot von Jesus verstoßen, dann kann man zwar hundert mal sagen: „Jesus ist mein Retter, ich glaube an ihn.“, aber es wird nichts helfen, denn die Werke, die man tut, offenbaren etwas ganz Anderes. Und jeder Mensch wird das empfangen, was seine Taten und seine Worte wert sind.
Als nächstes beschäftigen wir uns tiefgehend mit den Worten von Jesus, die ab Vers 25 geschrieben stehen. Wir lesen folgendes:
Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?
In manchen Zeiten passiert es vielleicht ein bisschen weniger, aber in anderen Zeiten passiert es besonders intensiv, dass die Menschen sich ständig fragen, ob sie genug Speise haben werden, und ob sie genug Getränke haben werden, und ob die Kleidung, die sie tragen, gut genug ist. Jetzt versucht aber Jesus durch die gerade gelesenen Worte, auch wenn grundlegende Bedürfnisse nicht unerfüllt bleiben sollen, die Leute dazu zu inspirieren, mehr über das Leben an sich nachzudenken. Es kann doch das Leben eines Menschen nicht nur allein aus essen, trinken und Anziehsachen bestehen, oder? Es gibt noch mehr. Wir sind immerhin denkende und empfindungsfähige Wesen, und wir sollten unser Leben nicht auf banale Dinge reduzieren. Aber dies ist schwer umsetzbar, wenn man darum Angst hat, ob diese notwendigen Dinge immer zur Verfügung stehen werden. Jeder braucht ja Nahrung. Wenn diese nicht verfügbar wäre, hätte man auch keine gedanklichen Kapazitäten für Anderes frei. Jesus aber sagt, wir sollen uns um diese Dinge niemals Sorgen machen. Also auch in Zeiten, wo alles ganz brenzlig aussieht, sollen wir uns laut ihm trotzdem nicht von der Frage bekümmern lassen, ob wir genug Speise und Getränk haben werden, weil das Leben vielfältiger ist.
In Vers 26 erklärt Jesus, wie er dazu kommt, zur Sorglosigkeit aufzurufen und uns beizubringen, dass wir als seine Nachfolger richtig handeln, wenn wir uns von der Frage nach der Nahrungsmittelversorgung gar nicht erst beunruhigen lassen. Wir lesen folgendes:
Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Jesus sagt also tatsächlich, dass wir uns mal das Verhalten der Vögel anschauen sollen, die draußen durch die Gegend flattern. Die brauchen ja auch Speise, um nicht zu verhungern, und Wasser, um nicht zu verdursten. Aber die machen irgendwie alles ganz anders als wir. Während Menschen sich immer die ausgeklügeltsten Systeme ausdenken, um Nahrungsmittelversorgung sicherzustellen, und vielleicht sogar große Vorräte anlegen, damit sie das Gefühl bekommen, über längere Zeit keine Sorgen haben zu müssen, tun die Vögel sowas gar nicht. Und trotzdem leben sie. Sie verlassen sich einfach darauf, dass Gott schon lange alles für sie vorbereitet hat und dass sie jeden Tag wieder Würmer finden werden, die sie fressen können, sobald sie hungrig werden. Die Vögel haben sich keine großen Lagerhäuser gebaut, um darin Güter aufzuspeichern. Und doch sind sie lebendig und können sich ernähren. Sie leben sogar, ohne Sorgen und Kummer wegen der Nahrungsmittelversorgung zu haben. Oder habt ihr schonmal einen Vogel jammern und zittern sehen, weil er nicht weiß, ob er nächste Woche auch Nahrung finden wird? Ich nicht. Die Vögel finden immer genug Nahrung, ohne es organisiert zu haben. Und das schaffen sie, weil sie davon ausgehen, dass Gott, der Allmächtige, der Heilige Israels, ihre Versorgung schon auf eine Art sicherstellt, die sie selber nicht begreifen, aber die passieren wird. Denn Gott kümmert sich um die Vögel. Er sorgt schon im Vorfeld dafür, dass sie immer die Nahrung finden werden, die sie am Leben erhält. Und wenn Gott das mit den Vögeln tut, dann wird er es mit uns genauso machen. Oder sind Menschen vor Gott etwa wertloser als Vögel? Wohl kaum! Die Menschen bedeuten Gott noch mehr als die Vögel, auch wenn sie das nicht wirklich verdienen. Wenn also Gott die Vögel so beherzt mit dem Nötigsten versorgt, indem er sicherstellt, dass sie immer ihre Nahrung finden werden, dann ist es doch eigentlich selbstverständlich, dass Gott auch für die Menschen ein solches Fundament baut. Oder sollte man von Gott erwarten, dass er die Vögel versorgt, aber die Menschen beiseite lässt? Das wäre doch verrückt. Wenn Gott die Vögel versorgt, ohne dass die Vögel sich Sorgen machen und Jahre im Voraus planen müssen, dann wären wir doch töricht, wenn wir davon ausgehen, dass er Derartiges für uns nicht tut.
Weitere Worte von Jesus zu dem Thema stehen in Vers 27 und lauten folgendermaßen:
Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzu setzen?
Hier konfrontiert Jesus uns nun praktisch mit der Frage, welchen Gewinn wir davon erwarten, wenn wir uns immer nur Sorgen machen oder wenn wir fast die gesamte Zeit eines jeden Tages damit verbringen, über Lebensmittelversorgung nachzudenken. Was soll das nützen? Kann man dadurch etwa die Anzahl der eigenen Lebensjahre vergrößern, die Gott schon lange festgesetzt hat? Erhofft sich etwa irgendwer, er würde ein besonders hohes Alter erreichen, wenn er immer schön am Grübeln ist über seine Nahrungsmittelversorgung? Das wäre doch Unsinn! Man kann dadurch das eigene Leben in dieser Welt nicht verlängern. In manchen bedauerlichen Fällen passiert vielleicht sogar das Gegenteil, nämlich dass man sich unentwegt nur Sorgen macht und es die eigene Seele derart zu belasten beginnt, dass man davon krank wird. Und das hat dann nicht die Anzahl der eigenen Lebensjahre verlängert, sondern höchstens verkürzt. Man müsste sich wirklich mal fragen: „Was bringt es mir denn, ständig besorgt zu sein?“
Und dabei lautet die ehrliche Antwort: „Eigentlich gar nichts. Mir geht’s davon nur schlecht.“
Und nun möge es ja bei einer ungläubigen Person noch nachvollziehbar sein, dass sie in Sorgen versinkt, weil sie nicht weiß, woher ihre Versorgung kommen wird. Wir aber, wenn wir begreifen, dass wir einen von Ewigkeit her lebendigen Vater im Himmel haben, der nicht sterben kann und durch dessen Wille die ganze Schöpfung überhaupt erst hervorkommen konnte – wir sollten doch wohl dazu fähig sein, die Versorgung durch unseren Vater zu erwarten und können daher lachen über jeden Anflug von Angst bezüglich unserer Versorgung. Oder etwa nicht? Es würde ja bedeuten, an Gott zu zweifeln, wenn man ihn als einen kennt, der das unbedingt Notwendige immer bereitstellt, aber dann doch damit rechnet, dass er nichts dergleichen täte und man immer alles selber unter Kontrolle haben müsse. Sowas kann Gott aber nicht leiden, wenn sinnlos an ihm gezweifelt wird.
In den Versen 28 bis 30 lesen wir:
Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, dass auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?
Diese Worte sind äußerst nützlich. Manche Menschen wollen hier in dieser Welt Pracht und Herrlichkeit haben, was meistens an dem Punkt beginnt, wo man möglichst schön aussehende Kleidung tragen will. Eigentlich sollen wir aber hier in dieser Welt überhaupt keine Pracht haben, darum sollen wir auch auf das Tragen vornehmer Kleidung verzichten. So wird an uns erkennbar, dass wir unsere Hoffnung nicht auf die Pracht der jetzigen Weltzeit setzen, sondern auf die Pracht in der Ewigkeit, die alle jetzige Pracht deutlich übertrifft. Aber das können sich einige Menschen gar nicht vorstellen. Sie haben gar kein Bild vor Augen, wenn die Schönheit im Reich Gottes erwähnt wird, die großartiger ist als die schönen Dinge aus der jetzigen Schöpfung. Und ein paar wenige Leute wollen es insgeheim unserem Vater vielleicht auch gar nicht zutrauen, dass er etwas noch Schöneres machen kann. Oder sie zweifeln heimlich daran, dass sie selber dann wirklich in der Ewigkeit einer viel größeren Pracht teilhaftig sein werden, als es hier auf Erden möglich ist. Deswegen sagt Jesus: Schaut mal auf die Blumen! Da gibt es ein paar wunderschöne Exemplare. Die sehen sogar schöner aus als der König Salomo in seinen königlichen Gewändern. Eine so faszinierende Schönheit hat Gott den Blumen gegeben, die auf dem Feld wachsen. Aber Menschen sind mehr wert als Blumen. Und die Blumen sind eigentlich nur dazu da, dass sie mal für eine relativ kurze Zeit schön aussehen, und dann verwelken sie wieder und zerfallen, und oft werden sie mit Feuer verbrannt. Und obwohl sie so eine kurze Zeit schön sind und eigentlich nur dazu bestimmt sind, am Ende verbrannt zu werden, hat Gott trotzdem keine Mühe gescheut, um sie wunderschön aussehen zu lassen. Die Menschen aber sind eigentlich dazu gemacht worden, dass sie nicht im Feuer vergehen müssen, sondern eine ewige Existenz erben, sollten sie in Gottes Wille wandeln. Und wenn Gott die schnell verwelklichen Blumen bereits in einer außergewöhnlichen Schönheit gestaltet hat, wie könnte man dann ernsthaft daran zweifeln, dass er alles, was eine noch viel größere Bedeutung hat, weil es für die Ewigkeit bestimmt ist, ebenfalls in einer faszinierenden Schönheit erschaffen wird? Es wäre doch eigentlich undenkbar, wenn Gott nur das schnell Vorbeigehende schön macht, aber das Ewige hässlich gestaltet. Das ergibt doch gar keinen Sinn. Die Herrlichkeit, die in der Ewigkeit auf die gottesfürchtigen Menschen wartet, ist noch prächtiger als die Schönheit aller Blumen in ihrer besten Blütezeit. Also warum machen sich Menschen Sorgen darum, ob es wirklich die richtige Entscheidung ist, die Schönheit in der jetzigen Welt zu vernachlässigen, um das Ewige am Ende zu bekommen? Oder warum fürchten sich Menschen davor, sie würden am Ende etwas Schlechtes bekommen? Wenn man sich schon darauf verlassen kann, dass Gott die Blumen schön gestaltet, die nichtmal ein einziges Jahr bestehen bleiben, dann kann man umso mehr darauf vertrauen, dass er alles in unübertrefflicher Schönheit gestalten wird, was ewig existieren soll. Und wenn man das einmal begreift, dann erkennt man auch, wie egal es ist, ob man in der jetzigen Welt gut aussieht oder schöne Kleidung trägt. Es ist doch alles nur zur Vergänglichkeit bestimmt. Es kommt nicht dem gleich, was Gott für seine Kinder in der Ewigkeit bereithält. Und aus genau diesem Grund sollte es einem völlig egal sein, ob die eigene Kleidung schön ist, die man trägt. Denn darum geht es doch nie, wenn man Jesus nachfolgt.
Es lohnt sich gar nicht, sich allzu viele Gedanken über die Dinge zu machen, die hier in dieser Welt als wichtig erscheinen, und deshalb sagt Jesus auch in Vers 31 und 32:
Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen?, oder: Was werden wir trinken?, oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt.
Hier sichert uns Jesus praktisch zu, dass Gott schon die Situation im Blick behält, in der wir sind, um sich darum zu kümmern, dass wir in dieser Situation unsere benötigte Versorgung bekommen werden. Auch dann, wenn die Lage vielleicht gerade schwierig ist. Die Frage ist nur, ob man das glaubt, wenn es einem zugesichert wird, und ob man sich deswegen aus Dankbarkeit den Gedanken Gottes mehr zuwenden will als den Sorgen dieser Welt.
Deshalb sagt auch Jesus in Vers 33:
Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!
Dieser Ausspruch ist für jeden Jesus-Nachfolger und jede Jesus-Nachfolgerin sehr wichtig. Wir sollen uns möglichst viele Gedanken um die Gerechtigkeit machen, die vor Gottes Angesicht Geltung hat, sodass wir damit einswerden können. Und wenn Gott sieht, dass wir genau dies tun, dann wird er uns all die Dinge von selbst geben, die wir zum Existieren in dieser Welt nötig haben, bis die von Gott vorgesehene Anzahl unsere Lebensjahre in dieser Welt erfüllt ist.
Wenn wir uns um das kümmern, was wirklich im Reich der Himmel Geltung hat, nämlich um Gottes Worte, dann kümmert sich unser Vater im Himmel um alles andere, besonders um unsere Versorgung mit Lebensmitteln. Manch einer könnte nun Einspruch erheben und sagen, dass das Unsinn ist, weil massenweise Leute auf der Welt Hunger leiden oder gar einen Hungertod sterben. Aber ihr müsst euch da mal Folgendes fragen: Kennen diese Menschen denn Gott? Beten sie ihn an, halten sie seine Gebote und bitten sie ihn um Essen? Wenn sie ihn gar nicht ernstnehmen wollen, dann ist es kein Wunder, wenn sie nichts bekommen. Wenn sie wirklich einen heiligen Lebenswandel haben und Gott um Brot bitten, dann wird Gott es ihnen hinzufügen. Jesus hat immerhin auch darum gebeten, dass er fünftausend Männer sättigen kann, obwohl er nur fünf Brote und zwei Fische hatte und es hat funktioniert. Und der Grund, warum es funktioniert hat, ist, dass Jesus immer auf Barmherzigkeit bedacht war, immer die Wahrheit sagte und jederzeit tat, was Gott gefällt. Und es ist davon auszugehen, dass Gott so etwas für jeden treuen Gläubigen tun wird. Für die Heuchler aber und die von Doppelmoral getriebenen wird er solche Wunder sicherlich nicht vollbringen, auch für Zweifler nicht.
Es bleibt nur noch ein Vers, den wir uns nicht näher angeschaut haben, nämlich Vers 34. Darin steht geschrieben:
Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.
Niemand muss sich das zum Vorbild nehmen, aber ich persönlich lese hier einen meiner Lieblingsteile aus der Bibel. Nämlich den Teil „jedem Tag genügt seine eigene Plage“.
Jeden Tag läuft irgendwas schief, jeder Tag hätte theoretisch besser sein können als er war. Aber was kümmert es uns schon? Jeder Tag hält seine eigene Plage bereit. So ist das nunmal. Wir sind ja schließlich auch auf der Erde. Was sollte ich mich über die Plage des aktuellen Tages mehr aufregen als über die anderen? Warum sollte ich mich überhaupt in irgendwelche Plagen hineinsteigern? Es ist doch immer so. Es wird nie anders sein in dieser Welt. Und man braucht sich keine Sorgen zu machen, ob kommende Tage noch schlimmer werden. Jedem Tag genügt seine eigene Plage. Es ist zwar klug, wenn man komplexe Dinge im Vorfeld besorgt und organisiert, die ohne Vorbereitung gar nicht funktionieren können, aber man braucht seine Zeit nicht damit zu verschwenden, dass man Dinge lenken will, die man nicht unter Kontrolle haben kann.
Und nun sind wir am Ende des sechsten Kapitels aus dem Evangelium des Matthäus angekommen. Dies war der zweite Teil der Bergpredigt, die von Jesus überliefert ist, und wo er den Menschen viele wichtige Dinge erklärt, die im Reich der Himmel Geltung haben.
Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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