Text zu "Gebote von Jesus nach der Bergpredigt"

Link zum Video: https://youtu.be/9p5_IoS8I5c 

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Der Inhalt dieses Videos lohnt sich besonders für die interessierten Menschen, die sich schon alle drei Teile über die Bergpredigt angeschaut haben, denn die Bergpredigt ist eine überaus bedeutsame Rede von Jesus, wo er eine fundamental wichtige Belehrung verkündigte und schon einiges erklärte, was man als Jesus-Nachfolger bzw. Jesus-Nachfolgerin zweifellos im Herzen haben und erkennen sollte. Es hatte aber auch ein paar andere Situationen im Leben von Jesus gegeben, wo er Gebote gab, und darauf wollen wir uns im jetzigen Video konzentrieren. Ich habe etliche Stellen aus den Evangelien zusammengetragen, die zwar von Situationen jenseits der Bergpredigt handeln, aber trotzdem Gebote beinhalten.

Vielleicht erinnert sich jemand aus dem ersten Teil über die Bergpredigt daran, dass dort Glückseligpreisungen von Jesus vorkommen. Diese sind sehr wichtig, aber im Evangelium des Lukas gibt es auch noch welche, deren Wichtigkeit enorm groß ist. Es steht geschrieben in Kapitel 6,  Vers 21 bis 23:

Glückselig seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr sollt gesättigt werden! Glückselig seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen!
Glückselig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, und wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen als einen lasterhaften verwerfen um des Menschensohnes willen.
Freut euch an jenem Tag und hüpft! Denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.

Wer also Hunger leidet, der wird glückselig gesprochen. Verständlicherweise, denn Hunger gehört zu den quälendsten Gefühlen überhaupt, wenn man ihn lange aushalten muss.
Dass wir glückselig sind, wenn wir trauern oder geschmäht und gehasst werden, ist aber nichts Neues. Das haben wir durch die Worte von Jesus in der Bergpredigt bereits gelernt. Es ist dabei so, dass die Schmähungen von den Menschen dieser Welt dir bestätigen, vom Reich der Himmel anerkannt zu werden. Wenn du angefangen hast, Jesus nachzufolgen und seine Worte anzuwenden, aber die Menschen sind trotzdem fröhlich und offenherzig und freundlich dir gegenüber, dann solltest du dich vom Prinzip her fragen, was du eigentlich die ganze Zeit falsch machst. Denn um des Namens Jesus willen wird man unweigerlich von dem gehasst werden, was nicht zu Jesus gehört. Das ist ein Anzeichen, auf dem richtigen Weg zu sein.
Jedenfalls ist es in diesem Kapitel vom Evangelium des Lukas so, dass man nicht nur Seligpreisungen findet, sondern auch Weherufe, die Jesus äußert. Und auch diese sind für jeden Jesus-Nachfolger und jede Jesus-Nachfolgerin von großer Bedeutung, weil man dadurch weiß, wovor man sich immer hüten muss.
Es steht geschrieben in den Versen 24 bis 26:

Aber wehe euch, ihr Reichen, denn ihr habt euren Trost schon empfangen!
Wehe euch, die ihr satt seid; denn ihr werdet hungern! Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen!
Wehe euch, wenn alle Leute gut von euch reden! Denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.

Ein Weheruf ergeht über reiche Menschen, daher darf man kein reicher bzw. wohlhabender Mensch sein, wenn man Jesus nachfolgen will. Das ist wahrscheinlich deshalb so, weil Reichtum von Gott weg lenkt und Egoismus oder Genusssucht fördert. Wer mit derartigen Charaktereigenschaften lebt, der braucht sich keine Hoffnungen auf das Himmelreich zu machen. Jedoch gibt es dann am Ende aller Zeiten nur noch eine andere Möglichkeit, was aus solchen Menschen wird. Und Jesus hat ja nicht nur in der Bergpredigt über das Austeilen von Almosen geredet, sondern auch im Evangelium des Lukas wird in Kapitel 12 eine solche Forderung von ihm berichtet, denn man liest in den Versen 33 und 34:

Verkauft eure Habe und gebt Almosen! Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz, der nicht vergeht, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und keine Motte ihr Zerstörungswerk treibt. 
Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

Hier erkennen wir eindeutig, dass man als Jesus-Nachfolger aktiv dafür sorgen soll, alle nicht unbedingt benötigten Besitztümer loszuwerden und den Gewinn daraus für die wirklich Bedürftigen auszuteilen. Wer dies nicht tut, erweist sich als widerspenstig gegen Jesus, den Sohn Gottes und Retter der Welt. Und es ist unsinnig, hier in dieser Welt kostbaren oder üppigen Besitz haben zu wollen. Denn in dieser Welt gibt es Diebe, aber in den Himmel kommt kein Dieb hinein. Und hier kann alles verrosten oder verschimmeln oder von Insekten verdorben werden, aber das, was im Himmel ist, verdirbt nicht. Deswegen sollte man allein für den Himmel Schätze sammeln.
Wir haben aber in Kapitel 6 nicht nur einen Weheruf über Menschen gesehen, die ihren Reichtum behalten wollen, sondern auch weitere Weherufe. Denn auch über Menschen, die sich immer satt essen können und die immer etwas zu lachen haben, wurden von Jesus Weherufe ausgesprochen. Wenn direkt neben dir ein Mensch sitzt, der halb am Verschmachten ist, du aber besitzt Nahrung und behältst sie für dich, dann wäre das schon eine Schande. Und man sollte zwar nicht selbst dem Hungertod nahe sein, nur um diese Worte einzuhalten, aber zum vernünftigen, freiwilligen Fasten inspiriert dieser Weheruf doch schon gewissermaßen. Es ist gewiss nicht grundlos passiert, dass Jesus einen Weheruf äußerte über Menschen, die immer nur satt sind, denn ein zumutbares Maß an Leidensbereitschaft und Distanz zu den Freuden dieser Welt braucht man in der echten Nachfolge unweigerlich. Und wer immer etwas zu lachen hat, obwohl unzählige böse Dinge auf dieser Welt passieren, die Gott nicht ertragen kann und die ihn zornig machen, der veranschaulicht dadurch definitiv keine Liebe zu Gott, sondern nur eine beschämende Eigensinnigkeit. Daher ist es auch bemerkenswert, dass Jesus über solche Menschen einen Weheruf ergehen ließ. Und außerdem warnt Jesus offensichtlich auch davor, einer zu sein, von dem die große Mehrheit der Menschen gut redet. Denn die echten Männer Gottes waren immer von der breiten Masse verachtet und ausgegrenzt, und beliebt waren eigentlich nur die, die falsche Propheten waren, weil sie nicht das wahre Wort Gottes redeten, sondern den Leuten trügerische Wohlfühlbotschaften brachten. Sie ermahnten nie zur Buße, sondern sagten das, was die Leute gerne hören wollten, und daher kam ihre Beliebtheit. Deswegen ist große Beliebtheit bei der Mehrheit der Menschen eigentlich immer ein Warnzeichen und nimmt vor dem Angesicht Gottes kein gutes Ende. Denn man kann nur mit Heuchelei und Lügenreden bei der breiten Masse beliebt werden, aber nicht mit der Wahrheit, da sie den Leuten oft zu unbequem ist. Und doch ist es als Jesus-Nachfolger wichtig, die Wahrheit zu reden.

In Vers 36 von Kapitel 6 lesen wir außerdem einen Vers, der sehr kurz und trotzdem sehr aussagekräftig ist. Denn dort steht geschrieben: 
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Das ist so einfach geschrieben, und doch so richtungsweisend, dass man kaum noch etwas dazu sagen muss. Unser Vater im Himmel ist barmherzig, und das allein soll uns bereits als Anlass ausreichen, um selbst auch möglichst barmherzig sein zu wollen.

Schauen wir uns nun mal eine der Stellen an, wo Jesus das größte und das zweitgrößte Gebot verkündete! Dieser Augenblick wird in mehreren Evangelien beschrieben, ich habe mir für dieses Video aber den Text herausgesucht, der im Evangelium des Markus geschrieben steht. Dort lesen wir:

Da trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihrem Wortwechsel zugehört hatte, und weil er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das erste Gebot unter allen?
Jesus aber antwortete ihm: Das erste Gebot unter allen ist: »Höre, Israel, der HERR, unser Gott, ist HERR allein;
und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft!« Dies ist das erste Gebot.
Und das zweite ist ihm vergleichbar, nämlich dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!« Größer als diese ist kein anderes Gebot.

Durch diese Worte lässt Jesus deutlich erkennen,dass die ungeheuchelte, Gott wohlgefällige Liebe nicht wegzudenken ist aus der echten Nachfolge. Gott lieben an erster Stelle und Menschen lieben an zweiter Stelle muss der neue Standard werden, wenn man sich Jesus angeschlossen hat..

In Kapitel 10 vom Evangelium des Matthäus ist es so, dass Jesus zum ersten Mal seine Apostel aussendet, damit sie eigenständig das Evangelium verkündigen, aber er gibt ihnen vorher wichtige Anweisungen. Es würde zu weit gehen, wenn wir den gesamten Text durchlesen, der davon berichtet, aber ein paar Verse sollten wir auf jeden Fall mal näher betrachten, da sie auch uns eine Anleitung sind, selbst dann, wenn wir nicht zur Verkündigung ausgesandt wurden, sondern einen einfachen Alltag in aufrichtiger Gottesfurcht haben. In Vers 16 lesen wir folgendes Zitat von Jesus:

Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!

Diese Anweisung klingt ein wenig seltsam, besonders weil wir ja durch das erste Buch Mose darüber informiert werden, dass die Schlange das listigste Wesen von allen ist und dass sie dafür verantwortlich ist, dass die Menschen sich an Gott versündigten.
Deshalb erkläre ich diesen Vers mal. Das Wichtigste an diesem Vers ist: Es steht geschrieben, dass wir klug wie die Schlangen »und« ohne falsch wie die Tauben sein sollen. Wir müssen beides gleichzeitig sein. Wenn wir nur eins von beidem sind, ist das nicht gut so. Nur wenn wir beides gleichzeitig einhalten, wird uns dieses Gebot helfen. Die Bedeutung dieser Worte ist aber folgende:

Da die Schlange das listigste Wesen ist, das Gott erschaffen hat, wird es uns schwer fallen, ihr zu widerstehen, wenn wir nicht vorsichtig sind. List ist eine subtile und heimtückische Art der Klugheit. Und ebenso, wie die Schlange klug genug ist, Menschen zu verführen, müssen die Menschen sich die Klugheit antrainieren, die Schlange zu durchschauen. Klug genug sein, um zu merken, was sie mit uns vorhat und wie sie dabei vorgeht.
Die Schlange, welche der Satan ist, verführt uns hauptsächlich mit vier Mitteln:
Zweifel, Augenlust, Fleischeslust und Hochmut.
Wenn wir also in Situationen kommen, in denen sowas bei uns ausgelöst werden soll, dürfen wir uns nicht davon beeindrucken lassen, sondern müssen der Sache fliehen, sobald wir merken, dass wir hier gerade in Sünde hineingezogen werden sollen.
Die Schlange will, dass wir verderben und von Gott getrennt werden, denn der Satan hasst Gott und will ihn verletzen wo er nur kann. Da Gott die Menschen in Liebe geschaffen hat und sie zu einem gewissen Teil immer lieben wird, selbst wenn sie noch so sehr gesündigt haben, will der Teufel die Menschen ruinieren. Schaffen kann er das aber nur, wenn wir auf seine Tricks hereinfallen und letztlich sündig handeln. Denn er benötigt Gründe zur Anklage gegen uns. Wenn wir uns aber genug Zeit zum Nachdenken nehmen, sollten andere uns zu etwas überreden wollen, was sich irgendwie nicht richtig anfühlt, dann werden wir in der Lage sein, den Plan der Schlange zu durchschauen, der dahinter steht. Und wenn wir uns immer Gedanken darüber machen, was uns am wahrscheinlichsten verführen kann (nämlich Dinge, die wir begehren), dann werden wir auch klug genug sein, um zu vermeiden, dass wir diesen mehr ausgesetzt werden als es unumgänglich ist.

Und „ohne Falsch“ zu sein bedeutet ganz einfach, dass wir niemals etwas mit böser Absicht tun, sondern alles mit friedlicher und gottesfürchtiger Absicht, in Aufrichtigkeit. Auch das Durchschauen der Schlange darf nicht dazu führen, dass wir plötzlich anfangen, sie nachzuahmen oder ihr nachzulaufen, sondern es sollte nur dazu führen, dass wir Gott noch mehr vertrauen, weil wir merken, wie gefährlich das trickreiche und unverschämte Vorgehen der Schlange ist. Auch das Lügen müssen wir bleiben lassen und heucheln dürfen wir nicht. Es ist besser, eine unangenehme Wahrheit auszusprechen, als ein falsches Lächeln aufzusetzen.

Da wir das nun ausgewertet haben, bleibt folgendes zu sagen: Der Teufel ist enorm klug und nutzt seine Klugheit, um hinterlistig aufzutreten (ebenso seine vielen Diener). Wir hingegen sollen die selbe Art der Klugheit in Erwägung ziehen, um ihn zu durchschauen und seine Pläne zu vereiteln, indem wir nicht auf ihn hereinfallen. Wir müssen zwar eine mit Gottes Hilfe antrainierte Klugheit haben, aber wir dürfen unsere Klugheit nie für falsche Zwecke einsetzen.
Es steht auch geschrieben, dass wir wie Schafe mitten unter die Wölfe gesandt sind. Und während Schafe friedlich sind, werden Wölfe die Schafe zerreißen, sobald sie tollwütig werden oder Hunger haben. Daher sollten wir im Umgang mit anderen Menschen vorsichtig sein und darauf achten, dass wir den Bösen nicht geradewegs in die Arme laufen. Denn wenn ein Schaf zum Wolf geht und sagt: „Ich übernachte heute bei dir, bitte friss mich nicht!“, dann wird der Wolf nicht zögern und das Schaf eben doch fressen, sobald das Schaf vollkommen wehrlos ist.
Man kann besonders beim Weiterlesen in Vers 17 feststellen, dass Jesus buchstäblich sagt: Wir sollen uns hüten vor den Menschen. Also wir müssen aufpassen, dass wir nicht von Menschen, die eine falsche Freundlichkeit an den Tag legen, in eine Falle gelockt werden, und wir müssen damit rechnen, dass es unter denen, die das Wort des wahren und vollständigen Evangeliums hören, jederzeit welche geben kann, die darauf mit Empörung reagieren und uns deswegen am liebsten wie Verbrecher behandeln wollen.

Ein weiteres Gebot finden wir in Vers 28. Dort steht geschrieben:

Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle!

Hier bringt Jesus uns bei, dass wir als seine Nachfolger keinerlei Menschenfurcht haben dürfen.  Die Menschen können sehr grausam sein, und einige werden auch sehr grausam sein. Aber vor Gott sollten wir immer den größten Respekt haben, nicht vor irgendwelchen Menschen, denn die Menschen haben keinen Einfluss darauf, was aus uns wird, nachdem wir gestorben sind. Ebenso sollten wir den Teufel nicht fürchten, denn wenn wir wirklich treue Jesus-Nachfolger sind, dann wird Jesus eingreifen, wenn der Fürst dieser Welt uns töten oder schwer verletzen will bzw. wenn seine Diener irgendwelche Rituale gegen uns durchführen. Wer hingegen untreu ist, dem wird Jesus wahrscheinlich auch auf diese Weise untreu sein, dass er nicht immer eingreift, wenn der Teufel oder seine Diener uns wieder verletzen wollen.
Fakt ist aber, dass noch nicht feststeht, wie für uns die Ewigkeit aussehen wird. Und Gott der Höchste ist der jenige, der darüber Macht hat, also sollten wir nie so tief sinken, dass wir ihn verärgern, weil wir Menschen besänftigen wollten. Das wäre äußerst schlecht. Gott entscheidet schließlich, ob wir nach unserem Leben auf dieser widerlichen Erde dann in die Hölle geworfen werden oder nicht. Menschen haben auf diese Entscheidung überhaupt keinen Einfluss, und auch sonst keine anderen Wesen als nur Gott und im Rahmen des feststehenden Richteramtes Jesus im Namen Gottes. Aber sonst niemand.

Ein paar Verse weiter im selben Kapitel finden wir zwei enorm wichtige Zeilen, die jeder Jesus-Nachfolger allezeit im Gedächtnis haben muss. Die Verse 32 und 33 sagen:

Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel;
wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater im Himmel.

Genau so sieht es aus. Wer Jesus verleugnet, der verliert ihn gewissermaßen. Ihr könnt nicht von Jesus erwarten, dass er euch mit offenen Armen empfangen wird, wenn ihr gegenüber anderen Menschen immer zu feige seid, euch zu ihm zu bekennen. Soll das etwa ein Zeichen von Liebe sein, wenn du Jesus verleugnest? Oder wie genau müsste man sich das vorstellen? Wer Jesus wirklich liebt, der bekennt sich immer zu ihm. Und dann, wenn das unerträgliche Leben auf dieser verdorbenen Welt vorbei ist, werden wir bei ihm sein, weil er sich vor Gott dem Höchsten zu uns bekennen wird. Darauf sind wir angewiesen, dass Jesus sich vor Gott zu uns bekennt, denn andernfalls müssen wir im Gericht abgeurteilt werden von Gott.

Was jedenfalls auch noch erwähnenswert ist, sind die Worte aus Vers 8, wo Jesus zu den Aposteln sagte:

Heilt Kranke, reinigt Aussätzige, weckt Tote auf, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es!

Jesus hatte dafür gebetet, dass seine Apostel die Vollmacht haben sollen, die Wunderzeichen durch ihr eigenes Gebet zu bewirken, die Jesus aufzählt, und Gott hatte es veranlasst. Aber am wichtigsten ist hier die Moral, die er ihnen mit auf den Weg gibt: Was sie umsonst bekommen haben, das sollen sie auch umsonst einsetzen. Gott hat sie einfach so mit der nötigen geistlichen Autorität ausgestattet, um während der Verkündigung des Evangeliums auch in Jesu Namen den bösen Geistern Befehle zu erteilen. Daher sollten sie für jedes dadurch auftretende Wunder niemals irgendeine Bezahlung verlangen, ebenso auch für das Taufen nicht, welches ja, wenn es richtig gemacht wird, bei einigen geistig gebundenen Personen ebenfalls eine Befreiung zur Folge hat. Eine derartige Anweisung gilt auch für uns. Wir empfangen von Gott umsonst, und deshalb geben wir umsonst. Und wenn uns einer etwas spenden will und unbedingt darauf besteht, dass wir es doch bitte annehmen sollen, dann dürfen wir es annehmen und im Interesse des Reiches der Himmel einsetzen, aber wir verlangen niemals Gaben von irgendwem.

Und es gibt auch eine klare Anweisung von Jesus darüber, wie man sich verhalten soll, wenn man zur Verkündigung unterwegs ist, aber in keiner Weise ernstgenommen wird. Diesbezüglich sagte er laut Vers 14:

Und wenn euch jemand nicht aufnehmen noch auf eure Worte hören wird, so geht fort aus diesem Haus oder dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen!

Wir sollen also fortgehen und den Staub von unseren Füßen schütteln, sofern wir das echte Evangelium verkündigten, welches von der Nachfolge Jesu zum ewigen Leben handelt, die mit völliger Buße zusammenhängt, aber keiner wollte es hören. Wenn es keiner ernstnimmt, kann man nur noch gehen. An einer Stelle im Evangelium des Lukas, wo eine ähnliche Situation Erwähnung findet, wird berichtet, dass wir auch ausrufen dürften, wie das Reich der Himmel nahe zu den Menschen herbeigekommen war, während sie es aber nicht gewollt haben. Das ist dort im zehnten Kapitel in Vers 10 und 11 auffindbar. Und somit hat man die Gewissheit, dass man überhaupt nicht gezwungen ist, irgendwem den Glaube aufzudrängeln oder irgendwem hinterherzurennen. Denn Zeugnis geben ist an sich bereits genug, und dann haben die Leute ihre Entscheidung zu treffen, ob sie selbst auch die Nachfolge antreten wollen oder nicht.

Schauen wir uns nun aber mal weitere wichtige Gebote an, die Jesus auf seinen Reisen sagte! In Kapitel 18 vom Evangelium des Matthäus steht in den Versen 1 bis 4 geschrieben:

Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Reich der Himmel?
Und Jesus rief ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sprach:
Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen!
Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel.

Wenn man kleine Kinder beobachtet, wird man bemerken, dass sie in einigen Fällen gar nicht erst versuchen, sich selbst als etwas Besseres zu sehen, und dass sie nicht heucheln, wenn es darum geht, Liebe zu erweisen, sondern es entweder von Herzen oder gar nicht tun, und dass sie alles glauben können, was ihnen erzählt wird. Ebenso scheint es ihnen viel leichter zu fallen, zu verzeihen.
Daran sollte man sich offenbar ein Beispiel nehmen. Wir dürfen zwar nicht alles glauben, was uns erzählt wird, wenn wir Radio hören oder fernsehen oder uns mit Menschen unterhalten, da wir von früh bis abends belogen werden oder uns falsche Hoffnungen gemacht werden, aber wenn wir die Bibel lesen, so schwer es teils auch sein mag, den Inhalt zu glauben, so sage ich euch:
Wir sollten sie lesen, wie ein kleines Kind sie lesen würde, denn ein Kind zweifelt nicht daran. Wenn ein Kind hört, dass Jesus über das Wasser gelaufen ist und vierzig Tage ohne Nahrung durch die Wüste wanderte, dann glaubt es das sofort. Und es ist in dem Fall ja tatsächlich die Wahrheit, auch wenn es ziemlich abgefahren klingt. Eben diesen Glaube brauchen wir, wenn wir Jesus nachfolgen, denn Jesus ist der einzige Weg zu Gott. Und die Berichte, die in der Bibel geschrieben stehen, beruhen alle auf wahren Begebenheiten, die es wirklich gegeben hat.
Und ebenso positiv eingestellt wie dir kleinen Kinder, dass sie in allem etwas Schönes finden, was angeblich langweilig ist, und dass sie nie die Hoffnung verlieren, sollten wir im Ausleben unserer Nachfolge auch sein. Denn sonst werden wir in das Reich der Himmel gar nicht eingehen. Besonders wichtig ist aber auch, dass in den gerade genannten Versen ein Kind sich selbst kleingemacht hat und sich in großer Demut zierte, während es in der Mitte der Apostel stehen sollte. Und eben diese Demut, bei der ein Mensch komplett zurückhaltend wird, was seine eigene Ehre angeht, die benötigen wir auch, und die kriegen manche Kinder besser hin als die Erwachsenen.

Es steht im achtzehnten Kapitel auch noch Folgendes geschrieben in den Versen 6, 7 und 10:

Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Anstoß zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein großer Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
Wehe der Welt wegen der Anstöße zur Sünde! Denn es ist zwar notwendig, dass die Anstöße zur Sünde kommen, aber wehe jenem Menschen, durch den der Anstoß zur Sünde kommt!
Seht zu, dass ihr keinen dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.

Wie sich daraus ergibt, sollen wir nie irgendwen dazu bringen, dass er sündigt. Schon gar nicht die Kinder. Egal, ob man damit irgendwas beweisen will oder ob es lustig wäre oder was auch immer. Es ergeht ja sogar ein Weheruf von Jesus über solche, die Anstöße zur Sünde verursachen. Die jenigen, die andere zur Sünde verführen, haben offensichtlich nichts Gutes von ihrer eigenen Zukunft zu erwarten. Und wer Kinder verächtlich behandelt, den wird schweres Elend treffen, zur passenden Zeit.

Wer sich an den Inhalt vom zweiten Teil der Bergpredigt erinnert, dem wird dadurch das Thema Vergebung sehr bekannt vorkommen, denn es wurde darüber schon eindringlich geredet. Es gibt aber noch zwei sehr aufklärende Äußerungen von Jesus über das Thema Vergebung, die er jenseits der Bergpredigt sprach. Und weil das Thema so fundamental ist, schauen wir uns nun auch diese beiden Zitate an.

In den Versen 21 und 22 des achtzehnten Kapitels lesen wir folgendes:

Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, der gegen mich sündigt? Bis siebenmal?
Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!

An dieser Reaktion von Jesus sehen wir, dass man einem Mensch streng genommen gar nicht oft genug vergeben kann, der sich an einem selbst verfehlte.
Theoretisch erscheint es nach menschlicher Logik sinnvoll, wenn man einem Mensch nur ein paar Mal vergibt und dann aber nicht mehr, weil man sagt: „Du wirst doch sowieso wieder falsch an mir handeln. Was kommst du überhaupt noch an und behauptest, dass du dein Verhalten bereust? Ich glaube dir nicht! Wenn du dein Verhalten wirklich bereuen würdest, dann würdest du es ändern. Weil du es aber nicht änderst, zeigt es ja, dass du es nicht bereust, sondern dass es dir gefällt.“
Das klingt logisch, oder?
Aber: Wie soll Gott dann mit uns umgehen? Denkt mal darüber nach, wie oft wir die Gebote Gottes brechen! Immer wieder und wieder und wieder. Und wir bitten um Vergebung, aber dann passiert einige Tage später vielleicht schonwieder irgendwas Blödes und wir haben Gottes Wort übertreten. Wenn wir denken, dass es in Ordnung ist, jemandem nur siebenmal zu vergeben, danach aber nicht mehr, weil er es sowieso nicht besser machen wird, dann könnte Gott auf genau die gleiche Art mit uns umspringen. Da könnte Gott dann sagen: „Ich glaube dir nicht, dass du es bereust, meine Gebote übertreten zu haben. Du wirst es ja doch wieder tun, anstatt endlich aufzuhören!“
Das würde letztendlich dazu führen, dass wir dorthin geworfen werden, wo auch der Teufel hingeworfen wird, wenn alles erfüllt ist. Nämlich in den Feuer- und Schwefelsee, in dem die Qualen ewig dauern. Deswegen ist wiederholte Vergebung so bedeutsam.

Passend dazu gibt es auch wichtige Worte im Evangelium des Lukas. Es steht im 17. Kapitel in Vers 3 und 4 geschrieben:

Habt Acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder gegen dich sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn es ihn reut, so vergib ihm.
Und wenn er siebenmal am Tag gegen dich sündigte und siebenmal am Tag wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.

Ich denke mal, diese Verse sind eine gute Ergänzung zum Thema Vergebung. Spätestens dann, wenn einer zu dir ankommt und um Vergebung bittet, weil er eingesteht, sich an dir verfehlt zu haben, ist es als Jesus-Nachfolger von entscheidender Wichtigkeit, dass du im vergibst, und wenn er siebenmal am Tag gesündigt hat und es jedes Mal doch wieder bereut, dann sollst du alle sieben Male Vergebung aussprechen, mit ernster Absicht. Man sollte den Menschen im Herzen aber auch dann schon vergeben, wenn sie einen noch gar nicht um Vergebung gebeten haben.

Als nächstes lesen wir einen Textabschnitt durch, der ziemlich eindeutig ist und zu dem man nicht viel erklären muss. Und zwar lesen wir im Evangelium des Matthäus in Kapitel 19 die Verse 16 bis 21. Es steht geschrieben:

Und siehe, einer trat herzu und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen?
Er aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein! Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote!
Er sagt zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Das »Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden!
Ehre deinen Vater und deine Mutter!« und »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!«
Der junge Mann spricht zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend an; was fehlt mir noch?
Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!

Wir sehen hier, dass Jesus Vieles aus den heiligen zehn Geboten zitiert, die Gott den Israeliten zuerst am Berg in der Wüste Sinai gegeben hat. Und wenn Jesus an dieser Stelle durch das Zitieren von einigen der heiligen zehn Gebote sozusagen deren Geltung untermauert, sollte uns das besonders zeigen, welch eine große Bedeutung gerade die zehn Gebote haben. Außerdem bringt Jesus hier zum Ausdruck, dass er nicht als gut bezeichnet werden will. Das sind Details, welche man nicht übersehen sollte, wenn man verständig werden und Jesus in Wahrheit nachfolgen will, zur Ehre seines Vaters.

Im zwanzigsten Kapitel gibt es auch ein ernstzunehmendes Gebot, das wir immer bedenken sollten. In den Versen 25 bis 28 lesen wir:

Ihr wisst, dass die Fürsten der Heidenvölker sie unterdrücken und dass die Großen Gewalt über sie ausüben.
Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener,
und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht,
gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.

Wer unter uns als Größter gelten will, soll sein wie ein Diener. Jesus selbst hat es richtig vorgemacht. Obwohl er als König kam, hat er ein ganz gewöhnliches Menschenleben geführt, bis er getauft wurde und danach hat er den Menschen gedient, indem er ihnen das Evangelium verkündigte, sie behütete und alle Menschen von Krankheiten, Gebrechen und Dämonen befreite, die ihn baten. Sie mussten nur fragen und er half ihnen. Einfach so.
Und ebenso wie er der Menschheit zum Besten diente, sollten auch wir darauf bedacht sein, nur das zu tun, was ungelogen für die Menschen um uns herum gut ist und ihnen nicht schadet, anstatt uns über sie zu erheben oder uns von früh bis abends immer nur bedienen zu lassen. Jesus hat sein eigenes Leben gegeben als Lösegeld, also um Menschen loskaufen zu können aus dem bösen Weltlauf. Und es ist auch bemerkenswert, wie er erwähnt, dass die Herrscher in der jetzigen Welt böse Unterdrücker sind. Ein solches Herrschaftssystem soll es in der Mitte der Jesus-Nachfolger niemals geben, sondern stattdessen das genaue Gegenteil. Und es gibt auch eine Parallelstelle im Evangelium des Lukas, wo Jesus gewissermaßen seinen Verdruss darüber zum Ausdruck bringt, dass die Herrscher in dieser Welt nicht nur das Volk unterdrücken, sondern sich dabei sogar selbst als Wohltäter darstellen. 
Wenn ein Mensch begreift, dass Demut wertvoller ist als Hochmut, also in dem Sinne, sich selber nicht für jemand Wichtiges zu halten und nicht anderen den Wille aufdrängeln zu wollen, dann ist dieser Mensch auf dem richtigen Weg. Denn das Reich Gottes ist am Anfang dadurch ins Chaos geraten, dass ein einziger, nämlich Luzifer, begann, hochmütig zu werden. Hochmut ist ein destruktives Gefühl, das Unruhe und Feindseligkeit bewirkt. Deshalb kann so etwas nicht in Gottes Nähe zugelassen werden.

Jesus hat immer die richtige Form der Demut vorgelebt. Das extremste Ereignis ist dabei der Moment beim letzten Abendmahl, wo er seinen eigenen Aposteln die Füße wusch. Und er sagte danach, dass sie sich dies zum Vorbild nehmen sollen. Also handelt es sich um eine Anweisung, die man festhalten sollte. Nachlesen kann man diese Situation in Kapitel 13 vom Evangelium des Johannes. Es steht geschrieben in den Versen 3 bis 5:

Da Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in die Hände gegeben hatte und dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hinging, 
stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich; 
darauf goss er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war.

Dieses Ereignis ist in seinem hohen Wert mit weltlichem Verstand kaum zu begreifen. Aber es zeigt die reinherzige Demut, die im Himmel wertvoll ist. Überlegt euch mal selbst, was hier passiert ist! Jesus ist der Herr und Meister. Die Apostel sind seine Diener, sie sind geringer als er. Und trotz dieses Tatsachenbestandes ist Jesus sich nicht zu schade, sich vor seinen eigenen Dienern zu erniedrigen, um ihnen einen Dienst zu erweisen. Eine Fußwaschung ist ein Akt, den eigentlich nur die Dienenden tun. Und es ist etwas sehr Angenehmes, die Füße gewaschen zu bekommen, wenn man in einer Gegend wohnt, wo es oft heiß ist, und wo man mit Sandalen durch die Gegend wandert und oft Sand an den Füßen hat vom vielen Wandern in der Hitze. Jesus tut ihnen also damit Gutes. Jesus ist der von ihnen anerkannte und bewunderte Meister, und hat dies für seine Diener getan, obwohl er die ganze Zeit ihr Herr ist, um ihnen die perfekte Demut vorzuleben.
Er erklärt es auch selbst ab Vers 12, denn es steht geschrieben:

Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und sein Obergewand angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tisch und sprach zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe? 
Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht; denn ich bin es auch. 
Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen; 
denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

An diesem Text sieht man eindeutig, dass Jesus ein Vorbild geben wollte. Und das Heftigste an der ganzen Sache habe ich bis jetzt noch gar nicht erwähnt. Jesus wusste nämlich genau, dass Judas Ischariot ihn für Geld verraten würde. Und obwohl Jesus das wusste, hat er allen zwölf Aposteln die Füße gewaschen. Also auch dem Verräter Judas. Könnt ihr das erfassen, was für ein enormes Maß an Demut und Feindliebe jemand im Herzen haben muss, um seinem eigenen Verräter, der maßgeblich für die Misshandlungen und den Tod am Kreuz mitverantwortlich sein würde, die Füße zu waschen? Das ist ein ziemlicher Hammer! Aber es ist auch im Sinne des Reiches der Himmel die beste Art, sich zu verhalten, die es gibt.

In gewisser Hinsicht passen zu diesen Erkenntnissen auch die Anweisungen von Jesus, die wir als nächstes betrachten. In Kapitel 23 vom Evangelium des Matthäus steht in den Versen 9 bis 12:

Nennt auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. 
Auch sollt ihr euch nicht Meister nennen lassen; denn einer ist euer Meister, der Christus. 
Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. 
Wer sich aber selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

All dies sollte uns ins Herz fallen. Als echte Jesus-Nachfolger lassen wir es uns nie in den Sinn kommen, irgendeinen Mensch als unseren Vater im Sinne des Glaubens zu bezeichnen. Sowas tun wir mit keinem Priester, keinem Pastor, und auch sonst keinem anderen Mensch, in dem wir vielleicht ein Vorbild des Glaubens sehen. Genauso nennen wir niemanden Meister, also keinen Mensch in dieser Welt, weil es nur einen gibt, der wirklich unser Meister ist, nämlich Jesus. Und wer unter uns groß ist, also wer eine leitende Tätigkeit ausführen muss, der soll desto mehr versuchen, sich selbst als Diener zu betrachten. Und niemand soll, egal in welcher Hinsicht, sich selber erhöhen, auch nicht indem er sich selbst eine großartige geistliche Identität zuspricht, denn das führt nur dazu, dass der allein wahre Gott so jemanden erniedrigen wird, damit dieser ekelhafte Stolz aufhört. Als Jesus-Nachfolger hält man sich absichtlich möglichst niedrig in jeder Hinsicht und macht sich keinerlei Gedanken über irgendwelche erhabenen Identitätsmodelle, so als wäre man durch den Glaube an Jesus plötzlich königlich oder gar göttlich, denn derartiges Gedankengut ist Unsinn.

Und wer besser verstehen will, wie diese Sache mit der von Jesus gebotenen Selbsterniedrigung als sein Diener oder seine Dienerin funktioniert, für den lese ich jetzt Worte vor aus dem Evangelium des Lukas, Kapitel 17, Vers 10. Es steht geschrieben:

So sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, sprechen: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren!

Es liegt Jesus offenbar am Herzen, dass wir die Dinge, die wir in seinem Name oder durch seinen Name tun, nicht zu unserer eigenen Ehre benutzen, sondern einfach nur, um unseren Beitrag dazu zu leisten, dass so viele Menschen wie möglich die Wahrheit verstehen, ihre Sünden aufgeben und zu Jesus kommen, wodurch sie gerettet werden können. Und wir sollen uns in keiner Weise irgendwas auf uns selbst oder unsere Leistungen einbilden.

Der nächste Vers, den wir uns anschauen, ist auch kurz, aber aussagekräftig. Im Evangelium des Lukas, Kapitel 12, Vers 15 steht geschrieben:

Habt Acht und hütet euch vor der Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluss ab, den er an Gütern hat.

So ist das. Wir wurden in die Welt geboren, ohne irgendwas von der Welt bei uns zu haben und wir werden die Welt wieder verlassen, ohne irgendwas von dieser Welt bei uns zu haben. Da braucht man sich gar nicht drüber streiten. Und überflüssiger Besitz wird euer Leben bestimmt nicht verlängern. Außerdem wird Gott sich nicht im Geringsten dafür interessieren, was ihr alles für tolle Sachen besessen habt in eurem Leben.
Oder glaubt ihr, er wird zu euch sagen: „Hach ja, du hast zwar gesündigt, aber weil du so viele schöne Gemälde von Picasso in deinem Haus hängen hattest, lasse ich dich trotzdem in mein Reich“?
Da liegt ihr absolut falsch, wenn ihr das glaubt. Gott bewertet keinen Mensch positiv, wenn dieser viele Dinge oder besonders wertvolle Dinge besitzt. Im Gegenteil. Er wird wahrscheinlich fragen: „Warum hast du deinen Überfluss nicht zu Geld gemacht, um dieses dann den Menschen zu geben, die es dringender brauchen als du?“

Wir lesen außerdem noch etwas Wichtiges in Kapitel 21, Vers 34, denn dort steht:

Habt aber Acht auf euch selbst, dass eure Herzen nicht beschwert werden durch Rausch und Trunkenheit und Sorgen des Lebens, und jener Tag unversehens über euch kommt!

Man erkennt daraus deutlich, dass wir jede Art von Rauschzustand vermeiden sollen, egal wodurch dieser Rausch hervorgerufen wurde. Das ist ein wichtiges Detail. Und wir sollen uns auch nicht so viele Sorgen um unser Leben machen, dass wir gar nicht mehr den Kopf dafür frei haben, an Gott und an Jesus zu denken. Wie wir aus der Bergpredigt gelernt haben, sollten wir uns im Grunde überhaupt keine Sorgen machen. Denn alles, was wir dringend brauchen, das wird Gott uns geben, wenn wir ihm vertrauen und seinem Wertdenken gemäß nach einem gerechten Lebenswandel dürsten.

Wenn wir in Kapitel 14 vom Evangelium des Lukas schauen, lesen wir eine Erzählung darüber, wie Jesus mit ein paar Pharisäern zum Essen zusammen sitzt und ihnen Gebote vorträgt.
In den Versen 8 und 9 steht diesbezüglich geschrieben:

Wenn du von jemand zur Hochzeit eingeladen bist, so setze dich nicht auf den obersten Platz, damit nicht etwa ein Vornehmerer als du von ihm eingeladen ist,
und nun der, der dich und ihn eingeladen hat, kommt und zu dir sagt: Mache diesem Platz!  und du dann beschämt den letzten Platz einnehmen musst.

Die Pharisäer, also die hoch angesehenen Autoritätspersonen des jüdischen Volkes bzw. der traditionellen jüdischen Glaubensgemeinschaften sind immer so drauf, dass sie sich selbst für die Großartigsten des Volkes halten und auch das Bedürfnis haben, der Welt das irgendwie zur Schau zu stellen, sodass die Menschen um sie herum ihnen Respekt erweisen und sie sich dadurch wichtig fühlen können. Auch die Autoritätspersonen aus anderen Religionen benehmen sich so. Vor Gott ist solches Verhalten aber töricht, und deswegen rät Jesus deutlich davon ab.

Außerdem lesen wir in den Versen 12 bis 14:
Er sagte aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn ein, damit nicht etwa auch sie dich wieder einladen und dir vergolten wird;
sondern wenn du ein Gastmahl machst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde ein,
so wirst du glückselig sein; denn weil sie es dir nicht vergelten können, wird es dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Das ist ziemlich ungewöhnliches Gedankengut, nicht wahr? Aber es klingt auch verständlich. Wenn wir auf der Erde demonstrieren, dass wir fähig sind, selbstlos zu handeln, dann wird uns Lohn dafür zuteil werden. Was Menschen uns nicht positiv vergelten können, das wird, wenn wir zu den Erlösten gehören, Gott uns am Ende vergüten.

Als nächstes schauen wir uns mal einen Vers aus dem Evangelium des Johannes an, der im dritten Kapitel auffindbar ist. Dort unterhält sich Jesus mit jemandem namens Nikodemus und wir lesen Folgendes in Vers 5:

Jesus antwortete: Wahrlich wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!

Dieser Vers klingt sehr stark danach, dass ein Mensch eine vollständige Wassertaufe haben muss, bevor er wirklich hundert Prozent zu Jesus gehört und sozusagen versiegelt ist. Ebenso wichtig ist es dann aber auch, nachdem man getauft wurde, dass man möglichst geistlich lebt. Also die Geburt aus dem Geist ist praktisch eine neue Geisteshaltung, eine veränderte Gesinnung, weil man zuerst einer war, der Gottes Gebote ignorierte, jetzt aber ist man einer, der seine geistige Anstrengung stark darauf ausrichtet, Gottes Gebote der Wahrheit gemäß anzuwenden. Gott zuliebe und nicht wegen menschlichen Forderungen. Und die Geburt aus dem Wasser ist das Getauftwerden auf den Name Jesus Christus durch komplettes Untertauchen im Wasser.

Was ich nun zeige, ist eine sehr wichtige Anweisung, die Jesus zu einem Mensch gesagt hat, der durch ein übernatürliches Wunderzeichen geheilt wurde. Als nämlich Jesus in Jerusalem einem Mensch geholfen hatte, der 38 Jahre lang krank gewesen war, da lesen wir Folgendes in Vers 14 vom Evangelium des Johannes, Kapitel 5:

Danach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt!

Das ist ein sehr wichtiges Zitat. Es ist in Ausnahmefällen möglich, dass Menschen durch das Gebet eines Gerechten geheilt werden, obwohl sie in Sünde leben. Wenn sie danach aber weiter in Sünde leben, anstatt ihre Fehltritte zu bereuen und davon abzulassen, dann werden sie wieder krank, und zwar schlimmer als vorher. Es gilt aber zu vermeiden, dass Menschen ein noch schlimmeres Leiden bekommen werden, deswegen ist man als Jesus-Nachfolger immer dazu aufgerufen, den Menschen, für die gebetet wurde, in unmissverständlicher Ernsthaftigkeit zu bezeugen: Sie müssen wirklich mit allen Sünden abschließen, wenn sie dauerhaft gesund sein wollen. Denn es kann locker passieren, dass sie wieder krank werden, wenn sie nicht aus Dankbarkeit für empfangene Heilung damit beginnen, Gottes Gebote liebzuhaben und anzuwenden.

Ganz besonders wichtig ist auch, dass wir uns niemals für die Lehren schämen, die Jesus vorgetragen hat, denn als echter Jesus-Nachfolger muss man dafür einstehen und sogar das eigene Leben dafür geringachten. Demgemäß äußerte Jesus eindeutige Worte  laut dem Evangelium des Markus in Kapitel 8, Vers 34 bis 38:

Und er rief die Volksmenge samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! 
Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten. 
Denn was wird es einem Menschen helfen, wenn er die ganze Welt gewinnt und sein Leben verliert? 
Oder was kann ein Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? 
Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.

Diese Worte kriegt manch ein Mensch vielleicht nur schwer in sein Herz, aber zur echten Nachfolge Jesu gehört auch all dies dazu. Das Kreuz auf sich nehmen ist eine Umschreibung für Leidensbereitschaft um der Nachfolge willen, und man darf nie den Fehler machen, zu glauben, das jetzige Leben sei wichtiger als die Ewigkeit.

Und nun, bevor das Video endet, zeige ich noch eine allgemeine Anweisung von Jesus, die von ihm berichtet wird im Evangelium des Johannes, Kapitel 15, Vers 9 und 10. Dort liest man:

Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe! 
Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.

Wir sollen also in einem Zustand bleiben, in dem wir für Jesus als grenzenlos liebenswert gelten. Und das schaffen wir dadurch, dass wir in der gleichen Weise seine Gebote halten, wie er die Gebote Gottes eingehalten hat.

Das war's also mit diesem Video.
Danke für's Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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