Text zu "Glaube leben - Thema 4: Das Beten"

Link zum Video: https://youtu.be/PhqvLHOGvz4

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In diesem Video rede ich über einen Bestandteil des Glaubens, der vermutlich immer eine Rolle spielen wird, nämlich das Beten.
Ich möchte dabei zuerstmal erwähnen, dass es mindestens zwei verschiedene Anlässe gibt, um ins Gebet zu gehen. Man kann beten, um Gott zu loben und sich bei ihm zu bedanken für das, was bisher Gutes geschah. Oder man kann ihn darum bitten, dass er etwas tun soll. Dabei muss man natürlich beachten, dass Gott tut, was er selber will, und nicht was Menschen verlangen, denn Gott ist schließlich nicht unser Diener, sondern wir stehen weit unter ihm. Man kann entweder für sich selbst etwas erbitten, oder man kann eine Bitte stellen für andere Menschen. Dabei sollte es auch keine Rolle spielen, ob man für jemanden etwas erbittet, der ein Freund ist, oder für die eigenen Feinde. Auf persönliche Verhältnisse konzentriert man sich als Jesus-Nachfolger nicht, wenn man eine Bitte für jemanden stellt. Eigentlich ist es nur wichtig, dass man die Sache auch wirklich ernst meint, die man als Bitte an Gott richtet, und dass es etwas ist, was zum Heil der Menschen beitragen würde, aber nicht zu ihrem Verderben.

Wenn es nun darum geht, was Gott tun soll, so gibt es durchaus verschiedene Anliegen, die ein Mensch haben kann und die auch legitim sein können. Vielleicht wünscht der Mensch größere Weisheit, um das Wort Gottes besser zu verstehen und bei allem, was ihm im Leben begegnet, besser unterscheiden zu können, was vom Bösen ist und was nicht. Allerdings muss man, wenn man Weisheit erbittet, diese dann auch bereitwillig annehmen und darf nicht widerspenstig sein, wenn sie anders ist, als man sie sich in seinem menschlichen Denken vorgestellt hätte, oder wenn sie anders ist als Worte, die in Büchern von berühmten Persönlichkeiten aus großen Gemeinden stehen.
Vielleicht wünscht man sich aber auch für einen Mensch, dass er zu Jesus gezogen werden möge oder eine persönliche Begegnung mit Jesus haben soll. Grundsätzlich ist das in Ordnung, um sowas zu bitten, aber man muss unbedingt berücksichtigen, dass Gott die Herzen der Menschen ganz genau kennt, und er wird seine eigenen überzeugten Hasser nicht ins Heil versetzen, die ihn ins Angesicht beleidigen, egal wie oft man für sie bittet. Außerdem hat er einen ganz anderen Zeitplan als wir Menschen. Bei uns sollte am besten immer alles sofort geschehen, aber man weiß nicht, was Gott selbst sich gedacht hat für das Leben eines jeden Menschen.
Jedenfalls könnte ein Mensch auch Gott darum bitten, in Zukunft sicher versorgt zu werden. Allerdings muss man dabei beachten, dass Gott uns sowieso alles hinzufügt, was wir brauchen, so lange wir alles zu unserem obersten Fokus machen, was das Reich der Himmel betrifft. Man sollte also vielmehr die Dinge erstreben, die Gott gefallen, anstatt wegen Zukunftsängsten ins Gebet zu gehen. Denn wer eine Stunde lang die Bibel vertiefte, der hat klüger gehandelt als jemand, der eine Stunde lang wegen seiner Sorge um die Zukunft im Gebet war.
Vielleicht bittet ein Mensch auch um Heilung, aber dabei ist es maßgeblich wichtig, zu beachten, dass ein Mensch nicht heil werden wird, besonders nicht dauerhaft, solange Sündenschuld auf ihm oder Sündenlust in seinem Herzen ist. Das geht nicht. Zuerst befreit man sich von seinen Sündenlasten, und dann kann man gesund werden. Es gibt aber auch kleinere Schwächeleien des Körpers, die man einfach deshalb haben wird, weil das Fleisch nunmal verderblich ist und gar nicht für die Ewigkeit gemacht wurde. Und daran, dass die Existenz in dieser Welt an Vergänglichkeit und Verderblichkeit gebunden ist, muss man sich wohl leider ein Stück weit gewöhnen, also auch an kleinere Schwächeleien des Körpers. Man sollte nicht wegen jedem kleinen Schnupfen Gott um ein Wunder bitten. Und wenn man es doch tut, ist es keine Überraschung, wenn es sich dabei um unerfüllte Bitten handelt. Man bittet Gott am besten nur wegen sehr schweren Gebrechen um Heilung, zum Beispiel Lähmungen, Blindheit, Taubheit, Verkrüppelungen und wegen Krankheiten, die zum Tod führen, wie zum Beispiel Geschwüre oder Herzkrankheiten. Und für Gott ist es in erster Linie wichtig, ob deine Krankheit dich daran hindert, tun zu können, was er für dich vorgesehen hat und ob du die Sünden ablegst, die es legitim gemacht haben, dir überhaupt so eine Krankheit zu geben. Wenn dich eine Krankheit davon abhält, Gottes Plan für dein Leben zu erfüllen und wenn du deine Sünden aufrichtig bereust und lässt, dann ist Heilung so gut wie sicher. Wenn du aber an Sünden festhältst oder wenn es aus Gottes Sicht überhaupt nicht angemessen ist, dir ein Gebrechen wegzunehmen, das du trägst, dann wird es an dir bleiben. Denn es gibt keine einzige Stelle in der Bibel, die sagt, es wäre Gottes Wille, dass der Mensch alle Tage seines Lebens in dieser Welt immer nur eine perfekte Gesundheit haben und sich pudelwohl fühlen müsse. Was wir hingegen durchaus in der Schrift finden, ist die Zusage, dass wir keine bösartigen Plagen erleiden werden, wenn wir Gottes Gesetz einhalten wollen.
Ein anderes Anliegen für eine Bitte, die an Gott gestellt wird, ist auch oftmals die, dass man sich schönere Lebensumstände wünscht. In der Nachfolge Jesu ist das aber nur ein sehr schwacher Grund, um ins Gebet zu gehen, weil wir doch sowieso nicht auf diese Welt unsere Hoffnung setzen sollen. Wenn man nun aber doch für erträglichere oder sogar regelrecht positive Lebensumstände bittet, vielleicht sogar für das gesamte Heimatland, so muss man bedenken, dass Gott nur dort Elend zulässt, wo das Volk stolz ist und widerspenstig und selbstsüchtig lebt. Es würde absolut keinen Sinn machen, für ein halsstarriges und gotteslästerliches Volk ein schönes Leben zu erbitten. Da würde Gott doch gegen seine eigene Gerechtigkeit handeln, wenn er das so einführen würde! Darum muss man bei derartigen Fürbitten vorsichtig sein. Denn ich bezeuge euch in Wahrheit, dass man Gott auch wütend machen kann, wenn man Bitten an ihn richtet, die ihm beweisen, dass man auf Gottes Herz gar keine Rücksicht nimmt und Heil für die Gottlosen verlangt.

Vielleicht stellt sich aber auch manch einer die Frage, ob es bezüglich dem Beten irgendwelche Pflichten gibt, zum Beispiel wie oft man am Tag beten muss, oder wie lange ein Gebet mindestens zu dauern hat. Und die Antworten darauf, wie man das als Jesus-Nachfolger bzw. Jesus-Nachfolgerin abhandelt, ergeben sich eigentlich aus der Bergpredigt. Jesus hat weder in dieser Rede noch in irgendeiner anderen Ansprache einen Befehl darüber gegeben, wie oft man beten muss, aber im Vaterunser-Gebetstext erkennt man, dass es ratsam ist, einmal am Tag zu beten, aus der reinen Treue heraus. Denn in dem Text steht der Vers, der da lautet: »Gib uns heute unser tägliches Brot.«
Durch diesen Ausspruch erkennt man es, dass tägliches Beten, am besten gleich am Morgen, schon bevor der Tag so richtig beginnt, eine gute Idee ist. Also dass man einmal täglich beten sollte, bevor man in den Tag startet. Darüber hinaus kann ein Mensch natürlich freiwillig so oft ins Gebet gehen, wie er will. Es gibt da keine Obergrenze. So, wie es einem auf dem Herzen liegt, soll man es machen, gerne auch häufiger als einmal am Tag. Hauptsache, es ist wirklich ernst und ehrlich gemeint. Es darf nicht zu einer stumpfen Tradition werden. Denn wer einmal am Tag von Herzen im Gebet ist, um Gott zu danken, der ist besser als einer, der siebenmal betet, weil er sich dazu gezwungen fühlt, aber es nicht von Herzen gerne tut.
Und was die Dauer des Gebets angeht, so ist auch dabei von Jesus überhaupt nichts Verpflichtendes gesagt worden, und übrigens gibt es auch in der Thora, also in Gottes Gesetz, nirgendwo eine Pflicht zum regelmäßigen Beten. Den Vaterunser-Gebetstext kann man in weniger als einer Minute sprechen und ihn trotzdem ernst meinen. Und wenn es mit ernster Absicht geschieht, dann ist das bereits genug. Jesus hat ja gesagt: Wir sollen im Gebet nicht plappern. Das heißt also, dass es Gott am besten gefällt, wenn unsere Gebete nicht allzu lange dauern und wir nicht allzu viel sagen, sondern wenn wir einfach ganz direkt alles sagen, was wirklich von Herzen kommt und uns bewegt, und das war’s schon. Der allein wahre Gott, der Heilige Isra-els, achtet nicht auf die Dauer des Gebets und auch nicht auf die Häufigkeit, sondern er schaut nur darauf, ob wir aufrichtig sind, wenn wir beten.

Und ich möchte euch nun auch mal zwei Beispiele vortragen zum Thema Gebetserhörung, damit ihr besser verstehen könnt, warum Gebete teils auch unerfüllt bleiben müssen. Denn es gibt ja Menschen, die bitten immer wieder und bekommen dann doch nichts. Und einige benutzen als Argument für ihr ständig wiederholtes Bitten das Gleichnis von Jesus über den bedrängten Richter und die arme Witwe, die täglich zum Richter gekommen ist und etwas von ihm verlangte, weil Jesus diesbezüglich angedeutet hat, dass ständiges Bitten klug ist. 
Wir müssen dabei aber beachten, in was für einer Situation die Witwe war! Sie hatte persönliches Unrecht erlitten. Sie hatte einen Widersacher, der ihr aktiv Böses tat, und sie benötigte einen Richterspruch, um die Gefahr loszuwerden. Es geht in dem Gleichnis nicht darum, dass irgendwelche Familienangehörigen zum Glaube gezogen werden sollen, oder dass sie eine landesweite Erweckung sehen will, oder dass sie Heilung verlangt, sondern es geht um diese spezielle Situation, dass sie in Bedrängnis ist und richterliche Hilfe benötigt, damit ihr kein ungerechter Schaden mehr widerfährt, weil sie mit einem bösen Mensch ernsthafte Probleme hat. In solch einer Lage soll man allezeit auf Gottes gerechtes Eingreifen hoffen und nicht etwa Selbstjustiz üben. Deswegen ist es in so einer Lage, wo man durch einen Bösen in Gefahr gebracht ist, unbedingt ratsam, immer wieder zu Gott zu rufen, bis er reagiert. Aber in allen Situationen, wo man lediglich die Freude des eigenen Herzens erfüllt sehen will, ist man in einer komplett anderen Lage als die Witwe des Gleichnisses. Und deshalb ist es dann nicht angemessen, das Gleichnis vom bedrängten Richter als Rechtfertigung zu benutzen, um das ständige eigensinnige Betteln im Gebet ununterbrochen weiterzumachen.

Und das erste Beispiel, das ich mal aufführen will, ist Folgendes:
Man stelle sich vor, es gibt eine Mutter, die einen ungläubigen Sohn hat. Und die Mutter betet für diesen Sohn, dass er gerettet werden soll, indem er zu Jesus gezogen wird. Gott aber schaut in das Herz dieses Sohnes und weiß, dass dieser Mensch erstmal noch ein paar Erlebnisse haben muss, bei denen er sich sozusagen an der Welt die Finger verbrennt, damit er durch eigenes Einsehen die Schlechtigkeit der Welt begreifen kann und danach einen überzeugten Glaube in der Nachfolge aufbauen kann, basierend auf seinen Erfahrungen mit einem gottlosen Lebensstil. Denn solange er diese Erfahrungen noch nicht gemacht hat, ist er sowieso immernoch viel zu neugierig und besserwisserisch, um Gott als den Größten anzuerkennen und die Wahrhaftigkeit von Gottes Geboten zu begreifen. Daher würden von ihm, wenn er ohne schlechte Erfahrungen aus einem gottlosen Lebensstil gezogen wird, maximal Lippenbekenntnisse kommen. Aber die sind nichts wert, daher kann man sich das sparen. Daran denkt jedoch die Mutter nicht, weil sie nicht über Gottes Weisheit nachsinnt, sondern nur an ihren persönlichen Wünschen hängt, und darum bettelt sie immer wieder. Gottes Plan sieht vielleicht vor, dass dieser Mensch noch zehn Jahre in den Nichtigkeiten der Welt Erfahrungen machen soll, und dann wird er gezogen und es wird darauf geachtet, ob er sich ziehen lässt oder nicht, damit man erkennt, ob es für ihn Hoffnung gibt. Die Mutter aber fragt nicht nach Gottes Plan und bettelt täglich darum, dass der Sohn doch endlich zu Jesus gebracht werden soll, und zwar sofort, am besten schon gestern. Dabei kann ich euch eine Sache aber garantieren: Wenn sie auch noch so sehr bettelt und sogar ins Fasten gehen würde wegen ihrem Sohn, so wird sich doch an Gottes Plan nichts ändern. Und von so einem Verhalten wie dem der Mutter wäre Gott ziemlich bald genervt. Vielleicht versteht ihr das, vielleicht auch nicht. 
Man muss jedenfalls in allem darauf vertrauen, dass Gott den besten Plan hat, denn es ist schwierig, Menschen überhaupt zu retten, weil sie alle von ihrer Eigensinnigkeit nicht ablassen wollen, besonders nicht so lange es ihnen gut geht und ihre Wege für sie noch den Anschein erwecken, als ob sie immer funktionieren würden. Es gibt auch reichlich Menschen, die in einem Gebet ihr Leben übergeben und danach wieder abfallen. Je ungünstiger der Zeitpunkt ist, zu welchem sie gezogen werden sollen, desto wahrscheinlicher wird hinterher ein Abfall passieren. Darum ist es genug, ein einziges Mal in aller Deutlichkeit eine Fürbitte vor Gott für einen Mensch einzulegen, und danach dann abzuwarten, welche Befehle von Gott ausgehen werden und zu welcher Zeit. Wenn man aber mehrmals derartige Fürbitten einlegt, so soll man lieber darauf achten, dass man es nicht übertreibt und sich nicht etwa gegenüber Gottes Weitsicht ignorant zeigt. 

Auch ein zweites Beispiel will ich euch vortragen. Stellt euch vor, ein heimtückischer Mensch hat ein Gift hergestellt, welches mindestens die Hälfte aller Menschen, die es einnehmen, mit grausigen Herzkrankheiten plagen wird. Und um dieses Mittel den Menschen unterzujubeln, behauptet er, es würde sich um ein Heilmittel handeln, welches Gliederschmerzen bekämpft. Wenn es nun eine Person gibt, die oft betet und die oft an Gliederschmerzen leidet, und sie hört von diesem Mittel und seiner angeblich positiven Wirkung, so wird sie das Mittel begehren. Denn der heimtückische Mensch erzählt ja niemandem, dass dieses Mittel schlimme Krankheiten auslösen soll. Dieses Detail verschweigt er. Er sagt einfach nur, es würde Gliederschmerzen bekämpfen. Als aber der heimtückische Mensch zu der häufig betenden Person kommt, die das Mittel kaufen will, da stellt sie fest, dass es sehr teuer ist, und sie kann es gar nicht bezahlen. Und deshalb geht sie ins Gebet und bittet unseren Vater im Himmel darum, dass er ein Wunder tun soll, um ihr das nötige Geld zukommen zu lassen, mit dem sie sich dann dieses Mittel kauft. Oder wenn sie besonders dreist und hochmütig ist, dann bittet sie gar nicht erst, sondern sagt im Gebet: „Vater, ich danke dir, dass ich das Geld bekommen werde!“
Nun haltet euch mal eine solche Situation vor Augen und bewertet bitte dieses Gebet! Was glaubt ihr wohl, wie Gott darüber denken wird, wenn die betende Person ein solches Anliegen an ihn richtet? 
Ihr kommt vermutlich von selbst darauf, dass Gott eine solche Bitte nicht erfüllen wird. Aber das würde er dann nicht etwa entscheiden, weil er unbarmherzig sei, sondern weil die Person um etwas bittet, was ihr schaden würde. Sie ist besser dran, wenn sie ihren Plan gar nicht in die Tat umsetzen kann, das angebliche Heilmittel zu kaufen, denn sie würde davon wahrscheinlich eine schlimme Krankheit erleiden. Das Problem ist aber natürlich, dass die betende Person sich von Gott verlassen fühlt, wenn sie um etwas bittet und es nicht empfängt, da sie ihr eigenes Handeln nicht einschätzt. Aber wenn sie wirklich eine echte Jesus-Nachfolgerin wäre und die Schrift verstehen würde, dann würde sie gar nicht erst die Absicht verfolgen, sich das angebliche Heilmittel zu kaufen, weil sie weiß, dass es sich dabei um ein Zaubermittel handelt und dass alle Zauberer in den ewigen Feuer- und Schwefelsee fallen werden, weswegen man absolut jede Art von Zaubermitteln bzw. von weißer und schwarzer Magie unbedingt vom eigenen Körper fernhalten muss. Aber wer zu faul ist, Gottes Wertdenken herauszufinden und zu verinnerlichen, der kann natürlich auch nicht seinem Willen gemäß um etwas bitten.

Und nachdem ich euch diese zwei Beispiele vorgetragen habe, mache ich spezifisch darauf aufmerksam, dass sogar die echten Propheten Gottes Situationen in ihrem Leben hatten, in denen sie von Gott eine Absage bekamen, als sie um etwas baten.
Moses zum Beispiel wollte unbedingt mit dem Volk zusammen im verheißenen Land wohnen. Aber er hatte Gott in einer Situation in der Wüste so bitter enttäuscht, dass Gott ihm sagte, dies wird nicht geschehen, sondern die Lebenszeit von Moses findet bereits vor dem Einzug in das verheißene Land ihr Ende. Und Moses war im Gebet, um diesbezüglich Gnade zu erbitten. Und obwohl Moses einen vertrauten und freundschaftlichen Umgang mit Gott hatte, lesen wir folgendes Zeugnis im fünften Buch Mose in Kapitel 3, Vers 26:

Aber der HERR war zornig über mich um euretwillen und erhörte mich nicht, sondern der HERR sprach zu mir: Lass es genug sein! Sage mir kein Wort mehr in dieser Sache!

Haltet euch diese Reaktion Gottes bitte genau vor Augen!
Eine andere Situation geschah im Leben des Propheten Samuel. Denn als der ehemals von Samuel gesalbte König Saul sich als untauglich erwiesen hatte, da hatte Samuel ausgiebige Fürbitten eingelegt vor Gott, dass Saul doch nicht verworfen werden soll. Aber Gott erhörte die Fürbitte nicht, obwohl Samuel ein Prophet Gottes war, und zwar ein besonders treuer. Diesbezüglich lesen wir im ersten Buch Samuel in Kapitel 16, Vers 1:

Und der HERR sprach zu Samuel: Bis wann trägst du noch Leid um Saul, da ich ihn doch verworfen habe, dass er nicht mehr König sein soll über Israel? Fülle dein Horn mit Öl und geh hin, ich will dich zu Isai, dem Bethlehemiter, senden; denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ausersehen!

Hier zeigt sich Gott genervt von dem übertrieben mitleidigen Herz Samuels, weil Saul verworfen wurde von Gott. Denn die Entscheidung Gottes muss anerkannt werden, auch wenn Samuel es nicht mag.

Und als der Prophet Jeremia für sein ständig in Sünden wandelndes Volk Fürbitten einlegte, wurde es Gott irgendwann zu bunt und er gab Jeremia eine deutliche Antwort. Wir lesen im Buch des Propheten Jeremia im vierzehnten Kapitel in Vers 11 und 12:

Und der HERR sprach zu mir: Du sollst für dieses Volk nicht bitten, dass es ihm gut gehe! 
Denn wenn sie auch fasten, so höre ich doch nicht auf ihr Flehen; und auch wenn sie Brandopfer und Speisopfer darbringen, so habe ich kein Wohlgefallen daran; sondern mit dem Schwert, mit Hunger und mit der Pest will ich sie aufreiben!

Wie man sieht, hatte Gott mit diesem bösen Volk etwas komplett Anderes vor als das, worum Jeremia bat. Und Jeremia erhielt den Befehl, die Fürbitten zu unterlassen.

All diese Situationen zeigen uns, dass Gottes Wille oft anders ist als das, wofür wir beten, denn Gott ist vollkommen gerecht, wir hingegen nicht. Und wer Gott liebt, der wird Gottes Wille zustimmen. Wenn man dafür betet, einen bestimmten Ort besuchen zu dürfen, aber Gott reagiert mit Nein und sagt, man soll aufhören, ständig zu fragen, dann sagt man: „Also gut! Ich will nicht mehr bitten. Nicht mein Wille geschehe, sondern deiner!“
Und wenn man für einen Mensch bittet, wo Gott schon sehr deutlich durchblicken ließ, dass er höchstpersönlich ihn verworfen hat, dann soll man sich nicht auf die Seite dieses Menschen stellen, sondern auf die Seite Gottes, und als gottesfürchtiger Mensch sagt man dann: „Deine Gerechtigkeit ist vollkommen, du bist der Kenner aller Herzen! Nicht mein Wille geschehe, sondern deiner!“
Und wenn über ein Volk ein schweres Strafgericht verhängt wurde, weil sie durch ihre Verhaltensweisen ständig wieder das Zeugnis geben, Gott zu verachten in heftigster Weise, dann bittet man nicht mehr um Gnade für sie, sobald Gott fordert, man soll das unterlassen, sondern man sagt: „Ich weiß, dass du dir das gut überlegt hast und dass es für dich unerträglich sein muss, das Verhalten dieses Volkes täglich zu sehen. Ich will keine Fürbitten mehr einlegen und dir damit nicht mehr auf die Nerven gehen. Nicht mein Wille geschehe, sondern deiner!“
Das ist echte Gottesfurcht im Gebet. Und wer nicht fähig ist, mit dieser Liebe und Ehrfurcht gegenüber Gott zu beten, der wäre sogar besser dran, wenn er überhaupt nicht betet, als wenn der Mensch Gebete spricht, die Gott verärgern.

Das ist im Großen und Ganzen alles, was es zum Thema Beten für Jesus-Nachfolger und Jesus-Nachfolgerinnen zu sagen gibt. Ihr erkennt vielleicht, dass Beten kein übertrieben großer Bestandteil der Nachfolge ist, sondern einer, der so groß oder klein sein wird, wie es dem Mensch in der Nachfolge am Herzen liegt. Denn jede Lehre, die sagt, man könnte sich durch häufiges und langes Beten seine Erlösung selbst erarbeiten, ist vom Bösen.

Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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