Text zu "Bibellehre - Kapitel 1 und 2 im Evangelium des Matthäus"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal die Kapitel 1 und 2 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieser Kapitel anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Das leicht Seltsame am Evangelium des Matthäus ist, dass man gleich zu Beginn eine Sache vorfindet, die es dem Leser schwer macht, in das Neue Testament überhaupt hineinzufinden, denn in den Versen 1 bis 16 steht ein Geschlechtsregister. Wir werden es uns selbst in diesem Video nicht antun, dieses durchzulesen, und zwar aus einem ganz bestimmten Grund. Der Grund, warum wir es nicht erst lesen werden ist der, dass durch den Prophet Jesaja die klare Andeutung gemacht wurde, dass niemand fähig sein wird, den echten Stammbaum des Messias herauszufinden, denn in Kapitel 53 vom Buch des Propheten Jesaja wird das an einer Stelle offenbar. Einmal deswegen verzichten wir darauf, und dann noch weil es im Evangelium des Lukas ebenfalls einen angeblichen Stammbaum Jesu gibt, dessen Inhalt jedoch anders ist als der hier genannte, während beide Stammbäume aufzeigen sollen, dass der Verlobte von Maria eine Blutlinie hatte, die auf König David zurückgeht. Die beiden Stammbäume widersprechen einander und machen daher die Fehlerhaftigkeit ihres Inhalts offenbar. Matthäus hat außerdem in Vers 17 die Bemerkung gemacht, dass laut seinem Stammbaum immer vierzehn Generationen vergingen, bis die Geburt eines großen Mannes Gottes geschah. Aber auch diese Aussage wird unkommentiert im Raum stehen gelassen.
Wenn wir aber ab Vers 18 beginnen zu lesen, wird es langsam interessant. Denn dort erfahren wir etwas über Maria und ihren Verlobten Joseph, einige Monate bevor Jesus geboren wurde. Es steht folgendes im achtzehnten Vers:
Die Geburt Jesu Christi aber geschah auf diese Weise: Als nämlich seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war, noch ehe sie zusammengekommen waren, erwies es sich, dass sie vom Heiligen Geist schwanger geworden war.
Hier erfährt man das Detail, dass Maria durch das Wirken des Heiligen Geistes, welcher zur damaligen Zeit nur allein von Gott benutzt und auf Leute ausgegossen werden durfte, plötzlich ein heranwachsendes Baby im Leib hatte. Und zwar bevor sie geheiratet und Geschlechtsverkehr gehabt hatte. Es handelte sich dabei gewiss um ein von Gott bewirktes Wunder, aber der Verlobte von Maria wusste das nicht. Deswegen war er völlig verunsichert, als Maria plötzlich schwanger war. Und er befürchtete, sie hätte Hurerei getrieben. Und wegen seiner Befürchtung wollte er sich möglichst bald von Maria trennen. Aber er wollte gleichzeitig erreichen, dass Maria nicht in Verruf gerät und keine bösartigen Verhaltensweisen von den Leuten ertragen muss, nachdem ihre mutmaßliche Hurerei offenbar werden würde. Denn Joseph hatte Mitleid mit Maria, darum wollte er einen Plan aushecken, um sie heimlich verschwinden zu lassen, ohne dass irgendwer sich darüber verwundert, wenn Maria plötzlich nicht mehr bei ihm ist.
Es geschah aber ein besonderes Ereignis in seinem Leben, das ihn davon abhielt, so zu handeln, denn wir lesen in den Versen 19 bis 21:
Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht der öffentlichen Schande preisgeben wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen.
Während er aber dies im Sinn hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des HERRN im Traum, der sprach: Joseph, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was in ihr gezeugt ist, das ist vom Heiligen Geist.
Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.
Durch diesen Teil des Berichtes erfahren wir, dass Gott die Absichten von Joseph kannte, was hoffentlich niemanden überrascht. Und deswegen hatte Gott einem seiner Engel den Befehl erteilt, Joseph im Traum zu erscheinen und ihn in Kurzform darüber aufzuklären, was hier los ist. Und aufgrund der Tatsache, dass Joseph nicht jeden Tag einen übernatürlichen Traum hatte, wo er von einem Engel Gottes angesprochen wird, dürfte dieses Erlebnis schon ziemlich beeindruckend für ihn gewesen sein. Weiterhin lesen wir in Vers 22 und 23:
Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllt würde, was der HERR durch den Propheten geredet hat, der spricht:
»Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären; und man wird ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: »Gott mit uns«.
Hier äußert der Autor Matthäus seine Vermutung, dass durch den von ihm zitierten Vers, der genannt wird, die Geburt von Jesus prophetisch angekündigt war, und sich daher diese Prophezeiung erfüllt hätte. Leider liegt er mit dieser Vermutung falsch, denn wenn man sich den originalen Text im Buch des Propheten Jesaja in Kapitel 7 durchliest, dann erkennt man deutlich, dass dieses angekündigte Zeichen unbedingt passieren musste, bevor der König Ahas stirbt. Denn dieses Zeichen sollte dem König Ahas die Bestätigung sein, dass Gott in jenen Tagen die Stadt Jerusalem vor den gewalttätigen Königen beschützen würde, die gerade ihr Unwesen trieben. Und der König Ahas lebte und starb viele Jahrhunderte vor der Geburt von Jesus, daher kann der von Matthäus zitierte Vers unmöglich mit der Geburt des Messias zu tun haben.
Allerdings ist es leicht zu verstehen, warum Matthäus dies tat. Er wollte die Leute unbedingt davon überzeugen, dass Jesus der Messias ist, von dem die Schriften im Alten Testament reden. Und das ist Jesus auch wirklich. Aber leider hat Matthäus es mit seinem Eifer etwas übertrieben und hat hier unverhofft einen falschen Vers erwischt, der diese Tatsache gar nicht bestätigen kann, weil der Vers mit etwas Anderem zu tun hat. Das wirkt letztlich ein bisschen unseriös und bestärkt den Autor Matthäus daher leider nicht bei seinem Vorhaben, die messianische Bedeutung von Jesus zu beweisen.
Lesenswert sind aber die letzten beiden Verse des Kapitels, denn es steht geschrieben in Vers 24 und 25:
Als nun Joseph vom Schlaf erwachte, handelte er so, wie es ihm der Engel des HERRN befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich;
und er erkannte sie nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte; und er gab ihm den Namen Jesus.
Man merkt an diesem Text, dass Joseph mit Glaube reagierte, als er die Worte des Engels aus seinem Traum gehört hatte. Und er behielt Maria bei sich, unabhängig davon, wie die Leute im Umfeld reagieren würden, wenn auch sie feststellen, dass Maria unter mysteriösen Umständen schwanger geworden war. Und schließlich wurde Jesus in die Welt geboren.
In Kapitel 2 erfahren wir dann davon, dass ein paar weisen Männern ein Zeichen erschienen war, welches ihnen die Geburt des Messias anzeigte. Und sie waren davon so beeindruckt, dass sie kommen wollten, um den neugeborenen Knabe selbst zu sehen und sich sogar vor ihm niederzuwerfen, weil es sich um den Messias handelte. Leider war aber König Herodes der Große, der in jenen Tagen über Judäa regierte, über diese Sache keineswegs erfreut, als er davon erfuhr. Folgendes lesen wir darüber in den Versen 1 bis 4:
Als nun Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem,
die sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten!
Als das der König Herodes hörte, erschrak er, und ganz Jerusalem mit ihm.
Und er rief alle obersten Priester und Schriftgelehrten des Volkes zusammen und erfragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.
Jesus wird hier als der König der Juden bezeichnet. So hatte Gott es angedacht, weil Jesus jüdische Eltern hatte und daher selbst ein Jude war, dass Jesus sogar als König der Juden gelten sollte. Der aktuelle König des Landes aber erschrak. Und das ist insofern verständlich, dass ihm einerseits niemand vorher Bescheid gesagt hatte, dass der Messias ausgerechnet in diesen Tagen geboren wird, und außerdem wollte natürlich auch der König Herodes seinen Thron nicht verlieren und konnte daher ein solches Ereignis überhaupt nicht gebrauchen. Wir lesen aber auch in dem Text gemäß der Schlachter 2000 Übersetzung die Behauptung, dass die Weisen angeblich den Knabe Jesus anbeten wollten. Hierbei ist nun das extrem ärgerliche Problem, dass im griechischen Urtext an dieser Stelle ein Wort steht, welches zwei Bedeutungen haben kann. Die erste Bedeutung ist, dass jemand sich vor einem König niederwirft, um ihn zu ehren, und die andere Bedeutung ist die Anbetung. Wenn man Gottes Gesetz kennt, dann weiß man, dass niemals irgendein Mensch angebetet werden darf, weswegen es klar ist, dass an dieser Stelle das Niederwerfen wie vor einem König gemeint sein muss. Aber leider wurde das in der Schlachter 2000 Übersetzung an vielerlei Stellen nicht berücksichtigt und es wurde ein falsches Wort zur Übersetzung eingebaut. Das ist ein Ärgernis, welches wir aushalten müssen. Darüber hinaus wiegt aber die Tatsache ganz besonders schwer, dass der König Herodes Angst um seine eigene Machtposition hatte, denn er wollte sie natürlich nicht an den Messias abgeben. Und er musste auch fürchten, wenn man davon ausginge, der Messias wäre in Zukunft ein mächtiger Kriegsherr, dass dieser dann eine Bedrohung für das ganze römische Weltreich wäre, welches in jenen Tagen herrschte. Deshalb ließ Herodes alle Schriftkundigen zusammenrufen und wollte herausfinden, wo der Messias ist. Die Antwort auf die Frage lesen wir in den Versen 5 und 6. Dort steht geschrieben:
Sie aber sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben durch den Propheten:
»Und du, Bethlehem im Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden soll«.
Die Schriftkundigen konnten also ohne große Mühe den richtigen Ort nennen, an dem gemäß den Schriften der Messias geboren werden würde, denn sie kannten das Zitat aus dem Buch des Propheten Micha in Kapitel 5. Und man muss schon sagen: Gott hatte das sehr geschickt eingefädelt, dass er den Messias in den Tagen in Bethlehem zur Welt kommen ließ, als die Mutter dort nur zu Besuch war. Denn dadurch würde es für die Feinde sehr schwer werden, ihn zu finden, sobald die Mutter wieder in ihre Heimatstadt zurückkehrt.
Jedenfalls merkt man, dass Herodes nun so viele Informationen sammeln wollte, wie es ihm möglich war, denn wir lesen in den Versen 7 und 8:
Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen war;
und er sandte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht genau nach dem Kind. Und wenn ihr es gefunden habt, so lasst es mich wissen, damit auch ich komme und es anbete!
Hier heuchelt der König. Er hat natürlich im Sinn, den Messias heimlich zu ermorden, aber das kann er nicht einfach sagen. Denn alle Juden, also beinahe alle Einwohner des von ihm regierten Landes, würden ihn dafür zutiefst hassen, wenn sie erfahren, dass er den Messias töten will. Und die Weisen aus dem Morgenland würden dem König auch gar nicht erst verraten, wo der Messias ist, wenn sie hören, dass der König Herodes vorhat, ihn zu ermorden. Deswegen brauchte der König einen Vorwand, warum er den Messias persönlich sehen will, und so behauptete er, er wolle sich vor dem Messias ebenfalls niederwerfen, um ihn wie einen König zu ehren. Durch diese Behauptung würde Herodes erreichen, dass man ihm die Information über den Aufenthaltsort nicht vorenthält, weil es ja so aussah, als würde er eine unschuldige Absicht verfolgen.
Wie die Suche nach dem Messias weiter verlief, lesen wir in den Versen 9 bis 11. Dort steht:
Und als sie den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er ankam und über dem Ort stillstand, wo das Kind war.
Als sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hocherfreut;
und sie gingen in das Haus hinein und fanden das Kind samt Maria, seiner Mutter. Da fielen sie nieder und beteten es an; und sie öffneten ihre Schatzkästchen und brachten ihm Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Wie man sieht, hatte Gott einen Stern gesandt, welcher sich vor den Weisen her bewegte, damit sie den Weg finden. Und sie waren hocherfreut, als sie den Ort fanden, wo der neugeborene Jesus, also der Messias war. Das ist hierbei fast schon ein bisschen ironisch, dass diese drei Männer, die alle aus Heidenvölkern kamen, eine riesige Freude im Herzen hatten, aber die Juden kümmerten sich gar nicht weiter darum, dass der verheißene Erlöser geboren war. Eigentlich hätte es genau andersrum sein müssen. Jedenfalls warfen sie sich sogar vor dem kleinen Knabe nieder wie vor einem König und beschenkten seine Familie mit kostbaren Gaben. Das ist sehr bemerkenswert, was für eine riesige Ehrfurcht sie hatten.
Weiterhin heißt es in Vers 12:
Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg zurück in ihr Land.
An diesen Worten erkennen wir sehr gut, dass Gott sich zu jeder Zeit über alle Vorhaben der Menschen bewusst ist. Nichts ist jemals vor ihm verborgen. Auch die wahre Absicht, die der König Herodes im Herzen hatte, sobald er den Messias finden würde, war vor Gott offenbar. Deswegen ließ Gott den Weisen einen Engel im Traum erscheinen, der ihnen befahl, dem König Herodes nicht zu erzählen, wo sie den Messias gefunden hatten. Und sie hörten darauf.
Allerdings war dies wohl nicht die einzige Gefahr und es musste unbedingt sichergestellt werden, dass Jesus nicht etwa schon als Neugeborener einem Mord zum Opfer fällt. Daher lesen wir folgende Worte in Vers 13:
Als sie aber weggezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des HERRN dem Joseph im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter mit dir und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes will das Kind suchen, um es umzubringen!
Diese Situation war auf ihre eigene Art bestimmt sehr unbequem. Vor kurzem hatte Maria mitten in einer fremden Stadt ihr Kind zur Welt gebracht, und nun, wo alle ein wenig zur Ruhe kommen wollten, hatte Joseph einen übernatürlichen Traum und erhielt von einem Engel die deutliche Anweisung, sofort aufzustehen und nach Ägypten zu fliehen. Einfach so, ganz unvorbereitet. Also musste er sich jetzt praktisch mitten in der Nacht aus dem Bett quälen, als wären die Reise nach Bethlehem und die Geburt des Knaben nicht schon stressig genug gewesen. Wie Joseph darauf reagierte, lesen wir in den nächsten Versen, denn es steht folgendes in den Versen 14 und 15:
Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter bei Nacht mit sich und entfloh nach Ägypten.
Und er blieb dort bis zum Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was der HERR durch den Propheten geredet hat, der spricht: »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen«.
Man erkennt also deutlich, dass Joseph auch diesmal gehorsam war. Eigentlich lag das aber auch auf der Hand, denn wenn man die Warnung erhält, dass der König kommt, um den Knabe zu ermorden, dann ist es ja klar, dass man sich da nicht einfach im Bett umdreht und weiterschläft.
Matthäus versucht auch, einen Vers aus dem Buch des Propheten Hosea in Kapitel 11 als prophetischen Beweis anzugeben, aber auch diesmal ist seine Vermutung falsch, denn es geht an dieser Stelle bei Hosea nicht um den Messias. Es geht an der zitierten Stelle eigentlich darum, wie das ganze Volk Israel aus Ägypten herausgeführt wurde und danach Untreue gegen Gott beging. Somit hat Matthäus erneut auf Krampf versucht, eine erfüllte Prophezeiung nachzuweisen, obwohl sich die Stelle gar nicht auf den Messias bezieht. Das ist so eine Eigenart von Matthäus, auf die man mit möglichst vergebungsvollem Herzen schauen sollte, auch wenn die Glaubwürdigkeit unweigerlich darunter leidet.
Lasst uns mal schauen, was in den nächsten Versen steht! Wir lesen in den Versen 16 bis 18:
Als sich nun Herodes von den Weisen betrogen sah, wurde er sehr zornig, sandte hin und ließ alle Knaben töten, die in Bethlehem und in seinem ganzen Gebiet waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte.
Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist, der spricht:
»Eine Stimme ist in Rama gehört worden, viel Jammern, Weinen und Klagen; Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind«.
An Vers 16 erkennen wir deutlich, was für ein grausamer und geistesgestörter Mann dieser sogenannte „Herodes der Große“ gewesen ist. Der war sich nicht zu schade, sämtliche Knaben im Alter von zwei Jahren und darunter töten zu lassen. Das ist echt abartig. Und Matthäus gibt wieder eine Stelle an, die dieses Ereignis prophezeit haben soll. Es gab aber damals viele Städte, die den Name »Rama« hatten, daher ist es schwer zu bestätigen. Theoretisch ist es durchaus denkbar, dass es tatsächlich mit dem Kindesmord durch Herodes zu tun hat, was in dem prophetischen Vers steht, aber mit hundertprozentiger Gewissheit kann man es nicht so ohne Weiteres sagen.
Jedenfalls hatte Herodes diese Gräueltat befohlen, und sie wurde durchgeführt, und danach dachte er sich, dass diese Sache gewiss erledigt sei und der Messias beseitigt sein musste.
Weiterhin lesen wir in den Versen 19 und 20:
Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des HERRN dem Joseph in Ägypten im Traum
und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und zieh in das Land Israel; denn die dem Kind nach dem Leben trachteten, sind gestorben!
Wir erfahren durch diese Verse also, dass Joseph erneut einen übernatürlichen Traum hatte und eine Anweisung erhielt. Leider bekommen wir aber keine genauer Zeitangabe, wann dieses Ereignis geschah und wie lange sie bis dahin schon in Ägypten gewohnt hatten. Weil aber bisher Joseph immer den Anweisungen gehorsam war, wenn er von einem Engel im Traum etwas gesagt bekam, ist es natürlich keine Überraschung, wenn er auch diesmal entsprechend handelt. Daher lesen wir in den Versen 21 bis 23:
Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter zu sich und ging in das Land Israel.
Als er aber hörte, dass Archelaus anstatt seines Vaters Herodes über Judäa regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und auf eine Anweisung hin, die er im Traum erhielt, zog er weg in das Gebiet Galiläas.
Und dort angekommen, ließ er sich in einer Stadt namens Nazareth nieder, damit erfüllt würde, was durch die Propheten gesagt ist, dass er ein Nazarener genannt werden wird.
Wie wir sehen, sollte Joseph nach Israel gehen. Aber der aktuelle Herrscher über Judäa, nämlich Archelaus, war ein sehr inkompetenter und verhasster Regent, von dem man nichts Gutes zu erwarten hatte, und seine Regentschaft bescherte dem Land Elend. Deswegen wollte Joseph dann doch lieber wieder in Nazareth wohnen, wo er vor längerer Zeit schonmal gewohnt hatte, nachdem ihm dies im Traum so gesagt worden war.
Die Sache, die hier am Ende von Vers 23 erwähnt wird, also mit dem Nazarener, ist übrigens sehr interessant für jeden, der die messianischen Prophezeiungen nachforschen will, die durch Jesus erfüllt wurden. Denn das Wort Nazareth kommt von dem hebräischen Wort Nezer, und es bedeutet »Spross« auf Deutsch. Und der Messias wird an mehreren Stellen in den prophetischen Schriften als Spross bezeichnet. Dadurch, dass Jesus als Nazarener bezeichnet wurde, weil er in Nazareth aufwuchs, gingen diese Prophezeiungen wirklich durch ihn in Erfüllung. Und nachlesen kann man die entsprechenden Prophezeiungen im Buch des Propheten Jesaja in Kapitel 11, in den Versen 1 bis 10, und im Buch des Propheten Jeremia in Kapitel 23 in Vers 5 und in Kapitel 33 in Vers 15. Außerdem erweckt auch im Buch des Propheten Sacharja eine Stelle sehr stark den Eindruck, auf den Messias hinzudeuten, und dabei handelt es sich um Vers 8 in Kapitel 3.
Und nun, da wir am Ende von Kapitel zwei angekommen sind, haben wir alle Worte durchgearbeitet, die wir uns für dieses Video vorgenommen hatten.
Was lernen wir nun daraus, und welchen Nutzen haben diese Worte?
Ich würde sagen, wir lernen dadurch ganz besonders, dass Gott immer Wege hat, um Menschen anzuleiten, wenn sie bei größeren Ereignissen selber nicht wissen können, was gerade richtig ist. Denn sowohl die Weisen aus dem Morgenland als auch der Mann Joseph hatten in Träumen Engel Gottes gesehen, die ihnen sagten, was zu tun ist, und sie mussten es lediglich befolgen, damit alles gut wird. Das kann unser Vertrauen auf Gott stärken, also besonders darauf, dass er uns immer in irgendeiner Weise Anleitung zukommen lässt, wenn wir mal irgendwas für ihn zu tun haben, worauf wir nicht von selbst kommen. Man lernt daraus auch die traurige Tatsache, dass eine von Gott erwählte Schlüsselfigur unweigerlich den Zorn der aktuellen Herrscher in der Welt auf sich zieht und mit Mordanschlägen rechnen muss, aber Gott ist den Feinden der Wahrheit stets einen Schritt voraus und vermag seine Getreuen zu bewahren. Ich denke, der ganze Inhalt dieser beiden Kapitel zeigt uns sehr gut auf, dass Gott übernatürlich handelt, wie es ihm gefällt, und es geschieht immer zum Vorteil derer, die ihm anhängen, auch ohne dass vorher dafür gebetet wurde.
Das war soweit alles, was es zu diesen Kapiteln zu sagen gab.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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