Text zu "Bibellehre - Kapitel 10 im Evangelium des Matthäus"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 10 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
In den letzten Versen von Kapitel 9 liest man davon, dass Jesus die ermattete Volksmenge erblickte und Mitleid mit ihnen hatte, weil sie alle nach Gottes Wort und Gottes Kraft zu dürsten schienen und völlig vernachlässigt waren, denn die Autoritätspersonen aus den Gotteshäusern kümmerten sich überhaupt nicht ordentlich um das Volk, und so blieb alles allein an Jesus hängen. Und er wusste, dass er alleine es nicht schaffen würde, darum forderte er seine Jünger dazu auf, zu Gott zu beten, damit Gott noch andere bevollmächtigt und aussendet. Wir dürfen davon ausgehen, dass genau das passiert ist und Gott nun die Möglichkeit eröffnet hat, dass Jesus Vollmacht weiterverteilen darf. Daher lesen wir in den Versen 1 bis 4:
Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.
Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: der erste Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes;
Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus der Zöllner; Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Lebbäus, mit dem Beinamen Thaddäus;
Simon der Kanaaniter, und Judas Ischariot, der ihn auch verriet.
Hier sehen wir an Vers 1, dass Jesus zwölf Männer auswählte, die auch Vollmacht haben sollen, Krankheiten zu heilen und böse Geister auszutreiben, und es wird in den Versen 2 bis 4 der Versuch unternommen, die Namen dieser zwölf Apostel aufzuzählen. Weiter geht es mit Vers 5 und 6, wo wir lesen:
Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Begebt euch nicht auf die Straße der Heiden und betretet keine Stadt der Samariter;
geht vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Aufgrund der Tatsache, dass Jesus zuerst mal Israel versorgen sollte, gab er genau diese Anweisung auch an die ausgesandten Apostel. Die Apostel sollten den Israeliten das Evangelium erklären und für sie beten, aber in den Gebieten der Heiden hatten sie erstmal noch nichts zu suchen. Der genaue Befehl darüber, was sie zu tun haben, steht in den Versen 7 bis 8. Es steht geschrieben:
Geht aber hin, verkündigt und sprecht: Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!
Heilt Kranke, reinigt Aussätzige, weckt Tote auf, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es!
Hier fehlt noch die Tatsache, dass auch die Apostel zuerst zur Buße auffordern mussten, aber ansonsten hatten die Apostel wohl die Aufgabe, das Reich der Himmel in Kraft zu demonstrieren. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, wie Jesus den klaren Befehl gab: Man darf für sowas kein Geld verlangen. Man wurde von Gott mit Vollmacht beschenkt, völlig umsonst, und darum setzt man sie auch umsonst ein.
Vielleicht haben sich dann die Apostel Gedanken gemacht, was sie alles auf die Reise mitnehmen sollten an Proviant, damit sie gut durchkommen, aber die Anweisung von Jesus lautete völlig anders, denn es heißt in den Versen 9 und 10:
Nehmt weder Gold noch Silber noch Kupfer in eure Gürtel,
keine Tasche auf den Weg, auch nicht zwei Hemden, weder Schuhe noch Stab; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.
Hier ist der Zustand beschrieben, in welchem die Apostel ihre Verkündigungsreise antreten sollten, die Jesus befahl. Sie sollten gar nichts dabei haben. Sie sollten ohne alles einfach losgehen. Das ist sehr ungewöhnlich und würde viele Menschen bestimmt zögern lassen, wenn sie eine solche Anweisung bekommen. Der Plan sah praktisch so aus, dass sie mit völlig leeren Händen loslaufen und ihnen unterwegs dann immer das Nötigste begegnen wird. Das ist ein ziemlicher Vertrauensschritt, sowas wirklich zu tun und dann zu erwarten, dass man keinen ernstzunehmenden Mangel leidet. Aber Jesus sagt ja: Der Arbeiter ist seiner Nahrung wert. Er sichert ihnen also zu, dass sie immer irgendeinen Mensch finden werden, der ihnen für den aktuellen Tag eine Mahlzeit spendiert, und daran sollen sie sich genügen lassen. Allerdings müssen sie natürlich auch vorsichtig sein, dass sie nicht etwa völlig unvermittelt in ein Haus eines bösartigen Menschen eintreten, darum sagte Jesus laut den Versen 11 bis 15:
Wo ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf hineingeht, da erkundigt euch, wer es darin wert ist, und bleibt dort, bis ihr weiterzieht.
Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüßt es mit dem Friedensgruß.
Und wenn das Haus es wert ist, so komme euer Friede über dasselbe. Ist es aber dessen nicht wert, so soll euer Friede wieder zu euch zurückkehren.
Und wenn euch jemand nicht aufnehmen noch auf eure Worte hören wird, so geht fort aus diesem Haus oder dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen!
Wahrlich, ich sage euch: Es wird dem Land Sodom und Gomorra erträglicher gehen am Tag des Gerichts als dieser Stadt.
Dies sind nun die Anweisungen für Übernachtungsmöglichkeiten. Am besten sollten sich die Apostel schon im Vorfeld erkundigen, welcher Mensch in der Stadt einen ordentlichen Lebenswandel hat und keine bösen Absichten verfolgt, damit sie in ein Haus geleitet werden, wo sie gut aufgehoben sind, um dort etwas zu essen zu haben und im günstigsten Fall auch die Nacht zuzubringen. Sie sollen es aber dadurch prüfen, dass sie in ein Haus mit dem Friedensgruß eintreten,und dann werden sie im Geist wahrnehmen, ob Frieden in dem Haus ist oder nicht. Sie sind aber auch in Vers 14 deutlich angewiesen, dass sie eine Stadt verlassen müssen, wenn es absolut niemanden gibt, der auf ihre Worte hören will. Dann sollen sie den Staub von ihren Füßen schütteln, also praktisch den Ort vollständig verwerfen. Genau das gleiche Prinzip wäre auch heute gültig, wenn jemand zu einer Verkündigungsreise ausgesandt wäre. Und Jesus betont in Vers 15, was für eine unheilbringende Entscheidung es für die Bewohner eines Ortes ist, das Reich der Himmel abzulehnen. Die ganze Zeit sitzen sie nur in ihrem Elend, und dann kommt Rettung und Erlösung in ihre Stadt und sie weigern sich, das anzunehmen. Solche Leute sind schlimmer dran als die Menschen von Sodom und Gomorra. Denn die Sünden von Sodom und Gomorra sind derart schrecklich gewesen, dass die Orte für den ganzen Rest der Weltzeit mit Schwefel eingeäschert wurden. Aber die Botschaft zu hassen, die die eigene Seele auf ewig rettet, ist sogar eine noch größere Sünde als das. Dies ist es, was Jesus ihnen verdeutlichen will, dass der Mensch im Grunde keine unheilvollere Entscheidung treffen kann, als Menschen zu verlachen oder zu verlästern, die das Heil Gottes bezeugen und demonstrieren wollen.
Ganz allgemein warnt Jesus aber auch seine Apostel, dass sie sich hüten müssen vor bösen Menschen, also vor hinterhältigen Leuten, die falsche Freundlichkeit heucheln und den Aposteln dann in den Rücken fallen, aber auch vor skrupellosen Übeltätern, die ganz offenkundig böse Dinge tun und die Apostel grundlos bekämpfen. Deswegen heißt es in den Versen 16 bis 20:
Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!
Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch den Gerichten ausliefern, und in ihren Synagogen werden sie euch geißeln;
auch vor Fürsten und Könige wird man euch führen um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis.
Wenn sie euch aber ausliefern, so sorgt euch nicht darum, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.
Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters ist’s, der durch euch redet.
Besonders wichtig für die Verkündigungsreise der Apostel sind die Worte aus Vers 16 und der vordere Teil von Vers 17. Sie müssen sich vor den Menschen hüten, da sie wie Schafe mitten unter die Wölfe gesandt sind. Man weiß vorher nie, an was für Menschen man gerät und wie diese reagieren werden auf die Verkündigung. Manche Menschen haben sehr verdorbene Herzen und zeigen auch eine entsprechend schändliche Reaktion auf die Botschafter, die Gottes Wort weitertragen. Die restlichen Worte der Verse klingen fast wie ein Ausschnitt aus der Endzeitrede von Jesus am Ölberg. Die Vorstellung, dass die Apostel bereits bei ihrer ersten Verkündigungsreise zum Verhör vor Fürsten landen werden, erscheint in diesem Fall ein wenig übertrieben. Noch mehr nach endzeitlicher Rede klingen die Verse 21 und 22, wo geschrieben steht:
Es wird aber ein Bruder den anderen zum Tode ausliefern und ein Vater sein Kind; und Kinder werden sich gegen die Eltern erheben und werden sie töten helfen.
Und ihr werdet von jedermann gehasst sein um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
Bei derartigen Worten ist es unrealistisch, dass Jesus sie bereits beim ersten Mal Aussenden sprach, als er selber noch viele Monate auf der Erde sein würde und die Apostel auch allein zu den Israeliten gehen sollten und noch nicht zu den Heiden. Die Worte, dass Kinder sich gegen die Eltern wenden und man von allen Völkern gehasst sein wird um seines Namens willen, haben sich bis heute noch nicht erfüllt, und sie erfüllten sich ganz sicher auch nicht bei der ersten Verkündigungsreise der Apostel. Vermutlich ist Matthäus da ein bisschen durcheinander geraten bei dem Versuch, die Aussprüche von Jesus richtig zu ordnen.
Was aber wieder sehr gut zu den Befehlen passt, die Jesus wohl schon bei der ersten Aussendung gab, sind die Worte aus Vers 23. Dort steht:
Wenn sie euch aber in der einen Stadt verfolgen, so flieht in eine andere. Denn wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels nicht fertig sein, bis der Sohn des Menschen kommt.
Jesus rechnete offensichtlich damit, dass er auf seinen Reisen auch irgendwann selbst mal in die Städte kommen würde, in welche er gerade seine Apostel voraus schickte. Und er sagt zu ihnen deutlich: Wenn sie verfolgt werden in einer Stadt, dann sollen sie aus der Stadt fliehen. Sie sollen keine Kämpfe starten und sich auch nicht an die Behörden wenden, sondern sie sollen von dort verschwinden, sobald Verfolgung losbricht. Das ist eine Anweisung, die ihrem Wohlergehen dient.
Und wir hatten schon in Kapitel 9 ein Zeugnis davon gelesen, dass Jesus sich die Unterstellung von den religiösen Führern gefallen lassen musste, er sei von einem Dämonenfürst namens Beelzebul besessen. Wenn nun aber die Apostel ebenfalls Dämonen austreiben, kann es leicht passieren, dass man ihnen genau das Gleiche unterstellt, darum bereitet Jesus sie darauf vor und sagt laut den Versen 24 und 25:
Der Jünger ist nicht über dem Meister, noch der Knecht über seinem Herrn;
es ist für den Jünger genug, dass er sei wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebul genannt, wie viel mehr seine Hausgenossen!
Jesus ist ja der Meister, und wenn er sich Beleidigungen und Unterstellungen der übelsten Sorte anhören musste, dann wird man es wohl mit seinen Jüngern genauso machen. Darauf werden die Apostel schon im Vorfeld aufmerksam gemacht. Sie werden aber auch dazu ermahnt, dass sie Gott mehr fürchten müssen als Menschen, denn Gott wird all das Böse nicht vergessen, das ihnen angetan wurde. Deshalb lesen wir in den Versen 26 bis 31:
So fürchtet euch nun nicht vor ihnen! Denn es ist nichts verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das man nicht erfahren wird.
Was ich euch im Finstern sage, das redet im Licht, und was ihr ins Ohr hört, das verkündigt auf den Dächern!
Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle!
Verkauft man nicht zwei Sperlinge um einen Groschen? Und doch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater.
Bei euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt.
Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.
Ein bisschen herausstechend sind die Worte, dass man den fürchten soll, welcher an oberster Stelle Vollmacht darüber hat, die Menschenseele in die Hölle zu werfen, nämlich den Vater von Jesus Christus, aber direkt danach macht Jesus seine Apostel darauf aufmerksam, dass sie in den Augen seines Vaters nicht wertlos sind. Man könnte meinen, die Menschen würden Gott gar nichts bedeuten, wenn er tatsächlich dieses heftige Urteil vollstrecken wird, sie in die Hölle zu werfen, aber derart schlimm ist es nicht. Denn der Mensch, der in die Hölle fährt, wird nicht dort landen, weil Gott es gerne so hat, sondern weil der Mensch sich weigerte, auf Gott Acht zu geben und stattdessen mit fester Überzeugung ins Verderben lief. Gott findet die Menschen wertvoll genug, um sich alle Mühe zu geben, sie aus ihrem Irrsinn zu befreien und sie zu sich zu rufen. Aber was sollte er denn machen, wenn sie sich standhaft weigern? Er ist ja schließlich kein Tyrann, der irgendwen zur Erlösung zwingt. Fakt ist aber, dass jeder Mensch, der seinen eigenen Gedanken nachgeht, ins Verderben läuft, ohne es kommen zu sehen. Das ist so, da gibt es nichts dran zu rütteln. Wenn aber jemand sich dazu entschieden hat, den mittlerweile wichtigsten Teil von Gottes Wille zu tun, indem er Jesus nachfolgt, dann ist es umso wichtiger, sich immer zu Jesus zu bekennen. Auch die Apostel erhielten eine solche Anleitung schon vor dem Beginn ihrer ersten Verkündigungsreise, denn wir lesen in den Versen 32 und 33:
Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel;
wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater im Himmel.
Hier sagt Jesus in aller Ernsthaftigkeit, dass er uns verleugnet, wenn wir ihn verleugnen. Ich denke, das kann man als Gerechtigkeit bezeichnen. Nicht nur die Apostel sollen das wissen, sondern absolut jeder Mensch, der Jesus nachfolgen will, muss sich über diese Klarstellung bewusst sein. Man muss sich zu Jesus bekennen. Ob man nun deshalb Stress mit Arbeitskollegen bekommt, oder mit Familienmitgliedern, oder mit pöbelnden Rabauken von der Straße, oder mit der Regierung des Landes: Es ist in jedem Fall wichtig, sich zu Jesus zu bekennen. Wenn man aber dadurch Anstoß in der eigenen Familie auslöst, ist das vermutlich der bedrückendste Zustand von allen. Und doch ist es unverzichtbar, sich zu Jesus zu bekennen, auch wenn sein Name die ganze Harmonie in der Familie kaputt macht. Denn genau über diese Umstände spricht Jesus in den nächsten Versen. Wir lesen folgendes in Vers 34 bis 37:
Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert!
Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;
und die Feinde des Menschen werden seine eigenen Hausgenossen sein.
Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.
Der Name Jesus ist wie ein Schwert, welches das Band der Familienzugehörigkeit durchschneidet. Die Menschen, die sich vielleicht am Anfang gut verstanden und sich immer gegenseitig unterstützten, werden wegen ihm entzweit sein, also sie werden nicht mehr miteinander klarkommen und ständig nur noch streiten, wenn einer aus der Familie Jesus annimmt, der andere ihn aber ablehnt. Es war für Jesus von Anfang an klar, dass es soweit kommen würde, und in gewisser Weise ist es sogar gewollt, da ja diejenigen, welche die Wahrheit ernstnehmen, abgesondert werden müssen von denen, die die Wahrheit hassen. Und da ist es nicht von Bedeutung, ob die vorher eine Familie waren. Denn was nützt die Zugehörigkeit zur Familie noch an dem Tag, an dem man stirbt? In Gottes Gericht ist es nicht von Belang, wer deine Eltern waren, denn du musst dich dann allein für dich selbst rechtfertigen. Glückselig ist, wer in diesem Moment Jesus auf seiner Seite hat! Aber dabei muss man auch bedenken, dass Jesus einem wichtiger sein soll als alle Familienmitglieder. Jeder Mensch, der Jesus nur als eine Art Therapeut wahrnimmt, der dabei helfen muss, die eigene Familie zu reparieren, ist kein echter Nachfolger. Wer Jesus wirklich von ganzem Herzen liebt, der kümmert sich nach einer Fürbitte im Gebet nicht mehr darum, wenn andere aus der Familie absichtlich das Böse erwählen, und begehrt kein harmonisches Familienleben mehr. Denn wir sehen an Vers 37 sehr deutlich, dass Jesus uns gar kein harmonisches Familienleben versprochen hat. Er hat zwar diese Worte zuerst zu seinen Aposteln gesagt, aber es wäre naiv, wenn man meint, dass diese Worte für alle anderen Menschen auf Erden nicht gelten. Jesus zeigt durch den Ausspruch von Vers 37, wie gering die Bindung an die eigene Familie sein soll, sobald es um ihn persönlich geht. Wer die eigene Familie aufgrund von Gefühlen bevorzugt, ist seiner nicht wert. Man merkt auch in den Folgeversen, dass Jesus angefangen hat, eine komplett hingebungsvolle und kompromisslose Nachfolge zu fordern, denn es steht geschrieben in den Versen 38 und 39:
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.
Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden!
Ich nehme an, dass die Apostel von Jesus schon sehr nahe daran waren, dies begriffen zu haben. Aber was ist mit den Menschen heutzutage? Wer stimmt in seinem Herzen zu, wenn er den Bericht liest, dass Jesus sagt, man ist seiner nicht wert, sofern man Familienmitglieder mehr liebt oder sich weigert, das Kreuz auf sich zu nehmen? Das Kreuz auf sich nehmen ist eine Umschreibung für Leidensbereitschaft. Die ganze Schmach, die man von weltlich gesinnten Menschen erleben wird, muss man ertragen,wenn man Jesus nachfolgt und deshalb vieles verweigert, was andere tun, weil Gott es verbietet. Und wenn Menschen einen davonjagen und verlästern, oder vielleicht sogar für verrückt erklären und einsperren wollen, weil man das bezeugt und verkündet, was vom Reich der Himmel ist, so ist das ein bitteres Leiden, welches man ertragen muss in der Nachfolge, sollte es aufkommen. Die Menschen ohne Gott haben an sich eigentlich nur das Ziel, glücklich zu sein. Ein schönes Leben in dieser Welt wollen sie haben, und ein Leben, das sich ihres Erachtens nach zu leben lohnt, bis sie dann in hohem Alter zufrieden und lebenssatt sterben und vielleicht erwarten, es käme danach überhaupt nichts mehr oder sie könnten dann mit Gott ihre ganzen Fehltritte ausdiskutieren und dabei am Ende Recht behalten. Aber Jesus sagt von Anfang an, dass man sein Leben in dieser Welt gar nicht finden soll. Damit ist an dieser Stelle das Lebensglück gemeint. Wer also Jesus nachfolgt, der bemüht sich gar nicht erst darum, ein glückliches Leben zu haben. Wer das aber doch tut, der wird erschrecken, wenn er nach dem Tod hört, was Jesus zu ihm sagen wird. Wenn man Jesus nachfolgt, dann erhofft man sich dafür eigentlich nur einen Lohn im Himmel. Und wenn wir die letzten Verse des Kapitels lesen, dann klingt es sogar sehr stark danach, dass auch alle Unterstützer der Jünger von Jesus einen Lohn versprochen bekommen, denn es steht geschrieben in den Versen 40 bis 42:
Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.
Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, der wird den Lohn eines Propheten empfangen; und wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, der wird den Lohn eines Gerechten empfangen;
und wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher mit kaltem Wasser zu trinken gibt, weil er ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch, der wird seinen Lohn nicht verlieren!
Jeder Mensch ist in der Pflicht, Gottes Gebote zu halten. Aber es gibt nicht nur Menschen, die dies tun und gleichzeitig als Jünger durch die Gegend gehen, um einen Dienst für Jesus zu tun, sondern es gibt auch Leute, die keinen Dienst bekommen. Diese erhalten aber Lohn, wenn sie den Jüngern aushelfen. Sogar schon wenn man als einer, der in Gottes Gerechtigkeit wandeln will und selbst keinen Dienst hat, einem arbeitenden Jünger von Jesus lediglich ein Glas Wasser schenkt, so wird das im Reich der Himmel nicht vergessen. Allerdings muss man natürlich darauf achten, dass es echte Jünger und echte Apostel sind und nicht etwa Leute, die nur so tun und dabei eine völlig falsche Verkündigung umhertragen. Die aber, die echte Männer und Frauen des allein wahren Gottes sind und gemäß Gottes Befehl Jesus nachfolgen, gilt es wenn nötig zu unterstützen, sofern man irgendwann mal so jemanden trifft, weil Jesus in den gerade gelesenen Versen dafür Lohn ankündigt. Man sammelt sich dadurch sozusagen Schätze für den Himmel. Wenn aber einer niemals einen Prophet oder Apostel traf und daher keine Almosen an so jemanden verschenken konnte, aber dennoch Jesus annahm und Gottes Gebote einhielt, so wird auch jener Mensch zu den Erlösten gehören. Man darf niemals den Fehler machen, zu glauben, die eigene Erlösung wäre allein vom Austeilen irgendwelcher Spenden abhängig.
Da dies nun aber die letzten Verse des Kapitels waren, haben wir alles bewältigt, was es für dieses Video zu lesen gab. Was lernen wir nun daraus, und was können wir uns daraus mitnehmen?
Ich denke, das größte Vorbild, welches Jesus hier gibt, besteht darin, dass er die Apostel erstmal ausführlich aufklärte, bevor er sie aussandte. Er hat sie nicht einfach ins sprichwörtliche kalte Wasser geworfen und sie ohne Erklärungen losgeschickt, damit sie mal sehen, wie weit sie kommen, sondern er hat ihnen viele wichtige Worte mit auf den Weg gegeben, um die Wahrscheinlichkeit deutlich zu erhöhen, dass ihr Weg gelingt. Daran sehen wir, wie wichtig Aufklärung für Jesus ist, und genauso soll es auch bei uns sein, wenn wir Jesus nachfolgen. Auch wir sollten den Leuten so genau und verständlich wie möglich sagen, worauf es ankommt und was man beachten muss auf dem Weg,den man geht. Es wäre eine Unverschämtheit, zu den Leuten einfach nur zu sagen: „Glaube an Jesus!“ und sie danach völlig ungefestigt und ahnungslos ins Ungewisse taumeln zu lassen. Sowas hätte Jesus niemals gemacht. Jesus war immer wieder stundenlang damit beschäftigt, die Volksmengen zu belehren, die zu ihm ankamen. Und besonders hier in diesem Kapitel sehen wir, dass er auch seine Apostel vor der Aussendung erstmal mit gehaltvollen Worten anleiten wollte. Er sagte ihnen, dass sie sich vor Menschen hüten müssen, die heimtückisch handeln. Er ermahnte sie, keine Bezahlung einzufordern für die Dinge, die sie für das Reich der Himmel tun. Er legte ihnen nahe, bevor sie in ein Haus einkehren, erstmal zu prüfen, ob darin Frieden ist. Er sagte deutlich, dass sie sich nicht sinnlos um Orte bemühen müssen, an denen niemand ihre Worte hören will. Das sind wichtige Dinge, wo man schon davon ausgehen muss, dass die Apostel von sich selbst aus nicht darauf gekommen wären. Es fällt aber auch auf, dass Jesus laut diesem Kapitel sehr einschlägige Warnungen und Klarstellungen äußerte. Jeder Mensch, der glaubt, er könnte die Nachfolge auf die leichte Schulter nehmen, wird durch den Inhalt dieses Kapitels deutlich zur Ordnung gerufen und mit der Realität konfrontiert. Die echte Nachfolge Jesu ist kein Zuckerschlecken, und das war sie auch noch nie, aber im Blick auf die Ewigkeit lohnt sie sich trotzdem. Jedoch muss man wirklich an den Punkt kommen, alles Weltliche zur Seite zu schieben, was man ohne Jesus im eigenen Leben vielleicht für erfüllend hält. Das ist es, woran uns so mancher Vers aus diesem Kapitel erinnert. Und die, welchen es noch gar nicht klar gewesen ist, lernen es spätestens jetzt, wo sie all diese Worte von Jesus lasen, die teils sehr ungemütlich waren. Jesus hat aber wirklich so geredet, wie man es in diesem Kapitel erfährt. Er war keine verweichlichte Schmalzbacke, die immer nur lieb und freundlich zu jedem ist, sondern er hat den Menschen immer die knallharte Wahrheit ins Gesicht gesagt. Wer das nicht gewusst hat, der hat bisher offensichtlich an einen falschen Jesus geglaubt. Und für manche Menschen ist die ganze Art vielleicht herausfordernd, wie Jesus unter Anderem auch hier in diesem Kapitel redete, aber man muss lernen, damit klarzukommen und es auch als wertvoll zu sehen. Denn es ist besser für den Mensch, wenn ihm eine schwer annehmbare Wahrheit deutlich gesagt wird, als wenn er sein Leben lang mit kuscheligen und superweichen Betrügereien an der Nase herum geführt wird und letztlich in einer Lüge stirbt. Es ist besser, schockiert zu sein und dann den Schock verdauen zu müssen und letztlich damit leben zu können, als niemals von dem Schock zu wissen und stattdessen die ganze Zeit im Dunkeln zu tappen.
Das war soweit alles für das zehnte Kapitel vom Evangelium des Matthäus.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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