Text zu "Bibellehre - Kapitel 12 im Evangelium des Matthäus"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 12 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Während wir in Kapitel 10 erfahren haben, dass Jesus seine Apostel zur Verkündigung aussandte und dann in Kapitel 11 erfuhren, was Jesus redete, als die Apostel unterwegs waren, ist es nun in Kapitel 12 so, dass die Apostel wieder zurückgekehrt waren und mit ihm zusammen durch die Gegend reisten. Und der Bericht, den wir jetzt gleich lesen, handelt von einer Kleinigkeit, die am heiligen Ruhetag der Woche passierte, also am Sabbattag. Das ist der Tag, wo laut Gottes Gesetz überhaupt niemand arbeiten oder irgendwelche Werke tun soll. Es steht geschrieben in den Versen 1 und 2:
Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder; seine Jünger aber waren hungrig und fingen an, Ähren abzustreifen und zu essen.
Als aber die Pharisäer das sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist!
Wie man sieht, sind die religiösen Führer, vor denen alle Respekt haben im Volk, sehr streng mit den Leuten, auch mit Jesus und seinen Jüngern. Man sollte dabei nicht vergessen, dass die Pharisäer sich sowieso sehr über Jesus ärgerten und nur darauf lauerten, ob er irgendwas falsch macht oder ob seine Jünger irgendwas falsch machen, damit sie ihn in Verruf bringen können. Aber darüber hinaus ist es so, dass der Sabbattag der eine Tag in der Woche sein soll, wo wirklich völlige Ruhe herrscht. Und da machten sich die Menschen Gedanken, wie man das in der Praxis berücksichtigen kann, dass die Ruhe vollkommen sein soll. Und die Pharisäer sagen: Die Ruhe soll derart groß sein, dass nichtmal ein hungriger Mensch eine kleine Menge Ähren von einem Weizenfeld abstreifen dürfte, weil bereits das zu viel wäre und als ein Werk zählt, obwohl man doch überhaupt keine Werke tun soll am Sabbattag. Und jetzt, wo sie sehen, wie die Jünger von Jesus um ihres großen Hungers willen eben genau das tun, was laut ihrer Definition schon als Feldarbeit gewertet wird, tadeln sie es natürlich sofort. Lasst uns mal schauen, wie Jesus darauf reagiert! In den Versen 3 bis 8 steht geschrieben:
Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er und seine Gefährten hungrig waren?
Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote aß, welche weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern allein die Priester?
Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind?
Ich sage euch aber: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel!
Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt: »Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer«, so hättet ihr nicht die Unschuldigen verurteilt.
Denn der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.
Matthäus hat hier nicht richtig aufgeschrieben, was Jesus über die Zeit sagte, in der David hungrig in das Gotteshaus ging. Denn in der besagten Situation war David ganz allein. Er hatte überhaupt keine Gefährten bei sich. Daher kann Jesus auch nichts Derartiges gesagt haben. Es ist aber so, dass Jesus in dieser Lage tatsächlich an David erinnerte, nur eben mit einem anderen Wortlaut. Worauf Jesus anspielt, ist die Tatsache, dass David damals ein als heilig geltendes Brot zu essen bekam, weil der Priester Mitleid damit hatte, dass David vor Hunger fast aus den Schuhen kippt. Und Gott sah das, hat es aber in keiner Weise als Schuld angerechnet, sondern es war in Ordnung so. David zählte deswegen nicht als Sünder und der Priester auch nicht. Daran erkennt man, dass Gott auf Barmherzigkeit einen besonders großen Wert legt, und zwar einen so großen, dass Brot essen sogar in einer Situation für die Verschmachtenden besser ist, in der man es ihnen normalerweise um der Heiligkeit willen verbieten müsste. Nun ist zwar der Sabbat ein heiliger Tag, an dem man keine Werke tun soll, um sich seine Nahrung zu besorgen, denn man soll ja am Freitag schon alles vorbereiten, aber ein winziger Handgriff wie das Abstreifen von Ähren draußen in der Natur ist dennoch keine Sünde, wenn ein Mensch das tut, der an Hunger fast zugrunde geht. Denn in erster Linie ist der Sabbattag ein Tag der Erholung und Erquickung, aber ein Mensch kann sich ja nicht erquicken, wenn er Hunger leidet. Deshalb ist es keine Sünde, am Sabbattag ein paar Ähren abzustreifen, wenn man ein Hungergefühl hat, das man nicht verkraftet. Diesen Fakt konnten die Pharisäer nicht erkennen, weil sie durch alle ihre zusätzlichen Details zum angeblich korrekten Halten des Gesetzes eine so große Strenge und fast schon Bitterkeit entwickelten, dass ihnen jegliche Barmherzigkeit verloren ging. Und da fordert Jesus zum zweiten Mal, wie er es auch laut Kapitel 9 schonmal an einer Stelle getan hatte, dass die Pharisäer sich darüber Gedanken machen sollen, was für einen hohen Stellenwert das barmherzige Handeln und der barmherzige Umgang mit den an Mangel leidenden Menschen vor Gott hat. Denn die Pharisäer sehen sich ja als Männer Gottes und deswegen sollte ihnen dies eigentlich schon längst bewusst sein, ist es aber offensichtlich doch nicht.
Laut Vers 5 soll Jesus auch darauf aufmerksam gemacht haben, dass ein alltägliches Tieropfer im Gesetz gefordert wird für Gottes auserwählten Ort auf Erden, also so lange es einen gibt. Und weil die Opfer alltäglich sind, müssen die unbedingt auch am Sabbattag dargebracht werden, obwohl es sich dabei ebenfalls um Arbeit handelt, wenn die Priester dies erledigen. Und diese Arbeit, die da von den Priestern getan werden muss, zählt nicht als Entheiligung des Sabbattages, weil es Gott wohlgefällig ist. An dieser Tatsache sieht man, dass man es mit den Einschränkungen am Sabbattag nicht so sehr übertreiben darf, wie es die Pharisäer tun, denn ansonsten müsste man ja sofort alle Priester zu Tode steinigen, da sie am Sabbat arbeiten. Aber das macht natürlich keiner, weil ja das Gesetz selbst diese Arbeit auch am Sabbattag fordert. Diese Dinge versucht Jesus den hoch angesehenen und ganz gescheiten Führern der Religion begreiflich zu machen, aber leider wird nicht berichtet, wie sie darauf reagierten. Es ist fraglich, ob sie verstehen konnten, was Jesus ihnen erklären will und dass es von Gott ist, was er ihnen aufzeigt.
Bemerkenswert finde ich persönlich auch, wie Jesus sich hier als Herr über den Sabbat bezeichnet in Vers 8. Wenn der Sabbat aufgelöst wäre und wir einen anderen Tag als Ruhetag zu halten hätten, warum bezeichnet Jesus sich als Herr über den Sabbat? Dann wäre er doch Herr über gar nichts, wenn der Sabbat nicht mehr gelten würde. Ich sehe hier ein deutliches Anzeichen dafür, dass auch unter Jesus Christus der Sabbattag unbedingt zu halten ist.
Da aber die Pharisäer noch nie begriffen haben, wie wichtig Erquickung gerade am Sabbattag ist, sollte es uns nicht verwundern, dass wir in den als nächstes folgenden Versen noch ein weiteres Mal davon lesen, wie Jesus wegen einer Verhaltensweise am Sabbattag getadelt wurde, die aus Gottes Sicht gar nicht als Sünde zählt. Es steht geschrieben in den Versen 9 bis 13:
Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.
Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Darf man am Sabbat heilen?, damit sie ihn verklagen könnten.
Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat und, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht?
Wie viel mehr ist nun ein Mensch wert als ein Schaf! Darum darf man am Sabbat wohl Gutes tun.
Dann sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und sie wurde gesund wie die andere.
Wie man durch diesen Bericht sieht, hat Jesus einen Mann mit einer verdorrten Hand am Sabbattag durch Gebet geheilt. Dabei gilt es zu beachten, dass eine verdorrte Hand schon ein ziemlich schlimmer Schaden ist. Jesus hat ja nicht für jemanden gebetet, der von einem kleinen Schnupfen frei werden wollte, sondern es handelte sich um eine heftige Last, die so schlimm ist, dass dieser Mensch die Sabbatruhe gar nicht genießen kann, weil ihm sein schlimmes Gebrechen viel zu viel Betrübnis und wahrscheinlich auch Schmerz bereitet. Wenn man am Sabbat mal einzelne Heilungen durch Gebet bewirkt, um denen das Genießen der Sabbatruhe zu ermöglichen, die ansonsten am Sabbattag leiden würden, dann ist das keine Sünde. Es entheiligt den Tag nicht. Wenn es eine Sünde wäre, dann hätte Gott auch gar nicht erst auf das Gebet von Jesus reagiert, sondern der Geplagte hätte seine verdorrte Hand behalten. Es ist ganz allgemein so, dass es am Sabbattag kein Leiden geben soll. Denn wer leidet, kann sich nicht erquicken. Sehr interessant ist auch, wie Jesus die Heuchelei der religiösen Führer hier anspricht. Jeder Mensch, auch sie selbst, der eigene Tiere besitzt und das eigene Tier am Sabbattag leiden sieht, der würde hingehen und sein Leiden lindern. Und wenn ein jeder das mit seinem Tier tut, warum wollen die Pharisäer es dann bei Menschen verbieten? Es wäre erlaubt, ein Schaf am Sabbattag aus einer Grube herauszuziehen, wenn es darin festsitzt. Das wäre keine Sünde. Man könnte nicht einfach sagen, dass gerade der heilige Ruhetag ist und nun das Schaf eben dort weiter in der Grube hocken soll in seinem Leiden, sondern es ist durchaus angemessen, das Schaf aus der üblen Lage zu befreien, denn der Sabbattag ist für alle da, für Menschen und für die Tiere, die sie halten. Aus diesem Grund ist es unsinnig, dass Jesus wegen einer einzelnen Heilung am Sabbattag, die an einem übel geplagten Mensch geschah, jetzt von den Pharisäern zum Sünder erklärt wird. Niemand ist vor Gott ein Sünder, nur weil er einem am Sabbat leidenden Wesen Erleichterung verschafft durch einen kurzen Handgriff. Wenn Jesus am Sabbat die gesamte Volksmenge zu sich gerufen und für alle gebetet hätte, würde das zu weit gehen, aber es war ja wirklich nur mal eine Kleinigkeit, die aus Barmherzigkeit geschah und gewissermaßen auch notwendig gewesen ist.
Wie aber die Pharisäer auf die Rechtfertigung von Jesus reagierten, lesen wir in den Versen 14 und 15. Dort steht:
Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.
Jesus aber zog sich von dort zurück, als er es bemerkte. Und es folgte ihm eine große Menge nach, und er heilte sie alle.
Ich weiß nicht, wie ihr selbst das empfindet, aber ich für meinen Teil halte die Reaktion der Pharisäer für sehr entsetzlich. Jesus hatte versucht, ihnen die Wahrheit zu erklären, und sie reagierten in ihrem Stolz, ihrer Bitterkeit und ihrer Besserwisserei damit, dass sie sich versammeln und darüber beratschlagen, wie sie ihn trotz der anwesenden Volksmenge, von der Jesus umgeben ist, töten können. Diese Leute sind komplett unbelehrbar und völlig festgefahren in ihrem religiösen Wahn. Das ist absolut schrecklich, denn dadurch haben sie die Existenz in der Hölle sicher. Es ist aber auch schrecklich, weil sie hier praktisch gerade vorhaben, aufgrund von ihrem falschen Verständnis über Gottes Gesetz den Messias zu ermorden. Und Jesus zog sich an einen abgelegenen Ort zurück, als ihm bewusst war, dass gerade seine Ermordung geplant wurde. Und es wird uns leider nicht gesagt, wie viele Tage Jesus dort blieb, wohin er gegangen war, aber auf jeden Fall erkennen wir durch den Vers 15, dass es in diesen Tagen an jenem Ort vielerlei Heilungen gegeben hatte für alle, die dorthin kamen, um Jesus zu hören. Demnach gab es also etliche Leute im Volk, die nicht so verbittert und mordlüsternd waren wie die Pharisäer, sondern die viel lieber hören wollten, was Jesus zu sagen hat.
Es ist aber sehr bemerkenswert, dass Jesus hier enorm friedlich reagiert hatte. Er hatte nicht angefangen, sich lautstark über die Bösartigkeit der Pharisäer zu beschweren. Er war nicht etwa durch die Gassen gezogen, um allen Leuten zu bezeugen, was für eine schändliche Unbarmherzigkeit er bei den Pharisäern erlebte und dass sie ohne gerechte Grundlage planen, ihn umzubringen. Stattdessen zog Jesus sich einfach still zurück und verursachte keinerlei Aufruhr. Auch nicht im Angesicht des empörenden Verhaltens der ach so erhabenen religiösen Führer. Diese Vorgehensweise war bei Jesus normal. Er machte das immer so, wenn Menschen Böses gegen ihn ersinnen wollten, dass er dann friedlich ging. Er kämpfte nicht gegen irgendwen, sondern zog sich an Orte zurück, wo Frieden ist. Das ist ein sehr gutes Vorbild für eine Friedfertigkeit, die Gott gefällt, wenn man sinnlosen Streitereien aus dem Weg geht und keine Kämpfe gegen Menschen beginnt, die einem etwas antun wollen, sondern sich an Orte des Frieden zurückzieht. Als Jesus-Nachfolger nimmt man sich genau daran ein Beispiel. Und dieses Verhalten passt genau zu einem Absatz aus Kapitel 42 vom Buch des Propheten Jesaja, der mit dem Messias zu tun hat. Matthäus hat das richtig zugeordnet und daher auch auf diese Stelle aufmerksam gemacht. Deswegen lesen wir folgendes in den nächsten Versen, also in Vers 16 bis 21:
Und er befahl ihnen, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten,
damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet wurde, der spricht:
»Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat! Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Heiden das Recht verkündigen.
Er wird nicht streiten noch schreien, und niemand wird auf den Gassen seine Stimme hören.
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt.
Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.«
Durch diese Verse, die man wie gesagt im Buch des Propheten Jesaja in Kapitel 42 findet, wird das friedfertige Verhalten des Messias bezeugt, und ebenso wird bezeugt, dass eine Zeit kommen wird, wo der Messias nicht mehr nur Israel belehrt, sondern wo seine Lehre auch an die Heidenvölker ergeht, und dass die Heidenvölker dann ihre Hoffnung auf den Messias setzen werden, weil er ein Licht für sie ist. Und genau das ist es, was sich bis heute erfüllt, da kein Name so weit verbreitet ist unter den Heidenvölkern wie der Name Jesus.
Ich halte es aber auch für notwendig, darauf aufmerksam zu machen, wo wir gerade von Kapitel 42 aus Jesaja reden, dass ab Vers 10 in diesem Kapitel auch noch ein anderer Mensch angekündigt wird, der zu einer späteren Zeit auftritt und in arabischen Gegenden etwas verkündigt, wie man es an Vers 11 sieht. In jenen späteren Tagen geht es Gott darum, ein lautes Geschrei zu erheben, wahrscheinlich weil sein Gesetz entweder verworfen oder völlig verschandelt wurde. Da wird dann ein Knecht Gottes kommen, der laut Vers 19 blind und taub ist, was im Geistlichen bedeutet, dass er selber auch keine Ahnung vom Gesetz hat, aber er wird einen lauten Ruf durch die Völker gehen lassen, weil Gottes Gesetz verworfen wird. Dieser Mensch ist demnach kein Lehrer, sondern eher ein Rufender und ein Kriegsmann, der einen Teil von Gottes Zorn in die Welt bringt. Ob man ihm aber deshalb nachfolgen sollte, ist fraglich. Denn wir werden noch in Kapitel 15 vom Evangelium des Matthäus den Ausspruch von Jesus entdecken, dass ein Blinder keine Blinden führen kann, sonst fallen sie alle zusammen in die Grube. Man muss also zur Kenntnis nehmen, dass dieser Knecht, der da als zweites in Jesaja 42 angekündigt wird, ein lautes Schreien Gottes verkörpert, während er jedoch keinerlei Fähigkeit besitzt, die Blinden oder Tauben zurechtzuweisen, da er ja selber taub und blind ist.
Was aber auch eingestanden werden muss, ist, dass die Beleidigungen gegen Jesus immer schlimmer wurden, die von den Pharisäern ausgingen. Vielen ist wahrscheinlich bewusst, wenn eine echte Dämonenaustreibung passiert, dass dies ein überaus gruseliges Ereignis sein kann. Und weil das so furchterregend anmutet, ist es für argwöhnische Beobachter natürlich umso leichter, zu behaupten, ein Mann Gottes, der Dämonen austreibt, wäre selber vom Teufel. Auch Jesus war mit solch einer Situation konfrontiert, denn wir lesen in den Versen 22 bis 24:
Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, sodass der Blinde und Stumme sowohl redete als auch sah.
Und die Volksmenge staunte und sprach: Ist dieser nicht etwa der Sohn Davids?
Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!
Wie wir sehen, wurde ein sehr übel geplagter Mensch zu Jesus gebracht, und durch die Gebete von Jesus wurde auch dieser frei und gesund. Und die Volksmenge staunte darüber besonders und überlegte, ob dies vielleicht ein Beweis dafür ist, dass Jesus der Messias sein muss. Denn aus den Schriften geht hervor, dass der Messias den König David in seiner Blutlinie haben wird, und deshalb beraten die Menschen des Volkes darüber, ob Jesus der Sohn Davids sein könnte. Aber das ist natürlich das Allerletzte, was den Pharisäern in dem Kram passt, wenn das Volk ihm nicht nur hinterherläuft, sondern ihn obendrein auch noch als Messias anerkennt, da ja der Messias die wichtigste Schlüsselfigur ist, die es in den Prophezeiungen gibt. Dann würden die Pharisäer endgültig die Kontrolle über das Volk verlieren, wenn eben dieser Jesus, der ihnen schon so oft Kontra gegeben hat und sich ihrem religiösen Blödsinn nicht beugte, vom Volk als die messianische Leitfigur akzeptiert wird. Deswegen wollen die Pharisäer um jeden Preis die Glaubwürdigkeit von Jesus untergraben und ihn zu einem verwerflichen Mensch erklären, damit das Volk möglichst schnell anfängt, ihn zu verachten und nicht mehr über solche Fragen nachzudenken wie darüber, ob Jesus vielleicht der Messias sein könnte. Und die Pharisäer versuchen ihr unverschämtes und eigennütziges Ziel erneut zu erreichen, indem sie unterstellen, dass Jesus die Kraft eines mächtigen Dämonenfürsten benutzen würde und sozusagen mit dem Satan im Bund stehen würde und deshalb die niedriger geordneten Dämonen Jesu Befehle befolgen. Diese Lästerung sprechen sie ganz sicher nicht, weil sie Angst haben, dass das Volk sich böse Geister einfangen würde, wenn es an Jesus glaubt und sie das Volk beschützen wollen, sondern sie wollen dadurch ihre eigene Machtposition beschützen und Jesus verächtlich machen in den Augen des Volkes.
In den nächsten Versen werden wir sehen, dass Jesus diesmal versuchte, mit möglichst vernünftigen Worten auf diese Lästerung zu reagieren, was sicherlich schwierig war, da es sich um eine schwere Beleidigung handelt, ihm zu unterstellen, er sei selbst von Beelzebul besessen. Wir lesen in den Versen 25 und 26:
Da aber Jesus ihre Gedanken kannte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und keine Stadt, kein Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann bestehen.
Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so ist er mit sich selbst uneins. Wie kann dann sein Reich bestehen?
Hier versucht Jesus darauf aufmerksam zu machen, dass der Satan doch wohl kaum sein eigenes Reich ruinieren würde. Was hätte er davon, seine eigenen Diener zu verjagen, eigene Gefangene zu befreien und sich selbst zu schädigen? Das wäre verrückt und ergibt beim besten Willen keinen Sinn. Darüber hinaus ist es so, dass in den damaligen Zeiten auch vereinzelt jüdische Männer durch die Gegend zogen, die sich mit Beschwörungen auskannten und versuchten, dadurch den von bösen Geistern besessenen Menschen Befreiung zu verschaffen. Von der Tatsache, dass durch Gottes Gesetz alle Arten der Beschwörungen verboten wurden, weil es sich für Gott um einen Gräuel handelt, schienen diese Männer keine Ahnung zu haben, denn sie praktizierten Beschwörungen in der Absicht, Menschen zu helfen. Und auch das bringt Jesus zur Sprache, indem er in Vers 27 folgendes sagt:
Und wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.
Hier erwähnt Jesus, dass durch die Vorgehensweise von jüdischen Beschwörern ja ebenfalls Dämonen teilweise ausgetrieben werden. Und Jesus stellt die Frage in den Raum, wie das sein kann bzw. wie das bei denen funktioniert. Muss man über die sagen, dass sie die Kraft von Beelzebul benutzen? Das sollte man sich wirklich mal überlegen. Denn wenn es immer nur eine satanische Kraft ist, die bei Austreibungen benutzt wird, dann ist ja absolut jeder ein Satansdiener, der Dämonen austreibt, auch die Söhne der hoch angesehenen und frommen Pharisäer, wenn sie Beschwörer sind.
Jedenfalls erzählt Jesus in seiner Argumentation als nächstes etwas Bemerkenswertes darüber, wie die Austreibungen funktionieren, die er bewirkt. Wir lesen in den Versen 28 und 29:
Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen!
Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken bindet? Erst dann kann er sein Haus berauben.
Das ist durchaus etwas Besonderes, was laut diesem Bericht Jesus gesagt hat. Man liest in Vers 29, dass die Austreibung damit vergleichbar ist, das Haus eines starken auszurauben. Also der Teufel, der Fürst dieser Welt ist sozusagen der Starke, genau so sind seine Dämonen stark im Geistlichen, und das Haus ist der Körper des besessenen Menschen, wo die ganzen Dämonen drin wohnen, die der Mensch sich durch all seine verkorksten Entscheidungen im Laufe seiner Lebenszeit zugezogen hat, und die gegebenenfalls auch durch Generationsflüche der Eltern ein Anrecht haben. Und dann kommt einer, der noch stärker ist, nämlich Jesus, betet für die Person, und alle bösen Geister werden hinausgeschafft vom Heiligen Geist, und der ganze Körper gehört dann erstmal Jesus. Dies funktioniert aber laut dieser Erzählung nur, wenn der Starke zuerst gebunden wurde. Jesus fesselt also erstmal den Hausbesitzer, also den Dämon, der die Leitung hat, damit dieser die Räumungsarbeiten nicht mehr behindern kann, und dann schafft er alles raus, was nicht mehr im Haus sein soll. Das ist es, was im Geistlichen bei einer echten, Gott wohlgefälligen Austreibung passiert. Allerdings muss man dabei natürlich wirklich den haben, der noch stärker ist als der Starke, sonst kann man den Starken ja gar nicht erst binden, sondern wird von ihm in die Flucht geschlagen.
Weiterhin lesen wir folgende Aussagen in den Versen 30 bis 32:
Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!
Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden.
Und wer ein Wort redet gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen.
In Vers 30 meint Jesus, dass man für ihn und unter seinem Name Wunder wirken soll, denn wer unter irgendeinem anderen Name Wunder wirken will, der handelt dadurch automatisch gegen Jesus. Und wer die Menschen unter irgendeinem anderen Name zu einer Versammlung ruft als unter dem Name Jesus, der ist ebenfalls jemand, der bereits dadurch schon gegen Jesus arbeitet. Das gilt es aber zu vermeiden, wenn man Jesus ernstnimmt. Und in den letzten beiden Versen erklärt Jesus, was für eine schwere Sünde es ist, wenn man ein Wunderzeichen, das Gott höchstpersönlich bewirkte, zu einer Tat des Teufels erklärt. Das ist eine Lästerung, die so schwer wiegt, dass es dafür niemals Vergebung von Gott zu erwarten gibt. Wenn jemand Jesus lästert, so kann der Mensch Vergebung finden, wenn er es hinterher bereut. Wenn aber jemand eine Tat lästert, die Gott selbst getan hat, als wäre das Teufelswerk, so ist dieser Mensch offensichtlich unrettbar verloren. Das zeigt uns als Jesus-Nachfolger, wie zurückhaltend wie damit sein müssen, über irgendwas Übernatürliches zu lästern, was Gott tut.
Die Pharisäer kannten aber offensichtlich überhaupt keine Zurückhaltung, wenn es darum ging, Lästerungen auszurufen, auch dann nicht, wenn sie das offensichtliche Wirken Gottes lästern bei den Befreiungen. Das ist bei ihnen klar, da sie schlicht und ergreifend böse Menschen sind, schlimmer als das restliche Volk, wobei sie dummerweise eine viel zu hohe Position und ein viel zu hohes Ansehen im Volk genießen. Jesus hält ihnen aber ihre Bosheit völlig unerschrocken vor Augen, denn er sagte laut den Versen 33 bis 35:
Entweder pflanzt einen guten Baum, so wird die Frucht gut, oder pflanzt einen schlechten Baum, so wird die Frucht schlecht! Denn an der Frucht erkennt man den Baum.
Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.
Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz des Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus seinem bösen Schatz Böses hervor.
Laut diesen Worten schreckte Jesus nicht davor zurück, die Pharisäer als Schlangenbrut zu bezeichnen in dieser Lage. Denn sie selber sind es ja, die so reden wie man es vom Teufel kennt. Lästerungen verlassen ihren Mund, das Gesetz Gottes verdrehen sie mit verrückten Ergänzungen, Geldgier und Hochmut bezeichnen ihren ganzen Lebensweg. Vielleicht stehen sogar sie selber mit Beelzebul im Bund und unterstellen es deshalb Jesus. Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund. Das ist eine wichtige Weisheit, die man als Jesus-Nachfolger ganz tief in das eigene Herz fallen lässt, damit man sich vor bösen Menschen schützen kann. Die Menschen reden immer das, wovon ihr Herz gerade überläuft. Sie können es gar nicht anders. Wenn jemand einem anderen Mensch ein Verbrechen unterstellt, um den Mensch in Verruf zu bringen, dann unterstellt er normalerweise genau das Verbrechen, das er in Wahrheit selber tut. Denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund. Und wie kommen denn die Pharisäer darauf, ausgerechnet Beelzebul zu nennen, wenn sie Jesus kritisieren? Es gibt ja nicht nur diesen Fürst im Reich des Satans, sondern der Satan hat auch noch andere Fürsten mit anderen Namen. Warum wird also von den Pharisäern ausgerechnet dieser Name genannt? Wie kommen sie darauf? Das ist schon äußerst verdächtig. Wenn sie aber gute Herzen hätten, dann würden auch gute Worte aus ihrem Mund kommen, und zwar fließend, ohne dass sie groß darüber nachdenken müssen. Denn böse Menschen können nur dann gute Worte reden, wenn sie vorher intensiv ihre Worte planten. Aber was Menschen in einem Moment der spontanen und fließenden Rede sprechen, das ist es, was wirklich in ihren Herzen wohnt. Das kann man bei allen Menschen beobachten, egal wie jung oder alt sie sind.
Allerdings ist es unklug, einfach in Leichtfertigkeit jedes Wort unüberlegt daher zu plappern, das einem gerade irgendwie auf dem Herzen ist, denn Jesus sagte laut Vers 36 und 37:
Ich sage euch aber, dass die Menschen am Tag des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben.
Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden!
Hier sehen wir deutlich, und das nimmt man in der Nachfolge Jesu sehr ernst, dass Gott alle Worte gegen uns verwenden kann, die wir jemals gesprochen haben. Unsere Worte sind etwas, wofür wir hinterher auch die Verantwortung tragen werden. Daran müssen wir stets denken, und wir müssen bei allem, was wir gesagt haben und sagen wollen, uns selbst fragen: Wenn Gott mich deswegen zur Rede stellt, kann ich es ihm dann gemäß seinem Gesetz in gerechter Weise erklären, warum ich so geredet habe?
Während nun aber Jesus so harte, aber gleichzeitig lehrreiche Worte sprach, ist es wohl leider nichts Besonderes, dass außer Widerspenstigkeit und stärkerer Anfechtung nicht wirklich irgendwas von den Pharisäern kommt. Demgemäß lesen wir in Vers 38:
Da antworteten etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer und sprachen: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen!
Hier sollte man sich bei dieser Forderung von den Pharisäern zuerst mal die Frage stellen, ob etwa die Befreiung und Heilung eines taubstummen Mannes gar kein Zeichen war? Denn bereits dadurch erwies sich Jesus eigentlich schon als Diener Gottes. Da sie aber dies nicht als Zeichen Gottes werten wollen, stellt sich die Frage, was genau sie da jetzt eigentlich erwarten? Wollen sie etwa die Stimme Gottes vom Himmel hören? Das verdienen sie überhaupt nicht. Sie sind böse Menschen, die halsstarrig an ihrer Bösartigkeit festhalten, und Gott hat absolut keinen Grund, ihnen persönlich irgendein bestätigendes Zeichen zu geben, das über Jesus ein noch eindeutigeres Zeugnis ausstellt als die Dinge, die bisher schon geschehen waren, aber vor ihnen gar nichts galten. Sie nahmen ja das, was direkt vor ihren Augen passierte, sowieso nicht ernst. Daher lesen wir auch folgende Reaktion von Jesus in den Versen 39 und 40:
Er aber erwiderte und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona.
Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Riesenfisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.
Hier sagt nun also Jesus deutlich, dass ihnen kein spontanes Zeichen gegeben wird, aber dass dennoch ein Ereignis passieren wird, welches ihnen als bestätigendes Zeichen ausreichen muss. Leider hat Matthäus etwas durcheinandergebracht, wenn er hier berichtet, Jesus hätte gesagt, er würde drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Das hat Jesus nicht gesagt, und es ist Unsinn, denn Jesus ist ungefähr einen anderthalben Tag tot gewesen nach seiner Kreuzigung. Er starb ungefähr zur späten Nachmittagszeit am Freitag und wurde am Sonntagmorgen bei Sonnenaufgang von Gott auferweckt, sodass er auferstehen konnte aus den Toten. Er war niemals drei Tage und drei Nächte lang im Schoß der Erde. Und doch ist die Art und Weise, wie Jesus reagierte, in die richtige Richtung gehend aufgeführt. Jesus hatte nämlich den Pharisäern versucht zu erklären, dass Jona von den Niniviten als ein von Gott kommender Mensch ernstgenommen wurde, als Jona lebendig aus dem Bauch eines Fisches herauskam, obwohl manch einer sicherlich vermuten würde, Jona wäre schon längst tot gewesen. Und genau so wird Jesus lebendig aus dem Grab heraus kommen, in seinem Fall sogar, obwohl er tatsächlich tot gewesen ist, und dieses unfassbare Wunder soll das eindeutige Zeichen für alle Menschen sein, dass man Jesus ernstnehmen muss. Es ist der Beweis, dass Jesus wirklich von Gott ist, weil Gott niemals einen Sünder aus den Toten auferstehen lassen würde, sondern nur einen, der ihm wohlgefällt.
Da aber Jesus gerade begonnen hatte, über das Ereignis von dem Prophet Jona zu sprechen, sagt er noch ein bisschen mehr darüber, denn wir lesen folgende Aussage von ihm in Vers 41:
Die Männer von Ninive werden im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und werden es verurteilen, denn sie taten Buße auf die Verkündigung des Jona hin; und siehe, hier ist einer, der größer ist als Jona!
Durch die hier berichtete Verkündigung offenbart Jesus etwas Besonderes, was am Ende im Gericht Gottes passieren wird. Man wird in Gottes Gericht die Menschen als Zeugen aufrufen, die sich richtig verhalten haben. Und diese werden dann erklären, warum sie sich richtig verhielten, und durch diese Zeugnisse werden alle Sünder zum Schweigen gebracht werden, die versuchen, ihr gotteslästerliches Verhalten zur Gerechtigkeit zu erklären. Im Fall der Menschen aus der Stadt Ninive wird es so sein, dass ihr Verhalten, welches in diesen Tagen enorm vorbildlich war, ein superstarkes Zeugnis im Gericht ist. Als nämlich der Prophet Jona in die Stadt Ninive hineingegangen war, um auszurufen, dass die ganze Stadt in 40 Tagen von Gott zerstört wird, da hörten es die Leute und nahmen es sofort ernst und brachten die Kunde vor den König, und der König befahl der gesamten Bevölkerung, sofort aufzuhören mit allen bösen Taten und sich in Sacktuch und Asche zu kleiden. Sogar die Tiere wurden mit Sacktuch bekleidet, und der König verlangte, dass die ganze Einwohnerschaft Gott um Gnade anflehen sollte, damit Gott es sich doch noch anders überlegt. Und die Leute taten das alle. Der König selbst saß in Sacktuch da, und ebenso alle Einwohner der Stadt. Und Gott sah das, und es beeindruckte ihn so sehr, dass er abließ von seinem großen Zorn und die Stadt doch verschonte, als Reaktion auf die sofort stattfindende Buße, die das gesamte Volk mit völliger Ernsthaftigkeit an den Tag legte. Das war ein besonderes Ereignis. Und wenn dann in Gottes endgültigem Gericht ein Sünder vorgeladen ist, der gefragt wird, warum er nicht ablassen wollte von der Sünde, dann kann dieser natürlich versuchen, sich mit faulen Ausreden herauszuwinden. Er könnte zum Beispiel behaupten: „Ach, das hätte doch sowieso nichts verändert, hätte ich Buße getan. Ich konnte genau so gut weiter sündigen, wenn Gott einmal zornig war.“
Und dann wird man die Menschen von Ninive als Zeugen aufrufen, und sie werden ihre Geschichte erzählen, wie sie Buße taten und somit gerettet wurden, obwohl ihre Stadt eigentlich in 40 Tagen zerstört werden sollte. Und so wird der Sünder überführt werden, dass er nicht etwa die Buße verweigerte, weil es nutzlos wäre, sondern allein um seines verdorbenen Herzens willen, weil er keinen Bock hatte, Gott ernstzunehmen und lieber all das tun wollte, wonach ihn gelüstet. Und dem Sünder wird gar nichts mehr übrig bleiben, was er noch als Grund für seine Verkehrtheit vorbringen könnte, um sich vor Gott zu rechtfertigen, und dann wird er hinabgeworfen in den ewigen Feuer- und Schwefelsee, wo die Qualen kein Ende nehmen, und der Rauch seiner Qual wird aufsteigen bis in die Ewigkeiten der Ewigkeiten, weil er Gott sinnlos verachtete und auf seine eigene Schändlichkeit sein Vertrauen setzte. All dies soll offenbar werden durch die Worte von Jesus aus Vers 41.
In Vers 42 bringt Jesus noch ein anderes Beispiel, denn laut diesem Vers sagte er Folgendes:
Die Königin des Südens wird im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und wird es verurteilen, denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören; und siehe, hier ist einer, der größer ist als Salomo!
Auch dabei wird wieder etwas beschrieben, was ganz am Ende in Gottes Gericht passieren wird. Die Menschen, die sich geweigert haben, die Worte von Jesus anzuerkennen und festzuhalten, werden für ihre törichte Entscheidung keine Ausrede finden. Und wenn sie auch noch so sehr versuchen, sich selbst davon zu überzeugen, dass die Worte von Jesus schlecht wären, so nützt es ihnen am Ende nichts. Denn in den Tagen des Königs Salomo gab es auch die Königin von Saba. Dabei gilt zu beachten, dass Gott höchstpersönlich eine sehr große Weisheit in das Herz von Salomo gelegt hatte. Diese Weisheit war so genial, dass es alle anderen Weisen in diesen Tagen übertraf, und es gab zu Salomos Zeiten niemanden auf Erden, der so weise war wie er. Und die Königin von Saba hörte das, aber sie wohnte extrem weit weg von Jerusalem, in einem fremden Land, und es würde eine unfassbar beschwerliche Reise nötig sein, um bis nach Jerusalem gelangen zu können und Salomo selbst zu erleben. Aber die Königin von Saba kam immer mehr zu der Überzeugung, dass es das wert sein muss und dass man doch nicht einfach die Worte der Weisheit ignorieren kann, die Salomo zu sagen hat. Denn wann würde man jemals wieder eine solche Gelegenheit bekommen, einen Mann mit einer derart großen Weisheit zu hören, dass niemand anders auf Erden ihm vergleichbar wäre? Die Königin von Saba fand dieses Ziel so wertvoll, die aus Gott stammende Weisheit zu hören, die im Herzen von Salomo war in diesen Tagen, als er noch gottesfürchtig lebte, dass sie nicht davor zurückschreckte, die unfassbar weite und beschwerliche Strecke auf sich zu nehmen, nur damit sie Salomo begegnen kann. Und sie machte sich auf den Weg und erreichte Jerusalem auch und kam in den vollen Genuss der Weisheit Salomos. Jesus aber, der Messias und Sohn Gottes, hat wahrhaftig eine Weisheit, die sogar noch größer ist als die Weisheit von Salomo. Und es werden Sünder in Gottes Gericht sein, die befragt werden wegen ihrem falschen Wandel, und Gott wird sie fragen: Warum hast du dich nicht eifrig bemüht, die Worte von Jesus zu lernen?
Dann kann der Sünder versuchen, sich mit faulen Ausreden herauszuwinden, indem er zum Beispiel sagt: „Es hat doch viele Menschen gegeben auf Erden, die weise waren. Woher hätte ich denn wissen sollen, dass ausgerechnet Jesus die größte Weisheit hatte? Ich habe schon hin und wieder mal den einen oder anderen Mensch den Name Jesus bezeugen hören, aber mir kam das nun wirklich nicht so vor, als wäre es das Größte, was Gott den Menschen zu geben hat.“
Dann wird der Mensch erklärt bekommen, dass die Weisheit von Jesus noch größer war als die von Salomo, wie auch Jesus selbst es hier in diesem Kapitel betont. Man muss es nur eben in das eigene Herz fallen lassen, dass es wirklich so ist. Und man wird die Königin von Saba holen, damit sie ihre Geschichte erzählt, wie sie eine übelst strapaziöse Reise auf sich genommen hatte, allen Widrigkeiten zum Trotz, weil sie etwas so Wertvolles wie die aus Gott stammende Weisheit, die Salomo im Herzen hatte, doch unmöglich missachten konnte. Und der Sünder wird gefragt werden, warum er die Worte von Jesus, für die er gar nicht erst eine große Reise antreten musste, weil sie extra von Evangelisten bis zu ihm getragen wurden, nicht mit mindestens genau der gleichen Bereitwilligkeit annehmen wollte, obwohl sie ganz offensichtlich und nachweislich das Größte sind, was der Mensch hören kann. Und der Sünder wird nach Ausreden suchen, aber keine finden, die vor Gott bestehen können, und alle Menschen, die nach Gottes Wille suchten, werden ihre Zeugnisse über ihren eigenen Lebenswandel aussprechen, und es wird sämtliche Sünder überführen, sodass sie alle in gerechter Weise an den Punkt gebracht werden, ihrer verdienten Strafe entgegen zu treten ohne irgendwelche billigen Ausflüchte. Denn Jesus redete direkt vor den Menschen, und seine Weisheit war größer als die von Salomo, und doch wurde dies von den Menschen verachtet und in keiner Weise ernstgenommen, weil ihnen ihr törichter und närrischer Irrsinn, der sie ins Verderben leitet, angenehmer gewesen ist als die lebensspendende Weisheit, die von Gott ist. Und dafür werden sie die Konsequenzen tragen, dass sie eine derart bescheuerte Entscheidung getroffen haben, das schleichende Verderben zu bevorzugen gegenüber der Heiligung zum Leben und sich dabei auch noch selbst für klug zu halten.
Sehr bemerkenswert ist aber auch, weil die hier berichtete Diskussion zwischen Jesus und den Pharisäern zuerst wegen einer Dämonenaustreibung entfacht worden war, dass Jesus noch etwas sehr Wichtiges zu diesem Thema zu sagen hat. Denn wir lesen in den Versen 43 bis 45:
Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht.
Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich gegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt.
Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die bösartiger sind als er; und sie ziehen ein und wohnen dort, und es wird zuletzt mit diesem Menschen schlimmer als zuerst. So wird es auch sein mit diesem bösen Geschlecht!
Durch diese Verse erfahren wir die Wahrheit darüber, was passiert, wenn ein Dämon ausgetrieben wurde. Er schwirrt ziellos und voll Unbehagen durch die Gegend. Das hat zu bedeuten, dass jeder Mensch euch anlügt, der euch einreden will, ein dämonischer Geist würde in die Hölle hinabfahren, wenn er ausgetrieben ist. Wer sowas behauptet, redet gegen Jesus und ist definitiv einer, der Jesus nicht kennt, sondern Leute verführt. Wir sehen an Vers 44, wie Jesus selbst es uns erklärt, dass ein dämonischer Geist nach der Austreibung einen Ort sucht, an dem er Ruhe findet, aber er findet sie nicht. Und dann hat er automatisch in sich das Begehren, dass er wieder in dem Haus wohnen will, aus dem er vertrieben wurde, nämlich aus dem Körper des ehemals besessenen Menschen. Der böse Geist wird aber nicht nur von sich aus dieses Begehren haben, sondern der Teufel wird auch alle sprichwörtlichen Hebel in Bewegung setzen, um das Anrecht dazu einzuklagen, dass der Geist wieder zurückkehren kann in den Mensch, aus dem er ausgetrieben wurde. Man sieht auch allgemein an der Erzählung von Jesus, dass der böse Geist sich unwohl fühlt, wenn er in der Gegend herumschwirren muss. Aus eben diesem Grund will er in den Mensch wieder einfahren, wo er schonmal war, weil er sich dort wohler fühlt. Aber die Sache mit dem Wohlfühlen klappt nicht, wenn der Geist einfach so wieder zu dem Mensch zurückkehren will. Denn der von Dämonen befreite Mensch ist vergleichbar mit einem Haus, in dem alles saubergemacht wurde und das nun rein und ordentlich aufgeräumt ist. Das regt den bösen Geist auf, und er kann sich in Reinheit nicht wohlfühlen, weil er sich nur wohlfühlt in einem Zuhause, das unordentlich und schmutzig ist. Und es wäre sehr viel Arbeit für ihn allein, alles wieder unordentlich und schmutzig machen zu müssen, um sich sein Haus, also den Körper des Menschen, so einrichten zu können, dass der böse Geist sich darin wohlfühlt. Deswegen holt sich der böse Geist noch andere Dämonen als Verstärkung, damit sie alle einfahren und alles unordentlich und schmutzig machen, denn wenn sie das zusammen erledigen, dann geht es viel schneller. Allerdings leidet ein Mensch natürlich immer heftiger, je größer die Anzahl der Dämonen ist, die in ihm Wohnung genommen haben. Deshalb erklärt Jesus in diesen Versen das alles in einem sehr warnenden Stil. Und die Belehrung für uns daraus soll jene sein, dass man auf gar keinen Fall noch weiter sündigen darf, wenn man einmal von Dämonen befreit wurde. Denn wer danach immernoch sündigt, der gibt dem Teufel wieder Grund zur Anklage, und dann ist es unvermeidbar, dass der Dämon zurückkommt und sogar noch schlimmere Arten mitbringt. Man kann nur sicher davor sein, dass der Dämon zurückkommt, wenn man die Sünde ganz unterlässt, weil dann die Anrechte fehlen. Denn mit einem ausgetriebenen Dämon passiert nichts Anderes als nur das, dass er durch die Gegend schwirrt und eine große Sehnsucht danach entwickelt, wieder zurück in den Tempel, also in den Körper des Menschen zu kommen. Man kann sich daher sicher sein, dass es genau so passieren wird, wenn man schonwieder sündigt. Das ist der Zustand dieser Welt, der nicht verändert wird, dass die bösen Geister nach der Austreibung auf ihre möglichst schnelle Rückkehr hoffen, die aber von dem Allerhöchsten genehmigt sein muss, gleichwie die Austreibung von ihm genehmigt war. Und wer das begreift, der wird auch erkennen, wie verhängnisvoll dann das Sündigen wäre. Die aber, welche diese Realität ausblenden und einfach glauben, sie würden jetzt aus Gnade sowieso frei bleiben, die werden erleben, dass es mit ihnen schlimmer wird als vorher. Das sind nicht meine eigenen Worte, sondern es ist genau das, was Jesus uns in den Versen 43 bis 45 erklärt.
Und in den letzten fünf Versen dieses Kapitels passiert es dann plötzlich, dass die Mutter von Jesus samt den leiblichen Brüdern ankommt, um Jesus zu ergreifen. Und wie Jesus auf diese Frechheit reagiert, das werden wir jetzt herausfinden. Es steht geschrieben in den Versen 46 bis 50:
Während er aber noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wollten mit ihm reden.
Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden!
Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?
Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Seht da, meine Mutter und meine Brüder!
Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter!
Hier erkennen wir, welche Menschen von Jesus als seine echte Familie betrachtet werden. Es sind alle Menschen, die den Willen seines Vaters im Himmel tun. Wir selbst also als Jesus-Nachfolger, wenn wir wirklich das tun, was sein Vater will, dürfen basierend auf diesen Versen sagen, dass Jesus zu unserer Familie gehört und wir zu seiner. Das ist sehr erstaunlich, zeigt aber auch deutlich auf, wie wichtig das tun von Gottes wahrem Wille ist.
Und nun sind wir mit Kapitel 12 durch. Was lernen wir daraus, und was können wir uns besonders für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Wir sollten durch dieses Kapitel erkennen, dass barmherziges Handeln in einem unbedingt notwendigen Maß auch am Sabbattag immer richtig ist, so lange es sich nur mal um kurze Handgriffe handelt. Wenn irgendeiner uns jemals wegen sowas belangen würde, könnten wir das getrost abweisen und auf das Vorbild des Messias verweisen.
Ein noch großartigeres Vorbild erhalten wir durch die Friedfertigkeit, die an Jesus erkennbar wurde, wann immer Menschen irgendwelche Anschläge gegen ihn planten. Jesus ging dann einfach und suchte Orte des Friedens. Genau das gleiche tun wir als Jesus-Nachfolger auch.
Ansonsten erkennen wir, dass dieses Kapitel eines von denen ist, die sich gut eignen, um wichtige Wahrheiten über Dämonenaustreibung zu lernen. Wir sehen anhand dieses Kapitels, dass wir niemals die Dinge zu einem Teufelswerk erklären dürfen, die durch das Wirken des von Gott ausgeteilten heiligen Geistes passieren, da wir ansonsten die Taten lästern, die er selbst in die Wege geleitet hat, und man kann ja nicht einfach dem Teufel die Dinge zuschreiben, die Gott tut. Außerdem entdecken wir in diesem Kapitel den sehr wichtigen Ausspruch: Wovon das Herz des Menschen voll ist, davon redet sein Mund. Daran erkennen wir, dass wir uns als Jesus-Nachfolger niemals von freundlichen Gesichtern der Menschen oder allgemein von Gestik und Mimik beeinflussen lassen sollten, sondern dass wir ganz genau zuhören müssen, welche Worte gesagt werden, denn anhand ihrer gesprochenen Worte offenbaren sie viel häufiger, was wirklich in ihnen vorgeht, als anhand ihrer Gesichtszüge. Diese Weisheit kann und sehr dabei helfen, nicht auf Menschen hereinzufallen, die hinterhältig auftreten, um uns in irgendwas hineinzuziehen, was überhaupt nicht gut ist.
Und außerdem sollte uns durch die Erklärung darüber, was die bösen Geister nach ihrer Austreibung tun, die sehr ernste Realität vor Augen sein, dass wir nicht leichtfertig Menschen begegnen sollten, die böse Geister haben, um sie zu befreien. Denn wenn wir für die Befreiung von Menschen beten, die zwar von bösen Geistern geplagt sind, aber die auch nach ihrer Befreiung absolut keine Motivation haben, die Gebote zu befolgen, dann ist es sicher, dass sie eine heftigere Plage bekommen werden als zuvor. Und das ist dann unsere Schuld, die wir für die Geplagten beteten. Denn in genau der Zeit, wo der Dämon ausgetrieben ist und ziellos umherschwirrt, ist er auch auf der Suche nach neuen bösen Geistern, die er dann mitbringen wird, wenn er wieder zurückkommt. Hätte man ihn aber nicht ausgetrieben, hätte er auch gar nicht erst Kontakt zu anderen bösen Geistern gesucht. Das ist ein wichtiges Detail, das man nicht missachten darf, sofern man jemals einen übernatürlichen Dienst von Jesus bekommt und darin gerecht und weise handeln will. Viele aber, die Jesus nachfolgen, werden allgemein nicht dazu berufen werden, dies zu tun. Ob man aber so einen Dienst hat oder nicht: Man muss immer wissen, wie die Dinge wirklich laufen, damit man nicht für dumm verkauft werden kann, wenn man andere beobachtet, die von Dämonenaustreibungen reden bzw. diese scheinbar praktizieren.
Das ist soweit alles, was für dieses Video zu sagen ist.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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