Text zu "Bibellehre - Kapitel 14 im Evangelium des Matthäus"

Link zum Video: https://youtu.be/EXm8eVRxteM

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 14 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieser Kapitel anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wenn ihr schon mit den Inhalten der bisherigen Kapitel vertraut seid, dann erinnert ihr euch bestimmt auch daran, wie manchmal von einem wichtigen Prophet Gottes geredet wurde, nämlich von Johannes dem Täufer. In Kapitel 3 haben wir einen Bericht über den Dienst in Erfahrung gebracht, den er für Gott ausführte, wie Matthäus es berichtet. In Kapitel 4 gab Matthäus die kurze Anmerkung, dass Johannes der Täufer ins Gefängnis gesperrt wurde. Und in Kapitel 11 wird berichtet, wie Jesus über Johannes redete und den Leuten offenbarte, dass es sich bei Johannes um den verheißenen Elia handelt, der auftreten soll laut den Schriften, bevor das Ende kommt. Allerdings hatten wir bisher im Evangelium des Matthäus leider keine Details darüber in Erfahrung bringen können, warum Johannes der Täufer im Gefängnis landete. Dies wird sich nun ändern, weil in dem Kapitel, das wir jetzt behandeln werden, gleich am Anfang etwas über Johannes den Täufer berichtet wird. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 4:

Zu jener Zeit hörte der Vierfürst Herodes das Gerücht von Jesus. 
Und er sprach zu seinen Dienern: Das ist Johannes der Täufer, der ist aus den Toten auferstanden; darum wirken auch die Wunderkräfte in ihm! 
Denn Herodes hatte den Johannes ergreifen lassen und ihn binden und ins Gefängnis bringen lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 
Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben! 

Diese Verse wirken in der vorhandenen Anordnung vielleicht ein wenig verwirrend, aber wir erkennen daraus zumindest erstmal den Grund, warum Johannes der Täufer im Gefängnis gelandet war. Johannes hatte den König Herodes getadelt, und als Reaktion darauf ließ der König ihn ins Gefängnis werfen. Leider kam dann aber auch der Tag, an dem Johannes getötet wurde. Das wird uns in den Folgeversen noch genauer erklärt. Wenn wir aber die Verse 1 bis 4 mal genauer betrachten, dann fällt auf, dass König Herodes das Gerücht von Jesus hörte. Das heißt: Herodes wusste eigentlich erstmal gar nichts von Jesus. Aber dann kommen seine Diener eines Tages zu ihm und sagen: „Es gibt da so einen Mann, der wandert durch die Gegend und betet für Kranke, und sie werden gesund, und er treibt auch Dämonen aus und ruft Belehrungen umher, und er hat sogar schon Tote auferweckt!“
Und da erschrak der König Herodes, als er hörte, dass da ein geheimnisvoller Mann durch die Gegend läuft, der solche Dinge bewirkt. Und Herodes fragte sich natürlich sofort, wer das sein soll. Das ist aber noch nicht alles, was ihm durch den Kopf ging. Denn der König Herodes hatte ja den Prophet Johannes ins Gefängnis werfen und ihn dann töten lassen. Aber die Sache mit dem Töten gefiel dem König nicht, und er hatte ein sehr schlechtes Gewissen deshalb, also weil er einen Mann Gottes getötet hatte. Das ließ seinem Gewissen keine Ruhe. Als er dann dieses Gerücht von einem Mann hörte, der Wunderzeichen wirkt, da dachte er wegen seinem schlechten Gewissen sofort an Johannes den Täufer und befürchtete, dass Johannes aus den Toten auferstanden ist und nun als ein anderer Mann durch die Gegend läuft und sich an Herodes rächen wird. Deswegen hat Herodes so eigenartig reagiert, wie man es in Vers 2 erfährt. Außerdem erfahren wir in Vers 3 auch den Tadel, den Johannes gesprochen hatte. Der König Herodes hatte seinem Bruder die Ehefrau gestohlen, um sie selber zu heiraten. Und dafür gab es einen Tadel von Johannes. Denn das ist ja Ehebruch. Aber der König sah seine Ehre verletzt, als Johannes ihn tadelte, und sperrte ihn deshalb ins Gefängnis.

Wie es aber dazu kommen konnte, dass Johannes sogar getötet wurde, obwohl das dem König nicht gefiel, das erfahren wir, wenn wir weiterlesen. Es steht geschrieben in den Versen 5 bis 12: 

Und er wollte ihn töten, fürchtete aber die Volksmenge, denn sie hielten ihn für einen Propheten. 
Als nun Herodes seinen Geburtstag beging, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen und gefiel dem Herodes. 
Darum versprach er ihr mit einem Eid, ihr zu geben, was sie auch fordern würde. 
Da sie aber von ihrer Mutter angeleitet war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers! 
Und der König wurde betrübt; doch um des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er, es zu geben. 
Und er sandte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. 
Und sein Haupt wurde auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte es ihrer Mutter. 
Und seine Jünger kamen herbei, nahmen den Leib und begruben ihn und gingen hin und verkündeten es Jesus.

Durch diese Verse erfahren wir von dem Drama, das geschehen war. Die gestohlene Ehefrau von Herodes wollte, dass Johannes der Täufer stirbt. Und als der König Geburtstag hatte, schickte sie ihre Tochter hin, um zu tanzen. Und als der König dann ihre Leistung belohnen wollte, verlangte die Tochter, weil ihre Mutter es ihr eingeredet hatte, dass man Johannes enthaupten soll, und der König tat es, weil er ihr mit einem Eid versprochen hatte, ihren Wunsch zu erfüllen, den sie äußern wird. Da ist wirklich so einiges schiefgegangen. Aber ganz offensichtlich waren die Tage von Johannes dem Täufer erfüllt, die er unter der Sonne zuzubringen hatte.
Da nun Jesus laut der Erzählung die traurige Neuigkeit hörte, lesen wir von folgender Reaktion in den Versen 13 und 14:

Und als Jesus das hörte, zog er sich von dort in einem Schiff abseits an einen einsamen Ort zurück. Und als die Volksmenge es vernahm, folgte sie ihm aus den Städten zu Fuß nach. 
Als nun Jesus ausstieg, sah er eine große Menge; und er erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken. 

Diese Erzählung hat etwas Bemerkenswertes an sich. Jesus war eigentlich in Trauerstimmung und wollte sich an einen einsamen Ort zurückziehen. Deswegen stieg er in ein Schiff. Aber die Volksmenge kannte den Ort, wohin ergehen wollte, und kam ihm zuvor. Und während Jesus den Ort erreicht, wartet die Volksmenge dort schon auf ihn. Da hat diese Sache mit dem Alleinesein wohl offensichtlich überhaupt nicht geklappt. Viele Menschen hätten an der Stelle von Jesus in diesem Moment die Volksmenge weggeschickt und verlangt, dass sie ihn in Ruhe lassen sollen. Aber Jesus erbarmte sich über sie und kümmerte sich um diese Volksmenge,die da auf ihn wartete. Er dachte nicht an sich selbst und an seine Trauer, sondern er schaute das Leiden der Menschen an und wollte es nicht ignorieren. Das ist ein sehr barmherziges und fürsorgliches Verhalten, gerade in so einer Lage. Und auch sowas kann uns als Jesus-Nachfolger definitiv als Vorbild dienen, dass man die Leiden der anderen wahrnimmt und sich über sie erbarmt, auch wenn man eigentlich lieber mal einen ruhigen Tag gehabt hätte. Jesus war den gesamten Tag mit der Volksmenge zusammen, die auf ihn gewartet hatte.

In den Versen 15 bis 17 lesen wir dann folgendes:

Und als es Abend geworden war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist einsam, und die Stunde ist schon vorgeschritten; entlasse das Volk, damit sie in die Dörfer gehen und sich Speise kaufen! 
Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben es nicht nötig, wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! 
Sie sprachen zu ihm: Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische. 

In dieser Situation ist es sehr verständlich, wenn die Apostel in Zweifel gerieten. Denn nachdem sie den Vorschlag machten, dass die Volksmenge nach Hause geschickt werden soll, um Speise zu finden, sagt Jesus allen Ernstes zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Das ist schon sehr außergewöhnlich. Was mag ihnen da wohl durch den Kopf gegangen sein? Sie waren ja nur ganz einfache Menschen und rechneten in so einer Lage überhaupt nicht mit dem Beistand Gottes. Und sie weisen Jesus deutlich darauf hin, dass sie nur fünf Brote und zwei Fische zur Verfügung haben. Davon können die zwölf Apostel nichtmal selber satt werden, und schon gar nicht könnten sie damit eine ganze Volksmenge sättigen. Die Reaktion von Jesus erfahren wir in den Versen 18 bis 21:

Da sprach er: Bringt sie mir hierher! 
Und er befahl der Volksmenge, sich in das Gras zu lagern, und nahm die fünf Brote und die zwei Fische, sah zum Himmel auf, dankte, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie dem Volk. 
Und sie aßen alle und wurden satt; und sie hoben auf, was an Brocken übrig blieb, zwölf Körbe voll. 
Die aber gegessen hatten, waren etwa 5.000 Männer, ohne Frauen und Kinder.

Hier sehen wir nun also, wie ein heftiges Wunderzeichen geschah, sodass durch die Kraft Gottes alle Menschen gesättigt werden konnten, obwohl eigentlich nur fünf Brote und zwei Fische zur Verfügung gestanden hatten. Der Bericht über ein solches Wunder kommt übrigens in allen vier Evangelien vor. Und hier in Vers 21 finden wir spezifisch die Erwähnung, dass etwa fünftausend Männer satt wurden, wobei die anwesenden Frauen und Kinder nicht mitgezählt wurden. Das hat vermutlich zu bedeuten, dass unter Berücksichtigung aller anwesenden Frauen und Kinder locker über zehntausend hungrige Menschen dort gewesen sein müssen, die alle versorgt werden konnten. Man muss sich diese Sache wohl so vorstellen, dass Jesus die Brote in die Hand nahm und zu Gott betete, dass die Brote in seiner Hand sich mehren sollen, und dann spürte er vermutlich im Geist, dass das Gebet erfüllt wird von Gott, und er sagte Danke und brach die Brote, und jedes Mal, wenn er ein Brot in zwei Hälften zerbrach, wuchs wahrscheinlich jede der beiden Hälften durch Gottes Wirken zu jeweils einem ganzen Brot heran, sodass Jesus, wenn er ein ganzes Brot teilte, dadurch jedes Mal zwei ganze Brote in den Händen hielt. Und es wurde alles nach und nach an die Menschen ausgeteilt.

Nachdem aber dieses Wunder geschehen war, hielt Jesus es wohl doch für eine gute Idee, die Volksmenge zu entlassen, denn wir lesen in den Versen 22 und 23:

Und sogleich nötigte Jesus seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer zu fahren, bis er die Volksmenge entlassen hätte. 
Und nachdem er die Menge entlassen hatte, stieg er auf den Berg, um abseits zu beten; und als es Abend geworden war, war er dort allein. 

Wie man sieht, hatte Jesus seine Jünger allein auf eine Seereise geschickt und war auf einen Berg gestiegen, um zu beten. Es scheint ganz so, als bräuchte er jetzt wirklich mal stille Zeit, um das Erlebte zu fassen und auch um von Gott zu erfahren, was als nächstes ansteht.

Während aber die Jünger allein auf der Seereise waren, spielte das Wetter ihnen übel mit, denn es steht geschrieben in Vers 24:

Das Schiff aber war schon mitten auf dem See und litt Not von den Wellen; denn der Wind stand ihnen entgegen. 

An diesem Vers sieht man, wie die Jünger abends auf dem See segelten und ihnen ein starker Wind entgegen stand. Ich weiß nicht, ob es ein heftig tobender Sturm war, aber auf jeden Fall liest man hier, dass das Schiff Not litt, also war es eine ernstzunehmende Gefahrensituation. Leider hatten die Jünger aber nicht gelernt, sich in so großer Not im Gebet an Gott zu wenden, und hatten daher viel Mühe, um diese Situation aus eigener Kraft zu überstehen. Es wird leider nicht gesagt, wie lange das dauerte, aber wird wohl so sein, dass es mehrere Stunden anhielt, bis es mit ihnen besser wurde in dieser Lage. Wodurch es aber besser wurde, das lesen wir in den Versen 25 bis 32:

Aber um die vierte Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. 
Und als ihn die Jünger auf dem See gehen sahen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht. 
Jesus aber redete sogleich mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! 
Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir auf das Wasser zu kommen! 
Da sprach er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff und ging auf dem Wasser, um zu Jesus zu kommen. 
Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und da er zu sinken anfing, schrie er und sprach: Herr, rette mich! 
Jesus aber streckte sogleich die Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 
Und als sie in das Schiff stiegen, legte sich der Wind. 

Man merkt an Vers 32, dass der Wind sich legte in dem Moment, wo Jesus zu ihnen in das Schiff stieg, denn so wird es ja erzählt in diesem Bericht, den wir gerade vor uns haben. Da könnte man jetzt eine Predigt draus machen, indem man alle Zuhörer fragt: Sitzt der echte Jesus Christus, welcher zwar nicht Gott ist,aber Gottes Sohn, auch schon bei dir mit im Schiff, um dir Ruhe zu verschaffen vor dem starken Wind und den hohen Wellen? Ich selbst kann von mir voller Freude sagen, dass der echte Messias im Schiff meines Lebens sitzt und dass sein Gott für mich alle Wogen glättet, während ich mit dem Messias zusammen zum vorgesehenen Ufer segle. Aber ich vermute keinen Sinn dahinter, jetzt wegen diesem Vers irgendwelche großartigen Predigten vom Stapel zu lassen. Man muss jedoch zugeben, dass dieser Bericht einen sehr einzigartigen Inhalt hat, also nicht nur in Vers 32, sondern viel mehr in den Versen davor.
Jesus kam um die vierte Nachtwache. Da ist die Nacht schon fast vorbei und der Morgen bricht bald an. Das heißt, dass die Jünger vom späten Abend bis fast zum Morgen auf sich allein gestellt waren. Und da sie nicht im Gebet zu Gott riefen, wurde es natürlich nicht besser in der Gefahr. Während sie aber in der tiefsten Nacht dann Jesus auf den Wasser laufen sehen und von ihrem Verstand her ja fest davon ausgehen, dass sowas absolut unmöglich ist und es gar nicht real sein kann, wenn sie einen Mensch auf dem Wasser mitten im Sturm sehen, denken sie natürlich, es wäre ein böser Geist. Das hat ihnen gerade noch gefehlt, nachdem sie schon Seenot hatten wegen dem Wind und den Wellen, dass sie jetzt obendrein auch noch von einem Gespenst heimgesucht werden. Es schien immer schlimmer und schlimmer zu werden. Aber dieses vermeintliche Gespenst war ja gar kein böser Geist. Es war Jesus, und wenn sie richtig hingeschaut hätten, dann hätten sie das auch erkannt. Auf jeden Fall ist ihre Angst aber sehr groß, und sie können es gar nicht glauben, dass es Jesus ist. Und da will Petrus prüfen, ob es stimmt, und er prüft es anhand einer sehr außergewöhnlichen Entscheidung. Er sagt, Jesus solle ihm befehlen bzw. ihn bevollmächtigen, selber auch auf dem Wasser zu gehen. Der Gedankengang von Petrus in dieser Lage lautete wahrscheinlich: „Wenn das der echte Jesus Christus ist, dann kann er mich auch auf dem Wasser gehen lassen, wenn es aber nur ein Gespenst ist, so wird dies unmöglich sein, denn ein Gespenst kann sowas nicht bewirken!“
Und wo Jesus ihm nun zuruft, dass er kommen soll, versucht Petrus doch tatsächlich, auch auf dem Wasser zu gehen, trotz dem Wetter, und es funktioniert sogar. Es ist an sich überwältigend, dass es wirklich geklappt hat. Und so wurde ihm der Beweis erbracht, dass es wirklich Jesus ist, der da zum Schiff kam. Da er nun aber keine Angst mehr vor einem Gespenst hatte, blieb wieder gedanklicher Freiraum übrig, um Angst zu haben vor den Wellen und dem starken Wind. Denn wegen dem vermeintlichen Gespenst hatte er sich vermutlich so sehr gefürchtet, dass er gar nicht mehr an seine Angst vor dem Wetter denken konnte. Aber da die Sache mit dem Gespenst geklärt war, schaute er auf die hohen Wellen und fühlt sich damit überfordert, und er begann zu sinken, weil er von Angst überwältigt war. Absolut liebenswert ist es aber, wie Jesus reagiert hat. Petrus geht unter und ruft: Herr, rette mich! Und was macht Jesus? Er streckt sofort seine Hand aus und ergreift ihn. Jesus hat ihn nicht zappeln lassen oder gar seinen Ruf ignoriert, sondern Jesus hat ihn sofort ergriffen. Das ist genau die Barmherzigkeit, die wir als Jesus-Nachfolger auch haben sollen. Manch ein frecher Mensch hätte vielleicht erstmal Petrus ein bisschen geärgert und ihm nur halb die Hand hingestreckt oder sonstwas, aber Jesus hat ihn unverzüglich aus dem Wasser rausgeholt. Natürlich ist Jesus enttäuscht davon gewesen, dass Petrus sich von Angst überwältigen ließ, obwohl sogar er selber auf dem Wasser gelaufen war, aber dennoch hat Jesus unverzüglich geholfen und ließ Petrus nicht einfach versinken. 

Als nächstes schauen wir uns den Vers 33 an. Dort steht:

Da kamen die in dem Schiff waren, warfen sich anbetend vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn! 

Hier haben wir erneut eine Stelle, wo in den modernsten Übersetzungen behauptet wird, die Männer hätten Jesus angebetet. Das wird törichterweise so als Übersetzung gewählt, weil an dieser Stelle im griechischen Urtext ein Wort steht, das manchmal das Niederfallen vor einem König ausdrückt und andere Male Anbetung bedeuten kann. Da dieses Wort beide Bedeutungen haben kann, muss man es schaffen, die richtige Variante zu wählen, um das Wort entsprechend dem Kontext richtig zu übersetzen. Aber das ist bei der Ausarbeitung der Schlachter 2000 Übersetzung leider nicht geschehen, sondern man hat die falsche Variante gewählt, um das verlogene Dreieinigkeitsdogma zu stärken. Denn die Jünger haben sich gewiss in ihrem Erstaunen vor Jesus niedergeworfen, aber angebetet haben sie ihn nicht, weil sie wissen, dass man keinen Mensch anbeten darf. Es ist aber auch glaubwürdig, wenn berichtet wird, dass sie ihn als Gottes Sohn bezeichneten in diesem Moment, wo sie ihn zuerst über das Wasser laufen sahen bei stürmischen Wetter. Inwiefern Jesus aber zu Gott gebetet hatte, damit dies alles überhaupt erst möglich wird, darum machten sich die Jünger scheinbar überhaupt keine Gedanken.

Auf jeden Fall erreichte Jesus mit dem Schiff und allen Jüngern schließlich das Ufer, zu dem er wollte, und diesbezüglich steht in den Versen 34 bis 36:

Und sie fuhren hinüber und kamen in das Land Genezareth. 
Und als ihn die Männer dieser Gegend erkannten, sandten sie in die ganze Umgebung und brachten alle Kranken zu ihm. 
Und sie baten ihn, dass sie nur den Saum seines Gewandes anrühren dürften; und alle, die ihn anrührten, wurden ganz gesund.

Obwohl es also noch sehr früh am Morgen war, gab es schon Menschen vor Ort. Und als diese erkannten, dass es Jesus ist, der da gerade ankommt, liefen sie sofort zu den Menschen in der Nähe und erzählten es überall, dass Jesus da ist, und es wurden erneut viele Kranke zu ihm gebracht. Erstaunlich ist hier auch der Bericht, dass etliche sein Gewand anrührten, ähnlich wie es ja auch die blutflüssige Frau getan hatte, von der in Kapitel 9 etwas erzählt wurde, und jeder, der allein den Saum des Gewandes von Jesus anrührte, wurde gesund. Das ist sehr heftig, was für eine üppige Kraft Gott von Jesus ausgehen ließ.

Und da wir nun an dieser Stelle angekommen sind, haben wir bereits alles gelesen, was in Kapitel 14 steht. Was lernen wir nun daraus, und was können wir uns aus diesen Berichten für unsere eigene Nachfolge mitnehmen?
Im Grunde genommen ist das, was mit Johannes dem Täufer passierte, nur ein weiteres Zeugnis dafür, wie schäbig die Welt mit den Propheten Gottes umgeht. Aus der Speisung der fünftausend Männer lernen wir aber, wenn eine Situation des Mangels aufkommt, in der die Menschen sich nicht wirklich aus eigener Kraft zu helfen wissen, dass dann unser Vater im Himmel umso wahrscheinlicher etwas tun wird, um alle zu versorgen. Unser Vater lässt uns nicht verhungern, so lange wir seinen Willen tun. Und wenn uns kein Weg eröffnet ist, dass wir uns Nahrung selbst holen können, dann werden wir notfalls ein Wunderzeichen erleben, bei dem Nahrung vervielfältigt wird, denn sowas ist bei Gott nie unmöglich. Gott, der allmächtige Schöpfer von Himmel und Erde, der Heilige Israels, wird immer eine Möglichkeit haben, wie er uns am Leben erhält, und daher brauchen wir uns vom Prinzip her um gar nichts Sorgen zu machen, was mit unserer Versorgung zu tun hat. Hoffentlich lassen das alle Jesus-Nachfolger und Jesus-Nachfolgerinnen in ihr Herz fallen, dass wir einen so großartigen Vater haben, der uns versorgen kann, ohne dass wir selber etwas dafür zu leisten hätten. Denn Gott hat keine Bezahlung für das vervielfältigte Brot verlangt und Jesus auch nicht. Allerdings sollten die Menschen natürlich gerade ein so großes Zeichen zum Anlass nehmen, um vollständig Buße zu tun, weil sie erkennen konnten, wie genial es ist, unter dem Segen des Gottes Israels zu leben, denn nur deshalb wurde Jesus erhört, weil er immer in Gottes Wille wandelte. Ob sie das aber eingestehen wollten, ist fraglich. Wir aber, die wir Jesus nachfolgen, sollten das schon längst eingestanden haben. Denn die Speisung der fünftausend Männer war gewiss keine Kleinigkeit. Und daher bietet sie umso mehr Anlass, über Gott zu staunen.
Und ansonsten sehen wir an der Sache mit der Rettung der Jünger aus der Seenot, dass Jesus zu uns kommen wird, um uns zu retten, wenn die Lage wirklich aussichtslos erscheint, obwohl unsere vorgesehene Lebenszeit noch gar nicht zu Ende ist. Und wenn er uns noch nicht gerettet hat, dann könnte man fast schon so weit gehen, zu denken, dass die Lage noch nicht schlimm genug ist bisher. Allerdings sollte uns bei diesem Bericht auch auffallen, dass keiner von den Jüngern ins Gebet gegangen war wegen der Notlage, sondern sie versuchten aus eigener Kraft, gegen den Sturm anzukommen. Als Jesus-Nachfolger sollten wir aber eine genau so enge Bindung zu Gott empfinden wie Jesus, und genau so wie Jesus immer zum Vater betete, sollte das auch bei uns das Erste sein, was wir tun, wenn wir in ernster Not sind. Denn unsere Hilfe kommt von dem Allerhöchsten, der die Himmel und die Erde gemacht hat!

Das soll nun genug sein an lehrreichen Worten über das vierzehnte Kapitel.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Text zu "Bemerkenswerte Zitate vom Buch Henoch"

Text zu "Das Buch Henoch - Die gefallenen Engel und die Nephilim"

Text zu "Bibellehre - Die Jahre der Könige von Juda"