Text zu "Bibellehre - Kapitel 15 im Evangelium des Matthäus"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 15 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Folgende Worte stehen geschrieben in den Versen 1 und 2:
Da kamen die Schriftgelehrten und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sprachen:
Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.
Hier haben sich die religiösen Autoritätspersonen extra von der Hauptstadt aus auf dem Weg zu Jesus gemacht, um mit ihm einen Streit zu beginnen. Das ist ein sehr kümmerlicher Anlass, um zu Jesus zu kommen. Viel besser wäre es, wenn sie gekommen wären, um seinen Worten zu lauschen und etwas dazu zu lernen. Aber sie waren ja selbst Lehrer und ihr beruflicher Stolz machte es ihnen daher natürlich unmöglich, auf die Belehrung eines anderen zu hören. Das Einzige, wozu sie da noch in der Lage sind, ist streiten und für die eigene Lehre kämpfen, die man vertritt, selbst wenn sie gottlos ist. Das ist wirklich beschämend, passiert aber bei allen schriftgelehrten Menschen bis zum heutigen Tag. Und hier bei den gerade behandelten Versen ist es so, dass die Pharisäer Streit beginnen, weil Jesus und seine Jünger Brot essen, ohne sich vorher die Hände zu waschen. Auch bei Markus in Kapitel 7 wird sowas berichtet, und dort wird es näher erklärt, aber hier bei Matthäus finden wir nur die ganz kurze Anmerkung, dass es geschah. Um zu verstehen, warum dieses Ereignis mit Heuchelei zu tun hat, müssen wir berücksichtigen, dass besonders die Juden und an sich alle Menschen von Israel unbedingt das Gesetz einhalten müssen, welches Moses überliefert hat. Aber die Pharisäer bzw. ihre Vorfahren waren der Meinung, dass das Gesetz von Moses nicht gut genug ist, und haben deswegen noch viel mehr Bestimmungen aufgestellt, um selber festzulegen, was richtig und was falsch ist. Und sie wollen es den Menschen aufzwingen, als käme es von Gott. Und dabei sind einige von ihren Bestimmungen nichtmal ansatzweise im Gesetz vorhanden, obwohl sie angeblich das Gesetz verständlich machen. Dazu zählt auch die selbst erfundene Bestimmung der Pharisäer, dass ein Mensch sich unbedingt vor dem Essen die Hände waschen muss, weil er sonst unrein ist. Diese Bestimmung ist totaler Quatsch und kommt im Gesetz überhaupt nicht vor. Im Gesetz Mose gibt es keine einzige Stelle, die von jedem Mensch im Volk verlangt, sich vor dem Essen unbedingt die Hände zu waschen. Es ist nur eine menschliche Erfindung. Diese unsinnige Erfindung steht zusammen mit anderen menschlichen Erfindungen in einem Buch namens Talmud. Und wir werden merken, dass Jesus sich sehr darüber aufregt, wie die Pharisäer durch ihre zusätzlich erfundenen Bestimmungen das Gesetz zu schwer machten und es teilweise sogar regelrecht verschandelten. In den Versen 3 bis 6 lesen wir:
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?
Denn Gott hat geboten und gesagt: »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!« und: »Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben!«
Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Ich habe zur Weihegabe bestimmt, was dir von mir zugutekommen sollte!, der braucht auch seinen Vater oder seine Mutter nicht mehr zu ehren.
Und so habt ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen aufgehoben.
Hier macht Jesus die Äußerung, dass es Bestimmungen von den Pharisäern gibt, die laut ihnen angeblich das Gesetz Mose aufschlüsseln, während diese Bestimmungen in Wahrheit das Gesetz brechen. Und Jesus kann auch ein Beispiel nennen. Denn er hält zwar die Gebote von den Pharisäern nicht ein, aber er weiß über sie Bescheid. Im Gesetz Gottes gibt es das eindeutige Gebot, Vater und Mutter zu ehren. Und wer sich weigert, dies zu tun, obwohl er gottesfürchtige Eltern hat, der müsste per Gesetz sogar zu Tode gesteinigt werden. Daran sieht man, wie wichtig dieses Gebot ist. Aber die Pharisäer halten sich ja für besonders schlau, und sie bringen dem Volk bei, dass der Mensch Gott gefällt, wenn er möglichst viele Gaben in den Tempel bringt und sie dort spendet. Sie bringen den Menschen sogar bei, dass die Menschen ihr Vermögen, welches sie von ihren Eltern überlassen bekommen, am besten gleich in den Tempel spenden sollen, und dass sie dann als Ausgleich nicht mehr die Pflicht haben, ihre Eltern im Alter zu pflegen, so als ob Gott derart zufrieden durch die Spende an den Tempel wird, dass ihn die abgegebenen Reichtümer mehr erfreuen als die Sorge um hilfebedürftige Eltern. Das ist es, was das jüdische Volk durch die zusätzlich erfundenen Belehrungen der Pharisäer unter Anderem beigebracht bekommt. Allerdings kommt jeder Mensch, der weiß, dass die Liebe zu Gott das größte Gebot und die Liebe zu den Mitmenschen das zweitgrößte Gebot ist, während der allein wahre Gott bekanntermaßen sehr barmherzig und gütig ist, von selbst zu der Erkenntnis, dass es sich bei dieser Bestimmung von den Pharisäern um eine Schande handelt. Denn wenn jemand das von Eltern empfangene Vermögen in den Tempel bringt und glaubt, das würde Gott besser gefallen, als dass er sich um hilfebedürftige Eltern kümmert, so ist er schlimm verführt. Es sollte jeder Mensch sehr leicht einsehen, dass die Fürsorge für hilfebedürftige Eltern einen deutlich höheren Wert vor Gott hat als die ausgeteilten Spenden für den Tempel. Eigentlich ist man sogar jemand, der seine Eltern entehrt und sich selber dadurch des Todes würdig macht, wenn man sich weigert, gottesfürchtige Eltern in schweren Lagen zu unterstützen und einfach versucht, die Sache zu umgehen, indem man als geistlose Ersatzleistung Geld und Güter in den Tempel bringt. Genau das ist es, was Jesus hier erklärt, also dass durch die genannte Bestimmung der Pharisäer eine Verführung dazu stattfindet, die eigenen Eltern zu entehren. Und das ist ja wohl ein heftiges Maß an Heuchelei, wenn ausgerechnet die Schriftgelehrten und Pharisäer, die das ganze Volk davon überzeugen, alles am besten zu wissen und ihnen die ultimativ gottesfürchtige Lehre beizubringen, das Volk gerade durch ihre Belehrung zur Sünde verführen und sich deshalb auch noch für schlau und erhaben halten, für beinahe unfehlbar. Sie glauben, sie wären die Edelsten des Volkes, während sie an Bestimmungen festhalten, die völlig übertrieben sind, nicht im Gesetz Gottes stehen und teilweise sogar zur Sünde verleiten. Dieser Unsinn ist in ihren Augen Weisheit und der richtige Weg.
Jesus ist von dieser Tatsache derart entsetzt, dass er einen sehr heftigen Tadel äußert. Demgemäß lesen wir in den Versen 7 bis 9:
Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht:
»Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.
Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.«
Hier hält Jesus den Schriftgelehrten und Pharisäern ganz unerschrocken vor, dass sie Heuchler sind. Also die religiösen Leiter, die großartigen Autoritäten, die sich so super auskennen und die jahrelang ein kompliziertes Studium durchliefen und die ja ihr ganzes Leben scheinbar Gott gewidmet haben und nun alle Menschen aus der Gemeinde vermeintlich richtig anleiten, die werden von Jesus als Heuchler bezeichnet. Und jeder Mensch steht nun an dem Punkt, sich selber zu fragen, ob er auch diese Worte von Jesus ernstnehmen will, von denen wir gerade gelesen haben. Denn es gibt ja genauso in unserer heutigen Zeit religiöse Autoritäten. Nimmst du es ernst, wenn Jesus die religiösen Autoritäten als Heuchler bezeichnet? Oder läufst du lieber weiter den religiösen Autoritäten hinterher? Als Jesus-Nachfolger ist man genau so unterwegs wie er. Man will die echte Bedeutung des Wortes Gottes lernen und verteidigen und demütigt sich niemals unter Heuchler, sondern allein unter Gott. Jesus hat die Schriftgelehrten und Pharisäer mit ihrem falschen Verhalten nicht durchkommen lassen. Und das war so, obwohl er dadurch enormen Ärger hätte kriegen können von den hoch angesehenen Menschen aus der Religion. Sie hatten auch vor Jesus gar keinen Respekt. Es gab für die religiösen Autoritäten gar keinen Anlass, ihm mit Respekt zu begegnen, denn Jesus war selber kein Schriftgelehrter, er war nur ein Zimmermann aus Nazareth, der ungewöhnlich viel Aufsehen erregte unter dem Volk und den man deswegen im Auge behielt. Mehr galt er ihnen nicht. Aber ließ Jesus sich davon beeinflussen? Nein. Er diente Gott der Wahrheit gemäß, auch wenn das zu bedeuten hatte, dass er sich in wahrheitsliebender Weise gegen die gesamte herrschende Religion stellen muss, weil die religiösen Belehrungen, die den Menschen auferlegt werden, gegen den allein wahren Gott sind. Das ist es, woran man sich ein Beispiel nimmt als Jesus-Nachfolger. Wer aber schön brav alles tun will, was die berühmten und einflussreichen religiösen Leiter befehlen, ohne zu prüfen, ob das der Wille Gottes ist, der ist kein Jesus-Nachfolger und wird nie einer sein. Und für diesen gilt der Tadel auch, den Jesus in Vers 8 und 9 ausspricht, nämlich dass sämtliches Einhalten der aus der Religion kommenden Gebote vergeblich ist, es nützt gar nichts, da es nur Menschengebote sind. Und so lange man auf diese vertraut, vertraut man auf Lügen und sucht den echten, von Ewigkeit her lebenden Gott vergeblich. Es ist schon immer nutzlos gewesen und wird immer nutzlos bleiben für jeden nach Gott suchenden Mensch, wenn dieser Mensch sich Menschengeboten unterordnet oder von Menschen erfundene Bestimmungen festhält in der Erwartung, man könnte damit Gott beeindrucken. Man kann den echten Gott nur dann erfreuen, wenn man seine Worte beherzigt. Sobald man aber die Worte von Schwätzern beherzigt, die falsch über Gott oder seine Gebote reden, macht man sich ihrer Schande teilhaftig und erlangt niemals Gottes Gunst. Das ist hoffentlich soweit klar. Aber es sollte uns auch auffallen, wie verloren dadurch das ganze Volk ist. Denn sie glauben von Kindheit an alle ausnahmslos an die Belehrungen der Schriftgelehrten und Pharisäer, welche mindestens teilweise gotteslästerlich sind. Diesen Kram hält das Volk für den richtigen Gottesdienst. Ist das zu fassen, in was für einem finsteren Schlund die Leute dadurch geistlich festsitzen, ohne sich dessen bewusst zu sein? Und wie sollen sie da jemals rauskommen, wenn sie alle fest davon überzeugt sind, auf die Schriftgelehrten und Pharisäer hören zu müssen? Da sind die Bemühungen von Jesus, der die verachtete Wahrheit redete, wohl schon von Anfang an weitesgehend aussichtslos gewesen. Und doch war es der Wille Gottes, dass Jesus die Wahrheit verkündigt, überall dort, wo er hinkommt und auf taube Ohren stoßen wird.
Und während wir nun die Sache mit dem Gebot, Vater und Mutter zu ehren, von der Jesus redete, genau beleuchtet haben, dürfen wir nicht vergessen, dass diese ganze Diskussion mit der Aufforderung zum Waschen der Hände begann. Eigentlich macht man sich selbst ziemlich zum Narr, wenn man ein vermeintlich göttliches Händewaschen ernstnimmt. Denn es ist dabei so, als könnte man sich durch regelmäßige Körperwaschung einen ordentlichen Gottesdienst einrichten. Als ob man den Willen Gottes für das eigene Leben erfüllen und ihn beeindrucken würde, wenn man das Fleisch mit Wasser wäscht. Das ist verrückt. Genau so ist es verrückt, wenn ein Mensch sich zum Beispiel Ernährungspläne erstellt, die ihm besonders weise erscheinen, und dann bildet er sich ein, es wäre ein Gottesdienst, den Ernährungsplan zu befolgen. Sobald Menschen das von Gott Geschaffene benutzen, um Gott darin zu suchen, obwohl es nicht Gott selbst ist und er sich nicht darin befindet, ist jede Tätigkeit bedeutungslos und kann den Mensch nicht näher zu Gott bringen. Das trifft definitiv auf Menschen zu, die glauben, sie würden Gott wohlgefällig sein, wenn sie Hände waschen vor dem Essen. Denn sowas hat Gott doch niemals gefordert.
Und ich möchte, dass ihr euch nun mal vier Menschen vorstellt! Der erste Mensch ist jemand, der sich regelmäßig vor jeder Mahlzeit gewissenhaft die Hände wäscht. Das vergisst er nie. Aber dieser Mensch hat auch große Freude an Lästerungen und macht gerne seinen Mitmenschen böse Unterstellungen, weil er es lustig findet, andere in Verruf zu bringen oder die zu verspotten, die in der Gruppe unbeliebt sind. Der zweite Mensch wäscht auch vor dem Essen regelmäßig seine Hände und würde niemals mit ungewaschenen Händen sein Brot essen. Gleichzeitig handelt es sich um einen Mann, der ständig lüsternd auf die schönen Frauen in seiner Umgebung schaut und er baggert Frauen an, um zu sehen, ob er sie irgendwie rumkriegen kann, während er ein verheirateter Mann ist. Der dritte Mensch nimmt die Idee mit dem Händewaschen vor dem Essen ebenfalls sehr ernst und achtet genau darauf, niemals mit ungewaschenen Händen etwas zu essen, aber dieser Mensch hat schonmal heimlich jemanden ermordet und würde nicht davor zurückschrecken, das erneut zu tun. Der vierte Mensch isst sein Brot immer mit ungewaschenen Händen und kümmert sich gar nicht um die Belehrung, dass man unrein sein und Gott nicht gefallen würde, wenn man etwas essen will, ohne sich die Hände gewaschen zu haben. Gleichzeitig achtet dieser Mensch aber sehr genau auf die Worte, die er redet, ist enthaltsam in allen Lüsten des Fleisches und würde niemals soweit kommen, dass er irgendwen umbringt, denn allein die Vorstellung ist ihm eine Schande.
Und nun frage ich euch: Welcher von diesen vier Menschen wandelt am besten?
Ich glaube, ihr erkennt es selbst und ich muss es gar nicht erst auflösen. Auch Jesus will die Volksmenge darauf aufmerksam machen, dass das Händewaschen irrelevant ist, selbst wenn man es einhalten würde, weil es viel wichtigere Dinge gibt, die man um Gottes willen einhalten soll. Wir lesen daher in Vers 10 und 11:
Und er rief die Volksmenge zu sich und sprach zu ihnen: Hört und versteht!
Nicht das, was zum Mund hineinkommt, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
Dieser Ausspruch ist schon bemerkenswert. Wenn ein schmutziger Happen Brot in den Mund hineinkommt, so kann es den Mensch nicht geistlich verunreinigen, also ihn nicht mit Sündenschuld beladen. Wenn jedoch etwas Schmutziges aus dem Mund des Menschen herauskommt, also was geistlich bewertet schmutzig ist, dann bringt der Mensch Schuld auf sich selber. Wenn ein menschlicher Mund zum Beispiel perverse Witze redet, oder Worte des Todes ausspricht oder Lügen und Lästerungen redet, so ist das eine ernstzunehmende Unreinheit, die vor Gott nicht geduldet wird. Es verunreinigt sozusagen das geistliche Gewand des Menschen. Und wenn dies passiert ist, dann kann der Mensch noch so oft sein Fleisch waschen, aber er ist dennoch weiter unrein vor Gott.
Man merkt aber beim Lesen des nächsten Verses, dass der Ausruf von Jesus nicht verstanden wurde, sondern lediglich Anstoß auslöste. Denn wir lesen in Vers 12:
Da traten seine Jünger herzu und sprachen zu ihm: Weißt du, dass die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie das Wort hörten?
Dieses Verhalten der Jünger ist fast schon bedauerlich. Sie merken, dass die Pharisäer Anstoß nehmen, und deshalb haben die Jünger jetzt ein besorgtes Herz. Wie kann das sein? Warum kümmern sich die Jünger darum, was die Pharisäer denken? Fällt ihnen denn gar nicht auf, dass die Belehrungen von Jesus sowieso nicht mit den Worten der Pharisäer zusammenpassen? Sie können doch nicht Jesus nachfolgen und dann gleichzeitig an Worte glauben, die gegen seine Belehrung sind, oder? Aber es soll durch diesen Vers zum Ausdruck kommen, dass die Jünger sich ernsthafte Sorgen machten und ein großes Unbehagen hatten, als sie die Reaktion der Pharisäer sahen. Das kann entweder daher kommen, dass sie Angst hatten, Jesus würde falsch lehren, aber es könnte genau so gut aus dem Grund passiert sein, dass die Jünger vielleicht den Zorn oder den Spott der Pharisäer fürchten, weil sie selber das nicht aushalten wollen, wenn sie Stress mit den religiösen Autoritäten haben. Vielleicht denken sie sogar: „Wir haben uns schon mehrfach bei den religiösen Leitern unbeliebt gemacht – da muss man doch wirklich langsam mal eine Grenze finden und an den Punkt kommen, wo man es gut sein lässt, damit man nicht immer größeren Stress auslöst.“
Vielleicht wollten die Jünger Jesus dazu bewegen, dass er so langsam mal damit aufhört, gegen die hoch angesehenen Leiter zu reden, damit sie sich nicht immer weiter unbeliebt machen. Allerdings ist es natürlich auch denkbar, dass sie selber den Ausspruch nicht verstehen und deswegen meinen, Jesus hätte hier tatsächlich gerade Unsinn geredet und die Pharisäer wären schlauer als er. Lasst uns mal schauen, welchen Kommentar Jesus abgab, als seine Jünger ihn besorgt darauf aufmerksam gemacht hatten, dass die Pharisäer Anstoß an dem Ausspruch von Jesus nahmen! Wir lesen ein den Versen 13 und 14:
Er aber antwortete und sprach: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.
Lasst sie; sie sind blinde Blindenleiter! Wenn aber ein Blinder den anderen leitet, werden beide in die Grube fallen.
Durch Vers 13 werden die Pharisäer von Jesus Menschen genannt, die nicht von seinem Vater sind. Er bezeichnet sie damit praktisch als gottlose Personen. Das ist es, was Jesus über die von allen respektierten und oft auch bewunderten religiösen Leiter sagt, von denen sich das Volk gerne belehren lässt. Einen solchen Fakt finden manche Menschen bestimmt sehr erschreckend, und es schien in dem Moment auch niemand begriffen zu haben, was Jesus da zum Ausdruck brachte. Vielleicht war das auch besser so? Noch bemerkenswerter ist aber der Vers 14. Jesus sagt, dass ein Blinder keinen Blinden leiten kann. Das muss uns als Jesus-Nachfolger tief ins Herz fallen. Denn dadurch wissen wir, dass wir auf niemanden achten dürfen, der blind ist. Und geistig blind ist der Mensch, wenn er gar nicht die echte Bedeutung der Worte Gottes vor Augen hat, sondern irgendwas Anderes. Genau das sagt Jesus übe die Pharisäer. Er nennt sie blinde Blindenleiter, weil sie selber die richtige Bedeutung der Worte Gottes nicht begriffen haben und auch nicht begreifen wollen, während sie Leute anleiten, die in gleicher Weise von der Bedeutung des Wortes Gottes keine Ahnung haben und oftmals auch nichts dergleichen begehren. Denn manche Menschen hören eben deshalb auf die Pharisäer, weil sie selber sich wichtig fühlen wollen, wenn sie in der Nähe von wichtigen Menschen sind und weil ihnen die Befriedigung von ihrem fleischlichen Bedürfnis, mit Menschen Gemeinschaft zu pflegen, wichtiger ist als der Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge, denn sie stören sich gar nicht allzu sehr daran, an Lügen zu glauben, solange sie weiter ein angenehmes Klima in der Gruppe haben und ihren eigenen Platz in der Gemeinschaft nicht verlieren. Das ist die Gemeinschaft der Blinden, wo die Blinden von den Blinden geleitet werden. Aber am Ende fallen sie alle in die Grube, weil sie auf die Frage, warum sie Gottes Gesetz nicht einhalten wollten und sinnlose Menschengebote bevorzugten, in Gottes Gericht keine Antwort finden werden, die sie vor der ewigen Strafe bewahrt. Das ist höchst bedauerlich, aber am Ende des Tages muss man sich eingestehen, dass es ihre eigene Entscheidung war. Sie hatten sich den Zustand erwählt, falschen Lehrern zuzuhören und an ihnen zu klammern, und dadurch erwählten sie sich automatisch auch das Ergebnis, welches aus diesem Zustand hervorkommt.
Man muss aber auch davon ausgehen, dass die Jünger sich so ein bisschen dafür schämten, nicht zu wissen, was Jesus überhaupt mit seinem Ausspruch meint, dass Menschen unrein werden durch das, was aus dem Mund herauskommt. Dann aber überwand sich Petrus und stellte die Frage, ob Jesus seinen Ausspruch erklären kann. Daher lesen wir Folgendes in den Versen 15 bis 20:
Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Erkläre uns dieses Gleichnis!
Jesus aber sprach: Seid denn auch ihr noch unverständig?
Begreift ihr noch nicht, dass alles, was zum Mund hineinkommt, in den Bauch kommt und in den Abort geworfen wird?
Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen.
Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.
Das ist’s, was den Menschen verunreinigt! Aber mit ungewaschenen Händen essen, das verunreinigt den Menschen nicht.
An Vers 16 merken wir, dass Jesus wohl ein bisschen enttäuscht davon war, wie seine Jünger es nicht schafften, den Ausspruch ohne ausführliche Erklärung zu deuten. Aber dann begann er, es zu erklären, also dass bei dem Brot, welches man mit ungewaschenen Händen gegessen hat, ja im Magen der Schmutz sowieso gereinigt wird und man Am Ende das unverdauliche ausscheidet und es an einem Ort landet, wo man damals immer die Hinterlassenschaften hingeworfen hat. Spätestens dann hat sich das erledigt und es hat keine Relevanz, ob das früher mal ein Brot war, welches mit ungewaschenen Händen oder doch mit sauberen Händen gegessen wurde. Denn wenn man mit sauberen Händen Brot isst, ändert es ja nun auch nichts daran, dass man hinterher irgendwann seine Notdurft verrichten muss. Daher ist es töricht, auf sowas überhaupt zu achten. Aber welchen Effekt haben denn die unreinen Worte, die wir sprechen, wenn wir zulassen, dass es uns so auf dem Herzen lastet? Welchen Effekt haben in endgültiger Konsequenz Worte, die wir sprechen, um zu lästern? Welchen endgültigen Effekt haben Worte, die wir sprechen, um Mord als etwas Gutes hinzustellen, oder um Ehebruch begehen zu können, oder um Diebstahl zu verharmlosen? Wenn wir sowas tun, dass wir Worte reden, die sowas als unbedenklich hinstellen oder als etwas Schönes, dann ist das nicht so, wie wenn man etwas gegessen hat und danach auf die Toilette muss und dann hat sich die Sache erledigt, sondern das gesellige Reden über böse Dinge macht uns schuldig vor Gott und beschert uns ewiges Leiden in der Hölle nachdem Tod, genauer gesagt im Feuer-und Schwefelsee, wenn wir nicht rechtzeitig Buße getan haben. Deshalb sind die Worte, die wir reden, viel gefährlicher für unser Seelenwohl als wenn wir Brot essen, ohne uns vorher die Hände gewaschen zu haben. Und ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber ich selber wasche mir eigentlich nie die Hände vor dem Essen. Außer wenn ich vielleicht mal Gartenarbeit verrichtet habe und meine Hände wirklich sehr schmutzig sind, sodass ich mich schon selbst davor zu ekeln beginne, dann gehe ich natürlich von ganz allein zum Wasserhahn und wasche meine Hände vor dem Essen. Da brauche ich dann auch keine Pharisäer, die mich extra darin belehren. Aber wenn meine Hände sauber genug sind, dann wasche ich sie doch nicht erst vor dem Essen, nur um irgendwelche stumpfsinnige menschliche Etikette einzuhalten. Denn mein Gott verlangt Derartiges gar nicht von mir. Er achtet viel mehr darauf, was ich für Worte rede, weil ich mich dadurch viel heftiger verunreinigen könnte, also geistlich bemessen. Und genau darauf kommt es an. Nicht darauf, ob du deinen Körper ständig mit Wasser abwäschst, sondern darauf, wie du geistlich aussiehst. Wer geistlich besudelt ist, der hat ein echtes Problem, aber gewiss nicht die, die durch welchen Umstand auch immer mal schmutzige Hände haben.
In den nächsten Versen wird berichtet, wie eine verzweifelt nach Hilfe suchende Frau zu Jesus kam, die ganz offensichtlich nicht zum Volk Israel gehörte. Und aufgrund der Tatsache, dass Jesus die Aufgabe hatte, sich erstmal nur um Israel zu kümmern, zeigte er sich natürlich sehr zurückhaltend, als diese Frau aus den gotteslästerlich lebenden Heidenvölkern ihn um ein Wunder bat. Aber lasst uns mal darauf achten, was bei Jesus letztlich größer ist: Die Identitätsfrage oder die Barmherzigkeit.
Es steht geschrieben in den Versen 21 bis 28:
Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegend von Tyrus und Zidon zurück.
Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus jener Gegend, rief ihn an und sprach: Erbarme dich über mich, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist schlimm besessen!
Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Da traten seine Jünger herzu, baten ihn und sprachen: Fertige sie ab, denn sie schreit uns nach!
Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Da kam sie, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
Er aber antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden vorwirft.
Sie aber sprach: Ja, Herr; und doch essen die Hunde von den Brotsamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen!
Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Frau, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.
Bemerkenswert ist hier, dass Jesus sich wieder zurückgezogen hatte, wahrscheinlich um mal eine kurze Ruhepause zu haben. Und er war in eine Gegend bei Tyrus und Zidon gegangen, also an einen Ort, der gar nicht mehr zum Land Israel gehörte. Vielleicht war er extra dorthin gegangen in der Hoffnung, dass die Juden ihm nicht bis dorthin nachlaufen, weil es nicht mehr ihr Gebiet ist. Aber wenn Jesus sich in einem heidnischen Gebiet aufhält, dann ist es an sich ja auch kein Wunder, wenn eine heidnische Person zu ihm ankommt und ihn um etwas bittet. Das ist es ja, was letztlich passierte. Aber Jesus zeigte sich zuerst sehr abgeneigt, sodass die Jünger eine Bitte einlegen mussten, damit die Frau bei ihrem Problem Hilfe bekommt. Die Frau warf sich aber immer wieder vor ihm nieder und bat ihn. Und Jesus sagte zu ihr, es sollen zuerst die Kinder dran kommen, bevor die Hunde satt werden. Dieser Spruch klingt vielleicht etwas hart, aber ich denke, er ist nicht so hart gemeint, wie er wirkt. Jesus will damit eigentlich nur ausdrücken, dass Israel dem allein wahren Gott besonders stark am Herzen liegt, weil er mit ihnen einen Bund geschlossen hatte nach der Befreiung aus Ägypten und weil sie von Abraham, Isaak und Jakob abstammen. Denn Abraham war ein außergewöhnlich treuer Mann Gottes in einer sehr rauen Zeit. Und Gott will bis zum Ende der Weltzeit an die fast beispiellose Treue gedenken, die Abraham hatte. Deshalb segnet Gott auch den Nachwuchs von Abraham auf genau die Art, wie er es ihm versprochen hat und wie es durch Isaak und Jakob weiterfließt. Dadurch ist das Volk Israel für ihn besonders wichtig. Das wird immer so sein. Aber die Heidenvölker sind deshalb natürlich nicht völlig unbedeutend. Sie kommen nur eben an zweiter Stelle. Es ist ähnlich wie bei modernen Haushalten in unserem Land. Manche Menschen haben eine Familie gegründet und haben nicht nur Kinder, sondern auch ein Haustier, zum Beispiel einen Hund. Und es gibt ja Haushalte, wo der Hund als festes Familienmitglied gilt, da man ihn pflegt und gut ernährt und mit ihm Gassi geht und eben alles tut, was dem Wohlergehen des Hundes dient, damit auch der Hund ein glückliches Leben hat in der Familie. Aber wenn du in solch einen Haushalt hineingehst und die Leute fragst: „Wer ist eigentlich wichtiger? Die Kinder oder der Hund?“ Dann würde in einem liebevollen Haushalt die Antwort kommen, die da lautet: „Wir lieben unseren Hund, und er gehört zur Familie! Aber die Kinder kommen immer zuerst.“
Bei einer solchen Sichtweise muss man wohl zustimmen, dass es Sinn macht und dass alle Eltern so denken über ihre Familie, sofern Kinder und Haustiere vorhanden sind. Und ein ähnliches Prinzip herrscht auch im Hinblick auf Israel und die Heidenvölker, sobald es zur Debatte steht, wer in welcher Reihenfolge versorgt wird. Man muss beachten, dass Jesus nicht etwa gesagt hat: „Die Hunde bekommen nichts zu essen!“, sondern Jesus sagte: Zuerst kommen die Kinder, danach die Hunde! Es war also theoretisch noch gar nicht der richtige Zeitpunkt für die heidnische Frau, um ein Gebet für ein Wunder zu erbitten. Sie hätte später fragen sollen, nämlich nach der Auferstehung. Aber die Frau wahr sehr, sehr demütig. Und als sie im Sinne eines Gleichnisses mit einem Hund im Haus verglichen wurde, während die Menschen vom Volk Israel mit Kindern gleichgesetzt werden, da nahm sie keinen Anstoß daran, sondern sie hörte es und war mit dieser Sichtweise einverstanden. Sie sagte aber auch, dass die Hunde ja trotzdem die Krümel essen können, die den Kindern vom Tisch runterfallen. Also in dem Sinne, das es schon kein Drama sein wird, wenn Jesus wenigstens mal in dieser Situation ausnahmsweise für sie betet. Und Jesus staunte über die Demut im Herzen dieser Frau so sehr, dass er sich erbarmen wollte, und er betete für die dämonisch besessene Tochter dieser Frau. Und er musste gar nicht zu der Tochter gehen, sondern sein Gebet reichte und Gott kümmerte sich dann um den Rest. Denn als die Frau nach Hause kam, da war ja ihre Tochter tatsächlich befreit. Das ist auch bemerkenswert, dass Jesus nicht daneben stehen musste, sondern ein einziges Gebet ausreichte, obwohl die Tochter weit von ihm entfernt war.
Jedenfalls machte sich Jesus wieder auf den Weg nach Galiläa und es kamen wie gewohnt hauptsächlich jüdische Menschen aus der Gegend zu ihm, weil sie auf Heilung hofften. Darüber lesen wir folgendes in den Versen 29 bis 31:
Und Jesus zog von dort weiter und kam an den See von Galiläa; und er stieg auf den Berg und setzte sich dort.
Und es kamen große Volksmengen zu ihm, die hatten Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andere bei sich. Und sie legten sie zu Jesu Füßen, und er heilte sie,
sodass sich die Menge verwunderte, als sie sah, dass Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gingen und Blinde sehend wurden; und sie priesen den Gott Israels.
Besonders schön ist hier, wie die Volksmenge anfing, aufgrund der passierenden Heilungen den Gott Israels zu preisen. Genau so ist es richtig und das Gleiche sollten auch heutzutage alle Menschen tun, wenn Wunder geschehen. Die Leute waren aber derart fasziniert, dass sie gar nicht mehr von Jesus weggehen wollten, selbst wenn es bedeuten würde, dass sie hungern. Demgemäß lesen wir in Vers 32:
Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: Ich bin voll Mitleid mit der Menge; denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen, und ich will sie nicht ohne Speise entlassen, damit sie nicht auf dem Weg verschmachten.
Jesus ist voll Mitleid, weil er erkennt, dass die Menschen wohl sehr großen Hunger leiden müssen, denn sie hatten ernsthaft drei Tage nacheinander bei ihm zugebracht an dem Ort in der Natur, wo er sich gerade aufhielt. Da ist es klar, dass sie wohl Hunger leiden, aber offensichtlich wollten sie nicht mehr von Jesus weggehen, selbst wenn sie hungern, so lange er sie nicht entlässt. Das fällt schon positiv auf, wie sehr sie an Jesus hingen. Und Jesus machte sich um ihren Zustand Gedanken. Das ist hier ein sehr gutes Vorbild für Sanftmut und Barmherzigkeit, welches Jesus gibt. Er nimmt das Leiden der Menschen wahr. Er macht sich eigenständig Gedanken darum, was in ihnen vorgehen muss und woran sie gerade leiden. Und er ignoriert das bestehende Leiden nicht, sondern berücksichtigt es. Er schickt sie nicht einfach völlig unbekümmert weg und lässt sie unterwegs verschmachten, sondern er versetzt sich in ihre Lage und erkennt, dass sie dringend Speise brauchen. So benimmt man sich als Jesus-Nachfolger ebenfalls, wenn Menschen friedlich in der Nähe sind und irgendein Leiden haben, dass man versucht, dies zu erkennen und nachzuempfinden.
Da nun aber die Jünger gesagt bekamen, dass Jesus wegen dem Hunger der Menschen etwas unternehmen will, wird es Jesus wohl auch interessiert haben, wie seine Jünger darauf reagieren. Hätten sie Glaube gehabt, dann hätten sie gesagt: „Naja, du hast ja schonmal Gott gebeten, dass Brot vervielfacht werden soll, und es hat funktioniert. Lass uns einfach nochmal zu Gott beten, dann wird es uns bestimmt helfen. Denn die Menschen haben so großen Hunger, dass er sich gewiss erbarmen wird, und wenn das bei fünftausend Männern schonmal möglich war, dann doch gewiss auch bei diesen Leuten!“
So hätten Menschen mit Glaube reagiert, die bei der Speisung der Fünftausend dabei waren, was ja auf die Jünger zutrifft. Leider war die Reaktion der Jünger aber völlig anders, denn es steht geschrieben in den Versen 33 bis 39:
Und seine Jünger sprachen zu ihm: Woher sollen wir in der Einöde so viele Brote nehmen, um eine so große Menge zu sättigen?
Und Jesus sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben, und ein paar Fische.
Da gebot er dem Volk, sich auf die Erde zu lagern,
und nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern; die Jünger aber gaben sie dem Volk.
Und sie aßen alle und wurden satt und hoben auf, was an Brocken übrig blieb, sieben Körbe voll.
Es waren aber etwa 4.000 Männer, die gegessen hatten, ohne Frauen und Kinder.
Und nachdem er die Volksmenge entlassen hatte, stieg er in das Schiff und kam in die Gegend von Magdala.
Wie man sieht, reagierten die Jünger auch diesmal so, als wäre es undenkbar, die große Volksmenge zu sättigen. Und es waren wirklich wieder enorm viele Menschen anwesend. Doch auch diesmal konnten die Nahrungsmittel übernatürlich vervielfältigt werden durch das Wirken Gottes, und es wurden alle Menschen satt. Das war jetzt schon das zweite Mal, dass die Jünger sehen konnten, wie gut versorgt sie sind und wie unsinnig es sein würde, Angst davor zu haben, dass ihnen das Brot ausgeht und sie ungewollt hungern.
Und nun ist das Ende des Kapitels erreicht. Was lernen wir nun daraus, und welche wichtigen Erkenntnisse können wir uns für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Ich würde sagen, es gibt ganz besonders durch die zuerst berichtete Situation mit dem Tadel wegen ungewaschenen Händen eine Menge zu lernen. Wir sehen durch die Reaktion von Jesus auf die Pharisäer, wie unsinnig es ist, religiös zu denken oder zu leben. Und das Sinnloseste überhaupt wäre es ja, wenn irgendwer versuchen würde, die Talmud zu befolgen, die von den Pharisäern erdichtet wurde, denn es sind Menschengebote. Gottes Gesetz hingegen, also die Thora, sollte man durchaus wertschätzen, nur eben ohne menschliche Zusätze. Wir können uns auch aus diesem Kapitel mitnehmen, dass wir aufpassen müssen, welche Worte wir reden, denn wenn wir über böse Dinge reden, als wären sie gut oder egal, oder wenn wir Worte reden, um Böses zu erreichen, dann sind wir auf eine Art unrein, vor der Jesus gewarnt hat. Wenn wir hingegen mit ungewaschenen Händen Brot essen wollen, dann soll uns nichts davon abhalten, denn Gott selbst hat es niemals verboten, daher müssen wir es uns auch nicht von Menschen verbieten lassen. Und man sammelt überhaupt keine Pluspunkte bei Gott, wenn man sich häufig die Hände wäscht. Wer sowas glaubt, dass er dadurch Gott gefällt, der tappt wirklich blind in der Finsternis umher. Und gleichwie Jesus dies lehrte, sollten auch wir es bezeugen. Jesus hat die wichtigsten religiösen Leiter des Volkes, nämlich die Schriftgelehrten und Pharisäer, offenkundig als blinde Blindenleiter bezeichnet. Dieses wahrhaftige Zitat lässt uns erkennen, dass es für uns kein gutes Ende nimmt, wenn wir religiösen Menschen Glaube schenken. Aus eben diesem Grund ist ja die echte, persönliche Nachfolge Jesu so wichtig. Wenn wir Jesus nachfolgen, dann laufen wir jemandem hinterher, der sehen kann. Und wenn wir auf einen menschlichen Lehrer hören, um den richtigen Weg besser zu erkennen, dann muss auch dieser jemand sein, der zu keiner Religion gehört und nicht an falsche Dogmen glaubt oder unsinnige Bestimmungen aufstellt, sondern einer, der sehen kann, wie Jesus sieht. Und man sollte in der Nachfolge auch möglichst selber an den Punkt kommen, genau diese Sicht irgendwann wirklich zu haben.
Wir können auch anhand des Verhaltens der kanaanäischen Frau nochmal gut erkennen, wie wertvoll echte Demut ist, denn genau deswegen hat Jesus sich dazu bewegen lassen, um ihretwillen im Gebet eine Fürbitte vor Gott einzulegen, obwohl er es zuerst eigentlich gar nicht wollte. Jesus reagiert auf echtes demütiges Verhalten immer mit Anerkennung und Erbarmen über die demütige Person. Wenn aber die Frau stolz gewesen wäre, so wäre sie gewiss leer ausgegangen.
Ein sehr lehrreiches Vorbild ist aber wie schon gesagt auch die Stelle, wo Jesus die seit drei Tagen bei ihm lagernde Volksmenge anschaut und sich Gedanken um ihr Wohlergehen macht und erkennt: Wenn die jetzt einfach auf den Heimweg geschickt werden, dann verschmachten sie vor Hunger. Das ist ein wichtiges Vorbild für uns, damit wir in Sanftmut und Barmherzigkeit wachsen, dass Jesus sich Gedanken machte um den Zustand seiner Mitmenschen und auf ihren Mangel Rücksicht nahm. Er legte ihnen keine Bürden auf und drängelte sie zu nichts, sondern er prüfte, ob es ihnen gut geht, und als er ihren Hunger erkannte, wollte er sie sättigen. So ist es Gott wohlgefällig. Das ist eine Veranschaulichung der Liebe, die vom Himmel ist. Ein weltlich gesonnener Mensch hätte vielleicht gesagt: „Ihr seid doch selber schuld, wenn ihr so übertrieben lange hier bleibt, wo es keine Nahrung gibt! Das ist nicht mein Problem, ich hab selber genug zu tun!“
Aber Jesus, der Sohn Gottes, unser richtiges Vorbild, handelt da komplett anders.
Das war es soweit mit dem Video über Kapitel 15.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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