Text zu "Bibellehre - Kapitel 16 im Evangelium des Matthäus"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 16 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Wir haben in den vergangenen Kapiteln schon reichlich Berichte über große Wunderzeichen gelesen, die durch die Gebete von Jesus geschahen und ihn sozusagen als einen Mann Gottes bestätigen sollten. Auch Schriftgelehrte und Pharisäer waren das eine oder andere Mal anwesend und erlebten es selbst. Allerdings hielt das die Pharisäer nicht davon ab, immernoch an Jesus zu zweifeln, ständig nur Streit vom Zaun zu brechen und ihn verlästern zu wollen. Darum lesen wir auch Folgendes in den Versen 1 bis 4:
Und die Pharisäer und Sadduzäer traten herzu, versuchten ihn und verlangten, dass er ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zeigen möge.
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Am Abend sagt ihr: Es wird schön, denn der Himmel ist rot!,
und am Morgen: Heute kommt ein Ungewitter, denn der Himmel ist rot und trübe! Ihr Heuchler, das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit aber nicht!
Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona! Und er verließ sie und ging davon.
Es ist schon bemerkenswert, wie Jesus hier auf die respektierten und hoch angesehenen religiösen Autoritäten reagierte, als sie wieder ein Zeichen forderten. Er sagte zu ihnen, dass sie fähig sind, aus den Anzeichen des Wetters die richtigen Rückschlüsse zu ziehen, aber wenn sie Zeichen sehen, die von Gott kommen und den Prophezeiungen der Schrift entsprechen, welche sich jetzt gerade erfüllen, dann tun sie so, als würden sie nichts erkennen. Und er bezeichnet sie hier erneut völlig unerschrocken als ein böses und ehebrecherisches Geschlecht, was keine Übertreibung ist, denn das sind sie wirklich. Und er sagt zu ihnen, dass sie kein anderes Zeichen sehen werden als das Zeichen des Propheten Jona. Diese Äußerung hatte Jesus laut Kapitel 12 schonmal gemacht und dabei hatte er auch erklärt, dass mit dem Zeichen des Propheten Jona die bevorstehende Auferstehung gemeint ist, weil Jona zum Zeichen wurde, als er im Bauch eines Riesenfisches war und daraus hervorkam, denn in ähnlicher Weise wird Jesus im Schoß der Erde sein, nämlich wenn er am Kreuz gestorben ist und beerdigt wurde, aber am dritten Tag kommt er daraus hervor. Bemerkenswert ist auch, dass Jesus einfach ging, nachdem er dies gesagt hatte. Er wollte gar nicht erst wissen, wie sie darauf reagieren, und hatte auch keine Nerven für weitere sinnlose Streitereien.
Weiterhin lesen wir in den Versen 5 bis 11:
Als seine Jünger ans jenseitige Ufer kamen, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen.
Jesus aber sprach zu ihnen: Habt Acht und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
Da machten sie sich untereinander Gedanken und sagten: Weil wir kein Brot mitgenommen haben!
Als es aber Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, was macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot mitgenommen habt?
Versteht ihr noch nicht, und denkt ihr nicht an die fünf Brote für die Fünftausend, und wie viele Körbe ihr da aufgehoben habt?
Auch nicht an die sieben Brote für die Viertausend, und wie viele Körbe ihr da aufgehoben habt?
Warum versteht ihr denn nicht, dass ich euch nicht wegen des Brotes gesagt habe, dass ihr euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer hüten solltet?
Hier verliert Jesus langsam die Nerven mit seinen Jüngern. Und der Grund dafür, warum er so langsam die Nerven verliert und sogar hart zu ihnen redet, besteht darin, dass seine Jünger nach all den großen Dingen, die bis dahin geschehen waren, und nach all der Belehrung, der sie aus dem Mund von Jesus schon gelauscht hatten, es sich immernoch nicht angewöhnt hatten, geistlich zu denken. Sie benahmen sich immernoch wie Frischlinge, bei denen man anhand ihres Verhaltens den Eindruck bekommen könnte, sie wären erst seit wenigen Tagen mit Jesus unterwegs und müssen viele Dinge erst noch erklärt bekommen, die ihnen gar nicht bewusst sein können. Aber genau diese Umstände waren gar nicht gegeben, sondern Jesus hatte schon unfassbar viel zu ihnen geredet und sie aufgeklärt so gut er konnte. Ganz besonders wichtig ist ja, dass sie schon zweimal erlebt hatten, wie durch Gottes Wirken übernatürlich Brot vermehrt werden konnte. Und obwohl sie daraus locker erkennen konnten, dass man überhaupt keine Gedanken an Brot verschwenden muss, weil immer genug da sein wird und Gott es notfalls eben vervielfältigt, denken seine Jünger ernsthaft, dass Jesus buchstäblich den ganz normalen materiellen Sauerteig meinen würde, wenn er sie durch eine Gleichnisrede warnt. Aber da die Jünger die übernatürlichen Brotvermehrungen selbst gesehen haben, muss ihnen eigentlich schon von selbst auffallen, dass Jesus hier jetzt etwas Sinnbildliches meinen muss, wenn er so redet. Und doch kam es nicht dazu, sondern sie urteilen immernoch wie Menschen, die vom Reich der Himmel überhaupt keine Ahnung haben. Das hat Jesus so sehr enttäuscht, dass er sich sein Entsetzen deutlich anmerken ließ bei seiner Reaktion. Denn es war angemessen, mittlerweile von ihnen zu erwarten, dass sie eine solche Gleichnisrede auch als Gleichnisrede erkennen und darüber ein Urteil abgeben können. Leider glaubten sie aber, er würde ihnen hier ernsthaft sagen, dass sie bei der Beschaffung von neuem Brot nicht zu den Pharisäern und Sadduzäern gehen sollten, um sich aus deren Häusern eine Gabe schenken zu lassen. Das ist nicht gerade erfreulich. Nachdem aber Jesus sie so scharf ermahnt hatte, waren sie wenigstens einsichtig und berieten darüber, was Jesus wirklich meint. Daher lesen wir in Vers 12:
Da sahen sie ein, dass er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.
Wie man sieht, waren also die Jünger zu dem Schluss gekommen, Jesus muss mit dem sprichwörtlichen Sauerteig die Lehren der Sadduzäer und Pharisäer meinen. Das geht schon stark in die richtige Richtung, da die Sadduzäer sich selber für klug halten, indem sie die von Gott verheißene Totenauferstehung verleugnen und alle Schriften außer den fünf Büchern Mose nicht anerkennen wollen. Und wer diese Belehrungen ernstnimmt, dass man allein die fünf Bücher Mose anerkennen soll, aber die Prophetenbücher nicht, und dass man die Existenz von Geistern, Engeln und übernatürlichen Wundern als Unsinn betrachten soll, der kann ganz sicher niemals verständig werden in der Wahrheit. Derartiges darf man nicht annehmen.
Und die Lehren der Pharisäer sind ja die, dass das Gesetz nicht gut genug ist und jeder die ganzen zusätzlichen Bestimmungen auch noch einhalten muss, die sich die Pharisäer ausgedacht haben, und welche teilweise gegen Gottes Gesetz verstoßen. Auch das ist etwas, was man niemals annehmen darf, wenn man sich für den echten Gott und seine Gerechtigkeit interessiert.
Aber wenn man es ganz genau nimmt, dann muss man bedenken, dass Jesus mit dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer in erster Linie die Heuchelei meint, die sie ständig an den Tag legen, also dass sie sich wegen falschen Lehren für weise halten und sich fromm aufspielen, während sie absichtlich vor allem die Augen verschließen, was wirklich von Gott ist. Wenn Menschen eine solche Art bei den Führungspersönlichkeiten erleben, dann neigen sie dazu, es selber auch so zu machen, und dann verbreitet sich dieses ekelhafte Verhaltensmuster wie ein Sauerteig. Es ist nicht mehr aufzuhalten, wenn man sich einmal darauf eingelassen hat. Denn wenn ein Sauerteig einmal im Mehl war, denn kriegt man den von dort auch nicht mehr raus. Es bleibt immer ein unreiner Rest im Mehl übrig, der sich wieder neu ausbreitet. So ist das mit dem Sauerteig, der mit Mehl Kontakt hat, und so ist es auch mit der Religiösität in den Herzen der Menschen, welche ihr Verhalten prägt, und aus der sich die ganzen heuchlerischen Verhaltensweisen ergeben, die der allein wahre Gott nicht ertragen kann und die auch Jesus widerlich findet.
Wenn wir nun anschauen wollen, was in den nächsten Versen steht, sollten wir im Vorfeld wissen, dass die Menschen nicht von allein darauf kommen konnten, wer Jesus ist. Sie hatten große Mühe, zu erkennen, dass Jesus der Messias ist, der von Gott verheißene Retter. Stattdessen stellten sie alle möglichen Theorien auf, was es mit Jesus auf sich haben könnte. Einige meinten sogar, der verstorbene Johannes der Täufer wäre aus den Toten auferstanden und würde jetzt als Jesus durch die Gegend laufen. Ob Jesus der Messias ist, wollten die Leute oft gar nicht einschätzen. Es ist aber so, dass das Wort „Messias“ aus der hebräischen Sprache stammt, und es heißt auf Deutsch: Der Gesalbte. In der griechischen Sprache gibt es das auch, aber da heißt das Wort „Christus“. Dieses Wort mit griechischer Wurzel wird auch mit Gesalbter übersetzt, und in den Tagen, in denen Jesus auf Erden lebte, war die griechische Sprache sehr, sehr stark verbreitet. Ganz besonders unter den Heidenvölkern redeten viele die griechische Sprache, deswegen wird Jesus so oft als der Christus bezeichnet, obwohl Jesus ja kein Grieche ist, sondern ein Jude.
Mit diesem Wissen lesen wir nun die Verse 13 bis 17. Es steht geschrieben:
Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Leute mich, den Sohn des Menschen?
Sie sprachen: Etliche für Johannes den Täufer; andere aber für Elia; noch andere für Jeremia oder einen der Propheten.
Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!
Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel!
Wie man sieht, war Jesus an dem Tag, als es diese Offenbarung gab, fernab von seinem Wohnort, also seinem Haus in Kapernaum, denn er war nach Cäsarea gewandert. Jedenfalls interessierte es ihn, ob wenigstens seine Jünger durchschaut haben, dass er der Messias ist. Und wie man sieht, hatte Simon Petrus es wirklich gemerkt, aber Jesus bezeugt ihm, dass dies von Gott geschenkt ist und dass Petrus es nicht aus eigener Klugheit begreifen konnte. Durch eine himmlische Offenbarung von Gott höchstpersönlich konnte Petrus begreifen, dass Jesus der Messias ist und dass er Gottes Sohn ist. Das ist das richtige Zeugnis, und nichts darüber hinaus. Es ist sehr bemerkenswert, wenn Jesus hier sagt: Ihn als den zu erkennen, der er wirklich ist, das wird von Gott geschenkt. Wem es also Gott nicht schenkt, der wird wohl immer irgendwas Falsches über Jesus denken. Interessant ist aber auch, dass Jesus noch etwas Anderes zu Petrus sagte in diesem Moment. Wir lesen in den Versen 18 und 19:
Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.
Und ich will dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.
Hier ergehen prophetische Sprüche über Simon Petrus. Jesus weissagt über ihn, dass er verkündigen wird und dadurch eine Gemeinde entstehen wird, auf die Jesus aufpasst, und dass dort nichts Tödliches hineingelassen wird. Und in Vers 19 wird angekündigt, dass auch durch Petrus Austreibungen und Totenauferstehungen gewirkt werden. Dies bezieht sich auf Tage, in denen Jesus nicht mehr auf der Erde ist. Besonders die Sache mit den Totenauferstehungen ist später mindestens dadurch in Erfüllung gegangen, dass Petrus an einem Ort namens Joppe eine Frau durch Gebet aus den Toten auferweckte, wie man es in Kapitel 9 der Apostelgeschichte nachlesen kann.
Ein bisschen unerwartet ist aber vielleicht auch, was Jesus laut Vers 20 sagte. Dort lesen wir:
Da gebot er seinen Jüngern, dass sie niemand sagen sollten, dass er Jesus der Christus sei.
Laut diesem Vers soll also Jesus seinen Jüngern den Befehl erteilt haben, den Fakt zu verschweigen, dass es sich bei Jesus wahrhaftig um dem Messias Israels handelt. Diese Anweisung galt dann wohl solange, bis die Himmelfahrt passiert war, denn danach mussten die Apostel ja die frohe Botschaft in die Welt hinaus tragen. Jetzt im Moment befinden wir uns aber bei Texten, die von den Monaten handeln, wo die Kreuzigung und die Auferstehung und die Himmelfahrt noch in der Zukunft lagen. Und an diesem Tag, an dem Petrus bezeugt hatte, Jesus als den Messias zu erkennen, wusste noch keiner von denen, die mit Jesus gingen, dass Jesus buchstäblich misshandelt und gekreuzigt werden muss. Jesus fand aber, dass es nun Zeit ist, die Jünger darauf vorzubereiten. Darum lesen wir in den Versen 21 bis 23:
Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten, den obersten Priestern und Schriftgelehrten, und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsse.
Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren und sprach: Herr, schone dich selbst! Das widerfahre dir nur nicht!
Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!
Selbstverständlich war es sehr erschreckend für die Jünger, wenn Jesus nun plötzlich anfängt, so unheilvolle Zukunftsperspektiven zu äußern. Und Petrus wurde so zudringlich, um ihn dies auszureden, dass Jesus zu merken schien, wie es nicht mehr Petrus ist, der da redet, sondern dass jemand durch Petrus redet, der Jesus unbedingt von diesem Weg abbringen muss. Denn sobald Jesus seinen ganzen Lauf vollendet haben würde, wäre für den Teufel alles vorbei, da er dann keine Möglichkeit mehr hat, seinen endgültigen Fall zu verhindern. Die einzige Möglichkeit, dass der Satan sich selber vor dem Gericht rettet, würde darin bestehen, dass er Jesus vom Kreuzestod fernhält, damit er hinterher zu Gott sprechen kann: „Siehst du! Er hat es nicht bis zum Ende durchgestanden. Ich hab’s doch gleich gesagt, dass deine Ratschlüsse falsch sind!“
Wir als Leser werden hier aber auch mit dem sehr erschütternden Fakt konfrontiert, dass der Satan vor gar nichts zurückschreckt, auch nicht davor, unsere engsten Vertrauten unter den Menschen gegen uns zu benutzen. Das ist ziemlich gruselig, dass er zu sowas fähig ist.
Jedenfalls ist für Jesus der Weg völlig klar, der vor ihm liegt und den er gehen wird. Und deswegen versucht er auch, den Menschen klarzumachen, wie ernst die Lage ist, die ihm nachlaufen. Wir lesen folgendes in den Versen 24 und 25:
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!
Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.
Dieser Aufruf war nicht nur in jenen Tagen für alle Jünger entscheidend, sondern auch wir heute und hier müssen uns damit abfinden, dass dieser Ruf an uns ergeht. Wir sollen uns selbst verleugnen. Unser Ego mit allen Eigenarten, unseren Ruf und unseren Wohlstand, unsere Zukunftsperspektiven und alle Erfüllung für das Fleisch. Man soll es verleugnen bzw. verwerfen. Es hat alles überhaupt keine Wichtigkeit mehr. Fast so, als wäre unser Leben in dieser Welt vorbei, weil uns die vergänglichen Vergnügungen und zerbrechlichen Hoffnungen des jetzigen Weltenlebens nichts gelten. Diese Selbstverleugnung fordert Jesus hier. Und er sagt, man soll sein Kreuz auf sich nehmen. Das ist im Grunde nichts Anderes als wenn er sein Kreuz auf sich nimmt und unter übelster Schmach, unter Spott und Verhöhnung, mit Schmerzen sein Kreuz zum Ort seiner Hinrichtung tragen muss. All das Leiden und die soziale Ächtung hat er ertragen, und wir sollen genau das auch tun, damit unser Ende wie seines wird. Denn sein Ende war es, dass ihn in der Welt alle ablehnten und verlästerten und bei seinem Leiden einfach zuschauten und beinahe niemand mitleidig auf ihn blickte, aber eben deswegen erhielt er von Gott nach der Auferstehung eine überaus große Ehre. Denn die Schmach und der Schmerz, worüber die Menschen gelacht haben in all ihrer Bosheit und Verdorbenheit, wird von Gott mit ganz anderen Augen gesehen. Denn er erbarmt sich über die, die Böses erlitten haben und trotzdem dem richtigen Weg treu blieben. Es wird keinen Mensch geben, der dich deswegen tröstet und dir die Tränen abwischt, Gott hingegen wird genau dies tun am Ende, wenn zweifelsohne bewiesen wurde, dass du als Jesus-Nachfolger bzw. Jesus-Nachfolgerin keinen Platz in dieser bösen Welt hattest und auch keinen Platz darin begehrtest. Passend dazu sagte auch Jesus laut Vers 26:
Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?
Im Endeffekt geht es immer nur um unsere Seele, ob sie ewiges Leben in Herrlichkeit oder ewiges Leiden in Feuer und Schwefel erbt. Die jetzige Welt wird zwangsläufig einen Endpunkterreichen. Und wenn wir diesen Endpunkt nicht erleben, dann wohl deswegen, weil wir schon vorher starben. Und es ist ja nicht nur so, dass einem die Dinge in dieser Welt, sobald man sie hinter sich hat, ja doch niemals die Erfüllung bescherten, die man durch sie haben wollte, sondern gleichzeitig kann man sowieso nichts davon mitnehmen in die Ewigkeit. Also was bringt es dem Mensch,die ganze jetzige Welt zu Füßen liegen zu haben, aber gleichzeitig auf ewige Qualen zu warten, aus denen man dann nie wieder rauskommt? Man muss begreifen, dass es Ewigkeit gibt und dass die Existenz in der jetzigen bösen Welt lediglich dazu dient, dass Gott herausfinden kann, welche Ewigkeit wir verdienen, indem er unsere Herzen prüft bei allem, was uns begegnet. Es war nie so und wird nie so sein, dass Gott die jetzige Welt als Ort der Ewigkeit erschaffen hätte. Das war von Anfang an nicht der Plan.
Und man kann wirklich nur einen Weheruf aussprechen über alle, die am Tag der Wiederkunft von Jesus Christus nicht zu ihm gehören oder die nur seine Namen rufen, aber in keiner Weise sein Verhalten nachahmen. Jesus sagte nämlich Folgendes laut Vers 27:
Denn der Sohn des Menschen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann wird er jedem Einzelnen vergelten nach seinem Tun.
Als Jesus-Nachfolger lässt man sich besonders derartige Äußerungen ins Herz fallen. Jesus wird wiederkommen in der Herrlichkeit, die sein Vater ihn gegeben hat, und mit den ihm unterstellten Engeln, um jedem Einzelnen zu vergelten nach dessen werken. Achtet darauf, dass hier gesagt wird: Jesus vergilt jedem Einzelnen. Hier steht nichts davon, das nur die Ungläubigen Vergeltung bekommen, sondern: Jeder Einzelne.
Was aber ein wenig unsinnig anmutet, ist die Aussage, die von Vers 28 berichtet wird. Dort lesen wir:
Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reich!
Diese Aussage ergibt dadurch keinen Sinn, dass wir heutzutage ja immernoch auf die Wiederkunft von Jesus warten, wobei heute schon alle tot sind, die damals die berichtete Verkündigung hörten. Ich befürchte, Matthäus hat aus seiner eigenen Hoffnung auf die nahende Wiederkunft heraus diese Worte in sein Evangelium eingebaut, die eigentlich gar nicht so gesagt wurden. Was Jesus in diesem Moment zum Ausdruck bringen wollte, ist nicht sein eigenes Erscheinen in Herrlichkeit, sondern dass die Menschen die Kraft aus dem Himmel in ihrer eigenen Mitte erleben werden, sobald der Heilige Geist über die ganze Erde ausgegossen ist und die Menschen sozusagen mit Feuer und Geist getauft werden und dadurch dann vollmächtige Verkündigungen ausrufen und erfolgreich für Heilungen und Austreibungen beten bei denen, die den Glaube ernstnehmen wollen. In Kapitel 9 vom Evangelium des Markus wird dies im ersten Vers genauer berichtet.
Da wir nun aber den letzten Vers dieses Kapitels erreicht haben, können wir auch mit diesem Video zu einem Abschluss kommen. Was lernen wir aus den Inhalten dieses Kapitels, und was bedeutet es für unsere eigene Nachfolge?
Ich denke, wir lernen besonders durch dieses Kapitel, dass Jesus sich sehr genervt davon fühlt, wenn wir Dinge erleben, die uns die Wahrhaftigkeit des Glaubens an die Wahrheit und an seine Verkündigung deutlich beweisen, aber wir stellen uns dann immernoch dumm an, indem wir es gar nicht erst festhalten in unseren Herzen oder indem wir nur mal kurz darüber staunen und uns danach ablenken lassen von allerlei Dingen des Alltags und nicht mehr daran denken, sodass wir uns zwei oder drei Wochen später so verhalten, als wäre uns nichts erklärt worden und als hätten wir nichts gelernt und als wären die ganzen Dinge auch nicht sonderlich bedeutsam, die Jesus uns veranschaulicht. Denn ihr seht ja, wie entsetzt Jesus reagiert hat, als seine Jünger auf eine eigentlich offensichtliche Gleichnisrede so reagierten, als würde er jetzt buchstäblich von Brot sprechen und sich um die Versorgung mit Brot bzw. Sauerteig Gedanken machen. Jesus ist nicht nur gegenüber seinen engsten Vertrauten so entsetzt gewesen, als sie sich wie Unwissende aufführten trotz aller stattgefundenen Belehrung in Wahrheit, sondern Jesus wird genau das gleiche Entsetzen auch über uns haben, wenn wir genau so eigensinnig, uneinsichtig und unbelehrbar sind wie die Jünger in diesen Tagen. Deswegen ist es in der Nachfolge von entscheidender Wichtigkeit, dass man alles weltliche Denken völlig verwirft und sich auffüllen lässt mit dem Denken, das vom Himmel ist und welches in nahezu jeder Hinsicht dem gewohnten menschlichen Denken widerspricht, denn das himmlische Denken ist wichtiger als das irdische, und wenn die Jünger endlich mal angefangen hätten, himmlisch zu denken, dann hätten sie auch die Gleichnisrede sehr leicht erkannt. Man muss dazu sagen, dass sie schon lange mit Jesus unterwegs waren. Es war ganz sicher nicht ihr erster Tag in der Nachfolge. Jesus wird uns nicht gleich am ersten Tag mit Härte tadeln. Er gibt uns Zeit zum wachsen und leitet uns sanftmütig. Wenn wir uns aber dauerhaft weigern zu wachsen, dann bereitet es ihm Entsetzen und er wird immer härter zu und sprechen, wenn er merkt, dass sanftmütige Worte ohne Wirkung bleiben und uns nicht verändern, denn er lehrt uns nicht umsonst, sondern es geht gewissermaßen um Leben und Tod. Wer aber die Worte von Jesus nur zur Unterhaltung hören will und nicht als Grundlage des eigenen Wandels, ist kein Jesus-Nachfolger und kann auch nicht gerettet werden, da es nichts Anderes als Heuchelei ist, wenn man immer nur sagt: „Ja, ich will lernen!“ und dann doch wieder abfällig wird, indem man sich untreu oder sonst irgendwie verkorkst benimmt oder sich das dumme Geschwätz von namhaften Persönlichkeiten oder die Zweifel des eigenen Herzens zu Kopfe steigen lässt. Somit wird uns praktisch durch die ersten zwei Absätze des Kapitels eine Gefahr offenbart, vor der wir uns hüten müssen in der echten Nachfolge, denn wir dürfen nicht so lernresistent und beschränkt in unserem Denken bleiben, wie man es bei den Jüngern sieht. Und jeder, der dazu sagt: „Ja, aber ich bin halt so, wie ich bin!“, der kann die echte Nachfolge vergessen, denn sie ist in diesem Fall nicht umsetzbar.
Darüber hinaus lernen wir, dass es von Gott geschenkt ist, wenn jemand Jesus so erkennen kann, wie er wirklich ist, in seiner wahren Identität anstatt gemäß menschlichen Dogmen oder unsinnigen Gerüchten, und wenn jemand von Jesus nichts Größeres und nichts Kleineres denkt als das Richtige. Die vielen Milliarden Menschen also, die irgendwas Falsches über Jesus glauben, denen fehlt offensichtlich die Offenbarung vom Himmel, welche nicht jedem gegeben wurde, aber welche Petrus hatte. Allerdings ist der Fürst dieser Welt immer mächtig am Wirken, solange seine Zeit noch nicht abgelaufen ist, da die Erde ja an ihn übergeben wurde, und er ist sogar dazu fähig, derartige Menschen wie Petrus, die es wert sind, eine himmlische Offenbarung zu erhalten, mit Gefühlen zu belasten, in seinem Fall mit Angst und Sorge um die Zukunft von Jesus, dass der Satan so jemanden für eigene Zwecke missbraucht. Auch dies lernen wir hier und sollten wir im Hinterkopf behalten.
Und ansonsten haben wir durch dieses Kapitel die sehr deutliche Ermahnung von Jesus bekommen, wie intensiv die Nachfolge sein soll, nämlich dass man ernsthaft sich selbst verleugnen und das eigene Kreuz tragen muss. Es ist kein Kaffeekränzchen, Jesus in Wahrheit nachzufolgen. Das beweisen uns die Worte aus diesem Kapitel in sehr eindrucksvoller und hoffentlich tiefgehender Weise.
Und nun ist genug über dieses Kapitel gesagt worden.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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