Text zu "Bibellehre - Kapitel 17 im Evangelium des Matthäus"

Link zum Video: https://youtu.be/JaJMKHS_S7A

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 17 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Der erste Bericht, den wir in diesem Kapitel vorfinden, ist sozusagen ein übernatürliches Erlebnis von den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes. Dieses Ereignis wird nicht nur hier berichtet, sondern auch bei Markus in Kapitel 9 und bei Lukas, ebenfalls in Kapitel 9. Dabei ist es bemerkenswert, dass die Reaktion von Petrus bei jeder Version ein kleines bisschen anders beschrieben wird, was die Absichten seines Herzens betrifft. Wenn wir uns den Bericht nach Matthäus anschauen, lesen wir in den Versen 1 bis 3:

Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus, den Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg. 
Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 
Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. 

Es ist ein wenig albern formuliert, wie Matthäus die Sache in Vers 1 schildert. Das klingt so, als hätte Jesus aus einer Laune heraus die drei Apostel zur Seite genommen und sich gedacht: „Ach, ich führe die jetzt mal auf einen Berg und dann fange ich an, zu leuchten!“
Es ist aber vielmehr so, dass Jesus diese drei Männer mitnahm, um im Gebet in seiner Nähe zu sein. Jesus stieg vorzugsweise allein auf Berge, um zu Gott zu beten, aber diesmal wollte er, dass auch Petrus, Jakobus und Johannes Abstand von der Volksmenge haben und sich auf das Beten konzentrieren. Und während dem Beten von Jesus geschah dann diese Sache, dass Jesus zu leuchten begann, ähnlich wie es auch von Moses berichtet wird, nachdem Moses zum zweiten Mal 40 Tage lang in der Nähe des Gottes Israels gewesen war. Und in Vers 3 wird sogar ausgesagt, dass Moses und Elia zu Jesus getreten sein sollen. Das macht bei Elia insofern Sinn, dass Elia in den Himmel entrückt wurde, ohne sterben zu müssen. Bei Moses aber ist es ein wenig seltsam, weil Moses den Tod erleiden musste und an einem unbekannten Ort begraben wurde. Aber gut, das ist jetzt auch kein allzu bedeutsames Detail. Gehen wir einfach mal davon aus, dass wirklich Gott diese beiden Männer vom Himmel kommen ließ, um mit Jesus zu reden! Jesus hatte sie gewiss nicht gerufen, sondern es war Gottes Entscheidung. Und die Apostel, welche ganz normale Menschen von dieser Welt waren, einfache Fischer, und Jesus als einen Mann kannten, der normalerweise gar nicht leuchtet, sehen nun plötzlich mit ihren eigenen Augen, wie Jesus zu leuchten begonnen hat und wie da zwei Geistwesen in Herrlichkeit zu ihm sprechen. Das muss die Apostel echt von den Socken gehauen haben. Aber da ist für sie natürlich auch die Frage, wie sie als Apostel da nun reagieren sollen auf so einen Umstand. Es wirkt bei dem Bericht von Matthäus ein bisschen so, als würde Petrus sich aufdrängeln wollen, indem er sich nützlich machen will und so in die edle Gemeinschaft hineinzukommen versucht. Denn wir lesen in den Versen 4 bis 5:

Da begann Petrus und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind! Wenn du willst, so lass uns hier drei Hütten bauen, dir eine und Mose eine und Elia eine. 
Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören! 

Wie man sieht, hat irgendwie gar niemand auf das gehört, was Petrus sagte, sondern eine lichte Wolke erschien, und eine Stimme, was wohl die Stimme Gottes war, bezeugte, dass Jesus sein Sohn ist, an dem er Wohlgefallen hat, und dass auf Jesus gehört werden muss. Diese Anweisung ist enorm wichtig, und sie wurde im Rahmen eines übernatürlichen Ereignisses von Gott selbst gesprochen. Noch größere Autorität als diese gibt es nicht. Daran sehen auch wir, die wir heute Jesus nachfolgen, was für eine große Bedeutung Jesus hat und dass es der Wille Gottes ist, auf Jesus zu hören. Es wäre allein schon wegen diesem Bericht gar nicht anders vorstellbar. Und auch Petrus merkte wohl in diesem Augenblick, dass seine Worte viel zu unwichtig sind, um noch irgendwas von sich zu geben. In den Versen 6 bis 8 heißt es weiter:

Als die Jünger das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. 
Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! 
Als sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. 

Wichtig ist hier vielleicht noch, als sie niemanden mehr sahen als Jesus allein, dass dabei auch Jesus wieder so aussah, wie sie ihn normal kannten. Ich nehme an, dass alle an Gott interessierten Menschen auch selbst vor lauter Furcht niedergefallen wären in so einer Lage, aber Jesus hat doch tatsächlich zu ihnen gesagt, dass sie sich nicht fürchten sollen. Vermutlich war diese Anweisung für die drei Apostel in dem Moment nicht allzu leicht ausführbar. Sie stiegen aber letztlich wieder vom Berg hinab, denn wir lesen in Vers 9 und 10:

Und als sie den Berg hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Sagt niemand von dem Gesicht, bis der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden ist! 
Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, dass zuvor Elia kommen müsse? 

Hier passiert jetzt etwas, wo man sich auch schonwieder die Haare raufen könnte bei dem verkorksten Verhalten der Menschen. Sie haben gerade eben ein übernatürliches Erlebnis vom Himmel gehabt, sie haben die Stimme Gottes reden gehört, und obwohl ihnen dies passierte, glauben sie trotzdem an die Belehrung von Schriftgelehrten. Denn sie selber hatten den Messias offenbart bekommen, aber die Schriftgelehrten sagen, dass vorher Elia kommen muss, und deswegen denken sie jetzt an die Schriftgelehrten und fragen danach. Sie nehmen ihre Menschenfurcht ernster als die Herrlichkeit vom Himmel. Anstatt dass sie einfach mal dankbar annehmen, was vom Himmel kommt, fokussieren sie sich immernoch auf Worte von religiösen Autoritäten. Das ist an sich sehr entsetzlich, aber Jesus reagiert mit einer so großen Gnade, dass er ihre Verkorkstheit gar nicht erst tadelt, sondern ihnen einfach die Frage wahrheitsgemäß beantwortet. Die Apostel wollen wissen, warum die Schriften andeuten, dass vor dem Messias Elia kommt und warum die Schriftgelehrten dies verbreiten, und wir lesen die Antwort in Vers 11 bis 13. Dort steht:

Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia kommt freilich zuvor und wird alles wiederherstellen. 
Ich sage euch aber, dass Elia schon gekommen ist; und sie haben ihn nicht anerkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden müssen. 
Da verstanden die Jünger, dass er zu ihnen von Johannes dem Täufer redete.

Durch diese Verse wird also ein weiteres Mal bestätigt, wie wir es ja auch durch Kapitel 11 schon erfahren haben, dass Johannes der Täufer der verheißene Elia war. Und dieser wurde vom König des Landes gefangen gesetzt und einige Zeit später enthauptet. So viel zu dem Thema. Man sieht auch an Vers 12, dass Jesus im Zuge seiner Erklärung erneut seine bevorstehende Kreuzigung ankündigt, weil es in dieser verdorbenen Welt, die sich im Bösen befindet, von dem sich alle Feiglinge und Heuchler willig unterjochen lassen, ja ein ständig wiederkehrender Verlauf ist, dass alles vernichtet wird, was Gott gefällt.

Jedenfalls hatten die restlichen Apostel am Fuß des Berges gewartet, und es war auch eine Volksmenge bei ihnen. Und wir werden bemerken, dass jemand vom Volk eine Bitte um ein Befreiungsgebet an die anwesenden Apostel gerichtet hatte, aber es klappte nicht. Denn es steht geschrieben in den Versen 14 bis 16:

Und als sie zur Volksmenge kamen, trat ein Mensch zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie 
und sprach: Herr, erbarme dich über meinen Sohn, denn er ist mondsüchtig und leidet schwer; er fällt nämlich oft ins Feuer und oft ins Wasser! 
Und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. 

Wie wir sehen, gibt es hier einen Mann, dessen Sohn, der nur ein Knabe ist, eine sonderbare Erkrankung hat. Als mondsüchtig wird es hier beschrieben, es handelt sich aber um eine dämonische Besessenheit, wie wir noch merken werden. Und die Jünger bzw. Apostel sollten helfen, konnten es aber nicht. Das hat Jesus ziemlich aufgeregt, denn er sagte laut Vers 17:

Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir! 

Jesus fragt hier doch tatsächlich in seinem Verdruss, wie lange er dieses ungläubige Geschlecht noch ertragen soll. Denn er hatte ihnen schon so viele Dinge erklärt, und nichts davon wurde von ihnen angewendet. Und zusätzlich dazu hatte er ihnen ja Autorität übertragen dürfen über böse Geister und Krankheiten, als er sie zur ersten Verkündigungsreise aussandte, wie es in Kapitel 10 berichtet wird. Und obwohl sie Autorität empfangen haben und obwohl er sie belehrte, wie sie sich Gott wohlgefällig verhalten sollen zum Halten seiner Gebote, damit die bösen Geister sie ernstnehmen, liegt hier die Situation vor, dass sie unfähig sind, den geplagten Knabe heil werden zu lassen. Dadurch bekommt Jesus den Eindruck, dass es doch völlig nutzlos ist, diese Leute zu belehren, denn sie glauben es nie. Sie nehmen es nie tief in ihr Herz auf, um es viel mehr zu berücksichtigen als alles andere, was sonst irgendwer sagt und es Tag für Tag in sich zu haben, sondern sie halten immernoch an ihren verdrehten Denkweisen fest, also dass man ja nun auch nicht alles ernst nehmen muss, was Jesus sagt und dass er es vielleicht manchmal auch übertreibt und dass man ja auch an sich selber und an seine Existenz in dieser Welt denken muss und daran, was wohl die Leute sagen werden. Das ist eine echte Plage für Jesus, die sehr an seinen Nerven zehrt und weswegen er sich hier fragt, wie lange er diese Sinnlosigkeit noch verkraften muss.
Als nächstes lesen wir in den Versen 18 und 19:

Und Jesus befahl dem Dämon, und er fuhr von ihm aus, und der Knabe war gesund von jener Stunde an. 
Da traten die Jünger allein zu Jesus und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? 

Es ist immerhin schon ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass die Apostel wenigstens ankommen und fragen, warum es bei ihnen nicht funktionierte. Ich finde in Vers 18 auch das Detail wichtig, dass es nicht etwa ein erwachsener Mann war, der da befreit wurde, sondern ein Knabe. Wenn sich also irgendwer einbildet, Kinder könnten nicht besessen sein, so liegt er offensichtlich falsch, denn Jesus hat auch aus Kindern Dämonen ausgetrieben. Da nun aber die Jünger wissen wollen, warum es bei ihnen mit der Austreibung nicht klappte, gibt Jesus folgende Antwort laut den Versen 20 und 21:

Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Unglaubens willen! Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Berg sprechen: Hebe dich weg von hier dorthin!, und er würde sich hinwegheben; und nichts würde euch unmöglich sein. 
Aber diese Art fährt nicht aus außer durch Gebet und Fasten.

Es ist bemerkenswert, wie Jesus hier das Beten und Fasten mit Glaube in Verbindung bringt. Ein Mensch soll dies niemals als Pflichtübung tun, aber wenn man kapiert hat, dass Gott real ist und dass bei ihm das Heil ist, dann braucht man auch keine Pflichten, um zu fasten und zu beten, sondern dann will man das unbedingt und würde sogar verärgert sein, würde irgendein Mensch ankommen und dies verbieten. Es geht nicht darum, Leistungen zu erbringen, sondern es geht um das Suchen Gottes und um die Annäherung zu ihm. Die Jünger waren im Fasten und Beten so unmotiviert, dass sie sich besonders in dieser Hinsicht überhaupt nicht von den Ungläubigen unterschieden. Sie waren Leute, die man als Gläubige nicht für voll nehmen kann. Diese ganze Sache, Gott anzubeten, Gott nahe sein zu wollen, bereit zu sein, für Gott zu verzichten und seine Gebote als wertvoll zu erachten, weil dadurch Heil möglich wird, das schien den Aposteln ganz egal zu sein und es waren keine Ambitionen vorhanden, dies im eigenen Leben zu tun. Und darum wird ihnen von Jesus das Zeugnis ausgestellt, dass sie Unglaube haben, was an sich ein ziemliches Warnzeichen ist. Aber wir lesen leider kein einziges Wort davon, dass sie dadurch nachdenklich wurden. Vielmehr muss man davon ausgehen, dass sie sich um solche Äußerungen gar nicht weiter Gedanken machten, sondern in ihren Herzen unablässig darauf warteten, dass Jesus sie endlich mal wegen irgendwas lobt und sie als tolle Menschen erkannt werden. Wenn aber ein Mensch so denkt, dann wird die Sache mit dem Unglaube niemals anders.

In den Versen 22 und 23 steht die zweite Ankündigung des Leidens von Jesus im Vorfeld, denn wir lesen dort:

Als sie nun ihren Weg durch Galiläa nahmen, sprach Jesus zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert werden, 
und sie werden ihn töten, und am dritten Tag wird er auferweckt werden. Und sie wurden sehr betrübt.

Laut dieser Erzählung sind die Jünger also betrübt gewesen, als sie Jesus dies reden hörten. Das kann ihnen wohl auch keiner übel nehmen. Wer würde schon als Jünger seinen Meister gerne leiden sehen, von dem man so viel lernt und in dessen Nähe so große Dinge geschehen?
Einen einzigartigen Bericht gibt es aber in den restlichen Versen dieses Kapitels, denn wir lesen in den Versen 24 bis 27:

Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der Tempelsteuer zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Meister nicht auch die zwei Drachmen? 
Er antwortete: Doch! Und als er ins Haus trat, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was meinst du, Simon, von wem nehmen die Könige der Erde den Zoll oder die Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden? 
Petrus sagte zu ihm: Von den Fremden. Da sprach Jesus zu ihm: So sind also die Söhne frei! 
Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh hin an den See, wirf die Angel aus und nimm den ersten Fisch, den du herausziehst, und wenn du sein Maul öffnest, wirst du einen Stater finden; den nimm und gib ihn für mich und dich!

Hier besteht wohlgemerkt ein von Gott gewirktes Wunder darin, dass die Tempelsteuer nicht vom Vermögen irgendeines Menschen bezahlt wurde, wobei man aber sehr aufpassen muss, dass man jetzt diese Geschichte nicht überinterpretiert und von Gott verlangt, er muss von jetzt an alle Steuern bezahlen, die man zu leisten hat, weil das ja damals bei Petrus auch so war. Auf solch einen Gedanke kommt hoffentlich keiner, denn sonst wird man ehe man sich versieht ein Diener des Mammon. Wichtig für uns, um verständig zu werden, ist hier das Verhalten von Jesus, weil er dadurch auf die Neigung der Menschen anspielt, Steuern nicht bezahlen zu wollen und immer irgendwelche Ausreden zu finden, warum es ein Unrecht ist in den eigenen Augen, die Abgabe zu leisten. Denn als endgültigen Kommentar sprach Jesus: „Damit wir ihnen keinen Anstoß geben, geh hin!“
Also laut der Lehre von Jesus, so ärgerlich das Bezahlen von Steuern und Zollgeldern auch sein mag, ist es das Beste, die Abgaben einfach zu leisten und keinen Unfrieden entstehen zu lassen durch sinnlose Rebellion dagegen. Man leistet es einfach und denkt nicht weiter daran, mag es nun gerechtfertigt oder ungerechtfertigt erscheinen, wenn die Landesregierung es verlangt. Jesus sagt, er selber könnte sich ja auch als König werten und deshalb die Zahlung verweigern, weil Könige keine Steuern zahlen, und doch hat er auch unter Berücksichtigung dieser Tatsache gesagt, es soll bezahlt werden. Das Bezahlen wollen ist entscheidend, ungeachtet dessen, dass in diesem Fall ausnahmsweise durch ein Wunderzeichen die Zahlung ermöglicht wurde, was man nicht als Standard werten darf. Die Moral, die dahinter steht, ist das richtige Vorbild für Jesus-Nachfolger. Solche Dinge wie das Steuerzahlen erledigen wir, um nicht unnötigen Anstoß zu geben, mit welchen wir die Regierungsleute wütend machen würden.

Und nun sind wir soweit durch mit den Versen dieses Kapitels. Was lernen wir besonders daraus, und was können wir uns daraus für die Nachfolge mitnehmen?
Ein wichtiger Lerninhalt dieses Kapitels ist gewiss, dass Gott höchstselbst den Befehl gab, wir müssen auf Jesus hören. Wenn der allein wahre Gott dies befiehlt, dann handelt also jeder sündig, der Jesus nicht hören will. Das sollte uns eine deutliche Ermahnung sein, aber auch eine Stärkung für uns, weil wir dadurch die Sicherheit haben, wirklich auf dem richtigen und Gott wohlgefälligen Weg zu sein, wenn wir Jesus nachfolgen.
Ansonsten erkennt man noch aus dem Verhalten von Jesus bei der Erlösung des mondsüchtigen Knaben ein Vorbild, das auch für uns Jesus-Nachfolger gilt. Jesus hat sich sehr aufgeregt über die Verdrehtheit der Leute, die Interesse an der Nachfolge bekunden und dann doch nichts festhalten. Er hat sogar gefragt, wie lange er das noch ertragen muss. Ob ihr es nun fassen könnt oder nicht: Auch das ist ein richtiges Vorbild für uns. Wir dürfen keiner Heuchler sein, die in ihrem Herzen schon lange festgestellt haben, dass der Glaube bei den Zuhörern fehlt, und die dann aber trotzdem fröhlich daherkommen und heile Welt spielen und den Leuten schmeichelhafte Worte sagen, um sie bei Laune zu halten. Denn sowas erleben wir von Jesus nie. Jesus hat niemals irgendwas gesagt, um Leute bei Laune zu halten. Jesus hat niemals weich zu den Leuten geredet, wenn er Unglaube und Verdrehtheit bei seinen Jüngern gesehen hat. Wir hatten ja auch in Kapitel 16 schon die Situation, dass er sich sehr aufregte über seine Jünger wegen ihrer extrem unreifen Reaktion auf eine eigentlich offensichtliche Gleichnisrede, aber hier in diesem Kapitel haben wir in Vers 17 sogar den Bericht, dass er sich ernsthaft fragte, wie lange er sich selber das noch antun muss, diese Leute zu ertragen. Jesus ist ehrlich mit seinen Gefühlen und Gedanken umgegangen und hat niemandem etwas vorgemacht, auch nicht aus Angst, Unbehagen oder Missmut in ihnen auszulösen, sondern er hat immer nur in einem gerechten Eifer geredet. Und wenn man merkt, dass die Leute sich wochenlang immer nur verkorkst benahmen und absolut gar nichts von all dem Guten in ihre Herzen fallen ließen, was man an begreifbaren Erklärungen austeilte, dann ist es kein gerechter Eifer, die Leute zu hätscheln und sprichwörtlich mit Watte einzupacken, sondern dann ist es ein gerechter Eifer, ihnen sehr deutlich und unverblümt die Schlechtigkeit ihres Verhaltens zu bezeugen, damit sie, falls das überhaupt möglich ist, begreifen, dass sie bis jetzt absolut alles falsch machen. Denn sie bilden sich das Gegenteil ein, nämlich dass alles in Ordnung wäre, und dabei liegt der sprichwörtliche Krebsschaden. Ihnen muss die Verdrehtheit ihres aktuellen Denkens erstmal bewusst werden. Und das begreifen sie noch weniger, wenn man heile Welt mit ihnen spielt und ihnen schnuckelige Worte sagt, als wenn man ihnen nach anfänglicher sanftmütiger Verkündigung, die nichts bewirkte, dann mit feurigen Worten mal so richtig die Realität vor Augen hält. Denn die Realität ist die, dass die Menschen sich selber wohlfühlen und der Meinung sind, sie machen gar nichts falsch, während sie halbherzig nachfolgen und ständig wieder Fremdartiges in ihrem Leben Raum gewinnen lassen, auf Kosten der Dinge, die vom Himmel sind. Und sie sagen nach sanftmütiger Belehrung Ja und Amen zu Dingen, die ihnen im Herzen ehrlich gesagt ja doch nichts bedeuten, weil sie trotz des mit Lippen ausgerufenen Glaubens widerspenstig sind bei jeder Aussage, die ihnen unangenehm ist. Und das ist es, was ihnen klarwerden muss, dass es unmöglich so weitergehen kann mit ihrer Verkorkstheit, sofern sie wirklich gerettet werden sollen. Ein jeder prüfe, ob das auch bei einem selbst so ist! Wer derartig wandelt, gehört zu den Menschen, die unterwegs in die Hölle sind, so lange sie Belehrungen auf die leichte Schulter nehmen und das alles kaum berücksichtigen oder nur mal zwei Tage lang beeindruckt sind und dann haben sie es schon wieder völlig vergessen, und solange sie sich heimlich in ihren Herzen denken, dass sie doch gut sind, so wie sie sind, und dass sie doch eigentlich gar nichts falsch machen und auch keinen Tadel verdienen und der Tadelnde ist es, der falsch verkündigt. Diese Verdrehtheit ist es, welche Jesus nicht ertragen konnte und auch heute nicht ertragen kann und wegen welcher er sagte: Wie lange muss ich noch bei euch sein?
Und genau so, wie er das offen ansprach, sollen auch wir als Jesus-Nachfolger das ansprechen. Und da braucht dann keiner ankommen und sagen: „Dir fehlt die Liebe! Du benimmst dich falsch!“
Wenn das so wäre, dann hätte auch Jesus sich falsch benommen in Vers 17, weil ihm die Liebe fehlt. Ihr könnt euch ja gerne mal vor den Sohn Gottes stellen und ihn belehren, dass er falsch geredet hat, weil ihm die Liebe fehlt. Ich bin mal gespannt, was er dann zu euch sagen wird. Wahrscheinlich ist es aber nichts Anderes als die Worte aus Matthäus 7 Vers 23. Jesus hatte ganz offensichtlich auch Momente, in denen er überhaupt keine Rücksicht auf das Gefühlsleben verdrehter Menschen nahm und sich seinen Unmut über die Feindseligkeit gegen echten Glaube auch anmerken ließ, weil es von unbedingter Wichtigkeit ist, dass die Menschen erkennen und eingestehen, wie unerträglich für das Reich der Himmel ihr fleischliches Denken ist. Denn es ist besser, mit einem unbequemen Gefühl, weil man die bisherige Verkorkstheit eingestehen und loslassen musste, in den Himmel gerettet zu werden, als mit einem flauschigen und selbstgerechten Gefühl in die Hölle zu gehen. Das ist hoffentlich soweit verständlich. Aber kannst du das von dir selbst wirklich gemäß himmlischen Maßstäben sagen, dass in dir kein Unglaube und keine Verdrehtheit herrscht? 
Viele müssen da etwas wichtiges erkennen: Denn der erste Mensch, bei dem sich diesbezüglich eine Reinigung ereignen muss, ist nicht der eigene Pastor oder die eigene Mutter oder der eigene Glaubensbruder oder der Ungläubige vom Haus nebenan, sondern die erste Person, bei der die Verdrehtheit des eigenen Denkens aufhören muss, bist wohl du selber. Und wer nicht zuallererst bei sich selber die Verdrehtheit austilgt, wie wenn man Verunreinigungen aus Gold heraus brennt, der ist untauglich für die echte Nachfolge und befindet sich sowieso nur auf den breiten Weg, der ins Verderben führt.
Wisst ihr, das Verhalten der Jünger, welches Jesus zur Weißglut trieb, hat eine enorm große Ähnlichkeit mit dem verkorksten Verhalten der heutigen Christenheit, die sich hinsetzt und beim Hören der Worte vom Himmel immer sagt: „Ich selber kann das nicht festhalten, sondern das macht Gott, ich selber kann nichts annehmen! Herr, mache das in mir!“
Jeder, der so denkt, der ist ebenfalls einer von denen, über die Jesus sagt: „Du ungläubiges und verdrehtes Geschlecht! Wie lange muss ich euch noch ertragen?“
Und deswegen gestehen alle echten Jesus-Nachfolger sich ein, dass das Lernen und Festhalten nichts ist, was Gott tut, sondern was man selber tut. Wehe denen, die in ihrer Verdrehtheit und in ihrem Unglaube bleiben, weil sie sich auf der Ausrede ausruhen, es würde immer nur alles von Gott gemacht werden! Sie müssen aufhören, ständig die Verantwortung, die sie selber haben, an irgendwen anders abzuschieben.

Und nachdem ich dies erklärt habe, ist über den Inhalt von Kapitel 17 auch schon genug geredet worden.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein.

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