Text zu "Bibellehre - Kapitel 19 im Evangelium des Matthäus"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 19 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Als Erstes wird in diesem Kapitel berichtet, dass die Pharisäer, also die jüdischen Autoritätspersonen der herrschenden Religion, Jesus wie einen Trottel aussehen lassen wollten, indem sie ihn dazu reizen, gegen das Gesetz von Moses zu reden. Zumindest nach ihrer eigenen Ansicht. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 7:
Und es geschah, als Jesus diese Worte beendet hatte, verließ er Galiläa und kam in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.
Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach, und er heilte sie dort.
Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und fragten ihn: Ist es einem Mann erlaubt, aus irgendeinem Grund seine Frau zu entlassen?
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang als Mann und Frau erschuf
und sprach: »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen; und die zwei werden ein Fleisch sein«?
So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!
Da sprachen sie zu ihm: Warum hat denn Moses befohlen, ihr einen Scheidebrief zu geben und sie so zu entlassen?
Offensichtlich besteht die Lehre von Jesus darin, dass Menschen sich eigentlich gar nicht erst scheiden sollen, denn was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. Und als Argument für diese Belehrung benutzt Jesus das Zitat aus dem ersten Buch Mose aus Kapitel 2, wo geschrieben steht, dass ein Mann Vater und Mutter verlassen wird, um mit seiner Frau ein Fleisch zu sein. Nun kommen aber die Pharisäer mit einer Schriftstelle vom fünften Buch Mose in Kapitel 24, wo von einem Scheidebrief die Rede ist, den man einer Frau geben kann. Eigentlich geht es bei diesem Absatz nicht wirklich darum, dass Scheidungen ein Befehl sind, sondern es geht darum, dass man eine einmal von sich geschiedene Frau nicht nochmal heiraten darf, sobald sie bei einem anderen Mann war, denn das wäre für Gott ein Gräuel. Aber darauf achten die Pharisäer nicht allzu genau, denn es reicht ihnen schon, dass das Wort „Scheidebrief“ in diesem Text überhaupt vorkommt. Sie wollen es nämlich so hinstellen, weil das Gesetz an einer Stelle von einem Scheidebrief redet, dass Jesus das Gesetz Gottes lästern würde, wenn er lehrt, dass Scheidungen schlecht sind. Und das ist schon eine schwierige Lage, wenn die korrupten und niederträchtigen Menschen aus der Religion wahrhaftig die Schrift benutzen können, um eine Lehre zu begründen, die eigentlich gegen Gottes Wille ist, und zwar mit einem Zitat aus dem Gesetz Gottes. Denn es ist falsch, was sie lehren, da es Gott nicht gefällt, aber es lässt sich mit einer Bibelstelle als richtig darstellen. Daran sieht man, dass es letzten Endes nicht das Wichtigste ist, wie gut einer das Gesetz kennt, sondern mit welcher Herzenshaltung er es betrachtet und deutet. Jesus lässt sich aber nicht davon erschrecken, dass anhand des Gesetzes gegen seine von Gott stammende Belehrung argumentiert wird, sondern beharrt auf dem, was er um Gottes willen reden soll, denn wir lesen in den Versen 8 und 9:
Er sprach zu ihnen: Moses hat euch wegen der Härtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.
Ich sage euch aber: Wer seine Frau entlässt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.
Durch diese Situation sind Menschen nun genötigt, sich für eine von beiden Seiten zu entscheiden. Entweder sie glauben der Auslegung von den Pharisäern oder der Auslegung von Jesus. Für uns, wenn wir Jesus-Nachfolger sind, ist klar, dass wir immer nur die Erklärungen von Jesus ernstnehmen, aber für die Leute damals war es schwerer zu entscheiden. Jedenfalls geben die Jünger einen Kommentar zu der Erklärung von Jesus ab und dann äußert Jesus eine besondere Weisheit. Es steht geschrieben in den Versen 10 bis 12:
Da sprechen seine Jünger zu ihm: Wenn ein Mann solche Pflichten gegen seine Frau hat, so ist es nicht gut, zu heiraten!
Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern nur die, denen es gegeben ist.
Denn es gibt Verschnittene, die von Mutterleib so geboren sind; und es gibt Verschnittene, die von Menschen verschnitten sind; und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Reiches der Himmel willen. Wer es fassen kann, der fasse es!
Fassen kann man diesen Spruch nur, wenn man weiß, was genau Jesus eigentlich meint. Er redet hier gewissermaßen von verschnittenen Herzen. Bevor Jesus diese Weisheit äußerte, haben seine Jünger in einem nicht ganz ernsten Ton gesagt, dass es nicht gut sei, zu heiraten, weil man der Frau ein Leben lang verpflichtet ist. Und obwohl es nur halb ernst gemeint war, hat Jesus eine ernste Lebensweisheit dazu als Kommentar abgegeben. Die Verschnittenen, von denen Jesus redet, sind Menschen, die ihr Herz auf die Art verschnitten haben, dass sie niemals heiraten, sondern ihr ganzes Leben lieber allein bleiben wollen. Die meisten Menschen finden das unbegreiflich und kapieren nicht, wie das überhaupt sein kann, dass jemand sich weigert, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Und das weiß Jesus auch. Deswegen erklärt er diese Sache, ohne gefragt zu werden, und es handelt sich dabei um folgende Weisheit aus dem Leben:
Manche Menschen neigen von Anfang an dazu, eine Persönlichkeit zu entwickeln, die eher in sich gekehrt ist. Das ist bei denen einfach so, Gott hat sie als stille Seelen erschaffen. Einige andere aber werden schon als Menschen mit geselligem Herzen geboren, aber sie machen so viele schlechte Erfahrungen mit anderen Menschen im Lauf ihres Lebens, dass sie irgendwann genug davon haben und lieber alleine bleiben, um nicht mehr verletzt zu werden. Zu einer derartigen Entscheidung kommt es, wenn Menschen mehrmals jemandem ihr Vertrauen schenkten und dann hintergangen wurden, oder wenn sie ihr Leben lang immer nur von Menschen gehänselt oder geschlagen wurden, oder wenn sie ihr Leben lang immer mit allen schwierigen Sachen alleine gelassen waren, weil entweder niemand ihnen helfen wollte oder niemand ihnen helfen konnte, und die, die es versuchten, haben es nur noch schlimmer gemacht. Durch solche Verläufe treffen manche Leute irgendwann die Entscheidung, bevor sie ihr Herz noch weitere Male von Menschen brechen lassen, dass sie lieber auf all das verzichten, wozu man mit Menschen zusammenleben muss. Auch auf das Heiraten und Kinderkriegen, um zu verhindern, dass ihr Ehepartner sie betrügen könnte oder die Kinder zu unliebsamen Zeitgenossen heranwachsen, oder dass man seine Kinder bereits in sehr jungen Jahren sterben sieht und sich nicht zutraut, dies zu verkraften. Und dann gibt es noch eine ganz seltene Art Menschen, die zwar nicht von Anfang an als eine derart stille Seele geboren wurden, dass sie sich allgemein mit sich selbst zufrieden geben, und die ebenfalls keine einschlägig schlechten Erfahrungen mit anderen Menschen machten, aber die in Gott und Jesus eine so große Erfüllung erkennen wie in nichts Anderem, und die darum besorgt sind, von Jesus weggezogen zu werden, weswegen sie es aufgrund ihrer Liebe zum Reich Gottes gar nicht erst zulassen wollen, dass etwas wie eine Ehe oder eine Familie in ihrem Leben aufkommt und ihnen all ihre Zeit stiehlt, da sie all ihre zur Verfügung stehende Zeit Gott und Jesus widmen wollen. Solche Leute sehen in dem Glaube viel mehr als ein Durchschnittsmensch darin sieht, und sie haben bereits dadurch ihre Erfüllung im Leben gefunden, welche von anderen Menschen in dem Gründen einer Familie gesucht wird. All diese Dinge sind es, die Jesus durch den Weisheitsspruch offenbar werden lässt, den wir gerade begutachtet haben.
Als nächstes wird darüber berichtet, dass ein paar Kinder zu Jesus gebracht wurden, weil gewünscht war, dass Jesus sie segnet. Es steht geschrieben in den Versen 13 bis 15:
Da wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er die Hände auf sie lege und bete. Die Jünger aber tadelten sie.
Aber Jesus sprach: Lasst die Kinder und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solcher ist das Reich der Himmel!
Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt hatte, zog er von dort weg.
Ich halte es für besonders wichtig, dass Jesus hier nicht etwa sagt, man soll Kinder dem religiösen Leiter in die Hand geben, sondern zu ihm sollen die Kinder kommen. Zu Jesus persönlich. Man muss sich diese Situation, die hier beschrieben wird, ungefähr so vorstellen, dass in der Volksmenge ein paar Familien mit Kindern sind, und diese Kinder sind stille und demütige Persönlichkeiten. Und die Apostel sehen das und ärgern sich darüber, weil das keine richtigen Kerle sind, die da angebracht werden, sondern sanftmütige Wesen, und die Apostel sind ja durchschnittliche Männer, die in dem allgemeinen Denken verharren, dass ein Knabe ein ganzer Kerl sein muss, voller Tatendrang und bereit, zu kämpfen mit aller Kraft, voll Wetteifer und Mumm, weil auch die Knaben schon ein möglichst männliches Auftreten brauchen. Nun werden aber Knaben zu Jesus gebracht, die still und nachdenklich sind und friedliebend in einem Maß, das man bei Knaben nur selten vorfindet, und deswegen denken die Apostel, dass diese Knaben es nicht wert sind, gesegnet zu werden. Jesus aber tadelt seine Apostel und ruft eben solche Kinder zu sich. Das ist es, was es mit diesen Versen auf sich hat. Und Jesus hat nicht umsonst gesagt: Solchen gehört das Reich der Himmel. Man sollte sich als Leser diesen Spruch in diesem Zusammenhang genauestens merken, da im Himmel wirklich ein völlig anderes Wertdenken herrscht als in der Mitte der Menschheit in dieser Welt.
Sehr bemerkenswert ist aber auch die nächste Situation, die uns berichtet wird. Wir lesen in den Versen 16 und 17:
Und siehe, einer trat herzu und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen?
Er aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein! Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote!
Ich kann mir gut vorstellen, dass es einige Menschen gibt, die in ihrem Herzen von genau dieser Frage bewegt sind. Welches Tun bringt ewiges Leben? Wie kann man sicher sein, dass man ewiges Leben erlangt? Und genau diese wichtige Frage stellt hier der reiche Jüngling an Jesus. Da ist er praktisch an genau der richtigen Adresse gelandet, denn niemand kann diese Frage so genau und zuverlässig beantworten, wie Jesus es kann. Das scheint der reiche Jüngling auch genau gewusst zu haben, und er bezeichnet Jesus als guten Meister. Und die Reaktion von Jesus an dieser Stelle sollte jedem echten Jesus-Nachfolger tief ins Herz fallen, denn es hilft sehr dabei, in der Wahrheit zu sein und zu bleiben, die von den Menschen dieser Welt gehasst wird, seien es nun Ungläubige oder Glaubensheuchler. Jesus fragt hier, warum er gut genannt wird und verweist darauf, dass niemand gut ist außer Gott allein. Jesus will demzufolge nicht als gut bezeichnet werden, weil er weiß, dass er nicht gut ist. Nur Gott ist gut, aber Jesus ist nicht Gott, daher will er auch von niemandem gesagt bekommen, gut zu sein. Und dann sagt Jesus: Man muss die Gebote halten, um in das Leben einzugehen. Das ist das ganze Geheimnis. Auf das Halten der Gebote kommt es an. Dabei muss man natürlich die Gebote so anwenden, wie Jesus sie offenlegte und darf es nicht falsch interpretieren. Die Gebote müssen in die Tat umgesetzt werden, wie Jesus es erklärte und vormachte, und nicht nach dem Wille von irgendwelchen religiösen Schriftgelehrten oder leichtfertigen Schwätzern, die ihre Fleischeslust in Bibeltexte projizieren.
Weiterhin lesen wir in den Versen 18 bis 20:
Er sagt zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Das »Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden!
Ehre deinen Vater und deine Mutter!« und »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!«
Der junge Mann spricht zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend an; was fehlt mir noch?
Um auf Nummer sicher zu gehen, fragt der junge Mann nun, welche Gebote gemeint sind, und Jesus reagiert so, wie man auf einen reagiert, der eine Aufzählung von dem bekommt, womit er beginnen soll, wenn er noch neu ist. Dabei zählt Jesus zuerst einige von den heiligen 10 Geboten auf, und erwähnt noch, dass man seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst, also in dem Sinne, dass man so barmherzig an anderen handeln soll, wie man selbst es sich von den Menschen wünschen würde. Damit sollte alles losgehen. Und der junge Mann sagt, dass er dies alles schon einhält seit langer Zeit, und er will wissen, was ihm noch fehlt. Nun werden wir sehen, dass Jesus bei ihm einen Nerv trifft und ihm zu einer Sache rät, die ihm deutlich zu schwierig ist, obwohl auch dies zur Nachfolge dazugehört. Denn es steht geschrieben in den Versen 21 und 22:
Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!
Als aber der junge Mann das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter.
Die Anweisung von Jesus lautet offensichtlich, dass der junge Mann all seinen Besitz verkaufen und damit die Armen versorgen soll, und mit Jesus mitkommen soll. Jesus war aber gerade unterwegs zu seinem letzten Besuch in Jerusalem, der mit seine Kreuzigung enden würde. Und dabei soll der reiche Jüngling an seiner Seite sein, wenn er ewiges Leben sicher haben will. Ich schätze aber, dass der reiche Jüngling sich über den Teil mit der Kreuzigung in diesem Augenblick gar nicht im Klaren war, weil ihn etwas Anderes schon viel zu sehr schockierte. Er hing nämlich an seinen Gütern, und ihm gefiel der Gedanke ganz und gar nicht, diese aufzugeben. Da sah nun Jesus, woran das Herz des jungen Mannes wirklich hing, aber das ist ganz gewiss nicht gut so. Deshalb lesen wir Folgendes in den Versen 23 bis 26:
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher hat es schwer, in das Reich der Himmel hineinzukommen!
Und wiederum sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt!
Als seine Jünger das hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Wer kann dann überhaupt gerettet werden?
Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist dies unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich.
Der Spruch, dass ein Kamel leichter durch ein Nadelöhr hindurchkommt als ein wohlhabender Mensch ins Reich Gottes eingeht, ist sehr extrem. Und wir lesen, dass die Jünger sich sehr entsetzten. Das wird gewiss jedem so gehen, der diesen Spruch hört. Die Jünger fragten sogar: Wer kann dann überhaupt gerettet werden? Und das fragen sie, weil sie es ja als das Normalste kennen, was es im Leben gibt, dass jemand sich um eigenen Besitz bemüht und diesen auch bewahren will. Allerdings macht dieses Denken die Wahrheit nicht ungültig, die Jesus ausrief, sondern sie gilt weiter. Man muss sich von der Sehnsucht nach Reichtum lösen - und zwar nicht erst auf dem Sterbebett, nachdem man ein schönes und ausgefülltes Leben genossen hatte bis zum letzten Moment, sondern bereits lange vor dem Tod muss man einer sein, der allen Überfluss loswurde und Almosen an die Armen verteilt. Denn nur dadurch kann Gott erkennen, dass es von Herzen kommt. Wenn aber Jesus gefragt wird, wie dann ein Reicher überhaupt gerettet werden soll, und er antwortet, dass es bei Menschen vielleicht unmöglich ist,aber bei Gott möglich, dann spielt diese Äußerung auf das an, was mit Hiob passiert ist. Hiob war auch reich, und genoss seinen Reichtum. Aber dann hat Gott ihm alles weggenommen, wovon er wahrscheinlich niemals freiwillig abgelassen hätte. Genau das Gleiche kann Gott auch heutzutage bei reichen Menschen bewirken, also dass er selber ihnen alles wegnimmt, was sie aus eigener Kraft nicht losgelassen hätten, damit sie arm werden und sich in dieser Phase dann darauf besinnen können, worauf es im Leben eigentlich wirklich ankommt. Das ist es, was gemeint ist, wenn Jesus sagt, dass es für Gott möglich ist, auch Reiche zu retten. Er kann sie in eine Lebenslage bringen, in welcher ihnen ihr Reichtum nichts mehr nützt, auch wenn sie ihn unbedingt halten wollten, und dann ist ihnen die Möglichkeit eröffnet, zu begreifen, dass der Mensch nicht lebendig ist durch die Dinge, die er besitzt.
Im Fall der Apostel ist es aber so, dass sie tatsächlich ihr altes Leben völlig hinter sich gelassen haben, und sie scheinen sich langsam zu fragen, ob es das wert ist. Daher lesen wir in den Versen 27 bis 30:
Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür zuteil?
Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meines Namens willen, der wird es hundertfältig empfangen und das ewige Leben erben.
Aber viele von den Ersten werden Letzte, und Letzte werden Erste sein.
Man darf sich nicht davon in Verwirrung bringen lassen, dass hier das Wort „Wiedergeburt“ in den Vers 28 hinein geschmiert wurde, denn es ist die Auferstehung aus den Toten gemeint bei der Wiederkunft von Jesus Christus, um sein tausendjähriges Reich zu bringen. Eine Wiedergeburt hingegen ist ja ein esoterisches Modell der Lüge, welches besagt, man würde ständig wieder als ein anderes Wesen in die Schöpfung kommen und noch ein weiteres Leben führen, jedes Mal wenn man stirbt, und es gäbe weder Himmel noch Hölle, sondern die Umstände nach der Wiedergeburt hängen davon ab, wie viel oder wenig man im vorherigen Leben verbockt hätte. Dieser Rotz ist nicht von Gott, denn Gott lässt jeden Mensch einmal sterben und bewahrt ihn dann zum Gericht auf. Wenn einer würdig ist, die Königsherrschaft von Jesus zu erleben, wird er bei der Wiederkunft auferweckt und stirbt danach nie wieder, und wenn einer unwürdig ist, bleibt er tot bis zum allerletzten Tag der Weltzeit, und dann werden alle auferweckt, die Guten und die Bösen, egal ob sie zu Jesus gehören oder nicht, und über jeden Mensch wird einzeln ein Urteil von Gott gesprochen über die Ewigkeit, die dieser Mensch dann erleben muss. Dabei gibt es nur die Möglichkeit, in dem himmlischen Jerusalem auf der neuen Erde zu wohnen, die Gott machen wird, wenn einer zum Leben gerechtfertigt ist, und sollte dies nicht so sein, was ziemlich oft der Fall sein wird, dann muss der Mensch die Ewigkeit in einer pausenlosen Peinigung von Feuer und Schwefel zubringen, und er wird ewig in Feuer und Schwefel sein, er kann dort nicht sterben und auch nicht herausgeholt werden. Das ist die Belohnung für alle, die dem Teufel anhänglich waren und vor Gott wegliefen.
Wenn es nun aber so sein würde, dass alle an Jesus gläubigen Menschen eine eigene Gemeinschaft gründen, wo sie alle Dinge gemeinsam haben, dann würde man praktisch dadurch auch Häuser und Äcker und Familienmitglieder bekommen, obwohl man alles eigene verlassen hat. Aber das ist ein vergleichsweise unbedeutender Trost, denn es geht eigentlich nur um das ewige Leben und um nichts Anderes. Und wie genau der Lohn im ewigen Leben aussieht, das ist vermutlich gar nicht zu beschreiben mit einfachen Worten. Wenn es aber darum geht, in welcher Reihenfolge die Menschen ihren Lohn bekommen werden, die Jesus nachfolgten, dann muss man sich damit abfinden, dass die Letzten die Ersten sein werden. Das heißt, dass die, welche wenig gearbeitet haben, zuerst entlohnt werden und etwas genau so großartiges bekommen wie die, die sehr viel gearbeitet haben und schon lange in der Nachfolge sind, nichts Größeres bekommen, sondern das Gleiche wie die Frischlinge, weil es im Reich der Himmel nicht um Leistung geht, sondern einfach darum, sich an Gott zu erfreuen und mit ganzem Herzen dabei zu sein. Diese Sache wird auch in Kapitel 20 noch durch ein Gleichnis näher erklärt, aber wir befinden uns ja gerade in Kapitel 19, und mit dessen Inhalt sind wir jetzt auch schon durch.
Was lernen wir nun aus den Inhalten dieses Kapitels, und was können wir uns besonders für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Ich denke, am meisten sollte es uns aus diesem Kapitel unter Anderem in Erinnerung bleiben, dass die Pharisäer mit ihrer Schriftkenntnis in der Lage waren, gegen die himmlische Belehrung von Jesus zu argumentieren, und auch wenn sie falsch lagen, so hat ihr Argument trotzdem durchaus Sinn ergeben. Dies muss uns eine Ermahnung sein, wenn wir selber die Wahrheit festhalten wollen und nicht davon abweichen, dass wir nicht allein durch die Worte in der Bibel sicher sind, weil man auch Bibelworte benutzen kann in oberflächlicher und unverschämter Weise, um Irrtümer als Wahrheit auszurufen und alle Erklärungen über das, was vom Himmel ist, zu Unsinn zu erklären, obwohl es kein Unsinn ist. Trösten kann uns dabei der Bericht aus diesem Kapitel, dass es mit Jesus ja auch derartig lief. Auch gegen ihn wurden in Ausnahmefällen sogar Bibelworte eingesetzt, um seine von Gott stammende Belehrung anzufechten. Genau so ist es aber auch ganz wichtig, dass wir jederzeit daran denken, wie schlecht eine Ehescheidung wäre. Wer also verheiratet ist, der soll sich darüber bewusst sein, dass er einen Bund einging, der eine sehr große Bedeutung hat. Und wenn man sich noch nicht scheiden ließ, so ist die richtige Antwort auf Zweifel immer die, dass man nach Wegen suchen soll, eine Scheidung zu verhindern, anstatt sie durchzuziehen. Und die einzige Ausnahme wäre die, dass der Partner oder die Partnerin mit jemand anderem Geschlechtsverkehr hatte. Das wäre der einzige legitime Grund, warum es unbedingt ratsam ist, sich scheiden zu lassen. Aber wenn man des öfteren streitet oder das Eheleben langweilig findet oder meint, sich auseinander zu leben, dann sind das alles keine echten Gründe für eine Scheidung. Sogar wenn der Ehemann sich zu einem gewalttätigen Trunkenbold entwickelt hat, sollte man auch dabei erstmal überlegen, ob das nicht anders zu lösen geht als durch eine Scheidung. Man sollte in der Ehe möglichst zusammen bleiben, weil die Ehe ein in Gottes Augen sehr wichtiger Bund ist. Das darf man nicht unterschätzen. Und besonders wenn man in der echten Nachfolge Jesu lebt, der Wahrheit gemäß, dann stellt man sich auf derartige Fakten und will nicht davon abweichen.
Desweiteren lernen wir, dass Jesus nicht gesagt bekommen will, er sei gut, weil nur allein sein Vater gut ist. Das ist etwas, was man sich als Jesus-Nachfolger auch zu Herzen nimmt, genauso wie seine in diesem Kapitel lesbare Verkündigung, dass man die Gebote halten muss, um das ewige Leben zu erlangen. Auch seine Äußerung, dass reiche Menschen nicht in das Reich Gottes eingehen, muss uns unbedingt in Erinnerung bleiben, damit wir als Jesus-Nachfolger bzw. Jesus-Nachfolgerinnen niemals dazu verführt werden können, zu glauben, dass Reichtum für Gott unproblematisch sei. Denn Gott hätte Jesus niemals befohlen, eine solche Belehrung vorzutragen wie in diesem Kapitel, wenn er Reichtum als belanglos betrachten würde. Reichtum ist wahrhaft etwas, was man loswerden soll, zugunsten der Notleidenden. Wer etwas Anderes glaubt, erweist sich als ungläubig gegenüber Jesu Lehre.
Und da ich dies nun vorgetragen habe, ist über dieses Kapitel genug geredet worden.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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