Text zu "Bibellehre - Kapitel 21 im Evangelium des Matthäus"
Link zum Video: https://youtu.be/xYAZsr72MSk
Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 21 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Jesus ist in diesem Kapitel kurz davor, in die Stadt Jerusalem einzukehren. Und der Einzug des Messias nach Jerusalem ist ein Ereignis, welches in allen vier Evangelien berichtet wird. Welche Worte Matthäus darüber sagt, lesen wir gleich ab dem ersten Vers. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 8:
Als sie sich nun Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, sandte Jesus zwei Jünger
und sprach zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; die bindet los und führt sie zu mir!
Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprecht: Der Herr braucht sie!, dann wird er sie sogleich senden.
Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der spricht:
»Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, demütig und reitend auf einem Esel, und zwar auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers«.
Die Jünger aber gingen hin und taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte,
und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider auf sie und setzten ihn darauf.
Aber die meisten aus der Menge breiteten ihre Kleider aus auf dem Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
Die Volksmenge, die mit Jesus ging, war im Herzen wahrscheinlich schon an dem Punkt angekommen, Jesus als König zu betrachten, also wollten sie ihn nun wie einen König in die Stadt führen. Da sie aber keine Instrumente hatten, und keine Prachtgewänder, und auch keine vornehmen Fürsten an ihrer Seite und keine großen Wagen oder schönen Schmuck für den Weg, mussten sie einfach das nehmen, was sie irgendwie finden konnten, um aus der Einreise etwas Besonderes zu machen. Deshalb breiteten sie ihre Kleidung aus auf dem Weg und streuten Zweige vor dem Esel aus, auf dem Jesus war. Das war alles, was ihnen in ihrer materiellen Armut möglich war, um aus dem Einzug des Messias ein großes Spektakel zu machen. Weiterhin lesen wir in den Versen 9 bis 11:
Und die Volksmenge, die vorausging, und die, welche nachfolgten, riefen und sprachen: Hosianna dem Sohn Davids! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des HERRN! Hosianna in der Höhe!
Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist dieser?
Die Menge aber sagte: Das ist Jesus, der Prophet von Nazareth in Galiläa!
Hier ist es sehr bemerkenswert, wie berichtet wird, dass die gesamte Stadt Jerusalem in Bewegung kam, also dass die ganze Stadtbevölkerung neugierig und aufmerksam wurde, als Jesus einzog mit der Volksmenge, die vor ihm her lief und Segenssprüche ausrief. Es hatte offensichtlich in Jerusalem immernoch Leute gegeben, die nicht von Jesus gehört hatten, aber an diesem Tag war es in Jerusalem scheinbar unmöglich, Jesus zu übersehen. Die nächsten Verse, die wir uns anschauen, sind die Verse 12 und 13. Dort steht:
Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle der Taubenverkäufer.
Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: »Mein Haus soll ein Bethaus genannt werden!« Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!
Hier sieht man ein sehr unerwartetes Verhalten von Jesus. Wegen dem Passahfest hatten die Leute Verkaufsstände im Tempel aufgestellt, um an Touristen Güter zu verkaufen, denn die Menschen sahen es nicht mehr als heilige Versammlung an, sondern als weltberühmtes Kulturereignis. Dieses Verhalten ist eine Entheiligung des Tempels und zeigt ganz klar, dass es überhaupt keine Gottesfurcht an diesem Ort gibt, sondern nur kulturelle Belustigung und Profitdenken. Davon ist Jesus, welcher ja allezeit Gott liebt und fürchtet, so entsetzt, dass er kurzerhand die ganzen Händler rauswirft und einen Tadel ausruft. Wenn ihr mich fragt, so hat er in diesem Augenblick alles richtig gemacht. Denn man kann doch nicht einen Ort, der zu Anbetung des allein wahren Gottes dient, in ein Kaufhaus verwandeln. Das ist eine riesige Respektlosigkeit gegenüber Gott.
Es gibt aber auch eine Begebenheit bei dem ersten Tag unseres Herrn Jesus im Tempel, während seiner letzten Zeit in Jerusalem, die sehr erstaunlich ist und einem fast schon die Sprache verschlägt. Es ist ein Ereignis, durch welches Jesus eine Art von Bestätigung bekommt, die sehr schwer anzufechten ist. Wovon ich rede, wenn ich das sage, werden wir entdecken, wenn wir die Verse 14 bis 16 lesen. Dort steht folgendes:
Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie.
Als aber die obersten Priester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel riefen und sprachen: Hosianna dem Sohn Davids!, da wurden sie entrüstet
und sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr noch nie gelesen: »Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du ein Lob bereitet«?
Dieses Ereignis ab Vers 15 ist wirklich außergewöhnlich. Versucht mal, euch das vorzustellen, wie das ausgesehen haben muss! Jesus kommt in den Tempel rein, und dort sind Familien mit kleinen Kindern. Und zwar mit Kindern, die so klein sind, dass manche von ihnen vielleicht noch gar nicht richtig sprechen können, und keins von denen hat irgendwelche Schriftkenntnisse oder sonst irgendwas in diese Richtung. Und diese kleinen Kinder kommen zu Jesus und sind plötzlich voller Freude und rufen umher: Hosianna dem Sohn Davids!
Das ist extrem. Es gibt überhaupt keine weltlich nachvollziehbare Erklärung dafür, warum die das gemacht haben. Und das wussten die Schriftgelehrten und Priester auch ganz genau, deshalb waren sie ja völlig entrüstet. Dieses Ereignis ist so herausragend, dass es sogar noch mehr ins Staunen versetzt als die Heilung aller blinden und gelähmten Menschen, die im Tempel zu Jesus kamen. Durch das Verhalten dieser kleinen Kinder hat definitiv Gott geredet, und man müsste ab diesem Punkt, wo man sowas selbst erlebt, wirklich ein völlig ignoranter und halsstarriger Narr sein, um immernoch zu leugnen, dass Jesus wirklich der Messias ist.
Als nächstes lesen wir folgendes in den Versen 17 bis 19:
Und er verließ sie, ging zur Stadt hinaus nach Bethanien und übernachtete dort.
Als er aber früh am Morgen in die Stadt zurückkehrte, hatte er Hunger.
Und als er einen einzelnen Feigenbaum am Weg sah, ging er zu ihm hin und fand nichts daran als nur Blätter. Da sprach er zu ihm: Nun soll von dir keine Frucht mehr kommen in Ewigkeit! Und auf der Stelle verdorrte der Feigenbaum.
Dieses Ereignis mit dem verdorrenden Feigenbaum wird ähnlich in Kapitel 11 vom Evangelium des Markus berichtet, jedoch wird dort erzählt, dass es vom Morgen bis zum Abend dauerte, bis der Feigenbaum verdorrt war, während Matthäus hier erzählt, dass es sofort geschah. Sehr bemerkenswert und unbedingt zu beachten ist es, dass dies eine tiefere Botschaft hat. Denn man muss ein sprichwörtlicher guter Baum sein, der gute Früchte bringt, um gerettet zu werden. Wenn man aber wie ein Baum ist, der überhaupt keine Früchte bringt, dann ist man für das Reich der Himmel untauglich und wird verdorren, wie es auch mit diesem Feigenbaum geschah. Das trifft dann zu, wenn jemand immer wieder die guten Worte über Liebe, Frieden, Weisheit und Aufrichtigkeit hört, aber es an dem Mensch gar keine positive Veränderung bewirkt, weil man selbst es nicht will. Sowas ist vergleichbar mit einem Baum, der überhaupt keine Früchte trägt. Eine solche Botschaft gilt für alle Menschen bis zum heutigen Tag. Und das ist der Grund, warum es Gott wohlgefällig war, dass der Feigenbaum verdorren sollte, an dem keine Früchte auffindbar sind. Und Jesus empfing das so als Anweisung, dass er einen solchen Spruch ausrufen soll über diesen Feigenbaum, und er war wie immer im Glauben Gott gehorsam. Die Apostel aber waren natürlich erschrocken, als sie sahen, wie in kurzer Zeit der Feigenbaum verdorrte. Daher lesen wir in den Versen 20 bis 22:
Und als die Jünger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzlich verdorrt?
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur tun, was mit dem Feigenbaum geschah, sondern auch, wenn ihr zu diesem Berg sagt: Hebe dich und wirf dich ins Meer!, so wird es geschehen.
Und alles, was ihr glaubend erbittet im Gebet, das werdet ihr empfangen!
Hier ist nun also die Aussage von Jesus, dass man die Anweisungen glauben soll, die von Gott kommen, und man darf nicht zweifeln, indem man sagt: „Das kann nicht von Gott sein!“, oder indem man sagt: „Das mache ich vielleicht später!“
Und selbst wenn es Gottes Wille wäre, dass ein ganzer Berg ins Meer geworfen werden muss, und man empfindet deutlich im Geist, dass man dafür beten soll, so wäre es richtig, dafür zu beten, denn es würde geschehen.
Natürlich hielten sich Jesus und seine Jünger aber nicht unnötig lange bei dem Feigenbaum auf, sondern gingen nach Jerusalem, zum Tempel, und Jesus begann dort, die herbeikommende Volksmenge über alles zu belehren, was sie über den richtigen Wandel wissen müssen. Und dabei hat Jesus nicht erst vorher die Priester angebettelt, ob sie ihm die Möglichkeit einräumen, doch bitte wenigstens mal zehn Minuten ein Wort an die Gemeinde richten zu dürfen, sondern weil er der Messias ist und den Auftrag von Gott höchstpersönlich bekommen hat, das Reich der Himmel in Jerusalem zu bezeugen, tut er auch genau dies. Und natürlich stieß das den Autoritäten bitter auf und sie fragten sich in ihren Herzen, was dieser Jesus sich eigentlich einbildet, dass der einfach so hier rein spaziert und anfängt, die Volksmenge zu belehren, und dann auch noch anders, als man es von Pharisäern und Sadduzäern immer hört. Da war es vorprogrammiert, dass es ziemlich bald zu Spannungen kommt. Deswegen lesen wir auch folgenden Bericht in den Versen 23 bis 27:
Und als er in den Tempel kam, traten die obersten Priester und die Ältesten des Volkes zu ihm, während er lehrte, und sprachen: In welcher Vollmacht tust du dies, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?
Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch ein Wort fragen; wenn ihr mir darauf antwortet, will ich euch auch sagen, in welcher Vollmacht ich dies tue.
Woher war die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen? Da überlegten sie bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er uns fragen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?
Wenn wir aber sagen: Von Menschen, so müssen wir die Volksmenge fürchten, denn alle halten Johannes für einen Propheten.
Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht! Da sprach er zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue.
Wie man an diesen Versen sieht, bemühten sich die sehr hochgestellten Führungspersönlichkeiten des Ortes darum, Jesus niederzudrücken, wenn auch nur mit Worten, um ihm das Gefühl zu geben, er dürfte das überhaupt nicht tun, was hier gerade passiert. Sie machen es aber, indem sie ihm die deutliche Frage stellen, wer ihm das erlaubt hat, hier einfach in den Tempel reinzukommen und Lehren zu verkündigen. Und Jesus reagiert auf die interessante Art, dass er sagen will, woher seine Vollmacht kommt, wenn auch sie ihm eine Frage beantworten, nämlich woher Johannes der Täufer seine Vollmacht hatte. Und durch diese Reaktion hatte Jesus ihnen übrigens schon die Antwort gegeben. Denn die selbe Quelle, woher Johannes der Täufer seine Vollmacht bekam, ist eben die Quelle, woher auch Jesus seine Vollmacht und seinen Auftrag bekommen hatte. Aber Jesus formulierte es als Frage, um zu prüfen, ob es bei den Ältesten und obersten Priestern überhaupt sowas wie Gottesfurcht gibt. Und es ist wichtig zu beachten, dass Jesus hier keine Menschenfurcht hatte bei seiner Reaktion. Laut menschlicher Etikette ist es unanständig, eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten. Ebenso sind hier wohlgemerkt die Ältesten und die obersten Priester zu ihm gekommen. Das waren keine unbedeutenden kleinen Handlanger, sondern laut weltlicher Hierarchie waren das die wichtigsten Autoritäten, die es im Ort gab. Aber hat Jesus sich davon einschüchtern lassen? Keineswegs! Da nun aber die autoritären Männer vermeiden wollen, dass das Volk eine schlechte Meinung von ihnen bekommt, beraten sie genau darüber, welche Antwort sie geben sollen. Sie wollen nicht eingestehen, dass es besser gewesen wäre, auf Johannes den Täufer zu hören, aber sie wollen auch nicht offenkundig verleugnen, dass er ein Mann Gottes war, weil dadurch das Volk mit sehr großem Entsetzen reagieren würde. Deshalb bleibt ihnen nichts Anderes übrig, als zu sagen, dass sie nicht wissen, woher seine Vollmacht kam, da sie das, was vom Himmel ist, eben einfach nicht anerkennen wollen. Und diese Entscheidung, sich so zu benehmen und derartig zu denken ist ziemlich dumm, wenn es um ihr Seelenheil in der Ewigkeit geht. Deswegen lesen wir auch folgende Worte von Jesus in den Versen 28 bis 32:
Was meint ihr aber? Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg!
Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Danach aber reute es ihn, und er ging.
Und er ging zu dem zweiten und sagte dasselbe. Da antwortete dieser und sprach: Ich gehe, Herr! und ging nicht.
Wer von diesen beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Da spricht Jesus zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und die Huren kommen eher in das Reich Gottes als ihr!
Denn Johannes ist zu euch gekommen mit dem Weg der Gerechtigkeit, und ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zöllner und die Huren aber glaubten ihm; und obwohl ihr es gesehen habt, reute es euch nicht nachträglich, sodass ihr ihm geglaubt hättet.
Hier tut nun Jesus also genau das, was die Ältesten und obersten Priester vermeiden wollten durch ihre Antwort. Er sagt ihnen deutlich, dass es besser gewesen wäre, Johannes dem Täufer zu glauben und sich von ihm taufen zu lassen. Nichts dergleichen haben sie getan, aber es gab sogar Huren und Zöllner, also ständig in Sünde lebende Menschen, die Buße taten wegen der Verkündigung von Johannes. Und bei diesen ist es theoretisch denkbar, dass sie ins Reich der Himmel kommen, aber bei den Autoritätspersonen nicht. Denn die religiösen Führer waren ja zu Johannes gegangen und wandten sich dann bald von ihm ab, weil sein scharfer Tadel ihnen bitter aufstieß und sie es nicht an sich ran ließen. Das ist so, wie wenn jemand zur Feldarbeit hingehen will und dann doch keine Arbeit verrichtet. Die Zöllner und Huren aber haben mit Sicherheit erst eine Zeit lang mit sich gezaudert, bevor dann letzten Endes die Entscheidung fiel, hinzugehen, ihre Sünden zu bekennen und sich taufen zu lassen, damit sie nichts Böses mehr tun. Und doch war dies die bessere Reaktion als das, was die religiösen Führer abgezogen haben.
Und wo nun Jesus gerade dabei ist, den religiösen Führungspersönlichkeiten in einem Eifer für Gottes Gerechtigkeit ein paar deutliche Tadel auszusprechen, ergreift er diese seltene Gelegenheit und macht ihnen begreiflich, dass sie es sind, welche bisher die Verantwortung hatten, das Volk Israel richtig anzuleiten und es zu Gott zu führen, während sie aber bei dieser Aufgabe komplett versagt haben und ständig nur in ihrer Bosheit handelten, voller Mordlust und Selbstsucht, und dass Gott dies ganz genau gesehen hat, wie schändlich ihr Handeln ist, da sowohl sie als auch ihre Vorväter noch nie die Propheten Gottes ernstnahmen. Es war aber besonders in den intellektuellen Kreisen in Israel üblich, dass die Gelehrten untereinander in Gleichnissen redeten. Das gehörte in ihrer Mitte sozusagen zum guten Ton, und daher spricht nun Jesus ein entsprechendes Gleichnis als Tadel zu ihnen. Wir lesen in den Versen 33 bis 41:
Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein gewisser Hausherr, der pflanzte einen Weinberg, zog einen Zaun darum, grub eine Kelter darin, baute einen Wachtturm, verpachtete ihn an Weingärtner und reiste außer Landes.
Als nun die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen.
Aber die Weingärtner ergriffen seine Knechte und schlugen den einen, den anderen töteten sie, den dritten steinigten sie.
Da sandte er wieder andere Knechte, mehr als zuvor; und sie behandelten sie ebenso.
Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen!
Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe! Kommt, lasst uns ihn töten und sein Erbgut in Besitz nehmen!
Und sie ergriffen ihn, stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn.
Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er mit diesen Weingärtnern tun?
Sie sprachen zu ihm: Er wird die Übeltäter auf üble Weise umbringen und den Weinberg anderen Weingärtnern verpachten, welche ihm die Früchte zu ihrer Zeit abliefern werden.
Die Reaktion der Männer, als Jesus sie fragt, was mit den Übeltätern getan werden soll, ist bemerkenswert. Sie sprechen dadurch nämlich über sich selber ein Gerichtsurteil, ohne es zu merken, weil sie in Gedanken so sehr mit der Geschichte beschäftigt sind, die Jesus erzählt, und sicher selber in die Lage des Hausherrn hinein versetzen und wie sie an seiner Stelle handeln würden, dass sie zunächst gar nicht bemerken, wie sie selber in dem Gleichnis die Knechte vom Weinberg sind, die den Weinberg gepachtet haben. Denn der Weinberg steht für das Volk Israel, welches ja in diesen Tagen erstmal noch das einzige Volk war, dem der echte Gott nahe sein wollte, und die Weinstöcke sind die einfachen Bürger, sie aber als Priester und Leiter sind wie gesagt die arbeitenden Knechte. Und die guten Früchte sind die Geistesfrüchte, die dadurch hervorkommen, dass die Menschen die Gebote halten und die dazu nötigen Charaktereigenschaften entwickelt haben, weil sie entsprechend belehrt wurden. Während nämlich die Priester die Aufgabe haben, ihr Bestes zu tun, damit solche Früchte an den Menschen des Volkes sichtbar werden, sieht dummerweise die Realität so aus, dass sie dies in mehreren wichtigen Hinsichten gar nicht erst versuchten, sondern lieber das Volk ausbeuteten und alle Propheten verjagten, verlachten und teilweise töteten, die dazu aufriefen, das Volk richtig gemäß Gottes Gesetz zu belehren und auch eigene Fehler abzulegen.
Da sie nun aber das Urteil gesprochen haben, dass die Knechte aus dem Gleichnis, die im Weinberg arbeiten, auf üble Weise umgebracht werden sollten, geht Jesus noch einen Schritt weiter in seinen Ausführungen, denn wir lesen in Vers 42 bis 44:
Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr noch nie in den Schriften gelesen: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom HERRN ist das geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen«?
Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das dessen Früchte bringt.
Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschmettert werden; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.
Durch diese Verse, besonders durch die Worte von Vers 44 kündigt Jesus jetzt schon an, dass er ein unaufhaltsames Königtum erben wird, und je mehr jemand dagegen kämpft, desto heftiger wird er zu Fall gebracht. Denn sobald Jesus die Kreuzigung und Auferstehung hinter sich hat und in den Himmel aufgefahren ist, wird er ja eine dementsprechend große Macht von Gott übergeben bekommen. Und er sagt deutlich zu den religiösen Führern, wie es auch in einem Psalm schon prophezeit wird, dass das Reich der Himmel ihnen weggenommen wird. Da können sie dann noch so viele Opfer darbringen und Gebete an Gott richten, aber es wird alles ganz nutzlos sein, sobald ihnen die Verantwortung für die Verherrlichung des Reiches Gottes auf Erden entzogen wurde, welche sie bis dahin noch hatten, aber niemals in würdiger Weise einsetzten. Sie nicht, und ihre Väter auch nicht. Und die Angelegenheiten des Reiches der Himmel werden dann einem Volk gegeben, das dessen Früchte bringt. Damit ist kein Volk von irgendeiner fleischlichen Abstammung gemeint, sondern es werden allerlei verschiedene Menschen als ein Volk zählen, egal woher sie dem Fleisch nach stammen, die aus dem Geist neugeboren sind, indem sie ihren ganzen Wille darauf ausrichten, die Wahrheit Gottes zu lernen, anzuwenden und zu verbreiten. Diese sind es, denen Jesus die Dinge anvertrauen wird in seiner Herrschaft, welche vom Reich der Himmel sind. Vor seiner Erhöhung ging es darum, das Reich der Himmel den Menschen zugänglich zu machen durch Männer Israels, die aus einer priesterlichen Blutlinie stammen. Aber wenn Jesus erhöht ist, wird es darum gehen, ob jemand herzliche Hingabe hat und wachsen will in den guten Dingen, in all dem, was Gott sich an positiven Herzensneigungen und Werken von den Menschen erhofft. Und wer darin wandelt, egal wie viele oder wenige Gleichgesinnte er in seinem Umfeld hat, dem wird dann das Reich der Himmel nahe sein. Das ist es, was Jesus hier schon den Autoritäten ankündigt. Und sie begreifen auch, dass er hier gerade einen heftigen Tadel gegen sie äußert, daher lesen wir in den Versen 45 und 46:
Und als die obersten Priester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass er von ihnen redete.
Und sie suchten ihn zu ergreifen, fürchteten aber die Volksmenge, weil sie ihn für einen Propheten hielt.
Offensichtlich hätten die Autoritäten Jesus am liebsten sofort gepackt und in ein Gefängnis geworfen oder sonstwas Schlimmes, aber das Volk war so sehr auf ihn fokussiert, dass es ein übles Ende genommen hätte, Jesus vor ihren Augen zu ergreifen. Daher sollten wir wohl davon ausgehen, dass sie erstmal Abstand nahmen und Jesus ein wenig Freiraum bekam, um die Volksmenge zu belehren, während die Autoritäten sich beraten, wie sie Jesus loswerden.
Und nun sind wir mit den Versen dieses Kapitels soweit durch. Was lernen wir nun daraus, und was können wir uns für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Wir lernen aus diesem Kapitel einige Dinge, die passierten, als Jesus zu seinem letzten Besuch in Jerusalem angekommen war. Dies ist nützlich, um zu wissen, welche Reaktionen allgemein auf ihn folgten, besonders von der religiösen Seite. Es gab Streitereien, wie wir gemerkt haben, auch wenn wenigstens noch ein gewisses Niveau gewahrt wurde, sowohl von Jesus aus wie auch von den Autoritäten. Ich denke, wir handeln gut, wenn wir uns auch daran ein Vorbild nehmen, also dass Jesus oft unter Anfechtung stand und theoretisch genug Gründe gehabt hätte, ausfällig zu sein und beleidigend mit den korrupten Autoritäten zu sprechen, aber er zeigte eine enorme Geduld und blieb sachlich,aber er war auch furchtlos. Auf jeden Fall lernen wir durch dieses Kapitel, wie wichtig Johannes der Täufer war und dass es für alle Menschen notwendig war, auf ihn zu hören, wenn er zu Buße und Taufe aufrief. Das hat Jesus ja selber bestätigt. Dadurch erkennen wir, dass sogar vor der Himmelfahrt von Jesus bereits die Taufe heilsentscheidend war, und natürlich die damit zusammenhängende Buße, die vorher geschehen musste. Denn die Buße ist ja das bewusste Verändern der eigenen Gedankengänge, da man aus alten sündigen Denkmustern ausbricht und sich angewöhnen will, so zu denken, wie es vor Gott gerecht ist. Unsere Gedanken beeinflussen ja letztlich unser ganzes Handeln. Und die jenigen, die zuerst gezögert haben und sich dann doch dafür entschieden, die sind besser als alle, welche zuerst hingingen und mitmachen wollten, aber sich dann doch wieder abwandten. Dieses wichtige Prinzip muss man als Jesus-Nachfolger kennen, weil es im Reich der Himmel immer Anwendung findet. Ganz allgemein lernen wir gerade aus diesem Kapitel, dass es niemals die Absicht von Jesus war, selber eine Religion zu gründen. Jesus hat angekündigt, dass nach seiner Erhöhung, also wenn er so stark wie der prophezeite Eckstein ist, nicht mehr die religiösen Leiter das Reich der Himmel haben werden, sondern die ganz einfachen Leute, die ein bereitwilliges Herz haben. Diese sind es, mit denen Jesus arbeiten wollte von Anfang an. Er hat nirgends befohlen, dass man den religiösen Irrsinn, den die Pharisäer und Sadduzäer fabrizierten, danach unter neuem Name weiterführen soll, also unter seinem Name, indem Gebäude für Jesus gebaut werden würden und Priester für Jesus eingesetzt werden und regelmäßige Treffen mit ganz gescheiten Schriftgelehrten abgehalten werden, die die Menge in trügerischer und doch angeblich heiliger Weise über Gott und Jesus bequatschen oder über Jesus als Gott oder über sonst irgendwas Verkorkstes. Genau dieses verrottete System schafft Jesus durch seine Königsherrschaft ab. Und die Tatsache, dass eine christliche Religion entstehen konnte, wo das böse Treiben der religiösen Autoritätspersonen unter anderen Namen weitergeführt wird, zeigt nur, dass die Menschen des Volkes seit vielen Jahrhunderten nicht begreifen, worum es Jesus eigentlich geht. Denn die Menschen fangen ständig wieder damit an, sich in Gruppen zu versammeln und daraus Religionen entstehen zu lassen. Aber Jesus nimmt ja das Reich der Himmel von allen weg, die sich menschlichen Dogmen unterwerfen unter falscher Berufung auf Gott, oder die namhafte Prediger sind und sich Berühmtheit erarbeiten mit verdrehten Verkündigungen, die den Leuten an den Ohren schmeicheln und sie vom Wesentlichen ablenken. Aber das wollen die Menschen leider nicht wahrhaben, da sie so gemütlich und verhätschelt sind, dass sie kein Interesse an lebendiger Nachfolge haben und sich überhaupt nichts Anderes vorstellen wollen als nur das regelmäßige Herumsitzen in irgendeiner großen Versammlung, zusammen mit vielen anderen Menschen, damit man Freude an einander hat, und das nennen die dann Gottesglaube. Wir aber als Jesus-Nachfolger müssen vollständig begreifen – wobei uns auch das große Gleichnis aus diesem Kapitel hilft – dass religiöses Verhalten nicht das Ziel ist, auf welches Jesus hinarbeiten will. Es ist ihm nicht wohlgefällig und auch seinem Vater nicht, solche Zustände unter dem Name Jesus zu erreichen, sondern Jesus ruft uns heraus aus allen menschlichen Systemen, in denen Heuchelei und Korruption ständig wieder entstehen, wie es ja auch damals im Volk Israel vorhanden war, seit Jahrhunderten, und einfach kein Ende nahm.
Sobald der Weinberg Gottes an Pächter übergeben wird, ist es ein natürlicher und unvermeidlicher Verlauf, dass sie darin verwerflich handeln, weil sie keine Lust haben, die Früchte zu erzeugen und abzugeben, die dem Hausherrn zustehen. Das ist ständig so und ändert sich nie. Alleine schon, wenn heute ein Mann Gottes in eine moderne christliche Gemeinde hineingehen würde und dort verkündigen würde wie Jeremia, dann könnt ihr euch vermutlich vorstellen, was das bewirken würde bei den Zuhörern und wie wenig die Reaktionen der Menschen dann mit Gottes Wille zusammenpassen würden. Das echte Reich der Himmel ist immer nur denen nahe, die wirklich dessen Früchte bringen wollen. Aber die Früchte, die des Reiches der Himmel würdig sind, bestehen ganz sicher nicht in Gruppenzwang und Feigheit und Bequemlichkeit und Leichtfertigkeit und Schriftverfälschung, sondern sie bestehen in Buße, Gottesfurcht, Weisheit vom Himmel, Erbarmen, Friedfertigkeit, Dürsten nach Gerechtigkeit gemäß Gottes Definition und Kraft im Heiligen Geist. Als echter Jesus-Nachfolger bzw. echte Jesus-Nachfolgerin muss man das nicht nur erkennen, sondern auch liebgewinnen, dass die Nähe zu Jesus und die Furcht vor seinem Vater, dem allein wahren Gott, viel bedeutsamer ist und immer sein wird, als freundlichen Menschen zu begegnen und einen guten Ruf in einer Gemeinde zu haben.
Und das soll nun reichen an Worten über dieses Kapitel.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen