Text zu "Bibellehre - Kapitel 22 im Evangelium des Matthäus"
Link zum Video: https://youtu.be/tmJxPVQuBjY
Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 22 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Die Situation in diesem Kapitel besteht darin, dass Jesus sich gerade im Tempel von Jerusalem befindet und die Volksmenge belehrt. Es ist übrigens sein letzter Besuch vor seiner Kreuzigung. Und wie nun Jesus vor der Volksmenge steht und sie ihm auch aufmerksam zuhört, trägt Jesus ein Gleichnis vor, bei dem es darum geht, dass zu einer Hochzeit neue Gäste gerufen werden, weil die eigentlich Eingeladenen nicht kommen wollen, und dass man aber für diese spezielle Hochzeit auch ein spezielles Gewand tragen muss. Wir werden uns nun mal dieses Gleichnis komplett durchlesen, wie es in den Versen 1 bis 14 steht. Dort findet man diese Worte:
Da begann Jesus und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen und sprach:
Das Reich der Himmel gleicht einem König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest veranstaltete.
Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; aber sie wollten nicht kommen.
Da sandte er nochmals andere Knechte und sprach: Sagt den Geladenen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet; meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!
Sie aber achteten nicht darauf, sondern gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere zu seinem Gewerbe;
die Übrigen aber ergriffen seine Knechte, misshandelten und töteten sie.
Als der König das hörte, wurde er zornig, sandte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.
Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Geladenen waren nicht würdig.
Darum geht hin an die Kreuzungen der Straßen und ladet zur Hochzeit ein, so viele ihr findet!
Und jene Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, Böse und Gute, und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen.
Als aber der König hineinging, um sich die Gäste anzusehen, sah er dort einen Menschen, der kein hochzeitliches Gewand anhatte;
und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte.
Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, führt ihn weg und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein.
Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt!
Bei diesem Gleichnis machen wir gleich am Anfang die Entdeckung, dass ein König für seinen Sohn das Hochzeitsfest veranstaltete. Jesus ist der Sohn Gottes, deswegen ist diesmal mit dem König unser Vater im Himmel gemeint. Denn Gott wollte von seinem Volk als größter König gesehen werden zu der Zeit, bevor Jesus verherrlicht war. Obwohl Israel immer menschliche Könige auf Erden hatte, war es allezeit Gottes Wunsch, dass er selbst als der König über dem König von Israel angesehen wird von seinem Volk. Nachdem aber Jesus den Kreuzweg durchgestanden hatte, wurde ihm alles in die Hand gegeben, und er darf König sein zur Ehre des Vaters. Aber am wichtigsten ist es hier natürlich, dass von einem Hochzeitsmahl die Rede ist. Das Hochzeitsmahl steht für die Ankunft im Himmelreich. Es ist stark davon auszugehen, wenn die Geretteten am Tag der Auferstehung zu Jesus dürfen, dass dieser Augenblick wie ein großes und prunkvolles Fest sein wird. An diesem herrlichen und überaus erhabenen Fest dürfen die jenigen teilnehmen, die sich über die Hochzeit freuen. Und die Hochzeit steht für das Einziehen der Kinder Gottes in die geliebte Stadt, das neue Jerusalem, soweit ich weiß. In der Stadt werden die Regeln Gottes herrschen, die Jesus im Auftrag seines Vaters verkündet hat. Wer diese Regeln liebt, dem wird es eine Freude sein, wenn Jesu offenkundige Herrschaft beginnt, und wenn die Dinge endlich so ablaufen, wie er es gesagt hat, weil es nichts Böses und nichts Unreines mehr geben wird. Wer Freude daran hat, unter solchen Zuständen zu leben, der wird gewiss auch an dem Hochzeitsmahl teilnehmen dürfen.
Es ist in dem Gleichnis so, dass Einladungen am bestimmte ausgewählte Männer geschickt wurden. Von diesen wurde erwartet, dass sie sich freuen, und dass sie die Zustände bei und nach der Hochzeit lieben werden. Deshalb bekamen sie schon im Vorfeld Einladungen, und man ging davon aus, dass sie auf dieses Ereignis ihre große Hoffnung setzen. Dann aber erfahren wir in dem Gleichnis, dass die eingeladenen Gäste sich überhaupt nicht freuten, sondern es war ihnen egal. Ihre Einladungen, die sie bekommen hatten, galten ihnen nichts. Stattdessen liefen sie bedeutungslosen Dingen hinterher, sie beschäftigten sich mit Nebensächlichkeiten, als sei das die größte Erfüllung, und die wahre Fülle verachteten sie.
Es kommt sogar noch schlimmer: Einige der Eingeladenen töten sogar die Knechte, welche sie zur Hochzeit rufen wollten. Das ist wirklich eine Schande.
Die Leute, de zuerst eingeladen waren, hatten ihre Einladung nur deshalb bekommen, weil man von ihnen erwartete, dass sie niemals etwas derart Böses tun würden. Und doch haben sie es getan. Da wurde der König mit Recht zornig und ergriff sehr drastische Maßnahmen. Und wir wissen ja, dass die Stadt Jerusalem schon mehrmals in Trümmern lag, deswegen ist es auch kein schweres Geheimnis, wer damit gemeint ist, wenn von Mördern geredet wird, deren Stadt vom König angezündet wurde.
Interessant ist besonders, wie es danach weiter geht. Die Hoffnung, die man in die zuerst eingeladenen Gäste gesetzt hatte, war vergeblich. Aber das Hochzeitsmahl sollte trotzdem stattfinden, es fehlten nur die richtigen Gäste. Und deswegen wurde es, um passable Gäste zu finden, zur weltweiten Regel gemacht, dass jeder zum Hochzeitsmahl kommen darf, der bereit ist, sich mit einem hochzeitlichen Gewand zu bekleiden. Und wenn wir nun wissen wollen, was eigentlich damit gemeint ist, ein hochzeitliches Gewand tragen zu wollen, dann müssen wir eine bestimmte Stelle in der Offenbarung durchlesen. Es steht geschrieben in Kapitel 19, Vers 8:
Und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend; denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.
Bei einer Hochzeit trägt jeder Gast feine Kleidung aus edlen Stoffen. Deshalb passt dieser Vers sehr gut zu dem Teil des Gleichnisses, den wir gerade untersuchen. Die jenigen also, die zum Hochzeitsmahl kommen wollen und sich über die Hochzeit freuen würden, die müssen sich mit Gerechtigkeit bekleiden. Und Gerechtigkeit bekommt man, indem man alle Worte von Jesus glaubt und sie in die Tat umsetzt, weil man sie mag. Wer aber Jesu Worte ablehnt und die jenigen verjagt, oder vielleicht sogar verletzt, die darüber aufklären wollen, der ist wie ein Mensch, der sich weigert, ein hochzeitliches Gewand zu tragen.
Aber lasst uns mal das Gleichnis mit allen Elementen deuten!
Dass der König für Gott steht, also für unseren Vater im Himmel, und dass Jesus der Sohn ist, wurde schon gesagt. Die Knechte des Königs sind die Propheten, die vor dem Auftreten von Jesus zu Israel kamen. Die Einladung steht für die Lehre darüber, dass ein Mensch gerecht sein soll, indem er nichts Böses tut, sondern in Liebe wandelt. Jesus hat das Gleichnis, das wir heute behandeln, im Gotteshaus von Jerusalem erzählt, und zwar wenige Tage bevor er gekreuzigt wurde. Alle Menschen, die die Schriften kennen, sind die jenigen, welche zuerst eingeladen wurden. Diese müssten aber eigentlich, eben weil sie die Schriften kennen, auch den hohen Wert der Worte verstehen können, die Jesus zu ihnen redet, und die auch vorher schon zu ihnen geredet wurden, als die Propheten zu ihnen kamen, die vor Jesus gesandt waren. Allerdings hatten sie kein Verständnis und wollten es auch gar nicht haben. Sondern grade die, die es hätten besser wissen müssen, haben all ihr Vertrauen auf belanglose weltliche Besitztümer und Gelüste gesetzt. Und einige von den Propheten wurden von ihnen misshandelt, andere getötet im Laufe der Jahrhunderte. Selbstverständlich nehmen diese Bösewichte auch die Lehre von Jesus nicht an, deshalb verdeutlicht Jesus ihnen durch dieses Gleichnis praktisch, dass sie verworfen werden, und dass Gott die Unwissenden und Elenden erwählen wird, sofern diese auf die Lehre hören. Denn genau das geschieht in dem Gleichnis. Es werden neue Knechte ausgesandt, und diese gehen hinaus und rufen so viele Leute zur Hochzeit, wie sie finden. Das ist genau das Gleiche, wie wenn Jesus uns in der Vollmacht Gottes die Aufgabe gibt, das Evangelium der gesamten Schöpfung zu verkündigen, und jeder der es annehmen will, der darf in den Himmel, also er wird gemäß dem Gleichnis zur Hochzeit gebracht. Es werden Einladungen verteilt an die, welche zuvor keine hatten. Das heißt in der Deutung, dass die jenigen, die nichts von Gottes Gerechtigkeit wissen, alle davon hören sollen, bis auf den letzten Mann und bis auf die letzte Frau. Und es ist egal, ob sie gut oder böse waren, bevor sie das Evangelium und die Lehre von Jesus gehört haben. Wenn sie aufgrund des Evangeliums versuchen wollen, gerecht zu werden, dann werden sie gerettet, weil sie im Sinne des Gleichnisses ein reines hochzeitliches Gewand angezogen haben.
Hoch interessant ist aber die Stelle mit dem Mann, der kein Gewand trägt. Dieser will in den Himmel, hat sich aber keine Gerechtigkeit angezogen. Und er wird gefragt, warum das so ist. Wenn es nun ein Mensch wäre, der niemals das ganze Evangelium gehört hat, so könnte diesem das ganze Evangelium noch erklärt werden, und wenn er es annimmt, dann ist er wie einer, der im letzten Augenblick ein hochzeitliches Gewand angezogen hat und deshalb ebenfalls an der Hochzeit teilnehmen darf. Aber der Mann schweigt. Das tut er höchstwahrscheinlich, weil er sich schämt, sagen zu müssen, dass er keine Lust darauf hatte, sich mit Gerechtigkeit zu bekleiden. Und weil der Mann nicht zu verstehen gibt, dass er die Gerechtigkeit anziehen will, muss man unweigerlich davon ausgehen, dass er Gottes Gerechtigkeit verabscheut. Deshalb wird der Mann gebunden und hinausgeworfen. Also mit anderen Worten: Er wollte zwar in den Himmel, musste letztlich aber trotzdem in die Hölle, auch wenn er das vermutlich nicht erwartet hatte.
Und im letzten Vers macht Jesus die interessante Bemerkung, dass viele berufen sind, aber wenige auserwählt. Im Zusammenhang mit dem Gleichnis, das wir heute behandeln, hat dieser Ausspruch Folgendes zu bedeuten:
Wer berufen ist, der wurde persönlich dazu aufgefordert, das ganze Evangelium zu befolgen. Aber nur die, die es wirklich tun, werden letztlich auserwählt. Deswegen sagt Jesus, dass viele berufen sind, aber wenige auserwählt. Die Anzahl der Menschen, die schonmal gehört haben, welche Gebote Jesus uns gab, ist relativ groß. Besonders in Ländern, in denen der christliche Glaube weit verbreitet ist. Aber die Anzahl an Menschen, die das Gehörte auch tun, ist leider klein. Somit muss man befürchten, wenn sich daran nichts ändert, dass es bei dem sprichwörtlichen Hochzeitsmahl eine große Anzahl Gäste geben wird, die gebunden und hinausgeworfen werden, weil sie es ablehnen, ein hochzeitliches Gewand zu tragen. Denn es gibt leider zu viele Menschen, denen es ein Ärgernis wäre, Jesu Worte zu befolgen, weswegen sie stattdessen immer nur das tun, was ihnen selbst als richtig bzw. passend erscheint. Wer sich aber in allem immer nur nach seinen eigenen Gedanken richtet, der ist mit Sicherheit kein Jesus-Nachfolger. Denn wer die Gebote von Jesus wirklich befolgen will, der wird in Situationen sein, in denen er so handeln muss, wie es entgegen seines persönlichen Wohlgefallens ist. Man muss das eigene Ego verkleinern und Jesus auf der eigenen Prioritätenliste ganz oben auf Platz eins setzen. Anders wird man es nicht schaffen, ein sprichwörtliches hochzeitliches Gewand wirklich anzuziehen.
Die Hauptbotschaft des Gleichnisses besteht wohl einerseits darin, dass die Rettung nach der Erhöhung, die Jesus nach dem Ertragen des Kreuzweges erlebt, für absolut jeden Mensch angeboten wird, während die jenigen verworfen werden, die sich durch ihr Verhalten als unwürdig erwiesen haben. Und das Gleichnis ermahnt uns dazu, dass wir uns mit Gerechtigkeit bekleiden müssen, wenn wir wirklich an dem sprichwörtlichen Hochzeitsmahl teilnehmen wollen, wir müssen also die Gerechtigkeit voll und ganz annehmen, sie muss immer mehr ein Teil von uns selbst werden.
Nun wollen wir aber mal mit den Worten des Kapitels weitermachen! In Vers 15 lesen wir folgendes:
Da gingen die Pharisäer und hielten Rat, wie sie ihn in der Rede fangen könnten.
Dieses Detail an sich ist schonmal bemerkenswert. Die Pharisäer wollen sich jetzt, wo Jesus im Tempel steht und ihm dort eine riesige Volksmenge zuhört, besonders große Mühe geben, um ihn zu einer Äußerung zu reizen, die er hinterher bereut. Hierbei ist es so, dass es im römischen Reich zwei Gründe gab, warum jemand des Todes würdig war nach einem entsprechenden Gerichtsprozess. Der erste Grund war, dass einer sich selber zum Herrscher ernennt, und der andere Grund war, dass jemand anfängt, gegen das Bezahlen von Steuergeldern zu rebellieren. Wenn also die Pharisäer Jesus loswerden wollten, während ja gerade das römische Weltreich herrschte und Jerusalem unter der Kontrolle der Römer stand, mussten sie also dafür sorgen, dass Jesus wie einer dasteht, der eines dieser todeswürdigen Vergehen begangen hat. Deshalb wollen sie ihn dazu reizen, gegen den Kaiser und gegen das Bezahlen von Steuergeldern zu reden. Wie sie das anstellten, lesen wir in den Versen 16 und 17. Dort steht:
Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm, die sprachen: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an.
Darum sage uns, was meinst du: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht?
Hier sehen wir, dass die Pharisäer nicht selber kamen, sondern ihre Diener vorschickten, und diese machten Jesus Komplimente in der Hoffnung, er könnte dadurch eitel und unvorsichtig werden. Und sie betonten, dass Jesus doch die Person nicht ansieht, weil sie hofften, er wäre dadurch eher geneigt, gegen den Kaiser zu reden. Und letztlich fragen sie ihn nach dem Bezahlen der Steuer. Wie Jesus reagierte, lesen wir in den Versen 18 bis 21, wo es heißt:
Da aber Jesus ihre Bosheit erkannte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich?
Zeigt mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar.
Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?
Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
Hier sieht man also, dass Jesus das Bezahlen der Steuer nicht verweigert und auch niemanden derartig belehren würde. Vielmehr ist das vom Kaiserreich herausgegebene Geld natürlich auch dazu zu benutzen, dass es dem Kaiserreich zufließt, wenn dies gefordert wird. Und in Vers 22 lesen wir noch:
Als sie das hörten, verwunderten sie sich, und sie ließen ab von ihm und gingen davon.
Sie waren also verwundert über seine kluge Reaktion und konnten ihn nicht als einen hinstellen, der gegen den Kaiser redet oder das Zahlen der Steuern verweigert. Da blieb ihnen nichts Anderes übrig, als den Ort wieder zu verlassen, denn sie waren merklich ratlos, wie sie Jesus erfolgreich als Übeltäter gelten lassen könnten.
Es unternahmen aber auch die Sadduzäer einen Versuch, Jesus lächerlich zu machen. Hierbei muss man wissen, dass die Sadduzäer eine Gruppe aus der jüdischen Religion sind. Und die Sadduzäer wollen nur die fünf Bücher Mose ernstnehmen und verwerfen alle anderen Schriften. Außerdem machen sie sich über jeden lustig, der an Engel und Geister glaubt und der glaubt, es wäre eine Totenauferstehung von Gott verheißen, denn in ihren Augen ist es Weisheit, dies alles abzulehnen. Die Tatsache, dass in den fünf Büchern Mose ständig wieder von Engeln geredet wird, stört sie dabei scheinbar auch nicht allzu sehr. Und sie wollen nun an Jesus eine Frage stellen, die zu dem Gedanke hinführt, dass eine Totenauferstehung keinen Sinn ergibt. Daher lesen wir folgende Worte in den Versen 23 bis 28:
An jenem Tag traten Sadduzäer zu ihm, die sagen, es gebe keine Auferstehung, und sie fragten ihn
und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: Wenn jemand ohne Kinder stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau zur Ehe nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.
Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder.
Gleicherweise auch der andere und der dritte, bis zum siebten.
Zuletzt, nach allen, starb auch die Frau.
Wem von den Sieben wird sie nun in der Auferstehung als Frau angehören? Denn alle haben sie zur Frau gehabt.
Durch diesen ausgedachten Fall merkt man schon, in welche Richtung sie denken. Sie erzählen von einer Frau, die mit insgesamt sieben Männern verheiratet war, und in der Auferstehung müsste sie dann irgendeinem von denen angehören, aber die Frage ist nun, welcher sie denn hätte. Sie denken wohl, diese Frage sei unmöglich so zu beantworten, dass es aus Gott ist, und letztlich führt das für sie zu dem Gedanke, dass wohl doch die ganze Idee mit der Auferstehung nicht stimmen kann, weil es dann ja ein totales Chaos geben würde bei dem Versuch, zuzuordnen, welche auferstandene Frau nun welchem auferstandenen Mann angehören soll. Dadurch rechtfertigen sie praktisch ihre eigene Ansicht, dass es doch gar keine Totenauferstehung gibt und sowas mit Gott nichts zu tun hätte. Nun lasst uns mal schauen, wie Jesus darauf reagierte! Wir lesen in den Versen 29 bis 33:
Aber Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennt.
Denn in der Auferstehung heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel.
Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der spricht:
»Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«? Gott ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen.
Und als die Menge dies hörte, erstaunte sie über seine Lehre.
Hier liest man davon, dass die Menge über diese Antwort erstaunt ist, weil diese Realität nur ganz schwer aus den Schriften des Alten Testaments zu erkennen ist, dass die Menschen nach der Auferstehung eine Existenzform haben wie die Engel im Himmel. Auch ich selber denke da maximal an Kapitel 12 vom Buch des Propheten Daniel, aber mir fällt sonst spontan keine Stelle ein, die dies offenbaren würde. Engel haben kein Geschlecht, keinen Geschlechtsverkehr und erzeugen keinen Nachwuchs, weil sie ewig leben, und deshalb müssen sie auch nicht heiraten. Im Himmel geht es nicht mehr darum, wer auf Erden zu unserer Familie gehörte oder dass menschliche Familienmitglieder wieder zu uns kommen oder wir abgetriebene Babys angetragen bekommen, sondern im Himmel geht es nur noch um Gott und darum, dass wir alle eine ganz große Familie sind als ewig lebende Himmelswesen. Die Sadduzäer glauben aber, wie Jesus es sagt, nur deshalb nicht an eine Auferstehung, weil sie die Kraft Gottes nicht kennen. Wären sie mal mit Jesus auf Reisen gegangen und hätten gesehen, was für große Dinge Gott in seiner Nähe tut, dann wären sie verständig geworden. Aber weil sie die ganze Zeit nur vor ihren nutzlosen Lehrbüchern hängen und sich ansonsten den Magen vollstopfen mit den Gaben des Volkes, haben sie natürlich auch nicht den Hauch einer Ahnung von dem, was der von Ewigkeit her lebendige Gott, der Vater von Jesus Christus, für erstaunliche Dinge tun kann.
Es nehmen aber die Versuche noch nicht ab, Jesus schlechtzumachen vor dem Volk, indem man ihm Fragen stellt, die nach Sicht der Menschen unmöglich zu beantworten sind, sondern als nächstes soll Jesus sagen, welches Gebot im Gesetz das allergrößte ist, weil die Schriftgelehrten wohl davon ausgehen, dass alle Gebote gleichbedeutend sind und man sich nicht anmaßen darf, irgendeines als Größtes zu sehen, oder dass es zu viele gibt, die wichtig klingen, als dass man da sagen könnte, welches von diesen auf den ersten Platz gehört. Und dann könnte man natürlich Jesus mit Worten angreifen und lächerlich machen, wenn man erleben würde, wie er die Frage nicht beantworten könnte, obwohl er doch so viel verkündigt und so kluge Worte redet. Daher lesen wir in den Versen 34 bis 40:
Als nun die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern den Mund gestopft hatte, versammelten sie sich;
und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellte ihm eine Frage, um ihn zu versuchen, und sprach:
Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz?
Und Jesus sprach zu ihm: »Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken«.
Das ist das erste und größte Gebot.
Und das zweite ist ihm vergleichbar: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.
Offensichtlich war also Jesus ohne Weiteres dazu in der Lage, das größte Gebot zu nennen. Das größte Gebot ist die Liebe zu Gott. Und das zweitgrößte Gebot hat er auch gleich noch mit genannt, nämlich die Liebe zu den Nächsten. Und Jesus erklärt in Vers 40, dass ein Mensch gar nicht fähig ist, das Gesetz Gottes, welches Moses überlieferte, richtig zu verstehen, wenn er nicht begriffen hat, dass die Liebe zu Gott das Allergrößte ist, und dass dem untergeordnet die Nächstenliebe von großer Bedeutung ist. Das ist auch ein wichtiges Detail, welches man sich zu Herzen nehmen sollte. Und da die Schriftgelehrten dies nicht begreifen, erforschen sie das Gesetz sozusagen vergeblich und können es gar nicht richtig verstehen. Denn wer nicht weiß, dass als Fundament für das Verstehen und Halten des Gesetzes die Liebe zu Gott vorhanden sein muss, und darunter die Nächstenliebe, der kriegt das Gesetz beim Lesen sowieso in den sprichwörtlichen falschen Hals und wird dadurch nicht weise. Auch für uns bedeutet dies, dass wir erstmal in diesen beiden Dingen wachsen sollen, falls dies noch nicht geschehen ist, und zwar mit unserem ganzen Denken. Können wir an Gott denken mit der Absicht, wirklich ihn zu lieben, mehr als alles auf Erden? Dazu muss man natürlich auch erstmal fähig sein, den Fakt zu ertragen, dass Gott uns absichtlich in eine Welt hineinsetzte, die völlig im Bösen ist und vom Teufel beherrscht wird, während aber Gottes starke Hand für uns kämpft, so lange wir nicht den Wille des Teufels tun, sondern den Wille Gottes. Und sind wir dazu bereit, mit liebevollen Absichten auf unsere Mitmenschen zu blicken? Wer dies verweigert, für den wäre auch der ganze Rest nutzlos.
Beim Weiterlesen in diesem Kapitel werden wir bemerken, dass Jesus sich nicht davon zurückhielt, auch selber mal eine schwierige Frage zu stellen, und zwar an die Schriftgelehrten und Pharisäer, da diese doch so schlau sind und sich hervorragend mit den Schriften auskennen. Und zwar will Jesus sie fragen, ob der Messias, also gemäß griechischem Wortursprung der Christus, der in den Schriften angekündigt wird, einfach nur ein Sohn aus der Blutlinie Davids ist, oder ob die wahre Herkunft des Messias noch größer ist. Darum lesen wir folgendes in den Versen 41 bis 46:
Als nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus
und sprach: Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagten zu ihm: Davids.
Er spricht zu ihnen: Wieso nennt ihn denn David im Geist »Herr«, indem er spricht:
»Der HERR hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße«?
Wenn also David ihn Herr nennt, wie kann er dann sein Sohn sein?
Und niemand konnte ihm ein Wort erwidern. Auch getraute sich von jenem Tag an niemand mehr, ihn zu fragen.
Hier gerät nun also die hohe Intelligenz der religiösen Leute an ihre Grenzen. Jesus fragt sie, warum in einer Weissagung in Psalm 110 David den Messias als Herr bezeichnet, wobei der Messias die Aufforderung von Gott bekommt, sich zur Rechten zu setzen. Diese Weissagung bringt ja ihre ganze Vorstellung davon durcheinander, was für eine Identität der Messias hat. Und sie wussten wirklich nicht, wie sie dies noch erklären konnten. Dabei muss man es ihnen wohl schon hoch anrechnen, dass sie wenigstens geschwiegen haben. Denn wenn man heutzutage gewisse Christen mit ihren falschen Modellen konfrontiert und ihnen Stellen zeigt, die dagegen sprechen, dann schweigen diese nicht, sondern plappern nur umso intensiver, und ihre Worte werden immer dümmer, je mehr sie meinen, ihre unsinnigen Vorstellungen als richtig hinstellen zu können. Sie reden einfach immer mehr und denken nicht im Traum daran, einfach mal einsichtig zu schweigen. Das ist deutlich schäbiger als das Verhalten der Schriftgelehrten, die sich wenigstens in Schweigen üben konnten, als sie merkten, dass ihr bisher geglaubtes Identitätsmodell eigentlich gar keinen Sinn ergibt. Und Jesus hat hier wohlgemerkt nur eine einzige Bibelstelle genannt, die ihrer Vorstellung widerspricht, aber gegen die Dreieinigkeit findet man locker ein paar Dutzend Bibelstellen.
Da wir nun aber am Ende des Kapitels angekommen sind, wollen wir auch diesmal noch kurz darüber reden, was man aus dessen Inhalt lernt und was wir uns besonders für unsere persönliche Nachfolge Jesu daraus mitnehmen können.
Es ist von großer Bedeutung als echter Jesus-Nachfolger bzw. echte Jesus-Nachfolgerin, darüber Bescheid zu wissen, dass bei der großen Hochzeit, die es im Himmel geben soll, nur diejenigen teilnehmen, die ein reines Gewand tragen. Darum dürfen wir uns als echte Jesus-Nachfolger niemals einreden lassen, es wäre genug, nur den Name des Bräutigams zu kennen oder den König daran zu erinnern, dass er doch immer gnädig ist und sich nun nicht so anstellen soll. Auch der Spruch, dass zwar viele berufen sind, aber wenige auserwählt, ist für uns wichtig, damit wir nicht vergessen, wie bedeutsam es ist, den richtigen Weg zu gehen. Denn nur weil einer zu Jesus gerufen wurde, hat er noch lange keine Garantie auf ewige Errettung. Wenn dieser Mensch Jesus nur halbherzig nachfolgt oder seinen Fokus falsch legt, so wird er zu denen gehören, die zwar berufen waren, aber nicht auserwählt. Diese Ermahnung soll uns ein Ansporn sein, Jesus immer ähnlicher zu werden und die Gebote so zu halten wie er, damit wir diejenigen sind, die das richtige Gewand tragen, welches nicht schmutzig gemacht und auch nicht abgelegt wurde. Ansonsten lernen wir durch dieses Kapitel erneut, wie es auch schon in Kapitel 17 zur Geltung kam, dass wir Steuern in dieser Welt zu bezahlen haben, auch wenn es uns nicht gefällt. Denn es ist weltlicher Kram, der erledigt werden muss, damit uns keiner in Verruf bringen kann. Geben ist seliger als Nehmen. Und das Zahlen von Steuern war schon immer ein fester Bestandteil eines Lebens in einer Zivilisation. Es verstößt in keiner Weise gegen Gottes Gesetz, sondern erzieht uns viel mehr zu Genügsamkeit, weswegen es gegen dieses Detail geistlich nichts einzuwenden gibt. Ebenso wissen wir durch dieses Kapitel, dass wir, sollten wir der Auferstehung zu ewigem Leben würdig sein, den Engeln Gottes gleichgestaltet werden und daher einiges von dem nicht mehr haben oder brauchen, was es hier auf Erden noch gibt, nämlich die Fortpflanzung und das Leben in der Ehe. Außerdem ist es natürlich sehr kostbar, zu wissen, dass in diesem Kapitel die Frage nach dem größten Gebot beantwortet wird, denn einen solchen Inhalt zu kennen, ist sehr nützlich, wenn man selber mal von Menschen gefragt wird, worauf es eigentlich ankommt in der Nachfolge. Die Liebe ist ein derart wichtiges Fundament, dass man, bevor man irgendwas Anderes lernt, am besten erstmal darüber zu reden beginnt, wenn man entsprechende Fragen nach dem richtigen Wandel beantworten soll. Und umso stärker müssen wir uns selbst immer wieder erinnern, dass die Liebe unser Fundament ist, und zwar eine geistliche, Gott wohlgefällige Liebe, aber keineswegs die Begierde des Fleisches, sondern die ewige Liebe vom Himmel. Wenn wir nicht begriffen haben, dass diese von größter Bedeutung ist, so sind wir gar keine echten Jesus-Nachfolger.
Das ist soweit alles, was es zu diesem Kapitel zu sagen gibt.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen