Text zu "Bibellehre - Kapitel 23 im Evangelium des Matthäus"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 23 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Das Einzigartige an diesem Kapitel ist, dass wir Jesus hier sozusagen von einer Seite kennenlernen, die auch fest zu seinem Wesen dazugehört, aber die man nur selten erlebt. Denn Jesus redet hier enorm harte Worte über die religiösen Leiter. Dabei müssen wir bedenken, dass Jesus, der Messias Israels und Retter der Welt, nicht zum ersten Mal in seinem Leben zu den Pharisäern und Schriftgelehrten spricht, sondern dass es da eine Vorgeschichte gibt. Jesus wusste, dass die Pharisäer ihm seit dem Beginn seiner Verkündigung feindlich gesonnen waren. Und trotzdem hat er sie immer wieder in seiner Nähe zugelassen, wenn er die Volksmenge belehren wollte. Und er hat Einladungen zu Mahlzeiten angenommen, um zu ihnen zu reden, obwohl es von Anfang an auf der Hand lag, dass sie wahrscheinlich nichts Anderes tun werden, als an seinem Verhalten irgendwelche Fehler finden zu wollen und seine Worte gegen ihn zu benutzen, damit sie ihn in Verruf bringen können. Dieses ständige Affentheater hat Jesus lange Zeit ausgehalten und trotzdem in größtmöglicher Geduld und Sanftmut zu den religiösen Menschen geredet, damit auch sie verständig werden können. Nun aber ist er bei seinem letzten Besuch in Jerusalem im Tempel. Und wir haben in Kapitel 22 gesehen, dass sie sich mehrere Taktiken ausgedacht hatten, die nur allein dem Zweck dienen sollten, Jesus dumm dastehen zu lassen. Aber auf seine Verkündigung hörten sie nicht, schon gar nicht, um etwas zu lernen, denn sie sind ständig nur von bösen Absichten umhergetrieben. Da stellt sich nun wirklich die Frage: Was kann man bei solchen Leuten überhaupt noch tun, um sie vor der Hölle zu retten? Sie sind aktuell ganz sicher und unweigerlich unterwegs in die Hölle, in die ewige Qual im Feuer- und Schwefelsee nach Gottes Gericht, weil sie heuchlerisch, heimtückisch, niederträchtig, geldgierig und vieles anderes sind, was an einem Mensch eigentlich nicht gefunden werden darf. Wie soll man noch zu derart verkommenen Wesen sprechen, damit sie endlich mal aufwachen und merken, wie schändlich ihr Verhalten ist, obwohl sie sich selber immer wieder einreden, die Erhabensten und Edelsten des Volkes zu sein? Und wie kann man das leichtgläubige Volk, welches ihnen diese trügerische Masche abkauft und sie bewundert, darüber aufklären, dass es alles nur Schauspielerei ist und diese Menschen nichtmal im Ansatz so gottesfürchtig und weise sind, wie sie tun? Nachdem Jesus so viele Male ordentlich zu ihnen geredet hat, um ihnen zu echter Weisheit zu verhelfen, und der Effekt bei null lag, entschließt er sich in der Situation, die in diesem Kapitel berichtet wird, mutig dazu, die ganze Bosheit der religiösen Leiter bloßzustellen und sie in aller Deutlichkeit und Unerschrockenheit massiv zu tadeln wegen all ihrer Schande, die sie in ihren Herzen haben. Und genau diese Rede von Jesus, wo er dies tut, schauen wir uns jetzt an. Im ersten Teil redet er erstmal nur zum Volk. Wir lesen in den Versen 1 bis 7:
Da redete Jesus zu der Volksmenge und zu seinen Jüngern
und sprach: Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt.
Alles nun, was sie euch sagen, dass ihr halten sollt, das haltet und tut; aber nach ihren Werken tut nicht, denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht.
Sie binden nämlich schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; sie aber wollen sie nicht mit einem Finger anrühren.
Alle ihre Werke tun sie aber, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen nämlich ihre Gebetsriemen breit und die Säume an ihren Gewändern groß,
und sie lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten und die ersten Sitze in den Synagogen
und die Begrüßungen auf den Märkten, und wenn sie von den Leuten »Rabbi, Rabbi« genannt werden.
In den ersten drei Versen ermutigt Jesus seine Zuhörer dazu, dass man jedes gute Gebot selber einhalten soll, das man hört. Denn die Pharisäer haben sich an die Stelle von Moses gesetzt – einem Mann, der das Volk über Gottes Wille belehrte und Gebote gab und mit Gott enge Gemeinschaft pflegte. Nun pflegen die Pharisäer zwar überhaupt keine Gemeinschaft mit Gott, geben aber gerne Gebote und sind auch davon überzeugt, dies zu dürfen. Wenn sie nun etwas gebieten, was an sich nichts Böses ist, zum Beispiel das Händewaschen vor dem Essen, dann kann man es einhalten, wenn man will. Es ist eine aus Gottes Sicht überflüssige Handlung, aber es ist nichts Böses, wenn man es macht. Alles, was man von den Pharisäern hört, müsste man im Idealfall mit Gottes Gesetz abgleichen, und wenn es dem Gesetz nicht widerspricht und wenn man es für gut hält im eigenen Herzen, dann kann man sich daran halten. Aber man darf sich unter keinen Umständen an der Heuchelei der Autoritätspersonen ein Beispiel nehmen, weil sie nämlich anderen sagen, was getan werden soll, aber sie halten ihre eigenen Worte teilweise nichtmal selber ein. Und dieses Verhalten ist absolut schrecklich und unzumutbar vor Gott, wenn ein Mensch immer nur anderen Befehle erteilt, aber niemals sich selber prüft, oder wenn ein Mensch Anweisungen erteilt, die nur für andere gelten, er persönlich aber räumt sich Sonderrechte ein. Solche Doppelmoral ist vor Gott eine Abscheulichkeit, deswegen warnt Jesus sehr davor, dies nachzuahmen.
Theoretisch könnte es nämlich so sein, dass ein Mensch sagt: „Also! Ich werde tun, was die Alten mir vorschreiben, so lange ich noch keinen Respekt habe. Aber wenn die Leute mich respektieren, dann werde ich mich auch auf meinem Ruhm ausruhen, und ich werde dann, wenn ich selber ein Ältester bin, genau so handeln wie die heutigen Ältesten, indem ich immer nur den Jüngeren und Unerfahrenen sage, was sie tun sollen, aber ich selber werde mich an keine Regeln mehr halten, sondern nur noch die Leute bevormunden, die unter mir stehen!“
Zu solchem Verhalten neigen viele Menschen. Sie sehen, dass die Autoritätspersonen Worte reden, an die sie sich selber nicht halten. Nur die Untergebenen müssen es befolgen. Und dann denken sich viele Menschen: „Ich wünschte, ich wäre auch eine Autoritätsperson! Dann könnte ich mich ebenfalls ausruhen und anderen Leuten vorschreiben, was sie tun müssen.“
Jesus versucht uns aber in Vers 3 zu erklären, dass solches Verhalten auf ganzer Linie falsch ist. Er versucht uns davor zu warnen, dass es vor Gott schlecht ist, wenn man selbst so handelt. Denn man muss auch dann, wenn man eine Autoritätsperson geworden ist, immer wie ein Diener handeln und sich selbst auch an die Vorschriften halten, die man gibt, denn sowas ist wohlgefällig vor Gott.
Genau das versucht Jesus zu verdeutlichen in Vers 4. Ein paar Menschen halten sich aber überhaupt nicht an ihre eigenen Worte. Andere hingegen, die machen etwas ähnlich Schlimmes. Sie tun hin und wieder mal das eine oder andere kleine Werk von denen, die sie anderen befohlen haben, aber nur deswegen, um nach außen hin den Anschein zu bewahren, sie seien gerecht. Zum Beispiel, wenn die Pharisäer den Leuten befehlen, dass man sich um Witwen kümmern muss, weil die Schrift dazu aufruft, dann gehen sie selten auch selbst mal zu irgendeiner Witwe nach Hause und setzen sich an ihren Tisch, um den Schein zu wahren, die Witwen würden ihnen etwas bedeuten, obwohl sie ihnen eigentlich völlig egal sind. Sie scheren sich einen Dreck um die Witwen, aber sie wollen den Menschen vorgaukeln, dass sie selber sich an die Vorschriften halten, deswegen besuchen sie selten mal die eine oder andere Witwe. Aber das tun die Autoritäten nicht, um sie zu beschenken und mit guten Worten zu erbauen, sondern um sich von allen bewundern zu lassen, und um sich bekochen zu lassen von der armen Witwe. Und dann gehen sie wieder, wenn sie gegessen haben. Soll das etwa das Einhalten eines göttlichen Gebotes sein? Hat dieses heuchlerische und selbstsüchtige Verhalten irgendwas mit der Liebe Gottes zu tun? Ganz sicher nicht!
Jesus regt sich berechtigterweise darüber auf, dass die Pharisäer so agieren, nur um vor den Menschen wie gerechte Gläubige auszusehen.
Das Problem, wie es Jesus insgesamt beschrieb in Vers 5 bis 7, liegt auch dabei, dass die Autoritäten immer nur an ihr eigenes Ego und ihre eigene Herrlichkeit denken. Sie denken nicht an Gott. Sie machen sich in ihren Köpfen und in ihren Herzen keine Sorgen darum, wie Gott wohl über sie denkt. Oder ob ihre Werke vor Gott ausreichend sind, oder ob sie die Menschen aus dem Volk wirklich so beraten haben, wie es mit Gottes Wille übereinstimmt. Stattdessen beraten sie Menschen so, wie sie es aus ihrer kurzsichtigen Menschenweisheit heraus für schlau halten. Ich nenne euch dazu passend mal ein Beispiel.
Stellt euch vor, ein Mensch hat eine alte Mutter, die krank ist, aber er ist so viel mit Arbeiten beschäftigt, dass er sie nicht pflegen kann. Deswegen denkt er darüber nach, ob er einen anderen Mensch für die Pflege der alten Mutter bezahlen kann. Aber das würde bedeuten, dass er weniger Geld in den Tempel bringen könnte, weil es für den Pflegedienst ausgegeben werden würde. Nun ist der Mensch hin und hergerissen, ob er das Geld wirklich für den Pflegedienst ausgeben soll, oder doch lieber als Spende zum Tempel bringt. Und weil die Pharisäer so hohes Ansehen genießen, meint der Mensch, bei einer solchen Autoritätsperson des Glaubens die richtige Antwort zu erhalten. Da erzählt der Mensch dem Pharisäer alles, und der Pharisäer sagt zu dem Mensch, das Geld soll dem Tempel gespendet werden, weil Gott der kranken Mutter helfen wird. Der Mensch wird diesen Unsinn glauben, aber der Pharisäer hat sich in diesem Moment an Gott versündigt, weil er den Mensch dazu gebracht hat, das Gebot zu ignorieren, dass man Vater und Mutter ehren soll, und dass wir unsere Nächsten lieben sollen wie uns selbst. Denn wer den Nächsten liebt, der hilft ihm wo er nur kann, wenn der Nächste leidet.
Der Pharisäer wird sich aber gerechtfertigt fühlen bei seiner Entscheidung, obwohl er falsch entschieden hat. Es ist ihm aber auch völlig egal, ob er richtig liegt oder nicht. Denn er will nicht Gott gefallen, sondern er will einfach nur Geld haben, und er will die Tatsache genießen, dass er gefragt ist, dass Menschen ihn um Rat bitten und dass sie zu ihm aufschauen. Daran ergötzt er sich. Und wenn die Leute wollen, dass er für sie betet, dann tut er nur so, als würde er beten, denn in seinen Gedanken spricht er gar keine Fürbitte, sondern er spricht gar nichts, weil es ihm egal ist, was aus dem Mensch wird, für den er beten soll. Oder aber, manchmal sprechen sie auch Worte, die wie eine Fürbitte klingen, aber die Worte sind lasch, sie sind kraftlos, sie sind frei von Ernsthaftigkeit und ohne Hingabe. Ungefähr so, wie wenn man ein Gedicht auswendig gelernt hat, für das man sich nicht interessiert, nur weil man es als Hausaufgabe bekommen hatte.
Wer auf so eine Art betet, der brauchte noch nie zu erwarten, dass davon irgendwas besser wird. Die Autoritätspersonen in den Gotteshäusern beten aber oft auf diese heuchlerische Art, weil es sie nicht kümmert, ob ihre Fürbitten überhaupt von Gott erhört werden. Es gibt nur eine Sache, um welche die Autoritätspersonen besorgt sind: Die Meinung des Volkes. Denn die Menschen aus dem Volk hatten sehr hohen Respekt vor den Pharisäern, weil die Glaubensauslegung der Pharisäer im Volk als anspruchsvoll und erhaben gilt. Deswegen waren die Leute immer ganz begeistert, wenn Pharisäer zum Beispiel auf einem Marktplatz unterwegs waren. Und sie kamen an, um den Pharisäer freundlich zu begrüßen, und ihn um Ratschläge zu bitten, und sie hingen an seinen Worten und nahmen sich alles zu Herzen, was der Pharisäer sagte. Und wenn die Pharisäer in eine Synagoge kamen, wurden sie auch dort freundlichst begrüßt, und die besten Plätze im Gebäude wurden ihnen angeboten, um sie zu ehren. Und genau das ist es, worauf es die Pharisäer abgesehen haben. Sie wollen eine Sonderbehandlung haben. Sie wollen von den Menschen des Volkes bewundert werden, und natürlich auch möglichst viel Geld sammeln. Das ist alles. Da gibt es keine Spur von Barmherzigkeit, oder Gottesfurcht, oder Demut oder Tapferkeit. Stattdessen findet man Eitelkeit, Hochmut, und Heuchelei in sehr ausgeprägter und vielfältiger Menge, und obendrein noch ein paar sehr schlimme Eigenschaften, die Jesus in der Strafrede anspricht. Nichts, was diese Menschen tun, um gute Werke zu demonstrieren, kommt von Herzen, auch nicht die Gebete. Daher, weil die Pharisäer eigentlich nur Schauspieler sind, die sich viel auf sich selber einbilden, weil andere Menschen ihnen Ehre geben, aus eben diesem Grund schimpft Jesus über sie. Denn wir sollen uns nicht um unsere Ehre kümmern, sondern um Gottes Wünsche.
Jedenfalls will Jesus verhindern, dass die Menschen, die ihm zuhören, selber auch in religiöse Verhaltensmuster abdriften und Ehre bei Menschen suchen oder es bewundern, wenn ein anderer den Eindruck macht, besondere Ehre zu haben. Daher sagte Jesus laut den Versen 8 bis 12:
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, der Christus; ihr aber seid alle Brüder.
Nennt auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.
Auch sollt ihr euch nicht Meister nennen lassen; denn einer ist euer Meister, der Christus.
Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.
Wer sich aber selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
Jesus sagt zu uns, dass wir uns am besten gar nicht erst Lehrer nennen lassen sollen. Denn davon wird man überheblich, wenn das passiert. Wenn die Leute immer ankommen, um Rat zu erbitten, und wenn man von ihnen als Lehrer oder Meister bezeichnet wird, dann neigt man dazu, Stolz in sein Herz zu bekommen und sich darauf auszuruhen. Und das ist nicht gut, denn man muss sich allezeit darüber bewusst sein, dass auch man selber nur ein fehlbarer Mensch ist, der aus sich selbst heraus niemals alles hundert Prozent richtig machen kann. Es gibt eigentlich nur einen, der immer einschätzen kann, was die beste Entscheidung ist. Und dieser jemand heißt auf deutsch Jesus Christus.
Ebenso missachten und beleidigen wir Gott, wenn wir irgendjemanden auf Erden, egal wer es ist, als unseren heiligen Vater bezeichnen. Denn alle Menschen sind Fleisch, und unser geistlicher Vater, der heilig ist, wird immer Gott sein, und kein anderer außer ihm. Deswegen sagt Jesus, dass wir niemanden als unseren geistlichen Vater, oder als unseren heiligen Vater bezeichnen sollen, denn nur Gott allein ist heilig und geistlich, die Menschen aber sind es nicht, und sie werden es auch niemals so sehr sein, dass es dem Vater entsprechen könnte, der im Himmel wohnt von Ewigkeit her und dessen Tage kein Ende nehmen.
Lasst uns nun mal die Weherufe einzeln anschauen, die Jesus geäußert hat! In Vers 13 steht geschrieben:
Aber wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Reich der Himmel vor den Menschen zuschließt! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die lasst ihr nicht hinein.
In diesem Vers sagt Jesus, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer das Reich der Himmel vor den Menschen zuschließen, weil sie selber nicht hinein gehen und die jenigen nicht hinein gehen lassen wollen, die sich danach sehnen. Und damit spricht Jesus die reine Wahrheit. Manch ein Mensch könnte jetzt aber fragen: „Und woran merkt man das, dass diese Leute das Reich der Himmel zuschließen? Was ist damit überhaupt gemeint?“
Daher erkläre ich es mal, was damit gemeint ist:
Bevor Jesus kam, musste man die ganze Thora in korrekter Weise einhalten, wie Moses sie den Israeliten überliefert hatte,um zu Gott zu finden. Ganz besonders wichtig sind dabei die moralischen Gebote, also dass man nicht stehlen darf, nicht ehebrechen, nicht töten, kein falsches Zeugnis reden, keine fremden Gottheiten erfinden oder anbeten, und dass man seinen Nächsten liebevoll behandeln soll, und die gesetzestreuen Fremdlinge ebenfalls, und dass man Witwen und Waisenkinder niemals bedrücken darf, dass man im Handel nicht betrügen darf, und dass man im Gericht niemals ungerechte Urteile sprechen darf. Und auch, dass man keine Zauberei und nichts sonstiges Okkultes betreiben darf. Außerdem gibt es auch noch ein paar traditionelle Gebote, zum Beispiel Tieropferungen, und das Feiern von Festen, und die Beschneidung, und das Bezahlen des Zehnten oder anderen Spendengeldern. Weil aber Gott voller Liebe ist und die Menschen im Idealfall das nachahmen sollen, deshalb waren die traditionellen Gebote zwar wichtig für Israel, aber zweitrangig im Vergleich zu all den moralischen Geboten. Und genau diesen Fakt beachten die Autoritäten nicht, und sie lehren es auch nicht. Stattdessen versteifen sie sich völlig auf Traditionen, und sie reden den Menschen ein: „So lange ihr immer schön die Traditionen einhaltet, Feste feiert, Opfergaben zum Tempel bringt und euren Zehnten bezahlt, werdet ihr gewiss im Reich Gottes wohnen!“
Das ist aber gelogen, denn wenn beispielsweise ein Mann mit verschiedenen Frauen herum hurt, ständig lügt und Diebstahl begeht, aber die traditionellen Gebote hält er ein, dann werden ihm die Verstöße gegen die ganzen moralischen Gebote trotzdem ein unabwendbarer Fallstrick vor Gott sein. Und eben dies lehren die Autoritäten nicht, womit sie dafür sorgen, dass alle Menschen aus ihrer Gemeinde in die Hölle geworfen werden müssen am Tag des Gerichts. Und sie lehren es aus dem Grund nicht, weil sie selber zu faul sind, um es einzuhalten, und weil sie in ihren Herzen so verdorben und verhärtet sind, dass es ihnen als Unsinn erscheint, die moralischen Gebote einhalten zu wollen. Und weil sie selber es nicht mögen, bringen sie es auch den Leuten nicht bei, oder wenn doch, dann erwähnen sie es nur mal am Rande, ohne nachzuprüfen, ob es auch wirklich angenommen wurde.
Das ist sehr entsetzlich, wenn man sich mal vor Augen hält, wie viele Seelen am Tag des Gerichts alleine deswegen leider in den Feuer- und Schwefelsee fallen, weil sie sich auf das Gerede der Autoritäten versteift haben. Und an dieser Stelle sind wir noch nichtmal fertig, denn als wäre dieses Elend nicht schon entsetzlich genug, so kommt noch ein weiterer Fakt erschwerend hinzu. Nämlich der Fakt, dass die Pharisäer eine eigene Schrift erfunden haben, die nicht von Gott befohlen war. Und dort haben die ihre eigenen Gebote reingeschrieben. Und sie reden dem jüdischen Volk ein, dass man nur dann ein echter und gottgefälliger Jude sein kann, wenn man die Schrift einhält, die die Pharisäer selber erfunden haben. Und dieses Schriftstück wird als Talmud bezeichnet. Die Gebote aus dieser Schrift sind reines Menschengebot und haben überhaupt nichts mit dem Wille Gottes zu tun. Denn Gott will, dass das Gesetz von den Israeliten eingehalten wird, das Moses ihnen gegeben hat. Das ist es, worauf die Israeliten achten sollen, und somit auch die Juden, denn die Juden gehören zu Israel, sie sind mittlerweile sogar der wichtigste Teil des Volkes.
Leider haben aber die Pharisäer Gehör gefunden, als sie den Menschen einreden wollten, ihre Talmud sei der Schlüssel, um Gott zu gefallen. Diesen Unsinn haben die Menschen geglaubt und angenommen, und deswegen, weil sie nicht nur die Gebote aus dem Gesetz von Moses brechen, sondern obendrein auch noch zusätzlich ihr Vertrauen auf eine von Menschen erfundene Lehre setzen, deshalb ist die Wahrscheinlichkeit sogar noch größer, dass die Menschen in die Hölle fallen, die an der Talmud festhalten.
Jesus weiß das, und Jesus will unbedingt alle Menschen retten. Deswegen ist er extrem verärgert über die widerlichen Machenschaften der Pharisäer. Vor allem, weil diese Menschen sich eben aus diesem Grund, dass sie gottlose Lehren verbreiten, für die Klügsten und die Vornehmsten halten. Die tun so, als seien sie durch ihre Irrlehre die besten Menschen auf der Welt, obwohl sie mit ihren Machenschaften unzählige jüdische Menschen direkt in die Hölle führen.
Es ist einfach nur unfassbar!
Jedenfalls steht ein anderer Weheruf in Vers 14. Wir lesen dort:
Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Häuser der Witwen fresst und zum Schein lange betet. Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen!
Wir finden hier die zwei Elemente, von denen ich vorhin schon geredet habe, nämlich dass die Autoritätspersonen nicht zu den Witwen gehen, weil sie Mitleid haben, sondern weil sie sich kostenlos bekochen lassen wollen, und wenn sie für die Witwen beten, dann passiert auch das nur, um den äußeren Anschein zu wahren, und sie sprechen Worte in ihrem Gebet, die nichts wert sind, weil die Worte einfach unbekümmert daher geplappert werden, so als solle damit gar nichts ausgedrückt werden. Und eben deswegen, weil die Pharisäer sich von armen Witwen bekochen lassen, und ihre Fürbitten für Witwen nur vortäuschen, während sie dadurch den Respekt ihrer Mitmenschen erreichen wollen, denn die Mitmenschen halten das alles ja für Wohltaten – aus diesem Grund kündigt Jesus an, dass diese unerträgliche Heuchelei besonders schlimm bestraft werden wird, wie wir es am Ende von dem Vers lesen können.
Als nächstes kommt der Vers 15, wo wir diese Worte lesen:
Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr Meer und Land durchzieht, um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr einen Sohn der Hölle aus ihm, zweimal mehr, als ihr es seid!
Der Text in Vers 15 klingt auch ein bisschen geheimnisvoll, wenn man ihn zum ersten Mal liest. Deswegen werde ich auch hier näher erklären, worüber Jesus da eigentlich spricht.
Ein Proselyt ist ein Heide, der sich dazu entschlossen hat, dem Volk Israel angehören zu wollen, weswegen er sich beschneiden und von den Autoritätspersonen des Glaubens über die Gebote belehren lässt.
Und hierbei gibt es eine sehr erschreckende Wahrheit, über die Jesus offensichtlich Bescheid wusste. Nämlich: Unter den Autoritätspersonen gibt es einige, die reisen durch die Welt, weil sie eine ganz bestimmte Zielgruppe Menschen suchen. Und zwar Menschen, die ein gutes Herz haben, und die sich nach Gott sehnen. Und diesen Menschen erzählen sie dann ihre verdrehten Lehren. Sie legen die Thora unzureichend aus, nachdem sie einen gutherzigen Heide zur Beschneidung überredet haben, und sie bringen ihm die Talmud bei, welche gar nicht von Gott kommt. Obendrein leben sie ihnen Heuchelei vor, und die Unterordnung unter Menschenweisheit und Menschengebote. Und dadurch sorgen sie dafür, dass die jenigen Menschen aus den Heiden, die unter richtiger Anleitung das Himmelreich geerbt hätten, aufgrund von den Irrlehren der Autoritätspersonen in die Irre gehen, und dass sie sich zu Heuchlern und stolzen Wortverdrehern entwickeln, sobald sie Proselyten geworden sind. Und das wird letztlich der Grund sein, warum sogar solche Menschen in die Hölle müssen. Weil sie von Irrlehrern aufgesammelt wurden, die ihnen lauter Halbwahrheiten und Menschengebote erzählen, und dies haben sie angenommen, weil sie es nicht besser wussten und weil sie einfach nur Sehnsucht nach Gott hatten und den Autoritäten vertrauen wollten. Letztlich werden sie aber gerade dadurch von Gott weggerissen, und das ist unendlich zum Kotzen, dass sowas geschehen ist. Und sowas passiert auch heute noch, weil es einen riesigen Haufen Heuchler und falsche Lehrer auch in unserer Zeit gibt, die den Menschen völlig falsches Verhalten vorleben und ihnen nie die reine Wahrheit erzählen, wodurch auch heutzutage Menschen verloren gehen, die eigentlich gerettet werden könnten, wenn sie an die richtigen Leute gerraten würden, oder aber: wenn sie allgemein aufhören würden, andere Menschen zu befragen, und sich stattdessen direkt an Jesus wenden.
Und bei dem Vers, den wir jetzt gerade anschauen, muss besonders erwähnt werden, dass die Autoritäten, die Jesus meint, von Anfang an eine böse Absicht haben. Diese Autoritäten erzählen den Zielpersonen nicht aus Versehen Irrlehren, sondern sie wissen genau, was sie tun. Und sie suchen extra nach denen, die ein reines Herz haben, weil sie von Anfang an durch ihre Aktivitäten verhindern wollen, dass die besagten Personen in den Himmel kommen. Das ist einfach nur abscheulich und hochgradig verachtenswert!
Wir brauchen auf dieser Welt Menschen mit aufrichtigen Herzen und edlen Absichten. Menschen, die gute und wahre Worte lehren, und die auch mal ihre Grenzen eingestehen können, wenn sie etwas noch nicht wissen. Und besonders wichtig ist, dass diese Menschen nicht stolz sind und sich nichts auf sich selber einbilden, sondern dass sie ihr ganzes Leben Jesus geben und nur diesen einen Wunsch im Herzen haben, dass Jesus erfolgreich sein wird und unser Vater im Himmel alle Ehre empfängt, die ihm gebührt. Es muss egal sein, was aus der persönlichen Ehre wird. Es soll nur noch darum gehen, die Gebote wirklich einzuhalten und die Lehre von Jesus richtig aufzuzeigen, sodass das Werk Gottes, welches Jesus in die Hände gegeben ist, gelingen kann.
Lasst uns aber mal mit dem nächsten Problem weiter machen, das Jesus gerechterweise beklagt hat, nämlich die Worte in Vers 16 bis 22! Es steht geschrieben:
Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: Wer beim Tempel schwört, das gilt nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist gebunden.
Ihr Narren und Blinden, was ist denn größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?
Und: Wer beim Brandopferaltar schwört, das gilt nichts; wer aber beim Opfer schwört, das darauf liegt, der ist gebunden.
Ihr Narren und Blinden! Was ist denn größer, das Opfer oder der Brandopferaltar, der das Opfer heiligt?
Darum, wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf ist.
Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt.
Und wer beim Himmel schwört, der schwört bei dem Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.
Wenn ich es richtig zuordne, dann ist hier ein Zitat aus der Talmud eingebaut. Ob es nun so ist oder nicht, eine Sache ist Fakt: Durch diese Sprüche, die Jesus aufzählt, haben sich die Menschen eine Möglichkeit selbst erschaffen, um falsch schwören zu können. Und auch damit brechen sie das Gesetz Gottes, denn es ist für Gott eine Schande, wenn ein Mensch falsch schwört. Und falls jemand nicht weiß, was mit falschem Schwören überhaupt gemeint ist, dann sage ich dazu mal Folgendes:
Falsches schwören bedeutet, dass man die Worte, die man geredet hat, als Wahrheit bekräftigen will und dass man angeblich eine Garantie geben will, an die Worte gebunden zu sein, die man geredet hat, aber in Wahrheit redet man leere Worte, die nicht der Wahrheit entsprechen, und an die man sich gar nicht gebunden fühlt und die man auch nicht einhalten will.
Normalerweise wird solches Verhalten bestraft. Aber die Menschen haben offensichtlich einen Betrug entwickelt, indem sie bestimmte Sprüche erfunden haben, von denen gesagt wird: Wenn man diese Sprüche beim Schwören anwendet, dann ist man überhaupt nicht verpflichtet, den Schwur auch einzuhalten.
Dieses Verhalten ist sehr widerlich. Und Jesus versucht außerdem zu erklären, warum es rein von der Logik her betrachtet, eigentlich sinnvoll wäre, dass eben gerade die Worte, die von der Einhaltungspflicht befreien, normalerweise die Pflicht bestätigen und bekräftigen sollten aufgrund ihrer hohen Bedeutung.
Vers 23 kommt als nächstes, und dort lesen wir folgende Worte:
Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet und das Wichtigere im Gesetz vernachlässigt, nämlich das Recht und das Erbarmen und den Glauben! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen.
In Vers 23 ergeht ein Weheruf wegen der unerträglichen Geldgier der Autoritäten, nämlich weil sie von allem einen Anteil haben wollen, ganz egal wie klein das auch ist, was die Menschen erarbeitet haben, denn sie erklären es zum unerlässlichen Gesetz, dass die Menschen bei jeder nur denkbaren Kleinigkeit eine Abgabe leisten müssen. Die Dinge aber, die vor Gott wichtiger als die Abgaben sind, nämlich der Glaube und das Recht und die Barmherzigkeit, darauf achten die Autoritäten gar nicht weiter. Es ist ihnen egal. Hauptsache, die Menschen geben den zehnten Teil ab, von allem was sie erwirtschaftet haben. Die Autoritäten wollen einfach nur Geld und Wertgegenstände anhäufen, aber sie kümmern sich nie darum, ob im Gericht gerechte Urteile gesprochen werden, und ob die Menschen eine persönliche Beziehung zu Gott haben, und ob Menschen Hilfe bekommen, die hilflos sind. Normalerweise sind gerade die Autoritäten dafür verantwortlich, vor allen anderen auf dies zu achten, aber um diese wichtigen Dinge scheren sie sich einen Dreck, und das ist ein sehr abstoßendes und ekelerregendes Verhalten, welches sich durch die ganze Menschheitsgeschichte bis in unsere heutigen Tage zieht.
Schauen wir uns mal die nächste Sache an, die Jesus an den korrupten und heuchlerischen Autoritäten bemängelt hat! Es steht geschrieben in Vers 24:
Ihr blinden Führer, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber verschluckt!
Hier schimpft Jesus sehr darüber, dass die Pharisäer kleine Fehler ständig tadeln, aber große Sachen einfach verstecken, damit es möglichst niemand merkt, und dann so tun, als hätten sie nichts falsch gemacht. Die Mücke steht für einen winzig kleinen Fehler und das Kamel für einen sehr großen Fehler. Das Aussieben steht dafür, den Fehler unbedingt herausfinden und bemerken zu wollen, und das Verschlucken steht für das bewusste Ignorieren und Verheimlichen.
Weiterhin lesen wir in den Versen 25 und 26:
Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reinigt, inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit!
Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde!
In diesen zwei Versen wird von Jesus ausgesagt, dass die Pharisäer zuerst versuchen sollen, keine bösen Absichten mehr in ihren Herzen zu haben, und danach, wenn sie das geschafft haben, können sie versuchen, von den Menschen als gerecht anerkannt zu werden. Aber nicht umgedreht!
Noch unverblümter und schärfer stellt er ihre Bosheit in den Folgeversen bloß, denn wir lesen in den Versen 27 bis 32:
Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr getünchten Gräbern gleicht, die äußerlich zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind!
So erscheint auch ihr äußerlich vor den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.
Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Gräber der Propheten baut und die Denkmäler der Gerechten schmückt
und sagt: Hätten wir in den Tagen unserer Väter gelebt, wir hätten uns nicht mit ihnen des Blutes der Propheten schuldig gemacht.
So gebt ihr ja euch selbst das Zeugnis, dass ihr Söhne der Prophetenmörder seid.
Ja, macht ihr nur das Maß eurer Väter voll!
In diesen Versen beschwert sich Jesus noch eindringlicher darüber, dass die Autoritäten unzählige böse Gedanken in ihren Herzen haben und sich davon leiten lassen, nämlich von Stolz, Geldgier, Selbstsucht, Unbarmherzigkeit, Bitterkeit und Verlogenheit. Besonders bemerkenswert und gleichzeitig abartig ist, dass diese Leute glauben, sie selber hätten die früheren Propheten nicht getötet, die damals von anderen Autoritätspersonen getötet wurden, hätten sie selber damals gelebt. Das ist lächerlich, denn die Autoritäten, über die Jesus schimpft, haben exakt die selbe Mentalität wie die Mörder von damals. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem, was im Herzen der Prophetenmörder wohnt und dem, was in den Herzen der Autoritäten wohnt, über die Jesus gerade redet. Und wenn vor ihnen Johannes der Täufer oder Jeremia predigen würde, dann würden sie exakt das selbe tun wie ihre Vorgänger! Sie würden versuchen, diese Leute loszuwerden, genau so wie sie ja auch zusammen saßen, um die Ermordung von Jesus zu planen. Und gleichzeitig stellen sie sich hin und behaupten allen Ernstes, dass sie keine Propheten umbringen würden. Das ist ja wohl der schlechteste Witz des ganzen Jahrhunderts!
Und in Vers 33 spricht Jesus dann den härtesten Tadel überhaupt, denn dort lesen wir:
Ihr Schlangen! Ihr Otterngezücht! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entgehen?
Jesus nennt hier die religiösen Leitfiguren Schlangen und bezeichnet sie als Otterngezücht. Das ist so extrem negativ behaftet, dass es in geistlicher Rede kaum noch schlimmer geht. Aber die Bösartigkeit und Heuchelei im Herzen dieser Leute ist derart groß, dass es sich auch bei diesen Worten um keine Übertreibung handelt, sondern um eine wahrhaftige Verkündigung. Und wir selber sollten uns das sehr zu Herzen nehmen, dass es genau dieses Ergebnis mit sich bringt, wenn Menschen religiös leben. Sie werden dadurch eine abscheuliche Schlangenbrut oder unterwerfen sich denen, die so sind, und finden dabei ihr ganzes Leben lang niemals den Weg zu dem allein wahren Gott, der die Himmel und die Erde gemacht hat. Man möge aber auch beachten, wie Jesus in diesem Vers die Frage stellt, auf welchem Weg denn bitte die religiösen Führer gerettet werden sollen. Denn das ist ja der eigentliche Herzenswunsch von Jesus, auch wenn er sehr heftige Worte redet, dass letzten Endes die Menschen gerettet werden können vor der Hölle. Er hat solche Worte nicht ausgesprochen, um die Pharisäer und Schriftgelehrten zu entwürdigen, sondern um sie wachzurütteln mit aller Kraft. Auch, wenn das wie alles andere wohl leider ohne Wirkung blieb.
Als nächstes betrachten wir die Verse 34 bis 36. Dort lesen wir:
Siehe, darum sende ich zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und etliche von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr in euren Synagogen geißeln und sie verfolgen von einer Stadt zur anderen,
damit über euch alles gerechte Blut kommt, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar getötet habt.
Wahrlich, ich sage euch: Dies alles wird über dieses Geschlecht kommen!
Sehr bemerkenswert ist hier, dass Jesus praktisch aus der Perspektive seiner noch kommenden Erhöhung als König ankündigt, wie er Propheten und Weise und auch verständige Menschen mit Schriftkenntnis zu den religiösen Leitern senden wird, um das Reich der Himmel zu bezeugen, aber dass diese dann am Kreuz landen oder bis auf’s Blut verfolgt werden. Dies weiß Jesus schon jetzt, wo die entsprechenden Diener noch gar nicht ausgesandt sind, und er schimpft darüber. Wenn wir hier aber lesen, dass Jesus sowas tut, also dass auch er im Rahmen seiner Königsherrschaft Propheten aussenden wird, dann ist es aus diesem Aspekt heraus sehr töricht, zu glauben, dass das Prophetentum aufgehört hätte und dass heutzutage gar keine Propheten mehr existieren, die echt sind. Das beißt sich stark mit den Worten von Jesus, die wir in Vers 34 lesen. Ansonsten macht Jesus hier merklich auf das endgültige Gericht Gottes aufmerksam, wo an allen Mördern Rache genommen wird, besonders aber an denen, die als religiöse Leiter arbeiteten und dabei derartige Gräueltaten begingen, die garantiert gegen Gott sind und ihn erzürnten, während die religiösen Leute in ihrem leeren Wahn dachten, sie wären im Recht und würden vernünftig handeln.
Zum Abschluss wird von Jesus in diesem Kapitel noch eine große Klage über Jerusalem ausgerufen. Wir lesen in den Versen 37 bis 39:
Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!
Siehe, euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden;
denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: »Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des HERRN!«
Ob der Vers 39 richtig platziert wurde, weiß ich nicht genau, denn eigentlich haben die Menschen ja beim Einzug des Messias in die Stadt Jerusalem schon Derartiges umhergerufen. Was ich aber sagen kann, ist, dass Jesus wirklich sehr darum bemüht war, die Menschen von Jerusalem fürsorglich zu behandeln, so wie eine Henne ihre Küken umsorgt, aber die Menschen wollten damit nichts zu tun haben, also nicht von Herzen. Sie hörten zwar gerne zu, um sich zu amüsieren, aber es gab nur sehr wenige Menschen, die einen echten Glaube hatten, der darin besteht, alle Worte von Jesus unbedingt festhalten und anwenden zu wollen und ihn zweifellos als den Messias anzuerkennen. Und das ist bedauerlich, weil das Zuhören an sich völlig nutzlos ist, wenn daraus kein entsprechendes Verhalten entsteht.
Und nun haben wir das Ende des Kapitels erreicht. Was lernen wir nun besonders daraus, und was können wir uns für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Was uns auf jeden Fall ermahnen sollte, ist die Äußerung von Jesus, dass wir in keiner Weise einfordern dürfen, von irgendwem als Meister oder als Rabbi bezeichnet zu werden. Ebenso müssen wir nicht anfangen, uns Menschen zu unterwerfen, nur weil sie einen derartigen Titel haben, und wir sollen sowas auch nicht bewundern. Und auch die Anweisung, dass wir außer unserem Vater im Himmel niemanden als Vater sehen sollen, mag für einige Leute herausfordernd klingen, ist aber dennoch besser so. Theoretisch sollte man das sogar schon den eigenen Kindern beibringen, die man in die Welt gesetzt hat. Und jeder Mensch sollte daran denken. Denn nicht deine Eltern haben dir Lebensodem gegeben, sondern der Teil der Menschenseele, der wirklich lebendig macht, kommt aus Gott. Und darüber hinaus lernen wir, dass Jesus heftige Tadel austeilte an eine sehr ehrenlose Priesterschaft. Und diese Ehrenlosigkeit erkannte das Volk nicht, sondern sie lebten mit der Illusion, gottgefällige Führer zu haben. Da sieht man mal, wie leicht sich das Volk täuschen lässt. Die Schlangenbrut muss nur sich selber so aufspielen, als sei sie etwas Besonderes, und hier und da mal ein kleines Werk tun, das aus ihren Schriften stammt, und schon vergessen die Menschen des Volkes das Prüfen und himmeln die Bösen an. Das ist eine Verhaltensweise, die man als Jesus-Nachfolger nicht mehr an sich hat, sondern wir sollen genauso abgeneigt auf religiöse Heuchler reagieren, wie Jesus selbst es tat.
Und nun, da ich all dies offengelegt habe, ist es mit diesem Video genug.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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