Text zu "Bibellehre - Kapitel 4 im Evangelium des Matthäus"

Link zum Video: https://youtu.be/RX0xjtclsZI

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Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 4 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieser Kapitel anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Man weiß aus Kapitel 3, dass Jesus gerade eben im Wasser getauft worden war und danach sogar von Gott den Heiligen Geist empfangen hatte. Somit war Jesus nun mit etwas sehr Wertvollem ausgestattet. Allerdings führte das nicht dazu, dass jetzt erstmal alle eine große und ausgelassene Party feiern, oder dass Jesus bejubelt wurde. Stattdessen trieb der Heilige Geist ihn dazu, sofort allein in die Wüste zu gehen und dort vierzig Tage lang umherzuwandern. Und dabei sollte Jesus sogar fasten, indem er nichts aß. Dies aber geschah, um Jesus zu prüfen, und möglicherweise auch zu dem Zweck, dass er mit dem Wirken des Heiligen Geistes besser vertraut wird und keine Leute da sind, die ihn ständig ablenken. Es ist aber nicht genug damit, dass Jesus eine ermüdende Wanderung vollziehen und dabei fasten musste. Denn als diese Reise ihrem Ende entgegen kam, da tauchte der Fürst dieser Welt auf, der Teufel, und gab sich alle Mühe, Jesus dazu zu bewegen, dass Jesus sich gegen Gott versündigt. Und das ist so ziemlich das Letzte, was man nach wochenlanger einsamer Wanderung durch die Wildnis gebrauchen kann. Aber Jesus musste da trotzdem durch, und die ersten 11 Verse von Kapitel 4 berichten darüber. Auch im Evangelium des Lukas im vierten Kapitel gibt es einen Bericht über diese Begebenheiten, aber wir kümmern uns in diesem Video nur um Matthäus. Folgendes steht geschrieben in den Versen 1 bis 4:

Darauf wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er vom Teufel versucht würde.
Und als er 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte, war er zuletzt hungrig. 
Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden! 
Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!«

Der Vers 1 erscheint sehr suspekt formuliert. Der Heilige Geist führt uns nicht zum Teufel hin, sondern vom Teufel weg. Denn als Kinder Gottes haben wir mit diesem Typ nichts zu schaffen und widerstehen ihm und laufen ihm niemals geradewegs in die Arme.

Dessen ungeachtet ist der Bericht aus diesen Versen natürlich sehr nützlich, um die List des Teufels zu durchschauen, mit der er gläubig gewordene Menschen doch wieder in die Sünde reißen will, um Anrechte zu bekommen. Denn nichts hätte dem Teufel besser gefallen, als Jesus in irgendeine Sünde hineinzuziehen, damit er auch an Jesus ein Anrecht bekommt und Jesus sich nicht mehr als vollkommenes Opfer hingeben kann zur Rettung der Menschheit. Und in Vers 2 liest man, dass Jesus 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte und zuletzt hungrig war. Was meint ihr, wie groß der Hunger gewesen ist? Wie viel Hunger wird wohl Jesus gespürt haben nach 40 Tage Fasten? Ich würde sagen, das es definitiv schlimmer war als bei einem Mensch, der seinen Tag mal ohne Frühstück beginnen musste. Und ich glaube nicht, dass wir wirklich nachfühlen können, wie groß nach diesen 40 Tagen die Sehnsucht von Jesus gewesen sein muss, irgendetwas essen zu können. Und ausgerechnet in diesem Augenblick, wo eine riesige Sehnsucht nach Speise vorhanden ist, die beinahe unwiderstehlich gewesen sein muss, kommt der Teufel an und will Jesus zu einer gotteslästerlichen Tat überreden, um den Hunger zu stillen. Der Teufel befiehlt, Jesus solle die von Gott anvertraute Kraft missbrauchen, um sich selbst Brot zu machen aus einem Stein. Funktionieren würde das, aber Jesus würde dabei die Kraft zu eigensinnigen Zwecken einsetzen, und zur Befriedigung von Fleischeslust, obwohl er sie zu derartigen Zwecken nie bekam. Und hier muss Jesus jetzt immernoch standhaft bleiben. Er hat 40 Tage nichts gegessen und verschmachtet wahrscheinlich fast vor Hunger, darf aber trotzdem nicht einen Stein zu Brot machen, sondern muss dieser Verlockung widerstehen. Könnt ihr euch in Gedanken ausmalen, was für eine heftige Last das gewesen sein muss? Wir lesen hier überhaupt nichts davon, dass Jesus schwach wurde. Wir lesen nichts davon, dass Gott in dieser Situation schonmal ein Auge zudrücken würde und nicht so sehr darauf achtet, wenn Jesus jetzt sündigt, weil ja Jesus immerhin in einer schwierigen Situation gewesen ist. Das ist nämlich das verweichlichte und untreue Herz der Menschen von dieser Welt, dass sie immer dann meinen, richtig zu handeln, wenn sie in einer Situation des Mangels Böses tun, weil es ja eine schwere Lage war. Aber sehen wir ein solches Vorbild von Jesus? Nein, wir sehen es nicht! Wir lesen hier den Bericht, dass Jesus nach 40 Tagen Fasten einen Hunger hatte, der wahrscheinlich so extrem groß war, dass es mit Worten nicht beschrieben werden kann. Und er wurde auf den Gedanke gebracht, doch um seines großen Hungers willen die Kraft zu missbrauchen, die Gott ihm anvertraut hatte. Und wie reagiert Jesus? Er zitiert einen Vers aus Gottes Gesetz, um zu verdeutlichen, warum er sich auf diesen Gedanke nicht einlässt, einen Stein zu Brot machen zu wollen. Jesus weiß, dass alles nur leben kann durch den Odem Gottes, und nicht durch Material von dieser Welt. Deswegen nennt er die Stelle im fünften Buch Mose aus Kapitel 8 in Vers 3, woraus hervorgeht, dass der Mensch erkennen soll, wie er in endgültiger Konsequenz eigentlich nur von Gottes Wort leben kann, weil Gott durch sein Wort alles in Existenz spricht, und nur solange er über uns Leben spricht, werden wir leben, egal wie viel Mangel wir dabei sehen. Das ist eine Sache, mit welcher Jesus bestens vertraut war, also wie wichtig die von Gott ausgehenden Worte sind und wie sehr das eigene Leben genau davon abhängt. Darauf konzentrierte sich Jesus auch nach 40 Tagen Fasten immernoch, und nicht darauf, was für eine Erfüllung es jetzt für seinen Körper wäre, Brot essen zu können, egal wie auch immer dieses beschafft wurde. So hat Jesus das gehandhabt – der Sohn Gottes, der das Vorbild aller seiner Nachfolger ist. Und genau darin müssen die Menschen möglichst bald verständig werden. Man kann nicht so töricht sein, zu glauben, dass die eigene Existenz allein von der täglichen Nahrung abhängen würde. Kein Mensch dürfte einfach das gotteslästerliche Handeln heilig sprechen, nur weil man in einer schweren Situation war. Denn Jesus war in einer Situation, die so unfassbar schwer ist, dass viele von uns da wahrscheinlich niemals selber hineinkommen werden, und Jesus hielt trotzdem immernoch fest an Gottes Gesetz und ließ sich nicht zu einer sündigen Entscheidung überreden.
Und wenn man sich den Vers 3 mal genauer anschaut, dann fällt sogar noch ein weiterer heimtückischer Trick auf, den der Teufel anwendet, um Jesus in die Sünde zu locken. Der Teufel wollte nicht nur das heftige Hungergefühl ausnutzen, sondern er benutzt auch die besondere Identität von Jesus als Anlass, um ihn zu einer Verhaltensweise zu treiben, die Gott nicht gefällt. Der Teufel sagt zu Jesus: Wenn du der Sohn Gottes bist, dann mache das!
Der Teufel reizt ihn also unterschwellig zu Hochmut. Er sagt praktisch: „Bist du denn überhaupt jemand Besonderes? Beweise das doch erstmal, sonst glaubt es dir ja keiner! Und wenn du wirklich der Sohn Gottes bist, wenn du eine so besondere Identität hast, dann steht es dir doch zu, diesen Stein in Brot zu verwandeln. Du bist doch ein Königskind, ein erhabenes und von Gott geliebtes Wesen, versetzt an himmlische Orte im Geistlichen. Jemandem wie dir, der so eine großartige Identität besitzt, wird es doch wohl gestattet sein, den eigenen Hunger zu stillen. Du hast schließlich einen liebevollen Gott, der seine Kinder niemals leiden lassen will, oder? Also wie könntest du als Gottes Kind denken, es wäre falsch, diesen Stein in Brot zu verwandeln. Als Gottes Sohn wird dir dein Vater, der dich liebt, sowas bestimmt durchgehen lassen. Er will ja, dass es dir gut geht!“
All diese verführerischen Gedanken stecken dahinter, dass der Teufel hier bereits bei der ersten Versuchung gesagt hat: Wenn du Gottes Sohn bist, dann mach das!
Aber ist Jesus auf diesen Blödsinn eingestiegen? Hat Jesus sich derart dämlich vollquatschen lassen und dann aufgrund seiner Identität angefangen, etwas zu tun, was ihm vor Gott zur Sünde wird? Nein, hat er nicht! Jesus ließ sich nicht mit hochmütigem Gerede über seine tolle Identität in eine Falle locken. Er achtete gar nicht weiter darauf, dass der Teufel hier die tolle Identität anspricht. Und das ist der Grund, warum Jesus die Versuchung überwinden konnte und nicht sündigte. Er hat uns damit ein Vorbild gegeben, denn wer Jesus völlig nachfolgt, der macht das selber auch so.

Nachdem nun also der Teufel mit dieser enorm listigen und durchaus intelligenten Versuchung scheiterte, ist das aber noch lange kein Grund für ihn, einfach aufzugeben, sondern er probiert eine andere extrem heimtückische Masche aus, die schon bei unzähligen Menschen funktioniert hat und immer wieder funktioniert. Wir lesen Folgendes in den Versen 5 bis 7:

Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels 
und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: »Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt«. 
Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: »Du sollst den HERRN, deinen Gott, nicht versuchen!«

Was hier passiert, das ist mit Sicherheit enorm erschreckend für etliche an der Nachfolge interessierte Menschen, welche die Bibel als die heilige Schrift sehen und daher glauben, der Teufel hätte mit diesem Werk nichts zu tun und könnte es gar nicht anschauen. Denn durch diese Verse erweist sich das als Irrglaube. Der Teufel hat die Bibel selber auch gelesen, er kennt sie wahrscheinlich sogar auswendig. Er ist auch an einen heiligen Ort gegangen, um Jesus zu versuchen, da er ganz offensichtlich vor heiligen Orten keine Angst hat und auch nicht haben muss. Und er benutzt hier allen Ernstes ein Zitat, das in einem sehr bekannten und sehr beliebten Psalm steht, nämlich Psalm 91, um Jesus auf dumme Gedanken zu bringen. Er will Jesus überreden, dass Jesus sich von der Dachspitze eines sehr hohn Gebäudes hinabstürzen soll, weil er die Verheißung Gottes hat, dass Engel ihn auffangen und ihn somit vor dem Tod bewahren sollten. Ist das zu fassen, was hier passiert? Der Teufel arbeitet hier mit Verheißungen, um Jesus in eine Sünde hineinzuführen. Und ihr könnt euch darauf verlassen, dass er das nicht nur mit Jesus versucht, sondern mit absolut allen Menschen, sobald sie Jesus nachfolgen wollen. Der Teufel wird mit euch genau das Gleiche machen wie hier bei dieser Versuchung, von der wir lesen. Er bewegt euch dazu, eine positive Verheißung aus der Bibel zu nehmen und dann in völliger Leichtfertigkeit diese Verheißung einzufordern, so als hätte Gott die Pflicht, jetzt gefälligst genau das geschehen zu lassen, was ihr glaubt, aus der Verheißung verstanden zu haben. Und die Schriftstelle aus Psalm 91, die er gegen Jesus benutzte, ist mit Sicherheit nicht die einzige Verheißung in der Bibel, die von ihm missbraucht werden könnte, um Menschen auf dumme Gedanken zu bringen. Es gibt viele Stellen in der Bibel, die dazu missbraucht werden können, den Mensch zu sündigen Taten zu reizen, ohne dass der Mensch darin einen Fehler sieht, weil er mit seiner bösen Tat lediglich meint, eine Verheißung oder einen neuen Bund in Anspruch zu nehmen. Sowas wurde offensichtlich bereits bei Jesus ausprobiert. Und wir müssen uns wirklich mal da hineinversetzen, was hier passiert ist. Stellt euch mal vor, ihr beobachtet im echten Leben einen Mensch, der auf die Dachspitze eines hohen Gebäudes klettert und den Anschein macht, als wolle er gleich runterspringen. Welche Gedanken gehen euch da zuerst durch den Kopf? Ich weiß nicht, was ihr da denkt, aber mein erster Gedanke wäre: „Der Typ ist wahnsinnig, der hat völlig den Verstand verloren!“
Aber was ist, wenn dieser Mensch das tut, weil er an die Verheißungen der Bibel glaubt? Würde er dann nicht als Mensch gelten, der besonders starken Glaube hat?

Jesus war mit so einer Situation konfrontiert, die mit Selbstmord geendet hätte, hätte er sich wegen den Worten aus Psalm 91 von dem Dach des Gotteshauses hinabgestürzt. Es wären definitiv keine Engel gekommen, um ihn aufzufangen. Denn ihr müsst euch mal überlegen, was für Gedanken wohl Gott haben wird, wenn er sieht, wie ein Mensch einfach auf ein Dach steigt und runterspringen will. Gott will, dass wir die Dinge tun, die er wirklich befiehlt, und nicht Dinge, die wir von ihm erwarten. Gott will nicht, dass wir uns eigensinnig auf Schriftworte berufen, damit wir unsere eigenen Pläne verwirklichen können, die uns gefallen. Gott nimmt uns nicht ernst, wenn wir seine Worte falsch verstanden haben und dann das tun, wovon wir glauben, es wäre sein Wille, obwohl Gott das niemals zum Ausdruck bringen wollte. Sobald wir seine Worte falsch verstehen oder ein anderer sie für uns falsch auslegt, um uns zu dummen Taten zu bewegen, wird Gott nichts Entsprechendes tun. Denn Gott ist nur für das verantwortlich, was er selber wirklich gesagt hat, und nicht für das, was wir da hinein interpretieren. Und glücklicherweise ist sich Jesus dessen bewusst, darum lässt er sich auch nicht dazu überreden, sich wegen den Verheißungen aus Psalm 91 in den potenziellen Tod zu stürzen. Jesus weiß ganz genau, dass im Gesetz gesagt wird: Man darf Gott nicht versuchen. Man darf sich nicht absichtlich in gefährliche Situationen begeben, nur um zu erleben, wie Gott eingreift. Denn sobald wir uns in irgendwelche Lagen begeben, die Gott nicht will, ist er nicht mit uns. Und da kann man noch so viele Bibelworte ausrufen, die positiv klingen, aber es hilft nicht. Jesus gibt in dieser Begebenheit das richtige Vorbild. Er lässt sich auch bei der zweiten Versuchung nicht dadurch verführen, dass der Teufel ein weiteres Mal die tolle Identität von Jesus anspricht, indem der Teufel auch hier wieder sagt: Wenn du der Sohn Gottes bist, dann mache das!
Jesus lässt sich nicht auf den idiotischen Gedanke ein, es würde ihm unbedingt zustehen, dass Engel kommen und ihn auffangen, wenn er sich hinabstürzt. Und genauso lässt Jesus sich nicht davon beeindrucken, dass ihm Bibelworte vor Augen geführt werden. Denn in dem Augenblick, wo die Bibelworte angewendet werden, um verführerisch zu einem falschen Gedankengang hinzuleiten und die Wahrheit zu ignorieren, sind die Bibelworte viel mehr schädlich als nützlich. Deswegen kommt es immer darauf an, zu welchem Zweck man Bibelworte benutzt. Benutzt man sie, um zu retten, zu schützen, zu reinigen und aufzuklären, so wie es Jesus tat? Oder benutzt man Bibelworte, um Verwirrung zu stiften, sündige Taten zu verharmlosen, Lästerungen zu bestärken oder Täuschungen aufzubauen, wie es der Teufel tut? Die Bibel ist ein Buch, in dem man viele kostbare Worte vorfindet. Aber gleichzeitig kann sie auch zum Bösen missbraucht werden, denn es kommt in letzter Konsequenz immer nur darauf an, mit welcher Absicht man die Worte der Bibel benutzt und ob man überhaupt weiß, was diese Worte aus Gottes Sicht für eine Bedeutung haben. Denn man muss es gemäß Gottes Weisheit beurteilen können und nicht aus der Position der Fleischeslust. Wir lernen hier durch Jesus, dass Gottes Position immer darin besteht, dass wir uns davor hüten müssen, ihn zu versuchen. Wir dürfen nichts tun, um Gott zum Eingreifen zu reizen, ohne dass er will. Wir dürfen auch nicht an ihm zweifeln, um ihn zum Tun von Wundern zu nötigen. Wir dürfen uns nicht wissentlich in Gefahr begeben, weil wir Lust darauf haben, sein mächtiges Eingreifen zu sehen. Wir dürfen keine Forderungen an ihn stellen, die uns gefallen, wenn er selber etwas dagegen hat. Sein Herz ist es, auf das Rücksicht genommen werden muss, und nicht unseres. Denn Jesus hat immer nur Rücksicht auf Gottes Herz genommen, und weil dies der Wunsch von Jesus war und ist, Gottes Herz zu berücksichtigen, konnte er auch bei dieser sehr heftigen Versuchung bestehen, wo der Teufel allen Ernstes Bibelworte benutzte, um Jesus zur Sünde zu verführen. Wenn wir die Bibel nicht durchgelesen haben, dann wissen wir überhaupt nicht, was Gott wirklich will. Wenn wir aber darin gelesen haben und die Bibelworte nicht zuordnen können und nicht begreifen, was sie uns aufzeigen, dann ist das Lesen der Bibelworte umsonst gewesen und wir können anhand falsch benutzter Bibelworte zu sündigem Treiben bewegt werden. Das ist die bittere und an allen Christen bis heute beobachtbare Realität, welcher man sich stellen muss. Man selbst muss genau so wie Jesus unterwegs sein, dass man sagt: „Durch Gottes Gesetz ist offensichtlich, dass ich niemals Gott auf die Probe stellen darf und ihn nicht zu irgendwelchen unangemessenen Wundern zu reizen habe, deshalb will ich genau darauf achten, dass es nicht dazu kommt!“

Nachdem wir nun auch diese zweite heftige Versuchung ausgewertet haben, in welcher Jesus triumphierte, schauen wir uns noch die dritte Versuchung an, welche für Jesus wahrscheinlich sehr leicht zu überwinden war, für andere Menschen in dieser Welt aber eine unüberwindbare Herausforderung darstellt. Es steht geschrieben in den Versen 8 bis 11:

Wiederum nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 
und spricht zu ihm: Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest! 
Da spricht Jesus zu ihm: Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben: »Du sollst den HERRN, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!«
Da verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.

Hier sehen wir also die letzte Versuchung. Der Teufel bietet Jesus an, ihn über alle Reiche der Welt zu setzen, und zwar unter einer einzigen Bedingung: Jesus soll damit beginnen, den Teufel anzubeten. Wir wissen von Jesus, dass er eine ungebrochene und unvergleichlich große Liebe zu Gott hat, und daher ist es klar, dass er sich niemals vor irgendwem anders anbetend niederwerfen würde als nur vor dem echten Gott, dem Heiligen Israels. Und Jesus weist auch darauf hin, dass aus dem Gesetz deutlich hervorgeht, wie man nur allein Gott dienen soll. Aber dieses Schriftwort an sich wäre nutzlos, wenn es nicht gleichzeitig der tiefste Herzenswunsch von Jesus wäre. Papier ist geduldig, aber wenn im Inneren der Herzenswunsch brennt, nur dem echten Gott zu dienen, dann benötigt man eigentlich gar kein Schriftwort mehr, um dies zu tun. Dann ist das Schriftwort vom Gesetz nur noch eine nützliche Ergänzung. Und mal ganz ehrlich: Welchen Grund sollte Jesus denn haben, den Teufel anzubeten? Der Teufel ist ein Verderber, man hat von ihm nichts Gutes zu erwarten. Man braucht sich nur mal die Welt anschauen, in der wir leben, wie viel Leiden und Ungerechtigkeit und Schande und teils auch Horror es darin gibt, während die ganze Erde ja dem Teufel überlassen ist. Da müsste Jesus ganz schon dämlich sein, wenn er sich über eine solche Katastrophe als Herrscher einsetzen lässt und denjenigen anbeten würde, der für all dieses Elend verantwortlich ist. Jesus hätte mit Sicherheit nichts Gutes gewonnen, hätte er die Herrschaft über die jetzige Welt angenommen unter Anbetung des Teufels. Aber der Teufel weiß natürlich, dass reichlich Menschen ein derart verkrüppeltes Ego haben, dass sie machtgeil und selbstsüchtig und skrupellos genug sind, um für die Herrschaft über die jetzige Welt sogar anbetend vor dem Teufel niederzufallen und das ganze kranke Zeug zu tun, das er von ihnen verlangt. Und der Teufel sehnt sich ja nach nichts Anderem so sehr wie danach, an Gottes Stelle zu sein und angebetet zu werden. Also fordert er dies von Jesus, weil vielleicht auch Jesus von dem Gedanke begeistert wäre, die Welt zu beherrschen. Aber das ist Jesus nicht. Er weiß, dass es eine Zumutung wäre, über eine so böse Welt als Verwalter eingesetzt zu sein, und ihn interessieren auch nicht die ganzen Vorteile, die dies mit sich bringen würde, also dass man dann Reichtümer hätte, und Diener, und Kostbarkeiten und eine hohe Macht inmitten von Gesetzlosigkeit, weil man Gesetze selbst nicht halten müsste durch die hohe Stellung, denn man hätte Sonderberechtigungen in dieser Welt. All dies interessiert Jesus nicht. Und zwar nicht nur deshalb, weil der Preis dafür wäre, den Teufel anbeten zu müssen, was der reinste Horror ist, sondern auch weil sich all diese Dinge am Ende des Tages gar nicht lohnen, selbst wenn sie anfänglich sehr begehrenswert erscheinen. Das Heftigste an dieser Versuchung ist hier aber auch jenes Detail, dass Jesus bei seinem Zustand, in dem er sich gerade befindet, wahrscheinlich eine überaus große Sehnsucht danach im Herzen hat, es sollte doch alles einfach sein und nicht so anstrengend. Genau dazu wird ihm durch das Angebot vom Satan theoretisch der Weg eröffnet. Denn man muss sich mal anschauen, was Jesus in den vergangenen vierzig Tagen als Lohn für seinen Gehorsam gegenüber dem allein wahren Gott davontrug: Er war in der Wüste. Überall war karges und totes Land. Da gab es keine schönen Naturgebiete und fruchtbaren Ländereien, keine Flüsse und Wasserbäche, keine Milch, kein Brot, kein Fleisch, kein Obst, kein Gemüse, kein eigenes Haus, in dem man sich wohlfühlen kann. Hunger hatte ihn die letzten 40 Tage begleitet, und er war ganz allein. Keine Menschen waren da, die ihn umsorgen, oder ihn fürchten oder bewundern oder sonst irgendwas. Jesus hatte allem entbehrt und war 40 Tage in der öden Wildnis umhergeirrt. Wo war nun sein Gott, der ihn versorgt? Wo war der Gott, der ihm Gutes tun will ohne Unterlass? Nur Trübsal und Mangel hatte Jesus in den letzten 40 Tagen seit seiner Taufe gesehen, auf dem ganzen bisherigen Weg, den er um Gottes Willen erduldete. Und genau da kommt der Teufel an und lässt ihn mit diesen Fragen konfrontiert sein, so als würde er sagen: „Was ist das denn für einer, den du anbetest? Was soll das für ein Gott sein, der dich 40 Tage lang in die Wüste schickt und dich hungern lässt? Nichtmal ein bisschen Brot ist dir gegönnt. Schau dir doch mal an, was ich dir alles biete! Großartige Häuser, ganze Städte unter deiner Kontrolle, Ehre vor den Menschen, die köstlichsten Speisen und die exotischsten Getränke dieser Welt, so viel du willst, starke Pferde und gesunde Ochsen, ganze Ackerfelder, auf denen allerlei Früchte des Genusses wachsen, und soviel Milch, dass du dein Leben lang davon satt wirst. Ist das nicht viel besser als das, was dein Gott dir antut? Bete doch lieber mich an als ihn, denn ich habe etwas Besseres für dich!“
Das ist es, worauf diese ganze Sache hinaus läuft, wenn der Teufel ihm nach 40 Tagen Mangel ein solches Angebot macht, Jesus über die ganze Erde zu setzen, sofern Jesus ihn anbetet. Und doch lehnt Jesus es ab. Und warum hat er es abgelehnt? Weil er den allein wahren Gott genau kennt. Jesus weiß über Gott, dass Gott uns nur durch Zeiten des Mangels gehen lässt, um uns zu läutern und zu prüfen, damit er uns am Ende Gutes tut. Und Gott entscheidet über unsere Ewigkeit. Wenn wir nicht Gottes Gunst haben, dann werden wir am Ende der Weltzeit ewiges Leiden in Feuer und Schwefel davontragen. Was gelten dann noch die siebzig oder achtzig Jahre, in denen man pausenlos Überfluss und Berühmtheit hatte, weil man den Teufel anbetete? Die Ewigkeit und die Entscheidung Gottes darüber, wo wir unsere Ewigkeit zubringen müssen, ist um ein Vielfaches wichtiger als die Dinge, die der Mensch hier in dieser Welt für erstrebenswert hält. Und deswegen hat Jesus auch nicht eine einzige Sekunde daran gedacht, sich vor dem Teufel niederzuwerfen, egal was für tolle Dinge der Teufel ihm garantieren könnte. Denn das alles war vor Jesus nichts wert, auch nicht nach 40 Tagen Fasten in der Wüste. Das ist unser Vorbild, und genau so sollen wir das auch betrachten und tun. Denn die Menschen, die sich anbetend vor dem Teufel niederwerfen, damit sie in dieser jetzigen Weltzeit alles kriegen wonach ihnen gelüstet, die handeln sehr dumm. Sie begreifen einfach nicht, dass sie sich um vergänglichen Müll bemühen und in einem ausweglosen Leiden landen, aus dem niemand sie jemals wieder herausholen wird. Das ist es nicht im entferntesten wert, aber sie blenden diesen Fakt völlig aus in ihrer nutzlosen fleischlichen Begierde und ihrer peinlichen Ignoranz. Aber auch die Menschen, die sich nicht offenkundig vor dem Teufel niederwerfen und doch seine Werke tun, nämlich Sünden, weil sie so viel wie möglich Lustvolles in dieser Welt erleben wollen und Gottes Gesetz ignorieren, werden ein solches Schicksal erleiden wie die Teufelsanbeter, selbst wenn einige von denen sich eigentlich als Christen sahen.
Überaus bemerkenswert sind aber auch die Worte in Vers 11. Denn als der Teufel gemerkt hat, dass er nicht dazu in der Lage ist, Jesus in irgendeine Sünde zu locken, da ging er einfach. Und es traten heilige Engel hinzu, um Jesus zu dienen. Das war dann der Augenblick, in dem Jesus Erquickung erhielt, wie es Gott gefiel. Diese Engel waren gesandt, um den Willen Gottes zu tun, und sie verpflegten ihn in der Wüste, jetzt, wo die Prüfung bestanden war, sodass Jesus nicht mehr Hunger leiden musste. Das heißt: Gott hatte es schon lange vorbereitet, dass Jesus versorgt wird. Er durfte nur nicht auf die Tricks des Teufels hereinfallen. Denn dann wären die heiligen Engel nicht gekommen, um Jesus zu versorgen. Sie kamen eben deshalb, um Jesus Gutes zu tun, weil endgültig erwiesen war, dass Jesus überhaupt nicht untreu sein wird gegenüber Gott, egal wie viel Mangel er auch zu erleiden hat und egal wie fies die Tricks sind, mit denen er in irgendeine Falle gelockt werden sollte.

Nachdem wir nun also diesen schon ziemlich ausführlichen Bericht darüber gelesen haben, was bei der Versuchung Jesu in der Wüste passierte, folgen als nächstes ein paar kurze Anmerkungen darüber, wie es mit Jesus weiterging. In Vers 12 lesen wir:

Als aber Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er weg nach Galiläa. 

Hier lesen wir mal ganz kurz, dass Johannes der Täufer ins Gefängnis gebracht wurde. Matthäus klatscht diese Aussage einfach so dahin und wir erfahren hier keine näheren Details darüber, wie das passieren konnte. Daher müssen wir das jetzt einfach mal als gegeben hinnehmen. Über Jesus erfahren wir durch diesen Vers jedenfalls, dass er wieder zurück ins Land Galiläa wanderte, vorher aber hatte er sich wahrscheinlich in der Nähe vom Jordan aufgehalten.

In den Versen 13 bis 16 wird dann Folgendes berichtet:

Und er verließ Nazareth, kam und ließ sich in Kapernaum nieder, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naphtali, 
damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht: »Das Land Sebulon und das Land Naphtali, am Weg des Sees, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden, 
das Volk, das in der Finsternis wohnte, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land des Todesschattens wohnten, ist ein Licht aufgegangen«.

Hier erfahren wir also, dass Jesus zuerst in Nazareth gewohnt hatte, aber dann geschah ein Umzug, weil Jesus ein eigenes Haus in Kapernaum bekam, um dort zu wohnen. Und nach dem Umzug war dann Kapernaum sein Wohnsitz, was sehr bemerkenswert ist, denn es gibt im Buch des Propheten Jesaja tatsächlich eine Prophezeiung über den Messias, die andeutet, dass er in genau dieser Gegend sein wird, und es ist auf die Art formuliert, dass dieses Land, welches sinnbildlich im Todesschatten ist, ein großes Licht gesehen hat, denn der Messias ist eben dieses große Licht. Hier hat Matthäus also in passender Weise einen prophetischen Ausspruch beigefügt, der sich wirklich auf den Messias bezieht.

Wenn wir nun den folgenden Vers anschauen, werden wir nicht nur erkennen, dass nach dem Umzug nach Kapernaum der Verkündigungsdienst von Jesus erst so richtig losging, sondern wir werden sehen, womit es angefangen hatte. Es steht geschrieben in Vers 17:

Von da an begann Jesus zu verkündigen und zu sprechen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!

Hier sehen wir die ersten Worte, die Jesus ausrief in seinem Dienst. Er sagte zu allen Menschen: Tut Buße! Und dann nannte er den Grund dafür, warum man Buße tun soll: Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen. Für das Reich der Himmel kann man nur bereit sein, und man kann nur bestehen, wenn man wirklich völlig Buße tut. Deswegen war das die erste Aufforderung von Jesus, wenn er verkündigte. Er forderte alle Menschen zur Buße auf. Denkt ihr, dass die Menschen das gerne hörten? 
Ich glaube, Jesus hatte den Vorteil, dass die Menschen bereits durch den Dienst von Johannes den Täufer für den Gedanke geöffnet waren, wie wichtig Buße ist. Aber wie viele Menschen gibt es heutzutage, die genau das gleiche machen wie Jesus, indem sie ausrufen, dass man Buße tun soll? Und wie viele Leute hören sich das bereitwillig an? Ich jedenfalls habe bisher noch keinen gesehen, der in eine Gemeinde hineingeht und ruft: Tut Buße! Denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!
Und ich kann mir lebhaft vorstellen, was für eine enorme Widerspenstigkeit bis hin zu regelrechtem Entsetzen als Reaktion vieler Menschen kommen würde, wenn man sie heute ganz kompromisslos und ohne lauwarmes Geschwafel zur Buße aufruft. Aber wir kümmern uns ja in diesem Video nicht um die aktuellen Tage, sondern viel mehr um den Beginn von der Verkündigung unseres Herrn Jesus, welcher logischerweise in diesen Tagen von beinahe niemandem als Herr betrachtet wurde, denn sein Dienst stand ja noch ganz am Anfang. Und doch geschah es, dass Jesus schon bald ein paar Jünger fand, die beinahe bis zum Ende seines Lebens in dieser Welt bei ihm bleiben würden, denn es steht geschrieben in den Versen 18 bis 22:

Als Jesus aber am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz in den See, denn sie waren Fischer. 
Und er spricht zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen! 
Da verließen sie sogleich die Netze und folgten ihm nach. 
Und als er von dort weiterging, sah er in einem Schiff zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und dessen Bruder Johannes, mit ihrem Vater Zebedäus ihre Netze flicken; und er berief sie. 
Da verließen sie sogleich das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach.

Hier lesen wir nun also etwas über die Berufung von vier treuen Jüngern, die später sogar in den Kreis der engsten Vertrauten von Jesus aufgenommen wurden, denn sie waren einige der zwölf Apostel. Und ich finde es auf eine teils erschreckende Weise faszinierend, wie die sich benommen haben im Augenblick ihrer Berufung. Schaut euch mal selbst an, was hier berichtet wird! Die Männer haben alle als Fischer gearbeitet. Sie hatten ihren gewohnten Alltag, sie hatten ihr gewohntes Einkommen, sie waren feststehend in ihrem Leben, das sie schon lange kannten und mit dem sie gut zurechtkamen. Aber was geschah denn, als Jesus ihnen zurief, dass sie ihm nachfolgen sollen?
Haben sie da angefangen, Diskussionen zu führen? Oder haben sie Jesus dazu eingeladen, dass er doch lieber zu ihnen ins Boot steigen und auch als Fischer leben soll? Haben sie gesagt, dass sie vielleicht mal eine Stunde am Tag mit Jesus spazieren gehen werden, aber sich ansonsten weiter um ihren eigenen Kram kümmern wollen? Nein, das haben sie nicht! Wir können mit unseren eigenen Augen lesen, als Simon Petrus und Andreas berufen wurden, dass sie sogleich ihre Netze verließen und ihm nachfolgten. Das ist eine außergewöhnliche Reaktion. Die haben praktisch ein einziges Wort von Jesus gehört und haben sofort alles stehen und liegen lassen und sind mitgegangen. Da gab es kein Grübeln und keine Verhandlungsversuche. Jesus ruft sie und sie lassen sofort alles zurück und gehen mit ihm. Und dabei hat Jesus ihnen nichtmal gesagt, wohin die Reise geht oder wie lange es dauert. Aber sie hatten wahrscheinlich gemerkt, dass an Jesus etwas besonders ist und dass er es wert ist, wenn man mit ihm geht, egal wohin.
Auch bei Jakobus und Johannes sehen wir eine solche spontane und bedingungslose Bereitschaft, Jesus hinterher zu laufen. Die haben auch nicht gezögert. Und bei denen war es sogar noch ein bisschen extremer als bei Petrus und Andreas. Denn Jakobus und Johannes waren gerade zusammen mit ihrem Vater im Boot. Und Jesus beruft sie, und plötzlich sitzt der Vater nur noch alleine da und flickt die Netze, weil seine beiden Söhne ihn verlassen haben. Sie haben nicht darüber gejammert, dass ihr Vater sie doch braucht und dass sie nicht einfach ihre Familie im Stich lassen können. Genauso haben sie nicht zögerlich reagiert, indem sie gesagt hätten: „Naja, vor unserem Vater können wir das aber nicht machen! Wir warten lieber, bis er nicht mehr dabei sitzt und verlassen dann heimlich das Haus, damit er es nicht mitbekommt!“ Auf solche Ideen sind Jakobus und Johannes gar nicht erst gekommen. Sie haben auch nicht gesagt, dass sie doch einen sicheren Arbeitsplatz besitzen, den sie unter keinen Umständen aufgeben wollen. Sie hörten, dass Jesus sie rief, und gingen einfach los. Ich finde das deshalb faszinierend, weil hier so eine große Bereitwilligkeit und Fähigkeit zum Loslassen erkennbar ist. Wie viele Menschen machen das heutzutage so? Wie viele würden von einem Moment auf den anderen alles stehen und liegen lassen, und sogar den Arbeitsplatz und die Eltern unbekümmert zurücklassen, weil der Messias sie berufen hat? Was hatten denn Jakobus und Johannes an sich, was wir nicht haben? Ich habe nur ganz selten mal von einzelnen Menschen gehört, die genauso reagierten, aber das Gegenteil sehe ich viel häufiger. Denn es gibt massenweise Menschen, die doch lieber in ihrem Boot bleiben, mit den verschiedensten Ausreden, und nicht willig sind, alles stehen und liegen zu lassen für Jesus. Aber die Menschen, die seine Apostel wurden, sind eben solche Menschen gewesen, die ganz unvermittelt ihre Leben zurückließen, weil Jesus sagte, sie sollen mit ihm auf die Reise gehen. Wie viele Jünger mit solch einem Herz findet Jesus heutzutage noch? Ich schätze, diese Frage kann er nur selber beantworten. Und man muss auch sehr deutlich darauf achtgeben, wozu Jesus sie gerufen hat. Er hat nicht gesagt: „Folgt den Dogmen der Religion!“ Er sagte auch nicht: „Gründet mit mir eine Gemeinde!“ und er sagte auch nicht: „Geht in die Stadt und sucht euch ein religiöses Versammlungshaus und verbringt dort den Rest eures Lebens!“
Gar nichts davon hat Jesus gesagt, sondern sein Befehl lautete, dass sie ihm nachfolgen sollen. Ihm persönlich. Und diesen Befehl führen sehr, sehr viele Menschen heutzutage nicht aus.

Es ist aber selbstverständlich, da nun der Verkündigungsdienst von Jesus begonnen hatte, dass er von Ort zu Ort zog und überall immer wieder die Menschen zur Buße aufrief und sie belehrte. Deswegen steht auch folgendes geschrieben in den restlichen Versen des Kapitels, also in Vers 23 bis 25:

Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. 
Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien; und sie brachten alle Kranken zu ihm, die von mancherlei Krankheiten und Schmerzen geplagt waren, und Besessene und Mondsüchtige und Lahme; und er heilte sie. 
Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach aus Galiläa und aus dem Gebiet der Zehn Städte und aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan.

Hier gibt es das interessante Detail zu entdecken, dass Jesus in die Synagogen hineinging, also in die Gotteshäuser. Könnt ihr euch vorstellen, wie ihm da zumute gewesen sein muss? In jeder Synagoge herrschen die verbreiteten Dogmen, an die alle zu glauben haben. Und dann kommt plötzlich jemand hinein und fängt an, über das Reich der Himmel zu predigen, wo die Dinge zu einem Großteil ganz anders laufen, als es die Menschen gewohnt sind, und der betet für Menschen und sie werden gesund, mitten in den Gotteshäusern. Ich finde das bemerkenswert, aber es war bestimmt auch anspruchsvoll, dass Jesus sich nicht etwa an öffentliche Plätze in großen Städten oder an Wanderwege stellte, sondern dass er in die Gotteshäuser hineinging und genau die Menschen zum Glaube und zur Buße rief, die eigentlich schon einen Glaube hatten und die zu einem Großteil wahrscheinlich dachten, sie hätten Buße gar nicht nötig. Zu eben diesen ist Jesus gegangen, aber die Leute auf der Straße sprach er laut diesem Bericht erstmal noch gar nicht an. Aber wegen den erfolgreichen Gebeten für Heilung und den ungewöhnlichen Worten, die Jesus unerschrocken redete, verbreitete sich die Erzählung über ihn unter den Menschen, und zwar nicht nur im Land Galiläa, sondern offensichtlich auch in Nachbarländern. Und in sehr vielen Ortschaften gab es vereinzelt Menschen, die hingingen, um Jesus selbst zu erleben, und es entstand dadurch eine große Volksmenge, dass von verschiedensten Orten Menschen kamen, um ihn zu sehen und zu hören. Dadurch war es wahrscheinlich schon in absehbarer Zeit soweit gekommen, dass die Menschen auf der Straße und auf den Wanderwegen ihn ansprachen und ihn hören wollten, aber begonnen hatte die Verkündigung von Jesus mit dem Besuchen von Synagogen und dem Predigen vor den religiös indoktrinierten Menschen, die etwas Anderes gewohnt waren als das, was Jesus lehrte. Mich wundert es ein wenig, dass die Synagogenvorsteher ihn einfach so reingelassen hatten und ihn sprechen ließen, obwohl seine Worte nicht genau das selbe waren, was man von den Pharisäern lernt. Da ist vermutlich die Hand Gottes mit im Spiel gewesen.

Und da wir nun auch diese Verse besprochen haben, liegt der ganze Inhalt des vierten Kapitels vom Evangelium des Matthäus hinter uns. Was lernen wir daraus, und was können wir uns für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Ich würde sagen, wir lernen aus diesem Kapitel ganz besonders stark, wie gefährlich die List des Teufels ist, aber auch wie wir dagegen bestehen, wenn wir ohne Sünde bleiben wollen. Wenn man sich anschaut, welche Zitate Jesus benutzte, um dem Teufel zu widerstehen, dann stellt man fest, dass es alles Zitate aus dem Gesetz Gottes sind, also aus der Thora, den von Moses überlieferten Schriften. Und das Neue Testament hatte es damals logischerweise noch gar nicht gegeben, als Jesus auftrat. Aber Jesus kannte das Alte Testament und besonders das Gesetz, welches er zu halten hatte, um ohne Sünde zu bleiben, und genau dieses gab ihm die Kraft, dem Teufel zu widerstehen. Jesus wusste, wie die Gebote Gottes lauten und welche Bedeutung die Worte wirklich haben, die geschrieben stehen, und dadurch konnte er gegen den Teufel bestehen, der ihn mit unfassbar heimtückischen Tricks in Sünden locken wollte. Wenn er es aber bei Jesus nicht dadurch geschafft hat, dass er ihn wegen seiner Identität eitel machen wollte, oder ihn wegen Zeiten des Mangels zu unklugen Entscheidungen reizen oder ihn anhand von leichtfertig benutzten Schriftworten verführen wollte, dann soll das bei uns selbst genauso wenig funktionieren. Aber das kriegen wir natürlich nur dann hin, wenn auch wir Gott kennen und lieben, ähnlich wie Jesus. Niemand kennt Gott so genau wie Jesus, aber durch die Berichte im alten Testament kann man doch schon eine Menge darüber lernen, wie Gott ist und worauf es ihm ankommt. Wir sehen aber auch, dass der Teufel vor gar niemandem Halt macht. Wenn er sich nichtmal davor fürchtete, den Sohn Gottes verführen zu wollen, wie vielmehr wird er dann wohl uns verführen wollen ohne Scheu, die wir geringer als Jesus sind? Wir müssen immer aufpassen, dass wir nicht etwa durch irgendeine verführerische Sache ins Straucheln geraten, die von ihm ausging, um uns in Sünde fallen zu lassen. Denn er macht vor uns nicht Halt. Und wenn ihm auch die ganzen Länder der Erde unterstehen, so ist das dennoch längst kein Grund für uns, ihn anzubeten, sondern wir setzen unser Vertrauen trotzdem auf Gott, auch wenn diese Welt dadurch für uns fremd ist.
Ansonsten erkennt man an der Berufung der ersten Jünger natürlich, was für eine große Bereitwilligkeit bei den echten Nachfolgern Jesu vorhanden sein sollte, das alte gewohnte Leben loszulassen, sobald man von Jesus gerufen ist und ihm nachfolgen soll. Gleiches gilt übrigens auch, wenn man aus der Sünde rauskommen soll. Man kann die Sünde nicht einfach weitermachen, nur weil man zu sehr daran gewöhnt ist, wenn Jesus zu uns sagt: Tut Buße! Denn das Reich der Himmel ist nahe herbei gekommen!
Und ansonsten lernen wir daraus, sobald wir auf eine Verkündigungsreise geschickt werden würden, was aber immer unser König Jesus zu bestimmen hat, dass es dann auch durchaus für uns dran sein kann, in ein Gotteshaus hineinzugehen und genau das zu verkündigen, wodurch vielleicht der meiste Anstoß ausgelöst wird, weil wir gegen die gewohnten Dogmen reden, und zwar nicht weil wir Ärger verursachen wollen, sondern weil wir die Pflicht haben, die echten Worte Gottes zu reden, die den menschlichen Dogmen entgegenstehen, damit alle gerettet werden, die Ohren haben, um zu hören. Sowas kann vorkommen, dass wir dies zu tun haben, es muss aber nicht passieren, und es wäre auch erst an dem Punkt sinnvoll, wo wir wirklich selbst schon sündlos leben und eine derart gefestigte Schriftkenntnis haben, dass wir nicht verunsichert werden können durch unsinnige Widerrede von indoktrinierten Gemeindeleitern, die uns anfechten. Ich versichere euch, dass Jesus niemandem solch einen Dienst geben würde, es sei denn, der Mensch ist wirklich bereit dafür. Aber auch die ersten berufenen Jünger waren nicht dazu berufen, dass sie nun die Synagogen zu besuchen haben, sondern sie sollten Jesus persönlich nachfolgen. Das ist immer das Erste, was für jeden dran ist, dass man persönlich zu Jesus geht und sich ihm nähert.

Das ist soweit alles, was es zu diesem Kapitel zu sagen gibt.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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