Text zu "Bibellehre - Kapitel 8 im Evangelium des Matthäus"
Link zum Video: https://youtu.be/tYPH4Fyl57s
Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal Kapitel 8 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Beim Lesen des ersten Verses in Kapitel 8 entdecken wir folgende Worte:
Als er aber von dem Berg herabstieg, folgte ihm eine große Volksmenge nach.
Durch diese Aussage erkennt man, wie es ja auch am Ende von Kapitel 7 betont wurde, dass die Bergpredigt von Jesus wirklich etwas in den Herzen vieler Zuhörer bewegt hatte. Es folgten ihm viele Menschen nach. Und ich denke, man kann locker davon ausgehen, dass sie dies in dem Moment taten, weil sie erkannten, dass die Worte von Jesus mehr Kraft haben als das, was sie gewohnt waren von ihren durchschnittlichen Schriftgelehrten.
In Vers 2 steht geschrieben:
Und siehe, ein Aussätziger kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen!
Eine Situation wie die hier beschriebene wird übrigens auch in Kapitel 1 vom Evangelium des Markus berichtet, und in Kapitel 5 vom Evangelium des Lukas. Es kam ein aussätziger Mann zu Jesus und hoffte offensichtlich auf Mitleid. Er hat sich ja nicht auf Jesus gestürzt und gesagt: „Heile mich sofort!“
Stattdessen machte sich dieser Mensch vor Jesus klein und sagte deutlich: Wenn du willst, kannst du mich reinigen. Und ein Aussätziger war praktisch ein Mensch mit einer sehr heftigen und auch ansteckenden, ekelerregenden Hautkrankheit. Vielleicht hätte manch einer Ekel vor dem Mensch gehabt und ihn deshalb weggeschickt. Andere hätten vielleicht an das Gesetz von Moses gedacht und währen deshalb dem Aussätzigen nicht zu nahe gekommen, weil sie selber auch als unrein gelten, wenn sie ihn anrühren. Um das zu vermeiden, hätten einige wohl zurückhaltend reagiert. Wenn wir uns aber anschauen, wie Jesus auf das Verhalten des Aussätzigen reagierte, dann erkennen wir, dass er nichts dergleichen tat. Denn Folgendes liest man in den Versen 3 und 4:
Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will; sei gereinigt! Und sogleich wurde er von seinem Aussatz rein.
Und Jesus spricht zu ihm: Sieh zu, dass du es niemand sagst; sondern geh hin, zeige dich dem Priester und bringe das Opfer dar, das Moses befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
Diese Worte stellen durch Vers 3 besonders gut das Erbarmen von Jesus dar. Jesus wollte lieber unrein werden, indem er Geplagte anrührt, als dass er Unreinheit vermeidet und deshalb die Leidenden ignoriert. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass kein Mensch jemals in die Hölle kommen würde, nur weil er eine Unreinheit am Körper hat. Er ist dann in der Pflicht, sich möglichst bald zu waschen und bleibt danach unrein bis zum Abend, aber er ist gewiss nicht des Todes vor Gott. Ich kann zwar nicht genau erklären, warum Jesus nicht einfach dafür betete, dass der Mensch durch das reine Wirken des Geistes geheilt werden soll, ohne dass eine Berührung nötig ist, aber scheinbar hat Jesus die Aussicht auf erfolgreiche Heilung als besonders hoch erachtet, wenn er die Menschen anrührt, die geplagt sind. Und der Aussätzige wurde auch rein, aber per Gesetz wird deswegen ein Tieropfer fällig, und deswegen fordert Jesus den Mann zu gesetzestreuem Handeln auf, indem er befiehlt, hinzugehen und dieses Opfer zu geben. Allerdings hatte Jesus dabei merklich im Sinn, dass der Mann auch ein Zeugnis für das geschehene Wunder sein soll, denn die Wunder, die auftraten, sollten bei Jesus ja die Wahrhaftigkeit seiner Verkündigung beweisen. Und er wollte auch laut Vers 4, dass nur die Priester von diesem Wunder erfahren, aber nicht die ganze Bevölkerung. Und das ist insofern verständlich, dass Jesus wohl nicht den Zustand provozieren wollte, eine noch größere Volksmenge hinter sich her laufen zu haben und von allen Seiten Leute zu sich kommen zu sehen, die ein Heilungsgebet verlangen. Jesus wusste: Je mehr sich die Zeugnisse über Heilungen verbreiten, desto größer ist auch die Anzahl Menschen, die allein wegen Heilungen kommen und danach sofort wieder gehen.
Wenn wir ab Vers 5 weiterlesen, erfahren wir sozusagen etwas über eine Begegnung der besonderen Art. Es steht geschrieben in den Versen 5 bis 9:
Als Jesus aber nach Kapernaum kam, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn
und sprach: Herr, mein Knecht liegt daheim gelähmt danieder und ist furchtbar geplagt!
Und Jesus spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen!
Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach kommst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden!
Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Vorgesetzten steht, und habe Kriegsknechte unter mir; und wenn ich zu diesem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem anderen: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s.
Das Verhalten dieses Menschen war sehr außergewöhnlich. Es wird übrigens auch eine sehr ähnliche Begebenheit in Kapitel 7 vom Evangelium des Lukas berichtet, aber wir konzentrieren uns in diesem Video nur auf die Worte vom Evangelium des Matthäus. Man muss sich wirklich mal vor Augen halten, was hier gerade passiert. Jesus ist eigentlich nur wegen Israel gekommen. Der Auftrag Gottes war, dass Jesus Israel versorgen soll und als König der Juden gilt. Der Mann aber, der hier ankommt, war ein Römer. Der war gar nicht vom Volk Israel. Und genau so, wie die Juden ganz gerne mal niederträchtig auf die Heidenvölker blickten, so blickten manche Heidenvölker auch verächtlich auf die Juden, wobei ja Jesus selbst auch Jude ist. Und ganz besonders die Römer konnten es sich in jenen Tagen leisten, die Juden zu verachten und niederträchtig zu behandeln, denn das römische Weltreich war derart mächtig, dass sich niemand erfolgreich gegen sie erheben konnte. Und obwohl all diese Dinge gegeben sind, benimmt sich der Hauptmann hier sehr freundlich und demütig. Man darf dabei keinesfalls übersehen, dass er einen hohen Rang im Militär hatte. Im Militär geht es ständig so zu, dass die höher Gesetzten den Geringeren Befehle erteilen. Und der Mensch, der eine Bitte stellte, hatte einen gehobenen militärischen Rang, während Jesus nur als ein ganz einfacher Bürger galt, aber trotzdem macht sich hier der Hauptmann vor Jesus klein. Und dieser Hauptmann sagt wirklich zu Jesus: Ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach kommst!
Ist das zu fassen? Begreift ihr, was für eine außergewöhnliche Demut da im Herzen dieses Mannes wohnt, der sowas zu Jesus sagt, trotz all der weltlichen Verhältnisse? Er hat sich vor Jesus kleingemacht, obwohl er weltlich über Jesus stand. Er argumentiert sogar damit, dass er seinen untergeordneten Knechten ja auch Befehle erteilen darf, und deshalb nimmt er Befehle von Jesus entgegen und hat Ehrfurcht vor ihm. Also er bezeichnet sich selbst praktisch als Knecht von Jesus. Das sagt der römische Hauptmann zu dem einfachen jüdischen Bürger.
Lasst uns nun mal schauen, wie Jesus auf diese Worte von dem Hauptmann reagierte! In den Versen 10 bis 13 lesen wir:
Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Einen so großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden!
Ich sage euch aber: Viele werden kommen vom Osten und vom Westen und werden im Reich der Himmel mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tisch sitzen,
aber die Kinder des Reiches werden in die äußerste Finsternis hinausgeworfen werden; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin, und dir geschehe, wie du geglaubt hast! Und sein Knecht wurde in derselben Stunde gesund.
Jesus war offensichtlich erstaunt über den Hauptmann. Und er ermahnt die Menschen von Israel, dass ein so großer Glaube bei ihnen nicht zu finden ist. Der Glaube besteht hier darin, dass der Hauptmann eine enorm große Demut und Ehrfurcht vor Jesus hat. Das ist Demut, die Gott wohlgefällt und von Glaube zeugt. Und Jesus macht hier die sehr erstaunliche und gleichzeitig erschreckende Ankündigung, dass denen, die Kinder des Reiches sind, aber die keine ausreichende Demut im Herzen haben, letztlich das Reich Gottes verwehrt bleibt und sie hinausgestoßen werden in die äußerste Finsternis. An diesem Bericht erkennt man, wie wichtig eine Demut ist, die von Herzen kommt, und die zuallererst darin besteht, zu erkennen, wie groß Jesus ist und wie klein man selbst ist im Vergleich dazu. Und in Vers 13 lesen wir schließlich, dass der Knecht des Hauptmannes tatsächlich gesund wurde. Hierbei handelt es sich um eine Heilung, die ohne Handauflegung funktionierte. Jesus musste den Knecht nicht anrühren, er musste nichtmal neben ihm stehen, sondern er musste nur den Vater im Himmel bitten, und sein Vater sorgte dafür, dass die Heilung stattfindet.
Ein paar weitere Heilungsgeschichten lesen wir auch wieder in den nächsten Versen. Es steht geschrieben in Vers 14 und 15:
Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, dass dessen Schwiegermutter daniederlag und Fieber hatte.
Und er rührte ihre Hand an; und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente ihnen.
Diese Begebenheit wird auch bei Markus und Lukas berichtet, aber immer ein bisschen anders, was die Details betrifft. In dem gerade gelesenen Bericht wird ausgesagt, dass Jesus die Schwiegermutter sah und von sich aus die Entscheidung traf, zu ihr hinzugehen, ihre Hand anzurühren und zu beten, sodass ihr Fieber sie verließ. Natürlich kann man sich allezeit darüber freuen, wenn man von einem Wunder hört, das durch Gottes Erbarmen möglich wurde, aber vielmehr nützt uns diese Erzählung eigentlich nicht. Wie sich aber herausstellt, war diese Aktion noch längst nicht die einzige Heilung an diesem Ort, denn wir erfahren Folgendes in den Versen 16 und 17:
Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister aus mit einem Wort und heilte alle Kranken,
damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht: »Er hat unsere Gebrechen weggenommen und unsere Krankheiten getragen«.
Vers 16 bezeugt, dass am Abend viele andere Menschen zu ihm gebracht wurden, die Hilfe brauchten. Und es wurden die Kranken geheilt, und die Besessenen wurden von den Dämonen befreit, indem Jesus sie austrieb mit einem Wort. Das heißt: Jesus befahl ihnen, auszufahren, und sie gehorchten sofort. Es gab keine schrägen Diskussionen vonseiten der Geister an diesem Abend. Und in Vers 17 erwähnt Matthäus einen Teil aus der messianischen Weissagung von Kapitel 53 im Buch des Propheten Jesaja, denn dort wurde angekündigt, dass der Messias die Menschen heil werden lässt, und so kam es auch, nicht nur an diesem Abend.
Wenn wir jetzt ab Vers 18 weiterlesen, wird dabei leider nicht erwähnt, ob es immernoch Abend ist oder schon der nächste Morgen oder ein ganz anderer Tag, aber lesen können wir folgendes:
Als aber Jesus die große Volksmenge um sich sah, befahl er, ans jenseitige Ufer zu fahren.
Und ein Schriftgelehrter trat herzu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst!
Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Man erkennt an Vers 18, dass es Jesus wohl langsam zu viel wurde mit der großen Volksmenge, die gewiss auch nicht auf Abstand blieb, sondern sich so nah wie möglich an ihn heran drängte, und deshalb stieg er in ein Schiff, um über den See zu fahren und an einem anderen Ufer anzusetzen. Und wir lesen hier den bemerkenswerten Bericht, dass ausgerechnet ein Schriftgelehrter ankam und sagte, er wolle Jesus nachfolgen. Das ist deshalb außergewöhnlich, weil Jesus ja auf eine Art lehrte, die so klang, als wäre es anders als die Belehrungen der Schrift, und es war auch völlig anders als die Inhalte, die ein Mensch im Studium in dieser Welt beigebracht bekommt. Und doch hatte dieser Schriftgelehrte Interesse an Jesus, trotz den Widersprüchen zu dem, was im Studium und in Lehrbüchern gesagt wird. Hatte er etwa in seinem Herzen schon gemerkt, dass dieses Gefasel aus den Lehrbüchern nicht wirklich der echte Glaube sein kann? Auf jeden Fall wollte er mitreisen, aber Jesus ermahnte ihn sehr deutlich. Jesus bringt in Vers 20 zum Ausdruck, dass er keinen festen Wohnort mehr hat, an dem er allezeit zur Ruhe kommen kann. Denn wenn er in sein Haus in Kapernaum gehen würde, so würden sich dort sehr schnell große Menschenmassen ansammeln, die ihm keine Ruhe lassen. Deshalb war Jesus umso häufiger auf Reisen und musste während der Reise sehen, ob er überhaupt mal Zeit zum Schlafen findet, und mit diesem Lebensstil würde der Schriftgelehrte dann auch klarkommen müssen, wenn er Jesus nachfolgt. Und wir lesen nichts davon, dass der Schriftgelehrte einwilligte, also müssen wir wohl davon ausgehen, dass ihm das zu unbequem war und er sich doch lieber abwandte.
Auch ein anderer Mensch hat eine Ermahnung von Jesus gehört,als es um die Nachfolge ging, denn wir lesen in den Versen 21 und 22:
Ein anderer seiner Jünger sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben!
Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach, und lass die Toten ihre Toten begraben!
Obwohl es im Gesetz geboten ist, dass man Vater und Mutter ehren soll, was ja auch ein Begräbnis von verstorbenen Eltern mit einschließt, sagt Jesus hier einen so harten Ausspruch. Aus der Sicht von Jesus ist es Zeitverschwendung, wenn der Jünger seinen Vater unter die Erde bringt. Denn jetzt, wo der Vater einmal tot ist, ohne Interesse am Evangelium bekundet zu haben, braucht man sich da sowieso nicht mehr drum kümmern. Sich nach dem Reich der Himmel auszustrecken ist wichtiger, als den verstorbenen Eltern hinterher zu trauern. Besonders wenn sie ungläubig sind. Da sollen doch lieber die anderen Familienmitglieder die Beerdigung organisieren, nämlich die, die keinen Glaube an die Wahrheit haben, sondern an nutzlose Dogmen glauben oder an gar nichts, und die sich einen Dreck für das Evangelium interessieren. Es ist genug, wenn derartige Menschen sich um solchen Kram kümmern, aber nicht der, welcher den Weg in ewiges Leben antritt, indem er Jesus nachfolgen will.
Nachdem nun also diese beiden Menschen eine vermutlich ziemlich ernüchternde Reaktion von Jesus geerntet hatten auf ihre Anliegen, war es auch schon Zeit, mit dem Schiff loszusegeln. Allerdings verlief die Seereise nicht gerade ruhig, wie wir merken werden, denn es steht geschrieben in den Versen 23 und 24:
Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm nach.
Und siehe, es erhob sich ein großer Sturm auf dem See, sodass das Schiff von den Wellen bedeckt wurde; er aber schlief.
Diese Situation ist für die Jünger bestimmt eine üble Zumutung gewesen. Sie sind im Schiff mitten auf dem See, ein großer Sturm erhebt sich, das Schiff wird mit Wasser gefüllt, also sie sind praktisch kurz vor dem Untergehen und was macht Jesus? Jesus schläft. Der hat es sich gemütlich gemacht und schlummert ganz in Ruhe und stört sich auch gar nicht weiter an dem bisschen Wetter, das da tobte. Ich denke, man kann es den Jüngern in keiner Weise zum Vorwurf machen, wenn sie in so einer Lage Angst bekamen. Aber wie konnte es sein, dass Jesus überhaupt keine Angst hatte? Wie konnte Jesus ganz sorglos schlafen in einer solchen Situation?
Ich denke, es liegt in erster Linie daran, dass Jesus überhaupt nicht erwartete, in ernstzunehmende Not zu geraten, weil er völlig davon ausging, dass Gott ihn nicht untergehen lässt. Denn dafür gab es für Gott keinen Grund, wenn Jesus sündlos war. Jesus rechnete so fest damit, dass diese Seereise gelingen muss, weil es keinen Sinn ergeben würde, wenn Gott ihn auf hoher See sterben lässt. Er wusste vermutlich, dass das nicht der Plan Gottes für sein Leben war. Das ist wohl der Grund gewesen, warum Jesus in aller Seelenruhe schlafen konnte mitten im Sturm, weil er wusste, dass der Plan Gottes für sein Leben ein anderer ist als das Ertrinken. Aber die Jünger hatten weder eine entsprechende Nähe zu Gott noch irgendwelche Einsichten über seine Pläne, um derartig zu denken, daher lesen wir in Vers 25:
Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, rette uns! Wir kommen um!
Interessant ist hier, wie klein ihr Glaube ist. Sie beten nicht zu Gott, sondern sie fordern von Jesus, er solle sie retten, und sie lassen sich ihre Todesangst deutlich anmerken. In Vers 26 lesen wir:
Da sprach er zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf und befahl den Winden und dem See; und es entstand eine große Stille.
Wie man sieht, war wenigstens bei Jesus genug Glaube vorhanden, um in dieser Lage Rettung zu erleben. Er regelte die Sache wahrscheinlich so, dass er kurz betete und sprach, dass Gott doch auf sein Wort hin den Sturm auflösen möge, und dann erhob er sich und befahl dem Sturm, still zu werden, und es geschah so. Da aber die Menschen nicht begreifen, dass Jesus zu Gott betete, drehten sie natürlich durch vor lauter Faszination und wir lesen folgendes in Vers 27:
Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Wer ist dieser, dass ihm selbst die Winde und der See gehorsam sind?
Hier sehen wir, dass die Jünger meinten, Jesus könnte nach eigener Willkür den Wind und das Wasser befehligen. Natürlich sah das von außen betrachtet so aus, aber ohne ein gottesfürchtiges Gebet hätte es gar nicht erst funktioniert.
Was nun letztlich geschah, als sie an dem Ort anlegten, wohin sie segelten, das Lesen wir ab Vers 28. Es ist dort von zwei Besessenen die Rede, die ihm begegneten. Allerdings wird etwas Derartiges auch im Evangelium des Markus in Kapitel 5 und im Evangelium des Lukas in Kapitel 8 berichtet, und dort ist immer nur von einem einzigen Besessenen die Rede. Wie es sein kann,dass hier bei Matthäus zwei Besessene beschrieben werden, kann ich nicht sagen und es erscheint eigenartig, aber wir wollen deswegen nun auch nicht unnötig in Unbehagen versinken. Auf jeden Fall handelt es sich um eine sehr heftige Austreibung, von welcher die ortsansässigen Augenzeugen auch ziemliche Angst bekamen. Es steht geschrieben in den Versen 28 bis 34:
Und als er ans jenseitige Ufer in das Gebiet der Gergesener kam, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die kamen aus den Gräbern heraus und waren sehr gefährlich, sodass niemand auf jener Straße wandern konnte.
Und siehe, sie schrien und sprachen: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Sohn Gottes? Bist du hierhergekommen, um uns vor der Zeit zu quälen?
Es war aber fern von ihnen eine große Herde Schweine auf der Weide.
Und die Dämonen baten ihn und sprachen: Wenn du uns austreibst, so erlaube uns, in die Schweineherde zu fahren!
Und er sprach zu ihnen: Geht hin! Da fuhren sie aus und fuhren in die Schweineherde. Und siehe, die ganze Schweineherde stürzte sich den Abhang hinunter in den See, und sie kamen im Wasser um.
Die Hirten aber flohen, gingen in die Stadt und verkündeten alles, auch was mit den Besessenen vorgegangen war.
Und siehe, die ganze Stadt kam heraus, Jesus entgegen. Und als sie ihn sahen, baten sie ihn, aus ihrem Gebiet wegzugehen.
Letzten Endes wurde also diese an sich wunderbare Befreiung zum Anlass genommen, um Jesus wegzuschicken, weil es denen nicht geheuer war, die davon erfuhren. Das ist sehr schade. Aber wenn ich es richtig einordne, sind das auch Menschen aus den Heidenvölkern gewesen, die das alles erlebt hatten und Jesus wegschickten, daher war es kein Verlust, weil Jesus sich ja sowieso zuerst mal um Israel kümmern sollte.
Und nun haben wir auch schon das Ende von Kapitel 8 erreicht. Was lernen wir nun daraus, und welche Erkenntnisse können wir uns besonders für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen? Ich glaube, es sollte uns besonders in Erinnerung bleiben aus diesem Kapitel, wie gütig Jesus auf die Kranken, auch auf die Aussätzigen reagierte. Dass er sie sogar anrührte und lieber unrein sein wollte, als sie ihrem Leiden zu überlassen, um rein zu bleiben. Ganz besonders wichtig ist das Verhalten des Hauptmannes von Kapernaum und die Warnung von Jesus, dass die Kinder des Reiches in die äußerste Finsternis hinausgestoßen werden, wenn sie keine vergleichbare Demut im Herzen haben. Denn wenn wir diese Sache ernst nehmen, dann verfallen wir nicht in einen leichtfertigen, lauwarmen Glaube, bei dem wir meinen würden, es käme nicht allzu sehr auf Demut an und wer einmal zum Reich dazugehört, könne nie mehr hinausgestoßen werden. Denn wer in solch ein stolzes Denken abdriftet, der macht sich selbst etwas vor und glaubt den Worten nicht, die Jesus gesagt hat laut diesem Kapitel. Ganz allgemein erleben wir hier das Vorbild von Jesus, dass man demütige Menschen respektieren soll. Das ist bei Menschen von dieser Welt sehr unüblich, aber Jesus hatte über den Hauptmann gestaunt, weil er demütig war. Davor hatte Jesus Respekt, und genau so müssen auch wir auf Leute reagieren, bei denen wir sehen, dass sie sich von Herzen demütig verhalten.
Was uns vielleicht auch noch in Erinnerung bleiben kann, sind die Ermahnungen an die potenziellen Jünger, dass der Messias nie einen Ort hatte, der vergleichbar ist mit den Nestern für Vögel oder den Gruben für Füchse und wo er ruhen konnte, und dass man lieber die Toten ihre Toten begraben lässt, wenn man Jesus nachfolgt, anstatt sich unnötig um die zu kümmern, die den Tod erwählt haben, da sie Unglaube festhalten. Also man soll sich praktisch nicht in weltliche Belange hineinziehen lassen, die einen nichts mehr angehen, wenn man zum Reich der Himmel gehört. Und man soll sich selbst wie einen sehen, der durch die Welt reist, aber keine feste Bleibe im eigentlichen Sinne beanspruchen kann. Wir können uns glücklich schätzen, wenn wir einen festen Wohnsitz haben, wo wir Frieden finden, denn Jesus hatte das bei seiner Verkündigung nicht und rein theoretisch steht es einem in der Nachfolge nicht zu. Darum ist es ein umso größeres Geschenk, an welchem man jedoch niemals klammern sollte. Und ansonsten können wir vielleicht an der Tatsache, dass Jesus während einem aufkommendem Sturm geschlafen hat, die Herzenshaltung lernen, die wir gegenüber Gott entwickeln sollten, nämlich dass wir durch das Halten seiner Gebote einen Grund haben, ihm auch fest zu vertrauen und kein Unheil zu erwarten, sondern damit zu rechnen, dass er uns durch alles hindurchträgt und wir bei Lebensgefahr nur zu ihm rufen müssen, damit er uns Rettung ermöglicht. Auch wenn es im Zweifelsfall bedeuten würde, den Sturm zu bedrohen, damit er still wird. Denn so richtig zur Ruhe kommen kann man eigentlich nur, wenn man damit rechnet, dass Gott seine Gerechten behüten wird in dieser bösen Welt. Wie will einer zur Ruhe kommen, dem Gründe bewusst sind, warum Gott Unheil zulassen könnte im eigenen Leben? So richtig zur Ruhe kommt man erst, wenn man alles gelernt hat, was Gott will, und von sich selbst weiß, dass man sich daran hält.
Und das war nun auch schon alles für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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