Text zu "Bibellehre - Kapitel 9 im Evangelium des Matthäus"
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Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 9 vom Evangelium des Matthäus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Am Ende von Kapitel 8 hatten wir erfahren, dass Jesus in einem Gebiet angekommen war, wo eine heftige Dämonenaustreibung notwendig wurde. Und danach fürchteten sich die ortsansässigen Menschen so sehr, dass sie ihm sagten, er solle aus ihrer Gegend verschwinden. Daran anknüpfend lesen wir nun folgende Worte in den Versen 1 bis 3:
Und er trat in das Schiff, fuhr hinüber und kam in seine Stadt.
Und siehe, da brachten sie einen Gelähmten zu ihm, der auf einer Liegematte lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
Und siehe, etliche der Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert!
Man sieht an Vers 1, dass Jesus die Gegend wirklich verließ, wo er vorher gewesen war, und wieder nach Kapernaum reiste, also in die Stadt, wo er sein Haus hatte. Dann erfahren wir in Vers 2, dass ein Gelähmter zu Jesus gebracht wurde, und Jesus bezeichnete ihn als Sohn und verkündete, dass die Sünden dieses Mannes vergeben sind. Hierbei ist es einerseits erwähnenswert, dass es zur Redensart von Israel dazu gehört, jüngere Männer manchmal mit „Mein Sohn“ anzusprechen und jüngere Frauen manchmal als „Meine Tochter“ anzusprechen, auch wenn es gar keine Mitglieder der eigenen Familie sind. Der Gelähmte war nicht der Sohn von Jesus, also in keiner Weise, weder fleischlich noch geistlich, aber die Redensart hatte Jesus dennoch an sich, dass er ihn als seinen Sohn bezeichnete. Wichtig ist, dass Jesus hier Vergebung aussprechen darf und die Schriftgelehrten dies als eine Lästerung, also als eine böse Rede deuten. Darum will nun Jesus veranschaulichen, dass es in Ordnung ist, wenn auch er Vergebung ausspricht in der Vollmacht, die er von Gott empfing. Denn es steht geschrieben in den Versen 4 bis 8:
Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Böses in euren Herzen?
Was ist denn leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben — sprach er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh heim!
Und er stand auf und ging heim.
Als aber die Volksmenge das sah, verwunderte sie sich und pries Gott, der solche Vollmacht den Menschen gegeben hatte.
Wie man sieht, hatte also die Volksmenge in diesem Augenblick begriffen, dass nicht nur Gott selber Sünden vergibt, sondern die dafür nötige Vollmacht auch an einen anderen austeilen kann. Ob aber auch die Schriftgelehrten das begriffen, weiß ich leider nicht.
Als nächstes werden wir etwas darüber lesen, wie die Berufung eines weiteren Jüngers ablief, der später ein Apostel wurde. Es steht geschrieben in Vers 9:
Und als Jesus von da weiterging, sah er einen Menschen an der Zollstätte sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach.
In den anderen Evangelien wird der besagte Zöllner in diesem Augenblick Levi genannt, aber Matthäus war sein Beiname, und möglicherweise ist eben dieser der Autor des Evangeliums, in dem wir gerade lesen. Auffallen sollte uns hier, dass genau das gleiche Muster erkennbar ist wie bei der Berufung von Simon Petrus und Andreas, und wie bei der Berufung von Jakobus und Johannes. Jesus ruft Matthäus zur persönlichen Nachfolge auf, und Matthäus geht sofort mit. Auch bei ihm gab es kein Zögern, kein Verhandeln wollen und keine intensive Fragerunde. Matthäus wurde zur persönlichen Nachfolge aufgerufen und zeigte sich sofort bereitwillig. Allerdings wird offenbar, dass Matthäus auch unbedingt Jesus zum essen einladen wollte und dass es so geschah. Deshalb lesen wir in den Versen 10 und 11:
Und es geschah, als er in dem Haus zu Tisch saß, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch.
Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?
Wie man sieht, saßen Jesus und seine Jünger mit verwerflich lebenden Menschen am selben Tisch. Die Zöllner waren zutiefst verachtet, weil sie immer eine zu hohe Geldsumme als Zwangsabgabe vom Volk verlangten und den überschüssigen Teil in ihre eigene Tasche steckten. Dadurch hatten sie viel Geld, aber wenig Sympathie bei den Leuten. Ganz allgemein zeugte ihr Verhalten aber von Geldgier und Betrug und war daher tatsächlich Sünde. Auch andere Arten Sünder waren mit Jesus am Tisch. Und der Grund, warum Jesus sich mit diesen Leuten an einen Tisch setzte, wird wohl darin bestanden haben, dass sie Interesse daran bekundeten, was er zu sagen hat. Denn auch denen, die gerade so ziemlich alles falsch machen, muss trotzdem einmal einer sagen, wie es richtig wäre. Aber die Pharisäer, also die erhabenen Menschen, die von allen respektierten religiösen Führungspersönlichkeiten, nehmen an diesem Verhalten Anstoß. Und anstatt Jesus zu konfrontieren, sind sie sogar so frech, dass sie seine Jünger damit belästigen. Wer weiß, vielleicht sind sie sogar eben zu dem Zweck zu den Jüngern gegangen mit dieser Frage, um sie von der Nachfolge abzuziehen, also mit dem Argument, dass die Jünger doch nicht einem so verwerflichen Mann hinterherlaufen sollen, der mit Zöllnern und anderen Sündern Gemeinschaft pflegt.
In den Versen 12 und 13 lesen wir dann:
Jesus aber, als er es hörte, sprach zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Geht aber hin und lernt, was das heißt: »Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer«. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.
Wie man sieht, hat Jesus für seine Jünger reagiert und betont, dass er gekommen ist, um Sünder zur Buße zu bewegen, deswegen saß er auch bei den eindeutig in Sünde lebenden Menschen häufiger als bei den gescheiten Leuten, die immer den Eindruck erwecken, sie würden keine Sünde tun. Es wäre auch eine sehr unbarmherzige Entscheidung, den interessierten Sündern gar nicht erst die Belehrung aus dem Gesetz vorzutragen, nur weil ihr bisheriger Lebensstil es unwahrscheinlich aussehen lässt, dass sie es annehmen. Die Tatsache allein, dass echtes Interesse besteht, ist schon Anlass genug, um alles zu erklären. Man muss keiner sein, der sich erst öffentlich vor der Gruppe niederbeugt und sich selbst demütigt oder der irgendwelche Lobpreisungen für die Schriftgelehrten ruft, bevor man die richtigen Worte hören darf. Und es ist bedauerlich, dass Pharisäer auf eine so unbarmherzige Weise mit dem Volk umspringen, dass sie zu interessierten Menschen gar nicht erst die Worte des Lebens reden würden, wenn diese aus einem sündenbeladenen Hintergrund zu ihnen kommen. Wer alles auf so eine Weise abhandelt, ist nicht wirklich ein Diener Gottes.
Es gab aber in dieser Situation auch noch eine andere Frage zu klären, denn wir lesen in den Versen 14 und 15:
Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer so viel, deine Jünger aber fasten nicht?
Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann werden sie fasten.
Hier wird nicht nur die Wahrheit in einer besonderen Weise offenbar, dass die, welche an Jesus glauben, als Gäste für eine Hochzeit bezeichnet werden, sondern Jesus verkündet bereits seine Anwesenheit auf Erden als einen Grund zum Feiern. Und wer feiert, der fastet nicht. Man muss zwar zugeben, dass Jesus hier eigentlich nur versucht, seine Jünger in Schutz zu nehmen, weil er erkennt, dass sie noch nicht weit genug im Glaube sind, um freiwillig zu fasten, aber dennoch ist die Erwähnung mit den Hochzeitsgästen schon etwas Besonderes. Man muss auch beachten, wie die Jünger von Johannes dem Täufer und die Pharisäer sich besonders viel auf sich selber einbilden, nur weil sie Fastentage haben. Sie gehen sogar davon aus, ein Mensch sei kein echter Gläubiger, solange er das nicht auch selber tut. Und an dieser Stelle wird es verrückt, denn es ist ein sehr verkorkstes Denken. Man kann doch nicht den Glaube nur vom Fasten abhängig machen. Das wäre Unsinn und das ist auch überhaupt nicht vergleichbar mit dem, was Jesus den Menschen beizubringen versucht. Auch in Gottes Gesetz gibt es keine einzige Stelle, die einem Mensch den Glaube oder das Heil abspricht, wenn er sich weigern würde, zu fasten. Da nun Jesus dies erklären will, spricht er ein kurzes Gleichnis, denn es steht geschrieben laut den Versen 16 und 17:
Niemand aber setzt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid, denn der Flicken reißt von dem Kleid, und der Riss wird schlimmer.
Man füllt auch nicht neuen Wein in alte Schläuche, sonst zerreißen die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche verderben; sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche, so bleiben beide miteinander erhalten.
Hier bringt Jesus zum Ausdruck, dass seine Verkündigung, wie unbedeutend das Fasten für die Rettung des Menschen ist, wohl nur auf Taube Ohren stoßen würde. Die Menschen, die an diesem alten Dogma festhalten, man könne nur durch Fasten von Gott anerkannt werden, vertrauen auf etwas, was leicht in die Brüche geht. Sie sind wie Menschen, die sich auf alte Kleidung verlassen und auf alte, brüchige Weinschläuche. Aber wenn man da mit ganz neuem Material etwas reparieren will, werden die Risse dadurch nur schlimmer. Und wenn man dieses Alte für etwas benutzen will, was neu ist, dann zerbricht es daran. Denn die Verfechter des erzwungenen Fastens würden daran zerbrechen, wenn sie nun das Fasten unterlassen würden, da es sich für sie so anfühlen würde, als wäre ihr ganzer Glaube vorbei. Deswegen geht Jesus auch nicht näher darauf ein. Scheinbar müssen die Betroffenen von selbst darauf kommen, um diese Erkenntnis überhaupt zu ertragen.
Jedenfalls wird als nächstes davon berichtet, wie Jesus eine verstorbene Tochter auferweckte und eine geplagte Frau heil werden ließ, die unter einem ständigen Blutfluss zu leiden hatte. Derartiges wird besonders detailreich bei Markus in Kapitel 5 berichtet, und auch bei Lukas in Kapitel 8 steht einiges davon, während es bei Matthäus nur ziemlich kurz angemerkt wird. Und trotzdem lesen wir uns nun den Text von Matthäus durch. Es steht geschrieben in den Versen 18 bis 26:
Und als er dies mit ihnen redete, siehe, da kam ein Vorsteher, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben!
Und Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.
Und siehe, eine Frau, die zwölf Jahre blutflüssig war, trat von hinten herzu und rührte den Saum seines Gewandes an.
Denn sie sagte bei sich selbst: Wenn ich nur sein Gewand anrühre, so bin ich geheilt!
Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter! Dein Glaube hat dich gerettet! Und die Frau war geheilt von jener Stunde an.
Als nun Jesus in das Haus des Vorstehers kam und die Pfeifer und das Getümmel sah,
spricht er zu ihnen: Entfernt euch! Denn das Mädchen ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie lachten ihn aus.
Als aber die Menge hinausgetrieben war, ging er hinein und ergriff ihre Hand; und das Mädchen stand auf.
Und die Nachricht hiervon verbreitete sich in jener ganzen Gegend.
Hier wurde die blutflüssige Frau auch wieder als seine Tochter bezeichnet, weil es einfach eine Redensart ist, die es in Israel gibt, auch wenn diese Frau in keiner Weise die Tochter von Jesus war. Auf jeden Fall setzt diese Frau offensichtlich ihre ganze Hoffnung auf Jesus und rührte ihn an, und es bewirkte tatsächlich die erhoffte Heilung. Auch das Auferwecken der Tochter des Vorstehers funktionierte ohne Probleme, und im letzten Vers wird gesagt, dass sich die Kunde von diesem Ereignis weit verbreitete. Verständlicherweise. Eine Totenauferweckung ist ja wirklich eine seltene von Gott geschenkte Gnade, die kaum einer für möglich hält. Da ist es wohl unvermeidbar, dass sich sowas verbreitet wie ein Lauffeuer, auch wenn man das vielleicht gar nicht wollte.
Jedenfalls steht ein weiterer Heilungsbericht in den Versen 27 bis 30, wo wir folgendes lesen:
Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde nach, die schrien und sprachen: Du Sohn Davids, erbarme dich über uns!
Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus fragte sie: Glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr!
Da rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben!
Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus ermahnte sie ernstlich und sprach: Seht zu, dass es niemand erfährt!
Es fällt auf, dass Jesus hier diese besagten Männer fragt,ob sie glauben, dass er dies tun kann, also dass wirklich Heilung geschieht, wenn er betet und ihnen die Hände auflegt. Dadurch prüfte Jesus wohl, ob eine grundlegende Bereitschaft vorhanden ist, an ihn zu glauben. Und man sieht, dass die Blinden den Glaube an Wunder hatten. Als aber Jesus ihnen laut Vers 30 befahl, niemandem von diesem Wunder zu erzählen, da stellte sich schnell heraus, dass es ihnen an einer noch viel wichtigeren Form des Glaubens mangelte. Denn wir lesen in Vers 31:
Sie aber gingen hinaus und machten ihn in jener ganzen Gegend bekannt.
Das ist sehr peinlich und verheißt nichts Gutes, wenn diese beiden Männer nichtmal die leichtesten Anweisungen befolgen können. Jesus sagt zu ihnen, sie sollen dafür sorgen, dass es niemand erfährt, und das Erste, was sie nach dem Verlassen des Hauses tun, ist, dass sie ihn in der gesamten Gegend bekannt machen. Das ist echt übel. Bei denen wird es wohl nicht allzu lange dauern, bis sie wieder eine Plage empfangen, wenn sie derart eigensinnig leben. Denn wenn sie nichtmal dazu fähig sind, eine ganz leichte Anweisung zu befolgen, wie viel schwerer fällt ihnen dann wohl das Halten der Gebote Gottes? Diese Männer glaubten daran, dass Wunder passieren können, glaubten aber nicht, dass man die Äußerungen von Jesus ernstnehmen muss. Das ist eine Art Glaube, der überhaupt nichts bringt auf Dauer.
Weil nun aber die Kunde von der Heilung breitgetragen wurde, dauerte es natürlich nicht lange, bis der nächste Kandidat ankam, der Heilung wollte. Es war aber kein einzelner Mensch, sondern wir lesen in den Versen 32 bis 34:
Als sie aber hinausgingen, siehe, da brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und besessen war.
Und nachdem der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und die Volksmenge verwunderte sich und sprach: So etwas ist noch nie in Israel gesehen worden!
Die Pharisäer aber sagten: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus!
Wie man sieht, war als nächstes bei jemandem eine Dämonenaustreibung nötig. Ein Mann, der durch eine dämonische Bindung unfähig war zu reden, brauchte Befreiung. Und das Volk war überaus erstaunt, als die Befreiung funktionierte. Und den Pharisäern, also den verehrten religiösen Führungspersönlichkeiten gefiel das gar nicht, daher begannen sie sofort, Jesus zu verlästern, damit das Volk aufhört, zu staunen. Vielleicht kamen sie auch allgemein zu der Ansicht, es würden hier satanische Kräfte benutzt werden, weil manche Dämonen beim Ausfahren sehr laut schreien. Das ist gewiss verunsichernd für nicht gefestigte Gläubige. Aber man kann es leider auch nicht verhindern, dass sie dies tun. Sie tun es halt einfach. Die Tatsache, dass lautes Geschrei von einem Dämon kommt, wenn er ausfahren muss, ist längst kein ausreichender Grund, um dem Beter zu unterstellen, er würde dem Teufel dienen.
Wie wirkte sich nun aber die Tatsache auf den Dienst von Jesus aus, dass die Pharisäer ihn verlästert hatten? Schreckte er deswegen zurück? Das erfahren wir, wenn wir uns den nächsten Vers anschauen, denn in Vers 35 steht:
Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk.
Wo immer Jesus neu an einen Ort kam, den er zuvor noch nicht besucht hatte, verkündigte er also zuerst mal in der Synagoge, und alles andere ergab sich dann wohl wie von selbst. Jesus ließ sich durch nichts davon abbringen, die Aufgaben zu erfüllen, die sein Vater ihm gegeben hatte, ganz unabhängig von den Lästerungen der Autoritäten. Und natürlich wurde die Anzahl an Menschen immer größer, die ihm nachlief, nachdem sie die Wunderzeichen gesehen hatten, die durch seine Gebete geschahen. Diesbezüglich lesen wir auch in den letzten Versen des Kapitels, also in den Versen 36 bis 38:
Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter.
Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende!
Den Vers 36 kann man sich ruhig mal in das eigene Herz fallen lassen. Jesus sieht, wie ermattet und vernachlässigt die am Glaube interessierten Menschen sind, und er hat Mitleid. Es ist ihm nicht egal. Er stellt fest, dass sie an einem gewissen Mangel leiden und es bewegt ihn in seinem Herzen. Wenn das bei Jesus so ist, dann sollte es bei uns auch so sein, denn Jesus ist unser Vorbild. Auch wir sollten in unseren Herzen bewegt sein, wenn wir auf die Menschen schauen und feststellen, dass ihnen etwas mangelt. Auch in uns sollte der Wunsch entstehen, ihren Mangel ausgleichen zu wollen. Denn das ist die Güte, die vom Himmel ist. Und durch Vers 37 und 38 merkt man ja, dass Jesus von dem ermatteten Zustand der Volksmenge so betroffen war, dass er unbedingt etwas tun wollte, um es besser werden zu lassen. Er war an einem Punkt, wo es für ihn allein zu viel wurde. Also mussten auch andere Menschen mit der Vollmacht ausgestattet werden, Krankheiten zu heilen, Dämonen auszutreiben und das Wort der Wahrheit furchtlos ausrufen zu können, damit die Leute Buße tun. Aber Derartiges kann nur auf Befehl des Vaters in die Wege geleitet werden. Deshalb fordert Jesus seine Jünger dazu auf, sie sollen zu Gott beten, dass Gott mehr Arbeiter zur Ernte aussendet, was übersetzt heißt: Gott soll von den Jüngern gebeten werden, Vollmacht auszuteilen für Wunderzeichen und soll mehr Menschen zum Verkündigen losschicken, damit Jesus nicht mehr ganz alleine dasteht mit dieser Aufgabe. Und es ist davon auszugehen, dass diese Gebete auch sehr schnell von Gott gehört und erfüllt wurden.
Und nun haben wir auch schon alles angeschaut, was im neunten Kapitel lesbar ist. Was können wir daraus lernen, und welche wichtigen Lehren nehmen wir uns daraus für unsere eigene Nachfolge mit?
Ich würde sagen, wir lernen besonders durch das Mahl von Jesus und seinen Jüngern am Tisch der Zöllner und Sünder, dass es uns nicht zu interessieren braucht, welchen Ruf jemand hat oder wie sein bisheriger Lebenswandel aussah. Wichtig ist nur, ob die Menschen ein offenes Herz für die Wahrheit haben, und wenn dem so ist, dann können wir uns auch zum Zweck der Verkündigung mit ihnen an einen Tisch setzen, bis ihnen alles offenbar ist, was sie wissen müssen. Wir sollten nicht die von uns weisen, die Interesse an der Verkündigung haben, sondern höchstens die, die so hartherzig und eingebildet sind wie die Pharisäer, die sich stets für was Besseres halten und in keiner Weise lernfähig sind, weil sie meinen, allezeit den Eindruck erwecken zu müssen, dass sie ja sowieso schon alles wissen, was man ihnen zu erklären versucht. Natürlich ist es auch so, wenn Leute uns zum Tun sündiger Dinge überreden wollen würden, dass wir uns dann mit denen ebenfalls nicht an den selben Tisch setzen, sondern ihnen fernbleiben. Wir können nicht mit Menschen Gemeinschaft pflegen, die vor unseren Augen Böses tun oder uns offenkundig ins Unheil ziehen wollen, denn dadurch würde Gott zornig werden über uns. Als Jesus-Nachfolger sucht man Gemeinschaft mit denen, die in Frieden zuhören und auf Sünden verzichten, solange sie die Verkündigung hören. Man könnte auch am selben Tisch sitzen mit denen, die den selben Weg zur Heiligung gehen in der Nachfolge, falls man jemals auf so jemanden aufmerksam werden würde. Aber das dürfte höchst selten der Fall sein, während es hingegen reichlich Heuchler in der Welt gibt.
Ansonsten erkennen wir durch das Gleichnis vom neuen Wein und den neuen Kleidern, wie bereits Jesus durch ein Gleichnis angedeutet hat, dass die Menschen an ihren bereits verinnerlichten Lehren und Lebensweisen klammern werden und es daher fast immer nutzlos wäre, ihnen das zu erzählen, was von Gott ist und nicht aus menschlichen Lehrbüchern. Vielleicht sollten wir das im Hinterkopf behalten, damit wir uns nicht sinnlos abmühen bei dem Versuch, falsch indoktrinierte Menschen über die Wahrheit zu belehren.
Was wir uns aber ganz besonders aus diesem Kapitel mitnehmen sollten, ist wie schon erwähnt das mitleidvolle Herz von Jesus, als er die ermattete und vernachlässigte Volksmenge sah, die auf der Suche nach Gottes unverfälschter Wahrheit und der daraus folgenden Erquickung war. Jesus konnte bei sowas nicht wegschauen, denn es ging ihm nahe. Und genau so sollte auch das Herz eines jeden Jesus-Nachfolgers funktionieren. Natürlich ist es heute vielmehr so, dass die Menschen nicht wirklich ermattet sind, sondern viel mehr abgeneigt und ignorant, da sie lieber ihr eigenes Ding durchziehen und nichts von Gottes Gerechtigkeit wissen wollen. Aber sollten auch wir jemals eine ermatte Menschengruppe treffen, die nach Gott dürstet und begreift, dass er in den Gotteshäusern nicht zu finden ist, und in der Esoterik auch nicht, aber wir kennen die Wahrheit und können sie ihnen sagen, weil wir echte Jesus-Nachfolger sind, dann sollten wir genauso reagieren wie Jesus, der Mitleid hatte und wegen dieser Sache sofort ins Gebet ging, damit Gott Vollmacht zur Verkündigung und zur Befreiung der gläubigen Menschen austeilt.
Das soll nun reichen an Worten über den Inhalt von Kapitel 9.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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