Text zu "Bibellehre - Kapitel 1 im Evangelium des Markus"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 1 vom Evangelium des Markus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Das Evangelium des Markus hat die geringste Anzahl an Kapiteln, denn Markus hat viele Gleichnisse gar nicht erst aufgeführt, außerdem hat er auch belehrende Äußerungen von Jesus in sein Evangelium bei weitem nicht so üppig eingebaut wie etwa Matthäus und Lukas, denn Markus konzentriert sich besonders stark auf die Heilungsgeschichten. Sein Evangelium beginnt sofort mit der Zeit, als Jesus 30 Jahre alt war, und erwähnt auch dabei das Wichtigste nur in Kurzform. Es steht geschrieben in den Versen 1 bis 4:
Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.
Wie geschrieben steht in den Propheten: »Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.«
»Die Stimme eines Rufenden ertönt in der Wüste: Bereitet den Weg des HERRN, macht seine Pfade eben!«
So begann Johannes in der Wüste, taufte und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden.
An diesen Versen erkennen wir, wie die ganze Heilsgeschichte überhaupt erst begonnen hatte. Die Geschichte von Jesus beginnt damit, dass zunächst ein anderer Mann öffentlich auftrat, welcher die Menschen zur Buße rief und sie taufte, und dieser war Johannes der Täufer. Markus hat hier auch zwei Zitate aus dem Alten Testament aufgeführt, welche den Dienst von Johannes dem Täufer im Vorfeld prophezeien, denn die Schriften des Alten Testaments waren ja in jenen Tagen schon lange vorhanden in den Gotteshäusern der Juden. Dadurch, dass Johannes tat, was er nunmal tat, gingen diese Schriftworte in Erfüllung. Und Johannes rief nicht nur Menschen zur Buße, sondern kündigte auch an, dass ein anderer kommen wird, der bedeutsamer ist als er selbst. Dadurch sollte Johannes das Volk für das Auftreten des Messias, also des schon oft von Gott angekündigten Erlösers, möglichst vorbereiten. All diese notwendigen Details über das Auftreten von Johannes dem Täufer finden wir in den Folgeversen, denn wir lesen in den Versen 5 bis 8:
Und es ging zu ihm hinaus das ganze Land Judäa und die Bewohner von Jerusalem, und es wurden von ihm alle im Jordan getauft, die ihre Sünden bekannten.
Johannes aber war bekleidet mit Kamelhaaren und trug einen ledernen Gürtel um seine Lenden, und er aß Heuschrecken und wilden Honig.
Und er verkündigte und sprach: Es kommt einer nach mir, der stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, ihm gebückt seinen Schuhriemen zu lösen.
Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.
An den Versen 7 und 8 sehen wir deutlich, wie berichtet wird, dass Johannes der Täufer das Kommen des Messias ankündigte bzw. wie er es umschrieb. Es waren aber auch sehr viele Menschen aus dem Land zu ihm gekommen, um auf seine Worte zu hören. Das grenzt schon gewissermaßen an ein Wunder, da Johannes der Täufer eigentlich sehr harte Worte predigte, und wenn man darüber genauere Informationen haben will, muss man Kapitel 3 vom Evangelium des Matthäus oder Kapitel 3 vom Evangelium des Lukas durchlesen. Auch die Tatsache, dass Johannes es sich antrainiert hatte, komplett in der Natur zu überleben, da er sich nur von Heuschrecken und wildem Honig ernährte und in einem Gewand aus Kamelhaaren umherlief, war höchst eigenartig, hielt die Menschen aber nicht davon ab, zu ihm zu kommen. Und es waren sehr, sehr viele Menschen, die sich nach und nach alle von ihm taufen ließen, sobald sie Buße getan hatten. Und eines Tages war auch Jesus unter der Menge derer, die getauft werden wollten, denn wir lesen in den Versen 9 bis 11:
Und es geschah in jenen Tagen, dass Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ.
Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er den Himmel zerrissen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabsteigen.
Und eine Stimme ertönte aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!
Dieses übernatürliche Ereignis, das hier beschrieben wird, wurde von Jesus wahrgenommen, und auch von Johannes dem Täufer. Die ganzen anderen anwesenden Menschen aber haben in diesem Moment überhaupt nichts davon mitbekommen, dass da gerade etwas Übernatürliches mit Jesus passiert. Auf jeden Fall hat man hier das deutliche Zeugnis, dass Jesus den Heiligen Geist bekommen hatte. Und das Erste, was danach geschah, war eine Prüfung, die Jesus durchlaufen musste. Auch dies wird von Markus nur kurz angemerkt, denn es steht geschrieben in den Versen 12 und 13:
Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus.
Und er war 40 Tage dort in der Wüste und wurde von dem Satan versucht; und er war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.
Jesus musste also im Vertrauen auf Gott und die Leitung des von Gott ausgeteilten Geistes eine Wanderung durch die Wüste antreten, die vierzig Tage dauerte. Manche bibelkundige Menschen sehen dabei bestimmt eine Parallele zu der vierzigjährigen Wüstenwanderung Israels, aber es hat leider keinen Nutzen für das Wachstum im eigenen Glauben, wenn man sich mit irgendwelchen Parallelen ablenkt. Wichtig ist hier, dass Jesus in dieser Zeit auch vom Satan, welchem die ganze Erde übergeben ist, zur Sünde gereizt wurde. Das Besondere an Jesus, unserem Vorbild, ist aber der Fakt, dass es bei ihm nicht funktionierte, egal wie sehr der Teufel sich auch bemühte. Wenn man diese Tage ein bisschen genauer erzählt bekommen will, muss man Kapitel 4 vom Evangelium des Matthäus oder Kapitel 4 vom Evangelium des Lukas aufschlagen. Was aber hier an dieser kurzen Erwähnung heraus sticht, ist das Detail, dass Jesus logischerweise auch gefährlichen Tieren in der Wüste begegnete, aber die taten ihm nichts. Darüber staunt vielleicht auch der eine oder andere, dass Jesus einfach Raubtieren nahekommen konnte, ohne dass sie ihn verletzen. Als aber alle vierzig Tage beendet waren, da geschah genau das, was auch hier kurz angemerkt wird. Es traten heilige Engel Gottes zu Jesus, um ihn zu versorgen in der Wüste. Vorher aber war Jesus in einem Zustand schweren Mangels und musste trotzdem durchhalten.
Als nächstes schauen wir die Verse 14 und 15 an. Dort steht:
Nachdem aber Johannes gefangen genommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes
und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
Hier bekommt man mal ganz nebenbei und ohne genauere Erklärung die Tatsache vorgesetzt, dass Johannes der Täufer in Gefangenschaft geriet. Das muss man wohl nüchtern zur Kenntnis nehmen, denn es wird erst später aufgelöst, was die Hintergründe waren. Sehr bedeutsam ist aber, dass durch Vers 15 offenbart wird, womit der Verkündigungsdienst von Jesus begann. Man muss bedenken, dass Jesus ins Land Judäa gereist war, zum Jordan-Gebirge, weil dort immer Johannes der Täufer war. Aber Jesus selber wohnte gar nicht im Land Judäa, sondern in Galiläa. Nun ging also Jesus wieder zurück in sein Heimatland und begann dort auszurufen, dass die Zeit erfüllt ist, und dass alle Buße tun und an das Evangelium glauben müssen, weil das Reich Gottes nahe ist. Das Evangelium ist die frohe Botschaft, dass durch die Umkehr zu Gottes Geboten und das Ablassen von allen bösen Taten viel Vergebung geschieht, und dass durch die Belehrung von Jesus und die richtige Taufe der Mensch frei wird von finsteren Belastungen und sogar ewiges Leben erben wird, wenn er auf dem Weg bleibt.
Wenn wir aber hier lesen, dass Jesus darauf aufmerksam machte, wie die Zeit erfüllt ist, dann ist dieses Detail ganz besonders wichtig. Denn es kann ja sein, dass es Menschen gab, die sich gefragt hatten: „Wann kommt der Messias endlich? Warum warten wir solange und es tut sich nichts?“
Und wir sehen hier, dass die Zeit erfüllt werden musste. Damit ist die von Gott höchstpersönlich festgesetzte Zeit gemeint. Die Menschen hingegen können sowas nicht beeinflussen. Die hätten überhaupt nichts tun können, um den Zeitpunkt näher heranzubringen und sie hätten auch nichts tun können, um ihn weiter hinauszuzögern. Das ist bei allem so, was mit dem Messias Gottes zu tun hat, dass keine Menschen, egal wie mächtig sie sind, sowas selber herbeiführen können, weil es unausweichlich nach genau den Zeiten abläuft, die Gott entschieden hat. Man muss es so nehmen, wie es kommt. Da nun aber Jesus anfing, zu verkündigen, hatte das Warten ein Ende. Die große Frage war jedoch besonders in jenen Tagen, wie viele Leute das denn überhaupt glauben würden, jetzt, wo es endlich so weit ist.
Wenn aber Jesus aufruft Buße zu tun, was ja auch Johannes mit denen tat, die getauft werden wollten, dann bedeutet das im Klartext, dass der Mensch sein altes Denken ablegen soll, um neu zu denken und alles neu zu beurteilen. Man soll nicht länger die eigene Lust und die Vorstellung von weltlichem Wohlstand als wertvoll erachten, sondern nur noch die Wünsche Gottes, alles was er geboten hat. Seine Gebote, seine Moral soll zählen, und nicht Menschenwort. Man soll den einzigen Wert darin sehen, dem gerecht sein zu können. Denn wenn man auch furchtbaren Mangel sehen wird in dieser vergänglichen Welt, so ist wenigstens das Wertdenken Gottes tauglich für die Ewigkeit, die besser sein wird als das jetzige Leben für alle, die nach seiner Gerechtigkeit dürsten. Die Moral Gottes unterscheidet sich sehr stark von der Moral, die der Mensch von Natur aus in sich entwickelt. Und doch ist es viel besser, dass man Gottes Werte zu den eigenen Werten macht, als dass man sich alles so zurechtlegt, wie es dem eigenen Gemüt schmeichelt. Jeder Mensch, der Gott nicht liebt, liebt sich selbst und will sich jede Frage des Lebens immer so zurechtlegen, wie es das eigene Herz erfreut. Und das ist es, was man von sich wegnimmt, wenn man Buße tut. Man muss sich eingestehen, dass die eigenen natürlichen Gedankengänge und selbstgebastelten Wertvorstellungen nicht wirklich gut sind und dass es keinen Ewigkeitswert hat, weil die wahre Weisheit bei Gott ist und sonst nirgends. Und deshalb vertraut man sich den Richtlinien Gottes an, des Heiligen Israels, damit die innerlich wahrnehmbare Freiheit möglich wird, nach welcher sich ein nicht unbedeutender Anteil aller Menschen die ganze Zeit lang sehnt. Denn der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs, der allmächtige Schöpfer von Himmel und Erde, schenkt Gutes denen, die ihn lieben und seine Gebote versuchen einzuhalten. So lange aber Menschen keine ernsthafte Buße haben und Gott nicht in Wahrheit suchen, wird jedes sündige Verhalten sie nur immer tiefer in einen geistlich finsteren Abgrund führen.
Das nächste, was von Markus berichtet wird, ist die Art und Weise, wie Jesus seine ersten Jünger berief, die dann auch später Apostel wurden. Was man vielleicht noch vorher erwähnen sollte, ist, dass Jesus zuerst bei seiner Familie in Nazareth gewohnt hatte, aber dann zog er um und wohnte in einem Haus in der Stadt Kapernaum. Und sobald er angekommen war, ging er erstmal am dortigen See spazieren. Wir lesen in den Versen 16 bis 20:
Als er aber am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im See, denn sie waren Fischer.
Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen!
Da verließen sie sogleich ihre Netze und folgten ihm nach.
Und als er von dort ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, die auch im Schiff waren und die Netze flickten.
Und sogleich berief er sie; und sie ließen ihren Vater Zebedäus samt den Tagelöhnern im Schiff und folgten ihm nach.
Was einem hier auffallen sollte, ist das unvergleichliche Maß an Bereitwilligkeit der Männer, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und aus ihrem gewohnten Alltag auszubrechen. All diese Männer waren Fischer. Sie hatten ihr gewohntes Handwerk und ein daraus stammendes Einkommen. Sie hatten ihren festen Beruf und ihre Wohnung und machten sich wahrscheinlich um allerlei Dinge Gedanken, um die sich alle Menschen des Volkes Gedanken machen. Das Geld, die Ernährung, die Familie, das eigene Haus. Und eines Tages sehen sie jemanden am See entlang spazieren, werden von ihm berufen und lassen sofort alles los, was sie kennen, als wäre es nichts. Wie kann das sein? Was ist da los gewesen? Die allermeisten anderen Menschen reagieren ganz anders, wenn sie von Jesus berufen werden. Manche tun so, als hätten sie nichts gehört. Andere wollen erstmal verhandeln bzw. diskutieren. Aber diese vier Männer, über die in diesen Versen berichtet wird, ließen sofort alles stehen und liegen. Ich schätze, es sollte jeder Mensch mal bei sich selbst überlegen, wie da die eigene Reaktion aussieht, wenn die Aufforderung kommt, mit Jesus zu gehen. Wir haben heute nicht den Luxus, Jesus direkt vor uns zu sehen und einfach nur mitgehen zu müssen. Aber wenn wir ihn hätten, würden wir dann auch alles stehen und liegen lassen?
Die vier Männer haben das offensichtlich getan. Vermutlich deshalb, weil ihnen schon klar war, dass Jesus jemand Besonderes ist. Er war aber nicht etwa besonders, weil er sich protzig aufspielte oder reich und berühmt gewesen sei, sondern weil Gott mit ihm ist, während sich Jesus ja stets in Demut übte.
Jesus spazierte aber nicht nur am See entlang, sondern er ging auch in die Synagoge des Ortes, um dort das Evangelium zu verkündigen. Daher lesen wir in Vers 21 und 22:
Und sie begaben sich nach Kapernaum; und er ging am Sabbat sogleich in die Synagoge und lehrte.
Und sie erstaunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.
Dieser Bericht an sich ist schon etwas Besonderes. Die Menschen waren die laschen Predigten der Schriftgelehrten gewohnt, wo es letztlich keinen Unterschied macht, ob man überhaupt zuhört oder doch gedanklich abschweift, und dann kommt Jesus daher, und verkündigt auf eine Weise, die die Menschen ins Staunen versetzt. Es sind sozusagen genau die Worte, die sie hören müssen, aber in ihren Gotteshäusern doch nie hören. Worte, die einen Mensch wirklich retten, wenn er es ernstnimmt.
Es gab bei der Verkündigung von Jesus aber nicht nur betroffene Herzen, sondern auch noch eine Art Reaktion, die völlig unerwartet war. In Vers 23 und 24 lesen wir:
Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist, der schrie
und sprach: Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: Der Heilige Gottes!
Diese Situation hat mit Sicherheit viele Gemeindemitglieder überfordert und teils sogar in Schrecken versetzt. Denn wie sich herausstellte, war dort ein Mensch in der Gruppe, der einen dämonischen Geist in sich hatte, und plötzlich übernimmt der Dämon die Kontrolle und beginnt damit, Jesus anzuschreien und dämlich vollzumotzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das zum Plan für den Tag gehörte. Die Leute saßen nur ganz normal in der Runde und lauschten der Predigt und erwarteten kein Übel, aber dann passiert sowas. Wie nun Jesus auf das Verhalten des bösen Geistes reagierte, der da am Schreien war, lesen wir in den Versen 25 und 26. Dort steht:
Aber Jesus befahl ihm und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!
Da zerrte ihn der unreine Geist hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.
Hier wurde die Situation noch erschreckender. Jesus gebietet dem bösen Geist, auszufahren, und der besessene Mensch wird herumgezerrt, und der Geist schreit laut. Diese Situation hat bestimmt einige der Gemeindemitglieder an ihre nervlichen Grenzen gebracht, denn sie kannten sowas gar nicht. Aber letztlich fuhr der Geist aus und der Mensch war frei.
Es stellt sich vielleicht auch jemand die Frage, wie der Mensch sich überhaupt erst einen bösen Geist zugezogen hatte. Die ganze Erde ist voll von Dämonen, aber die dürfen sich nicht in uns einschleichen, solange sie keine Anrechte dazu haben. Erst wenn ein Mensch in einer Weise gesündigt hat, die für Gott ein Gräuel ist, kann ein böser Geist Macht ausüben. Wenn aber einer völlig gerecht wandelt, so haben die bösen Geister keine Chance, in ihn hineinzukommen. Als Jesus-Nachfolger haben wir ja besonders schnellen Zugang zu Vergebung, aber auch wir sind nur solange sicher, wie wir keine Gräuel verüben und auch nichts Abscheuliches im Herzen haben.
Da nun aber in der Synagoge von Kapernaum eine Dämonenaustreibung vor den Augen der Besucher geschehen war, und zwar zum ersten Mal in ihrem Leben, lesen wir von folgender Reaktion in den Versen 27 und 28:
Und sie erstaunten alle, sodass sie sich untereinander fragten und sprachen: Was ist das? Was für eine neue Lehre ist dies? Mit Vollmacht gebietet er auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm!
Und das Gerücht von ihm verbreitete sich sogleich in das ganze umliegende Gebiet von Galiläa.
Ein bisschen seltsam und gleichzeitig traurig ist hier, dass die Menschen meinten, Jesus würde ihnen eine neue Lehre bringen. Jesus redete ja eigentlich nur das, was man an bestimmten Stellen in Gottes Gesetz nachlesen kann, das Moses überliefert hatte, und in den Prophetenbüchern und Lyrikbüchern des heutigen Alten Testaments. Also eigentlich lehrte Jesus sie das, was schon immer zu gelten hatte, und doch kam es ihnen wie etwas ganz Neues vor. Aber natürlich verbreitete sich die Rede über die Dämonenaustreibung ganz besonders stark. Das war wohl nicht anders zu erwarten.
Jesus schien aber keinen Sinn dahinter zu vermuten, nach der Austreibung noch länger in der Synagoge zu bleiben, daher lesen wir in den Versen 29 bis 31:
Und sogleich verließen sie die Synagoge und gingen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.
Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber danieder, und sogleich sagten sie ihm von ihr.
Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen.
Diese Begebenheit mit der Schwiegermutter von Simon Petrus wird auch bei Matthäus in Kapitel 8 und bei Lukas in Kapitel 5 berichtet, aber jedes Mal mit anderen Details. Im gerade gelesenen Bericht wird gesagt, dass Simon und Andreas von ihrer Schwiegermutter erzählten, und deshalb trat Jesus herzu, richtete sie auf, und das Fieber verließ sie. Also scheinbar durch die Berührung und ein stilles Gebet. Das war nun schon das zweite übernatürliche Ereignis an diesem Tag, und noch lange nicht das Letzte, denn wir lesen in den Versen 32 bis 34:
Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachten sie alle Kranken und Besessenen zu ihm.
Und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt.
Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn.
Wie man sieht, war am Abend die ganze Stadt vor der Tür versammelt. Das ist schon erstaunlich, und es wird wohl das Ergebnis der Austreibung gewesen sein, die sich rumgesprochen hatte. Nun hatten viele Leute Kranke dabei, die geheilt werden sollten, und Jesus kümmerte sich darum. Das muss bestimmt ein anstrengender Abend gewesen sein. Aber wenn man sich hier mal vor Augen hält, dass praktisch die Kranken aus der gesamten Stadt Heilung erfuhren, dann sollte hinterher das Lob für den Gott Israels und die Buße bezüglich der Verkehrtheit des bisherigen Wandels vieler Menschen auch entsprechend groß sein. Denn es gibt ja nun wirklich keinen besseren Anlass, sich Gott unterzuordnen, als die großen Wunder erlebt zu haben, die durch die mächtige Hand Gottes getan wurden in der Nähe von Jesus.
Jedenfalls muss man wohl davon ausgehen, dass die ganze Stadtbevölkerung beim Haus blieb, bis sie dann doch zu müde wurden und sich alle schlafen legten. Weiterhin lesen wir in Vers 35:
Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete dort.
Dieses Verhalten von Jesus darf man sich bei ihm als Standard vorstellen. Jesus war den ganzen vergangenen Tag von Menschenmengen umgeben, und wenn es nun etwas gab, was er brauchte und woran es ihm mangelte, dann ist es wohl der Kontakt zu Gott. Denn während reichlich Leute den Fehler machen, Gott zu vernachlässigen um der Menschen willen, von denen sie umgeben sind, will Jesus lieber ein bisschen Abstand von den Menschen halten, um Gott nahe zu sein. Das geht aber natürlich schlecht, wenn die ganze Stadt vor der Tür versammelt ist. Und darum stand Jesus besonders früh auf, als viele noch schliefen, und zog sich an einen einsamen Ort zurück. Das war ja die einzige Möglichkeit, wie er überhaupt noch in Ruhe beten konnte. Die Menschen würden nämlich mit Gewissheit nichts Anderes tun, als ihn auch am nächsten Morgen wieder zu suchen, sobald sie aufgestanden sind. Hauptsächlich wegen den Wunderzeichen. Und wenn ihr glaubt, meine Worte wären übertrieben, dann schaut mal, was geschrieben steht in den Versen 36 bis 38! Wir lesen dort:
Und es folgten ihm Simon und die, welche bei ihm waren;
und als sie ihn gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich!
Und er spricht zu ihnen: Lasst uns in die umliegenden Orte gehen, damit ich auch dort verkündige; denn dazu bin ich gekommen!
Jeder Mensch aus dem Ort hatte Jesus gesucht. Wenn Jesus also im Haus geblieben wäre, hätte er keine einzige freie Minute für Gott gefunden. Man sieht aber auch, dass Jesus auf Reisen gehen wollte bzw. musste, weil es nicht genug sein würde, wenn es nur eine einzige Stadt auf Erden gibt, wo die Stadtbevölkerung einen Mann Gottes in der Mitte hat, durch dessen Gebet großartige Dinge geschehen und der die Worte der Wahrheit verkündigt. In Vers 39 lesen wir dann noch:
Und er verkündigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus.
Dieser Vers bezeugt, dass Jesus viel umherreiste im Land Galiläa, und scheinbar war die Synagoge in Kapernaum nicht die einzige geblieben, in welcher Jesus Dämonen austreiben musste.
Es gab auch eine Wunderheilung, deren Ablauf etwas Besonderes an sich hat, und darum wird diese im letzten Abschnitt des Kapitels erwähnt. In den Versen 40 bis 42 lesen wir folgendes:
Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen!
Da erbarmte sich Jesus über ihn, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt!
Und während er redete, wich der Aussatz sogleich von ihm, und er wurde rein.
Den Mann mit einer schlimmen Hautkrankheit anzurühren würde bedeuten, dass Jesus selber gemäß Gottes Gesetz als unrein gilt, bis er sich vollständig im Wasser gewaschen hat und es danach Abend wurde. Aber das wollte Jesus lieber ertragen, als den geplagten Mann zu verscheuchen, und darum rührte er ihn an, und der Mann wurde gesund. Das ist schon eine große Barmherzigkeit, dass Jesus lieber auf den Zustand der körperlichen Reinheit verzichtet, als die leidenden Menschen in ihrem Elend zurückzulassen. Körperliche Unreinheit an der Haut führt ja niemanden in die Hölle, aber es hemmt die Nähe Gottes, solange man die Unreinheit an sich hat.
Da nun aber der Mann geheilt war, gab Jesus ihm eine Anweisung, die im Vergleich zu Gottes ganzem Gesetz noch sehr leicht einzuhalten ist. Wir lesen in Vers 43 und 44:
Und er ermahnte ihn ernstlich und schickte ihn sogleich fort
und sprach zu ihm: Hab Acht, sage niemand etwas; sondern geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Moses befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
Abgesehen davon, dass der Mann gesetzestreu handeln sollte, gab Jesus hier die Anweisung, der Mann soll niemandem etwas sagen von dem geschehenen Wunder. Und nun überprüfen wir mal, ob der Mann sich dazu tauglich erwies, wenigstens diese einfache Anweisung zu befolgen. Es steht geschrieben in Vers 45:
Er aber ging und fing an, es vielfach zu verkündigen, und breitete die Sache überall aus, sodass Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einsamen Orten; und sie kamen von allen Seiten zu ihm.
Wie wir sehen, hat also dieser Mann es nichtmal auf die Reihe bekommen, diese eine Anweisung von Jesus zu befolgen, sondern er hat das exakte Gegenteil getan. Was soll nur aus solch einem Mann werden? Ihm wird etwas gesagt, und er verstößt sofort dagegen in ausgiebiger Weise. Da kann man sich nicht wirklich Hoffnung machen, dass dieser Mensch jemals Rettung findet für die Ewigkeit. Und Jesus hatte ja auch vorher schon genug Leute hinter sich her laufen, aber durch das Verhalten des ehemals Aussätzigen wurde es noch heftiger. Schaut euch mal selbst an, was der Vers berichtet! Sie kamen von allen Seiten zu ihm. Könnt ihr euch das vorstellen, wie das war? Ich sage euch: Selbst die, die sich freuen, wenn sie im Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit stehen und viele Fans haben, hätten da nach ein paar Tagen genug von diesem Zustand. Aber vermeiden ließ es sich nicht wirklich. Besonders, da Jesus ja den gottgegebenen Auftrag hatte, vor allen Menschen Israels das Evangelium zu verkündigen.
Und nun sind wir am Ende des Kapitels angekommen. Was lernen wir nun daraus, und was können wir uns besonders für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Lernen können wir eigentlich nur, dass Jesus nach dem Ereignis in Kapernaum, also nach der ersten Dämonenaustreibung, ziemlich schnell bekannt wurde. Das verbreitete sich unaufhaltsam in kürzester Zeit, mit allen dazugehörigen Konsequenzen. Und für unsere eigene Nachfolge sollten wir uns besonders den Fakt mitnehmen, dass Jesus aktiv Zeiten zum Beten suchte, auch wenn noch so viele Menschen an ihm hingen. Und wenn er auch übertrieben zeitig dazu aufstehen musste – Hauptsache, der Kontakt zu Gott rostet nicht ein! Jesus suchte einsame Orte, wohin die Leute vielleicht auch nicht allzu bald finden, um Zeit für Gott zu haben. Denn in der Mitte der Menschenmassen kann man nicht aufrichtig zu Gott beten, weil man ständig von den Mitmenschen abgelenkt ist. Dies sollte uns eine Ermahnung sein, und wir sollten das Vorbild nicht übersehen, das Jesus gibt, indem er Zeit zum Beten finden will und dazu bewusst das Weite sucht, eine Zeit lang. Darüber hinaus sollte es uns bewusst werden, dass wir manchmal vielleicht auch etwas mit Jesus erleben, was jetzt nicht unbedingt jeder erfahren soll. Denn so ist es ja mit dem Aussätzigen gewesen, der von Jesus angerührt wurde und Heilung erfuhr. Wenn wir mit Jesus etwas erleben, was wir niemandem sagen sollen, dann ist es wirklich besser, solch eine Anweisung zu befolgen, anstatt wie der eigensinnige Mann hinzugehen und allen Leuten lauthals davon zu erzählen.
Das war soweit alles für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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