Text zu "Bibellehre - Kapitel 10 im Evangelium des Markus"

Link zum Video: https://youtu.be/aMFS47HnrbY

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 10 vom Evangelium des Markus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Als erstes werden wir in diesem Kapitel die Situation vorfinden, dass sich erneut eine Volksmenge zu Jesus sammelt und die religiösen Lehrer, die hohes Ansehen im Volk haben, eine weitere Diskussion mit Jesus beginnen, um ihn möglichst stark anzufechten. Es steht geschrieben in den Versen 1 und 2:

Und er brach auf von dort und kam durch das Land jenseits des Jordan in das Gebiet von Judäa. Und wieder kamen die Volksmengen zu ihm, und er lehrte sie wieder, wie er es gewohnt war. 
Und die Pharisäer traten herzu und fragten ihn, um ihn zu versuchen: Ist es einem Mann erlaubt, seine Frau zu entlassen? 

Jesus hatte schonmal verkündigt, dass Ehebruch bereits an dem Punkt losgeht, wo man aus einem eigentlich lächerlichen Grund eine Scheidung vollzieht. Und die Pharisäer versuchen hier, ihn wegen dieser Lehre als einen Gesetzlosen hinzustellen, weil es in Gottes Gesetz eine Stelle gibt, wo ein Scheidebrief erwähnt wird. Deshalb stellen sie mit eiskalter Berechnung die Frage danach, ob Ehescheidung erlaubt ist. Sehr bemerkenswert ist, welche Worte Jesus zuerst laut Markus darauf geantwortet hat, denn wir lesen in Vers 3:

Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was hat euch Moses geboten? 

Jesus fordert sie also dazu auf, das Gesetz zu berücksichtigen, weil er ja die Menschen von Israel darüber belehrt, wie das Gesetz richtig eingehalten werden kann. Daher stellt er sofort die Frage, was Moses darüber sagte. Weiter lesen wir in Vers 4:

Sie sprachen: Moses hat erlaubt, einen Scheidebrief zu schreiben und seine Frau zu entlassen. 

Grundsätzlich ist es richtig, dass es im fünften Buch Mose eine Stelle gibt, die von einem Scheidebrief redet und man daraus schließen kann, dass Scheidungen möglich sind. Das muss aber nicht zwangsläufig heißen, dass sie gut sind. Und doch steht es auf den ersten Blick ein bisschen im Widerspruch zu der Belehrung, die Jesus um Gottes willen verkündigt. Jesus hat den Leuten beigebracht, dass Scheidungen eine schlechte Sache sind, aber die Pharisäer können es mit der heiligen Schrift anfechten. Da sieht nun Jesus fast schon so aus, als würde er gegen Gottes Gesetz reden, und das wäre echt übel. Wir werden aber sehen, dass Jesus noch genauer erklärte, wie die Dinge sich verhalten, denn es steht geschrieben in Vers 5 bis 9:

Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wegen der Härte eures Herzens hat er euch dieses Gebot geschrieben. 
Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau erschaffen. 
»Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen; 
und die zwei werden ein Fleisch sein.« So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. 
Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden! 

Hier betont also Jesus, dass die Menschen nicht einfach auseinanderreißen sollen, was Gott zusammengebracht hat durch die Ehe. Und Jesus erläuterte das alles auch nochmal deutlich vor seinen Jüngern, denn wir lesen in den Versen 10 bis 12:

Und seine Jünger fragten ihn zu Hause nochmals darüber. 
Und er sprach zu ihnen: Wer seine Frau entlässt und eine andere heiratet, der bricht die Ehe ihr gegenüber. 
Und wenn eine Frau ihren Mann entlässt und sich mit einem anderen verheiratet, so bricht sie die Ehe.

Diese Worte kann man einfach als Belehrung von Jesus so annehmen, wie sie da stehen. Es sind keine weiteren Erklärungen nötig.
In den nächsten Versen wird die Situation berichtet, das einige Kinder zu Jesus gebracht wurden, weil er sie segnen sollte. Es steht geschrieben in den Versen 13 bis 16:

Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre; die Jünger aber tadelten die, welche sie brachten. 
Als das Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes! 
Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen! 
Und er nahm sie auf die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Aus diesen Versen können wohl die Erwachsenen das meiste lernen. Wir sollen das Reich Gottes annehmen wie die Kinder, also ohne ständiges Zweifeln und auch ohne Hochmut. Denn man muss stark davon ausgehen, dass die Apostel keine geistlich wertvollen Tadel gaben, sondern dass die zu Jesus gebrachten Kinder ein stilles und zurückhaltendes Wesen hatten – und das passte den Aposteln nicht, weil sie es von diese Welt gewöhnt sind, dass man stark sein muss und dass die Knaben lebhaft und zäh sein müssen, um Eindruck zu schinden. Das war ihre eigene Idealvorstellung, da sie ja auch selber echte Kerle sein wollten und sozusagen im Willen des Mannes lebten, anstatt aus Gott zu leben. Aber Jesus wurde offensichtlich sehr schnell unwillig über diese sinnlose Denkweise der Apostel, weil dieses Denken aus dem Fleisch kommt.

Eine andere Situation wird ab Vers 17 berichtet. Dort lesen wir:

Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu erben? 

Jesus wird hier also als guter Meister bezeichnet, und er wird gefragt, wie man ewiges Leben erbt. Das Erste, was Jesus dazu zu sagen hat, steht in Vers 18. Wir lesen folgendes:

Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein! 

Wie man sieht, protestiert Jesus erstmal dagegen, dass er als gut bezeichnet wird. Denn es ist ja niemand gut, außer Gott, also warum sollte Jesus sich das gefallen lassen, wenn ihn jemand gut nennt? Er hat sich mit seiner Frage dagegen ausgesprochen. Darüber hinaus sagt er aber auch noch folgendes laut Vers 19:

Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Du sollst nicht rauben! Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!«

Jesus spielt also darauf an, dass man die Gebote Gottes halten muss, um ewiges Leben zu erben, und er beginnt auch mit einer kurzen Aufzählung, welche aber natürlich noch lange nicht vollständig ist. Vieles davon stammt übrigens aus den heiligen zehn Geboten. Nun wollen wir aber mal schauen, wie der Fragesteller darauf reagierte! In Vers 20 heißt es:

Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, das alles habe ich gehalten von meiner Jugend an. 

Der Mensch sagt also von sich selbst, er würde die Gebote bereits halten, besonders die gerade gehörten. Nun ist es wohlgemerkt ein Unterschied, ob einer das nur so leichtfertig dahin sagt, oder ob er es tatsächlich behaupten kann, weil er entsprechend wandelt. Aber es macht sich bemerkbar, dass dieser Mensch aufrichtig redet, denn folgendes lesen wir in Vers 21:

Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir! Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach! 

Man sieht hier, dass Jesus diesen Mensch zuerst anblickte. Das war ein prüfender Blick, um abzuschätzen, ob der Mensch wirklich einer ist, der die genannten Gebote schon hält. Und dann gewann Jesus ihn lieb, weil Jesus erkannte, dass dieser Mensch aufrichtig redet, wenn er zu verstehen gibt, dass er schon lange die Gebote beherzigt. Denn das ist ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung. Allerdings hat Jesus auch gesagt, dass dem Mensch noch etwas fehlt, nämlich das Aufgeben des weltlichen Besitzes und die persönliche Nachfolge, die sogar bis ans Kreuz führen könnte. Die Reaktion des Menschen lesen wir in Vers 22. Dort steht:

Er aber wurde traurig über dieses Wort und ging betrübt davon; denn er hatte viele Güter. 

Obwohl also diese ganze Sache ziemlich hoffnungsvoll begonnen hatte, ging der Mensch nun betrübt davon, weil ihm seine Güter viel bedeuteten. Das ist schon erschreckend. Dieser Mensch büßt ewiges Leben ein, weil er das Verderbliche liebt, das jederzeit gestohlen oder von Rost zerfressen werden kann. Und Jesus äußert deswegen eine umso schwerere Ermahnung, denn wir lesen in den Versen 23 bis 27:

Da blickte Jesus umher und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes eingehen! 
Die Jünger aber erstaunten über seine Worte. Da begann Jesus wiederum und sprach zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es für die, welche ihr Vertrauen auf Reichtum setzen, in das Reich Gottes hineinzukommen! 
Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt. 
Sie aber entsetzten sich sehr und sprachen untereinander: Wer kann dann überhaupt errettet werden?
Jesus aber blickte sie an und sprach: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott! Denn bei Gott sind alle Dinge möglich.

Als Jesus den Spruch mit dem Kamel und dem Nadelöhr sagte, waren die Menschen völlig entsetzt und fragten, wer dann überhaupt gerettet werden kann. Denn das Nadelöhr war damals eine winzig kleine Tür an der Stadtmauer, direkt neben dem großen Stadttor. Durch das Nadelöhr musste man gehen, wenn man in der Nacht ankommt, damit man überhaupt in die Stadt rein darf. Ich habe diese Sache schon in einem älteren Video auf diesem Kanal genauer erklärt, in welchem dargelegt wird, dass echte Christen niemals Reichtum suchen.
Wir sehen jedenfalls an den Worten von Jesus, dass Reichtum ein echtes Hindernis ist. Darum sollen wir alles loswerden, was wir besitzen, wenn es eindeutig überflüssig ist. Falls möglich, sollten wir es zu Geld machen und damit die Armen versorgen, anstatt an überflüssigem Besitz zu klammern. Und auch bei den Dingen, die wir besitzen und regelmäßig brauchen, darf es uns keinerlei Trauer bereiten, wenn wir diese verlieren würden. Es wäre unklug, hier in dieser Welt irgendwas unbedingt festhalten zu wollen, denn die jetzige Welt ist überhaupt nicht für die Ewigkeit bestimmt.

Allerdings will nun Petrus natürlich wissen, da er und die sonstigen Apostel ja schon alles zurückgelassen hatten, was sie in der Welt besaßen, ob sich das am Ende überhaupt auszahlt. Und deswegen lesen wir in den Versen 28 bis 31:

Da begann Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt!
Jesus aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen, 
der nicht hundertfältig empfängt, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker unter Verfolgungen, und in der zukünftigen Weltzeit ewiges Leben. 
Aber viele von den Ersten werden Letzte sein und die Letzten Erste.

Die Jünger können also dadurch, dass nach der Himmelfahrt Gemeinden entstehen werden, in denen die Menschen alles gemeinsam haben, in gewisser Weise neue Geschwister und Häuser und Äcker haben in dieser Welt, auch wenn nichts davon wirklich einem selbst gehört. Der wichtigste Lohn ist aber wirklich das ewige Leben. Und im Evangelium des Matthäus in Kapitel 20 gibt es ein Gleichnis, welches näher erklärt, was damit gemeint ist, wenn die Letzten die Ersten sein werden und die Ersten die Letzten. Denn mit diesem Spruch ist gemeint, dass die, welche wenig arbeiten konnten und wenig abzugeben hatten, weil sie bereits vor dem Antreten der Nachfolge in ärmlichen Verhältnissen lebten, im Reich der Himmel genau den gleichen großartigen Lohn bekommen werden wie die, die meinen könnten, sie hätten aufgrund ihrer ausgiebigen Investitionen ein besonderes Vorrecht.

Als nächstes wird berichtet, wie Jesus zum mindestens dritten Mal ankündigte, was Schlimmes mit ihm passieren wird, aber dass er auch danach aufersteht aus den Toten. Wir lesen in den Versen 32 bis 34:

Sie waren aber auf dem Weg und zogen hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran, und sie entsetzten sich und folgten ihm mit Bangen. Da nahm er die Zwölf nochmals beiseite und fing an, ihnen zu sagen, was mit ihm geschehen werde: 
Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den obersten Priestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und ihn den Heiden ausliefern; 
und sie werden ihn verspotten und geißeln und anspucken und ihn töten; und am dritten Tag wird er wiederauferstehen.

An der ganzen Art und Weise, wie Jesus den Aposteln voranging, war vermutlich offensichtlich, dass ihn im Herzen etwas sehr bedrückt und dass er unterwegs ist, um in eine echt üble Situation hineinzugehen. Vermutlich war Jesus ruheloser als man ihn sonst kannte, und die Apostel gerieten bereits deswegen in ein gewisses Entsetzen.
Vielleicht erinnert sich aber manch einer, dass Jesus gemäß Kapitel 9 schonmal den Versuch unternommen hatte, seinen Aposteln Demut beizubringen und sie dahin zu leiten, dass der, welcher unter ihnen als Größter gelten will, so wandeln soll wieder Kleinste. Und wir werden in den nächsten Versen die ernüchternde Entdeckung machen, dass absolut gar nichts davon bei den Aposteln in die Herzen gefallen war, schon gar nicht bei den Brüdern Jakobus und Johannes. Es steht geschrieben in den Versen 35 bis 37:

Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sprachen: Meister, wir wünschen, dass du uns gewährst, um was wir bitten! 
Und er sprach zu ihnen: Was wünscht ihr, dass ich euch tun soll? 
Sie sprachen zu ihm: Gewähre uns, dass wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen dürfen in deiner Herrlichkeit! 

Obwohl also Jesus sein Bestes tat, um Demut zu lehren, treten nun ernsthaft zwei Apostel zu ihm und fordern Sonderrechte ein vor allen anderen aus der Gruppe. Jesus geht aber stärker auf das Anliegen ein als auf den gerade offenbar werdenden Unglaube, denn wir lesen in den Versen 38 bis 41:

Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde? 
Und sie sprachen zu ihm: Wir können es! Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde; 
aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu verleihen, steht nicht mir zu, sondern es wird denen zuteil, denen es bereitet ist. 
Und als die Zehn es hörten, fingen sie an, über Jakobus und Johannes unwillig zu werden. 

Die spezielle Taufe, von der Jesus hier redet, ist der Tod am Kreuz. Das ist auch der Kelch, den Gott ihm gibt, das es von ihm erwartet wird, dies absichtlich auf sich zu nehmen. Jesus weigert sich aber, hier irgendein verbindliches Versprechen an Jakobus und Johannes abzugeben. Und die anderen Apostel werden natürlich unwillig, also sie konnten es nicht einfach hinnehmen, was Jakobus und Johannes da begehrt hatten und es frustrierte sie. Das Ärgerliche daran ist, dass die anderen zehn Apostel nicht etwa unwillig waren, weil sie selber in Demut wandelten und Jakobus und Johannes nun die einzigen beiden aus der Gruppe wären, die den Wert von Demut nicht begreifen wollten, sondern sie waren unwillig, weil sie selber auch lieber an erster Stelle stehen und mit Jesus auf dem Thron sitzen wollten, damit sie Ehre haben und besser dastehen als der Rest. Das ist definitiv nicht die richtige Herzenshaltung.
Und da nun offensichtlich ist, dass es überhaupt kein Verständnis in der Gruppe darüber gibt, wie bedeutsam bewusste Selbsterniedrigung ist, um dem himmlischen Denken näher zu kommen, muss Jesus sich ein weiteres Mal darum bemühen, diese Sache zu verdeutlichen. Deshalb lesen wir in den Versen 42 bis 45:

Aber Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass diejenigen, welche als Herrscher der Heidenvölker gelten, sie unterdrücken, und dass ihre Großen Gewalt über sie ausüben. 
Unter euch aber soll es nicht so sein, sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener,
und wer von euch der Erste werden will, der sei aller Knecht. 
Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.

Hierbei ist es wichtig zu bemerken, dass Jesus ja die ganze Zeit das Vorbild gibt. Er selber will sich doch auch nicht hervortun gegenüber allen anderen. Er hat noch nie zu irgendeinem der Apostel gesagt: „Rede gefälligst respektvoll mit mir und füge dich!“, sondern Jesus hat alles einfach so passieren lassen, wie es nunmal passierte, auch wenn die Jünger vielleicht mal einen Moment hatten, wo sie ihm keine Ehrfurcht erwiesen. Da hat Jesus sich nie dazu hinreißen lassen, die Apostel verbal niederzumachen und eine anständige Unterordnung zu verlangen, sondern er hat immer nur dem Willen Gottes gemäß geredet, dem er auch selbst untersteht. Und er ist nicht auf der Erde, um die Leute sich selbst zu unterwerfen, sondern um sich selber hinzugeben für die Menschen als Lösegeld. Ein solches Vorbild gibt er, und trotzdem meint jeder aus der Gruppe, man müsse mit aller Kraft darum ringen, als der Beste von allen Zwölf anerkannt zu werden und sich über den Rest erheben zu können. Das ist an sich unbegreiflich. Es zeigt wohl, dass Jesus nicht wirklich als ein echtes Vorbild wahrgenommen wurde von den Jüngern, obwohl sie ihm doch die ganze Zeit hinterherliefen. 

Im letzten Abschnitt lesen wir noch von einem Wunderzeichen an dem Mann Bartimäus, welcher ein Blinder war. Und obwohl er blind war, hatte er doch erkannt, dass Jesus der Messias ist. Da könnte man also sagen, dass er auf eine andere Art sehend war, die am Ende des Tages sogar viel wichtiger ist als zwei gesunde Augen im Kopf. Denn die fleischernen Augen benutzt man, um alles Mögliche anzuschauen, was hier in dieser vergänglichen Welt ist, aber nichts davon wird ewig bestehen. Wer hingegen mit den Augen des Herzens erkennt, wie wichtig und wie erstaunlich Jesus ist, dem ist der Weg zur Ewigkeit eröffnet. 
Jedenfalls steht geschrieben in den Versen 46 bis 52:

Und sie kommen nach Jericho. Und als er von Jericho auszog samt seinen Jüngern und einer großen Volksmenge, saß ein Sohn des Timäus, Bartimäus der Blinde, am Weg und bettelte. 
Und als er hörte, dass es Jesus, der Nazarener, war, begann er zu rufen und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich über mich! 
Und es geboten ihm viele, er solle schweigen; er aber rief noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich über mich! 
Und Jesus stand still und ließ ihn zu sich rufen. Da riefen sie den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf; er ruft dich! 
Er aber warf seinen Mantel ab, stand auf und kam zu Jesus. 
Und Jesus begann und sprach zu ihm: Was willst du, dass ich dir tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde! 
Da sprach Jesus zu ihm: Geh hin; dein Glaube hat dich gerettet! Und sogleich wurde er sehend und folgte Jesus nach auf dem Weg.

Bemerkenswert ist, dass Bartimäus nicht locker gelassen hat. Die Menschen von dieser Welt sagten ihm, er solle schweigen, aber er rief weiter nach Jesus, ganz unbeeindruckt von dem Gemecker der Leute. Und als Jesus ihn rief, warf Bartimäus seinen Mantel ab, also den einzigen weltlich wertvollen Besitz, den er hatte. Das ist schon ein ziemliches Anzeichen von völliger Hingabe. Er war bereit, alles wegzuwerfen für Jesus. Darum konnte seine Blindheit auch geheilt werden, weil er Jesus sehr ernstnahm, wie man sieht.

Und nun sind wir auch bei diesem Kapitel am Ende angekommen.
Was lernen wir nun daraus,und was können wir uns besonders für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Zweifellos lernt man, wie bedeutsam die Ehe vor Gottes Angesicht ist, und man lernt auch ein weiteres Mal die Demut, die Jesus gebietet. Diese hatten die Apostel Jakobus und Johannes in jenen Tagen offenbar überhaupt nicht. Wenn wir aber Jesus nachfolgen, sollten wir am besten gar nicht erst irgendwelche verbindlichen Festlegungen erwarten, ob einer von uns zusammen mit Jesus auf dessen Thron sitzen darf, sobald Jesus einen eigenen Thron haben wird. Man muss sich völlig damit abfinden, dass kein Mensch sich dies aussuchen darf. 
Ebenso ist es auch wichtig, dass wir nicht in die Fallstricke geraten, in die der Mensch geraten war, welcher Jesus danach fragte, wie man ewiges Leben erbt. Dabei meine ich nun nicht unbedingt die Tatsache, dass Jesus nicht „gut“ genannt werden will, sondern in erster Linie sollte man sich überlegen, wie eigentlich das eigene Herz eingestellt ist gegenüber der gesamten, unverkürzten Lehre von Jesus und aus welchem Beweggrund man Gebote einhalten will. Der Mensch aus der Erzählung macht den Eindruck, als würde er die zuerst genannten Gebote nur deshalb gehalten haben, um Gefallen an sich selber haben zu können, weil er sich toll dabei vorkommt, wenn er moralisch besser handelt als die meisten anderen, denn dabei empfindet er sich als wertvolles Wesen. Aber sobald ein Gebot genannt wird, bei dem er sich nicht wohlfühlt, ist dann plötzlich der Glaube bei null. Das ist eine Sache, die bei jedem echten Jesus-Nachfolger und jeder echten Jesus-Nachfolgerin nicht vorkommen soll. Man darf niemals nur diejenigen Gebote raussuchen, in denen man sich allgemein wohlfühlt, und den Rest verwerfen. Dadurch würde man niemals die Gerechtigkeit bewahren können, die man durch die Taufe erlangt und dann möglichst behalten soll, indem man anfängt, nur noch Gottes Wille zu suchen und nicht mehr die Eigensinnigkeit. Es ist ganz egal, wie viele von uns bisher verdrängte Gebote Jesus einige Zeit später vielleicht doch von uns erwartet, weil wir anfangen sollen, auch diese einzuhalten. Wenn er es sagt, dann sollten wir um der Liebe willen auch anfangen, dies zu berücksichtigen. Und dabei meine ich die Liebe zu ihm und zu seinem Gott, der sein Vater ist und auch für uns ein Vater wird, wenn wir Jesus ähnlich sein wollen.

Das war soweit alles für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein.

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