Text zu "Bibellehre - Kapitel 15 im Evangelium des Markus"

Link zum Video: https://youtu.be/62F9vUJ4eL0

Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!

Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 15 vom Evangelium des Markus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.

Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.

Wir können durch dieses Kapitel in Erfahrung bringen, was Markus alles für Dinge berichtet über das Leiden und den Tod von Jesus Christus. In den Versen 1 bis 5 liest man folgende Worte:

Und gleich in der Frühe fassten die obersten Priester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluss und führten Jesus gebunden hin und lieferten ihn dem Pilatus aus. 
Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es! 
Und die obersten Priester brachten viele Anklagen gegen ihn vor. Er aber antwortete ihnen nichts. 
Pilatus aber fragte ihn wieder und sprach: Antwortest du nichts? Sieh, wie viele Dinge sie gegen dich aussagen! 
Jesus aber antwortete nichts mehr, sodass sich Pilatus verwunderte.

Wie man sieht, hat Jesus sich dazu bekannt, der König der Juden zu sein. Allerdings schien der Statthalter Pilatus da jetzt gar keinen allzu großen Anstoß dran zu nehmen. Und die religiösen Autoritäten gaben sich alle Mühe, Jesus zum Verbrecher zu erklären, damit der Statthalter eine möglichst negative Meinung über Jesus bekommt und ihn umso gnadenloser anschaut. Aber Pilatus war eigentlich nur verwundert, besonders weil Jesus zu all den Anklagen gar nichts zu sagen hatte. Das waren die Anklagen aber auch gar nicht wert. Sie verdienten keinen Kommentar. Sie waren so offensichtlich an den Haaren herbeigezogen in vielen Punkten, dass man eigentlich nichts Klügeres tun konnte, als zu schweigen und den Rest sich selbst zu überlassen.

Nun ist es aber auch so, dass Jesus sehr viel Gutes im Volk bewirkt hatte dank Gottes Gnade, weil Gott immer die Gebete von Jesus erhörte, denn Jesus betete so, wie es Gott gefiel und lebte ja auch völlig gottesfürchtig. Es waren durch Jesus viele Menschen von Finsternis befreit worden. Und das Volk war nicht nur zu einem bedeutenden Teil Zeuge, wie Jesus in Gefangenschaft gekommen war, sondern sie versammelten sich an diesem Tag in großer Zahl vor Pilatus, um eine Tradition zu begehen, die er ihnen gewährt hatte. Er hatte ihnen nämlich, weil das Passahfest ein so wichtiges Fest ist, die Erlaubnis aus lauter Herzensgüte gegeben, dass sie sich einen von den Gefangenen aussuchen dürfen, jedes Mal am Passahfest, der dann von Pilatus bedingungslos freigelassen wurde. Das wäre nun für das Volk die ideale Gelegenheit gewesen, Jesus zu retten aus den Fängen der hasserfüllten religiösen Autoritäten. Aber das Volk hatte keinerlei Ambitionen, diese Gelegenheit wahrzunehmen, denn wir lesen folgendes in den Versen 6 bis 15:

Aber anlässlich des Festes pflegte er ihnen einen Gefangenen freizugeben, welchen sie wollten. 
Es lag aber ein gewisser Barabbas gefangen samt den Mitaufrührern, die im Aufruhr einen Mord begangen hatten. 
Und die Menge erhob ein Geschrei und fing an, das zu verlangen, was er ihnen jedes Mal gewährt hatte. 
Pilatus aber antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freigebe? 
Denn er wusste, dass die obersten Priester ihn aus Neid ausgeliefert hatten. 
Aber die obersten Priester wiegelten die Volksmenge auf, dass er ihnen lieber den Barabbas losgeben solle. 
Und Pilatus antwortete und sprach wiederum zu ihnen: Was wollt ihr nun, dass ich mit dem tue, den ihr König der Juden nennt? 
Sie aber schrien wiederum: Kreuzige ihn! 
Und Pilatus sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Da schrien sie noch viel mehr: Kreuzige ihn! 
Weil nun Pilatus die Menge befriedigen wollte, gab er ihnen den Barabbas frei und übergab Jesus, nachdem er ihn hatte auspeitschen lassen, damit er gekreuzigt werde.

So ist das damals gelaufen. Die Volksmenge ließ sich mal eben aufwiegeln gegen Jesus, und sie verlangten die Freilassung eines Mörders. Das ist absolut peinlich, wie leicht sich die Masse schon damals lenken ließ. Es gab damals noch kein Fernsehen und kein Radio. Ich bin mir nichtmal sicher, inwiefern es damals etwas gab, was mit Zeitungen vergleichbar wäre. Aber Massenkontrolle hat es in diesen Tagen trotzdem schon gegeben, wie man sieht. Und das liegt daran, dass die Herzen der Menschen schon immer dem Bösen zugeneigt waren, wie es ja Gott schon nach der Sintflut vor Noah deutlich betonte. Deshalb war es damals möglich, ist es heute möglich, und wird es auch in Zukunft immer möglich sein, dass man große Menschenmengen dazu bewegen kann, absolut dumme, und teils sogar offensichtlich bösartige Dinge zu tun – und das tun die dann mit fester Überzeugung, ohne schlechtes Gewissen und teilweise sogar mit großem Eifer.
Pilatus hatte noch extra versucht, für Jesus zu sprechen, weil ihm auffiel, dass hier irgendwas nicht in Ordnung ist bei diesem ganzen Geschehen. Und dabei war Pilatus nicht mal ein Israelit, sondern ein Heide. Aber seine Worte, die aus guter Absicht kamen, waren nutzlos vor der Menschenmenge. Es war noch nie so, dass die breite Masse sich von der Stimme der Vernunft leiten lässt. Stattdessen hören sie auf Stimmen der Verspottung und Verleumdung. Glückselig aber ist, wer aus dieser fleischlichen Schande ausbricht und sich besser benimmt, nämlich so wie es Gott gefällt. Bei dem Verhalten der Volksmenge in diesem Moment braucht sich jedenfalls keiner einzubilden, dass Gott dabei Freude empfand.
Wie es nun mit dem ausgepeitschten und daher wahrscheinlich schon übel zugerichteten Jesus weiterging, als Pilatus ihn den römischen Soldaten übergeben hatte, lesen wir in den Versen 16 bis 20. Dort steht:

Da führten ihn die Kriegsknechte hinein in den Hof, das ist das Prätorium; und sie riefen die ganze Schar zusammen, 
legten ihm einen Purpurmantel um, flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf. 
Und sie fingen an, ihn zu grüßen: Sei gegrüßt, König der Juden! 
Und sie schlugen sein Haupt mit einem Rohr, spuckten ihn an, beugten die Knie und fielen vor ihm nieder. 
Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und legten ihm seine eigenen Kleider an. Und sie führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen.

Bevor also die Soldaten ihn zur Kreuzigung führten, empfanden sie es als Spaß, Jesus eine Dornenkrone auf den Kopf zu drücken und ihn mit einem Rohr zu schlagen. Sie wollten ihn erstmal ein bisschen lächerlich machen und sich auf seine Kosten amüsieren. Und nachdem sie ihre verachtenswerten Späße getrieben hatten, führten sie ihn ab, um ihn qualvoll sterben zu lassen.

Jesus musste zuerst sein Kreuz selber tragen, aber die heftigen Verletzungen machten ihm das zu einer unfassbaren Last, und er kam nur ganz langsam vorwärts und konnte sich kaum noch auf den Beinen halten nach all der erlittenen Peinigung. Und weil es den Soldaten auf die Nerven ging, dass sie nur langsam vorwärts kamen, wurde ein eigentlich unbeteiligter Mann unterwegs verpflichtet, Jesus das Kreuz hinterher zu tragen, damit sie schneller vorankommen.
Folgendes lesen wir darüber in den Versen 21 bis 26:

Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Feld kam, Simon von Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen. 
Und sie brachten ihn auf den Platz Golgatha, das heißt übersetzt »Schädelstätte«. 
Und sie gaben ihm Myrrhenwein zu trinken, aber er nahm ihn nicht. 
Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darüber, was jeder bekommen sollte. 
Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. 
Und die Inschrift, die seine Schuld anzeigte, war darüber geschrieben: »Der König der Juden«. 

Ich habe keine Ahnung, wie Markus auf die Idee gekommen ist, sie hätten ihn bereits zu so zeitiger Stunde gekreuzigt. Und die anderen Evangelisten berichten es auch anders. Jesus wurde zur Mittagszeit gekreuzigt, als der Tag besonders heiß war. Das war ja auch eines der Details, die den Weg, den er sein Kreuz tragen musste, besonders erschwerten und sein Leiden vergrößerten. Die Tatsache aber, dass der Ort Schädelstätte heißt, wo Jesus gekreuzigt wurde, mutet schon ziemlich erschütternd an, weil man meinen könnte, Gott hätte dadurch bereits bei der Erschaffung der Welt das Zeichen geben wollen, dass der Messias sterben muss. Denn an dem Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, da gibt es einen Felsen, der wirklich eine Form hat wie ein Totenschädel. Daher hat diese Stätte ihren Namen. Hinsichtlich dem Myrrhewein ist es vielleicht noch erwähnenswert, dass dieser eine Betäubung verursachen würde und deswegen von jemandem angeboten wurde, damit Jesus den Schmerz am Kreuz nicht mehr so stark spürt. Allerdings war das keine gute Idee, dass Jesus sich betäubt, denn dabei kann man nicht mehr klar denken. Und wenn Jesus wirklich alle Prophezeiungen erfüllen wollte, die über ihn existieren, dann war dabei ein klares Denken von Nöten.

Ein weiteres Detail über die Kreuzigung berichtet Markus in den Versen 27 und 28. Es steht geschrieben:

Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. 
Da wurde die Schrift erfüllt, die spricht: »Und er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden«. 

Hier nimmt nun also Markus Bezug auf einen Vers von Kapitel 53 im Buch des Propheten Jesaja, und dieses Kapitel beschäftigt sich komplett mit dem Leiden und Sterben des Messias, aber auch mit dem Lohn, den er bekommt, wenn er es überwunden hat. Dadurch, dass zwei echte Verbrecher direkt neben Jesus gekreuzigt wurden, wollten die Menschen, die ihn hassten, umso stärker das Bild vermitteln, es wäre Jesus der Böse und er bekäme, was er verdient.
Und nun, wo Jesus nach all den Misshandlungen auch noch am Kreuz hing, wurde er somit einem langsamen und enorm schmerzhaften Tod überlassen. Und in all diesem entsetzlichen Leiden zeigten die Menschen dann noch ein bestimmtes Verhalten, welches in den Versen 29 bis 32 berichtet wird. Dort lesen wir:

Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten den Kopf und sprachen: Ha, der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, 
rette dich selbst und steige vom Kreuz herab! 
Gleicherweise spotteten aber auch die obersten Priester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten! 
Der Christus, der König von Israel, steige nun vom Kreuz herab, damit wir sehen und glauben! Auch die, welche mit ihm gekreuzigt wurden, schmähten ihn.

Das war nun also das Denken der Menschen. Nach allem, was mit dem Heilsbringer für ganz Israel passiert war, in völliger Missachtung der bisher geschehenen zahlreichen Wundertaten und all der Peinigung, die Jesus schon erlitten hatte, meinten die Menschen, es wäre das Beste, ihn jetzt auch noch auszulachen und zu schmähen. Ich für meinen Teil finde derartiges Verhalten, welches man zu jeder Zeit von zahlreichen Menschen zu erwarten hat, auch heutzutage, einfach nur abscheulich. Mehr habe ich dazu an dieser Stelle gar nicht zu sagen.

In Vers 33 steht geschrieben: 

Als aber die sechste Stunde anbrach, kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 

Mit Sicherheit wird dieses Ereignis verunsichernd gewesen sein, allerdings nicht verunsichernd genug, dass die Menschen eingestehen würden, falsch gehandelt zu haben, indem sie Gottes Sohn misshandelten, ihn einem langsamen und qualvollen Tod überließen und ihn dabei auch noch auslachten und schmähten. In Vers 34 lesen wir dann:

Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme und sprach: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«

Verwunderlicherweise hat Markus den Ausdruck von Jesus genau so aufgeschrieben, wie er auf Aramäisch lauten würde. Scheinbar war Markus selber mit der aramäischen Sprache sehr vertraut. Diese hat es ja auch in jenen Tagen gegeben, sie gehörte aber nicht zu denen, die am weitesten verbreitet waren, und es ist zweifelhaft, dass Jesus hier wirklich auf Aramäisch gerufen haben sollte. Aramäisch ist zwar so eine Art Dialekt-Hebräisch, aber wir dürfen davon ausgehen, dass Jesus ein reines Hebräisch redete, ohne Dialekte. Es ist aber auch sehr übel, dass Jesus sich in diesem Moment sogar von Gott verlassen fühlte. Gott ist ja der Einzige, der absolut immer bei Jesus war. Denn dadurch, dass Jesus keine einzige Sünde getan hatte gemäß dem richtig ausgelegten Gesetz Gottes, war die Verbindung zu Gott auch niemals gehemmt, sondern floss in Fülle. Und doch erlebte Jesus nun einen Augenblick, in dem sogar Gott sich von ihm abwandte, weil Jesus ansonsten nicht hätte sterben können. Dieser Gefühlszustand ist wirklich die Krönung alles Schreckens in dieser Lage.

Einige Menschen hatten aber gar nicht richtig gehört, was Jesus rief, und versuchten es jetzt irgendwie zu deuten, was er gesagt haben könnte. Daher lesen wir in den Versen 35 und 36:

Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, er ruft den Elia! 
Einer aber lief und füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt! Lasst uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen! 

Die Menschen glaubten also gehört zu haben, dass Elia gerufen wurde. Da der Prophet Elia damals in den Himmel entrückt wurde, ohne sterben zu müssen, war es rein theoretisch schon denkbar, dass dieser vom Himmel herabkommt. Man muss dabei auch bedenken, dass es ja ein Schriftwort gibt im Buch des Propheten Maleachi, wo gesagt wird, dass Elia gesandt wird. Als einfacher Bürger ohne Offenbarungen könnte man auch das als Anlass nehmen, um es als richtig zu beurteilen, wenn jemand glaubt, Elia würde vom Himmel kommen und Jesus helfen. Allerdings ist es sehr wichtig, dieses Schriftwort richtig zu verstehen. Man muss sich fragen: Was meint Gott damit, wenn er sagt, er sendet Elia? Und Gott meint mit dieser Prophezeiung nicht das buchstäbliche Wiederkommen des original körperlichen Elia, wie es ja bei der Wiederkunft von Jesus sein wird, dass der echte körperliche Jesus als Original wiederkommt vom Himmel her, sondern wenn durch Maleachi geweissagt wird, dass der Prophet Elia gesandt wird, dann will Gott uns damit sagen, dass es vor dem angedachten Ende einen Mann geben wird, der wird exakt die gleichen Eigenschaften wie Elia haben. Er wird in der Wildnis leben, wie auch Elia lange in der Wildnis wohnen musste. Er wird Tierfell als Kleidung tragen. Er wird die Menschen auffordern, sich wieder dem Gott Israels zuzuwenden, und zwar mit ungeteilten Herzen. Er wird von dem König argwöhnisch betrachtet und von der Frau des Königs gehasst werden, sodass die Frau des Königs ihn tot sehen will. Das alles war so bei Elia, und das wird alles auf den zutreffen, den Gott ankündigt als gesandten Elia, durch den Prophet Maleachi. Und das muss man wissen, damit man nicht verführt werden kann. Außerdem muss man wissen, dass Johannes der Täufer genau dieser Elia ist, und dass durch sein Auftreten diese Prophezeiung schon erfüllt wurde. Das muss man begreifen, damit man weiß, dass es überflüssig ist, noch auf den Prophet Elia zu warten. Wer sich dessen nicht bewusst ist, der wartet auf einen Elia, und wenn dann ein Verführer kommt, der behauptet, der verheißene Elia zu sein, so wird man auf einen derartigen Betrüger hereinfallen, weil man nicht begreift, dass die Prophezeiung über den gesandten Elia schon längst erfüllt ist. Wir selbst, wenn wir Jesus nachfolgen, sollten allein den Worten von Jesus glauben, und Jesus hat selber gesagt, dass Johannes der Täufer der verheißene Elia ist. Das wird besonders stark bezeugt im Evangelium des Matthäus in Kapitel 11 in Vers 14, und auch in Kapitel 17 wird es bezeugt.
Bei den gerade gelesenen Versen müssen wir aber bedenken, dass Jesus ja gar nicht nach Elia gerufen hatte, sondern die Leute hatten den Ausruf nicht richtig gehört und dann ihre eigenen Theorien darüber entwickelt, was Jesus hier gerade tat. Sie meinten wohl, Elia würde gerufen werden, um ihn vom Kreuz herabzuholen. 
Und die Sache mit dem Essig ist in diesem Fall vielleicht auch ein paar Kommentare wert. Wenn man Essig mit Galle vermischt, kann man daraus eine tödliche Substanz herstellen. Wenn man aber nur reinen Essig hat, so ist zu bedenken, dass dieser als ein guter Durstlöscher galt und getrunken werden kann. Darum hatten auch die römischen Soldaten auf ihren Feldzügen häufig eine persönliche Portion Essig bei sich. Wie genau es sich nun aber mit dem Essig verhielt, der laut der Version von Markus an Jesus gegeben werden sollte, wage ich nicht endgültig einzuschätzen.

Als nächstes lesen wir die Verse 37 bis 39. Dort steht:

Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied. 
Und der Vorhang im Tempel riss von oben bis unten entzwei. 
Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, dass er so schrie und verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn! 

Dass der Vorhang im Tempel zerriss in dem Moment, wo der Messias starb, ist ein Fakt, bei dem sich alle einig sind. Und das ist ein sehr gewaltiges Zeichen, dessen Tragweite die meisten Menschen gar nicht erfassen können. Die christlich verhafteten Menschen wollen diesbezüglich ständig in das Wunschdenken abdriften, es würde dafür stehen, dass jetzt alle Leute mit unreinen Herzen völlig übermütig bis zum Thron Gottes treten können, weil Jesus die trennende Barriere, also den Vorhang des Tempels, zerrissen hätte. Allerdings hat eigentlich nicht Jesus den Vorhang im Tempel zerrissen, sondern Gott selbst, und das geschah nicht, weil er jetzt die Sünder alle zum Heiligtum holen will in ihrer Selbstgerechtigkeit und ihrer eingebildeten tollen Identität, bei der sie immer nur geliebt sein wollen. Sehr viele christliche Leute glauben, sie könnten einfach direkt bis zu Gott vordringen, ohne dass es irgendwer verbietet. Dabei können sie noch froh sein, dass der allein wahre Gott für sie nicht wirklich zugänglich ist wie damals in der Stiftshütte. Denn wenn irgendein Christ zu nahe an Gott herantritt, mit seiner ganz tollen Wiedergeburt und allem drum und dran, was die Christen sich selber zusprechen, dann passiert mit ihnen heute genau das Gleiche, was damals passierte, als Gott seine Herrlichkeit über der Bundeslade thronen ließ und jemand zu nahe kam. Der Christ würde umfallen und wäre vermutlich sogar tot, dank seinem Übermut, was als schwere Sünde zählt, denn Gott ist heilig, und der Lohn der Sünde ist der Tod. Es ist entscheidend, dass man begreift, aus welchem Grund Gott den Vorhang wirklich zerrissen hat, denn andernfalls wird man auch nicht verständig darin, wie man das Gesetz heutzutage erfüllen kann. Gott hat durch diese Tat, dass er den Vorhang zerriss, den Tempel entheiligt. Er hat den vermeintlich heiligen Ort der Menschen geschändet, um ein für alle Mal zu zeigen, dass er höchstpersönlich diesen Ort verachtet und ihn nicht mehr als einen Ort gelten lässt, an dem sein Name wohnt. Das ist seine Art, seinen Verdruss darüber zu zeigen, dass die Menschen wirklich böse genug waren, um seinem geliebten Sohn zu hassen und zu ermorden, wie Gott es von Anfang an gesagt hatte, dass die das mit Jesus machen würden. Manch einer, hätte er diese Ankündigung vorher gehört, hätte bestimmt gesagt: „Das werden die schon nicht tun! Du übertreibst.“ Aber Gott behielt Recht. Und obwohl nach dem Zerreißen des Vorhangs immernoch die Tempeldienste von Menschen vollzogen wurden, sind sie seit diesem Moment ein Gräuel, und das wären sie auch jetzt wieder, wenn in unserer heutigen Zeit einer anfangen würde, an dieser Stelle, wo der Tempel war, ein Gebäude zu bauen und Tieropferungen wie in alten Zeiten durchzuführen.

Markus hat aber auch ein weiteres Detail aufgeschrieben, das durchaus bemerkenswert ist. Wir lesen in den Versen 40 und 41:

Es sahen aber auch Frauen von ferne zu, unter ihnen waren auch Maria Magdalena und Maria, die Mutter des jüngeren Jakobus und des Joses, sowie Salome, 
die ihm auch, als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten, und viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

Wir dürfen davon ausgehen, dass diese Frauen nicht am Kreuz standen, um Jesus wie alle anderen auszulachen und zu schmähen, sondern um ihn zu beweinen. Das waren wirklich ein paar treue Seelen, die ihm da bis zur Schädelstätte nachliefen.
Im letzten Abschnitt des Kapitels lesen wir darüber, dass ein reicher Mann sich noch schnell um das Begräbnis kümmern wollte, bevor der heilige Ruhetag anbricht. Es steht geschrieben in den Versen 42 bis 47:

Und als es schon Abend geworden war (es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat),
da kam Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, der selbst auch auf das Reich Gottes wartete; der wagte es, ging zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu. 
Pilatus aber wunderte sich, dass er schon gestorben sein sollte, und er ließ den Hauptmann herbeirufen und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei. 
Und als er es von dem Hauptmann erfahren hatte, überließ er dem Joseph den Leib. 
Da kaufte dieser Leinwand und nahm ihn herab, wickelte ihn in die Leinwand und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war; und er wälzte einen Stein vor den Eingang des Grabes.
Maria Magdalena aber und Maria, die Mutter des Joses, sahen, wo er hingelegt wurde.

Wie man an diesen Versen sieht, wurde sich also schnell um das Begräbnis gekümmert. Und da wir nun auch dieses Kapitel durchgearbeitet bzw. durchlitten haben, denn es ist immer wieder erschütternd, sich des Leidens bewusst zu werden, das Jesus trotz seiner Unschuld und trotz seines reinen Herzens angetan bekam, wollen wir auch hier überlegen, was wir besonders daraus lernen und was es uns für unsere eigene Nachfolge Nützliches aufzeigt.
Ich denke, der Hauptteil, den es hier zu lernen gibt, ist, dass unser eigenes Leiden im Leben uns zwar manchmal vielleicht sehr beschwert und erdrückt, aber dass ja unser großes Vorbild auch nicht ohne Leid blieb. Außerdem entdeckt man bei den Details, wie die Dinge abgelaufen sind, sehr viele Erfüllungen von Versen aus den Psalmen und Prophetenbüchern. Durch all dies ist erwiesen, dass Jesus der Messias sein muss, daher sollte das nie einer anzweifeln, und wer es anzweifelt, dem kann man es beweisen, indem man sich mal tiefgehender befasst mit Worten des Alten Testaments, die viele Jahrhunderte vor der Geburt von Jesus schon aufgeschrieben wurden und auf den Messias Israels hindeuten. Aber auch die Tatsache, dass die Autoritäten die Volksmenge aufgewiegelt haben und diese sich willig aufwiegeln ließ, muss uns als Warnung gelten, damit wir niemals in unserem Leben in den zweifelhaften Zustand kommen, auf die Unterstützung einer Menschenmenge zu vertrauen oder allgemein alles von einer Menschenmenge abhängig zu machen. Denn wie leicht lassen sie sich umstimmen von denen, die sie mit genau den bösen Worten verpesten, welche die Menschen in ihre Herzen treffen! Wer unter diesem Gesichtspunkt immernoch meint, es würde ein gutes Ende nehmen, wenn man sich um eine große Volksmenge bemüht, der begreift wohl leider die Botschaft nicht, die durch das Leiden unseres Herrn Jesus bestätigt wird. Aber die Hauptbotschaft ist natürlich und bleibt auch immer die, dass Jesus ein unfassbar übles Leiden ertragen musste, weil dies die Grundlage für unsere Errettung ist, die ansonsten völlig unmöglich wäre. Und nebenbei erkennt man durch dieses Kapitel auch sehr gut, welche Mentalität es von großen Menschenmengen zu erwarten gibt, wo die wenigen Stimmen der Vernunft immer völlig untergehen. Als Jesus-Nachfolger muss man möglichst bald einsehen, dass wahrhaftig niemand gut ist als Gott allein und man daher lieber Gottes Wege gehen sollte, auch wenn sie ungewöhnlich erscheinen, anstatt sich nach Wegen zu erkundigen, wie man möglichst viele Menschen vermeintlich auf die eigene Seite holt.

Und nachdem ich all dies erwähnt habe, ist es genug für dieses Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!

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