Text zu "Bibellehre - Kapitel 4 im Evangelium des Markus"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 4 vom Evangelium des Markus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Es passiert in diesem Kapitel, dass Jesus am See ist und anfängt, sehr viele Gleichnisse vor der Volksmenge zu sprechen. Eine solche Situation wird auch im Evangelium des Matthäus in Kapitel 13 berichtet, aber wir konzentrieren uns nun allein auf das aktuelle Kapitel. In den Versen 1 bis 9 lesen wir:
Und wiederum fing er an, am See zu lehren. Und es versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm, sodass er in das Schiff stieg und sich auf dem See darin niedersetzte; und das ganze Volk war am See auf dem Land.
Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sagte zu ihnen in seiner Lehre:
Hört zu! Siehe, der Sämann ging aus, um zu säen.
Und es geschah, als er säte, dass etliches an den Weg fiel; und die Vögel des Himmels kamen und fraßen es auf.
Anderes aber fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging sogleich auf, weil es keine tiefe Erde hatte.
Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt; und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.
Und anderes fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es, und es brachte keine Frucht.
Und anderes fiel auf das gute Erdreich und brachte Frucht, die aufwuchs und zunahm; und etliches trug dreißigfältig, etliches sechzigfältig und etliches hundertfältig.
Und er sprach zu ihnen: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Dies ist also das erste Gleichnis, das berichtet wird. Dieses Gleichnis, bei dem jemand Saatkörner ausstreut, die auf verschiedenen Böden landen, offenbart viel über das Herz des Menschen. Jesus selbst gibt aber auch wichtige Erklärungen zu dem Gleichnis ab, weil ihn die Jünger danach fragen. Darüber lesen wir zunächst in Vers 10 bis 12:
Als er aber allein war, fragten ihn die, welche um ihn waren, samt den Zwölfen über das Gleichnis.
Und er sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen, denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil,
»damit sie mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen, und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen die Sünden vergeben werden.«
Nun macht Jesus erstmal darauf aufmerksam, dass er die Deutung vielen nicht anvertraut, weil sie mit den Ohren schwer hören, aber nicht aufgrund von Krankheit, sondern eher aufgrund von Widerspenstigkeit. Und dann beginnt Jesus mit der Auslegung des Gleichnisses für seine Jünger. In Vers 13 sagt er:
Und er spricht zu ihnen: Wenn ihr dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann alle Gleichnisse verstehen?
In diesen Worten steckt so ein bisschen Enttäuschung darüber, dass die Jünger sofort nach der Deutung fragen und gar nicht erst versuchen, es genauer zu betrachten und eine eigene Auslegung anzubieten. Und dieses Gleichnis ist an sich noch relativ leicht auszulegen, aber wenn sie bereits bei dieser Sache ahnungslos sind, dann ist das nicht sehr ermutigend. Es wäre eigentlich schon besser, wenn sie sich um Deutungen selbst bemühen und nicht so schnell aufgeben. Ab Vers 14 lesen wir dann:
Der Sämann sät das Wort.
Die am Weg aber sind die, bei denen das Wort gesät wird, und wenn sie es gehört haben, kommt sogleich der Satan und nimmt das Wort weg, das in ihre Herzen gesät worden ist.
Und gleicherweise, wo auf steinigen Boden gesät wurde, das sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, sogleich mit Freuden aufnehmen;
aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch. Später, wenn Bedrängnis oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, nehmen sie sogleich Anstoß.
Und die, bei denen unter die Dornen gesät wurde, das sind solche, die das Wort hören,
aber die Sorgen dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach anderen Dingen dringen ein und ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar.
Und die, bei denen auf das gute Erdreich gesät wurde, das sind solche, die das Wort hören und es aufnehmen und Frucht bringen, der eine dreißigfältig, der andere sechzigfältig, der dritte hundertfältig.
Dies ist nun also die Deutung. Jesus hat durch dieses Gleichnis das Treiben vom Satan offenbart, sobald das Wort Gottes ausgestreut wurde. Bei manchen kann es sofort entfernt werden, bei anderen wird es durch Bedrängung und Verfolgung vernichtet, wieder andere werden dadurch untauglich gemacht, dass man sie mit Sorgen oder Reichtum oder Begierden überhäuft, die sie ablenken. Man sollte unbedingt ins eigene Herz fallen lassen, dass Jesus hier in diesem Text ganz offenkundig den weltlichen Reichtum als einen Betrug bezeichnet. Jeder Mensch, der sich an einen Betrug klammert, der hat gewiss nichts Gutes zu erwarten, daher sind die zu bedauern, bei denen die Dornen groß werden. Und nur die, bei denen all das Treiben des Bösen nicht wirkt, werden die erwarteten Früchte des Glaubens hervorbringen, ein jeder nach seiner Kraft. Wenn man also Jesus nachfolgt, muss man anhand dieses Gleichnisses das eigene Herz durchforschen, ob es dort irgendwas von dem gibt, was hier sozusagen als Hindernis für die Reife genannt wird. Gleichzeitig tun das aber viele Menschen nicht, auch wenn sie eigentlich an den Worten von Jesus ein gewisses Interesse haben, und dann gehen sie alle zugrunde wie die Saat aus dem Gleichnis. Das ist ein völlig natürlicher Verlauf. Und dies tröstet auch jeden Verkündiger, der betrübt darüber ist, dass seine Verkündigung gar keinen Glaube bei den Zuhörern hervorbringt, weil die Worte nachweislich überhaupt nichts im Herzen der Menschen bewirken. Jeder, der deshalb ein beschwertes Herz hat, wenn er ständig wieder aufgeklärte Menschen abdriften sieht, der kann durch dieses Gleichnis daran erinnert werden, dass es normal ist, weil Jesus vorhergesagt und erläutert hat, dass genau dies passieren wird. Es gibt nunmal leider Menschen, deren Herz so verhärtet ist wie die Straße am Rand eines Ackerfeldes. Da kann man so viele Saatkörner hinwerfen wie man will, aber es nützt nichts. Es kann keine Pflanze daraus entstehen. Und es gibt genug Menschen, die nur eine anfängliche Begeisterung haben, aber bei denen die Begeisterung verblasst, sobald eine Anfechtung passiert, indem ihre Freunde blöd auf den Glaube reagieren oder die Nachbarn plötzlich frech werden oder bei der Arbeit deshalb Probleme entstehen oder sonstwas. Ihr Herz ist wie ein felsiger Ackerboden, sie sind ständig nur ängstlich und von spontanen Launen gelenkt. Da sie immer nur das tun, was sich gerade gut anfühlt, weichen sie sofort ab, wenn etwas schwierig wird. Das ist leider ihr Wesen. Und andere Menschen hören zwar zu und erinnern sich auch über längere Zeit daran, aber die Dornbüsche wuchern bei ihnen zu sehr. Sie sind und bleiben Leute, die größeres Interesse haben an Wohlstand oder an lustvollen Erlebnissen oder an einem ruhigen Gewissen, weil sie mit der Illusion leben, es würde nichts Schlimmes passieren können, wenn sie gut genug vorbereitet sind, während sie sich aber auch ständig nur Gedanken darum machen, welche Problemfälle es noch gibt, für die vorgesorgt werden muss, um in dieser Welt möglichst lange ein möglichst unbeschwertes Leben zu haben. Von Anfang an lag ihnen das am Herzen und sie lassen es nicht los, auch wenn sie noch so großartige Dinge im Zusammenhang mit dem Glaube an Jesus erlebten. Ihr Herz ist nunmal leider in dem Zustand, in dem die Dornbüsche wuchern ohne Ende. Nichts davon ist die Schuld des Verkündigers und man hat auch keine Möglichkeit zur Veränderung ihres Zustandes, wenn sie ihr Herz in solch einem Zustand lassen wollen, daher sollte es einen selbst nicht unnötig betrüben. Man sollte trotzdem weiter bereit zur Verkündigung vor anderen Menschen sein, damit man nicht unverhofft die wenigen Leute vernachlässigt oder übersieht, bei denen die Saat zu einer reifen Pflanze heranwachsen kann. Die sind es ja, welche das wahre Wort bekommen sollen, damit sie Rettung finden, weil in ihnen aus dem wahren Wort ein Glaube heranwachsen kann, der reife Früchte hervorbringt. Und offensichtlich ist es dabei nichtmal wichtig, wie groß die Anzahl der reifen Früchte ist. Hauptsache, sie sind überhaupt da. Die reifen Früchte stehen aber für Situationen, in denen der Mensch Versuchungen erfolgreich widerstanden hat und sich Gott wohlgefällig benahm, nachdem er die Wahrheit begriffen hatte und all die positiven Eigenschaften im Herzen aufbaute, die Gott gut gefallen, und weil sie Gottes Gebote überzeugt anwenden. Genau darum geht es im Dienst für das Reich der Himmel, dass man die Menschen herausfindet und geistlich beschenkt, die wirklich gewillt sind, Gottes wahren Wille zu tun und nicht irgendeiner von den verschiedenen Begierden des eigenen Fleisches nachzujagen.
Nach all diesen Erklärungen über das Gleichnis vom Sämann wollen wir uns nun auf die nächsten Verse konzentrieren. In diesen spricht Jesus auch ansatzweise in Gleichnissen, gibt aber hauptsächlich eine Ermahnung an die Jünger, dass sie auf keinen Fall die Worte geringschätzen sollen, die ihnen anvertraut werden.
Wir lesen in den Versen 21 bis 25:
Und er sprach zu ihnen: Kommt etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird, und nicht vielmehr, damit man es auf den Leuchter setzt?
Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar gemacht wird, und nichts geschieht so heimlich, dass es nicht an den Tag kommt.
Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Und er sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird auch euch zugemessen werden, und es wird euch, die ihr hört, noch hinzugelegt werden.
Denn wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.
Letztlich will Jesus die Jünger durch all diese Aussprüche dazu ermahnen, dass sie die Dinge ernstnehmen sollen, die sie hören, und dass sie mit genau der gleichen Ernsthaftigkeit, wie es ihnen gegeben wird, auch alles vor anderen Menschen reden sollen. Und wenn sie dies treu tun, dann wird ihnen immer mehr und immer Tiefergehendes anvertraut, denn die Worte, die sie verständig machen können und ihre Weisheit vergrößern, werden immer üppiger, je häufiger sie bereit sind, davon vor den Leuten zu reden und es möglichst auch selbst nachzuvollziehen, also was die Worte bedeuten.
Und Jesus hat ja zuerst das Gleichnis vom Sämann erzählt, welches schon Zeugnis gibt vom Wachstum des echten Glaubens, der die Seele rettet. Allerdings ging es dabei schwerpunktmäßig um die Hindernisse, die eine Reifung des Glaubens an die Wahrheit verhindern können. Und nun werden wir in den nächsten Versen merken, dass Jesus noch ein anderes Gleichnis erzählt, welches mit der Entstehung von dem Glaube an die Wahrheit zu tun hat, aber mit einem anderen Schwerpunkt. Es steht geschrieben in den Versen 26 bis 29:
Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf die Erde wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same keimt und geht auf, ohne dass er es weiß.
Denn die Erde trägt von selbst Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre.
Wenn aber die Frucht es zulässt, schickt er sogleich die Sichel hin; denn die Ernte ist da.
Durch dieses Gleichnis soll das Heranwachsen des Glaubens an die Wahrheit Gottes beschrieben werden, sobald der Weizensamen auf guten Erdboden gestreut wurde. Die Pflanze wächst von ganz alleine, ohne dass der sich darum kümmert, der den Samen ausgestreut hat. So ist es auch mit dem Glaube an die Wahrheit. Der Glaube an die Wahrheit kommt nicht dadurch, dass irgendein Arbeiter die Saat pflegt, sondern sie wächst eigenständig, weil der Boden den richtigen Zustand hat. Und das dauert eine Zeit lang, aber wenn es einmal losgegangen ist, dann ist das Wachstum auch beständig bis zu dem Stadium der Reife, wo man ernten kann. Die Ernte aber ist in diesem Fall die korrekte Taufe im Wasser, die den Mensch wirklich befreit und zum Eigentum des Messias macht. Denn wenn der Mensch reif ist, in das Reich der Himmel aufgenommen zu werden, dann wird er dadurch geerntet, dass ihm der deutlich spürbare Impuls aufs Herz gelegt wird, richtig getauft zu werden und alle falschen Taufformeln zu verabscheuen. Denn nur allein die Taufe auf den Name Jesus Christus rettet. So lange aber der Mensch nicht reif dafür ist, wird er auch überhaupt keinen Drang auf dem Herzen haben, getauft zu werden, sondern er wird völlig überzeugt davon sein, dass er die Taufe nicht benötigt und sie verzichtbar sei, oder dass er schon lange eine Taufe hätte, die gültig sei, obwohl das gar nicht stimmt. Das Gleiche passiert auch mit jeder Belehrung, die dem Mensch angetragen wird. Bei einem Mensch, der guten Erdboden hat, kann nur die Belehrung heranwachsen, die aus der Wahrheit ist, wenn man aber versucht, ihn falsch zu belehren, bewirkt es bei ihm nichts. Da wird kein Glaube entstehen. Erst dann, wenn der richtige Weizensamen auf diesem Erdboden landet, wird es dazu führen, dass eine Pflanze sprosst, weil nämlich der Zustand des Erdbodens, also ausgelegt der Zustand des Herzens dieses Menschen, gar nicht angepasst ist an das Verkehrte. Wenn aber das Richtige dort landet, so mag es viele Tage und viele Nächte dauern, bis etwas entsteht, aber letztlich ist bei dem Boden, der genau den richtigen Zustand hat, auch das Wachstum auf Dauer unvermeidbar. Zuerst ist der Mensch nur ein bisschen von der Wahrheit überzeugt, aber es wird mit fortschreitender Zeit immer stärker, weil nämlich ein nach Unverfälschtheit dürstender Mensch immer weiter nachforscht, und dadurch wird die wahrhaftige Pflanze immer größer. Und dieses Nachforschen unternimmt der Mensch eigenständig. Es ist überflüssig, dass irgendwer ihn dazu antreibt, denn der Mensch selber will es so. Wenn dann aber Gott sieht, dass der Mensch genug über die Wahrheit herausgefunden hat und es auch anwendet und sich keine Lügen mehr auftischen lässt, dann wird der Mensch zur Taufe bewegt, und er wird sich richtig taufen lassen, weil es ihm vom Himmel auf sein Herz gelegt wurde, auch wenn er es vorher ablehnte. Und daran erkennt man sehr gut die Menschen, die gerettet werden können. Die Menschen, für die es Hoffnung gibt, müssen nicht ständig wieder zum Lernen und Forschen animiert werden, und sie machen auch keine halben Sachen, indem sie Aktionen starten und dann mittendrin aufhören, sondern sie werden aus eigenem Antrieb forschen und alles durchziehen bis zur Reife. Und wenn im Himmel der Eindruck als bestätigt gilt, dass ein Mensch so handeln wird, oder wenn schon erwiesen wurde, dass er so handelt, dann wird er vom Reich der Himmel geerntet, nämlich durch die richtige Taufe, damit er geistliches Eigentum des Messias wird.
In den nächsten Versen erklärt Jesus anhand eines weiteren Gleichnisses noch etwas Anderes über die Wirkungsweise des Reiches der Himmel, sobald die von dort kommende Herrlichkeit auf der Erde an irgendeinem Ort Raum gewinnt, weil die Verkündigung frei verbreitet werden darf. Wir lesen in Vers 30 bis 32:
Und er sprach: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, oder durch was für ein Gleichnis sollen wir es euch darlegen?
Es ist einem Senfkorn gleich, das, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste ist unter allen Samen auf Erden.
Und wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, sodass die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können.
Ein bisschen seltsam ist, dass Jesus hier das Wort „wir“ benutzt. Er redete zu der Volksmenge, und die Apostel waren nahe bei ihm, und er redet so, als wären die Apostel auch Verkündiger von Gleichnissen, aber stattdessen werden sie wohl auch nur die ganze Zeit zugehört haben. Wichtig ist aber, dass hier das Reich der Himmel mit einem Senfkorn verglichen wird. Gleichwie dies das kleinste Saatkorn von allen ist, und doch ein riesengroßer Baum daraus wachsen kann, so ist auch das Reich der Himmel auf Erden am Anfang vielleicht nur durch einen einzigen Mensch in einer Ortschaft vertreten. Wenn er aber wahrheitsgemäß verkündigt und nach und nach Glaube bei den Menschen entsteht, wird der Segen des Reiches der Himmel riesig an diesem Ort. Und es wird sich sogar positiv und heilsam auf die Außenseiter auswirken, die am selben Ort leben, aber ungläubig sind. Das ist mit den Vögeln gemeint, die Ruhe vor der Hitze der Sonne finden, wenn sie sich erholen in dem Schatten, den der große Senfbaum wirft. Wenn es genug Menschen gibt, die in der Wahrheit wandeln, werden sogar die ungläubigen Mitbewohner im eigenen Haushalt von dem daraus kommenden Segen beschirmt, zumindest so lange sie nicht dagegen kämpfen.
In den nächsten zwei Versen gibt es noch einen Kommentar von Markus, denn man liest dort:
Und in vielen solchen Gleichnissen sagte er ihnen das Wort, wie sie es zu hören vermochten.
Ohne Gleichnis aber redete er nicht zu ihnen; wenn sie aber alleine waren, legte er seinen Jüngern alles aus.
Auf die Tatsache, dass Jesus alles auslegte vor seinen Jüngern, könnte man neidisch werden, wenn man nicht wüsste, dass Neid ein Werk des Fleisches ist und daher ganz und gar aus dem Herzen ausgetilgt gehört. Aber während die Jünger damals Jesus hatten, kann heutzutage ja ein Mensch durch das Wirken des Heiligen Geistes die richtigen Worte empfangen. Also zumindest so lange er den echten Heiligen Geist hat, der zu Gottes Gerechtigkeit leitet, und nicht einen Lügengeist, der Täuschungen gibt, weil der Mensch den echten Heiligen Geist schonmal bekam, aber ihn dann betrübte durch Widerspenstigkeit gegen die Anleitung zu einem heiligen Lebenswandel.
Es gibt noch einen letzten Abschnitt in dem Kapitel, und dort wird von einer Gefahrensituation berichtet, in welcher Jesus der Einzige war, der auf Gott vertraute. Folgendes lesen wir darüber in Vers 35 bis 37:
Und an jenem Tag, als es Abend geworden war, sprach er zu ihnen: Lasst uns hinüberfahren an das jenseitige Ufer!
Und nachdem sie die Volksmenge entlassen hatten, nahmen sie ihn mit, wie er da in dem Schiff war; es waren aber auch andere kleine Schiffe bei ihm.
Und es erhob sich ein großer Sturm, und die Wellen schlugen in das Schiff, sodass es sich schon zu füllen begann.
Jesus hatte also spontan den Wunsch, mit dem Schiff über den See zu segeln und an einem anderen Ufer zu landen. Leider schien es irgendwie eine ungünstige Zeit zu sein, denn es erhob sich ausgerechnet in diesen Stunden ein großer Sturm, und zwar einer, der die Schiffe schon mit Wasser füllte. Die Jünger waren also wirklich in Gefahr und hatten wohl auch eine ziemlich große Angst. Was aber Jesus in dieser Situation tat, das finden wir heraus, wenn wir uns den Vers 38 anschauen. Dort steht:
Und er war hinten auf dem Schiff und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?
Jesus hatte es sich also gemütlich gemacht und erstmal ein bisschen geschlafen. Es war ja lediglich ein lebensbedrohlicher Sturm losgebrochen. Da kann man sich ruhig erstmal zurücklehnen, oder? Zumindest ist es das, was Jesus getan hat. Aber ganz ehrlich: Das Verständnis dafür, wie man in solch einer Situation ganz ruhig einschlafen kann, wird wohl so ziemlich jedem Mensch fehlen an dieser Stelle. Man sollte aber beachten, dass Jesus völlig darauf vertrauen konnte, diese Seereise zu überleben, weil er ja den Plan Gottes für sein Leben schon kannte. Nicht durch Ertrinken musste er dem Tod ins Auge sehen, sondern durch Kreuzigung, wenn es so weit sein würde. Daher wusste er natürlich, dass er unmöglich in solch einer Lage sterben würde, solange er ohne Sünde blieb. Aber die Jünger wussten davon gar nichts und rüttelten ihn wach und fragten ihn, ob es ihn eigentlich gar nicht stört, dass sie gerade im Begriff sind, zu sterben. Die Reaktion von Jesus steht in Vers 39, wo wir folgendes lesen:
Und er stand auf, befahl dem Wind und sprach zum See: Schweig, werde still! Da legte sich der Wind, und es entstand eine große Stille.
Hier sehen wir, wie einfach die Situation für Jesus zu lösen war. Es ist aber mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit so, dass Jesus zu Gott gebetet hatte und ihn bat, auf sein Wort hin den Sturm aufzulösen. Und dann tat Jesus das, was wir hier lesen. Er sagte zu dem Sturm, er solle schweigen und still sein. Und tatsächlich entstand sogleich eine große Stille. Das ist schon ein sehr besonderes Erlebnis und somit ein großes Geschenk Gottes. Allerdings ärgert sich Jesus darüber, dass er es wieder sein musste, der hier betet und dass seine Jünger gar keine Hoffnung auf den Gott Israels setzten, denn ansonsten hätten sie selber zu Gott gebetet und wären von ihm gerettet wurden. Da sie dies aber gar nicht erst in Erwägung gezogen hatten, lesen wir folgendes in Vers 40:
Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Wie, habt ihr keinen Glauben?
An diesen Worten merkt man doch recht deutlich, dass Jesus sich ärgerte über den Unglaube seiner Jünger, da sie gar nicht erst zu Gott gebetet hatten. Und im letzten Vers des Kapitels steht folgendes:
Und sie gerieten in große Furcht und sprachen zueinander: Wer ist denn dieser, dass auch der Wind und der See ihm gehorsam sind?
Die Jünger glauben also ernsthaft, dass Jesus aus eigener Kraft den Sturm gestillt hätte oder dass er nach Lust und Laune dem Wetter sagen dürfte, was es zu tun und zu lassen hat. Aber so ist es eigentlich gar nicht, auch wenn es von außen betrachtet natürlich für sie so ausgesehen hat, denn sie dachten nicht an das Wirken Gottes.
Und nun haben wir das Ende des Kapitels erreicht. Was können wir daraus lernen, und was können wir uns für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Zweifellos lernen wir durch dieses Kapitel, dass das Reden in Gleichnissen bei Jesus etwas ist, was er oft tut und was ihn sogar gewissermaßen auszeichnet. Daher sollten auch wir in der Nachfolge Gleichnisrede als etwas Positives betrachten, was einen Wert hat. Es ist aber auch wichtig, daran zu denken, wie Jesus seine Jünger nach dem Vortrag vom Gleichnis des Sämanns fragte: Wenn ihr dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann alle Gleichnisse verstehen? Jesus erhofft sich durchaus ein gewisses Mitdenken, wenn er Gleichnisse vorträgt, und wenigstens zu den einfachen und schon recht offensichtlichen Gleichnissen sollte man schon fähig sein, eine eigene Deutung abzugeben. Dabei ist es auch gar kein Drama, wenn man eine Deutung abgibt, die nicht perfekt alles auflöst, denn es ist immernoch besser, ein Gleichnis nur zur Hälfte verstanden zu haben, als zu faul zu sein, um sich überhaupt hineinzudenken. Ganz allgemein erkennt man aber durch die vorgetragenen Gleichnisse unweigerlich, dass wir selber für den Glaube in uns verantwortlich sind. Wir müssen alles aus uns ausreißen, was Wachstum verhindert, und müssen eigenständig nachforschen, damit alle Stadien des Wachstums bis zur Reife stattfinden. Denn wir haben wahrhaftig in diesem Kapitel ein Gleichnis vorgefunden, wo der, welcher den Weizensamen ausstreute, einfach davon ging und den Rest sich selbst überließ. Jesus, unser König, wird uns zwar begleiten auf unserem Weg, aber er zieht nicht die heranwachsende Pflanze auf, also er verursacht nicht die Annahme des Wortes Gottes, damit man es ernstnimmt und anwendet, sondern für diesen Teil sind wir selber verantwortlich, und wenn wir es tun, will er uns nahe sein. Außerdem lernen wir auch durch die Situation auf dem See, wo Jesus den Sturm bedrohen konnte, dass man bei ernsthafter Gefahr nichts Besseres tun kann, als auf Gottes Hilfe zu hoffen im Gebet und dann auch genau das zu tun, wovon Gott sagt, dass man es tun soll. Und wenn du in einem lebensbedrohlichen Sturm bist und im Gebet aufs Herz gelegt bekommst, du sollst dem Sturm gebieten, dass er schweigen muss, dann tue es, und er wird sich beruhigen. Es geht letztlich immer nur darum, dass man genau so beten soll, wie es Gott gerade gefällt und wie man es bekommt, denn dann funktioniert es auch. Das haben die Jünger nie begriffen und deshalb fragte Jesus sie, ob sie gar keinen Glaube haben. Wir aber, wenn wir in Wahrheit Jesus nachfolgen, sollten bald so weit kommen, dass wir alles glauben, was Gott gebietet, damit wir jedes seiner Gebote halten und allezeit unter seinem Segen unterwegs sind. Dann können uns auch die heftigsten Stürme nicht aus der Fassung bringen.
Und nun ist über dieses Kapitel auch schon genug gesagt worden.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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