Text zu "Bibellehre - Kapitel 6 im Evangelium des Markus"
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Hallo Leute und willkommen bei dem Kanal, der dem Licht der Welt gewidmet ist!
Dieses Video ist für alle interessierten Menschen gemacht worden, die schonmal das Kapitel 6 vom Evangelium des Markus gelesen haben, aber es nicht so wirklich verstehen konnten, denn der Inhalt soll in diesem Video dargelegt werden.
Wir werden uns nun die Verse dieses Kapitels anschauen, und ich benutze dabei die Worte, die man gemäß der Schlachter 2000 Bibelübersetzung vorfindet auf der Internetseite bibleserver.com.
Nachdem schon einige große Wunder an anderen Orten geschehen waren, entschied sich Jesus nun dazu, noch einmal in der Stadt vorbeizuschauen, in welcher er aufgewachsen war, also in Nazareth. Allerdings verliefen die Dinge dort definitiv nicht wunschgemäß. Wir lesen in den Versen 1 bis 6:
Und er zog von dort weg und kam in seine Vaterstadt; und seine Jünger folgten ihm nach.
Und als der Sabbat kam, fing er an, in der Synagoge zu lehren; und viele, die zuhörten, erstaunten und sprachen: Woher hat dieser solches? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, dass sogar solche Wundertaten durch seine Hände geschehen?
Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder von Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.
Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet außer in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten und in seinem Haus!
Und er konnte dort kein Wunder tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte.
Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens. Und er zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte.
Die Leute aus Nazareth kannten Jesus einfach nur als Zimmermann. Dass nun ausgerechnet er vor ihnen stand und lehrte und Wunderheilungen durch sein Gebet geschahen, wollten sie ihm nicht gönnen. Sie kannten ihn seit seiner Kindheit und schauten auch mit solchen Augen auf ihn, also dass Jesus der kleine Junge aus dem Haus des Zimmermannes ist, und ihr daraus sprossender Hochmut machte es ihnen unmöglich, dass sie die Dinge ernstnehmen, die Jesus redet, obwohl es doch direkt von dem allein wahren Gott kommt, von dem Gott Abrahams Isaaks und Jakobs. Und Gott sah dann auch absolut keinen Anlass mehr, dort in der Mitte der Einwohner von Nazareth, die in die Synagoge gekommen waren, noch irgendwelche großen Wunder geschehen zu lassen. Denn die Widerspenstigkeit in den Herzen der Menschen gegen die gesunde Lehre war so stark, dass es reinste Verschwendung gewesen wäre, sich um sie zu bemühen. Es schien an diesem Tag wirklich nur wenige Einzelpersonen zu geben, die wenigstens eine grundlegende Offenheit für das reine Evangelium im Herzen hatten, aber der ganze Rest erlebte keine Heilungen. Und Jesus selbst verwunderte sich über die Stärke des Unglaubens im Herzen dieser Menschen, während wahrscheinlich Gott es schon lange geahnt hatte bzw. wusste, dass die Leute von Nazareth derartige Gemüter haben.
Es war aber wenigstens so, dass Menschen aus anderen Orten zu Jesus kamen und ihn hören wollten. Und die Anzahl der Menschen, die regelmäßig zu ihm kamen, wurde mit der Zeit so groß, dass Jesus es allein nicht mehr bewältigen konnte. Darum mussten nun auch seine Apostel ans Werk und sollten genau so verkündigen und für Menschen beten, wie er es tat. Diesbezüglich lesen wir in den Versen 7 bis 11:
Und er rief die Zwölf zu sich und begann, sie je zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister.
Und er befahl ihnen, sie sollten nichts auf den Weg nehmen als nur einen Stab; keine Tasche, kein Brot, kein Geld im Gürtel;
sie sollten aber Sandalen an den Füßen tragen und nicht zwei Hemden anziehen.
Und er sprach zu ihnen: Wo immer ihr in ein Haus eintretet, da bleibt, bis ihr von dort weggeht.
Und von allen, die euch nicht aufnehmen noch hören wollen, zieht fort und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis. Wahrlich, ich sage euch: Es wird Sodom und Gomorra erträglicher gehen am Tag des Gerichts als jener Stadt!
Wir lesen in diesen Versen eine sehr kurzgefasste Version der Anweisungen, die Jesus seinen Aposteln gab. Man erkennt hier das Detail, dass sie immer in Zweiergruppen unterwegs sein sollten. Und Jesus schickte sie los, ohne dass sie Vorräte mitnahmen. Sie mussten ohne alles einfach anfangen. Das ist mit Sicherheit ungewöhnlich, da man normalerweise ja doch lieber ein paar Sachen packt und sich Gedanken macht, was man unterwegs alles brauchen wird, sofern man eine größere Reise antritt. Aber Jesus bestand darauf, dass sie absolut gar nichts mitnehmen. Und sie sollten in jeder Stadt ein Haus suchen, in welchem sie Herberge finden würden, und dort so häufig übernachten, wie es nötig sein würde, bis ihr Weg sie in eine andere Stadt führt. Wenn aber in einer Stadt niemand sie aufnehmen wollte, so hatten sie die klare Anweisung, den Ort unverzüglich zu verlassen. Ich bin mir nicht sicher, ob es für die Apostel Gewohnheit war, einen derartigen Weg anzutreten, also ganz ohne Vorräte und ohne genauen Plan. Aber gehorsam waren sie, denn wir lesen in den Versen 12 und 13:
Und sie gingen und verkündigten, man solle Buße tun, und trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.
Sehr kostbar ist an diesem Teil, dass hier spezifisch erwähnt wird, wie auch die Apostel bei ihrer ersten Reise schon deutlich zur Buße aufriefen. Das war keine persönliche Note von Jesus, sondern es musste absolut jede Verkündigung damit losgehen, dass die Menschen zur Buße aufgerufen werden, und wer immer im Herzen dafür offen war, der konnte von Dämonen und Krankheiten befreit werden. Man liest hier obendrein das Detail, dass laut Markus die Apostel Salböl dabei benutzten. Woher sie dieses bekamen, obwohl sie doch komplett ohne Vorräte loswandern mussten, weiß ich zwar nicht, und es können definitiv auch Wunderheilungen an Menschen passieren, für die man betet, wenn sie nicht extra mit Öl eingerieben wurden, aber vielleicht hatten sich ja ortsansässige Menschen erbarmt, die die Verkündigung hörten, und hatten etwas von ihrem eigenen Salböl gespendet.
Eine ganz andere Begebenheit, über welche wir aufgeklärt werden sollen, beginnt ab Vers 14. Der König Herodes Antipas, welcher in diesen Tagen der durch die Römer eingesetzte König über Galiläa war, hörte einen Bericht von irgendeinem Mann, der große Wunder tut, und er wurde davon sehr verunsichert. Folgende Worte lesen wir in Vers 14 bis 16:
Und der König Herodes hörte das (denn sein Name wurde bekannt), und er sprach: Johannes der Täufer ist aus den Toten auferstanden; darum wirken auch die Wunderkräfte in ihm!
Andere sagten: Er ist Elia; wieder andere aber sagten: Er ist ein Prophet, oder wie einer der Propheten.
Als das Herodes hörte, sprach er: Er ist Johannes, den ich enthauptet habe; der ist aus den Toten auferstanden!
Diese Worte sind schwer zu erfassen, besonders wenn das Evangelium des Markus das erste Evangelium ist, das ein Frischling des Glaubens liest. Der Autor Markus hat in seinem Evangelium nur ganz wenig über Johannes den Täufer aufgeschrieben. Aber Johannes der Täufer war ein wichtiger Prophet Gottes. Und Johannes hatte die Menschen zur Buße gerufen und sie getauft, als er in der Wüste verkündigte. Allerdings kam eine Zeit, in welcher der König Herodes ihn gefangen nehmen ließ, und einige Zeit später wurde Johannes enthauptet. Uns wird auch in den Folgeversen erklärt, wie das alles abgelaufen ist und warum Herodes hier auf die Idee kommt, dass Jesus der aus den Toten auferstandene Johannes sein könnte. Es steht geschrieben in den Versen 17 bis 29:
Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes ergreifen und ihn im Gefängnis binden lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie zur Frau genommen hatte.
Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!
Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten; und sie konnte es nicht,
denn Herodes fürchtete den Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war, und er bewachte ihn, und er gehorchte ihm in manchem und hörte ihn gern.
Als aber ein gelegener Tag kam, als Herodes seinen Großen und Obersten und den Vornehmsten von Galiläa an seinem Geburtstag ein Gastmahl gab,
da trat die Tochter der Herodias herein und tanzte. Und weil sie dem Herodes und denen, die mit ihm zu Tisch saßen, gefiel, sprach der König zu dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, so will ich es dir geben!
Und er schwor ihr: Was du auch von mir erbitten wirst, das will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs!
Sie aber ging hinaus und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich erbitten? Diese aber sprach: Das Haupt Johannes des Täufers!
Und sogleich ging sie rasch zum König hinein, bat und sprach: Ich will, dass du mir jetzt gleich auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers gibst!
Da wurde der König sehr betrübt; doch um des Eides und um derer willen, die mit ihm zu Tisch saßen, wollte er sie nicht abweisen.
Und der König schickte sogleich einen von der Wache hin und befahl, dass sein Haupt gebracht werde.
Dieser aber ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis und brachte sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter.
Und als seine Jünger es hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
Dies ist nun also der Bericht über den zutiefst bedauerlichen Verlauf, der zum Tod eines wichtigen Propheten Gottes geführt hatte. Johannes der Täufer wurde enthauptet, weil der König einen leichtfertigen Eid vor allen seinen Beamten und Fürsten geschworen hatte, den er danach nicht zurücknehmen wollte. Dabei kann man es wohl noch als winzigen Hoffnungsschimmer sehen, dass Herodes sehr betrübt war, als er hörte, was die Tochter seiner Ehefrau forderte. Wir haben ja sogar davon gelesen, dass Herodes den Johannes während der Zeit im Gefängnis manchmal vor sich treten ließ, um ihm zuzuhören und sogar die eine oder andere Ermahnung ernstnahm. Das ist an sich schon etwas Besonderes. Aber das Problem war, dass der König Herodes seinem eigenen Bruder die Frau gestohlen hatte, um sie selber zu heiraten, und deshalb wurde er von Johannes getadelt, denn im Gesetz Gottes wird sowas verboten. Aber dem König Herodes ist in diesem Fall das Gesetz Gottes derart egal gewesen, dass er es als eine Beleidigung empfand, solch einen Tadel überhaupt gesagt zu bekommen, und deswegen hatte Herodes den Johannes ins Gefängnis eingesperrt, also um Johannes für die Beleidigung zu bestrafen. Noch viel größer war aber der Hass bei der Ehefrau, denn diese begehrte mit ganzem Herzen, Johannes den Täufer tot zu sehen, und erreichte tragischerweise auch ihr Ziel. Dieser Verlauf ist schlimmer als bei dem Prophet Elia damals. Der Prophet Elia wurde auch von der Frau des Königs gehasst und bis auf den Tod verfolgt, konnte aber nicht erwischt werden. Johannes hingegen war leider in diese Lage gekommen, dass er sterben musste. Aber zumindest hat sich Johannes in der Hinsicht keinerlei Vorwürfe zu machen, dass er immer sehr unerschrocken das Wort redete, wie Gott es ihm offenbart hatte, und allem Anschein nach war die von Gott vorgesehene Zeit erfüllt, die Johannes auf der Erde zubringen musste.
Jedenfalls waren ja die Apostel unterwegs gewesen, um selbst ebenfalls das Evangelium zu verkündigen und für Menschen zu beten. Als sie aber fertig waren, kamen sie zu Jesus zurück, und wir lesen darüber folgendes in den Versen 30 bis 32:
Und die Apostel versammelten sich bei Jesus und verkündeten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten.
Und er sprach zu ihnen: Kommt ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruht ein wenig! Denn es waren viele, die gingen und kamen, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen.
Und sie fuhren allein zu Schiff an einen einsamen Ort.
Ich weiß nicht genau, ob man das jetzt als Belohnung betrachten darf, wenn sie mit Jesus zusammen eine Auszeit nehmen durften, aber auf jeden Fall ist es eine sehr schöne Sache, dass Jesus derartig reagiert hatte. Die Apostel hatten ihr Bestes gegeben, um für das Reich der Himmel zu arbeiten, und nun, da sie einiges vollbracht haben, sagt Jesus zu ihnen, dass er jetzt erstmal mit ihnen zusammen Pause macht. Auch dies gehört zur Sanftmut von Jesus dazu, welche er vorlebte, dass er nicht eine Arbeitsanweisung nach der anderen gibt, sondern dass er uns Ruhe spendet und uns gerne mal eine Auszeit gönnt, mit ihm zusammen. Auch heute hat Jesus immernoch eine solche Herzenshaltung gegenüber seinen Knechten. Wenn also einer im Dienst für Jesus sich abmüht, dann nur weil der Mensch selber das so will, aber ganz sicher nicht, weil es von Jesus befohlen sei. Jesus wird auch heute zu seinen Knechten sagen: „Kommt allein abseits an einen einsamen Ort und ruht ein wenig!“
Denn Ruhe und Frieden sind im Reich der Himmel um ein Vielfaches kostbarer als Stress und Hektik.
Wir werden aber merken, dass die Absicht mit dem Alleinesein nicht so wirklich umsetzbar gewesen ist, denn es steht geschrieben in den Versen 33 und 34:
Und die Leute sahen sie wegfahren, und viele erkannten ihn; und sie liefen aus allen Städten zu Fuß dort zusammen und kamen ihnen zuvor und versammelten sich bei ihm.
Und als Jesus ausstieg, sah er eine große Volksmenge; und er hatte Erbarmen mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren.
Offensichtlich hatte die Volksmenge eine so große Sehnsucht danach, bei Jesus zu sein, dass sie unbedingt auch den Ort finden wollten, an den er sich zurück zieht. Und es gab einige, die schon eine ziemlich gute Ahnung hatten, wo Jesus wohl hingehen wird, und eilten selbst dorthin. Und in dem Augenblick, wo Jesus eine einsame Gegend ohne Menschen für sich und seine Apostel vorzufinden hoffte, erblickte er eine große Volksmenge, die am Ufer stand und auf ihn wartete. Und wir sehen an diesem Bericht, dass Jesus nicht etwa den Kurs des Schiffes änderte und in eine andere Richtung segelte, sondern er ging an Land und erbarmte sich über die Menschen, die auf ihn warteten, auch wenn er eigentlich viel lieber mal seine Ruhe gehabt hätte. Da steckt sehr viel Liebe dahinter, wenn man in solch einem Moment, wo man Ruhe sucht, dann trotzdem die Volksmenge nicht vernachlässigt. Es sollte aber dann für alle möglichst viel Entspannung herrschen. Jesus erzählte ihnen zwar wieder viele Dinge, die im Reich der Himmel wichtig sind, aber abgesehen davon gab es keinerlei Anstrengung an diesem Tag. Es gab auch niemanden, der Brot backen oder Fische fangen wollte. Allerdings wurde es dann natürlich gegen Abend schwierig mit der Lebensmittelversorgung. Aber es gefiel Gott, den Menschen Ruhe zu gönnen und sich an dem Ort ausruhen zu dürfen, darum ließ Gott ein großes Wunder geschehen. Es steht geschrieben in den Versen 35 bis 44:
Und als nun der Tag fast vergangen war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: Dieser Ort ist einsam, und der Tag ist fast vergangen.
Entlasse sie, damit sie in die Höfe und Dörfer ringsumher gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen.
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir hingehen und für 200 Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben?
Er aber sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht hin und seht nach! Und als sie es erkundet hatten, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische.
Und er befahl ihnen, dass sich alle in Gruppen ins grüne Gras setzen sollten.
Und sie setzten sich gruppenweise, zu hundert und zu fünfzig.
Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie ihnen austeilten; auch die zwei Fische teilte er unter alle.
Und sie aßen alle und wurden satt.
Und sie hoben zwölf Körbe voll an Brocken auf, und auch von den Fischen.
Und die, welche die Brote gegessen hatten, waren etwa 5.000 Männer.
Es konnte also eine Volksmenge von etwa fünftausend Männern von fünf Broten und zwei Fischen essen, und sie wurden alle satt. Man muss sich das wohl so vorstellen, dass Jesus Gott darum bat, die Brote und Fische übernatürlich zu vermehren, und als Jesus merkte, dass Gott es tun will, dankte er und brach die Brote und sie wuchsen in seinen Händen nach, sodass Jesus nach dem Teilen eines ganzen Brotes dann bald zwei ganze Brote in den Händen hielt. Und die Jünger machten sich dadurch nützlich, dass sie alles austeilten an die Menschen in der Volksmenge.
Als aber das Volk satt war, wollte Jesus ganz offensichtlich wirklich mal alleine sein, denn wir lesen in den Versen 45 bis 47:
Und sogleich nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und ans jenseitige Ufer, nach Bethsaida, vorauszufahren, bis er die Volksmenge entlassen hatte.
Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten.
Und als es Abend geworden war, befand sich das Schiff mitten auf dem See und er allein auf dem Land.
Hier hatte sich nun Jesus eine stille Zeit verschafft, indem er zuerst die Apostel mit dem Schiff wegschickte und danach die Volksmenge entließ. Wir erfahren zwar nicht, ob Jesus dabei länger als eine Stunde Ruhe hatte, aber wir werden merken, dass die Jünger in Seenot gerieten. In Vers 48 steht:
Und er sah, dass sie beim Rudern Not litten; denn der Wind stand ihnen entgegen. Und um die vierte Nachtwache kommt er zu ihnen, auf dem See gehend; und er wollte bei ihnen vorübergehen.
Diese Worte muten ein bisschen eigenartig an und widersprechen den anderen Evangelien. Man kann zwar ohne Weiteres das Detail ernstnehmen, dass Jesus vom Berg aus ihre Not erblicken konnte, aber wenn wir hier lesen, dass Jesus einfach am Schiff vorübergehen wollte, dann passt das überhaupt nicht mit den Berichten von Matthäus und Johannes zusammen. Denn sowohl in Kapitel 14 vom Evangelium des Matthäus als auch in Kapitel 6 vom Evangelium des Johannes kam Jesus extra wegen seinen Jüngern zum Schiff, auf dem See gehend, hier hingegen wird behauptet, er wollte sich abwenden. Und wenn es nun doch so wäre, dass Jesus am liebsten einfach am Schiff vorübergegangen wäre, müsste man sich natürlich fragen, was das soll. Es würde eigentlich nur dann Sinn machen, wenn Jesus von seinen Jüngern erwartet hätte, dass sie endlich mal anfangen, nach Gott zu suchen. Denn ein Mensch, der Gott sucht in solch einer Lage, der wird bei einem derart schweren Problem sofort zu Gott rufen und sein ganzes Vertrauen darauf setzen, dass Gott das Unwetter auflöst. Aber was machten die Jünger? Sie waren mit rudern beschäftigt. Also sie wollten in einer Situation, wo man ganz offensichtlich ohne Gottes starke Hand nicht heil davonkommt, trotzdem alles mit ihrer eigenen Kraft bewältigen und auf die eigene Stärke vertrauen. Vielleicht ärgerte Jesus sich so sehr über die stolzen Herzen dieser Männer, die immer alles meinen selbst hinzukriegen, dass er sie absichtlich mal in einer Situation lassen wollte, in der ihnen außer Gott gewiss niemand helfen kann.
Wir werden aber merken, dass er sich doch noch ziemlich schnell erbarmte, denn man liest in den Versen 49 bis 52:
Als sie ihn aber auf dem See gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien.
Denn sie sahen ihn alle und erschraken. Und sogleich redete er mit ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!
Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich. Und sie erstaunten bei sich selbst über die Maßen und verwunderten sich.
Denn sie waren nicht verständig geworden durch die Brote; denn ihr Herz war verhärtet.
Hier sieht man, dass Jesus zu ihnen ins Schiff stieg. Sie aber hatten ein verhärtetes Herz. Das ist sehr nützlich, wie dies hier bei Markus extra betont wird. Es ist grade mal ein paar Stunden her, dass diese Männer mit ihren eigenen Augen sahen, wie Gott fünf Brote derart vermehrte, dass tausende Menschen davon satt werden konnten. Und obwohl sie mit ihren eigenen Augen gesehen haben, was für ein großartiger Gott es ist, von dem Jesus ihnen erzählt, sind sie immernoch widerspenstig dagegen, Gottes Gebote befolgen zu wollen und Gott ernstzunehmen bei allem, was er tun kann. Das erinnert sehr an das Verhalten des Volkes Israel in der Wüstenwanderung, wo sie ein gigantisches Wunder nach dem anderen gesehen hatten und dann immernoch der Meinung waren, alles selber erledigen zu müssen, alles selbst entscheiden zu können und nicht an Gott denken zu müssen. Denn genau diese Verkorkstheit zeigen auch die Jünger, die eine eigentlich undenkbare Versorgung mit Lebensmitteln erleben und danach immernoch nicht auf die Idee kommen, bei einer schweren Lage mitten auf dem See zu dem Gott Israels zu rufen, damit er ihnen Rettung verschafft. Da kriegt man echt die Krise, wenn man sich darüber bewusst wird, wie klein der Glaube dieser Männer war, obwohl sie die Möglichkeit hatten, persönlich mit Jesus durch die Gegend zu laufen, da er allezeit vor ihnen herging und sie ihn sehen und hören konnten und von ihm alle Belehrungen über Gott lernten. Selbst das war immernoch nicht genug, damit sie anfangen, die Wahrheit ernstzunehmen. Was für ein Elend!
Vielleicht tröstet es uns aber ein wenig, dass Jesus noch weitere Heilungen durch seine Gebete bewirken konnte, als sie an dem Ufer ankamen, wohin sie wollten, denn es steht geschrieben in den Versen 53 bis 56:
Und als sie hinübergefahren waren, kamen sie zum Land Genezareth und legten dort an.
Und als sie aus dem Schiff traten, erkannten die Leute ihn sogleich,
durchliefen die ganze umliegende Gegend und fingen an, die Kranken auf den Liegematten dorthin zu tragen, wo sie hörten, dass er sei.
Und wo er in Dörfer oder Städte oder Gehöfte einkehrte, da legten sie die Kranken auf die freien Plätze und baten ihn, dass sie nur den Saum seines Gewandes anrühren dürften. Und alle, die ihn anrührten, wurden gesund.
Wenigstens den Fakt, dass die Gebete von Jesus Heilung bewirkten, hatten die Leute schon begriffen und erzählten es daher schnellstmöglich überall, dass sie Jesus gesehen haben und wo er sich gerade aufhält, damit man die Kranken zu ihm bringen kann. Allerdings ist das an sich noch lange nicht gut genug, wenn man Heilungen erbaulich findet und immer wieder welche erleben will, während sich wohlgemerkt das Auge ohnehin niemals satt sieht, sondern erst wenn man diese großen Dinge, die aus Gottes Barmherzigkeit sind, zum Anlass nimmt, um diesem Gott völlig zu dienen und sein Wertdenken für sich anzunehmen und dafür einzustehen und nur bei Gott Hilfe zu suchen, dann ist es gut genug.
Das war nun alles, was es in diesem Kapitel zu lesen gibt. Was lernen wir daraus, und was können wir uns für unsere eigene Nachfolge daraus mitnehmen?
Als große Ermahnung muss man das sehen, was in Nazareth passierte. Denn man darf selber nicht neidisch oder hochmütig sein, wenn jemand anders in einer Weisheit reden kann, die man selber nicht hat oder die man ihm nicht gönnt. Denn dann wird Gott sich umso stärker abwenden und es wird bald überhaupt nichts Wunderbares mehr passieren. Die Menschen in Nazareth hatten durch ihr Verhalten ihre Verlorenheit besiegelt. Und wenn jemand an der Weisheit Gottes Anstoß nimmt, weil sie ihm nicht gefällt oder weil er den Mensch unsympathisch findet, der sie ausspricht, so ist das genau die gleiche Situation. Darum sollten alle Menschen in der Nachfolge Jesu die wahre Weisheit zu schätzen wissen und sich darüber freuen können, egal ob man höchstpersönlich sie fand oder ob es durch einen anderen offenbar wurde. Hauptsache, man hat die Worte des Lebens! Ob nun ein Mensch davon redet, dem man sich überlegen fühlt oder doch unterlegen, soll dabei unbedeutend sein.
Anhand von dem, was mit Johannes dem Täufer geschah, lernt man die bittere Tatsache, dass es im Leben in dieser Welt ein unliebsames Ende nehmen kann, wenn man für die Gerechtigkeit Gottes einsteht. Man darf aber nicht vergessen, dass Gott sowieso für jeden Mensch einen Zeitraum festgesetzt hat, also schon im Vorfeld, wie lange der Mensch in dieser Welt sein soll. Besonders als Jesus-Nachfolger muss man dies bedenken, damit man nicht etwa irgendwelche Verläufe fürchtet, die bitter anmuten, so als würde es das Leben verlängern, wenn man stattdessen versucht, vor der Nachfolge wegzulaufen. Es geht an sich immer nur um die Ewigkeit. Und man darf davon ausgehen, dass Johannes dies wusste und daran dachte.
Man kann aber durch die Speisung der Fünftausend durchaus daran denken, dass Gott ungeahnte Wege hat, um unsere Versorgung sicherzustellen. Wenn man dies ernstnimmt, kann man mit einer viel größeren Portion Mut in Zeiten der völligen Ungewissheit hineingehen. Und eigentlich lernt man ja genau das Gleiche durch das Verhalten der Jünger in Seenot. Denn da, wo ihnen der Fokus auf Gott fehlte, muss bei uns der Fokus auf Gott vorhanden sein, weil auch diese schwere Lage ohne schlimmen Schaden endete. Und auch unsere Existenz wird selbst dann, wenn es für uns schwierig wird, ganz am Ende frei von bedauerlichen Schäden sein. Allein das ist der Grund, warum man die Nachfolge antritt.
Und nun soll es genug sein mit diesem Video.
Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal! Mögen der Frieden und die Liebe von Jesus Christus mit euch sein!
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